KONTEXT Extra:
Korntal: Opfervertreter verlangen mehr Engagement der Landeskirche

Die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der evangelischen Brüdergemeinde Korntal ist unterbrochen. Die Opfervertreter verlangen einstimmig, dass sich Frank Otfried July endlich entscheidend einbringt. "Wir werden nicht mehr mit den Brüdern sprechen", so Netzwerk-Sprecher Detlev Zander. Jetzt müsse "der Oberhirte, also der Bischof, ran". Im Betroffenen-Netzwerk organisiert, werfen mehr als 300 ehemalige Heimkinder der Brüdergemeinde vor, in den 1950er- bis 1980er-Jahren in deren zwei Einrichtungen sexuell missbraucht, misshandelt und gedemütigt worden zu sein.

Dass mehr Engagement von July gefordert wird, ist nicht neu. Im Sommer 2016 hatte einer der Betroffenen in einem langen Schreiben an den Landesbischof appelliert: "Die Kir¬che ist mit in der Verantwortung und wenn Sie als Oberhirte weiter schweigen, machen Sie sich persönlich schuldig. Die Heimopfer warten auf ein klärendes Wort von Ihnen." Denn die Korntaler Fürsorge habe "einen menschlichen Scherbenhaufen hinterlassen". (20.02.2017)


NSU-Ausschuss will weitere Akten

Der zweite parlamentarische Untersuchungsausschuss zum "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) geht auf die Suche nach zusätzlichen Akten, um dessen Verbindungen nach Baden-Württemberg besser auszuleuchten. Die Abgeordneten meinen, beim Generalbundesanwalt und/oder im Bundesamt für Verfassungsschutz fündig werden zu können. Beauftragt ist Bernd von Heintschel-Heinegg. Der Rechtswissenschaftler war schon für den ersten Ausschuss des Landtags und als Sonderermittler auch für den Bundestag tätig.

Zurückgestellt wurde in diesem Zusammenhang die Ladung von Mike Markus Friedel. Vor allem der NSU-Experte Hajo Funke hatte immer wieder darauf gedrängt, dass der gebürtige Sachse gehört wird. Dessen Name stand auf der sogenannten Garagenliste, die 1998 in Jena sichergestellt, aber erst mit großer zeitlicher Verzögerung detailliert ausgewertet wurde. Vor fast zwanzig Jahren zog er nach Heilbronn. "Markus Friedel war mit 'Erbse' (V-Mann), Torsten Ogertschnig, zusammen im Ländle im Gefängnis", schreibt Funke. Und von Friedel habe "Erbse" seine Kenntnisse über den NSU und Mundlos.

Bei einer Veranstaltung der "Anstifter" im Stuttgarter Kunstverein hat Rainer Nübel, der im ersten Ausschuss als Sachverständiger aufgetreten war, erneut von den Abgeordneten verlangt, sich ernsthafter mit der Anwesenheit ausländischer Geheimdienste am 25. April 2007 in Heilbronn zu befassen. An diesem Tag waren die Polizistin Michèle Kiesewetter ermordet und ihr Kollege Martin Arnold schwer verletzt worden. Der zweite Ausschuss hat bereits mehrere Zeugen vernommen. Jetzt ist ein Bericht beim Bundesnachrichtendienst angefordert.

Die nächste Ausschusssitzung beginnt am Freitag, den 24. Februar, um 9.30 Uhr im Landtag. Zwei Kriminalbeamtinnen sollen Auskünfte über die rechte Szene geben und die Verbindungen des NSU in den Südwesten. Geladen sind außerdem drei Zeuginnen, die Kontakt zu Beate Zschäpe gehabt haben sollen.

Auch die weiteren Sitzungstermine bis zur parlamentarischen Sommerpause sind festgelegt: 20. März, 28. April, 15. Mai, 19. Juni und der 17. Juli 2017.

Mehr zum Thema: "Geheimdienste im Fokus", "Eh-wurscht-Akten" 


WKZ liest mit

Anfang Januar hatte der Waiblinger Lokalhistoriker und Anstifter Ebbe Koegel sich darüber beschwert, dass das Land dem Firmengründer Andreas Stihl eine Kunstmedaille gewidmet hat. "Andreas Stihl war ein überzeugter Nazi, NSDAP-Mitglied seit 1933, seit 1935 SS-Mitglied mit dem Rang eines Hauptsturmführers (seit 1939)", schrieb er an Finanzministerin Edith Sitzmann. Die Waiblinger Kreiszeitung (WKZ) schwieg dazu - bis Kontext den Fall am 25. Januar aufgriff. Nun erschien am 11. Februar ein zweiseitiges Extra mit ausdrücklichem Bezug auf den Kontext-Artikel. Der Redakteur Peter Schwarz zitiert darin aus der 100-seitigen Entnazifizierungsakte. Die beiden Kinder Stihls, der langjährige IHK-Präsident Hans Peter Stihl und seine Schwester Eva Mayr-Stihl wurden befragt. Die Recherche ergibt, wie die WKZ selbst schreibt, ein "außerordentlich schillerndes Bild."

Der Redakteur zitiert mehrere Fremdarbeiter - den Begriff Zwangsarbeiter meidet er - die sich im Verfahren positiv über Stihl geäußert haben. Ein Slowake berichtet, Stihl habe einem Freund geholfen zu fliehen, der sich den Partisanen anschließen wollte. Ein Jugoslawe meinte, der Patriarch habe sich "mit großer Empörung geäußert über die Gemeinheit und den Terror des dritten Reiches", ein Holländer, er habe "gelitten, als er sehen musste, wie schmutzig dieses System war, und konnte doch nicht mehr von demselben weg." Der Betriebsrat sagte dagegen aus, Stihl sei "100 Prozent Nationalsozialist" gewesen, habe "mehrere seiner Lehrlinge zum Eintritt in die SS" bewogen und Regimekritiker als "Eiterbeulen" bezeichnet, denen er "in die Fresse" schlagen wolle. (16.2.2017)


Wüstenjubiläum: Fünf Jahre Parkräumung

Vor genau fünf Jahren, am 14. Februar 2012, räumten rund 2500 Polizeibeamte das Protestcamp der Stuttgart-21-Gegner im Mittleren Schlossgarten. Drei Tage später waren rund 180 teils bis zu 300 Jahre alte Bäume gefällt oder (ein kleiner Teil der jüngeren) verpflanzt, und einer der ehemals schönsten innerstädtischen Parks Deutschlands hatte sich in eine Schlammwüste verwandelt.

Zum fünften Jahrestag der Parkräumung wollen die Parkschützer am heutigen Dienstag daran erinnern, mit einer Versammlung und Kundgebung an der Lusthausruine im Mittleren Schlossgarten um 17 Uhr. Es soll Reden, Musik und Gedichte geben, anschließend einen Demozug durch die Königstraße.

Kontext hat damals mit einer Reportage von der Parkräumung berichtet – und danach immer wieder von der erstaunlich langen Untätigkeit oder auch von Baufortschritt vorgaukelnden Alibi-Arbeiten. (14.2.2017)


Jörg Meuthen weiter an Björn Höckes Seite

Im vergangenen Sommer hatte der AfD-Rechtsaußen Björn Höcke seinen Bundesparteichef als "meinen verehrten Freund" begrüßt. Und Jörg Meuthen rückte sich selbst, auf dem Kyffhäuser-Treffen, zu dem ihn die Ultras geladen hatte, in die Nähe der besonders weit rechts stehenden parteiinternen Gruppierung "Der Flügel": Er wolle gar nicht als liberaler Kopf der Partei bezeichnet werden, sondern er stehe für "ein gemeinsames Wertefundament". Da hatte Höcke gerade alle anderen Parteien in Deutschland für "inhaltlich entartet" erklärt. Der Schulterschluss hält auch aktuell: Meuthen stellt sich gegen den Rausschmiss, den – wie am Montag bekannt wurde – der Bundesvorstand gegen den Thüringer Landes- und Fraktionschef anstrengt.

Nicht zum ersten Mal. Denn Höcke sollte 2015 schon einmal mit einem Verfahren überzogen werden. Da ging es ebenfalls um eine rassistische Rede, um Aussagen wie, man könne "nicht jedes einzelne NPD-Mitglied als extremistisch einstufen" und um den Vorwurf, Höcke schreibe unter Pseudonym für NPD-Publikationen. Meuthen äußerte sich reichlich schwammig, nahm für sich in Anspruch "als erster aus dem Bundesvorstand scharf reagiert zu haben". Zugleich erklärte er allerdings, dass Höckes "Äußerungen ohne weiteres als rassistisch interpretiert werden können – wobei man darüber diskutieren kann, ob sie es tatsächlich sind". Hans-Olaf Henkel, damals noch AfD-Mitglied, konterte unmissverständlich: "Herr Meuthen ist für mich ein klassischer Schattenboxer." Nach außen tue er immer wieder so, als würde er sich gegen den rechtsnationalen Flügel stellen, nach innen agiere er völlig anders. (13.2.2017)


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Stürmische Zeiten für den schlauen Fuchs von "Report Mainz". Foto: ARD, Montage: Kontext

Stürmische Zeiten für den schlauen Fuchs von "Report Mainz". Foto: ARD, Montage: Kontext

Ausgabe 281
Medien

Unter Strom gesetzt

Von Jürgen Lessat
Datum: 17.08.2016
Angriff ist die beste Verteidigung: Der Südwestrundfunk dreht den Spieß um und bezweifelt die Glaubwürdigkeit des Kontext-Artikels ("Böse Böen aus Südwest") über eine Windkraft-Reportage in "Report Mainz". Autor Jürgen Lessat antwortet auf die SWR-Stellungnahme, die am Schluss des Textes verlinkt ist: Noch mehr Kritik ist angezeigt.

Zugegeben, der Vorwurf, dass ausgerechnet eine Vorzeigeredaktion des SWR einseitig und tendenziös berichtet, gar Wahrheitswidriges verbreitet, wiegt schwer. Ich hatte mir – übrigens auf Anregung von Kontext-Lesern – die Dokumentation "Der Kampf um die Windräder" von "Report Mainz" genau angeschaut, in der laut Sender die "Auswüchse der Boomindustrie" aufgezeigt werden. In dem Kontext-Artikel wird die heftige Kritik, die der Beitrag im Netz auslöste, wiedergegeben und beschrieben, zu welchen Ergebnissen ein Faktencheck führte: Sprich, dass einige entscheidende Behauptungen des Films über Windenergie nicht stimmen. Für mich hat "Report Mainz" seither ein veritables Glaubwürdigkeitsproblem. 

Derartige Vorwürfe wollte die "Report Mainz"-Redaktion nicht auf sich sitzen lassen. Zum Kontext-Beitrag verfasste Gottlob Schober, der stellvertretende Chef vom Dienst (CvD), eine ausführliche Stellungnahme. "Der Artikel der Kontext:Wochenzeitung enthält zahlreiche Behauptungen, die so nicht zutreffen", heißt es wörtlich in dem Schreiben. Anhand von zehn Beispielen glaubt der CvD, dies belegen zu können. Sein Fazit: Nicht "Report Mainz" hat ein Glaubwürdigkeitsproblem, sondern der Kontext-Beitrag.

Es blieb nicht der einzige Rechtfertigungsversuch von "Report Mainz". Wenige Tage nach Ausstrahlung des Beitrags wandte sich das SWR-Magazin auf der eigenen Homepage an seine Kundschaft. "Uns haben ausgesprochen viele Zuschriften erreicht – zum Teil mit sehr positiven Reaktionen, zum Teil mit deutlicher Kritik", heißt es zur Begründung. Doch während der Zuspruch erfreut haben dürfte, wird die massive Kritik keinesfalls akzeptiert. Die Vorwürfe, "statt solider recherchierter Fakten nur auf die Tränendrüse gedrückt" oder "beliebig absurde und falsche Argumente aneinandergereiht" zu haben, weist die Redaktion auf ihrer Internetseite "entschieden zurück".

Windräder drehen sich langsam und brummen bedrohlich

Tatsächlich bietet die halbstündige Reportage noch weitaus mehr Kritikpunkte, auch leisteten sich die Autoren Achim Reinhardt und Claudia Butter noch mehr Fehler, als in "Böse Böen aus Südwest" beschrieben ist. Unerwähnt blieb beispielsweise, wie die SWR-Autoren die Meinung der Zuschauer zur Windenergie zu manipulieren versuchen. So beginnt der Film mit Aufnahmen einer Familie, die durch ostfriesisches Heideland spaziert. Im Hintergrund drehen sich langsam Windräder. Nur: Der Ton im Film passt nicht zur Szenerie. Zu hören ist ein bedrohliches Brummen, das von einer schnell drehenden Turbine stammt und aus nächster Nähe eines Windrades aufgenommen sein muss. Wenig später wird das Ehepaar in freier Landschaft befragt, outet sich als erklärte Windkraftgegner. Und wieder drehen sich Windräder in rund 100 Meter Entfernung im Rücken der Interviewten. Doch diesmal ist außer Stimmen nichts zu hören. Für das "Report Mainz"-Mikrofon bleiben die Rotoren unhörbar. Doch die subtile Angstmache zieht sich durch den gesamten Film: An mehreren weiteren Stellen ist das bedrohliche Brummen (de)platziert.

Der umstrittene Beitrag, exklusiv im Ersten. Screenshot
Der umstrittene Beitrag, exklusiv im Ersten. Screenshot

Ausgespart blieb auch, wie die "Report Mainz"-Autoren am Beispiel einer alleinerziehenden Mutter sozialpolitische Defizite unserer Gesellschaft zu einem energiepolitischen Skandal ummünzen – und dabei mit falschen Zahlen und Zusammenhängen hantieren. "Die Quittung für die Energiewende bekommt sie jeden Monat mit der Stromrechnung – und die wird immer höher", heißt es im Film über die prekäre Situation der Protagonistin. Behauptet wird, dass die Geringverdienerin, die mit ihren beiden Söhnen von knapp 1000 Euro im Monat leben muss, Strom spart, wo es nur geht. Dass sie weder Spülmaschine noch Trockner hat. "Trotzdem ist ihre Rechnung seit 2008 auf mehr als das Doppelte gestiegen – auf rund 90 Euro im Monat. Weil sie die nicht mehr bezahlen kann, droht ihr jetzt die Stromsperre", behauptet der Film. Was aber nicht stimmen kann. Seit 2008 bis heute sind die Strompreise in Deutschland laut Statistischem Bundesamt um rund 30 Prozent gestiegen. Eine Nachfrage beim örtlichen Energieversorger ergibt: Die EnBW, der Grundversorger am Wohnort der Alleinerziehenden unweit von Stuttgart, hat im gleichen Zeitraum den Grundstromtarif um knapp 39 Prozent erhöht (20,53 auf 28,71 Cent brutto/Kilowattstunde im Tarif EnBW-Komfort).

Eine alleinerziehende Mutter wird zum Opfer der Windenergie

"Natürlich bin ich nicht gegen die Energiewende, aber wenn es im Endeffekt auf mich als Verbraucher umgelegt wird und ich jedes Jahr höhere Strompreise habe, bringt mir das auch nichts", klagt die Mutter weiter. Die Autoren lassen dies unkommentiert, um anschließend selbst zu behaupten, dass der Boom der Windenergie die Preise in die Höhe katapultiere: Wie andere Energiewende-Kritiker macht auch "Report Mainz" somit Anlagenbetreiber und die steigende Produktion von Ökostrom einseitig zum Sündenbock für den starken Anstieg der EEG-Umlage.

Dabei treiben vor allem Fremdkosten, wie die gefallenen Großhandelspreise an der Strombörse und die Befreiung vieler Industrieunternehmen von der Umlage, die Kosten nach oben, stellt das Portal "Strom-Report" klar. Laut Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) hatte die reine Ökostromförderung in 2014 nur noch einen Anteil von 42 Prozent (2,61 von 6,24 Cent) an der EEG-Umlage. Der gefallene Börsenpreis verursachte 23 Prozent (1,45 Cent) und die Industrieprivilegien noch einmal 20 Prozent (1,25 Cent) Zusatzkosten.

Die nicht befreiten Stromverbraucher entlasteten auf diese Weise die Unternehmen im Jahr 2014 mit 4,8 Milliarden Euro und subventionierten so die großen Industriebetriebe mit 1,25 Cent pro Kilowattstunde. Eine Durchschnittsfamilie mit einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden, so viel wie etwa die Alleinerziehende im Film verbraucht, zahlte 2014 knapp 220 Euro Ökostrom-Umlage, davon entfielen rund 44 Euro auf Industrie-Rabatte. "Die ursprüngliche Förderung der erneuerbaren Energien ist zur Förderung der energieintensiven Industrie mutiert", sagt Norbert Allnoch, Gründer des Internationalen Wirtschaftsforums Erneuerbare Energien (IWR). Warum die Strompreise für Haushalte steigen, obwohl sie an der Strombörse dank erneuerbarer Energien auf Rekordtiefs fallen, erklärt das IWR anschaulich unter diesem Link.

Was hängen bleibt: Die Windkraft ist böse

Dass die frühere schwarz-gelbe Bundesregierung an diesem Missverhältnis großen Anteil hat, wird bei der Lektüre des Artikels ebenfalls klar. Doch derart Hintergründiges verschweigt "Report Mainz" im "Kampf um die Windkraft" geflissentlich. Was nicht nur Kontext, sondern auch dem Medienmagazin "Meedia" auffiel: "Statt einzelne Missstände konsequent und durch Fakten belegt aufzudecken, wird eine Branche pauschal an den Pranger gestellt und eine Energieform verdammt. Außer der emotional aufgeladenen Botschaft 'Windenergie ist böse' bleibt nichts hängen." 

Anders als "Report Mainz" will ich der alleinerziehenden Mutter (und natürlich auch allen anderen Verbrauchern) aus der Klemme mit den steigenden Stromrechnungen helfen: Beim Wechsel von Stromversorger und Stromtarif lassen sich jährlich Hunderte Euro sparen. Bis zu einem Drittel weniger müssen Verbraucher zahlen, wenn sie den günstigsten Anbieter wählen, wie der Preisvergleich auf einschlägigen Internet-Portalen zeigt. Denn an Neukunden geben Energiekonzerne und Stadtwerke den durch den Boom der Erneuerbaren gesunkenen Börsenstrompreis, der im Juni bei 2,8 Cent pro Kilowattstunde am Spotmarkt notierte, in Form von satten Wechselprämien weiter. Auch das war den "Report Mainz"-Autoren trotz monatelanger und intensiver Recherche nicht der Rede wert.


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Kommentare

Kh, 06.10.2016 16:19
Report mainz hat für mich schon immer, jedenfalls seit vielen Jahren, ein Glaubwürdigkeitsproblem. Es werden halt ständig Fakten und Meinung vermischt.

Es wird eine Geschichte erzählt und für die müssen die Fakten passend gemacht werden. Bsp.: Aus der Meinung der Mutter, das sei so, dass ihre Stromrechnung wg. Windstrom immer teurer wird, wird flux ein Fakt. Das wird dann auch noch vermischt, mit den 300.000 Zählersperrungen in Deutschöland/p.a.

Nein, das ist keine Stimmungsmache (Ironiemodus Ende).

Sehr bezeichnend auch die überwiegend flapsigen, teils agressiven bzw. gereizten, oft auch ausweichenden Antworten der stv. Chefredakteurin in der aktuellen Ausgabe der BWE-Mitgliedszeitung. Kritik ist nicht vorgesehen.

Peter S., 23.08.2016 10:22
Etwas gutes hat diese ganze Diskussion hier bei mir bewirkt.
Ich informiere mich aktiv zu dem Thema und versuche Fakten zu sammeln.
u.a. wurde ich bei Makroskop fündig

https://makroskop.eu/2016/08/ein-plaedoyer-fuer-kritische-fragen-nicht-nur-zur-energiewende/

someonesdaughter, 18.08.2016 23:53
"Guter Journalismus ist also, wenn er Kontext gefällt? D. h. die richtigen Prioritäten setzt?"

Halten wir mal kurz fest: Sie stellen zwei Behauptungen auf, verkleiden sie als Frage, bleiben aber Belege schuldig.

"Da waren letzte Woche unter Ihrem Artikel so viele Kommentare, die bedeutend mehr Aspekte der Thematik aufgegriffen haben, und offenbar alles für die Katz... Schade."

Nach Ihren Eingangs-'Fragen' jetzt die Retourkutsche: Guter Journalismus ist also, wenn die Kommentare aufgegriffen werden, die Ihnen passen?

"Was mich wirklich ärgert sind nicht die Vorwürfe mangelnder "politischer" Bildung einiger NDS- Jünger"

Ohne abwertendes Vokabular geht es wohl nicht, wessen "Jünger" sind Sie denn? DAtF? ENEN? FOATOM?

", obwohl ich das reichlich pseudo- elitär finde um nicht zu sagen kleingeistig."

Ich finde das reichlich dürftig – drei Schmähungen in einem Satz unterbringen, ist keine besondere Leistung.

"Sie werfen dem Chef vor, dass er sich hinter seine Leute stellt? Ernsthaft?"

Wieder ein missbrauchtes Fragezeichen, weil Sie gar keine echte Frage stellen. Der 'Chef' könnte sich übrigens _vor_ seine Mitarbeiter stellen, indem er die Kritik abfängt und zu widerlegen versucht. Stattdessen steht er aber irgendwo in der Gegend rum und versucht den Spieß umzudrehen und ruft aufgeregt 'selber, selber'. Ich weiss ja nicht, wie das bei Ihnen so ist, aber für einen 'Chef' der so unbeholfen reagiert, würde ich nicht so gerne arbeiten wollen.

"Und was das Beispiel der alleinerziehenden Mutter betrifft: So, wie erneuerbare Energien zur Zeit gefördert werden, ist sie eine ganz große Umverteilung von unten nach oben. Da mag die Darstellung ungenau gewesen sein, aber die Grundaussage ist richtig"

Und was genau ist jetzt die Grundaussage der manipulativen Methode? Sie sind schon der zweite, der so eine Behauptung aufstellt aber nicht konkret werden möchte. Sie können eine Antwort auch gerne mit Fragezeichen beenden, ich verstehe sie dann schon.

roland adam, 18.08.2016 11:25
wahrheit oder geld ------das ist hier die frage . sieht man sich an wer das sagen hat beim swr und welch ein postengeschachere dort parteiinteressen unterzogen wurde -----der kann von ausgewogener berichterstattung gar nicht mehr sprechen

Klaar Kiming, 18.08.2016 08:52
Guter Journalismus ist also, wenn er Kontext gefällt? D. h. die richtigen Prioritäten setzt?
Da waren letzte Woche unter Ihrem Artikel so viele Kommentare, die bedeutend mehr Aspekte der Thematik aufgegriffen haben, und offenbar alles für die Katz... Schade.
Was mich wirklich ärgert sind nicht die Vorwürfe mangelnder "politischer" Bildung einiger NDS- Jünger, obwohl ich das reichlich pseudo- elitär finde um nicht zu sagen kleingeistig.
Sie werfen dem Chef vor, dass er sich hinter seine Leute stellt? Ernsthaft?
Und was das Beispiel der alleinerziehenden Mutter betrifft: So, wie erneuerbare Energien zur Zeit gefördert werden, ist sie eine ganz große Umverteilung von unten nach oben. Da mag die Darstellung ungenau gewesen sein, aber die Grundaussage ist richtig.

someonesdaughter, 17.08.2016 17:50
@Hartmann Ulrich:

"Das monierte "Brummen" ist eine Untermalung des Sprechertextes, es wird nirgends der Eindruck erweckt, es handle sich um den Originalton."

Der ist gut, ist das neuerdings üblich beim SWR, Sprechertexte mit Brummtönen zu unterlegen? Muss mir irgendwie entgangen sein. Warum wurde eigentlich der Kernkraft-Lobbyist Pfeiffer nicht mit einem lustigen Brummton unterlegt? Oder mit dem gurgelnden Geräusch absaufenden Atommülls in der Asse?

Man erkennt hier sehr deutlich die Intention und ist verstimmt oder in den Worten von Pfeiffer:

'Es gehört schon eine ordentliche Portion Dreistheit (sic!) dazu.'

"Bei der auf mehr als das Doppelte gestiegenen Stromrechnung wird nicht behauptet (allerdings auch nicht bestritten), daß das nur auf die EEG-Umlage zurückgehe."

Eingeleitet wird die Stromrechnungsnummer mit "Die Deutschen zahlen diese Jahr für die Windkraft über die EEG-Zulage acht Milliarden Euro Subventionen" – und es geht nahtlos weiter mit "Menschen wie Nina Albig müssen dafür aufkommen".

Wir müssen hier keine Deutschstunde abhalten um zu sehen, worauf sich das "müssen DAFÜR aufkommen" bezieht, oder?

Auch hier erkennt man sehr deutlich die Absicht und ist verstimmt.

"Es wäre besser gewesen, der Autor wäre auf die Stellungnahme des SWR eingegangen."

Die Stellungnahme des SWR ist eine einzige Nicht-Stellungnahme, die hilflos (und vermutlich um die Defizite der Sendung wissend) versucht, den Spieß umzudrehen.

"Die Sendung war sicherlich einseitig, aber das sind viele Dokumentationen (wie auch Artikel Ihrer Zeitung)."

'Die anderen aber auch' ... meine Kinder kommen schon am Ende des Kindergartens damit nicht mehr durch.

"Reaktionen wie diese beiden Artikel und andere, darin zitierte, Stellungnahmen machen den Eindruck, daß Kritik am Ausbau der Windkraft generell nicht sein soll -"

Schade, dass Sie die Behauptung eines Eindrucks zwar aufstellen, aber so gar nicht belegen wollen. Wie der SWR versuchen Sie auch nur, den Spieß umzudrehen.

"und bestätigen damit die Grundaussage der Sendung."

Was ist denn nun die Grundaussage der Sendung mit dem selektiven lustigen Brummton und der Behauptung dass die alleinerziehende Mutter für die EEG-Umlage aufkommen muss?

Mike Morris, 17.08.2016 16:14
Vielen Dank für diesen aufschlussreichen Artikel. Allerdings möchte ich dennoch den letzten Absatz und die darin enthaltene Empfehlung kritisch hinterfragen:
Sie empfehlen, dass ein Wechsel des Stromverbrauchers bis zu einem Drittel der Kosten spare.
Dies lässt sich auf Dauer nicht erreichen und ist mit nicht unerheblichen Risiken verbunden.
Es gibt keinen echten Wettbewerb im Strommarkt, darum sind die auf selbsternannten "Verbraucherportalen" genannten Einsparungen in den allermeisten Fällen (>90%) unrealistisch und nicht zu erzielen. Das liegt daran, dass immer der schlechteste lokale Tarif als Vergleich verwendet wird. Darüber hinaus wird immer ein Wechselbonus oder ähnliches mit dem neuen Tarif verrechnet, welcher spätestens im Folgejahr zu höheren Kosten führt, weil er weg fällt. Der Verbraucher muss somit jedes Jahr wechseln um jedesmal durch den Wechselbonus eine kleine Summe zu sparen (oft nur 20EUR!).
In der Vergangenheit gab es bereits etliche Fälle, bei dem Kunden durch extrem hohe Wechselboni gelockt wurden. Da jedoch die Einstandskosten der Stromvermittler aufgrund des nicht vorhandenen Wettbewerbs weitgehend gleich hoch sind, trug dieses "Geschäftsmodell" nicht lange und die Firma ging Pleite (flexstrom u.a.). Fazit für die Kunden: Kein Strom , aber im schlimmsten Fall bereits eine Jahreszahlung geleistet!
Fazit: Auf Dauer ist diese Anbieterwechselei mit mehr Ärger und Aufwand verbunden, als beim örtlichen Anbieter nach einem Online-Tarif zu fragen.
Die Flexstrom Story können sie hier auf mehreren Seiten nachlesen: http://forum.oekotest.de/cgi-bin/YaBB.pl?num=1124712483/0

Hartmann Ulrich, 17.08.2016 11:44
Dieser Artikel hat mich dazu gebracht, mir die Reportage einmal anzusehen. Das monierte "Brummen" ist eine Untermalung des Sprechertextes, es wird nirgends der Eindruck erweckt, es handle sich um den Originalton. Bei der auf mehr als das Doppelte gestiegenen Stromrechnung wird nicht behauptet (allerdings auch nicht bestritten), daß das nur auf die EEG-Umlage zurückgehe.
Es wäre besser gewesen, der Autor wäre auf die Stellungnahme des SWR eingegangen.
Die Sendung war sicherlich einseitig, aber das sind viele Dokumentationen (wie auch Artikel Ihrer Zeitung). Weder die Windkraft noch die Energiewende werden darin allerdings grundsätzlich abgelehnt. Reaktionen wie diese beiden Artikel und andere, darin zitierte, Stellungnahmen machen den Eindruck, daß Kritik am Ausbau der Windkraft generell nicht sein soll - und bestätigen damit die Grundaussage der Sendung.

Schwabe, 17.08.2016 11:29
Bravo Jürgen Lessat und an die Kontext-Redaktion - Applaus!

Hier ein weiteres Beispiel wie die Meinung der Bevölkerung in Deutschland tagtäglich von öffentlich-rechtlichen Medien manipuliert wird bzw. beeinflusst werden soll - finanziert durch die GEZ-Gebühren.
"ARD – Mittagsmagazin macht Meinung" http://www.nachdenkseiten.de/?p=34627

Auch der SWR ist Gebührenfinanziert! Die Bevölkerung bezahlt ihre Meinungsmanipulation selbst.

M. Stocker, 17.08.2016 10:34
So hats früher schon (und in B-Filmen heute noch) im Kino funktioniert, warum also auf die 'passende' Geräuschkulisse verzichten, wenn man die Möglichkeit hat, ein inexistentes bedrohliches Hintergrundgeräusch dazuzumischen.
Das erinnert mich doch sehr stark ein ein anderes Schmierenstück der Propagandaklempner des SWR. Denen was es vor der letzten OB-Wahl offenbar zuwider, dass die Unterstützungsrede der Kanzlerin auf dem Stuttgarter Marktplatz für den Brezel-OB-Kandidaten aus Berlin im Publikum nur mit Beschallung in Gefechtslautstärke überhaupt hörbar war. Also ersetzte man flugs die Kamera-Tonspur durch die Original-Beschallung der CDU, und erhielt einen Landesschau-Bericht, bei dem 3000 Zuhörer andächtig der Rede der Kanzlerin lauschten. Der Pflicht zur 'Ausgewogenheit' entledigte man sich durch einen stummen 500 ms-Schwenk auf die Plakate der Protestierenden.
Diejenigen, die dabei waren, wissen wie es damals gelaufen ist: ca. 500 desorientierte und über das Ausmaß des Protests geschockte herbeigekarrte CDU-Landeier und Kanzlerinnenfans inklusive der Bierbüdchenbetreiber der JU waren auf verlorenem Posten gegen die Protestierenden. Fast der gesamte abgesperrte Bereich vor der Bühne war gähnend leer, da die wenigen VIPs säuerlichen Gesichts auf Bühne standen, und die Rentner der CDU wohl aufgrund der mörderischen Beschallung zurecht Schäden an Ohren und Hörgeräten befürchteten. Ein Schwenk auf diese Szenerie hätte die Propaganda des SWR wie eine Seifenblase platzen lassen. Alles in zahlreichen Youtube-Filmchen verifizierbar. Im Sinne von Herrn Boudgoust sicher auch ein Paradebeispiel für anspruchsvollen Journalismus.

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