KONTEXT Aktuelles:
Heinrich Steinfest für Deutschen Buchpreis nominiert

Fr., 12.9.14: Kontext-Gastautor Heinrich Steinfest ist mit seinem Roman "Der Allesforscher" als einer von sechs Autoren für den Deutschen Buchpreis nominiert. Die Literaturauszeichnung wird am 6. Oktober vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels verliehen, mittlerweile zum zehnten Mal. Insgesamt hatten 101 Verlage 167 Romane eingereicht. Heinrich Steinfest beschreibt in seinem Buch das Leben des Managers Sixten Braun. Der findet unverhofft eine Familie und wird - nach der Explosion eines Wals mitten auf einer taiwanesischen Straße und einem knapp überlebten Flugzeugabsturz - Bademeister im Stuttgarter Mineralbad Berg.
Die Kontext-Redaktion gratuliert!

Mehr Steinfest gibt es unter
"Rasende Literaten"
"Im Silberwal"
"Heinrich und die Ente Einauge"


SS-Massaker: Blamage für Landesjustizminister

Do., 11.9.14: Das SS-Massaker in dem toskanischen Bergdorf Sant'Anna di Stazzema bringt Rainer Stickelberger (SPD) erneut in die Kritik. Wie Kontext erfuhr, hat der Justizminister von Baden-Württemberg noch im Juli dieses Jahres die umstrittene Entscheidung des Stuttgarter Oberstaatsanwalts Bernhard Häußler verteidigt, gegen die beschuldigten ehemaligen SS-Männer keine Anklage zu erheben. Nur drei Wochen später hat das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe in einem Klageerzwingungsverfahren entschieden, dass der letzte dafür noch in Frage kommende Mann, Gerhard Sommer aus Hamburg, vor ein Gericht gestellt werden muss.

In dem Schreiben an Eberhard Frasch von der Anstifter-Initiative Sant'Anna hat Stickelberger erklärt, es sei nicht möglich gewesen, "gegen einen der Beschuldigten einen Tatverdacht zu konkretisieren". Das OLG dagegen kam zu der vorläufigen Bewertung, dass eine Verurteilung wegen gemeinschaftlich begangenen Mordes oder wegen Beihilfe zum Mord zu erwarten sei. Außerdem haben Stickelberger und Häußler behauptet, die Verurteilung von Sommer in Italien basierte "im Wesentlichen auf einer pauschalen Schuldfeststellung". Auch dieses Argument wies das OLG als unzutreffend zurück.

Die Anstifter wollen dem Justizminister nun am Freitag, den 12. September, im Rahmen einer Mahnwache vor dem Ministerium auf dem Schillerplatz ein Protestschreiben überreichen (Beginn: 12:30 Uhr). Sie hoffen, dass sich Stickelberger ihrer Kritik persönlich stellt.

Der KONTEXT-Beitrag über die Sant-Anna-Entscheidung des OLG Karlsruhe:

Ohrfeige für Ankläger


Brüssel gegen Bürgerbeteiligung

Do., 11.9.14: Die Europäische Kommission hat heute die Registrierung der Europäischen Bürgeriniative (EBI) gegen die Freihandelsabkommen TTIP und CETA mit einer fadenscheinigen Begründung abgelehnt. Vorgeschoben wurden rein formelle Bedenken, die juristisch mehr als fragwürdig sind.

Mit einem solchen Vorgehen fördert die EU-Kommission die Poltikverdrossenheit in Europa und das Misstrauen vieler Bürger gegen Brüssel, kritisieren die Initiatoren der Bürgerinitiative. Und versprechen: "Wir werden uns weiter einmischen. Unseren Widerstand gegen TTIP und CETA können sie damit nicht aufhalten!"


Razavi: nicht mehr alleine im Grontmij-Beirat

Mi., 10.9.14: Nicole Razavi, verkehrspolitische Sprecherin der Stuttgarter Landtags-CDU, hat gleichgesinnte Gesellschaft bekommen - im deutschen Council des holländischen Grontmij-Konzerns. Das Gremium, in dem Razavi seit 2012 die Geschäftsführung berät, ergänzt laut www.abgeordnetenwatch.de Ex-CDU-Hoffnungsträger David McAllister. "Unbemerkt von der Öffentlichkeit hat Niedersachsens Ministerpräsident a.D. zuletzt ein neues Betätigungsfeld gefunden: in der Baubranche", so die Lobbykritiker.

Außer im Grontmij-Beirat verdingt sich McAllister, der als CDU-Spitzenkandidat bei der Europawahl kläglich scheiterte und heute als einfacher EVP-Abgeordneter im Europaparlament sitzt, für die Matthäi Verwaltungs GmbH (Vergütung: 1.000 bis 5.000 Euro/Monat). Die Verdener Matthäi-Gruppe ist u.a. im Straßen- und Wasserbau sowie bei Flughafen- und Hafeninfrastruktur tätig und auch Auftragnehmerin bei öffentlichen Bauprojekten.

Kontext-Recherchen nach ist die deutsche Grontmij-Tochter Hauptauftragnehmerin für Projektplanung und Bauüberwachung beim Bahnprojekt Stuttgart 21. Die Frankfurter Niederlassung verantwortet die baukonstruktiven Planungen des Tiefbahnhoftrogs und dessen Zulauftunnel. Die Geislinger CDU-Landtagsabgeordnete Razavi gilt als vehemente S-21-Befürworterin, was ihr als Grontmij-Beirätin Filzvorwürfe einbrachte.

Der KONTEXT-Beitrag über Razavis Beirat-Engagement:
Neuer Filz bei Stuttgart 21?


Rätsel um Rostbrühe: keine Ermittlungen

Di., 9.9.2014: Was fließt in den blauen Rohren von Stuttgart 21? Sauberes Nass in Trinkwasserqualität, wie die Bahn in Werbebroschüren behauptet, oder giftige Rostbrühe, wie sie aus einem umgerissenen Rohr am 24. Juni auslief? Der Stuttgarter Staatsanwaltschaft (StA) scheint das egal zu sein. Nach einer Strafanzeige wegen Umweltgefährdung gegen Bahn, Wasserbaufirma und Stuttgarts Umweltbürgermeister, die nach dem "Rostrohrbruch" einging, will die Behörde nicht ermitteln: "Bloße Vermutungen, der Eisengehalt im Wasser sei doch höher, rechtfertigen nicht die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens", entschied sie Mitte Juli. 

Pikant: wenige Tage später reichten die projektkritischen "Ingenieure 22" Anfang August ebenfalls eine Strafanzeige wegen des Rostwassers in den blauen Rohren gegen die gleichen Verantwortlichen ein - zusammen mit umfangreichen Begründungen und Beweismaterialien. "Diese Anzeige befindet sich derzeit noch in der Vorprüfung", so die StA-Sprecherin heute auf Kontext-Nachfrage.


Reicherter als Redner

Sa., 30.8.2014: Dieter Reicherter, Richter a.D., berichtet seit nunmehr elf Wochen kontinuierlich in Kontext über den Wasserwerfer-Prozess am Stuttgarter Landgericht, wo er selber bis 2010 einer Großen Strafkammer vorsaß. Kommenden Montag, ab 18 Uhr, ist Reicherter auf dem Schlossplatz einer der Redner bei der 236. Montags-Demo gegen Stuttgart 21. Thema: natürlich der Wasserwerfer-Prozess.
Hier sein Bericht aus der aktuellen Ausgabe:
www.kontextwochenzeitung.de/politik/178/den-joystick-druecken-und-schweigen-2392.html


Lassen Sie sich einfach erinnern!

Mi., 27.8.2014: Es ist wieder Mittwoch und eine neue Kontext-Ausgabe ist online. Mit unserem neuen Service "Kontext per Email" können Sie sich automatisch erinnern lassen: Jeden Mittwoch gegen 9 Uhr erhalten Sie dann ein Email mit der Übersicht über die neuen Themen. Einfach nebenan die Emailadresse eingeben,  bestätigen und schon sind Sie dabei!


Vier Jahre Abriss Nordflügel

Mo., 25.8.2014: Heute vor vier Jahren just um diese Zeit begann der Abriss des Nordflügels des denkmalgeschützten Stuttgarter Hauptbahnhofs. Zwei Kilometer weiter, im Innenhof des Alten Schlosses, eröffnete zeitgleich der davon nicht informierte OB Wolfgang Schuster (CDU) dennoch leutselig das Weindorf. Was seither passiert ist? Auf der "Bau"stelle außer Zerstörung nahezu nichts. Und ansonsten wird diese Woche wieder das Weindorf eröffnet, nur halt von einem Grünen OB.
Dazu ein Lesestück aus dem Archiv, das mancherlei gut erklärt über "die seelenlose Stadt".

http://www.kontextwochenzeitung.de/gesellschaft/160/seelenlose-stadt-2150.html

 


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Tabus sturmreif schießen

Von Gastautor Stephan Hebel

Es ist wieder so weit. 75 Jahre nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs macht sich Deutschland auf in eine ökonomisch getriebene Interessenpolitik. Doch wer widersetzt sich dieser "Normalisierung" und stellt die richtigen Fragen. Zum Beispiel an die Abgeordneten im Bundestag: Wisst ihr, was ihr tut?

23 Kommentare

"Und nachts haben wir am meisten Angst"

Von Stefanie Järkel

Der Bundesrat entscheidet am 19. September erneut über eine Änderung des Asylrechts. Länder mit grüner und linker Regierung verweigern bisher die Zustimmung. Wie es sich anfühlt, in ständiger Furcht vor der Abschiebung zu leben, zeigt die Geschichte der Roma-Familie Berisha.

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Akzeptanzkiller

Von Johanna Henkel-Waidhofer

Die gute Nachricht zuerst: Bürger und Bürgerinnen wollen sich einmischen, mitdiskutieren und -entscheiden. Direkte Demokratie steht in hohem Ansehen in der Republik. Die schlechte: Nicht nur gewählte Politiker und Entscheider in der Verwaltung sitzen im Bremserhäuschen, auch Protestbewegungen sind skeptisch.

8 Kommentare

Im Augenschein des Feldherrnhügels

Von Jürgen Bartle und Dieter Reicherter

Der Wasserwerfer-Prozess vor dem Stuttgarter Landgericht hält immer mal wieder Überraschungen parat. Verhandlungstag Nummer 15 bot bisher die meisten.

19 Kommentare

Ganz schnell weg

Von Josef-Otto Freudenreich

Die "Eßlinger Zeitung" braucht einen neuen Chefredakteur. Der alte, Alexander Marinos, hat nach nur einem halben Jahr das Handtuch geworfen. Er soll vorgehabt haben, den Esslinger Oberbürgermeister Jürgen Zieger zu kritisieren. Das geht natürlich nicht.

6 Kommentare

Zwei Schritt vor, einer zurück

Von Oliver Stenzel

Vor über drei Jahren wurde der Abriss des Hotel Silber, der ehemaligen Stuttgarter Gestapozentrale, endgültig abgeblasen und die Einrichtung eines Lern- und Gedenkorts zur NS-Zeit beschlossen. Erreicht wurde dies vor allem durch die Arbeit einer Bürgerinitiative, die dennoch immer wieder darum kämpfen muss, bei der Konzeption und Nutzung des Ortes berücksichtigt zu werden - die Vorstellungen der verschiedenen Akteure gehen zuweilen weit auseinander.

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Erschießen oder köpfen?

Von Roger Repplinger

Lesen Sie im zweiten und abschließenden Teil der Geschichte über die acht Eisenbahner aus Dijon, die am 17. April 1944 im Lichthof des Justizgebäudes in der Stuttgarter Urbanstraße geköpft wurden, wer die Widerstandskämpfer an die Gestapo verraten hat und welches Auskommen ein Henker im NS-Regime hatte.

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Einladung zur Lesung

Von unserer Redaktion

Das neue Kontext-Buch "Der König weint" wird am 25. September im Rahmen einer Lesung offiziell vorgestellt. Kontext-Leser sind herzlich dazu eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Der Ökodiktator

Von Peter Unfried (Text) und Björn Dermann (Illustrationen)

Er ist wieder da - der Ökodiktator und seine rotgrüne Bande. In dieser Folge unseres Politkcomics wandern die Protagonisten nicht durch den Laizer Wald, sondern kabbeln sich in ihrer Wohngemeinschaft im Stuttgarter Heusteigviertel. Denn der der angestrebte grüne Imagewechsel von der Verbots- zur Freiheitspartei hat verheerende Folgen für die Regierungs-WG.

2 Kommentare

Letzte Kommentare:

Ausgabe 180 / Im Augenschein des Feldherrnhügels / Normalbürger, 15.09.2014 18:04
@ Wolle.Gähn.

Ausgabe 168 / Kinderhölle Korntal / Meg, 15.09.2014 17:04
Ich verstehe das Zitat des Mattäus-Evangeliums von Almuth Wessel nicht so recht - warum sind Schafsböcke denn so verdammenswert? Die haben doch keinem was getan und ohne sie gäbe es auch keine kleinen süßen Schäfchen mehr.

Ausgabe 164 / Bratzler soll's bringen / Hardy Prothmann, 15.09.2014 16:30
Wir haben heute zu Herrn Bratzler berichtet:http://www.rheinneckarblog.de/15/zur-sache-npd-sprech-zur-hauptsendezeit-im-swr/50022.html

Ausgabe 180 / Tabus sturmreif schießen / Gaigeler, 15.09.2014 14:11
@Doris Wer so auf Korrektheit wert legt, dem sei gesagt: Die Mujaheddin sind Afgahnen und haben um Ihre Heimat gekämpft. Die Herrschaften von der Al Kaida sind Araber, die als islamisch geprägte Söldner ihrem Anführer Osama bin Laden...

Ausgabe 180 / Tabus sturmreif schießen / Hasan, 15.09.2014 12:25
Ich muß Doris volkommen Recht geben, wo waren denn die ach so menschenfrundlichen westlichen Regierungen als die KurdenInnen jahrzehntelang von z.B. der Türkei, dem Irak oder Syrien unterdrückt, verfolgt, gefoltert und umgebracht...

Ausgabe 180 / Im Augenschein des Feldherrnhügels / Wolle, 15.09.2014 07:00
@dichtbertKomisch, dass von den Gegnern immer genau das wiedergegeben wird, was auf der Mobtagsbühne von den Anführern gepredigt wird. Finden diese Montagsdemonstrationen eigentlich noch statt?

Ausgabe 180 / Der Ökodiktator / Erwin Schellenberger, 14.09.2014 14:15
Doa hedd jezd au oi Bildle glangd fir des bissle Humor

Ausgabe 180 / Akzeptanzkiller / Hans-Peter Piepho, 14.09.2014 10:08
Kommentar am Rande: Diese Studien werden also von Bertelsmann und Breuninger-Stiftung finanziert. Welche Interessen verfolgen diese Stiftungen eigentlich, deren Kapital aus den Taschen der Superreichen dieses Landes stammt und deren...

Ausgabe 180 / Im Augenschein des Feldherrnhügels / dichtbert, 14.09.2014 08:49
@Wolle, 12.09.2014 17:36 - Das was Sie und Ihre Lohnschreiberkollegen niemals begreifen werden: wir S21 Gegner haben keinen Anführer und wir brauchen keinen Anführer. Das passt nun weder in Ihr Weltbild noch in das Weltbild dieser...

Ausgabe 180 / Ganz schnell weg / Ulrich Frank, 13.09.2014 20:22
Die Beleuchtung der Hintergründe der Medien und der dazugehörigen Personalien durch kontext-Autoren ist auf jeden Fall von stetigem Interesse und verdienstvoll. - Markus Bleistein, hier genannt als ehemaliger Vizesprecher von Herrn...

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