KONTEXT:Wochenzeitung
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Die Wahrheit stirbt zuerst

Die Wahrheit stirbt zuerst
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Syrien: Die Wahrheit stirbt zuerst. Darüber diskutieren wir morgen mit den Journalisten Carsten Stormer (Reportageagentur Zeitenspiegel) und Stefan Maier (Auslandsredaktion SWR). Do 13. 9. 2012, 20 Uhr, im Mitte (Hohe Straße 9).

Das wussten schon die alten Griechen. Es war der griechische Tragödiendichter Aischylos, der den Satz prägte: "Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit", und er wird seitdem immer wieder zitiert. Wer als Journalist über den Krieg berichten will, die Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung, den Umgang mit Gefangenen, über Flüchtlinge und den Verlauf der Fronten – der muss sich nicht nur durch den Kugelhagel, sondern auch durch Propaganda und Desinformation kämpfen. Der muss sich auch immer wieder fragen: Wem kann ich trauen? Ist mein Übersetzer etwa auch ein Verhinderer? Ist das, was ich sehe, nur inszeniert oder wirklich?

Es ist der Job von Journalisten, die Wahrheit zu suchen, hinter die Kulissen zu schauen und den Mächtigen auf die Finger. In Kriegs- und Krisengebieten versteckt sich die Wahrheit hinter Granaten und Panzerfäusten. Doch gerade in diesen Situationen braucht die Welt Informationen und Reporter, die sich vor Ort ein möglichst unabhängiges Bild machen und die Öffentlichkeit informieren. Der Literat Ernest Hemingway hat aus dem Spanischen Bürgerkrieg berichtet, die italienische Jouranlistin Oriana Fallaci aus Vietnam. Ihre Interviews und Artikel waren nicht nur Beiwerk, sie hatten Einfluss. Es war nicht zuletzt die Berichterstattung über den Vietnamkrieg, die zu einem Rückzug der USA aus Vietnam führte.

Zur Auftaktveranstaltung unseres Diskussionsforums Café:Kontext wollen wir uns genau damit beschäftigen. Mit Journalismus in Krisengebieten. Aus aktuellem Anlass mit dem Krieg in Syrien. Der August dieses Jahres war der blutigste Monat in Syrien seit Beginn des Aufstands gegen Präsident Baschar al-Assad im März 2011. Vor allem die erbitterten Kämpfe um Aleppo treiben die Zahlen der Opfer und der Flüchtlinge in die Höhe. Doch was wissen wir wirklich vom Bürgerkrieg in diesem Land? Welche Informationen können wir vertrauen?

Darüber sprechen die Journalisten Carsten Stormer (Zeitenspiegel) und Stefan Maier (SWR) mit Susanne Stiefel von der Kontext:Wochenzeitung. Beide Reporter waren in Syrien. Sie berichten vom gefährlichen und schwierigen Weg der Wahrheitsfindung in einem Land, in dem die Menschen ums Überleben kämpfen. Herzlich eingeladen haben wir dazu auch die Freunde der Altstadt von Aleppo, die in Stuttgart ihren Sitz haben. Und wenn er es zeitlich schafft, wird auch der renommierte Fotograf Marcel Mettelsiefen, der für "Geo", "Stern" und "Spiegel" Bilder schießt, seine Erfahrungen in Syrien schildern. Der 34-Jährige hat in Syrien zum Massaker in al-Hula recherchiert, das sich die syrische Armee und die Rebellen gegenseitig in die Schuhe schieben. Was also ist die Wahrheit?

Mit der Syrien-Veranstaltung eröffnen wir unser Café:Kontext im Mitte. Ab sofort laden wir regelmäßig zu Diskussionen rund um Themen zu Pressefreiheit und Bildung, zu Demokratie und Gesellschaft. Pressefreiheit ist ein Grundrecht. Es hat sich in der Praxis immer mehr zu einem Sonntags-Reden-Grundrecht entwickelt. Deshalb ist ein Augenmerk auf die eigene Branche, auf die Transparenz von Medien, ein zentraler Bestandteil von Kontext. Beginnen wir also aus aktuellem Anlass mit:

Café:Kontext zu Syrien: Die Wahrheit stirbt zuerst.

Am Donnerstag, 13. September, 20 Uhr im Mitte, Hohe Straße 9. Mit den Journalisten Carsten Stormer (Zeitenspiegel) und Stefan Maier (SWR). Moderation: Susanne Stiefel (Kontext:Wochenzeitung). U-Bahn-Haltestelle Berliner Platz. Der Eintritt ist frei.

 


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