Ausgabe 393
Editorial

Südschienchen

Von unserer Redaktion
Datum: 10.10.2018

Als "Südschiene" wurde in der Vergangenheit gerne die politische Zusammenarbeit zwischen Bayern und Baden-Württemberg bezeichnet, also haben wir uns vor der bevorstehenden Bayern-Wahl gefragt, was die beiden Länder eigentlich verbindet. Nun, unter anderem die Wohnungsnot der Großstädter, wie Kontext-Autor Fritz Schwab berichtet, der, seinem verschleiernden Namen zum Trotz, gebürtiger Münchner ist. Auf dem zweiten Gleis unseres journalistischen Südschienchens widmen sich die Kollegen der "Süddeutschen Zeitung", Roman Deininger und Uwe Ritzer, dem Mann, der mutmaßlich bald schwer in Wahlergebnis-, Parteigefolgschafts- und Koalitionsverhandlungsnöten stecken wird: Markus Söder. Die beiden haben ein Buch über den fränkischen Zampano verfasst, aus dem wir das vielleicht witzigste Kapitel bringen – und auch das zeigt: ein Politikertyp zum Fürchten.

Eher zum Freuen war vergangene Woche die Gerichtsentscheidung, dass Tagebaubetreiber RWE im Hambacher Forst vorerst nicht roden darf. Kontext-Redakteur Minh Schredle war am letzten Samstag auf der Groß-Demo in Buir am Rande des Forsts. Und schauderte beim Blick in den riesigen Tagebau und ob all dem, "was die Tumben da schon angerichtet haben".

Dass RWE gerne mal seine Wikipedia-Einträge frisiert, berichteten wir schon vergangene Woche, darüber hinaus pflegt der Essener Konzern so manche interessante Beziehung. Etwa zur Deutschen Wildtierstiftung, die vehement gegen Windräder in Wäldern streitet und ergo noch vehementer gegen die Abholzung des Hambacher Forsts streiten müsste. Darüber jedoch, hat Kontext-Autor Jürgen Lessat festgestellt, verlieren die Wildtierschützer kein Wort.

Kontinuität

Es gibt Themen, die uns so wichtig sind, dass wir auch dann kontinuierlich über sie berichtet haben, wenn sie längst nicht mehr in den Schlagzeilen standen. Etwa über den zweiten NSU-Untersuchungsausschuss des baden-württembergischen Landtags. Kontext war von Anfang an, seit Sommer 2016, bei allen Sitzungen dabei. Meist berichtete Johanna Henkel-Waidhofer über die dort zutage geförderten Abgründe des Rechtsextremismus. Unsere Autorin war auch beim letzten Termin – als einzige Pressevertreterin. Und vor bald vier Jahren, das Unwort "Flüchtlingskrise" war noch nicht in aller Munde, berichteten wir auch schon ausführlich über das Sonderprogramm der baden-württembergischen Regierung, 1000 traumatisierte Jesidinnen aus dem Nordirak ins Land zu holen. Eine davon war Nadia Murad, die vergangene Woche, gemeinsam mit Denis Mukwege, den Friedensnobelpreis 2018 erhalten hat. Deshalb dokumentieren wir ihre Rede, die sie am 1. Dezember 2016 im Südwest-Landtag gehalten hat.


Gefällt Ihnen dieser Artikel?
botMessage_toctoc_comments_9210
KONTEXT per E-Mail:  

Durch diese Anmeldung erhalten Sie regelmäßig immer mittwochs um 9 Uhr unsere neueste Ausgabe unkompliziert per E-Mail. Datenschutz-Hinweis

Letzte Kommentare:




Ausgabe 402 / Fingerhakeln mit Kretschmann / Hans-Peter Piepho / vor 2 Tagen 1 Stunde
Die interessante Figur ist Ebert







Ausgabe 402 / Feel the Schpirit / Gunther Bauer / vor 3 Tagen 7 Stunden
facepalm....





Die KONTEXT:Wochenzeitung lebt vor allem von den kleinen und großen Spenden ihrer Leserinnen und Leser.
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!