KONTEXT Aktuelles:
Kretschmann: "Alles Menschenmögliche getan"

Mi., 30.7.2014: Update zu "Das Zahnfleisch vom Knochen geschossen"

Heute als Zeuge im Wasserwerfer-Prozess: Werner B., 72, der vom Wasserstrahl im Gesicht getroffen wurde, aber zum Glück keine bleibenden Schäden erlitten hat; er stand 30 Meter abseits vom Geschehen allein mit seinem Fahrrad auf einer Wiese, als er „ohne jede Vorwarnung“ angegriffen wurde. Zuvor hatte der Ingenieur den ebenfalls dort den Polizeieinsatz beobachtenden Winfried Kretschmann angesprochen und aufgefordert, endlich etwas zu unternehmen. Der damalige Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag und heutige Ministerpräsident habe geantwortet, er habe „schon alles Menschenmögliche unternommen“. Unter anderem habe er den damaligen Innenminister Rech auf dem Handy angerufen und den Abbruch des Einsatzes gefordert. Rech habe ihm geantwortet, es sei alles rechtmäßig und werde fortgesetzt.


Wasserwerfer-Artikel lässt sich wieder öffnen

Mi., 30.7.2014: Einige Zeit während der Nacht hat sich der Artikel "Das Zahnfleisch vom Knochen geschossen" nicht öffnen lassen. Wir forschen noch nach den Gründen. Aber Hauptsache ist: Jetzt tut's wieder!


Korntal heute im SWR

Die., 29.7.2014: Nicht nur die neue Kontext-Ausgabe beschäftigt sich mit der Aufarbeitung der Korntaler Heimgeschichte. Auch das SWR-Fernsehen blickt nach Korntal: Heute um 21.45 Uhr in der Landesschau aktuell geht es um die neu gegründete Opferhilfe vor Ort. Engagierte Bürger aus der Zivilgesellschaft wollen ehemalige Heimkindern der Evangelischen Brüdergemeinde unterstützen. Vergangene Woche berichteten vier Männer und eine Frau von ihrem Heim-Martyrium in den 60er Jahren und den Folgen für ihr Leben.

Außerdem hat das Fernsehteam das ehemalige Heimkind Detlev Zander, der die Evangelische Brüdergemeinde auf Schmerzensgeld verklagen will, durch Korntal begleitet. Der Film wird morgen in der „Landesschau“ ab 18.45 Uhr zu sehen sein.


Wasserwerfer-Beamte wollen Aussage verweigern

Die., 29.7.2014: Von zehn als Zeugen in den Stuttgarter Wasserwerfer-Prozess geladenen Angehörigen der Biberacher Wasserwerfer-Staffel wollen acht nicht aussagen. Sie haben beantragt, von ihrem Auskunftsverweigerungsrecht Gebrauch machen zu dürfen. Aus Angst, sich bei einer wahrheitsgemäßen Aussage selbst belasten zu müssen. Über ihren Antrag, daher vom Erscheinen befreit zu werden, hat das Gericht noch nicht entschieden. Die beiden Beamten, die aussagen wollen, müssen sich solche Sorgen nicht machen. Sie sind bereits rechtskräftig verurteilt, zu jeweils sieben Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung sowie 6000 und 4000 Euro Geldauflage. Noch Schlimmeres kann ihnen nicht mehr passieren.
Mehr dazu ab Mitternacht in der neuen Ausgabe.


Schorlau und Steinfest Kopf an Kopf

Sa., 26.7.2014: In unserem Autotest der etwas anderen Art in der aktuellen Ausgabe liefern sich die beiden Schriftsteller ein Kopf-an-Kopf-Rennen in der Publikumsgunst. Zur Stunde hat Heinrich Steinfests Text "Im Silberwal" knapp mehr Leser gefunden als Wolfgang Schorlaus "Niemand dreht sich um". Vorn bei den Klickzahlen liegt aber Ingo Lazis Film über die Testfahrt der "Rasenden Literaten".


Reizgas im Wasserwerfer?

Do., 24.7.2014: Hatten die Wasserwerfer am "Schwarzen Donnerstag" doch Reizgas beigemischt? Ein bemerkenswerter Kommentar zum Prozessbericht in der aktuellen Ausgabe lässt einiges erahnen. Der Schreiber war auf eigene Initiative hin als Notarzt im Schlossgarten.
www.kontextwochenzeitung.de/gesellschaft/173/aufpassen-auf-die-laterne


Schöffe im WaWe-Prozess ausgetauscht

Di., 22.7.2014: Im Wasserwerfer-Prozess am Landgericht Stuttgart ist ein weiterer Schöffe ausgetauscht worden. Wie die Vorsitzende Richterin Manuela Haußmann mitteilte, bestehe "begründete Besorgnis der Befangenheit". Der Schöffe soll sich nach Kontext-Information abfällig über verletzte Opfer der Schlossgarten-Räumung am "Schwarzen Donnerstag" geäußert haben.


Exklusiv: Befangenheitsantrag im Wasserwerfer-Prozess

Mo., 21.7.2014. Im Wasserwerfer-Prozess vor dem Stuttgarter Landgericht gibt es erneut einen Befangenheitsantrag gegen einen Schöffen, diesmal gegen Schöffe Reinhold B.. Der ehemalige Berufsschullehrer soll am vergangenen Freitag nach Ende der Verhandlung auf den Anwalt des Nebenklägers Dietrich Wagner zugegangen sein und diesem unaufgefordert seine Ansichten über die Vorgänge am "Schwarzen Donnerstag" mitgeteilt haben. Unter anderem soll B. gesagt haben, wer sich in Gefahr begebe, müsse sich nicht wundern, wenn es nicht gut gehe. 
Nebenkläger Wagner wurde am "Schwarzen Donnerstag" durch den Wasserwerfer-Einsatz schwer verletzt und verlor fast sein gesamtes Augenlicht. Wagners Bild mit den blutenden Augen ging um die Welt.
Weiter verhandelt wird morgen (22.7., ab 9 Uhr) bis zur Prüfung des Ablehnungsantrags anstelle von Reinhold B. mit dem letzten verbliebenen Ersatzschöffen. Schon vor Prozessbeginn war eine Schöffin auf Antrag der Staatsanwaltschaft und eines Verteidigers abgelehnt worden.
Aktueller Kontext-Bericht zum Prozess: Video-Schocker vom Wasserwerfer


"Schwarzer Donnerstag": Polizeipräsident a.D. unter Verdacht

Fr., 18.07.2014: Staatsanwaltschaft Stuttgart leitet Ermittlungsverfahren gegen Stuttgarts Polizeipräsident a.D. Siegfried Stumpf ein. Tatverdacht: fahrlässige Körperverletzung im Amt. Stumpf soll als Einsatzleiter während der Räumung des Schlossgartens am Nachmittag des 30.9.2010 nicht eingeschritten sein, als Wasserwerfer gezielte Wasserstöße in Kopfhöhe auf Demonstranten abgaben. Derzeit stehen zwei Polizisten wegen ähnlicher Vorwürfe vor dem Landgericht. Bei der brutalen Räumaktion für das Bahnprojekt Stuttgart 21 wurden Hunderte Demonstranten verletzt.
siehe: Wasserwerferprozess, 2. U-Ausschuss Schwarzer Donnerstag


Die schnellste Bürgerinitiative Deutschlands

Der kleine Ort Gruibingen am Rande des maroden Albaufstiegs ist seit vielen Jahren verkehrsgeplagt. Hunderte Stau- und Autobahnflüchtlinge schieben sich Woche für Woche durch das Dorf. Kürzlich ist den Gruibingern kollektiv der Kragen geplatzt. Das "Aktionsbündnis Gegenverkehr" servierte den Verkehrsverantwortlichen und Autobahnflüchtlingen mit Traktoren, Liegestühlen und einer Ziegenherde eine saftige Antwort auf nicht abreißen wollende Blechlawinen. Und sie hatte Erfolg! Eine Fotoreportage über die Gemeinde mit der wohl schnellsten Bürgerinitiative Deutschlands. Ab 00:00 Uhr hier online. (15.07.2014)


Der Sparkassen-Schneider wird sich grämen

Bei der Biberacher Landratswahl hat sein Kandidat knapp verloren. Matthias Frankenberg (CDU) unterlag dem parteilosen Amtsinhaber Heiko Schmid mit 27 zu 31 Stimmen im dritten Wahlgang. Wie Kontext in dieser Ausgabe berichtet, hat sich Peter Schneider, schwarzer Ex-Landrat und Chef des Sparkassenverbandes, mächtig für Frankenberg ins Zeug gelegt. Knapp daneben ist eben auch daneben. Unseren Artikel zum Thema lesen Sie hier. (11.07.2014)


Gangolf Stocker und Peter Grohmann

Den S-21-Proteststrategen Stocker verfolgt die Stuttgarter Staatsanwaltschaft seit Jahren. Grohmann den Vater der „Anstifter“ lässt sie links liegen, obwohl er Morddrohungen erhalten hat. Grohmann hatte sich in Kontext für ein multikulturelles Schulfest ausgesprochen. Mehr dazu hier.


China meets Kontext

Acht Journalistinnen und Journalisten aus dem Reich der Mitte waren heute bei Kontext zu Gast. Auf Einladung der Robert-Bosch-Stiftung halten sie sich derzeit in Deutschland auf. Ihr Interesse gilt dem spendenfinanzierten Journalismus und damit Kontext, als einem der Pioniere. Wer gleich geschaltete Positionen erwartet hatte, wurde enttäuscht. Mit ihren kritischen Fragen („Sind Sie schon einmal verklagt worden?“, „Gab es Druck von der Politik?“) verwickelten sie Kontext-Redakteurin Susanne Stiefel in eine lebendig-lange Diskussion und brachten damit ihren gemeinsamen Fußballtermin (Deutschland-Frankreich) in Gefahr. Zum Schluss wünschten sie dem „idealistischen Projekt“ alles Gute.


Der König weint

Unser erstes Crowdfunding ist am Montag erfolgreich zu Ende gegangen. Zur Finanzierung des nächsten Kontext-Buches "Der König weint" kamen 6523 Euro zusammen.
Wir sagen ein herzliches Dankeschön an 169 Unterstützer!
Das Buch wird in der letzten Juli-Woche erscheinen. Kampagne bei Startnext


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Die Brüder sprechen – schriftlich

Von Susanne Stiefel

Die ehemaligen Heimkinder der Evangelischen Brüdergemeinde in Korntal sprechen von einem Skandal, die Beschuldigten hüllen sich lieber in Schweigen. Kontext hat seit Wochen versucht, die Brüder zu einem Interview zu bewegen. Ohne Erfolg. Jetzt reden sie – schriftlich.

13 Kommentare

Scientologen zerstritten

Von Manfred Landner

Die Scientologen (SO) stecken in Deutschland in der Krise. Der Organisation fehlen Geld und Unterstützer, sagen Kritiker. Hinter den Kulissen wurde offenbar heftig über den Standort des hiesigen Hauptquartiers gestritten. Die Entscheidung fiel für Berlin, gegen Stuttgart.

3 Kommentare

Langer Atem im Sattel

Von Jürgen Lessat

Die Teilnehmer des Pacemakers-Radmarathons treten als Schrittmacher für eine atomwaffenfreie Welt an. Am kommenden Samstag startet im badischen Bretten die 10. Auflage der mehr als 340 Kilometer langen Demo auf Rennrädern.

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Finger an der Hosennaht

Von Max Fastus

Die Erziehung zum Krieg musste früh beginnen. Prügelnde Lehrer, paramilitärische Turner und die preußische Propagandamaschine sollten die Jungen zu guten Soldaten machen. Da passte auch der Matrosenanzug des Stuttgarter Kaufmanns Wilhelm Bleyle. Teil XVI unserer Serie "Der Weltkrieg im Südwesten".

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Von der Buhfrau zu Super-Theresia

Von Johanna Henkel-Waidhofer

Vor einem Jahr war Wissenschaftsministerin Theresia Bauer die Buhfrau nicht nur der heimischen Musikszene. Jetzt liegen ihr Professoren und Rektoren aus der ganzen Republik zu Füßen. In mühevoller Kleinarbeit hat die Grüne bei Finanzminister Nils Schmid (SPD) einen zehnstelligen Betrag für die Hochschulen im Südwesten lockergemacht. Diese Hartnäckigkeit befähigt sie zu Höherem.

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Das Zahnfleisch vom Knochen geschossen

Von Jürgen Bartle und Dieter Reicherter

Nach bisher zehn Verhandlungstagen im Wasserwerferprozess vor dem Landgericht Stuttgart, der von Freitag an Sommerpause macht, tritt immer klarer hervor, wie voreingenommen die Staatsanwaltschaft Stuttgart ihre eigenen Ermittlungsergebnisse interpretiert hat. Zeugenaussagen von Verletzten und sogar Polizeivideos klagen viel schärfer an als die Anklagebehörde.

18 Kommentare

Seltsame Ignoranz

Von Josef-Otto Freudenreich

Justizminister Rainer Stickelberger (SPD) hat den Protest jetzt auf dem Schreibtisch. In ihrem Brief fordern Autoren, unter ihnen Felix Huby sowie Theaterhauschef Werner Schretzmeier, dass die Stuttgarter Staatsanwaltschaft endlich in der Sache Grohmann ermittelt. Wie berichtet, hatte der Anstifter nach einer Kontext-Kolumne Morddrohungen erhalten.

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Nazis auf Heidenheimer Art

Von Erich Schmeckenbecher

Woche für Woche gibt das Heidenheimer Naturtheater "The Blues Brothers". Tausende pilgern bis Ende August dorthin und erleben "Neonazis", die deutsche Volkslieder singen. Alle sind begeistert, nur einer nicht: Erich Schmeckenbecher, früher Zupfgeigenhansel.

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Bigi's Kiosk

Von den Freunden des Teilens

Von Johanna Henkel-Waidhofer Fotos: Joachim E. Röttgers

Wer individuelles Teilen als Genuss bewertet, kommt endlich auch in Stuttgart doppelt zum Zug. Dank der "Stadtisten" wird ein Brauch eingeführt am Neckar, der in anderen Weltgegenden jahrzehntealt ist. Die einen bezahlen keinen Kaffee und bekommen einen, die anderen bezahlen zwei, trinken einen.

3 Kommentare
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Letzte Kommentare:

Ausgabe 174 / Das Zahnfleisch vom Knochen geschossen / Rolf Steiner, 31.07.2014 14:08
Für mich bleibt skandalös, wie unsere Demokratie durch solche "Herren" durchlöchert wird und alles nur für sie passend gemacht wird. Wohin führt das - vor allem wenn die Mainstream-Medien in das selbe Horn blasen? Weshalb wohl wird...

Ausgabe 174 / Die Brüder sprechen – schriftlich / Kontext:Redaktion, 31.07.2014 14:00
@ZwischendenZeilenLeser:Anonyme Kommentare - wie die Ihren - haben den Nachteil, dass Sie darin zwar Fragen an die Redaktion richten und uns zu Stellungnahmen auffordern können, wir Ihnen aber gar nicht antworten können, weil Sie halt...

Ausgabe 174 / Nazis auf Heidenheimer Art / Andreas Antoniuk, 31.07.2014 13:16
Als Beteiligter (weil Darsteller in diesem Stück) will ich nicht auf den ganzen Unsinn eingehen, der in dem Artikel geschrieben worden ist. Nur so viel sei gesagt: wie auf dem Bild "Gegendemo" zu erkennen, ist in dieser Szene stets ein...

Ausgabe 174 / Scientologen zerstritten / Jürg Stettler, 31.07.2014 13:00
Es wird ja viel über Scientology berichtet...aber dieser Artikel hat seinen Platz unter den Top 10 der seltsamen (Falsch-)Geschichten dieses Jahres.So spekuliert der Verfassungsschutz Ba-Wü wegen eines angeblichen Gebäudes herum und...

Ausgabe 174 / Die Brüder sprechen – schriftlich / ukh, 31.07.2014 12:58
@ZwischendenZeilenLeser .... auf Ihre Kommentare bezüglich Ulrich Scheuffele möchte ich doch gerne wissen: haben Sie irgend etwas getan, um die Unrechtsfälle in den Kinderheimen der Brüdergemeinde aufzuklären und den Betroffenen zu...

Ausgabe 174 / Von den Freunden des Teilens / Petra Funk, 31.07.2014 12:57
Was ist denn übrigens Repaircafe? Hab ich noch nie gehört.So weit ich weiß ist "fair" gehandeltem Kaffee nicht mehr uneingeschränkt zu trauen, da auch dort die ArbeiterInnen mittlerweile überwiegend ausgebeutet werden! Unterscheidet...

Ausgabe 174 / Von den Freunden des Teilens / Petra Funk, 31.07.2014 12:48
Aus menschlicher Sicht find ich die Idee grundsätzlich toll - da werd ich auch mal "spenden" (danke für die Namen der Cafes). Andrerseits sollte man nicht außer acht lassen, dass dabei wir als "die Gemeinschaft" die Not anderer lindern,...

Ausgabe 174 / Das Zahnfleisch vom Knochen geschossen / Bravo, 31.07.2014 12:33
EuroTanic! Ihrem Kommentar kann ich nur zustimmen!Die extrem radikale Umsetzung der Kapitalinteressen der Wirtschaft/der Konzerne durch unsere egoistischen bürgerlichen Poitiker machts möglich - soweit meine Ergänzung bzw....

Ausgabe 174 / Die Brüder sprechen – schriftlich / Kontext:Redaktion, 31.07.2014 11:48
@ZwischendenZeilenLeser:Woher wollen Sie wissen, welche Kommentare anonym sind und welche nicht? Ihre sind es auf alle Fälle!

Ausgabe 174 / Das Zahnfleisch vom Knochen geschossen / Manne L., 31.07.2014 11:46
Es sind dies dieselben regieführenden HERRschaften, die uns gerade wieder in einen unsäglichen Krieg hineinführen wollen! Und wieder geht es nur um Gewinnmaximierung, um Geld und Profit. Menschen sind da nur ein Hindernis. Tausende...

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