S-VM 2021

Von Susanne Stiefel (Interview)

Winfried Hermann (61) ist wohl der berühmteste Verkehrsminister, aber für viele auch der berüchtigtste. Prügel bezieht er von allen Seiten, von der Bahn, von der SPD, von der Opposition und den Gegnern des Tiefbahnhofs sowieso. Ihnen gilt er wahlweise als altlinker Schienen-Fundi oder Verräter. Bisweilen beschleicht den Grünen das Gefühl, „für jeden Stau“ und jede „nicht gebaute Straße“ verantwortlich zu sein. Trotzdem ist er guten Mutes: Sein Nummernschild hat er schon mal verändert.

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Der S-21-Sprecher schießt wieder

Von Josef-Otto Freudenreich

Friede, Freude, Pustekuchen. Die Bahn bot der "Stuttgarter Zeitung" (StZ) an, wieder "gut miteinander" auszukommen, das Blatt nahm gerne an, und schon war der Streit vor dem Stuttgarter Oberlandesgericht (OLG) geschlichtet. Keine Kabbelei mehr um die Frage, ob das Bahnprojekt Stuttgart 21 erst im Jahr 2022 oder bereits 2021 fertig wird. Bis Projektsprecher Wolfgang Dietrich kam und wieder querschoss.

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Zwei Zeitungen im Brustring

Von Bruno Bienzle

Selbst die Kanzlerin musste ran, als Stuttgarter Medien vergangenen Freitag die Aktion "Jetzt Weiß-Rot!" starteten. Die Idee: Rückenwind für den VfB im Kampf ums Überleben in der Bundesliga. Vor jedem der letzten fünf Spieltage – so die Ankündigung – wollen "Stuttgarter Zeitung", "Stuttgarter Nachrichten", die Hörfunksender Antenne 1, Big FM und Die neue 107,7 Unterstützung für Schwabens Fußballstolz mobilisieren. Doch schon der zum Auftakt geplante weiß-rote Freitag floppte.

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"Der Flughafen müsste uns auf Knien danken"

Von Jürgen Lessat

Vor Kurzem noch forderte er eine zweite Start- und Landebahn, Kostenpunkt mindestens 600 Millionen Euro, weil angeblich immer mehr Menschen in die Luft gehen. Doch jetzt fehlen dem Stuttgarter Airport Flieger und Fluggäste: Flughafenchef Georg Fundel ist unsanft auf dem Boden der Tatsachen gelandet – der Traum vom grenzenlosen Wachstum ausgeträumt. Wie kaum ein anderer verkörpert Fundel den Größenwahn, mit dem prestigebehaftete Infrastrukturprojekte hierzulande meist in den Sand gesetzt werden.

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Geht's nicht eine Nummer kleiner?

Von Johanna Henkel-Waidhofer

Brigitte Lösch, der Landtagsvizepräsidentin, Uli Sckerl, dem Geschäftsführer der Grünen-Fraktion, und sogar der Amtsspitze des Staatsministeriums ist eines gemeinsam: Vom Justizministerium begehrten sie Auskunft, ob bei den Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft rund um den Schwarzen Donnerstag alles mit rechten Dingen zugeht. Für CDU und FDP Grund genug, den Fragestellern "massive Einflussnahme auf die Strafjustiz" vorzuwerfen.

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SS-Fans ohne Kranzabwurfstelle

Von Ralf Garmatter

Erfolg! Die SS-Gedenksteine auf dem Anwesen der Götzenburg in Jagsthausen, dem Wohnsitz von Altbundespräsident Roman Herzog, sind weg (Kontext berichtete).

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Kind des Genozids

Von Johanna Wild

Drei Jahre war Betty Ndayisaba alt, als 1994 der Genozid in Ruanda ausbrach. Der Tag für ihre Ermordung stand bereits fest. Sie kam davon, verlor ihre Eltern, ihren Bruder und die Annehmlichkeiten eines gehobenen Mittelschichtlebens. Heute ist Ndayisaba Anfang zwanzig. Was macht eine solche Geschichte mit einer jungen Frau?

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Kein-Plan-Wirtschaft

Von Johanna Henkel-Waidhofer

Große Unterrichtsreformen finden nur alle zehn, zwölf Jahre statt. Es ist eine große Chance für eine Landesregierung, die Weichen in allen Schulen neu zu stellen. Fortüne, sagt der Ministerpräsident, gehöre dazu, um diese Möglichkeit zu bekommen. Doch jede Menge Dilettantismus beweisen die, die sie verspielen. Dazu zählt auch Kultusminister Andreas Stoch (SPD).

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Ostermarsch? Ostern, marsch, marsch!

Fotos: Joachim E. Röttgers

"Bitte unterstützt den Aufruf zum Ostermarsch 2014! Sagt Nein zu Krieg!" – fast schon verzweifelt klingt die Bitte, die das Friedensnetz Baden-Württemberg auf seiner Homepage eingestellt hat. Die Ostermärsche, im Jahr 1960 erstmals in der Bundesrepublik gegen atomare Bewaffnung in Ost und West veranstaltet, verlieren seit Jahren an Zulauf. Stattdessen gehen die Menschen während der Osterfeiertage lieber "zum Vergnügen" ins Freie – auch wenn stadtnahe Parks und Grünanlagen den Ansturm der Freizeitbürger kaum noch bewältigen können, wie die Kontext-Fotografen Joachim E. Röttgers und Martin Storz im Stuttgarter Schlossgarten dokumentierten.

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