KONTEXT:Wochenzeitung
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Vusi und Oma Ida

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Lange wussten wir nicht, ob unser Kontext-Jubiläumskonzert letzten Donnerstag im Theaterhaus Stuttgart mit der „Stimme Südafrikas“, Vusi Mahlasela, ein Geburtstagsfest werden würde, oder ein Leichenschmaus. Letzteres ist es dann doch nicht geworden, dank Ihnen, liebe Leserinnen und Leser. Weil Sie in kürzester Zeit mehr als 1000 Solidaritäts-Abos gezeichnet haben und damit der unabhängigen Kontext-Wochenzeitung für mindestens ein weiteres Jahr helfen, Journalismus im öffentlichen Interesse zu machen. Der Abend mit Vusi Mahlasela wurde deshalb tatsächlich ein echtes Jubiläumskonzert, ein fulminantes noch dazu vor vollem Haus. Es gab Standing Ovations für einen außergewöhnlichen Künstler.

Zwei Stunden Konzert zum Kontext-Jubiläum: die südafrikanische Musiklegende Vusi Mahlasela im Theaterhaus Stuttgart. Foto: Jo RöttgersZugegeben. Lange wussten wir nicht, ob unser Kontext-Jubiläumskonzert letzten Donnerstag im Theaterhaus Stuttgart mit der "Stimme Südafrikas", Vusi Mahlasela, ein Geburtstagsfest werden würde oder ein Leichenschmaus. Letzteres ist es dann doch nicht geworden, dank Ihnen, liebe Leserinnen und Leser. Weil Sie in kürzester Zeit mehr als 1000 Solidaritäts-Abos gezeichnet haben und damit der unabhängigen Kontext-Wochenzeitung für mindestens ein weiteres Jahr helfen, Journalismus im öffentlichen Interesse zu machen.Die Kontext-Journalisten Meinrad Heck und Josef-Otto Freudenreich (rechts) beim Jubiläumskonzert: Geburtstagsfest statt Leichenschmaus. Foto: Jo Röttgers Der Abend mit Vusi Mahlasela wurde deshalb tatsächlich ein echtes Jubiläumskonzert, ein fulminantes noch dazu vor vollem Haus. Es gab Standing Ovations für einen außergewöhnlichen Künstler.

Zwei Stunden sang und erzählte der legendäre und vielfach preisgekrönte Musikpoet aus dem Township Mamelodi bei Pretoria von jenen Zeiten, als er noch von der Apartheidpolizei gehetzt und später als Versöhner geschätzt worden war. Etwa jene Geschichte von Großmutter Ida in der Küche ihres kleinen Backsteinhäuschens.

Immer vor den Gedenktagen der Massaker von Sharpville oder Soweto, wenn in den 1980er-Jahren die großen Massendemonstrationen drohten, pflegte die Sicherheitspolizei den jungen Aktivisten Vusi Mahlasela vorsorglich ein paar Tage in den Knast zu stecken. Bis es eines Abends Großmutter Ida zu bunt geworden war. Die Polizei hatte das Haus umstellt, aber nicht mit Grandmama Ida gerechnet. "Ihr wollt Vusi wieder holen?" fragte sie. "Ja, er ist hier. Aber mir reicht's jetzt. Ich hab einen Topf mit kochend heißem Wasser auf dem Herd. Und der Erste von Euch, der reinkommt, kriegt ihn ab." Da hatten es die Herren vorgezogen, doch lieber wieder abzuziehen, ohne den jungen Musiker.

Solche, noch dazu wahren Geschichten liebt sein Publikum. Zum Jubiläumsfest mit dem Südafrikaner waren selbst Kontext-Leser ein paar hundert Kilometer von der Ostseeküste ins Theaterhaus nach Stuttgart gereist. Bei aller Freude über einen fulminanten Abend gab es dennoch einen winzigen Wermutstropfen. Den hat uns eine junge Frau aus dem südafrikanischen Kapstadt eingeschenkt. Vusi Mahlasela ist für die Dame zwar eine Größe wie für unsereins etwa Herbert Grönemeyer oder Konstantin Wecker, aber bitte schön, wer und was sei denn nun dieses "Kontext", fragte sie uns ziemlich ratlos. Okay, wir haben kapiert. Unser Standing am Kap der Guten Hoffnung ist vielleicht noch verbesserungsfähig.

Vusis Wunsch an Kontext: Happy Soul Shine.Übrigens, vielleicht wird mit dem Musiker der zweite Kontext-Jahrestag im April 2013 stattfinden. "Ich komm wieder", versprach Vusi Mahlasela, nach zwei schweißtreibenden Bühnenstunden ebenso begeistert wie sein Publikum. Und der Mann ist bekannt dafür, dass er seine Versprechen hält. Vorerst wünschte er per Autogramm uns und Ihnen, verehrte LeserInnen, erst einmal "Happy Soul Shine" und "Ubuntu", was in der südafrikanischen Tradition so viel bedeutet wie: Ohne euch alle bin ich nichts.

 

Der 1000. Abonnent will eine gerechtere Gesellschaft

Unser 1000. Abonnent: Roland Saurer aus Schramberg. Foto: privatUnser 1000. Abonnent ist Sozialarbeiter, Diplompädagoge, hat sechs Kinder und kommt aus Schramberg. Es ist Roland Saurer (63), der sein Berufsleben insbesondere wohnungslosen Mitmenschen gewidmet hat. Unter anderem als Leiter des Ursulaheims Offenburg, Gründungsmitglied der Landesarbeitsgemeinschaft wohnungsloser Menschen und der Landesarmutskonferenz Baden-Württemberg. Saurer versteht sich als Netzwerker in einer "Politik von unten", die zum Ziel hat, eine "gerechtere Gesellschaft zu erstreiten", wie er sagt. Der Schramberger Sozialdemokrat ist ein Kontext-Leser der ersten Stunde und unterstützt das Projekt, weil er darin eine "Plattform für zivilgesellschaftliche Diskurse" sieht. Das passt doch gut zusammen. Für das Vertrauen danken wir.


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