KONTEXT Extra:
AfD: Nichts wissen, nichts machen, nichts zahlen

Schon wieder hat AfD-Fraktionschef Jörg Meuthen ein Versprechen nicht gehalten. Aber wahrscheinlich kann er nicht mehr daran erinnern, dass er am 6. März zum ersten Mal seit dem Einzug in den Landtag zu einer regulären und nicht durch Skandale, Trennungen oder Wiedervereinigungen notwendig geworden Pressekonferenz geladen hat. Um mitzuteilen, dass seine Fraktion selbstverständlich der Ankündigung nachkommt, dem Landtag die Gelder zurückzuzahlen, die die vorübergehende Fraktionsspaltung gekostet hat. Sogar ein Datum konnten Meuthen und Fraktionsvize Rainer Podeswa nennen: den 11. März 2017, jenen Tag also an dem die Frist für die Rechnungslegung der Fraktionen ohnehin abläuft. Bis dahin sollten 257.000 Euro fließen. Insgesamt war von 425.000 Euro, einmal auch von 571.000 Euro die Rede.

Eingelöst wurde die Zusicherung nicht. Meuthen und die Seinen, die schon bei unvergleichlich geringeren Anlässen Zeter und Mordio schreien angesichts des Sittenverfalls der von ihnen sogenannten Altparteien, haben nach Auskunft der Landtagsverwaltung gar nichts zurückgezahlt. Jetzt verlangt der Fraktionsgeschäftsführer der SPD, Ex-Innenminister Reinhold Gall, von der Landtagsverwaltung, eine "härtere Gangart" einzuschlagen und rechtliche Schritte einzuleiten.

Vor allem auf Facebook, dem wichtigsten Kommunikationsmittel der AfD, hatte sich die Fraktion immer wieder dafür gerühmt, alle Gelder zu erstatten. Tatsächlich war das peinliche Finanzgebaren schon in der Plenarsitzung vom 9. Februar Gegenstand der Debatte, als FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke daran erinnert, dass "die operettenhafte Fraktionsteilung" viel Geld gekostet habe und konkret fragte: "Haben Sie zurückgezahlt?" Laut Protokoll rief der AfD-Fraktionschef: "Ja, natürlich!". Inzwischen will Meuthen die Äußerung auf die schon geflossenen Gelder bezogen wissen, ohne konkret zu sagen, um welche Summen es sich handelt. Wahrscheinlich hat er es nicht (mehr) gewusst. (21.4.2017)

Mehr zum Thema: "Sein Name ist Hase"


Kakteen lassen IHK-Vollversammlung platzen

Johannes Schmalzl, früher Zentralstellenleiter im FDP-geführten Justizministerium, dann Präsident des Landesamts für Verfassungsschutz und Stuttgarter Regierungspräsident, ist am Donnerstagabend nicht wie geplant zum Hauptgeschäftsführer der IHK Stuttgart gewählt worden. Die kammerkritische Kaktus-Initiative hat die Vollversammlung platzen lassen. Zuvor fand der vorab angekündigte Antrag der IHK-Rebellen zur Änderungen der Tagesordnung allerdings keine Mehrheit. Darin war verlangt worden, Tagesordnungspunkte, die in der vorigen Vollversammlung nicht behandelt wurden, noch vor der Wahl abzuhandeln.

Nach der Abstimmungsniederlage zog ein Großteil der Initiative aus, während einer ihrer Sprecher mit Erfolg die Feststellung der Beschlussunfähigkeit der Versammlung forderte. Damit war die Vollversammlung beendet. Jetzt soll es zu einer Sondersitzung kommen, um Schmalzl vor der nächsten turnusmäßigen Sitzung im Juli zu wählen. Am Vorgehen der Kakteen gibt es Kritik – auch in den eigenen Reihen. Mehrere Mitglieder hatten die Versammlung mit ausdrücklichem Hinweis auf die demokratische Niederlage in der Abstimmung über die Tagesordnung nicht verlassen. Jetzt sollen interne Beratungen stattfinden.

Jürgen Klaffke, einer der führenden Kakteen, hatte im Vorfeld der Vollversammlung für die Verschiebung der Wahl plädiert. Sein Argument: Es könne nicht sein, "dass eine Findungskommission nach monatelanger Suche einen einzigen Kandidaten präsentiert". Da der Vertrag mit dem amtierenden Hauptgeschäftsführer Andreas Richter erst Anfang des nächsten Jahres ausläuft, sei genügend Zeit, das Verfahren für eine Kandidatensuche nochmals aufzurollen. Die Kaktus-Initiative, die unter anderem für die Abschaffung der Zwangsmitgliedschaft eintritt, hält ein Drittel der hundert Sitze. (20.4.2017)

Mehr zum Thema: "Das ganze Klavier bespielen", "Rebellen im Weinberghäusle"


Besonders viele Evet-Sager in Stuttgart

Nur in Dortmund, Essen und Düsseldorf haben mehr Deutschtürken für Recep Tayyip Erdogans Präsidialsystem gestimmt als in Stuttgart. Mit 66,22 Prozent liegt die Landeshauptstadt nach den Zahlen der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu auch über dem Deutschland-Schnitt von 63,2 Prozent. Das Ergebnis der Bundesrepublik ist international von besonderer Bedeutung, weil mit rund 1,4 Millionen Menschen nirgends mehr Auslandstürken wahlberechtigt waren. Auffallend ist das Abstimmungsverhalten in Berlin, mit 50 Prozent Nein-Sagern, in der Schweiz mit 70 Prozent und in den USA mit sogar einer 90prozentigen Ablehnung der Verfassungsreform. In den Vereinigten Staaten hat allerdings weniger als ein Prozent der Bevölkerung einen türkischen Pass.

Dass sich aus dem Anteil an türkischstämmiger Bevölkerung allein kein Zusammenhang zum Abstimmungsverhalten ablesen lässt, zeigen nicht nur Berlin und Stuttgart, sondern EU-weit auch Belgien und Österreich. In beiden Ländern gibt es mehr als 70-Prozent Evet-Sager. In Belgien haben rund zwei Prozent der Menschen türkische Wurzeln, in Österreich aber mehr als fünf Prozent. Im deutschen Zustimmungsranking deutlich hinter Stuttgart rangieren unter anderem Karlsruhe mit 61 Prozent, Hamburg mit 57 und Nürnberg mit 55 Prozent. Nach den Zahlen von Anadolu hat die Hälfte der Deutschtürken ihr Wahlrecht auch tatsächlich ausgeübt.


Kakteen wollen neue IHK-Findungskommission

Die IHK-Kritiker von Kaktus fordern, die Wahl des neuen Hauptgeschäftsführers zu verschieben. "Es kann doch nicht sein, dass eine Findungskommission nach monatelanger Suche einen einzigen Kandidaten präsentiert", so Jürgen Klaffke von der Kaktus-Initiative. Ende vergangener Woche war bekannt geworden, dass der frühere Stuttgarter Regierungspräsident Johannes Schmalzl der Vollversammlung am 20. April als einziger Kandidat präsentiert werden soll. Die IHK-Rebellen wollen nicht nur abnicken, sondern eine wirkliche Wahl zwischen mindestens drei Kandidaten. Sie fordern daher eine gewählte Findungskommission aus aktuellen Vertretern der Vollversammlung und ein faires, transparentes Auswahlverfahren. Da der Vertrag mit dem aktuellen Hauptgeschäftsführer Andreas Richter erst Anfang des nächsten Jahres ausläuft, sei genügend Zeit, das Verfahren für eine Kandidatensuche nochmals aufzurollen. (11.4.2017)


Buchvorstellung mit Kontext-Autor: in_visible limits

Grenzen sind allgegenwärtig, ob sicht- oder unsichtbare: Menschen pflegen ihre Barrieren im Kopf, sortieren die Welt in Gut und Böse. Zuletzt haben leider auch die ganz materiellen Grenzzäune durch die sogenannte "Flüchtlingskrise" wieder eine Renaissance in Europa erlebt, von Trumps Mauer ganz zu schweigen. Das Thema reflektiert momentan der Kunstverein Kontur, in seinem Projekt "in_visible limits" zeigt er Werke von vier Schweizer und vier deutschen Kunstschaffenden, aktuell im Kunst(Zeug)Haus Rapperswil. Aus dem Projekt heraus entstand eine Buchveröffentlichung, verschiedene Autoren sollten das Thema "Grenzen" aus ihrer Sicht beleuchten. Kontext-Mitarbeiter Dietrich Heißenbüttel ist einer von ihnen, er befasst sich mit der "Macht der Grenzen" aus historisch-politischer Sicht. Am Sonntag, den 9. April, wird das Buch um 17 Uhr im Theaterhaus in Stuttgart-Feuerbach vorgestellt, Heißenbüttel ist dabei. Der Eintritt ist frei. (08.04.2017)


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Mehr als 5000 Menschen haben zum Jubiläum vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof demonstriert. Fotos: Martin Storz

Mehr als 5000 Menschen haben zum Jubiläum vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof demonstriert. Fotos: Martin Storz

Ausgabe 193
Gesellschaft

Die Macht der Bürgerschaft

Von unserer Redaktion
Datum: 10.12.2014
Zur 250. Montagsdemo waren die Ikonen wieder da. Egon Hopfenzitz, Volker Lösch und Walter Sittler. Die gut 5000 Teilnehmer waren vor allem von einem begeistert: von Lösch, der die Grünen und ihren OB Fritz Kuhn geißelte. Kontext veröffentlicht ihre Reden in Auszügen.

Die größte Lüge

Von Volker Lösch

Seit fast fünf Jahren gibt es eine wache und kritische Bürgerschaft in dieser Stadt, die sehr genau beobachtet, was sich in und um Stuttgart politisch tut – oder eben nicht tut. Es ist eine aktive Bürgerschaft, die hinterfragt, interveniert und aufklärt, und die mächtig ist. Es ist die Macht dieser Protestbewegung, die deutschlandweit politische Debatten befördert hat und immer noch befördert, eine Macht, die Themen in den Fokus der Öffentlichkeit bringt, die sonst kleingeredet und vernachlässigt werden. Und es war die Macht dieser Protestbewegung, die eine Landesregierung gestürzt hat. 

Fakt ist aber auch: Bis hierhin, bis heute haben wir, was S 21 betrifft, verloren. Nicht endgültig verloren, aber das ist der Stand der Dinge. Fakt ist auch, dass wir in den letzten fünf Jahren viele Fehler gemacht haben. Das bei vielen grenzenlose Vertrauen auf die Grünen als Vertreter der Bürgerbewegung war der vielleicht schmerzlichste Fehler. Das Wahlversprechen der Grünen, die Bürgerinnen und Bürger radikal anders und ernsthaft an Politik zu beteiligen, war die größte Lüge dieser inzwischen erschreckend opportunistischen, mit nichts Außergewöhnlichem mehr ausgestatteten Mainstream-Partei, die sich konsequenterweise auf ihrem jüngsten Landesparteitag als neue Wirtschaftspartei profiliert hat.

Volker Lösch: "Woran kann man in Stuttgart noch glauben?"
Volker Lösch: "Woran kann man in Stuttgart noch glauben?"

Woran kann man in Stuttgart noch glauben, und wem sollte man keinen Glauben mehr schenken? Das Recht des Stärkeren wird hier derzeit im Rathaus beansprucht, und wer jemals an die Kritikfähigkeit des nicht mehr ganz so neuen OB Kuhn geglaubt hat, wird nun eines Besseren belehrt. Kuhn, der noch im Wahlkampf den Stuttgarter Einkaufszentren-Bauwahn gegeißelt hat, ist inzwischen zum kritiklosen Investorenpaten mutiert. Anstatt Schaden von der Stadt abzuwenden, lässt er sich von Konzernen ins Stammbuch diktieren: 

• Statt für Alternativen gegen die Stadtzerstörung zu streiten, schwätzt er bei der Gerber-Eröffnung von "wohnen und arbeiten", wohlwissend, das sich fast niemand Kaltmieten zwischen 13 und 17 Euro pro Quadratmeter leisten kann! 

• Statt zu schweigen, schwadroniert er lieber, dass die Stadt ein elementares Interesse daran hätte, dass es dem Milaneo gut gehe, und setzt somit die Interessen der Shoppingmall-Vertreter mit denen der Bevölkerung gleich. Da hätte man auch Wolfgang Schuster im Amt belassen können, der hätte es nicht schöner formulieren können. 

• Statt den Bahnhofskritiker/innen angemessene Orte für ihren Protest zur Verfügung zu stellen, unterstützt er die Etablierung stadtzerstörender Einkaufszentren. 

• Statt den Bahnhof als den Schwachsinn zu benennen, der er ist (was Kuhn im Wahlkampf noch getan hat), versucht er geschickt, das Vokabular der Protestbewegung zu nutzen, um einen Pseudofrieden zu arrangieren. Zitat Kuhn: "Ich hoffe darauf, dass sich auch Menschen, die den Tiefbahnhof kritisch sehen, an der Diskussion um die bestmögliche Nutzung der frei werdenden Flächen beteiligen."

• Statt also den Durchmarsch der Investoren in Stuttgart wenigstens zu erschweren oder zu behindern, lädt er zum "Bürgerdialog" zur Bebauung des Rosensteinquartiers auf dem Gleisvorfeld ein.

Solange das Bauen nur den Marktgesetzen unterliegt, solange Boden lediglich Ware ist, solange Konzerne sich zusammenkaufen können, was sie wollen, solange Autokonzerne hofiert werden, solange die Kuhn-Politik des Schweigens, des Sich-Raushaltens und des "unkritischen Begleitens" politische Praxis in Stuttgart ist, solange kann dort, wo neu gebaut wird, eben nichts Urbanes wachsen, nichts Soziales entstehen, nichts Neues entwickelt werden, sondern nur das, was die besten Renditen abwirft. Solange Kuhn den Kretschmann macht, bleibt alles – beim ganz Alten!

Die Bewegung der Gegnerinnen und Gegner von S 21 hat aber die bessere Alternative. Wir haben K 20, K 21 tausendfach angeboten und beworben und werden weiterhin mit den besseren Argumenten dafür kämpfen, dass der Rosensteinpark und die Gleisflächen überhaupt nicht bebaut werden. Darüber können Sie jederzeit gerne mit uns reden, wir verweigern keinen Dialog, doch wir reden nur über Redenswertes.

Der Kampf um das Tempelhofer Feld in Berlin hat gezeigt, dass Stadtentwicklung auch anders funktionieren kann, dass Bürgerinnen und Bürger sich die politische Handlungsmacht zurückerobern können. Was können wir von den BerlinerInnen lernen? Wie können wir das Politische wieder mehr ins Zentrum unserer Aktivitäten rücken? 

Wir können alle wichtigen Fragen durch konkrete Aktionen beantworten:

• Die Bauarbeiten an S 21 schreiten fort? Machen wir der Bevölkerung unmissverständlich klar, dass S-Bahn-Chaos, dass Staus, dass Lärmbelästigung und Dreck hauptsächlich wegen S 21 vorkommen.

• Es sollen noch mehr verkaufsoffene Sonntage stattfinden? Boykottieren wir diese Konsumveranstaltungen.

• Die nächste Lohnsenkungsspirale für die MitarbeiterInnen bei Karstadt wird schon angeschoben? Unterstützen wir die Gewerkschaften, die gegen Lohnabbau streiten, in ihrem Protest.

• Der Geschäftsführer der Buchhandlung Wittwer will, dass ihm die Bettler und politischen Kundgebungen vom Hals geschafft werden? Kaufen wir also unsere Bücher in Stadtteilläden ein.

• Die Mieten steigen weiter? Unterstützen wir aktiv die Mieterinitiativen, die für bezahlbaren Wohnraum kämpfen.

• Der Protest scheint überaltert? Gehen wir mit den Protestmaterialien vor die Schulen und in die Universitäten.

• Die Bahnbediensteten wollen trotz Medienschelte weiterstreiken? Solidarisieren wir uns mit ihnen. 

• Es sollen in Stuttgart noch mehr Malls betrieben werden? Boykottieren wir die großen Einkaufszentren, stärken wir den Einzelhandel, verbünden wir uns mit denjenigen, die für eine urbane, nachhaltige und soziale Stadt kämpfen. Auch die Macher von S 21 sehen die Stadt lediglich als Verkaufs-und Konsummaschine. 

Denken wir die Themen zusammen, bringen wir unser enormes Potenzial ein und stellen wir es anderen Initiativen zu Verfügung. Politisieren wir uns damit neu und nachhaltig im Sinne einer Bürgerbewegung, mit der auch in Zukunft zu rechnen sein wird. Unten wird dann kein Bahnhof sein, sondern all das, was unten hingehört: Erde, Grundwasser und Mineralquellen. Genau so wird es kommen, liebe Leute, freut euch drauf, denn wir werden – oben bleiben!

 

Fata Morgana

Von Walter Sittler

Eine wann auch immer getroffene Entscheidung, die sich als falsch herausstellt, kann nicht mit noch so viel Geld in eine richtige umgemodelt werden. Jedes Versprechen einer goldenen Zukunft, wenn man nur jetzt massive Einschränkungen und endlose Kosten auf sich nimmt, alle solche Zukunftsversprechungen haben sich am Ende als Fata Morgana erwiesen.

Ein klügerer Mensch als ich hat es so formuliert: Die Politik in diesem Lande kann man definieren als die Durchsetzung wirtschaftlicher Zwecke mithilfe der Gesetzgebung.

Walter Sittler: "Der neue Untergrundbahnhof ist und bleibt unnötig."
Walter Sittler: "Der neue Untergrundbahnhof ist und bleibt unnötig."

Apropos Zukunft: Unsere Kanzlerin hat vor einigen Jahren gesagt: Die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands hängt an diesem Bahnhof. Haben wir dann so lange keine Zukunft, bis der Bahnhof in fernen Zeiten fertig wird? Und was macht die Zukunft bis zur ungewissen Fertigstellung – geht sie so lange spazieren, macht sie Urlaub, geht sie woanders hin?

Der neue Untergrundbahnhof mag noch so schön werden, der Nesenbachdüker vielleicht doch funktionieren, der Filderbahnhof irgendwie gebaut werden – er ist und bleibt unnötig, war unnötig und wird auch in Zukunft unnötig gewesen sein. Nötig wäre ein durchdachtes Konzept für eine an den Bürgerinteressen, an den wirtschaftlichen Notwendigkeiten und der Nachhaltigkeit orientierte und mit optimaler Betriebsqualität ausgestattete Bürgerbahn; Anschluss oder Wiederanschluss der ländlichen Regionen, Wiederanschluss vieler inzwischen abgehängter großer Industriebetriebe, überall funktionierende Bahnhöfe, Elektrifizierung der letzten 40 Prozent des Gleisnetzes. 

Nötig wäre ein von normal begabten Menschen durchschaubares Preissystem, Erhalt der Autoreisezüge, der Nachtzüge, Ausbau des Schienennetzes, welches viele Menschen vom Auto weg auf die Schiene lockt. Das geht – es gibt Länder, die es uns vormachen, die beraten gerne. Die Bürger dieses Landes unterstützen die DB AG jährlich mit vielen Milliarden an Steuergeld. Die Bürgerinnen und Bürger können dafür die bestmögliche, auch mit einem kleinen Geldbeutel bezahlbare Bahn erwarten, und zwar für alle. Um einen ehemaligen Leiter der SBB aus der Schweiz zu zitieren: "Es gibt drei wichtige Kriterien für die Qualität einer Bahn: Sie muss sicher, sauber und pünktlich sein."

Seit fünf Jahren wird gegen den Untergrundhaltepunkt – denn das wird es werden: ein Haltepunkt, an den weniger strenge Maßstäbe angelegt werden als an einen richtigen Bahnhof –, seit über fünf Jahren wird dagegen auf vielfältige Weise demonstriert, werden Gutachten und fundierte Untersuchungen eingereicht, welche die Sinnhaftigkeit des Projekts mehr als in Frage stellen. Trotz all dieser Anstrengungen ist es sehr unwahrscheinlich, dass der Bau deswegen gestoppt werden wird.

Dennoch war und ist das, was die Projektgegner gemacht und versucht haben, nicht vergebens. Im Gegenteil. Es beweist, dass eine kritische, gut informierte, politische Öffentlichkeit möglich ist. Dass aufmerksame Bürger den Finger in die Wunde legen. Die ständig erneuerten Informationen auf dem Büchertisch, die bewundernswerte Institution der Mahnwache – unglaublich, was da geleistet wird –, die verschiedenen Foren: der Architekten, der Ingenieure, der Journalisten, der Behinderten, der Lehrer, der Juristen usw. sind ein sichtbares Zeichen dafür.

Dass eine leider deutliche Mehrheit der Abgeordneten in den gewählten Gremien diese Kraft, das Wissen und das Können nicht für die tägliche Politik nutzen wollen oder können, stellt ihnen ein Armutszeugnis aus. Politisch informierte, wissbegierige und diskussionsfreudige Bürgerinnen und Bürger sind für ein modernes, aufgeschlossenes Gemeinweisen unerlässlich.

Es hilft nichts, sich gegenseitig zu beschimpfen, zu demütigen, anzuschreien, das gilt für alle Beteiligten, ob mächtig oder nicht. Beharrliche, nachvollziehbare, gut informierte Argumentation, klare Haltung, das wird am Ende die politische Kultur befördern – keine kleinliche Rache, kein Nachtreten, keine Rechthaberei.

 

Großer Mist

Von Egon Hopfenzitz

Unerledigt sagt man in Schwaben zu einer Sache, die nicht fertig wird. Großer Mist sagt man in Schwaben zu einer Sache, die nichts taugt. Daher ist Stuttgart 21 derzeit immer noch ein unerledigter großer Mist. 

Was ist noch unerledigt, und was kommt noch auf Stuttgart zu? Beginnen wir bei der alten Neckarstraße, die oben verläuft und darunter die neue Straßenbahnhaltestelle. Im zweiten Untergeschoß folgt der neue Bahntunnel vom Flughafen her und nochmals darunter der Nesenbachdüker, jedoch nicht als Tunnelbaustelle, sondern im störenden Tagebau. Allesamt ein gigantisches Bauwerk in vier Ebenen mit monatelangen Umleitungen des Straßen- und Straßenbahnverkehrs. Die Bahn hat die Genehmigung erhalten, dieses gigantische Loch an der engsten Talstelle in offener Bauweise zu errichten und wie sie sagt "im öffentlichen Interesse".

Egon Hopfenzitz: "Wer hat recht?"
Egon Hopfenzitz: "Wer hat recht?"

Gehen wir weiter in Richtung Bahnhof, so stoßen wir im bereits baumlosen und zerstörten, früher so schönen Mittleren Schlossgarten auf den inzwischen sogenannten Feldherrnhügel, in dessen Nähe am Schwarzen Donnerstag zahlreiche S-21-Gegner durch Wasserwerfer schwer verletzt wurden. Hier ist ein Wunder geschehen! Als dort ein Polizeipräsident und ein Oberstaatsanwalt – allesamt Befürworter von S 21 – die Lage beobachteten, wurde plötzlich aus den gefährlichen Wasserstößen ein friedlicher Nieselregen.

Bald stoßen wir auf den markanten Bahnhofsturm: 1916 fertiggestellt und 58 Meter hoch. Sechs Buchautoren schreiben von Eichenpfählen, auf denen er stehen soll. Eine Institution, die Bahn, spricht von Eisenpfählen. Wer hat recht? Eine bautechnisch schnelle und einfache Freilegung könnte dies klären, so man dies überhaupt will. Die Bahn weigert sich jedoch, dies zu tun. Warum? Dafür gibt es für mich nur einen Grund: Die Bahn weiß, dass der Turm auf Eichenpfählen steht und diese auf den geplanten Wasserentzug sehr empfindlich reagieren können.

Zur Herstellung des riesigen Bahnhofstrogs von der Neckarstraße bis zur Kriegsbergstraße müssen 3500 Betonpfähle, allesamt 15 m lang, bis zu 29 m unter Erdniveau eingerammt werden, und zwar mit je 125 Schlägen. Es werden dazu erforderlich:

• alle 15 Sekunden ein Schlag 

• pro Minute vier Schläge 

• pro Stunde 240 Schläge 

• pro 24 Stunden 5760 Schläge 

Das sind insgesamt eine Million 36 tausend und 800 Schläge mit Schallwellen vom Kessel bis zu den Höhen.

Aber alle diese Betonpfähle bleiben für immer und ewig ein Betonbollwerk quer durch den Talkessel mit nicht abschätzbaren Folgen. Und das scheint niemand zu stören: nicht die Bahn, nicht die Stadt, die von einem grünen OB geführt wird, nicht die CDU, nicht die FDP, nicht die Grünen, offenbar nur die Linken und offensichtlich nur Sie und mich.


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Kommentare

Jupp, 16.12.2014 18:00
@Gaigeler
Ohne S21 geht BW sicher genausowenig den Bach runter wie mit S21.
Dafür ist das Projekt sicher zu klein.
BW hat ein BIP>400 mrd im Jahr.
Und hat eine Beteiligung von <1 mrd.
Wie soll von so einem Projektle die Zukunft abhängen?
Aber das Leben wird mit S21 ein wenig besser.
@Schwabe
Ich gebe mir sehr Mühe alle Fragen zu beantworten. Meist sind die Fragen nicht komplex. Falls ich nicht alle beantwortet habe liegt das vlt daran, dass viele Kommentare von mir nicht veröffentlicht werden.
Ich bleibe aber tapfer für euch da...

Gaigeler, 16.12.2014 15:21
1. Was meinen Sie woran das liegt, dass der Jugend S21 gefällt?
@Jupp : Ganz einfach, weil Scharlatane wie Sie nicht müde werden, dieses Projekt als Zukunft zu betiteln, ohne das ganz Baden-Württemberg den Bach runter ginge.

Werbetechnisch geschickt belegt, aber eben nur Werbung.

Schwabe, 16.12.2014 06:36
Lieber Jupp,
Jugendliche und auch viele andere vertrauen dem was Sie täglich hören und z.T. mit schönen Bildern vorgesetzt bekommen. Daran gibt es grundsätzlich nichts auszusetzen.
Da Sie das m.E. genau so gut wissen wie ich halte ich Sie für einen derjenigen Befürworter die die Menschen bewusst für dumm verkaufen - siehe Ihre Fragestellung - und dies Kritikern unterstellen wollen. Denn detailliert sachlich fundierte Argumente haben Sie ja nicht. Das sieht man daran das Sie auf bestimmte Fragen anderer Kommentatoren nicht eingehen.

CharlotteRath, 15.12.2014 18:24
Jupp-heißa,
in jeder Alterstufe gibt es solche und solche,
beispielsweise auch:
https://de-de.facebook.com/jugendoffensive

Davon haben übrigens einige am 30.09.2010 Kopf und Kragen riskiert, um die Erholungsfläche Mittlerer Schlossgarten als ein Teil der grünen Lunge für Stuttgart zu erhalten (welche mit S 21 quer verriegelt werden soll und das Gleisfeld als wichtige nächtlichen Hitzeregulator verlieren wird). Diese Jugendlichen waren damals vernünftig genug, Millarden öffentlicher Euro eher für Bildung investieren zu wollen als für einen überflüssigen unterirdischen Haltepunkt auszugeben (denn Stuttgart hat einen funktionierenden Hauptbahnhof, Stuttgart ist auch üppigst mit Einkaufs- und Büroflächen ausgestattet). Nur wurde ihnen damals in aller Deutlichkeit beigebracht, dass erstens ihr Engagement in dieser Sadt unerwünscht ist und zweitens, dass hier Beton mehr zählt als Köpfe.

Jupp, 15.12.2014 07:27
@Dichtbert
Heimerl hat die nach ihm benannte Trasse im Alter von 55 Jahren vorgestellt.
Bonatz wäre heute 137...
Wir wollen aber nicht vom Thema abschweifen.
Der Protest wird vom Volk, den Medien und auch intern als Rentnerprotest wahrgenommen.
Zwei Fragen:
1. Was meinen Sie woran das liegt, dass der Jugend S21 gefällt?
2. Was halten Sie von der Idee des Herrn Lösch?

Lustig finde ich mitlerweile die Konflikte in der Argumentation. Man hält S21 für umkehrbar. Sonst wäre der Protest ja vollkommen sinnfrei, oder?
Und um die Umkehrbarkeit zu belegen wird stets behauptet, dass S21 ja noch gar ncht richtig gebaut wird, oder?
Seltsamerweise wird Montags aber so sehr über die schlimmen Belastungen durch die vielen S21- Baustellen gejammert.
Wie passt das zusammen?
Wie will man das der Jugend beibringen?
Kann es sein, dass die Jugend es spannend findet, was hier passiert? Dass dieses hässliche Gleisfeld verschwindet und im Gegenzug Stadtteile und wichtige Erholungsflächen entstehen.
Kann es sein, dass eigentlich überhaupt niemand mehr versteht, was ihr Montag für Montag treibt?
Kann es sein, dass es bei der Jugend etwas seltsam ankommt, wenn man 250 mal die gleichen Argumente ins Micro plärrt?
Vor allem, wenn sie sie so daneben sind wie die S21-wirdgarnichtgabaut-Lüge.

Liane, 14.12.2014 19:59
Warum müssen immer mehr Politiker und Behördokraten und temporäre Schein-PrivatFirmen-Angestellte ihre Bürger anlügen? anschwindeln? bescheissen?
und auf erschreckender Weise: immer öffentlicher, immer dreister!
wenn alles best gepkant, toll gerechnet ist, dann braucht es doch diese Heimlichtuerei nicht, dann kann man doch wenigstens den "Partnern" (hüstel) die Wahrheit sagen....
aber egal ab NSA, NSU, S21, BER: man betrügt sich gegenseitig was das Zeug hält!!!

dichtbert, 13.12.2014 23:09
Amüsierter, 11.12.2014 18:37 - nunja, gelegentlich kann auch die Wortwahl sehr verräterisch sein. Die Verwendung des Begriffes "Protestgreise" deutet eben auch auf einen etwas , sagen wir mal "reiferen" Jahrgang hin. Wussten Sie eigentlich, dass die Schnappsidee, den Stuttgarter Bahnhof zu verbuddeln von einem 82 jährigen Befürwortergreis stammt?

Amüsierter, 11.12.2014 18:37
Ja, genau Jupp; das wäre ein Spaß, wenn diese Protestgreise der Jugend, welche sich vom Protest schon vor Jahren mit Grausen abgewandt haben, nun noch hinterher schleichen und die Schüler und Studenten stalken würde.

dichtbert, 11.12.2014 16:36
Lieber Jupp,

bitte benutzen Sie für Ihre Spasskommentare doch die lustige Spass-Facebook-Seite der IG Bürger, der FDP oder alternativ die Kommentar-Funktion der StZ. Da sollte eigentlich genug Raum für Ihre abartigen Ergüsse sein. Hier tauschen sich nämlich erwachsene Menschen aus, also nicht Ihre Zielgruppe.

Danke für Ihr Verständnis.

CharlotteRath, 11.12.2014 13:24
"Jupp", bitte mitteilen:
a) Wo steht, dass es die Stadt Stuttgart ist, die das Gleisfeld bebauen werde?
b) Wie erreichnen sich die "Milliarden" die die Stadt daran angeblich verdient, und in welchem Verhältnis steht dieser Verdienst zu den bereits aufgebrachten und noch auflaufenden Kosten für das Projekt S21 aus Stadtsäckel sowie den ständig steigenden Verlusten der hiesigen Bürgerschaft (in ihrer Stau- und Feinstaubhauptstadt)?
c) Wo hat Herr Kuhn Wohnraum geschaffen, was für welchen und wie viel?

Jupp, 11.12.2014 07:42
Die Reden der Ikonen sind sehr lustig.
Gerade Herr Lösch lebt vom Steuergeld wie die Made im Speck. Will aber dass die Stadt auf Milliarden verzichtet und das Gleisfeld nicht bebaut.
Wer das ganze Leben nur Kohle vom Staat bezieht schimpft immer am meisten gegen den bösen Staat.
Das Geld kommt in einer globalisierten Welt von alleine und der Strom aus der Steckdose.
Das gleiche trifft für den öffentlich-rechtlichen Herrn Sittler zu.
Zum Glück gibt es noch Menschen, die in der Realität leben und sich darum kümmern dass wir Menschen Wohnraum und Arbeit haben. Danke dafür Herr Kuhn.
Das einzig gute an den Statements der Redner ist, dass sie mit ihren schrägen Geschwurbel niemanden erreichen.
Wieviele haben die hardcore-K21er bei der Kommunalwahl gewählt?
0,9%!

PS Zitat Herr Lösch:
"Der Protest scheint überaltert? Gehen wir mit den Protestmaterialien vor die Schulen und in die Universitäten."
Das musste ich schon sehr lachen.
Wie wäre es von Haustüre zu Haustüre zu ziehen und die Leute über den bevorstehenden Weltuntergang zu informieren? Und wenn niemand das Geschwurbel hören möchte einfach den Fuss in die Türe stellen.
Vergesst nicht: Die Leute sund alle doof.
Keiner kann Zeitung lesen.
Niemand hat Internet.
Ihr habt eure stets gleichen Argumente erst 250 mal vorgetragen, die ganze Stadt zugeklebt, hunderte mal die Stadt lahmgelegt, zig Stunden Liveübertragung im Fernsehen erhalten, tausende Gegnerartikel über Nauke, Stern etcpp lanciert....
Aber sicher werdet ihr irgendwo noch jemanden finden der noch nie eure Argumente gehört hat.
Die Kids werden es toll finden, wenn ihnen der Weltuntergang auf dem Schulhof gepredigt wird.
Ehrlich.
Ihr müsst das machen.
Chacka

Antwort auf Jupp, 10.12.2014 22:12
Haben Sie sich einmal an die Straße gestellt und methodisch gezählt? Ich habe es zu besseren Zeiten einmal getan, als noch tatsächlich 40.000 Menschen gegen S21 auf der Straße waren. Die Polizei kam auf 13.000 (auf grund einer Luftbildaufnahme am Ende der Veranstaltung). Seitdem weiß ich, wie die offiziellen Angaben zu bewerten sind.

dichtbert, 10.12.2014 21:53
@Jupp, 10.12.2014 07:23 - Eine Frage: wieso interessieren Sie sich eigentlich so brennend für Teilnehmerzahlen? An Ihrer Stelle würde ich mir um den sogenannten Baufortschritt mehr Sorgen machen. Achja.. in anderen Kommentaren interessiert sich ein gewisser Knut Kruse bzw. Paul Peter ebenso für die Zahlen der Projektgegner. Für das Bürgerbegehren interessieren sich die vermutlich mehr, als die Initiatoren. Finde ich irgendwie komisch. Haben diese Typen denn kein anderes Hobby?

sumpfwurz, 10.12.2014 19:38
"„Wenn einem das Konsumverhalten der Bevölkerung mehr wert ist, als die Versammlungsfreiheit ist es schlecht bestellt um die Demokratie in der Stadt.“ Zweimal habe er erfolglos versucht, OB Kuhn von juristischen Schritten abzuhalten.“, so Hannes Rockenbauch am Mo, zitiert nach StZ(http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stuttgart-21-gruenen-schelte-bei-der-250-montagsdemo.eacf435b-7f8d-412abec-3470ebe06a64.html), um die „Grünen-Schelte“ zu vervollständigen. Außer Hannes Rockenbauch fehlt noch ein weiterer eindrucksvoller Redner zum 250.Jubiläum: Tiziano Cardosi. In Italien gibt es ganz andere Probleme als ein paar angeschwärzte Grüne. Da werden Gegner nicht verlacht und verleumdet, sondern gleich zu Staatsfeinden erklärt. (http://cams21.de/08-12-2014-250-montagsdemo-gegen-stuttgart21/ Tiziano Cardosi)

Peter S., 10.12.2014 10:55
Danke an die Sprecher der 250iger Demo. Auch den Italiener mit Übersetzung.
Warum hab ich nur zu jedem einzelnen der am Montag gesprochen hat, 100 mal mehr Vertrauen als in die Politiker die angeblich das Volk vertreten?

Welchem Landtagsabgeprdneten würde ich nur für 10 Euro Risiko glauben?
Wem aus dem Gemenge aus CDU+FDP+SPD+FW im Gemeinderat?

Die fühlen sich aus meiner Sicht nur der herrschenden Meinung der eigenen Partei verpflichtet.

Die Veranstaltung anschliesend im Kunstverein war sehr gut, aber leider auch nicht geeignet, das Vertrauen in irgendeine Instanz im Staate zu stärken.

Der Schwarze Donnerstag hat überdeutlich gezeigt, wie verrottet unsere Stadt (und BW und BRD) heute schon im Innern ist.
Und zu meinem Erschrecken sehe ich ausser engagierten Bürgern niemand, der ein Interesse zeigt dies zu ändern.

DenBaadersihrAndy, 10.12.2014 09:29
Echt geile Typen.Vielen Dank an euren unermüdlichen Einsatz.

Ein absoluter Albtraum sind diese einzuschlagenden Betonträger(oder doch eher Stahlträger?).Das hat Potential die Stimmung im Städtle massiv zu beeinflussen.Es würd sich sicher lohnen, da Informationen einzuholen, wie das ablaufen wird.
Wieviele Stunden am Tag wird eingeschlagen?Wieviele Rammen sind im Einsatz?

Bei 3500 Pfählen a 125 Schläge komm ich zwar auf nur 437 000 Schläge und nicht auf über eine Million.

Trotzem würden die Arbeiten dann bei einer Ramme und einem elendig langen Arbeitstag von 16 Stunden 114 Tage dauern(wenn diese alle 15 Sekunden Taktung stimmt).

Bei 5 Rammen (und dem 5fachen Lärm!!!!!) immernoch quälend lange 22 Tage.

Die Anwohner können einem jetzt schon leid tun.
Einziger Trost für mich ist ,daß das Innenministerium und das Bankenviertel gleich um die Ecke sind und das miterleben dürfen.

Tillupp, 10.12.2014 08:49
Das ist ein Problem in unserer Medienlandschaft. Wenn 400 Hooligans im März in Mannheim demonstrieren und dabei Polizisten verletzt werden, dann steht es in allen Zeitungen, aber wenn 5000 Menschen zum 250-sten Mal zusammen kommen, wird es in den Medien nicht mehr groß erwähnt bzw. höchstens als Randnotiz. Außer in Kontext habe ich nirgends die Beeindruckende Zahl von 5000(!) Demonstranten gelesen. Danke an alle Beteiligten, dass ihr Euch gegen den Wahnsinns-Bau weiterhin engagiert. Das nächste Mal bitte zur besseren Wahrnehmbarkeit ein paar Autoreifen anzünden (wie Bretonische LKW-Fahrer) oder einfacher versuchen im Anschluss mit dem Zug wegzufahren, aber vorher noch am Bahnschalter versuchen Fahrkarten kaufen. Alle schön in einer Reihe am Schalter anstellen!

Jupp, 10.12.2014 07:23
Was? Nur 5000 Teilnehmer?
Wenn das die Parkschützer lesen wird Kontext ruckzuck in die LGNPCK-Ecke gestellt.
Eine Frage: Warum macht sich der Protest eigentlich immer größer als er ist?
Warum wird bei den Teilnehmerzahlen stets gelogen?
Klar heute nicht mehr so extrem wie vor der Wahl als man gern die 3-fache Teilnehmerzahl angegeben hat.
Warum hat man den Teilnehmern vor dem Volksentscheid eingeredet sie wären die Mehrheit?
Warum basiert so vieles auf Lügen?

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