KONTEXT Extra:
NSU-Prozesskosten bei etwa 50 Millionen Euro

Nach 313 Verhandlungstagen äußert sich Beate Zschäpe erstmals selbst im NSU-Prozess und gibt sich als geläutert - neue Erkenntnisse über die Morde liefert ihre Aussage allerdings nicht. Immerhin weiß die Presse nun, wie ihre Stimme klingt. Die Süddeutsche Zeitung findet: "klar, tief, weich, mit leichtem thüringischen Einschlag".

Wann der Marathonprozess (verhandelt wird seit Mai 2013) zu einem Ende kommen wird, scheint aktuell völlig unklar. Sicher ist hingegen: Mit jedem weiteren Verhandlungstag steigen die Kosten für das Verfahren. Und bald könnten diese über 50 Millionen Euro liegen. Im September 2013 sagte Karl Huber, damaliger Präsident des Oberlandesgerichts München, gegenüber dem Münchner Merkur, er schätze die Kosten des Verfahrens auf 150 000 Euro pro Verhandlungstag. Dies sei eine gewaltige Summe, "vor allem, wenn man bedenke, dass die Opfer oder Hinterbliebenen keinen einzigen Euro bekommen haben".

Eine Sprecherin des Oberlandesgerichts bestätigt gegenüber Kontext, dass sich an der Kostenschätzung "im Wesentlichen nichts geändert" habe. Somit liegen die geschätzten Kosten aktuell bei etwa knapp 47 Millionen Euro. Die Sprecherin betont allerdings, dass es bislang noch keine genaue Kalkulation gibt - diese erstelle man erst nach Abschluss des Verfahrens. Dann wird die Rechnung an den Bund gestellt. (29.9.2016)


Blitzschnell gegen die AfD

Grüne, CDU, SPD und FDP wollen mit einer blitzschnell auf den Weg gebrachten Gesetzesänderung das Ansinnen der beiden AfD-Gruppierungen unterlaufen, einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum  Linksextremismus in Baden-Württemberg durchzusetzen. Am kommenden Mittwoch wird der Landtag in erster und zweiter Lesung endgültig eine Änderung des Untersuchungsausschussgesetzes beschließen. Danach können weiterhin zwei Fraktionen das Minderheitenrecht zur Kontrolle von abgeschlossenem Regierungshandeln wahrnehmen, allerdings nur, wenn ihre Mitglieder nicht ein- und derselben Partei angehören. Nach der vorliegenden Tagesordnung wird die gespaltene AfD ihren Antrag unter Punkt zwei einbringen. Es folgt aber keine Abstimmung, sondern eine Überweisung an den Ständigen Ausschuss. Endgültig wird sich der Landtag am 12. Oktober mit dem Begehr befassen, mit dem unter anderem unterstellt wird, dass Linksextreme im Südwesten öffentliche Gelder bekommen. Dann ist allerdings das Gesetz geändert, und die Möglichkeit zur Antragstellung entfallen. Auch die Rechtsexperten der anderen vier Fraktionen schließen nicht aus, dass die AfD deshalb vor den Verfassungsgerichtshof zieht.


Übers Ohr gehauen

Martin Schreier war jahrelang freier Journalist und Fotograf für den Reutlinger General Anzeiger (GEA) und bekam nicht einmal den ihm zustehenden Mindestlohn. Dann hat er sich einen Anwalt genommen und sich die Kohle erstritten – Kontext hat berichtet. Am  Mittwoch, 21.9.,  um 19:30 Uhr,  berichtet der resolute Journalist zusammen mit dem ehemaligen Gewerkschaftssekretär Gerhard Manthey zum Thema „Wie Zeitungsverleger freie Journalisten übers Ohr hauen“ im Stuttgarter Clara-Zetkin-Haus. Sie werden ihre Erfahrungen teilen und erklären, wie sich Betroffene wehren können. Neben der skandalösen Tatsache, dass viele Zeitungsverlage Mindesthonorarvorgaben missachten, wehren sich nämlich viel zu wenig JournalistInnen gegen diese Zustände. (20.09.2016)


Das Schicksal der Jesidinnen in der Geißstraße

Die Stuttgarter Stiftung Geißstraße lädt für den morgigen Dienstag (20.9., 19 Uhr) zu einer Veranstaltung über "Das Schicksal der Jesidinnen". Zu Gast ist Michael Blume, der im Auftrag der Landesregierung weibliche und stark traumatisierte Opfer des IS medizinisch und psychologisch betreut hat. Im vergangenen Jahr waren 1000 Jesidinnen nach Baden-Württemberg gekommen. Blume war als Religionswissenschaftler und Referatsleiter im Staatsministerium mit der Leitung des Projekts betraut. "Eigentlich ist Michael Blume ein Beamter. Dass er in den Irak geflogen ist, um die Frauen dort rauszuholen, ist einfach eine anrührende Geschichte", erzählt Geschäftsführer Michael Kienzle. Nach dem Vortrag gibt es außerdem noch den SWR-Beitrag "Samias Rettung - Neue Heimat" zu sehen - ein Film über eine junge Jesidin in einem Flüchtlingslager im Nordirak. (19.9.2016)


Demo wie zu besten Zeiten

Stuttgart lebt – wie einst zu den Hochzeiten von S 21. Wie der BUND meldet, waren 40 000 Demonstranten auf den Beinen, um gegen TTIP und CETA zu protestieren. 320 000 seien es insgesamt in sieben deutschen Städten gewesen. Viele Junge dabei, viele Organisatoren, die aufgerufen haben, von Attac über den BUND, Gewerkschaften, Menschenrechtler, Friedensfreunde, Wohlfahrtsverbände bis zu Kirchen. Sogar fünf SPD-Fähnchen waren zu sehen. Und: Die Demo hat endlich mal wieder Laune gemacht. Auch dank Körpa Klauz ("Widerstand muss Spaß machen"), der auf der Bühne den Einheizer gab.

Artikel zu TTIP und CETA in der aktuellen Kontext:

Bundesweite Demos

Die Fronten bröckeln

Stolperstein CETA

Mehr dazu in der kommenden Kontext-Ausgabe.


KONTEXT
per E-Mail:
Immer informiert:

Durch diese Anmeldung erhalten Sie regelmäßig immer mittwochs um 9 Uhr unsere neueste Ausgabe unkompliziert per E-Mail.

Datenschutz-Hinweis

Stuttgarts einziges Windrad steht auf dem Grünen Heiner. Foto: Joachim E. Röttgers

Stuttgarts einziges Windrad steht auf dem Grünen Heiner. Foto: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 245
Gesellschaft

Hansi Müller und die Windkraft-Verschwörer

Von Jürgen Lessat
Datum: 09.12.2015
Sie nennen sich Gegenwind oder Vernunftkraft, und kämpfen gegen Windräder: Die Rede ist von einer neuen Protestbewegung, den Windkraftgegnern. Auffällig ist ihre Nähe zu Rechtspopulisten und Verschwörungstheoretikern, zur Öl- und Kernkraft-Lobby. Mit dabei ist auch der Ex-VfB-Profi Hansi Müller.

Jörg Rupp kann es bis heute nicht fassen, was ihm im vergangenen Mai im Malscher Rathaus widerfuhr. Als Sprecher einer Bürgerinitiative hatte der grüne Gemeinderat für den Bau von fünf Windenergieanlagen (WEA) bei der badischen Kleinstadt geworben. Er hat auf die Chance verwiesen, mit Windstrom etwas für den Klimaschutz zu tun, an eine lebenswerte Zukunft erinnert, und gesagt, es seien nur geringe Opfer nötig, die die Malscher bringen müssten. Außerdem könne die Gemeinde noch Geld verdienen mit der Flächenverpachtung.

Anti-Windkraft-Comic: Quelle: joergrupp.de
Anti-Windkraft-Comic: Quelle: joergrupp.de

Der Appell kam nicht gut an. Mehrfach wurde Rupp von wütenden Zwischenrufen unterbrochen, und einer der Windkraftgegner folgte ihm in der Sitzungspause gar auf die Toilette, baute sich dort vor ihm auf. "Er drohte, dass ich das nächste Pinkelgehen nicht überlebe", erzählt Rupp. Wieder zurück im Sitzungssaal meldete er dem Ratsgremium den Vorfall. "Teile des Publikums fingen an zu lachen, ebenso wie fast die gesamte CDU-Fraktion", erinnert er sich.

Ein Einzelfall? Leider nicht. "Im Ort ist bekannt, dass ich für Energiewende und Klimaschutz bin", sagt Gerhard Brenner, Gemeinderat in Korb, einem Weinflecken rund 20 Kilometer östlich von Stuttgart. Auch ihm wurde das Engagement für einen Windpark auf der benachbarten Buocher Höhe übel genommen. In seinem Briefkasten steckte ein Kuvert mit einem toten Fisch. "Da kriegt man Angst und fragt sich, was als nächstes passiert", sagt Brenner.

Bundesweit machen Rotorgegner mit fragwürdigen Aktionen mobil. Auffällig aggressiv im Südwesten der Republik, wo konservative Regierungen die Windenergie jahrzehntelang verteufelten. Furcht und Schrecken zu verbreiten, scheint dabei Methode zu haben, um die positive Einstellung der Bevölkerung gegenüber Erneuerbaren Energien zu kippen. Denn noch befürwortet eine Mehrheit den Ausbau von Solar- und Windenergie.

Sachargumente bleiben dabei auf der Strecke, wie sich an Brenners Gegenspieler zeigt, dem Ex-Fußballprofi Hansi Müller. Der ehemalige Nationalspieler, der für die Christdemokraten im Korber Gemeinderat spricht, befürchtet gar einen "Super-Gau", sollten Rotoren oberhalb des Weinfleckens gebaut werden. "Bitte Windkraft da, wo es Sinn macht. Da oben sterben tausende Bäume, während die Leute wegen ein paar Bäumen am Stuttgarter Hauptbahnhof fast ausgeflippt sind", polterte der Ex-Profi jüngst im Gemeinderat. Ein großer Artikel in der Lokalzeitung war ihm damit sicher. Nicht erwähnt wird darin, dass Müller ein exklusives Anwesen am Fuß der Buocher Höhe bewohnt.

Gerhard Brenner ärgert sich über derartige Polemik, die die Windkraftgegner mit dem Segen des Korber Bürgermeisters Jochen Müller auch wöchentlich im amtlichen Mitteilungsblatt verbreiten. Anlagenbetreiber müssten doch alle Eingriffe in die Natur ausgleichen, betont er. Bei Standorten im Wald seien Aufforstungen an anderer Stelle vorgeschrieben. Müller übertreibe zudem maßlos die Zahl der Bäume, die weichen müssten. Auch der Versuch, Windparks mit Reaktorkatastrophen gleichzusetzen, empört den Umweltschützer. "Was, wenn es im benachbarten Kernkraftwerk Neckarwestheim tatsächlich zum Super-Gau kommt? Dann fehlen Herrn Müller wohl die Worte", sagt Brenner.

Hansi Müller. Screenshot www.korb.de
Hansi Müller. Screenshot www.korb.de

Mitunter bleibt es nicht bei Polemik. "Weltweit gibt es zahlreiche Berichte bis zu Todesfällen im Zusammenhang mit dem von Windmühlen erzeugten tieffrequenten Schall", warnte Elmar Klein im September 2011 alle Bürgermeister und Gemeinderäte der Verbandsgemeinde Hexental südlich von Freiburg. Der unhörbare Infraschall rege "im Körper vielerorts Eigenschwingungen an, die bei Dauerwirkung dann zu den verschiedensten Gesundheitsschäden führen können", mahnte der damalige Vorsitzende der "Bürgerinitiative zum Schutz des Hochschwarzwaldes". Als die Empfänger des Brandbriefs Belege forderten, für die tödliche, von Windturbinen ausgehende Gefahr, musste Klein passen.

Dennoch geistert der Infraschall-Horror weiter durchs Netz, ist das "Windturbinen-Syndrom" (WTS) Topthema unter Windmühlen-Gegnern. Auf Webportalen schildern "Windkraft-Opfer" ihre Beschwerden, die von Kopfschmerz, Übel- und Schlaflosigkeit bis zu Herzrasen reichen. Ebenso litten Tiere an Missbildungen, Totgeburten, Aggressivität, Verlust von Sozialverhalten und anderen Verhaltensstörungen. "Pferde brechen aus und gehen durch Zäune, Hunde verkriechen sich", sagen Jutta Reichardt und Marco Bernadi. In ihren Vorträgen behaupten die "windwahn.de"-Betreiber auch, dass schon die Nazis Gefangene mit Infraschall folterten.

Wie gefährlich das "Windturbinen-Syndrom" ist, hat aus Sicht der Gegner Nina Pierpont bewiesen. In ihrem 2009 erschienenen Buch beschreibt die amerikanische Ärztin das Krankheitsbild "Visceral Vibratory Vestibular Disturbance", übersetzt: "Vibrationsbedingte Störung des Gleichgewichtsorgans". Auch in Deutschland berufen sich einzelne, windkraftkritische Ärzte auf Pierponts Studie, die es für 18 US-Dollar in neun Sprachen online zu kaufen gibt. Inzwischen tritt die Autorin weltweit bei Kampagnen gegen Windkraft als Sachverständige auf.

"Die Studie ist lediglich auf Grundlage von 23 Telefonaten ohne begleitende medizinische Untersuchungen oder akustische Messungen durchgeführt, bislang nicht in Fachmedien publiziert und in der Fachwelt nicht anerkannt", betont die baden-württembergische Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Natur (LUBW). Nach Stand der Wissenschaft seien gesundheitsschädliche Wirkungen durch Windkraftanlagen nicht zu erwarten. Verglichen mit Autos oder Flugzeugen erzeugten die Rotoren sogar weniger Infraschall. Und schon in wenigen hundert Metern Entfernung ließen sich die Geräusche einer Windmühle nicht mehr vom Wind- und Blätterrauschen unterscheiden, so die Behörde, die bundesweit als führend bei Erforschung von Tieffrequenz-Wirkungen gilt.

Wissenschaftler der Universität Sydney untersuchten vor kurzem den Zusammenhang von Windkraftanlagen und Beschwerden über dadurch ausgelöste Gesundheitsprobleme. Die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache: Bis zum Jahr 2008 gab es Berichte über Gesundheitsprobleme im Umfeld von WEAs nur sporadisch. 2009 stiegen diese sprunghaft an – kurz nach der Veröffentlichung des Buches von Nina Pierpoint. Wie es scheint, hat das Buch selbst deutlich stärker zu Gesundheitsproblemen beigetragen als die Windturbinen – was die Wissenschaft als Nocebo-Effekt bezeichnet.

Andere sagen deutlicher, was sie vom Windturbinen-Syndrom halten. "Es ist eine Erfindung von Nina Pierpont, für die es null Beweise gibt. Und ihre Hauptunterstützer sind Leute, die keine großen Metallkonstrukte von ihrem Haus aus sehen wollen oder für die Öl- und Kohleindustrie arbeiten", heißt es im Pseudowissenschaftsportal RationalWiki.

Buhuhuuu! Angstmache gegen Windräder. Screenshot aerzteinitiative-gruenberg.de
Buhuhuuu! Angstmache gegen Windräder. Screenshot aerzteinitiative-gruenberg.de

Das hält Medien nicht davon ab, das Thema immer wieder in bester Boulevardmanier aufzugreifen. Unter der Überschrift "Macht der Infraschall von Windenergieanlagen krank?" befeuerte "Die Welt" Anfang März die Debatte. Wirtschaftsredakteur Daniel Wetzel berichtete von einer dänischen Nerzfarm in der Nähe eines Windparks, wo sich die Tiere gegenseitig totbeißen würden. Aus Angst vor Gesundheitsschäden würden in Dänemark kaum noch Windenergieanlagen gebaut, so der Bericht weiter.

Kannibalismus, Ausbaustopp: Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) wollte es genau wissen, und bat die dänische Botschaft in Berlin um eine Stellungnahme. Diese übermittelte eine Antwort der dänischen Energieagentur. Darin wird klargestellt, dass die Aussagen des "Welt"-Artikels nicht bestätigt werden können. Weder sei der WEA-Zubau zum Erliegen gekommen noch gebe es negative Folgen für die Nerzproduktion.

Anfang Juni machte auch "Spiegel-TV" Stimmung. Unter dem Titel "Krank durch Infraschall. Der stumme Lärm der Windräder" zeigte das Magazin ein vermeintlich zerstörtes Schwarzwald-Idyll bei St. Peter: Verstörte Pferde, kranke Kühe und eine Familie, die den Bauernhof verlassen müsse, weil sechs Windräder in der Nähe rotieren. "Infraschall kann Böden und Wände in Schwingungen versetzen. Diese Vibrationen wirken je nach Stärke wie ein Mini-Erdbeben", suggeriert der Off-Ton Bedrohliches, was die Bilder von friedlich wiederkäuenden Rindern und neugierigen Rössern so nicht zeigen. Journalistische Sorgfalt übte die Autorin nicht: Der Gaggenauer Arbeitsmediziner Bernhard Voigt, der regelmäßig bei Windkraftgegnern auftritt, durfte im Film die Zahl der Infraschall-Betroffenen in Deutschland Pi-mal-Daumen schätzen: "Sagen wir mal so um die 20 Prozent".

Erst gar nicht zu Wort kamen in "Spiegel TV" Experten mit konträrer Meinung. Etwa der LUBW-Physiker Ulrich Ratzel, der im März auf einer Veranstaltung im württembergischen Langenburg von einem Dutzend Windkraftgegnern niedergebrüllt wurde, als er "zwölf schlichtweg falsche Punkte" in Voigts dortigem Vortrag klarstellen wollte. "Spiegel TV" bemühte sich auch nicht zu Nachbarn der Windkraft-Opfer, auf dessen Grund die Rotoren stehen. Vielleicht, weil diese Bauern keinen Grund zu klagen haben. "Unsere Kühe haben kein Problem mit Windturbinen", sagt einer von ihnen.

Mittlerweile gibt es im Internet Anleitungen, Windkraftpläne auf politischer Ebene zu torpedieren. Auf dem Portal des "Europäischen Instituts für Klima und Energie" (EIKE) schildert Sven Johannsen, wie sie mit Hilfe des Baugesetzbuches zu verhindern sind. Der "Sachverständige", der ebenfalls im "Spiegel TV"-Beitrag auftrat, ist gefragter Redner und Berater von Windgegner-Initiativen. EIKE wiederum gilt als Plattform der deutschen Klimaskeptiker-Szene. Vereinspräsident Holger Thuss, ein Jenaer CDU-Lokalpolitiker, ist zugleich Gründer von CFACT Europe, dem Ableger des amerikanischen "Committee for a Constructive Tomorrow", das 2008 mit fast 600 000 Dollar zu den größten Spendenempfängern des Ölkonzerns ExxonMobil gehörte.

Gegenwind für Windkraftgegner. Screenshot Twitter
Gegenwind für Windkraftgegner. Screenshot Twitter

Auch Fritz Vahrenholt, der prominenteste Klimaskeptiker hierzulande, will die Windkraft stoppen. Als SPD-Mitglied brachte er es zum Umweltsenator in Hamburg, Ende der neunziger Jahre wechselte er als Manager zum Ölkonzern Shell, später zum Kohle- und Atomkonzern RWE, wo er bis März 2014 im Aufsichtsrat eines Tochterunternehmens saß. Anfang 2012 veröffentlichte er "Die kalte Sonne", ein Buch mit klimaskeptischen Thesen und der Forderung, den Umbau des Energiesystems aufzuschieben. Im August 2012 übernahm Vahrenholt den Vorstand der Deutschen Wildtier Stiftung. In deren Namen forderte er im November 2014 einen Baustopp für WEAs in Wäldern und begründete dies mit Studienergebnissen, wonach sich etwa der Brutbestand des Schwarzstorchs am hessischen Vogelsberg nach dem Bau von Windkraftanlagen innerhalb von sechs Jahren halbiert habe. Eine Energieagentur deckte auf, dass die verwendeten Daten der Stiftungsstudie frisiert wurden und tatsächlich keine wissenschaftliche Begründung für einen Ausbaustopp liefern. Zu einem gegenteiligen Ergebnis kommen auch zwei aktuelle Untersuchungen im Westerwald. Das Monitoring im Auftrag der Kreisverwaltung zeigt, dass WEAs Schwarzstörche nicht gravierend stören. 

Mit Udo Ulfkotte mischt auch ein Rechtspopulist im Kampf gegen die Windenergie mit. Im Newsletter des Rottenburger Kopp-Verlags behauptete er unter anderem, dass Windräder dem Klima schadeten. Wenn in den Vereinigten Staaten auch nur zehn Prozent der benötigten Energie durch Windkraft gewonnen würden, führe dies zu einem Temperaturanstieg um mindestens ein Grad. Denn die Windräder bremsten den natürlichen Luftaustausch.

Zum Glück hat der Kopp-Verlag auch eine Alternative zur bösen Windkraft im Sortiment: ein Buch über freie Energie, die nahezu unerschöpflich im uns umgebenden Raum mittels spezieller Maschinen verfügbar sein soll. Dumm nur, dass deren Nutzung bislang durch den Einfluss der Energiewirtschaft unterdrückt wird – diesmal von der Erdöl-, Kohle- und Kernkraftindustrie.


Gefällt Ihnen dieser Artikel?
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!

Kommentare

Florian Hinterhuber, 11.06.2016 16:36
Ich gestehe,den Artikel nicht vollständig gelesen zu haben.Windmühlen sind für mich kein Gegestand,um darüber Verschwörungstheorien abzufassen,sondern schlicht eine Möglichkeit,umweltfreundlich Strom zu gewinnen.Ich fuhr vor kurzem mit dem Auto nach Berlin und war erstaunt,wieviele Windmühlen in Autobahnnähe stehen.Ehrlich gesagt:Man sollte Windmühlen nicht gerade in ein oder zwei Kilometer Abstand zu Wohnsiedlungen platzieren.Aber in etwa fünf Kilometer Abstand kann ich sie mir durchaus vorstellen.Ich kann nicht umhin,in ihnen auch eine gewisse Ästhetik zu sehen.Hässlich sind sie nicht - im Gegensatz etwa zu einem Atomkraftwerk,das außerdem bei einer Explosion auch weitaus weit gefährlicher ist.Sie sind halt ungewohnt wie alles Neue.Ich vergleiche sie gern mit dem Aufkommen der Eisenbahn.Die wurde damals auch als hässliches Monster,gar als Werk des Teufels verdammt.

Helma Diewald, 19.12.2015 23:48
Sind nicht die stichhaltigen Argumente der vielen Bürgerinitiativen eine Gefahr für die grün verblendete Energieideologie und der Grund für diese verbale Gewalt?
Es ist eine perfide Art (auch von Politiker) windkraftkritische Menschen abzuwerten und diese ohne Beweise als radikale Minderheit, Extremisten, Terroristen, Nazi und Atomlobbyisten zu betiteln.
Mit verbaler Gewalt will man bewusst deutsche Menschen beleidigt, die sich für die Umwelt bzw. für ihre Heimat einsetzen und denen auch allgemein bekannt ist, dass man für den Klimaschutz Opfer bringen muss!
Hier werden Menschen bewusst verletzt!
Und das ist genau so schlimm, wie körperliche Gewalt.
Will man etwa Wahrheiten leugnen, die der Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, am 17. April 2014 in Kassel ausgesprochen hat, wie „Die Wahrheit ist, dass die Energiewende kurz vor dem Scheitern steht…Die Wahrheit ist, dass wir auf allen Feldern die Komplexität der Energiewende unterschätzt haben….Für die meisten anderen Länder in Europa sind wir sowieso Bekloppte“
Wen Herr Gabriel wohl mit „wir“ und „Bekloppte“ gemeint hat, sollte die Presse mal kritisch hinterfragen.
Jedenfalls habe ich mich nicht angesprochen gefühlt!
Ich wehre ich mich nicht mit Gewalt - sondern auf gerichtlichem Wege- gegen die erteilte Genehmigung von bis zu 200 m hohen Windkraftanlagen.
Müssen die Bürger eines reinen Wohngebietes nicht extrem große Opfer bringen, weil der hier generell geltende Mindestabstand zu einem Windpark von 1000 m fast zur Hälfte unterschritten wurde und folglich der gesetzlich vorgeschriebene Immissionswert nicht eingehalten werden kann.
Ein Skandal empfinde ich es allerdings, wenn in zwei Urteilen dann immer noch behauptet wird, dass der Windpark 1000 bzw. 1200m von unserem Wohngebiet entfernt sei.
Ist es keine Lüge, wenn bewiesene Tatsachen (Entfernung) in einem Urteil falsch dargestellt werden?
Die Windkraftlobby ist nach meinen Erfahrungen (Trickserei, Lüge, nicht eingehaltene Versprechung..) auch kein Deut besser ist als die Atomlobby.
Es ist nur dasselbe Problem in „Grün“
Es ist das Problem des weltlichen Profits!
So beschreibt Papst Franziskus 15 Krankheiten, wie z.B Terror des Geschwätzes, geistlichen Alzheimer, existenzielle Schizophrenie, Gleichgültigkeit gegenüber anderen …usw.
Die Krankheit des „weltlichen Profits“ beschreibt der Papst folgendermaßen: „Es ist die Krankheit der Menschen, die unersättlich danach streben, Machtbefugnisse zu vervielfältigen, und die fähig sind, zu diesem Zweck die anderen zu verleumden, zu diffamieren und zu diskreditieren.“
Fakt ist:
Die Opfer, die die Menschen (Gesundheitsbeeinträchtigungen, Wertverlust der Immobilien, hohe Strompreise), die Natur und die Landschaft erbringen müssen, rechtfertigt nicht den derart ungezügelten Ausbau der Windenergie mit seinem geringen Beitrag von nur 1.6% des Primärenergieverbrauch (2014)!
Und kritische Bürger stellen sich immer öfters die Frage, warum nicht auch die Investoren Opfer bringen müssen. (Streichung EEG)
Meinen Kindern und Enkeln kann ich jedenfalls sagen, dass ich gegen diese unsinnige Umweltzerstörung gekämpft habe.
Die Verantwortlichen der Zerstörung ihrer Heimat und ihrer gesunden Umwelt kann ich ihnen allerdings alle namentlich benennen!
Und zur Rolle der Presse kann ich auch etwas sagen....

Eine Kielerin, 18.12.2015 19:44
Zum Inhalt will ich mich hier gar nicht äußern, dass können andere viel besser. Aber man kann z.B. an der Anwort von Jona Gold erkennen, wie hassschürend dieser Artikel durch seine Polemik und Unterstellungen ist. Mit gutem Jornalismus hat dieser Artikel leider wenig zu tun.

Manfred Klittich, 17.12.2015 17:09
Freie Energie.

Zitat aus dem Artikel: ".......ein Buch über freie Energie, die nahezu unerschöpflich im uns umgebenden Raum mittels spezieller Maschinen verfügbar sein soll. Dumm nur, dass deren Nutzung bislang durch den Einfluss der Energiewirtschaft unterdrückt wird – diesmal von der Erdöl-, Kohle- und Kernkraftindustrie."

Hier scheint der ahnungslose Herr Lessat selbst einer Verschwörungstheorie augesessen zu sein.

Zur Nutzung der „Freie Energie“ wurden Perpetua Mobila gebaut, die gutgläubigen Investoren in betrügerischer Absicht verkauft werden sollen. Bislang blieben die “Erfinder” jeglichen Beweis schuldig, daß mit ihren Apparaten tatsächlich Energie gewonnen werden kann. Eine kurze Beurteilung findet man in:

http://de.wikipedia.org/wiki/Freie_Energie_(Parawissenschaft)

Dazu findet man zahlreiche Web Sites von "Erfindern", die mit vagen Beschreibungen ihrer Wundermaschinen Bauernfang betreiben wollen. Den Vorhaltungen seriöser Wissenschaftler begegnet man mit Verschwörungstheorien.

Egbert Bialk, 14.12.2015 20:30
Den Artikel von Jürgen Lessat möchte ich zustimmend ergänzen. Endlich werden diese in Form und Zielrichtung unsäglichen Auftritte der radikalen Windkraft-Bekämpfer einmal öffentlich beleuchtet. Sie finden nicht nur in Baden-Württemberg statt sondern inzwischen in vielen Bundesländern. Hier agiert ein gesteuertes, interessengeleitetes Netz mit dem Ziel, jede Windkraftanlage zu verhindern. Mal arbeitet man mit übler Polemik in Pegida-Manier, am liebsten vor grünen Parteiveranstaltungen, häufig brüllt man bei kommunalen Anhörungen Andersdenkende nieder (z.B. in Nastätten/RLP) oder es wird einem Betreiber einer neuen genossenschaftlichen WKA auch schon mal ein toter Fuchs vor die Tür gelegt (Nähe München). Lieblingsmedien sind neben E-Mail, Telefon- und Leserbrief-shitstorms schwülstige Multimediashows (alles selbst mehrfach erlebt), wo man sich als einzig unabhängige Naturschützer auf einen vermeintlich moralisch unangreifbaren Sockel stellt. Alle Gemeinden, Genossenschaften oder Investoren, die WKAn planen, werden als skrupellose Geldgeier diffamiert. Verbandsvertreter, die Windkraftprojekte unterstützen, können nur gekauft sein, so jedenfalls der Eindruck, den radikale Windkraftgegner in Regionalzeitungen oder dem Magazin Plusminus erwecken. Auch der ausgetretene BUND-Mitbegründer Enoch zu Guttenberg fungiert hier als Kronzeuge und bundesweiter Ankläger. In Rheinland-Pfalz gab es sogar den Versuch den kompletten BUND-Landesverband für Vernunftkraft-Ziele zu instrumentalisieren. Der ehemalige Landesvorsitzende Harry Neumann aus dem Westerwald, zeitweise sogar Kandidat für den stellvertretenden Bundesvorsitz im BUND, war vom Atomkraftgegner mit sehr egozentrischen, undemokratischen Mitteln in kürzester Zeit zum Zugpferd der radikalen Windkraftbekämpfer mutiert und hatte dadurch den BUND-Landesverband fast gespalten. Nach großen Verwerfungen innerhalb des Verbandes und Druck der Basis musste er nach nur eineinhalb Jahren vom Vorsitz zurücktreten und stellt sich fortan an Opfer eines "Sumpfes" und Verschwörung der "Windindustrielobby" dar. Eine Vielzahl von Anti-Wind-BIs unter dem Netz von "Energiewende für Mensch und Natur e.V." - man beachte die geschickte Wortwahl - arbeitet eng mit Vernunftkraft zusammen. Sie wird von Neumann und einigen Leuten aus dem Bereich WW/Altenkirchen/Siegen, Hunsrück/Rheinhessen, Pfalz und Eifel bis hin nach Hessen und ins Saarland eng vernetzt. Pikant: einige davon sind nicht nur Klimawandelleugner sondern auch Kreisvorstandsmitglieder von BUND-Gruppen. So kann man auf vielen Parketten spielen - hier als einzig wahre, unbeugsame Naturschützer auftreten mit Übertreibungen („Vogelzerschredderung“, „völlig zerstörte Landschaft“) und als Verbandsvertreter einseitige fachliche Stellungnahmen einbringen, notfalls klagen, da als radikale Missionare abstruse Ängste vor Infraschall schüren und gegen die grüne Energiewende und „die da oben“ auf die Straße gehen. Wenn die Naturschutzverbände nicht so funktionieren, wie die BIs das wollen, werden sie sogar auch mal auf Schadensersatz verklagt. So geschehen in Fürfeld/Kreis Bad Kreuznach, wo der BI-Vorsitzende Schlitz schnell noch dem BUND beigetreten war, so das Verbandsklagerecht nutzen konnte und dann den BUND-Landesverband verklagte, weil der nicht für seine Interessen bis zum Ende gegen einen strittigen Windpark durchklagte. Der BUND RLP konnte dem Landgericht Mainz allerdings plausibel darlegen, was hier gespielt wurde, der BI-ler blitzte ab. Wie schon bei der Wildtier-Stiftung ist bei manchen Leuten an der Spitze der Anti-Windkraft-Gruppen eine Verbindung zu Energiekonzernen zu erkennen. Es gibt Leute, die beruflich von Vattenfall&Co lukrative Aufträge annehmen. Eine vertiefte Recherche hier würde sich sicher lohnen. Besonders frustrierend ist für Menschen, die sich wirklich für Natur- und Umweltschutz engagieren, dass in Zeiten des galoppierenden Klimawandels keinerlei praktikable Alternativen genannt werden. Sicher gibt es auch bei der Windkraft Projektstandorte, die fragwürdig sind, gilt es fachlich abzuwägen. Aber immer nur nein zu sagen gegen alles was grün ist oder sich dreht, dazu in dieser oft inakzeptablen Form, ist unverantwortlich. Zu Zeiten aufkommenden Rechtspopulismus' ist eine polemische Vertiefung gesellschaftlicher Gräben brandgefährlich.
Egbert Bialk, Koblenz, parteilos.

Kurt Werner, 14.12.2015 17:51
De Facto gibt es nicht viel was gegen WK spricht , aber sehr viel was dafür spricht. Bei konventionellen Kraftwerken ist es genau umgekehrt. Natürlich können nicht überall WKA aufgerstellt werden. Deswegen ist es umso wichtiger geeigneter Standorte nicht unbegründet auszuschließen. Wenn gewünscht kann ich bei Ihnen eine Informationsveranstalltung zum Thema Windkraft anbieten.
Auf Basis von Daten und Fakten können Argumente gegen WK wiederlegt werden. Die Gegner können sich gerne drei Argumente gegen Windkraft überlegen die Sie vorbringen. Beim Thema Infraschall gibt es verschiedene Studien. Richtig belastbare Studien gibt es noch nicht lange. Diese zeigen aber, dass Infraschall keine gesundheitlichen Auswirkungen haben.
Viele Grüße
Kurt Werner
Haßloch, Pfalz

hessekopp, 14.12.2015 12:30
Wieso wird man hier als Betroffener (wie gesagt, ich hab zwei von den Mistdingern vor der Haustür) folgendermaßen betitelt und beschimpft ??? :

- Esoteriker
- debil
- Verschwörungstheoretiker
- rechts
- Lügner
- verstrahlt
- gefühlsduselig
- zweifelhafte geistige Verfassung
usw...

An die durch und durch objektiven und neutralen Kommentatoren Hartmut Hendrich, Matthias, Jona Gold, Reinhard Muth, etc.. :

Gehen Sie doch einfach mal zelten in, sagen wir, 1km Entfernung und Sichtkontakt zu so einem Windrad!
Dann können Sie ihre vorgefassten Meinungen im Selbstexperiment überprüfen und - davon ist auszugehen - revidieren.

Nochmals, ich habe nichts gegen Windräder und schon gar nichts gegen ökologisch vertretbare Stromerzeugung. Ich habe sehr wohl was gegen diese Riesenwindradvarianten, die zu laut, zu unnütz, und tatsächlich auch zu häßlich daherkommen, und die niemandem was bringen außer den ohnehin schon überfetten Energieoligopolisten.

Ihre reflexhaft rüpelhaften Schmähtaktikten sind ungerechtfertigt und zeugen nicht von offener Diskussionskultur oder gar Umweltliebe.
Genau dieselbe Art von Getrolle schlägt einem übrigens von Genfraßbefürwortern entgegen, sobald man auch nur die geringsten Bedenken über den Nutzen von mit Meerschweinchengenen veredelten Erdbeeren äußert..

Die letztlich von Ihnen mit Vehemenz verteidigte Gleichung..
Fortschritt = Wachstum = toll !!!
..wird uns noch um Kopf und Kragen bringen.

Horst Meier, 14.12.2015 09:12
Ich bin immer wieder erstaunt, wie Esoteriker und andere Idioten sich an wissenschaftlichen Themen versuchen. Klar gibt es Probleme mit der Windkraft. Dies ist u.a. die Netzstabilität bei Starkwind oder bekloppte Auflagen der Umweltbehörden. Aber sich auf alberne, löchrige Studien zu beziehen und damit irgendwelche Gründe vorzuschieben ist ziemlich debil. Wenn die Windkraftgegner keine Mühlen wollen, sollen Sie wenigstens ehrlich sagen: "Ich möchte diese Dinger nicht von meinem Garten aus sehen." Das wäre ehrlich und evtl. auch verständlich. Aber das Ansehen der Wissenschaft mit manipulierten oder unwissenschaftlichen Studien zu vergewaltigen ist frech.

alacran, 13.12.2015 20:47
@H.Hendrich. Der Tenor des Artikels ist doch, dass Windkraft als toll und die "Energiewende" als alternativlos, Skeptiker als Verschwörungstheoretiker und rechte Spinner dargestellt werden.
Windstrom ist ohne Pufferspeicher nutzloser Zappelstrom, für den konventionelle (Kohle)Kraftwerke ständig im teuren Standby-Betrieb mitlaufen müssen!
Für diese Erkenntnis muss man sich allerdings die Stundenganglinien der Leistungseinspeisung, die installierte Nennleistung von Wind- und PV-Strom und die Lastganglinien ansehen.
Schön wäre es ja, wenn es die saubere, GRUNDLASTFÄHIGE Windenergie gäbe. Leider bleibt sie ohne bezahlbare Speichermöglichkeit ein (teurer)Traum.
Wer sich für technische Details interessiert: www.eike-klima-energie.eu . Ökostrom erklärt für Dummies! Sollte der Autor vielleicht auch mal lesen!

Pieter Hogeveen, 13.12.2015 20:39
Unseres schreiben an Ministerium Kiel :

An: Gisela.Holzgraefe@melur.landsh.de
http://www.opfer.windwahn.de/index.php/sh/heimke-und-piet-hogeveen-in-mdr-fernsehen
From: phogeveen@msn.com
To: gisela.holzgraefe@melur.landsh.de
Subject: In Ihrer Abwesenheit cc gemailt
Date: Wed, 25 Nov 2015 12:58:21 +0000
Sehr Geehrter Herr Maass !

Seit unserem Telefongespräch Mitte Oktober sind zwei Fernsehsendungen unabhängig voneinander zum Thema Infraschall von zu nahestehen WKA ausgestrahlt worden.
Mein Anliegen in unserem Telefonat war als Vorbereitung für unseren Liveauftritt gedacht, damit ich als Bürger über den letzten Stand vom Spezialisten unserer Regierung für Immissionen informiert bin.

Ich zog die Parallele zur Abgasmessung zu VW, wo die Forderung aufgestellt wurde durch das Bundesumweltamt ein standardisiertes Meßverfahren in die Wege zu leiten.
Auf meine Frage inwieweit schon ein standartisiertes Meßverfahren auf den Weg ist , so ist die seit 1998 noch immer die heute noch gültige DIN Norm, auch gültig für Offshor- Anlagen und der `Lärm` kann man mit dem Rauschen eines Wasserfalls oder Meeresrauschen vergleichen ( Aussage eines Regierungbeamten an einem Bürger).
Die Regierung will zum Schutze der Bürger Atomkraftwerke schließen , aber die uns bekannten Betroffenen aus den Dörfern, wie Dörpum , Bordelum, Langenhorn, Joldelund, Enge Sande, Struckum,.. leiden an massiver FOLTER verdächtiger Schlaflosigkeit, Ohr- und Kopfschmerzen,.. aufgrund zu hohen Infraschalls, sind verzweifelt, weil auch die Kinder nachts weinen und es niemenden gibt der ihnen hilft.
Selbst teuer selbst bezahlte Dauermessungen mit dem Ergebnis zu hoher Werte hat bei der Behörde keine Veranlassung für Konsequenzen. Deshalb muss es unabhängigen Strukturen geben.
bezüglich der Meßverfahren ( dies wurde ihnen schon gemailt)und schützende Konsequenzen, wie eine Stillegung nachts zwischen 22. und 7.00 Uhr.
Wenn wir zu schnell fahren und erwischt werden, hat dies auch Konsequenzen.
Kann diese Regierung noch mutig einlenken oder sich skrupellos mitschuldig machen an diesen vorsetzlichen Körperverletzungen. Wir Bürger versuchen uns zu wehren mittels Strafanzeige - 7000,- ++, Fachanwalt 15.000++, Messungen 10.000,- ++ und Flyers 2000,-
Hochachtungsvoll
Heimke und Pieter

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/schleswig-holstein_magazin/Schleswig-Holstein-Magazin,sendung442896.html
http://www.opfer.windwahn.de/index.php/sh/heimke-und-piet-hogeveen-in-mdr-fernsehen
http://www.taz.de/Der-Fluch-des-Repowering/!146331/
http://www.rtlnord.de/nachrichten/krank-durch-infraschall.html
http://www.spiegel.de/video/krank-durch-infraschall-der-kampf-gegen-windkraftanlagen-video-1583702.html
http://www.vernunftkraft.de/infraschall

Jutta Reichardt, 13.12.2015 16:20
Die Redaktion Windwahn.de bedankt sich beim Autor der Schmähschrift für die Erwähnung inkl. Namensnennung. Noch schöner wäre gewesen, wenn er auch direkt auf die Erfahrungsberichte ILFN-Betroffener auf unserer Schallopferseite www.opfer.windwahn.de verwiesen hätte...
Sehr gern hätten wir für ein Interview zur Verfügung gestanden. Da dies aber offensichtlich nicht gewollt war, erlauben wir uns hier, auf einige Punkte der "Recherchen" des Autors einzugehen.

Der eingangs erwähnte Freund des Autors (siehe auch KONTEXT-Artikel Asoziale Netzwerke, Nr. 233) , Jörg Rupp von den Grünen in Malsch, der in seiner Heimatgemeinde mit einem toten Fisch bedroht worden sei, ist bereits 2013 mit seinem Windkraftprojekt im Heimatort gescheitert, nachdem er den Artenschutz und damit etliche Vorkommen wertgebender Avifauna außer Acht gelassen hatte, um sein profitables Projekt durchzusetzen. Die ruppigen Rundumschläge des damaligen, gescheiterten Bundestagskandidaten trafen 2013 auch uns, nachdem wir ihm eine E-Card mit Infomationen zum Infraschall gesendet hatten (veröffentlicht auf wundwahn.de).

Falsche Messungen führen zu falschen Ergebnissen: Dass man mit ungeeignetem Equipment und interessengeleiteter Ergebnisvorgabe zur Durchsetzung politischer Ziele, wie den flächendeckenden Ausbau der Windkraft um jeden Preis, zu "Mess-Ergebnissen" kommt wie das LUBW in Ba-Wü, verwundert niemanden, der sich wissenschaftlich mit dem Thema Infraschall und seine Auswirkungen auf Mensch und Tier auseinandersetzt. Die weltweiten Studien zur messtechnischen Erfassung von Infraschall beweisen das Gegenteil. Nicht umsonst wird die TA Lärm seit 2010 überarbeitet und das Ergebnis seitdem von Seiten der Interessenvertreter aus der Anlagen-Industrie, von WEA bis Pumpenentwicklung, verzögert.

Die manipulative Kunst des Weglassens beherrscht der Autor ebenfalls, wenn man seine Auflistung zur Biografie von Prof. Vahrenholt betrachtet. Hat er doch dessen Tätigkeit beim damaligen Windkrafthersteller Repower 2001 bis 2007 verschwiegen. Immerhin 7 Jahre "Lehrzeit", in denen man sich mit allen Aspekten der Windkraft vertraut macht und schließlich prädestiniert ist, sich davon zu distanzieren.

Dass jede Form von Diskriminierung bis zur Verhöhnung betroffener Anwohner von Infraschall emittierenden Anlagen wie z.B. WEA in unserer Gesellschafft zum "guten Ton" gehört ist nichts Neues. Die Opfer von Tabakkonsum und Asbest wurden ebenfalls jahrzehntelang vertuscht und verhöhnt von sog. Wissenschaftlern und deren interessengeleiteten und von Lobbyisten bezahlten Studien. Heute sind die Opfer längst rehabilitiert und Entschädigungszahlungen in vielen Ländern gesetzlich vorgeschrieben.
Das gilt übrigens auch für Opfer von Infraschall in Portugal: Die erste staatlich anerkannte Berufsunfähigkeitsrente wegen Infraschallerkrankungen erhielt ein Flugfeldarbeiter vor gut 10 Jahren in Lissabon. Im Mai 2013 folgte das Urteil des Obersten Gerichtshofes nach jahrelangem Rechtsstreit durch alle Instanzen zugunsten einer durch Windkraftschall betroffenen und seit Ende der 90er Jahre erkrankten portugiesischen Familie. Nach den Abschaltungen und späterem Rückbau der betreffenden vier WEA, wurde geurteilt, dass auch alle persönlichen Schäden für die Familie inkl. der Verluste ihrer Tiere, wie Lusitaner-Zuchtpferde von den Windkraftbetreibern zu erstatten seien.
Ein Urteil für das die wissenschaftlichen Studien zur Vibrationsakustischen Erkrankung, VAD, seit 1980 (!) der Mediziner und Professoren Mariana Alves-Pereira und Nuno Castelo Branco verantwortlich sind. Man könnte dies leicht recherchieren, wenn man es denn wollte. Gern stellen wir die Kontakte zu den Wissenschaftlern her.
Dank an den Kommentator, den Test-und Validierungsingenieur für Flugzeugtriebwerke Bernd Hoss vom 09.12.2015 , der als Fachmann die Auswirkungen von Vibrationen auf den menschlichen Organismus präzise, auch für Laien und Lobbyisten verständlich, dargestellt hat. Hierzu empfiehlt sich auch die Grafik des Robert Koch Instituts zur Einwirkung von Infraschall auf verschiedene Körperregionen: http://www.windwahn.de/images/stories/bilder/schwingungsmodell.jpg

P.S. @ Übrigens: Windmühlen und Windmüller wurden vor Einführung der Industrialisierung zu Recht wertgeschätzt, versorgten sie doch, dank Mahlwerk, das Volk mit Mehl und sicherte so die Herstellung des Grundnahrungsmittels Brot. Im Gegensatz dazu versorgen Windkraftwerke, ohne Mahlwerk (!), das Volk hin und wieder mit Strom, sofern ausreichend Wind weht, die Netze nicht überlastet sind, es Speicher gäbe ....

Marco Bernardi, 13.12.2015 16:16
"Ich denke, also recherchiere ich" - kennen Sie diesen Satz, Herr Lessat? Bestimmt, denn er stammt von Ihrer homepage.
Ja, die Sache mit Anspruch und Wirklichkeit...

Widmen wir uns erst einmal der Recherche.

Sie schreiben, es gäbe keine Peer Reviews zu Nina Pierponts Wind Turbine Syndrome - A Report on a Natural Experiment.

Hier eine Liste der Wissenschaftler, die diese Vorstudie überprüft haben:

- Ralph V. Katz, DMD, MPH, PhD, Fellow of the American College of Epidemiology, Professor and Chair, Department of Epidemiology & Health Promotion New York University College of Dentistry

- Joel F. Lehrer, MD, Fellow of the American College of Surgeons, Clinical Professor of Otolaryngology, University of Medicine & Dentistry of New Jersey

-Jerome Haller, MD, Professor of Neurology and Pediatrics (retired 2008), Albany Medical College, Albany, New York. Dr. Haller is a member of the American Academy of Pediatrics, the American Academy of Neurology (Child Neurology Section), and the Child Neurology Society

-Henry S. Horn, PhD, Professor of Ecology and Evolutionary Biology, and Associate of the Princeton Environmental Institute, Princeton University

- Professor Lord (Robert) May, PhD, of Oxford University OM AC Kt FRS. Click here and here for further information on Lord May’s prodigious research accomplishments and honors, including President of the Royal Society (2000-2005) and Chief Scientific Advisor (1995-2000) to the UK government. Lord May is currently at the forefront of global warming research and is considered a pioneer in epidemiological research. Note that Lord May was knighted and then made a baron by Her Royal Highness Queen Elizabeth II in recognition of his contributions to science

-F. Owen Black, MD, FACS, Senior Scientist and Director of Neuro-Otology Research, Legacy Health System, Portland, Oregon. Dr. Black is widely considered to be one of the foremost balance, spatial orientation, and equilibrium clinical researchers in America. (Editor’s note: Otolaryngology + Neurology = Neuro-Otology. Otolaryngology = Ears, Nose, Throat specialist.)

- Christopher Hanning MD, FRCA, MRCS, LRCP. Dr Hanning, a founder of the British Sleep Society, is a leading sleep clinician and researcher. He recently retired as Director of the Sleep Clinic and Laboratory at Leicester General Hospital, one of the largest sleep disorder clinics in the UK

- Robert Y. McMurtry, MD, FRCS (C), FACS. Former Dean of Medicine and Dentistry at the Schulich School of Medicine & Dentistry, University of Western Ontario. Dr. McMurtry has had a long and distinguished career in Canadian public health policy at both the federal and provincial level, including as founding Assistant Deputy Minister of the Population and Public Health Branch of Health Canada, and currently as a member of the Health Council of Canada

- John Etherington, PhD. Author of “The Wind Farm Scam” (2009), described as “a robust and thoroughly researched counterblast to the unthinking approval of wind farm technology.” Dr. Etherington was a Reader in Ecology at the University of Wales, Cardiff. Since his retirement from the University in 1990, he has devoted himself to researching the implications of intermittently available renewable electricity generation, in particular wind power. He is a Thomas Huxley Medalist at the Royal College of Science and a former co-editor of the international Journal of Ecology

Und selbst Dr. Johannes Pohl von der Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg, seines Zeichens bekennender Windkraftbefürworter, musste beim sogenannten Faktencheck der Hessen-Agentur zugeben, dass es sich bei der Ausarbeitung von Dr. Pierpont um eine sauber durchgeführte Vorstudie handelt.
Pohl war durchführender Studienleiter der sog. "Wilstedt-Studie", einer Hörschallstudie an WEA, die bis heute gerne als Infraschallstudie verkauft wird.

Sie schreiben, der ortsnahe Aufbau von WEA habe laut dänischer Energie-Agentur keinen Einfluss auf Nerze.
Dumm nur, dass sich diese Aussage auf die Zeit VOR Errichtung der WEA neben der Nerzfarm von Kay Bank Olesen bezieht. Es handelte sich um kleiner anlagen mit deutlich größeren Abständen. Fragen sie mal Daniel Wetzel von der WELT. Er wird Ihnen sicherlich seine Rechercheergebnisse mitteilen.

Sie schreiben, dass das LUBW deutschlandweit führend sei bei der Erforschung von Tieffrequenz-Wirkungen. "...Und schon in wenigen hundert Metern Entfernung ließen sich die Geräusche einer Windmühle nicht mehr vom Wind- und Blätterrauschen unterscheiden, so die Behörde, die bundesweit als führend bei Erforschung von Tieffrequenz-Wirkungen gilt."

Zum einen stellt sich die Frage, was ein paar hundert Meter sind. wir können die 2500 Meter entfernten WEA deutlich hören. Und tieffrequenter Schall (besonders Infraschall) zeichnet sich durch Unhörbarkeit aus. Zu einer sauberen Recherche gehört auch, Äpfel und Birnen unterscheiden zu können, wie z.B. die Tatsache, dass es sich nicht um Windmühlen, sondern um Windkraftwerke handelt, da sie kein Mahlwerk besitzen, sondern einen Generator.

Zur Verdeutlichung hier eine Grafik:http://www.windwahn.de/images/stories/bilder/gruen-nicht_gruen/windmuehle.jpg

Vielleicht finden Sie einmal Zeit, Ihren Artikel nochmals durchzulesen und ALLE schlecht recherchierten Inhalte korrekt und mit der einem Journalisten gebührenden neutralen Objektivität darzustellen.

Kommen wir nun zum ersten Teil Ihrer Aussage, dem Denken.

Reinhard Muth, 12.12.2015 15:32
Es ist schon interessant zu sehen, wieviele Windktaftgegner KONTEXT lesen! Mein Dank an die KONTEXT Redaktion, die diese Kommentare zulässt und so eine gute Übersicht über die geistige Verfassung einiger Windkraftgegner bietet. Wie kommt es, dass so viele von ihnen nicht merken, dass sie sich von Gefühlen statt von Sachargumenten antreiben lassen? Die Antwort findet man auf Seite 1 der KONTEXT Ausgabe.

Michael Hahl, 12.12.2015 10:22
Dieser Text, dem ich definitiv nicht den Rang eines "journalistischen" Beitrags beimessen kann, führt jedem vor Augen, der sich mit "Pros" und "Contras" zum Windenergie-Ausbau einigermaßen kritisch und tiefgründig auseinandergesetzt hat (inklusive bedenklichem Natur- und Landschaftsverbrauch, Ineffizienz mangels Speichertechnologie, hierdurch Bedarf von Schattenkraftwerken, folglich CO2-Anstieg usw.), dass eine fachlich gehaltvolle Auseinandersetzung beim Autor in keinster Weise gegeben ist. Auch zur Infraschall-Thematik gibt es weitaus umfassendere Studien mit belastbaren Bedenken; sie werden vom Schreiber nicht einmal angedeutet. Das Niveau dieses Textes ist fachlich indiskutabel. Es fehlt vollkommen eine abwägende Zusammenschau der recherchierbaren Sachkenntnisse. Der Text will ins Lächerliche ziehen und diskreditieren. Dabei vermixt er gänzlich inkompetent "Äpfel" mit "Birnen" und wirft Kritik eines Windenergie-Ausbaus stattdessen mit "Rechten" und mit "Lobbies", die nicht greifen, in einen Topf. So funktioniert zwar alles andere als kritischer Journalismus, aber so funktioniert Demagogie und Verleumdung. Vor allem, wenn man einen vermeintlichen Angriffspunkt dann auch noch gleich auf eine gesamte Bewegung, die meist sehr stark aus dem Naturschutz kommt, übertragen will. Allein ein Satz wie "... Auffällig ist ihre Nähe zu Rechtspopulisten und Verschwörungstheoretikern, zur Öl- und Kernkraft-Lobby ..." ist gemäß § 187 Strafgesetzbuch (Verleumdung) ein Fall für den Richter.

Charlie Osten, 11.12.2015 22:45
Wenn man's net besser weiß oder wissen darf, gell, sind Windkraftgegner Nazis, gell? Absolut dummbatschiger Artikel, die Sache mit der Lügenpresse trifft es schon ganz gut, finde ich. Aber net mehr allzu lange, gell?

Dr. med.+Christian+Rohrbacher, 11.12.2015 21:29
Ich wette 1:1.000, dass sich so manche Herrschaften, welche versuchen, die Argumente von Windkraftkritikern ins Lächerliche zu ziehen oder gar, diese persönlich zu beleidigen, beteiligt sind: pekuniär!
Es geht um drei Dinge: Geld, Geld und Geld.

EuroTanic, 11.12.2015 15:33
Ist doch egal wer Recht hat. Der der Windkraft bestellt zahlt, auch für Rechts- und Folgekosten. Wer nicht bestellt, der zahlt auch nicht, auch nicht über Steuern. Das gilt bei mir auch für Kernkraft, Kohle, Flüchtlinge, Bankenrettungen...

Hartmut Hendrich, 11.12.2015 13:09
Hat denn diesen Artikel auch jemand gelesen?
Dieser Artikel wird wohl zum meistreflektierten Beitrag des Jahres werden. Der Autor hat hier kein Plädoyer für die Energiegewinnung aus Windkraft gehalten. Das Thema ist einzig die irrationale und vielfach auch militante Reaktion von Windkraftgegnern. Der Schluss liegt nahe, dass er, der Autor, positiv zur Windkraftnutzung steht. Das genügt um eine Lawine von Emotionen loszutreten.
Ein steuerzahlender Bürgers (wohl etwas Besonderes?) sieht sich von ökofaschsitischen Regimevolksvertretern in die Naziecke gestellt.
Eine „akademische“ Expertise stellt fest: Dieser Artikel ist so unsachlich, dass man sich wundern muss ,wie eine Zeitung so etwas drucken kann.
Ein Flugzeugingenieur empfiehlt: "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal den Mund halten".
Es werden dem Autor journalistisches Halbwissens, Polemik, Effekthascherei und Verunglimpfungen vorgeworfen.
Ein weiterer Akademiker erkennt: „Der Artikel von Herrn Lessat strotzt von falschen Behauptungen, die fast alle mit Fakten, nicht nur mit persönlicher Meinung widerlegt werden können.“
Richtigerweise wird festgestellt: Physikalische Tatsachen interessieren auch in diesem Artikel überhaupt nicht. – Genau, denn der Artikel beschäftigt sich ja mit etwas ganz anderen.
Ein Mediziner findet:“ Dieser Artikel ist HOCHpeinlich, peinlich für Kontext, peinlich für den Autor und peinlich für die Gesellschaft, in der wir leben. Nahezu kollektiv wird die Lüge von der gesunden, grünen, ökologischen Windkraft aufrechterhalten: was für ein Unfug!!“ – Ja, was hat denn der Mann in diesem Artikel gelesen? (Was er dann selber zum Besten gibt, ist mehr als haarsträubend.)
Jetzt soll keiner behaupten, der Autor hätte irgend etwas Unzutreffendes geschrieben. Die Reaktionen, welche dieser Artikel, scheinbar ungelesen, auslöst, sind ja die direkte Fortsetzung der im Artikel aufgeführten Entgleisungen. Was dann als Gegenargumente auf hier ja nur vermutete Argumente vorgebracht wird, hinterläßt Kopfschütteln und Ratlosigkeit über unsere scheinbar aufgeklärte Gesellschaft.
Eine wichtige Erkenntnis habe ich gewonnen: Beim Widerspruch und Widerstand gegen Entwicklungen in unserer Gesellschaft, die ich ablehne, weniger Herz und mehr Verstand einzusetzen.

Maude C., 11.12.2015 08:13
@Matthias: Klar geht es ums Geld, sonst würden z.B. auch andere Möglichkeiten CO2 einzusparen thematisiert ! Aber so einfach zu behaupten Kritiker (sind nicht unbedingt Gegner!) seien völlig verstrahlt und lassen sich "durch erkaufte Meinungen" leiten ist genauso primitiv wie die Behauptung dieses Artikels: alles was gegen Windkraft ist, sei rechts! Die Motive sind mit Sicherheit vielschichtiger, die Argumente (der Pro- und der Kontrafraktion) dienen sicherlich einigen nur als Mittel zum Zweck. Das muss aber nicht verwundern. Wenn große Gebiete von Regional-, Nachbarschaftsverbänden oder Gemeinden einfach überplant werden ist der Widerstand entsprechend groß! Und bei dem einseitigem, unreflektiertem und voreingenommenen Tenor dieses Artikels fallen die Reaktionen darauf eben entsprechend aus. Um sachliche Argumente geht es doch schon lange nicht mehr...

Jona Gold, 11.12.2015 01:28
An den Reaktionen mit dem Schaum vor dem Mund kann man wunderbar sehen, dass der Artikel derart ins Schwarze getroffen hat....Herrlich!
Merci!

Kommentar hinzufügen




CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.


* Pflichtfeld!

Letzte Kommentare:

Ausgabe 287 / Holy Hooligans / Rolf Steiner, 30.09.2016 15:55
Will Dein Gott, dass fundamentalistische Christen eine Zwangsherrschaft à là Islamistischer Staat errichten? Und Menschen anderen Glaubens in widerwärtigster Weise "bezwungen" werden? Gerade in den USA sind alle rückwärts...

Ausgabe 287 / Riskant, aber richtig / Georg, 30.09.2016 09:27
Parlamentarier bilden Fraktionen, nicht Parteien. Wir sind es nur nicht gewohnt :)

Ausgabe 287 / König mit Migrationshintergrund / Zaininger, 29.09.2016 23:13
Wo sind wir, dass ein 80-jähriger norwegischer Monarch bei klarerem Verstand ist, als 20 bis 30% deutscher Normalbürger? Migrationshintergrund, ob aus Dänemark, England, Oberschlesien, Togo oder Syrien hilft offensichtlich - zumindest...

Ausgabe 287 / Behinderung kostet / Klaus, 29.09.2016 22:37
Die letzte Antwort entlarvt doch die beschränkte Sicht. In welchem Land geht es denn Menschen mit Behinderung in ihrer Gesamtheit wirklich besser als in Deutschland?

Ausgabe 287 / So soll es nicht seyn / by-the-way, 29.09.2016 20:00
6. Jahrestag des BW-Regierungs-Terrorismus.... Und die Mappus- Gönner - Rech - Stumpf - Bande befindet sich immer noch auf freiem Fuß, anstatt, wie es in einem echten demokratischen Rechtsstaat selbstverständlich sein...

Ausgabe 287 / Holy Hooligans / Paul, 29.09.2016 18:06
Möglicherweise muss ich denen entschlossen entgegentreten, die uns unterstellen, wir handelten aus rein menschlichen Beweggründen. Wir sind zwar Menschen, doch wir kämpfen nicht mit menschlichen Mitteln. Wir setzen die mächtigen Waffen...

Ausgabe 287 / Gefährliche Toleranz / Rolf Gehrmann, 29.09.2016 13:46
Gut, dass Salzborn versucht, die Geschichte der Radikalisierung des rechten Milieus aufzuarbeiten. Was bei ihm allerdings immer eine Leerstelle bleibt, ist die spezifische Feindbilderklärung des rechten Alltagsbewußtseins, die sich...

Ausgabe 287 / Holy Hooligans / Zaininger, 29.09.2016 00:29
Danke für den Bericht. Da weiß man doch wenigstens, was für Armeen von Betern und Knalltüten auf Gottes Acker so unterwegs sind und sich für allerlei Unsinn erwecken lassen.

Ausgabe 287 / Gefährliche Toleranz / sahofman, 28.09.2016 20:58
Ich kann dem Kommentator E-F Harmsen nur zustimmen. Als Tochter eines ehemaligen KZ-Häftlings habe ich deshalb die große Sorge, dass sich die gleiche Situation anbahnt wie 1933 - die Bilder gleichen sich zu sehr!

Ausgabe 178 / Politsekte unbeobachtet / Ansgar, 28.09.2016 18:47
Die waren ja sogar den Nazis zu krude und darum ironischerweise auch NS-verfolgt. Nun ist Religion eine heikle Sache. Die Frage ist, welche Gefahr heute von dieser Sekte ausgeht.

Die KONTEXT:Wochenzeitung lebt vor allem von den kleinen und großen Spenden ihrer Leserinnen und Leser.
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!