KONTEXT Extra:
Auch Hermann will Maut verzögern

Wenn es nach den Grünen geht, wird die Landesregierung gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz oder dem Saarland versuchen, die Einführung der PKW-Maut über den Bundesrat noch zu verzögern oder gar zu verhindern. Verkehrsminister Winne Hermann kündigte einen entsprechenden Vorstoß an. Er habe bereits im Verkehrsausschuss des Bundesrats Position bezogen und insbesondere kritisiert, dass "die Grenzregionen schwer tangiert sind, ausgerechnet in Zeiten, in denen wir den europäischen Geist betonen wollen". Die "Bürokratie-Maut" passe nicht in die Zeit. Außerdem würden Milliarden eingenommen, Milliarden an deutsche Autofahrer wieder zurückgegeben und "vielleicht bleiben ein paar Millionen übrig".

Saarland, Rheinland-Pfalz oder NRW wollen den Vermittlungsausschuss zwischen Bundesrat und Bundestag anrufen, nachdem letzterer die Maut am Freitag beschlossen hat. Das Gesetz ist allerdings nicht zustimmungspflichtig, weshalb die Einführung der Maut auf diesem Wege lediglich verzögert werden kann. Allerdings könnte Verzögerung am Ende auch das Scheitern bedeuten, weil womöglich nach der Bundestagswahl im September die Karten ganz neu gemischt werden, und die CSU bisher bekanntlich die einzige Partei ist, die die Maut wirklich will. (24.3.2017)


Aras legt sich mit Erdogan an

Die Stuttgarter Grünen-Abgeordnete und Landtagspräsidentin Muhterem Aras hat die deutschtürkische Community aufgefordert, sich mit dem Verfassungsreferendum am 16. April kritisch auseinanderzusetzen. Von den Imamen wünscht sich die Stimmenkönigin ihrer Partei bei den Landtagswahlen 2016, dass die "in den Freitagspredigten zu einem respektvollen und fairen Umgang miteinander aufrufen und die hier geltenden Werte von Meinungs-, Presse- und Religionsfreiheit entschieden weitergeben". Sie selber verzichte derzeit auf Reisen in die Türkei, "weil ich nicht weiß, ob ich mich dort frei bewegen könnte". Zugleich müssten sich Demokraten weigern, sich zu Feinden der Türkei machen zu lassen. Aras nutzte eine Landtagsdebatte zum 60. Geburstag der EU auch zu scharfer Krtik am türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, weil der "auf das Infamste" gebaute Brücken wieder einreißen und die Gesellschaft spalten wolle. Von den Vertretern AKP-naher Institutionen erwartet die Grüne eine öffentliche Distanzierung von den "die Opfer verhöhnenden Nazivorwürfen". Im Südwesten dürfen insgesamt rund 230 000 Türken am Referendum teilnehmen – und zwar vorab: Die Wahl beginnt bereits am 27. März und endet am 9. April. (22.3.2017)

Mehr zum Thema: "Meister der Feindbilder", "Unverschämt und dumm"


Stuttgart 21: Aktionsbündnis warnt Aufsichtsrat

Drei Tage vor einer Sitzung des DB-Aufsichtsrats verlangt das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 erneut eine "faktenehrliche Bestandsaufnahme". Sollte sich der Aufsichtsrat wieder um die Auseinandersetzung drücken oder gar unbeirrt den Weiterbau beschließen, so Eisenhart von Loeper, schädige er wider besseres Wissen das Vermögen der Deutschen Bahn AG. "Das würde", erklärt der Bündnissprecher weiter, "den Tatbestand der Untreue erfüllen." Eine strafrechtliche Aufarbeitung sei die Konsequenz; darauf habe das Bündnis zuletzt am 11. März 2017 den Aufsichtsrat per Brief hingewiesen.

Ihren Appell richten die Stuttgart-21-Gegner nicht nur an den Vorsitzenden des Aufsichtsrats Utz-Hellmuth Felcht, sondern auch an den designierten Vorstandsvorsitzenden Richard Lutz. Als erstes sei "eine Bestandsaufnahme der ungelösten Probleme und hohen Risiken notwendig, die sich an den Realitäten und nicht an den Gesichtswahrungsproblemen der politisch Verantwortlichen orientiert". Von Loeper argumentiert damit, dass sich das Projekt "jenseits aller wirtschaftlichen Rationalität bewegt", und mit dem weiter offenen Brandschutz. Außerdem solle der Aufsichtsrat "endlich zur Kenntnis nehmen, dass sich die DB mit S 21 einen Dauerengpass für viel Geld baut, der den Bahnverkehr behindert und den viel beschworenen Deutschlandtakt im Südwesten irreversibel unmöglich macht". Nach der Devise "Politik beginnt mit der Kenntnisnahme der Realität" will das Aktionsbündnis den neuen Bahnchef zu Gesprächen einladen, bei denen sie ihm auch die von der Bürgerbewegung entwickelten Alternativen zum Weiterbau erläutern wollen. Deren "ernsthafte Prüfung" wünscht sich nach einer repräsentativen Umfrage von infratest dimap in Baden-Württemberg sogar eine Mehrheit der Projektbefürworter. (19.3.2017)

Mehr zum Thema: "Bahnfeinde im Bahnvorstand"


IHK will nicht mehr gegen Kakteen polemisieren

Auch ein Vergleich kann ein Erfolg sein: Vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart akzeptierte die IHK Region Stuttgart die Feststellung, dass sie in der Vergangenheit mit Angriffen gegen die IHK-Rebellen der Kaktus-Initiative ihre Kompetenz überschritten hat. Stein des Anstoßes waren zwei IHK-Pressemitteilungen, in denen Hauptgeschäftsführer Andreas Richter gegen die Kakteen polemisiert habe, so Kaktus-Mitglied Klaus Steinke, der in der Folge Klage eingereicht hatte.

Konkret einigten sich die Streitparteien am heutigen Donnerstag, den 16. März, auf folgenden Vergleich: Die IHK Region Stuttgart erklärt, "dass ohne Beratung und Beschlussfassung durch die Vollversammlung keine weiteren öffentlichen Äußerungen der IHK und ihrer Organe über Binnenkonflikte, die keine wirtschaftspolitischen Positionen betreffen, abgegeben werden", und dass es den beiden strittigen Pressemitteilungen "an einer solchen Beratung und Beschlussfassung mangelte". Außerdem trägt die IHK trägt die Kosten des Verfahrens von 5000 Euro.

Für Steinke ist es "ein gutes Ergebnis, weil es die Transparenz innerhalb der IHK stärkt, und weil es deutlich die Frage artikuliert, was Geschäftsführer und Präsident dürfen und was nicht". Zwar wäre es, so Steinke, spannend gewesen, wenn das Gericht in einem Urteil Grundsatzregeln für die Öffentlichkeitsarbeit der IHK aufgestellt hätte. Aber er sei mit dem Vergleich zufrieden, "weil es mir in der Sache nicht darum geht, zu siegen, sondern eine Veränderung innerhalb der IHK zu bewirken". Zudem habe das Ergebnis, so hofft Steinke, auch "eine Signalwirkung auf andere IHKs".

Die Kaktus-Initiative, 2011 gegründet, kritisierte in den letzten Jahren immer wieder intransparente Wahlverfahren und die offizielle Pro-Haltung der IHK zu Stuttgart 21. (16.3.2017)

Mehr zum Thema: "Rebellen im Weinberghäusle" und "Die IHK wackelt nicht".


Afghanistan-Rückkehrer bekommt zweimonatiges Arbeitsvisum

Es ist ein kleines Wunder. Denn trotz der mannigfaltigen Unterstützung in den vergangenen Wochen, glaubten nicht viele seiner Freunde wirklich daran, dass der Zahnarzt Ahmad Shakib Pouya, der in einem französischen Krankenhaus in Herat gearbeitet hat, zurück in die Bundesrepublik kommen kann. Pouya war in seiner früheren Heimat von den Taliban bedroht, floh 2010 nach Deutschland. Hier war er einer der Hauptdarsteller in der vielbeachten Produktion der Mozart-Oper "Zaide" und hatte eine doppelte Zusage auf Festanstellung – vom Münchner Gärtnerplatztheater und der IG Metall. Dennoch wurde er zur Abschiebung vorgesehen, weshalb er am 20. Januar 2017 ausreiste. Seither machten seine Unterstützer vom im Mai 2014 gegründeten Stuttgarter Verein "Zuflucht Kultur. Entweder. Oder. Frieden." bundesweit auf sein Schicksal aufmerksam. Auch mit einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), mit der Bitte um "ein Visum und ein langfristiges Bleiberecht als wertvoller Bürger unseres Landes".

Jetzt kam die gute Nachricht. Der 33-Jährige kann für zwei Monate zurück nach Deutschland. Mitausschlaggebend dürfte ein Schreiben von Georg Podt gewesen sein, dem Intendanten des kommunalen Münchner Kinder- und Jugendtheaters "Schauburg", der Pouya in einer Neuinszenierung von Rainer Werner Fassbinders "Angst essen Seele auf" als Hauptdarsteller besetzt hat. Die Proben sollen in der kommenden Woche beginnen, Premiere wird am 22. April sein. Mitte Mai läuft das Visum aus. Pouya will gemeinsam mit dem Verein die Zeit nutzen, um das angestrebte dauerhafte Bleiberecht zu bekommen. Die Chancen stehen angesichts der 2015 eigentlich gelockerten Regelungen gar nicht so schlecht. Allerdings werden die nach den Erkenntnissen von Pro Asyl oder dem Flüchtlingsrat viel zu selten von den Behörden angewandt.


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S-Bahnhof Feuersee in Stuttgart am 28.12.15. Foto: Joachim E. Röttgers

S-Bahnhof Feuersee in Stuttgart am 28.12.15. Foto: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 254
Gesellschaft

Das!

Von Anna Hunger
Datum: 10.02.2016
Kaum ein Unternehmen positioniert sich öffentlich gegen die Flüchtlingshetzer des Kopp Verlags. Ausgerechnet die viel gescholtene Deutsche Bahn erteilt den Rottenburgern nun Werbeverbot auf allen Bahn-Grundstücken. Ein Schönheitsfehler bleibt.

Bis vor Kurzem hing an der S-Bahn-Haltestellen Stuttgart-Vaihingen noch ein Werbeplakat des Kopp Verlags mitten auf dem Bahnsteig. Neun Quadratmeter des Bahnpartners Ströer Media SE für die Rottenburger, die mittlerweile auf Breitenwirkung setzen. Jetzt, wo der Populismus, dem sie jahrelang den Boden bereitet haben, grade so schön gedeiht.

Und nicht nur in Vaihingen wurde geworben. Von der Haltestelle Stadtmitte twitterte "setzer" am 17. Dezember eine Plakat-Sichtung. Am 22.12. schrieb "thg": "Die @DB_Bahn bietet den Kopp-Spinnern auch im Bahnhof Freiberg Werbefläche." Im Januar dann Alios: "@DB_Bahn wenn Sie verhindern wollen daß Fahrgäste auf den Bahnsteig kotzen, bitte Kopp Werbung unterlassen: Görlitz." Angehängt ein Foto mit Werbeplakat für das Buch "Die einzige Weltmacht", daneben ein Zitat von Helmut Schmid: "Ein Buch, das man lesen und ernst nehmen sollte."

Die Bahn hängt den Verlag ab

Simon Kowalewski sitzt für die Piratenpartei im Berliner Abgeordnetenhaus und hat mitgetwittert gegen Kopp. Die großflächige Werbekampagne ziele darauf ab, "den Verlag selbst und sein Programm aus der rechten Nische zu holen und wie einen 'normalen' politischen Sachbuchverlag erscheinen zu lassen. Gerade die omnipräsente Werbung an Bahnhöfen mit einem Testimonial des kürzlich verstorbenen Sympathieträgers Helmut Schmidt führt dazu, dass bei Menschen, die mit der Kopp-Agenda nicht vertraut sind, dieser Eindruck entsteht", schreibt er auf Nachfrage von Kontext.

Das gleiche Prinzip gilt auch bei Werbung im Netz. "Report Mainz" hat erst vor kurzem aufgedeckt, dass diese Firmen und sogar Bundesbehörden über Dienstleister auf diversen rechtspopulistischen Seiten für sich werben. "Kopp Online" sieht dann gleich noch seriöser aus, wenn dort bekannte Firmen und Marken wie Adidas, Aldi Süd oder VW Anzeigen schalten. 

Die Deutsche Bahn jedenfalls schrieb am 17. 1. den aufmerksamen Twitterern zurück: "@alios Wir arbeiten mit Ströer daran, die Werbeflächen entfernen zu lassen. Es wird künftig keine Buchungen des Verlages mehr geben." Zwei Tage zuvor hatte der Chef, Jochen Kopp, so steht's in dessen Online-Blatt, Meldung bekommen, dass alle Plakate überklebt werden.

Am 13. 1. 2016 am S-Bahnhof Echterdingen. Foto: Redaktion
Am 13. 1. 2016 am S-Bahnhof Echterdingen. Foto: Redaktion

Der Kopp Verlag nennt es das "Kopp-Gate". Initiiert von "linksfaschistischen Kreisen", von "Gutmenschen", die sich "mit politisch Korrekten und 'Antifas' zu einem gefährlichen elektronischen Mob" zusammentun. Oder eventuell sogar von der Bahn selbst, die womöglich "ein paar Twitter-Aktivisten beauftragt hat, mal ein paar böse Nachrichten über KOPP zu schreiben, um einen politisch unbequemen Verlag loszuwerden. Beweise gibt es dafür keine, aber im Bereich des Möglichen liegt es sehr wohl."

Wie dem auch sei: Die Plakate sind weg, und auch die laut Kopp Online 592 Stück, die zukünftig auf Bahngelände hätten hängen sollen, bleiben das. "Dabei sollte es eine richtig schöne Werbekampagne werden", schmollen die Rottenburger.

"Wenn Organisationen oder Personen extreme Positionen vertreten, ermöglicht ihnen die DB keine Werbung auf ihren Flächen", schreibt die Bahn-Pressestelle auf Kontext-Nachfrage. "Das gilt auch für den Kopp-Verlag wegen dessen rechtspopulistischer Ausrichtung. Die DB stellt sich ausdrücklich Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit entgegen. Aktuell wird das im Engagement vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deutlich, die sich um Menschen kümmern, die in Deutschland Schutz suchen." Eine der neuesten Einlassung des Kopp-Verlags zum Thema Nächstenliebe ist ein Buch mit dem Titel "Böse Gutmenschen wer uns heute mit schönen Worten in den Abgrund führt". Der Autor ist überzeugt: "Wir brauchen heute keine Stasi und keine Gestapo mehr, denn 'engagierte Mitmenschen' übernehmen die Kontrolle über uns und achten streng auf 'politisch korrektes' Verhalten. Höchste Zeit, die Gesinnungspolizisten in ihre Schranken zu weisen."

Die Schranken hat momentan dann aber doch die Bahn runtergelassen. Bei aller Kritik am Bahnkonzern: So deutliche Worte hat bisher kaum ein Unternehmen gefunden, vor allem keines, das an den Rottenburgern eigentlich verdienen könnte (Kontext berichtete).

Engagement gegen rechts ist dem Unternehmen, das ja alle möglichen Menschen befördert, nicht fremd. Seit 2000 gibt es das Projekt "Bahn-Azubis gegen Hass und Gewalt Gemeinsam für ein tolerantes und respektvolles Miteinander". Jedes Jahr organisieren Auszubildende im ersten und zweiten Lehrjahr Events und Aktionen und können sie im Anschluss zu einem Wettbewerb einreichen. Einzige Bedingung: Sie müssen "nachdrücklich für mehr Toleranz, Zivilcourage und Respekt werben."

Aber warum ausgerechnet Xavier Naidoo?

2015 hat ein Flashmob gegen Rassismus vor dem Dortmunder Hauptbahnhof gewonnen, Zweite wurden Azubis aus Frankfurt, die einen Bus mit dem Slogan "Hass und Gewalt? Geht ja gar nicht! Schau nicht weg, ruf nach Hilfe!" dekorierten. Eine andere Gruppe organisierte am Bremer Hauptbahnhof ein Fest für Kinder aus sozial schwachen Familien, legte in einem Flüchtlingsheim einen Garten an, erfanden ein Memory für besseres Miteinander. 560 Azubis mit 90 Projekten haben sich 2015 beteiligt.

Schirmherrschaft haben der Vorstandsvorsitzende Rüdiger Grube, der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Alexander Kirchner, und – die Söhne Mannheims. Ausgerechnet die Söhne Mannheims, ausgerechnet Xavier Naidoo?

Wir erinnern uns: Naidoo war der, der auf umstrittenen Montagsmahnwachen im "Freiheit für Deutschland"-Shirt halbrechten Quark abgesondert hat und glaubt, Deutschland sei noch immer besetzt und habe keine richtige Verfassung. Als der NDR nach Protesten Naidoos Nominierung für den Eurovision Song Contest 2016 zurückzog, sprang sogar Pegida-Gründer Lutz Bachmann für ihn in die Bresche: "Eine linksfaschistische Krake hat sich auf Deutschland gelegt." Der Kopp Verlag sprach in Zusammenhang mit dem schwindenden Ansehen Naidoos in der Öffentlichkeit über eine geplante "Säuberungswelle unter Autoren", um unliebsame Wahrheiten zu unterdrücken. (Naidoo und Kopp sind übrigens beide Preisträger des Goldenen Aluhuts 2015)

"Wir haben in der Vergangenheit Videospots und Aktionen mit Bandmitgliedern der Söhne Mannheims aufgezeichnet oder durchgeführt", antwortet die Pressestelle der Bahn. Wie sich das Unternehmen zukünftig zu Xavier Naidoo positioniert, ist bei Redaktionsschluss noch offen. Da kam das Zugunglück bei Bad Aibling dazwischen.


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Kommentare

Schwabe, 16.02.2016 09:07
Werbung zu untersagen, welche Unternehmen dient, die einer rechten Gesinnung frönen, halte ich für selbstverständlich - erst recht bei der Deutschen Bahn AG!
Ein Lob hätte dieses Privatunternehmen Deutsche Bahn AG - welches die öffentliche Daseinsvorsorge (den ÖPNV) übernimmt - m.E. erst dann verdient wenn sie sich anständig um ihr Kerngeschäft im Sinne der Bahnkunden kümmert. Dies wäre m.E. der Fall, wenn sie z.B. die Werbeeinnahmen dazu verwendet die unverschämt hohen Fahrpreise zu bezahlen bzw. zu subventionieren und/oder die heruntergekommenen Bahnhöfe ordentlich instand zu halten, anstatt alles der Profitgier zu unterwerfen (ganz nach dem Motto: Die Instandhaltung eines Bahnhofs ist nicht Umsatz relevant). So würden endlich auch wieder Unternehmen (zumindest die die Werbung schalten) einer gewissen sozialen Verantwortung gerecht werden.
Momentan ist doch so ziemlich genau das Gegenteil der Fall. Tausende von Arbeitsplätzen wurden im Zuge der Privatisierung gestrichen, bei ständig schlechtere Leistung (z.B. Service, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit) werden - scheinbar wie automatisch/selbstverständlich - regelmäßig die Fahrpreise erhöht, der immense Strombedarf der Bahn wird durch Subvention größtenteils vom Steuerzahler bezahlt und die Werbeeinnahmen verschlingen wahrscheinlich die Millionengehälter der sogenannten Bahnmanager.

Marc Braun, 15.02.2016 11:34
Es ist schon Satire wenn man mit diesen Werbe-Bannern den "rechtspopulisten" das Handwerk legen möchte.

Tatsächlich ist das Buch vom amerikanischen Regierungsberater Zbigniew Brzezinski "Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Vorherrschaft" eine fatales Werk. Nur nicht weil es der Kopp-Verlag heraus gibt.

Über die rechten Aktivitäten des Kopp-Verlags hätte ich gerne mal ein paar harte Fakten, Frau Hunger.

Waren Sie eigentlich so mutig darüber zu berichtet, dass ihr Artikel "Die Leute sind feige" sich als falsche Vermutung herausgestellt hat?

"Polizeimeldung
Feuer in Heim war keine Brandstiftung von außen

ROTTENBURG. Die umfangreichen Ermittlungen der unmittelbar nach dem Brand eingerichteten Ermittlungsgruppe der Kriminalpolizeidirektion Esslingen zum Brand im Rottenburger Flüchtlingsheim sind weitestgehend abgeschlossen. Die Polizei schließt nunmehr eine Brandstiftung von außen ebenso aus wie ein technischer Defekt unwahrscheinlich scheint. "
http://www.gea.de/region+reutlingen/tuebingen/feuer+in+heim+war+keine+brandstiftung+von+aussen.4436746.htm

Anna Hunger, 14.02.2016 15:49
@Schwabe
Die DB zeigt öffentlich klare Kante gegen diesen Verlag. Das ist ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit, was ich - vor allem derzeit - für unglaublich wichtig halte. Dafür hat sogar die Bahn mal ein kleines Lob verdient, denke ich.

Schwabe, 14.02.2016 09:00
@Anna Hunger
Das Sie etwas gegen den Kopp-Verlag haben ist bekannt und - soweit ich das einschätzen kann - auch angebracht.
Was ich nicht verstehe, warum geben Sie der Bahn in diesem Zusammenhang die Möglichkeit sich in einem positiven Licht zu sonnen? Absicht?
Das Kerngeschäft der Bahn ist der Öffentliche Personen Nah- und Fernverkehr (ÖPNV) und nicht die Werbung. Und der ÖPNV wird momentan - im Zuge der Privatisierung - von den Bahnmanagern und den Verantwortlichen in der Politik bundesweit gegen die Wand gefahren (S21 steht dafür stellvertretend).

someonesdaughter, 13.02.2016 03:17
"Das Bild am Beginn Ihres Artikels über Magnesium Öl ist also
rechtspopulistische Hetze ?"

Sagt wer? Ach ja, niemand.

"Wir entnehmen Ihren Artikeln immer wieder dieses Vokabular und die von Ihnen festgelegte Ein-gruppierung des Kopp-Verlages in die rechte, rassistische Ecke ?"

Wer ist "wir" und wieso formulieren Sie eine Frage über Ihre eigene Einschätzung? Wer soll die beantworten?

"Können Sie das mal konkreter festmachen, was genau für Sie als rechtspopulistisch beim Kopp-Verlag gilt ? Ich kann dies nämlich nicht nachvollziehen !"

Vielleicht hilft Ihnen weitere Lektüre:

http://www.kontextwochenzeitung.de/gesellschaft/248/die-leute-sind-feige-3344.html
http://www.kontextwochenzeitung.de/editorial/232/genau-hinschauen-3122.html
http://www.kontextwochenzeitung.de/editorial/238/kopp-co-3208.html
http://www.kontextwochenzeitung.de/medien/232/es-brennt-in-rottenburg-3119.html
http://www.kontextwochenzeitung.de/editorial/229/im-hinterland-der-luegenpresse-3084.html
http://www.kontextwochenzeitung.de/medien/50/der-einsame-kampf-des-albert-b-1163.html
http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/kopp-verlag-10753
https://de.wikipedia.org/wiki/Kopp_Verlag
http://www.spiegel.de/wirtschaft/verschwoerungstheorien-der-kopp-verlag-macht-geschaefte-mit-der-angst-a-967704.html

"Mag daran liegen, dass ich nicht auf Ihrer linkspopulistischen Linie liege;"

Können Sie das mal konkreter festmachen, was genau für Sie als linkspopulistischen Linie gilt? Ich kann dies nämlich nicht nachvollziehen !

Rolf Steiner, 12.02.2016 15:03
Weshalb sollte wohl der Kopp-Verlag in Schutz genommen werden? Weil er etwa "menschenfreundliche Autoren" verlegt?
Toleranz gegenüber Neonazis darf es nicht geben, nicht mal Respekt. Sondern nur gnadenlose Verachtung für gewisse Leute, die nicht glauben wollen, dass der 2. Weltkrieg beendet ist und im ziemlich wenig Platz ausmachenden Hinterstübchen die Schandtaten der Nazis seit weit über 80 Jahren gut heißen.

U. Gerhardt, 12.02.2016 06:24
Genau solche Kommentare wie hier, lieber Herr Steiner, scheinen mir typisch, pauschalisierend, undifferenziert mit diffusen, nicht belegbaren Vermutungen wie das mit der Parteienfinanzierung. Haben Sie irgendwelche Anhaltspunkte ? Würde mich interessieren.
Ihre Behauptung:
"Der Islam ist schuld an allen Attentaten, die Regierungen sind schuld an allen Krisen, die Pharma-Industrie ist schuld an allen Krankheiten. Alle, die etwas anderes vorbringen, lügen. Vor allem die Medien, die so gut wie alle links eingeordnet werden. Deshalb erzählt die „Lügenpresse“, wie der Name schon sagt, nur Lügen. , "

hat doch niemand behauptet, auch der Kopp-Verlag nicht; das ist doch an nicht zutreffender Pauschalisierung nicht zu überbieten. Mag sein, dass die Ansichten des Kopp-Verlages, den Ihren nicht entsprechen; aber ist das ein Grund ihn mundtot machen zu wollen ? Wo bitte, bleibt Ihre Toleranz ?

Rolf Steiner, 11.02.2016 18:51
Wer die Themen "anti-islamisch, anti-amerikanisch, sensationsheischend und verschwörerisch" aufbereitet mag, liegt bei Kopp richtig.

Der Islam ist schuld an allen Attentaten, die Regierungen sind schuld an allen Krisen, die Pharma-Industrie ist schuld an allen Krankheiten. Alle, die etwas anderes vorbringen, lügen. Vor allem die Medien, die so gut wie alle links eingeordnet werden. Deshalb erzählt die „Lügenpresse“, wie der Name schon sagt, nur Lügen. ,

Allein auf den Seiten des Kopp-Verlages erfährt man also die Wahrheit hinter allen Geschehnissen?

U. Gerhardt, 11.02.2016 15:54
Das Bild am Beginn Ihres Artikels über Magnesium Öl ist also
rechtspopulistische Hetze ? Wir entnehmen Ihren Artikeln immer wieder dieses Vokabular und die von Ihnen festgelegte Ein-
gruppierung des Kopp-Verlages in die rechte, rassistische Ecke ?
Können Sie das mal konkreter festmachen, was genau für Sie als
rechtspopulistisch beim Kopp-Verlag gilt ? Ich kann dies nämlich nicht nachvollziehen ! Mag daran liegen, dass ich nicht auf Ihrer linkspopulistischen Linie liege; deshalb würde ich mir aber noch lange nicht anmaßen, gegen Sie vorzugehen. Das muss eine Demokratie mit Meinungs- und Pressefreiheit ertragen können.

Rolf Steiner, 11.02.2016 14:33
Kopp spielt den Neonazis in die Hände. Nicht nur durch die Veröffentlichungen diffusbrauner Autoren sondern vermutlich auch durch Spenden. Diese müsste endlich auch einmal aufgeklärt werden, mit welchen Zuwendungen die AfD oder die NPD ihre umfangreiche Wahlwerbuing finanziert.

marion kuster, 11.02.2016 00:31
Wie soll man seriöser werden, wenn man ( wie hier beispielhaft erwähnt) im Umfeld von “adidas, Aldi Süd und Volkswagen“ wirbt?
Welches der drei genannten Unternehmen ist denn ansatzweise seriös?

CharlotteRath, 10.02.2016 22:53
Wäre die Welt doch so einfach gestrickt, hier gut, da böse - aber sie ist es nicht.

Xavier Naidoo bezieht sich mit seinen Zweifeln an der vollen Souveränität Deutschlands auf Dr. Josef Foschepoth (Professor für Neue Zeitgeschichte an der Uni Freiburg, u. a. tätig für die Deutsche Forschungsgemeinschaft). Er könnte genausogut Heribert Prantl (Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung) oder Gregor Gysi (ehem. Bundestagsabgeordneter der Linken) heranziehen.
Sind das nun alles Anwärter für den Goldenen Aluhut?

Immerhin begründeten diese drei Persönlichkeiten ihre Meinung (bitte jeweils den vollständigen Artikel lesen):

"US-Geheimdiensttätigkeiten: Wie souverän ist Deutschland?
Die Recherchen zum geheimen Krieg der USA zeigen: Auf deutschem Boden existieren offenkundig zwei Staatsgewalten - die deutsche und die amerikanische."
http://www.sueddeutsche.de/politik/us-geheimdiensttaetigkeiten-wie-souveraen-ist-deutschland-1.1820657

"Gysi sprach von "Duckmäusertum" und forderte mehr Mumm: "Deutschland ist erst dann souverän, wenn es Herrn Snowden anhört, schützt, ihm Asyl gewährt und seinen sicheren Aufenthalt organisiert."
http://www.sueddeutsche.de/news/politik/geheimdienste-merkel-fordert-aufklaerung-der-us-spaehaffaere-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-131117-99-04020

"Über 35000 GI's sind noch in der Bundesrepublik stationiert. Deutschland ist somit - nach Afghanistan - der größte US-Stützpunkt außerhalb der USA."
http://www.sueddeutsche.de/politik/historiker-josef-foschepoth-im-gespraech-deutschland-wird-angriffsziel-der-us-dienste-bleiben-1.2043053

ophir, 10.02.2016 20:21
So, "Sie" setzen die Werbung einer Bundesinstitution mit rechter Hetze gleich?

Ihr "Statement" bedarf wohl einer rechtsstaalichen Klärung ...

Da Bundeswehr = rechtspopulistisch --- von Ihnen postuliert wurde ...

Florian S., 10.02.2016 12:20
So, und jetzt bitte auch diese unsägliche Bundeswehr-Werbung mit ihren dünnen Slogans auf den Bahnsteigen verbieten. Wir brauchen weder rechtspopulistische, noch militarisierende Hetze.

hajomueller, 10.02.2016 10:48
An einer Stelle würde ich Xavier Naidoo nicht widersprechen. Deutschland ist kein freies Land. Bevor mir da einer widerspricht, sollte er einige Verträge zwischen der USA und Deutschland auf den Tisch legen, die den Amerikanern in Deutschland Dinge erlaubt, die der Bundesrepublik im Amerika nie und nimmer erlaubt wären. Wird ihm allerdings nicht gelingen. Diese Verträge sind noch geheimer, wie die über TTIP. Sollte diese Aussage zufällig mit der des Kopp Verlages deckungsgleich sein, so bleibe ich trotzdem bei der Aussage. Und sollte jetzt einer meinen, daraus eine Querfront konstruieren zu müssen, so liegt er genauso daneben, wie der Kopp Verlag mit seinem Weltbild.

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