KONTEXT:Wochenzeitung
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Griaß di!

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Die Aufregung war groß. Wir hätten sie geklaut, hieß es auf facebook empört, diese wunderbare Brezel-Illustration von Wolfram Bernhardt, mit der wir die letzte Kontext-Ausgabe geschmückt haben. Fäuste schwingende Laugenweckle gibt es eben nicht alle Tage. Und was passiert? "Damit macht ihr Werbung für eure Zeitung? Er weiß jedenfalls von nichts", so der Tenor der empörten Gemeinde. Das hat uns schon sehr gewundert.

Die Aufregung war groß. Wir hätten sie geklaut, hieß es auf unserer Facebook-Seite empört, diese wunderbare Brezel-Illustration von Wolfram Bernhardt, mit der wir die letzte Kontext-Ausgabe geschmückt haben. Fäuste schwingende Laugenweckle gibt es eben nicht alle Tage. Und was passiert? "Damit macht ihr Werbung für eure Zeitung? Er weiß jedenfalls von nichts", so der Tenor der empörten Gemeinde. Das hat uns schon sehr gewundert.

Deshalb zur Klarstellung: Wie sich das für ordentliche Journalisten gehört, haben wir vorher des Urhebers Einverständnis eingeholt. Mit der Zusage, seinen Namen zu nennen, die OB-Kandidatur und seine Netzadresse.

Ein solches Vorgehen ist für Kontext selbstverständlich. Denn bei allen Fotos, etwa von unseren Fotografen Martin Storz oder Jo Röttgers, bei den so treffsicher auf unsere Geschichten zugeschnittenen Karikaturen von Sepp Buchegger oder den gezeichneten Politgeschichten von Peter Unfried und Björn Dermann um den grünen Ökodiktator werden die Schöpfer genannt. Zu den journalistischen Regeln, die bei Kontext gelten, wie etwa gründliche Recherche, beide Seiten zu hören oder keinen Verschwörungstheorien aufzusitzen, gehört natürlich auch die Nennung von Urhebern. Da sind wir ganz altmodisch. Und daran halten wir uns seit Beginn und ganz ohne Shitstorm.

Also erst mal: ruhig Brauner, ruuuhig!

Vielleicht trägt ja ein kleiner Handling-Tipp zur Gelassenheit bei: Es ist Erkenntnis fördernd, mit dem Cursor auf die Illustration oder aufs Foto zu gehen. Dann nämlich ploppt die dazu gehörige Bildunterschrift samt Urheber auf. So funktioniert das bei Kontext mit allen Illustrationen und Fotos, und das seit mehr als einem Jahr. Wie gesagt: Geistiges Eigentum zu respektieren, gehört zu den Essentials von Kontext. Auch da sind wir altmodischer als mancher aus der Internet-Gemeinde, für den Copy-and-paste keine Sünde, sondern ein Lebensgefühl ist.

Wir haben allerdings unsere Zweifel, ob es sinnvoll ist, Grußformeln oder Wörter patentieren lassen. Darüber ist erst vor wenigen Wochen ein amüsanter Streit zwischen Deutschland und Österreich entbrannt. Da hat sich ein findiger Deutscher im spanischen Alicante "Griaß di" schützen lassen. Wahrscheinlich kannte man dort den bayerisch-tirolerischen Gruß nicht. Jedenfalls ist die Empörung bei den Tirolern groß, dass ihr Gruß ausgerechnet von den Deutschen usurpiert werden soll. "Wenn man jetzt als kreative Person eine Idee hat für irgendwas, dann muss man erst mal lange recherchieren, ob man das überhaupt drucken darf oder nicht", klagt eine Frau aus Innsbruck. Nachzulesen unter tagesschau.de. Die Lektüre lohnt sich. Womöglich zaubert das ja ein Lächeln auf die festgebackenen Bäckchen der angeblichen Laugenpack-Erfinder.


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