KONTEXT Extra:
Zwei Afd-Fraktionen im Landtag zulässig

Nach dem von der Landtagsverwaltung in Auftrag gegebenen Gutachten zur Vertretung der "Alternative für Deutschland" (AfD) im baden-württembergischen Parlament gibt es keine Handhabe gegen die Parallelfraktion. Die Professoren Christofer Lenz, Martin Morlok und Martin Nettesheim schreiben in ihrer 35-seitigen Stellungnahme: Der unter der Bezeichnung "Fraktion der Alternative für Baden-Württemberg im Landtag von Baden-Württemberg" auftretende Zusammenschluss von 14 der AfD angehörenden Abgeordneten sei "seit seiner Konstituierung am 06.07.2016 eine Fraktion im Sinne der Geschäftsordnung des Landtags". Einer Anerkennung bedürfe es nicht. Es bestünden keine über den Wortlaut Geschäftsordnung "hinausgehende, rechtliche Anforderungen an die Zulässigkeit einer Fraktionsbildung".

Auch das "Verbot der Fraktionsvermehrung" greift nach Einschätzung der Gutachter nicht. "Der Landtag würde die verfassungsrechtlichen Grenzen seiner Geschäftsordnungsautonomie aber nicht überschreiten", heißt es weiter, "wenn er eine Regelung erließe, die die Gründung einer 'Parallelfraktion' untersagt." Einer bereits bestehenden Fraktion ist der Status aber auch dadurch nicht zu nehmen. Denn: "Eine derartige Regelung dürfte nur mit Wirkung für die Zukunft erlassen werden, zweckmäßigerweise zum Zeitpunkt des Zusammentritts des neuen Landtag."

Damit müssen sich die anderen Fraktionen, wenn der AfD-Bundes- und Landessprecher Jörg Meuthen mit den Bemühungen eines Zusammenschlusses unter seiner Führung keinen Erfolg hat, weiterhin mit mindestens zwei rechtspopulistischen Rednern und Rednerinnen zu jedem Tagesordnungspunkt abfinden. Die geschätzen Kosten der Spaltung für die Steuerzahler und Steuerzahlerinnen liegen bei drei Millionen Euro. Denn auch die zweite AfD-Fraktion hat ein Recht auf die allen anderen zustehende finanzielle Ausstattung. (25.7.2016)


Zweiter NSU-Ausschuss: Geheimdienste auf der Theresienwiese?

Der zweite NSU-Untersuchungsausschuss des Landtags hat in seiner konstituierenden Sitzung am Donnerstag die ersten zwei Zeugen benannt. Sie sollen nach den Worten des Vorsitzenden Wolfgang Drexler (SPD) Auskunft darüber geben, "ob sich am Tag des Anschlags auf die beiden Polizeibeamten in Heilbronn Geheimdienste am oder in der Nähe des Tatorts befunden" haben.

Im ersten Ausschuss in der vergangenen Legislaturperiode hatte der Journalist und NSU-Experte Rainer Nübel als Sachverständiger dazu Stellung genommen. "Er verwies", wie es im Abschlussbericht heißt, "zunächst auf die mutmaßliche Anwesenheit der Defence Intelligence Agency (DIA) zur Tatzeit am Tatort". Mitte November 2011 habe er, wie Nübel weiter zitiert wird, eine Nachricht von der "Stern"-Redaktion in Hamburg erhalten, wonach ein dort vorliegendes Papier ein mutmaßliches Observationsprotokoll des amerikanischen Militärgeheimdienstes DIA darstelle. Daraus gehe hervor, dass zur Tatzeit eine Observation von "M. K." und einer weiteren, nicht näher definierten Person durch US-Agenten stattgefunden habe. Zumindest eine dieser beiden Personen habe zuvor bei der Santander-Bank 2,3 Millionen Dollar oder Euro abgeholt. Und weiter: "Sicherheitsbeamte entweder aus Baden-Württemberg oder Bayern sollten präsent gewesen sein und die Operation aufgrund eines 'Shooting Incident' zwischen 'White Wings', also Neonazis bzw. Rechtsextremisten, und einer Polizeistreife abgebrochen worden sein."

Nübel hatte bei seinem Auftritt als Sachverständiger umfangreiche Ausführungen zu den eigenen Recherchen gemacht. Aus Zeitgründen und angesichts des Endes der Legislaturperiode, so Drexler, der auch den ersten Ausschuss führte, habe diesem Komplex aber nicht mehr detailliert nachgegangen werden können. Im Einsatzbeschluss des zweiten Gremiums heißt es jetzt, insbesondere sei zu klären, ob "Angehörige von ausländischen Sicherheitsbehörden auf der Theresienwiese oder in der Umgebung im Umfeld des Mordanschlags am 25. April 2007 anwesend waren, ob und welche Rolle diese beim Tatgeschehen gespielt und welche Erkenntnisse dazu bei deutschen Sicherheits- und Ermittlungsbehörden vorgelegen haben". Die erste öffentliche Sitzung des Untersuchungsausschusses findet am 19. September statt. Gehört werden zum Auftakt auch noch einmal vier Sachverständige.


Keine Nebenabsprache zu Stuttgart 21

Um Streit zu vermeiden, sind laut Winfried Kretschmann die bis zum Wochenanfang geheimen Nebenabreden mit der CDU zusätzlich zum Koalitionsvertrag getroffen worden. Die Aufregung darüber, dass Ausgaben von 1,3 Milliarden Euro ohne Finanzierungsvorbehalt an der Öffentlichkeit vorbei festgeschrieben wurden, versuchte der Regierungschef mit neuen Einblicken in seinen Politikstil zu kontern: "Auch ich muss mal mauscheln, auch ich muss mal dealen." Kein Mensch auf der Erde, der vernünftig Politik machen wolle, kriege das hin ohne Absprachen hinter den Kulissen. Da habe er kein schlechtes Gewissen, denn es sei "unspektakulär", einzelne Maßnahmen zu priorisieren, die grundsätzlich ohnehin im Koalitionsvertrag vereinbart seien.

Unter anderem ist im Detail aufgeführt, dass 325 Millionen Euro ohne Finanzierungsvorbehalt in die Digitalisierung fließen sollen, 100 Millionen in die bessere Ausstattung der Polizei oder 40 Millionen in die Elektromobilität. Der mit 500 Millionen Euro größte Betrag ist allerdings nicht mit konkreten Informationen versehen, die Summe steht für "Investieren/Sanieren (Straße/Schiene, Hochbau, Hochschulen, ...)" zur Verfügung. Der Ministerpräsident widersprach Mutmaßungen, dass in dieser halben Milliarde auch zusätzliche Mittel für Stuttgart 21 über den Kostendeckel hinaus versteckt sein könnten. Für die laufenden Zahlungen gebe es einen Sonderposten im Haushalt. Nebenabsprachen zu diesem Thema hätten nicht stattgefunden.

(19.07.2016)


Die Reichen sind noch viel reicher

Einkommenserhebungen bei Spitzenverdienern aus mehr als 1300 Firmen haben ergeben, dass alle offiziellen Einschätzungen zur wachsenden sozialen Kluft in der Bundesrepublik die Situation beschönigen. Nach den Zahlen, die das ARD-Magazin "Monitor" in diesen Tagen veröffentlichte, verdienen Manager und Vorstände im Durchschnitt nicht 200 000 Euro jährlich, sondern rund eine halbe Million. Die 200 000 Euro sind aber offiziell im sogenannten Sozioökonomischen Panel (SOEP) ausgewiesen, welches wiederum wichtiger Eckpfeifer der bisherigen Armuts- und Reichtums-Berichterstattung in Bund und Ländern ist.

Das Bundesarbeitsministerium will die Daten dort jetzt einfließen lassen, ebenso wie die Erkenntnisse einer in der vergangenen Woche von der Bertelsmann-Stiftung veröffentlichten Studie. Danach verdienen die einkommensstärksten zehn Prozent der Bevölkerung mehr als die unteren 40 Prozent zusammen. Und die Einkommensungleichheit wächst weiter. In "Monitor" präsentierte Wirtschaftsweise Peter Bofinger eine vergleichsweise einfache Lösung: "Aus meiner Sicht würde es naheliegen, wieder zu den Steuersätzen zurückzukehren, die wir in den Neunzigerjahren hatten, und das war ein Spitzensteuersatz in der Einkommenssteuer von 53 Prozent." Zurzeit liegt er bei 42 Prozent. Ab einer bestimmten Einkommenshöhe werden drei Prozentpunkte Reichensteuer hinzugerechnet. Von ihr sind aber nicht einmal ein halbes Prozent der Steuerzahler und Steuerzahlerinnen betroffen.


Stuttgart 21: Großdemo und Umstiegskonzept

Zur Großdemo gegen Stuttgart 21 am kommenden Samstag erwarten die Initiatoren Tausende Teilnehmer. Kontext kommt auch. Mit hübschen neuen Postkarten und Aufklebern!

Heute, Freitag, hat eine Expertengruppe des Aktionsbündnisses gegen Stuttgart 21 ihr Konzept "Umstieg21" vorgestellt, mit dem die derzeitige Projektbaustelle doch noch zu einem sinnvollen Ende finden könnte. Unter www.umstieg-21.de stellen die Planer ihre Ideen in einer umfänglichen Broschüre dar. "In meinen dreißig Jahren als Literaturkritiker im Fernsehen habe ich nie eine Prosa gelesen, die so wohltuend war, so sinnvoll wohltätig", schreibt der berühmte Schriftsteller aus Freiburg, Jürgen Lodemann, über das Heft. "Endlich wird da nicht mehr nur Nein gesagt, sondern entstand da eine wunderbare Broschüre, die mit Sorgfalt und mit großer Eisenbahnliebe und Stuttgartliebe reale Vorschläge macht, wie man aus dem unverantwortlichen Desaster noch jetzt 'positiv' aussteigen kann - und muss! - das spart tatsächlich immense Kosten und da bleibt im Herzen der Landeshauptstadt keine dauerhaft blamable Bau-Ruine, sondern es entstehen zahlreiche überaus einleuchtende Lösungen rund um einen tollen Kopfbahnhof!"


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Dunkle Wolken über der S-21-Fildertrasse. Foto: Joachim E. Röttgers

Dunkle Wolken über der S-21-Fildertrasse. Foto: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 184
Wirtschaft

Wiedergeburt des Wutbürgers

Von Jürgen Lessat
Datum: 08.10.2014
Gegen Ende der elftägigen Erörterung zur Anbindung des Flughafens an Stuttgart 21 schlagen die Wellen hoch. Die Deutsche Bahn muss das Gesamtprojekt rechtfertigen – was ihr nur bedingt gelingt. In die Defensive drängt sie ein Physiker, der Widersprüche in Studien und Statements der Vorhabenträgerin aufdeckt.

Es ist fast wie früher, als hiesige Ministerpräsidenten noch vom "neuen Herz Europas", von Fortschritt und Wohlstand für alle, schwärmten. Oder als ein Bahnchef Stein und Bein schwor, dass der Kostendeckel von 4,5 Milliarden Euro niemals gelupft werde. Wie vor Jahren noch während der großen Demos gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 in der Landeshauptstadt gab es nun wieder "Lügenpack"-Rufe. Diesmal gellten sie durch die Filderhalle von Leinfelden-Echterdingen.

Im großen Saal des Veranstaltungszentrums, wo sonst Tanzkurse Abschlussbälle feiern, stand am vergangenen Montag und Dienstag der Schlussakt des elftägigen Erörterungsmarathons zum Planfeststellungsabschnitt PFA 1.3 von S 21 an. Anders als in den Tagen zuvor ging es nicht nur um die umstrittene Flughafenanbindung an das Projekt, um deren Genehmigung sich die Bahn seit zwölf Jahren vergeblich bemüht. Unter den Kapiteln "Großräumige Varianten" und "Planrechtfertigung" stand auch das Gesamtprojekt zur Diskussion.

Dabei legten die Experten von Umweltverbänden und Bürgerinitiativen ihre Finger in oft schon vergessene wunde Stellen. So wurde etwa die Kosten-Nutzen-Rechnung der Neubaustrecke nach Ulm (NBS) erneut hinterfragt. Sie ist nur positiv, was Bedingung für öffentliche Investitionen ist, dank ominöser leichter Güterzüge, die einmal neben schnellen ICEs dort verkehren sollen. Weil der Güterzugverkehr auf der extrem steilen Strecke und aufgrund erwartbar hoher Trassenpreise unwirtschaftlich sein wird, gelten diese Züge in der Branche längst als Phantomzüge.

Auch die 2010 erteilte Ausnahmegenehmigung des damaligen CSU-Bundesverkehrsministers Peter Ramsauer, auf bestehender S-Bahn-Trasse "Mischverkehre" mit Regional- und Fernzügen zum Flughafen zuzulassen, sorgte für Empörung. Der Bahn erspart Ramsauers Freibrief die kostspielige Aufweitung vorhandener Tunnel, was die Eisenbahnbetriebsordnung eigentlich verlangt. Nachdem sich der Verkehrsexperte Sascha Behnsen von der Schutzgemeinschaft Filder und Bahn-Advokat Peter Schütz heftige Wortwechsel lieferten, wie wahrscheinlich eine Verlängerung der bis 2035 befristeten Ramsauer-Genehmigung ist, gab es kein Halten mehr: Mit "Lügenpack" quittierte das Publikum die selbstgefällig vorgetragene Prophezeiung von Schütz, auch in fernerer Zukunft mit ICE und Doppelstock-Regios durch enge S-Bahn-Tunnel fahren zu dürfen.

Vergleich mit pfälzischem Pleiteprojekt provoziert Eklat

Wutausbrüche sind nicht die Sache von Christoph Engelhardt. Doch auch der anschließende Auftritt des ruhigen Physikers als Gutachter für den Umweltverband BUND endete ebenfalls fast im Eklat. DB-Jurist Schütz drohte mit Auszug der Bahnvertreter, nachdem Engelhardt eine Folie mit Schwachstellen von Stuttgart 21 an die Wand geworfen und das schwäbische Milliardenprojekt mit Pleiteprojekten wie dem pfälzischen Nürburgring und der Elbphilharmonie in Hamburg gleichgesetzt hatte. "Das ist ein Missbrauch der Erörterungsverhandlung zu einer Propagandaveranstaltung", polterte Schütz. Wohl auch vor dem Hintergrund, dass EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia erst vor Kurzem festgestellt hatte, dass die Eifel-Rennstrecke zu Unrecht rund eine halbe Milliarde Euro an staatlichen Hilfen der rheinland-pfälzischen Landesregierung bekommen hatte.

Provokante Folie: BUND-Gutachter Christoph Engelhardt während der Erörterung. Foto: privat
Provokante Folie: BUND-Gutachter Christoph Engelhardt während der Erörterung. Foto: privat

Denn auch in den geplanten Stuttgarter Tunnelbahnhof fließen Millionen an öffentlichen Geldern, wenn auch die Bahn stets betont, dass er ein "eigenwirtschaftliches Vorhaben" des Schienenkonzerns ist. Mit am Sponsorentisch sitzt neben Bund, Land, Stadt und Region auch die Europäische Union, wie sich auf jeder offiziellen S-21-Publikation am blauen, sternengeschmückten EU-Logo ablesen lässt. Mit 135 Millionen Euro beteiligt sich der europäische Steuerzahler am Bahnhofsbau zu Stuttgart. Wichtigste Förderbedingung: Tiefbahnhof und Tunnels sollen den vermeintlichen Engpass Kopfbahnhof am Bahnkoten Stuttgart auf der Magistrale Paris–Brastislava beseitigen.

Im entsprechenden Förderantrag aus dem Jahr 2007 versprach der damalige Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) genau das, was Projektbefürworter jahrelang als Segen der Bahnhofsverlegung gepriesen hatten: Der neue Tiefenhalt werde die doppelte Leistung des bisherigen Kopfbahnhofs erbringen. Ein Versprechen, an dem Christoph Engelhardt als Gründer des Faktencheck-Portals wikireal.org erhebliche Zweifel hegt.

Bahngutachten bestätigen Projektkritiker

Als Beweis führte Engelhardt in der Filderhalle ausgerechnet Gutachten an, die im Auftrag der DB von Bahnwissenschaftlern wie den heute emeritierten Professoren Wulf Schwanhäußer und Gerhard Heimerl angefertigt wurden. Beide hatten vor Jahren schone eine Kapazität von 32 Zügen die Stunde in der achtgleisigen Durchgangsstation vorhergesagt. Der derzeitige Leiter des Verkehrswissenschaftlichen Instituts der Uni Stuttgart, Professor Ullrich Martin, habe die Kapazität des Tiefbahnhofs während der Stresstest-Diskussionen bei nahe 42 Zügen gesehen, erwähnte Engelhardt. "Allerdings bei extrem kurzer Haltezeit von 1,6 Minuten", kritisierte er.

BUND-Gutacher Christoph Engelhardt. Foto: Jo E. Röttgers
BUND-Gutacher Christoph Engelhardt. Foto: Joachim E. Röttgers

Der Physiker überprüfte die Angaben von Schwanhäußer und Heimerl anhand der Gleisbelegungen. 32 Züge in der Stunde seien vom Belegungsgrad her durchaus plausibel, so sein Ergebnis. Unter Fachleuten gilt ein Fifty-fifty-Verhältnis zwischen belegtem und freiem Bahnsteiggleis als ideal. Verhältnisse über 60 zu 40 werden als nur noch schwer fahrbar, über 70 zu 30 als unfahrbar eingestuft. Die Bahn selbst nannte gegenüber Engelhardt Belegungen von 56 beziehungsweise 58 Prozent im neuen Tiefbahnhof. "Allerdings für die beiden am wenigsten belasteten Bahnsteiggleise", so Engelhardt. Er selbst berechnete den Belegungsgrad, um die Stresstest-Leistungsbedingung von 49 Zügen in der morgendlichen Spitzenstunde zu bewältigen. "Sie steigt auf 84 Prozent", sieht Engelhardt den Tiefbahnhof als deutlich zu klein dimensioniert.

Bahn wirbt noch immer mit "doppelter Leistung"

Thorsten Schaer von der Bahn konterte, dass 32 Züge im Schwanhäußer-Gutachten nur eine durchschnittliche "Nennleistung" über vier Stunden darstellten. Sprich: einen Mittelwert, der in der Hauptverkehrszeit überschritten und in den verkehrsschwächeren Nebenzeiten unterschritten wird. Im weiteren Diskussionsverlauf stellte sich allerdings heraus, dass im wissenschaftlichen Sprachgebrauch die fragliche Belegungsnennleistung nur bei Streckenabschnitten außerhalb von Bahnhöfen verwendet wird. Schaers Statement reiht sich damit aus Sicht Engelhardts ein in eine Reihe von Behauptungen seitens der Bahn ein, die bislang unbewiesen sind. "Am ehesten können die Professoren meine Fragen selbst beantworten", beantragte er deshalb, die Gutachter der Bahn in die Erörterung zu laden. Fragen habe er auch an Infrastruktur-Bahnvorstand Volker Kefer, betonte er. Doch damit stieß er beim veranstaltenden Regierungspräsidium Stuttgart auf taube Ohren. "Es geht auch ohne Gutachter", so Verhandlungsleiterin Gertrud Bühler knapp.

Um Kapazitätsunterschiede zwischen Kopfbahnhof und Tiefstation eindeutig benennen zu können, bedarf es zwangsläufig der Leistungsdaten des bestehenden Bahnhofs. Doch diese gibt es nicht, oder die Bahn verweigert ihre Herausgabe. Unabhängige Gutachten, etwa das von der Nahverkehrsgesellschaft NVBW bestätigte von Vieregg-Rössler, sehen die maximale Kopfbahnhof-Kapazität über der des Tiefbahnhofs, bei 50 Zügen die Stunde.

Anzeige bei EU-Korruptionsbehörde unauffindbar 

"Stuttgart 21 war schon zu Beginn als Rückbau der Leistungsfähigkeit ausgelegt worden, was aber über viele Jahre systematisch verschleiert worden war. Jüngere Simulationen, die eine Leistungssteigerung nachweisen sollten, wie etwa der Stresstest, waren mit stark leistungserhöhenden Fehlern behaftet, die inzwischen zumeist aufgedeckt bzw. eingestanden wurden", heißt es unmissverständlich auf wikireal.org. Weil das Projekt einen Engpass auf einer Europäischen Zugmagistrale schaffe, fehle ihm die Planrechtfertigung, bekräftigte Engelhardt am Montag erneut.

Netzauftritt des EU-Amts für Betrugsbekämpfung. Foto: Screenshot
Netzauftritt des EU-Amts für Betrugsbekämpfung. Foto: Screenshot

"Die doppelte Leistungsfähigkeit von Stuttgart 21 war ein haltloses Versprechen gegenüber der EU-Kommission", kritisierte er. Im Bahnhof Ulm werde mit einem Aushang noch immer damit für Stuttgart 21 geworben. "Das nenne ich Prospektbetrug", erwähnte der Physiker, dass er bei der Europäischen Betrugsbekämpfungsbehörde (OLAF) Anzeige erstattet hat. Laut Eigendarstellung untersucht OLAF Fälle von Betrug zum Nachteil des EU-Haushalts, von Korruption sowie von schwerwiegendem Fehlverhalten innerhalb der Organe und Einrichtungen der EU. Doch geschehen ist bis dato nichts. "Meine Anzeige war nicht mehr auffindbar", erfuhr Engelhardt kürzlich auf Nachfrage. Für Bahnjurist Schütz ist die Sache mit der Leistungsfähigkeit von Stuttgart 21 ohnenhin geklärt. "Aus unser Sicht ist dieser Punkt erörtert", bilanzierte er am Montagabend. Das Schwanhäußer-Gutachten, das 32 Züge erwähnt, habe keine Leistungslüge verbreitet, so der Anwalt.


Neben der Leistungsfähigkeit kam am letzten Erörterungstag auch das Ergebnis eines neuen Gutachtens des BUND und des Verkehrsclubs Deutschland zur Sprache, wonach im geplanten Tiefbahnhof von Stuttgart 21 ein großes Unfallrisiko für ein- und aussteigende Fahrgäste besteht. Die Neigung der Züge auf dem Bahnsteig entspricht laut Gutachten nicht gesetzlichen Vorgaben. Die Vorschriften erlauben zwar Ausnahmen von den anerkannten Regeln der Technik, dann muss aber zwingend "der Nachweis gleicher Sicherheit" geführt werden. Dieser Nachweis aber fehle in den Planfeststellungsbeschlüssen zum Bauabschnitt 1.1, der Talquerung, stellt der Gutachter fest. Damit sei die Baugenehmigung erteilt worden und müsse aufgehoben werden. Kontext veröffentlichte bereits im Februar 2013 einen Beitrag zum "Schiefbahnhof".

Das Regierungspräsidium Stuttgart wird den Erörterungsverlauf für das Eisenbahn-Bundesamt in den nächsten Wochen zusammenfassen und eine Empfehlung abgeben, ob die Antragstrasse der Bahn zur Flughafen-Anbindung genehmigungsfähig ist.


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Kommentare

Stephan Becker, 02.12.2014 13:22
Ich beschäftige mich gerade mit dem Thema ÖPNV und bin dabei auf eine ältere Aussage von Jutta Ditfurth gestoßen:
"Jutta Ditfurth: Grüne sind für Stuttgart 21
21.02.11"
http://www.zughalt.de/2011/02/jutta-ditfurth-gruene-sind-fuer-stuttgart-21/

Es werde in den Kommentaren zwar einige Hinweise dafür gebracht, dass Frau Ditfurth auf Wahlpropaganda der CDU reingefallen sei, aber der letzte unwidersprochene Kommentar (von KalleH) zeigt, dass sie Recht hatte:

"Wie heißt es im Plenarprotokoll des Bundestages vom 1. Juli 2004: “Der Gesetzentwurf ist damit in zweiter Beratung mit den Stimmen
der SPD und des Bündnisses 90/Die Grünen gegen die Stimmen von CDU/CSU und FDP bei Enthaltung der beiden fraktionslosen Abgeordneten der PDS angenommen.” (http://dipbt.bundestag.de/dip21/btp/15/15118.pdf#10753)

Es geht um das Bundesschienenwegeausbaugesetz, das z.B. in Anlage 14 als Punkt 20 die Neubaustrecke nach Ulm enthält. (http://www.gesetze-im-internet.de/bswag/anlage_14.html)"

Interessant ist in diesen Kommentaren auch der Hinweis zur ICE-Verbindung Frankfurt-München, der hier in der Kontextwochenzeitung noch in keinem Artikel Erwähnung fand (Suche nach ABS, Rheintalkorridor, Trassenkonflikte = Fehlanzeige):

"In leicht überzeichneter Darstellung: In ein paar Jahren wird der Rheintalkorridor EU-Gütervorrangstrecke. Dann endet wegen Trassenkonflikten (fehlender Rastatter Tunnel – übrigens sogar planfestgestellt) der TGV spätestens in Baden-Baden, der ICE Frankfurt – München fährt wegen Trassenkonflikten (fehlende ABS Frankfurt-Mannheim) und kürzerer Fahrzeit (ABS Nürnberg – Ingolstadt – München) über Würzburg – aber in “Euerer Stadt” Stuttgart wird ein supertoller Bahnhof mit neuem Stadtviertel gebaut…"

D.h. trotz Flughafenanbindung wird dann eine wichtige Fernverbindung nicht mehr über Stuttgart fahren, was bei der dann begrenzten Kapazität von Stuttgart 21, falls es denn wirklich fertig gebaut wird, sowieso unzumutbar wäre.

Dieter, 15.10.2014 21:06
Stephan Becker
exakt die Stadt aber auch das Land haben zu wenig Geld. Man muss nur mit offenen Augen durchs Ländle gehen. Deshalb wird denen der Vortoß von Dobrindt mit seinem Lex 21 ganz recht sein. Denn auch die Stadt erkennt, daß es nichts wird mit den lukrativen Imobiliengeschäften für schwer reiche Leute, da die Gleise eben nicht frei werden. Inzwischen steht ja auch fest das Frau Merkel ihre Finger bei S21 im Spiel hat, siehe Artikel in der StZ. Jetzt kann man natürlich hervorragend spekulieren warum Mappus mit allen Mitteln die Einsicht in seine dienstlichen EMails verhindern will. Es belibt spannend und vielleicht kommt wenigstens ein Teil dieses Sumpfes ans Tageslicht. Das ist im Übrigen nur den Gegnern zu Verdanken auch der Wasserwerferprozess der in der ganzen Bundesrepublik aufmerksam verfolgt wird. Nein nicht von den Medien aber von anderen Aktivisten und Vereinen.

Stephan Becker, 14.10.2014 09:53
@Jupp
"Meine Meinung ist eben, dass der anfangs sachliche Protest irgendwann komplett in die Panikmache abgedriftet ist. "

Ja es ist schon komisch, dass nach dem blutigen Donnerstag die Sacheebene so plötzlich verlassen wurde. Gott sei Dank gab es ja den Schlichter Heiner Geissler, der die aufgewühlten Gemüter wieder beruhigt und zur Sachebene hin geführt hat, weil das Gute, das Bessere, schließlich und endlich siegen muss - wie in jedem guten Western.

Ich weiß nicht ob Sie in Stuttgart wohnen. Ich selber habe längere Zeit in Stuttgart gewohnt, aber bin froh dass ich es jetzt mit diesem S21-Murks nicht mehr tue. Den Tunnelbauern und den anderen Beteiligten an diesem Projekt wünsche ich von Herzen viele Sachschäden, auch wenn dies letztlich vor allem die Stuttgarter und Baden-Württemberger auszubaden haben, aber die haben sich ja in Mehrheit auch für diesen Mist entschieden.

Die Stadt Stuttgart hatte ja schon vor Baubeginn kein Geld:

"Beitrag vom 14.08.2010
Peter Conradi (SPD): Stuttgart 21 ist noch umkehrbar
...
"Dann kommt ein Vater zu mir und sagt: Mein kleiner Junge geht in der Schule nicht mehr aufs Klo, weil die Klos werden nicht mehr gereinigt. Die Stadt Stuttgart hat dafür kein Geld. Ab Mittwoch ist kein Klopapier mehr da, aber für so einen Unsinn haben sie Geld. "
http://www.deutschlandradiokultur.de/peter-conradi-spd-stuttgart-21-ist-noch-umkehrbar.1008.de.html?dram:article_id=163424

Oli, 14.10.2014 09:06
10.000 Millionen € (10 Milliarden) wird allein für S21 sicherlich nicht reichen! In den Augen der Mainstreammedien und unserer bürgerlichen Politiker findet die schon jetzt eingetretene mind. 5-fachen Kostensteigerung (2,1 Mrd DM zu 6,5 Mrd € heute) die mehrheitliche Zustimmung der Steuerzahler in Baden-Württemberg, da ja demokratisch legitimiert - siehe Volksabstimmung.
Abgesehen davon, dass die der Volksabstimmung zugrunde liegenden "Informationen" keine waren sondern nicht nachvollziehbare bzw. widerlegte Behauptungen (Ausstiegskosten 1,5 Mrd €, Leistungssteigerung, Kostendeckel, u.s.w.) womit die Abstimmung bzw. der Abstimmende manipuliert wurde, können solche Kostensteigerungen nur so durchgesetzt werden!
In der Privatwirtschaft (da ist auch jeder gemeint der schon mal selbst Bauherr war) wäre so etwas undenkbar! Oder würden Sie es akzeptieren für Ihr Haus das 5-fache zu bezahlen? Abgesehen davon das die meisten dies wahrscheinlich nicht könnten wäre der Architekt/Planer ab 10 % Kostensteigerung in der Haftung. Auf S21 bezogen also schon ab 2,31 Mrd DM (1,18 Mrd €)!
Die Ausrede ein Großprojekt sei nicht kalkulierbar ist schlicht weg falsch - siehe Kommentar "selbständiger Architekt" weiter unten. Abgesehen davon das eine solche Behauptung falsch ist bzw. nicht nachvollziehbar ist, legt sie jedoch den vernünftigen Schluß nahe wenn man ihr folgt, das Projekt aufgrund nicht vorhersehbarer Kosten nicht zu bauen!
S21 kann nur deshalb das zig-fache Kosten, weil es der Steuerzahler bezahlt welcher eine unerschöpfliche Geldquelle darstellt die angezapft werden soll (ozapft is) und der Steuerzahler von unserer ehrehwerten Mainstream Medienlandschaft (Bertelsmann, Springer, SWDMH) zuerst manipuliert und die Umsetzung des Projekt jetzt von den Vollstreckern - Entschuldigung - von unseren bürgerlichen Politikern vollstreckt wird.

Jupp, 14.10.2014 07:32
@Dieter Schütze
Es ist eben schwer, auf die schnelle zu durchschauen, wer mit einem diskutiert.
Ich habe bereits in meinem letzten Post geschrieben, dass ich Ihnen in vielen Dingen Recht gebe.
S21 hat viele Nachteile. Vor allem ist es in seiner Dimension sehr komplex.
Ich bin auch gegen eine LexS21, da der Vorschlag eine Dieselbahn auf dem Gleisgelände zu betreiben schlicht absurd ist. Da braucht man keinen weiteren Gedanken daran zu verwenden. Diese Firma die dies vorhat gibt es nicht. Und LexS21 ist ein Wording der Presse.
Wissen Sie, es ging doch damals um die Entscheidung zwischen zwei Varianten für die Neuordnung des Stuttgarter Bahnknotens.
Auf der einen Seite die teure und komplexe Variante mit vier Bahnhöfen und freiwerdenden Flächen. Das bedeutet viele Tunnels.
Auf der anderen Seite K21. Deutlich günstiger und weniger komplex.
Es gibt für und wider jedes Projekt tausende von Gründen.
Wenn Sie möchten zähle ich die Gründe gegen S21 auf.
Da fällt mir kein Zacken aus der Krone. Das ist schlicht normal, dass es Pro und Kontra gibt. Ich bin schließlich kein Fundamentalist.

Meine Meinung ist eben, dass der anfangs sachliche Protest irgendwann komplett in die Panikmache abgedriftet ist.
Und mit Panikmache erreicht man zwar immer einige % in der Bevölkerung. Aber viele nervt es, wenn man die Sachebene verlässt.
Ich glaube, dass viele am Tag der Volksabstimmung ihr Kreuz für S21 gemacht haben, obwohl sie eigentlich neutral waren.
Wegen dieser Art der Protestform. Die Menschen mögen Sachlichkeit und keine Hysterie.

Und wenn der Entscheid pro K21 ausgefallen wäre...
Dann würde ich mich heute freuen, wenn das beste und schönste K21 umgesetzt werden würde.

Dieter Schütze, 14.10.2014 00:11
Jupp, 12.10.2014 11:46
Sie haben sich Disqualifiziert. Ich könnte ihnen 100erte Projekte benennen die alle im Kostenrahmen blieben und es kaum Zeitverzögerungen gab. Diese Projekte hatten alle eins gemeinsam, es waren keine Statussymbole, Denkmäler oder Prestigebauten die keiner braucht. Es waren allerdings ebenfalls größere Projekte die ohne großen Unmut der Bürger über die Bühne gingen. Ist es sinnvoll und bleibt im Rahmen, gibt es kaum jemand der sich drüber beschwert. Übrigens braucht man für sinnige Projekte auch keinen riesigen Werbetat.

Zudem wird das meine letzter Kommentar zu ihnen hier sein. Sie, mein werter Herr Jupp, wollen hier nur stänkern. Warum behaupte ich das ?
Was hatten meine Ausführungen mit einen Herrn Sittler oder einem Herrn Losch zu tun ? B.t.w. Ich erwähnte auch keinen Bahnhofsturm. Das zeigt mir, das sie gar nicht in der Lage sind sachlich zu Diskutieren. Es interessiert sie gar nicht was ich wirklich schrieb.

Denken sie lieber einmal nach warum es jetzt ein Lex21 geben soll. Dies würde dem ÖPNV den Todesstoß versetzt. Es gibt unzählige Strecken in Deutschland die, nach Aufgabe der Bahn, erfolgreich von Privaten weiter betrieben werden. Diese wird es mit so einem Gesetz nicht mehr geben und die Bürger die auf ÖPNV angewiesen sind, bleiben auf der Strecke. Zudem ist das Gesetz so wie diese Bahn Privatisierung, eine Enteignung von Volkseigentum. All das wurde vom Steuerzahler bezahlt und wird einfach verschenkt oder nach diesem Gesetz überführt in private Spekulationshände. Zudem finde ich es ungeheuerlich, warum ein Privatunternehmen zu 100% vom Steuerzahler finanziert wird. Mehr noch, es bekommt sogar seine Erweiterungen zu mehrfachen Lasten der Bürger finanziert. Beispiel S21 ein Teil Staat, ein Teil Land ein Teil Stadt. Und wer finanziert das, die Baden-Württemberger aus Stuttgart 3 fach. Aber dann jammern wenn für andere wichtigere Dinge kein Geld vorhanden ist. Würde man bei der Bahn die gleichen Maßstäbe ansetzen wie in der gängigen Wirtschaft, gäbe es dieses Unternehmen schon lange nicht mehr. Entweder man verstaatlicht dieses Unternehmen wieder, oder man legt die gleichen Maßstäbe wie beim Rest der privaten Wirtschaft an.

Stephan Becker, 13.10.2014 23:17
@Jupp
"PS: Wo ist eigentlich dieses furchtbar komplexe Karstgebirge auf der schwäbischen Alb hinverschwunden das die K21-Experten vorhergesagt haben? Die Porr und Züblin Leute lachen doch über die Weltuntergangsgeschichten und machen unaufgeregt ihren Job.
Alltag halt. Die einen Backen Brötchen. Die anderen bohren Tunnels. "

Es gibt und gab da seltsamerweise in und um Stuttgart diverse Probleme mit dem Bau von Tunneln oder Häusern:

Wagenburgtunnel - Nachkriegsnutzung
Ein weiterer Grund für die Aufgabe der Nordröhre ist die problematische geologische Situation, da umfangreiche Anhydrit-Vorkommen, den baulichen Aufwand und damit die zu erwartenden Kosten zu stark steigen nlassen würden. Vermesser entdeckten bei Baubeginn Merkwürdiges: Höhenmessungen wiesen unerklärliche Fehler auf. Des Rätsels Lösung: Die im Gipskeuper liegenden Stollen hoben sich im Mittelteil. Von der Eröffnung bis heute sind es knapp 40 Zentimeter. Die Ursache liegt beim Gips. Wenn dieser feucht wird, vergrößert er sein Volumen um bis zu 70 Prozent.
http://www.schutzbauten-stuttgart.de/Bauwerke/AndereBauwerke/Wagenburgtunnel/Nachkriegsnutzung/tabid/374/language/de-DE/Default.aspx

Engelbergtunnel
Statt ursprünglich geplanten 604 Millionen DM kostete der Bau 850 Millionen DM[7] (Preisstand 1999, heutiger Gegenwert: 539 Millionen Euro). Die Mehrkosten sind unter anderem auf eine verstärkte Armierung der Tunnelwände zurückzuführen, um dem aufquellenden Anhydrit zu begegnen.
Die geologischen Gegebenheiten, insbesondere die Quellung des Anhydrits, belasten die Struktur des Tunnels stark, so dass seit Freigabe der beiden Röhren 1999 der Tunnel bis 2010 bereits drei Mal saniert werden musste.
http://de.wikipedia.org/wiki/Engelbergtunnel

Durch den Gipsboden in die Hölle
24.01.2010,
Der Geologe Jakob Sierig, der sich in seiner Doktorarbeit mit Anhydrit und Salzgestein beschäftigt hat, schätzt die Wahrscheinlichkeit sogar auf 80 Prozent. "Wenn solche Tunnel mit einem Durchmesser von 15 Metern gebaut werden, dann geschieht das durch Sprengungen. Und die Gefahr ist groß, dass sich im Umkreis der Sprengung Risse bilden, durch die das Wasser in die Keuperschicht eindringen kann."
http://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/nachrichten/stuttgart-21-durch-den-gipsboden-in-die-hoelle-seite-all/3352622-all.html

Und dann gibt es da inzwischen diverse Erfahrungen mit Geothermiebohrungen in Baden und im Elsaß (Staufen, Lochwiller, Böblingen etc.) trotz all dem Ingenieur-Knowhow:

Hausbesitzer in Lochwiller fühlen sich im Stich gelassen
08. Oktober 2014
Wie im badischen Staufen oder im schwäbischen Böblingen, wo misslungene Geothermiebohrungen Schlagzeilen gemacht und für Millionenschäden an Häusern gesorgt haben, ist auch unter dem elsässischen Lochwiller in der Tiefe eine verhängnisvolle chemische Reaktion in Gang geraten. Das Neubaugebiet hebt sich seitdem mit bis zu 30 Millimetern pro Monat.
http://www.badische-zeitung.de/hausbesitzer-in-lochwiller-fuehlen-sich-im-stich-gelassen

In Stuttgart selber soll es beim Bau eines Hauses bzw. wohl schon beim Bau des Fundaments zu Problemen gekommen sein. Aber die Info habe ich aus dem Jahr 2010 und weiß daher nicht mehr um welches Haus es ging.

By-the-way, 12.10.2014 20:15
@ Jupp, 12.10. 11.46 Uhr

Zitat:
"Warum explodieren die Kosten bei Projekten aus öffentlicher Hand. Unabhängig ob Grün, Rot oder Schwarz an der Regierung ist.
Mir fallen da schon einige Gründe ein.
Interessant ist, dass in der privaten Wirtschaft Kostensteigerungen in dieser Höhe nicht bekannt sind.
Gerne würde ich das Thema diskutieren."

Da braucht man nichts mehr zu diskutieren, alles schon geklärt!

Einfach nur LESEN:
http://www.bauunwesen.de/s21

Lesen bildet!
Vorausgesetzt, man liest keine korrupte Presse oder Werbebroschüren der Projektbetreiber, oder meint, Staatspropaganda sei die reinste Wahrheit...

By-the-way, 12.10.2014 18:31
@Jupp, 12.10.

Zitat:
"Warum verrennt man sich in alten Diskussionen statt nach vorne zu schauen. Heute geht es darum was wir aus unserer geliebten Stadt mit S21 machen."

Ganz einfach, weil das NIE ausdiskutiert wurde!
Und deshalb sind wir immer noch ganz am Anfang.

Das Drecks-Projekt wurde der Bevölkerung "einfach überfallartig übergestülpt" (Zitat damaliger Bahnchef Dürr).

Und ein feiger Oberbürgermeister hat im Jahr 2007 einen Bürgerentscheid in Stuttgart verhindert (es lagen 67000 Unterschriften dafür vor!), indem er schnell und vorzeitig Verträge unterschrieb, um den Bürgerentscheid auszuhebeln.

Dafür bekam er einen Professorentitel ("rer. kretschmann") verliehen und betreibt nun ein Instutut "für nachhaltige Stadtzerstörung" in Stuttgart.

Das menschliche Miteinander in dieser Stadt ist durch die katastrophalen politischen Entscheidungen auf Jahrzehnte zertört worden, hier ist nichts wiedergutzumachen.

Das ist ein ganz entscheidender Faktor, der dazu beitragen wird, dass es hier weiter abwärts gehen wird.
Kommen Sie ja nicht wieder mit Dummgeschwätz von den "vielen Arbeitsplätzen", das kann sich ganz schnell ins Gegenteil verkehren.

Und die "Mitgestaltungs-Angebote", was neue Wohnquartiere anbelangt, könnt´ ihr "Proler" Euch sonst wo hin schieben.
Interessiert KEINEN von uns, Eure Demokratie-Simulation!

Zitat:
"Und nebenbei: S21 befindet sich im Bau."

Ja schon, ich würde es immer noch als "Bausimulation" bezeichnen.

Und wenn schon, dann "baut Euch tot", sowie sich die Vorgänger-Machtelite vor einigen Jahrzehnten "totgesiegt" hat.

StuttGRAD21 wäre dann der verdiente Name (angesichts der hartnäckigen Verteidiger) für die Stadt!

selbständiger Architekt, 12.10.2014 18:02
@Jupp
"S21 ist ein Großprojekt. Leider bekommen wir so etwas in Deutschland nicht mehr ohne Kostensteigerungen hin." Woher haben Sie denn diese Weisheit? Weil es bei S21 so ist?
Es wäre für mich kein Problem die Kosten aller meine Projekte im Laufe der Umsetzung zu vervielfachen. Entscheidend wäre die Höhe der Kostenschätzung zu Beginn um den Zuschlag des Auftrags zu bekommen. Da ich jedoch überwiedend für private Bauherren (u.a. für Investoren) mit klar vorgegebenem Budget tätig werde, würden mich derartige Kostenexplosionen ruinieren (Gesichtsverlust, Haftung, keine Aufträge mehr) und meine Mitarbeiter säßen auf der Strasse.
Heutzutage haben/gibt es für qualifizierte, unabhängige und seriöse Planungsbüros sehr genaue Grundlagen/Erfahrungswerte für derartige Schätzungen und Berechnungen. Dies gilt auch für Unwägbarkeiten. Bei mehreren Bietern würden sich die Kostenschätzungen dann nämlich gleichermaßen erkennbar schon im Vorfeld im Angebotspreis niederschlagen, so dass es für den Bauherr bzw. für den der bezahlt (bei S21 ist dies der Steuerzahler bzw. der Bahnkunde) erkennbar wird (wie z.B. bei der Altbausanierung).

dichtbert, 12.10.2014 16:50
Jupp, 12.10.2014 11:46 - seltsam, Sie sehnen sich nach einer sachlichen Diskussion und kommen sofort mit dem Schauspieler Walter Sittler um die Ecke. Herr Sittler hat übrigens von sich selbst nie behauptet Ingenieur oder Geologe zu sein. Und richtig, in Deutschland gibt es jede menge Ingenieure mit Familien, die eben nicht Ihre Meinung und die der Bahn-Ingenieure teilen. Sobald deren Fachmeinung nich in Ihr Weltbild passt, werden diese Experten dann in einen Topf mit Schauspielern, Lehrern, Politikern geworfen und ihnen letztlich die Qualifikation auf eine ganz billige Art & Weise abgesprochen. Wenn Sie nun sachlich über die Ingenieurleistungen der Bahn diskutieren wollen, dann sollte zunächst mal geklärt werden, wieso diese bei fast allen Kritikpunkten, die schon lange vor dem Baustart bestanden so grandios daneben lagen. Die Aufzählung dazu erspare ich mir mal, die Punkte sind bekannt. Ebenso sollte mal geklärt werden, wieso bei diesem komsichen Projekt immer noch so viele Gutachten und Zahlen unter Verschluss gehalten werden. Wurden hier nicht sogar Sondergenehmigungen, Enteignungen etc. unter dem schönen Begriff "öffentliches Interesse" durchgeführt? Nun, dieses öffentliches Interesse sollte dann ja wohl auch für alle Gutachten, Verträge, Planungen etc. gelten. Und wenn dann diese Dinge geklärt sind, können wir sachlich diskutieren. Vor diesem Hintergrund verstehe ich die angeblich so sachlichen Befürworter absolut nicht, dass diese sich nicht für diese Transparenz einsetzen. Denn Transparenz wäre eine wichtige Voraussetzung für die "sachliche Diskussion", die Sie sich wünschen. Und da wir bis heute keine Transparenz bei diesem Projekt haben, müssen Sie eben damit leben, dass man über die sogenannten Planungen und Fehlplanungen der Bahn bestenfalls spekulieren kann. Kommen Sie mit solchen Grundsätzen klar oder wollen Sie hier nur weiter pöbeln & polemisieren?

Jupp, 12.10.2014 11:46
@Dieter Schütze
Ich gebe Ihnen in vielen Dingen Recht.
S21 ist ein Großprojekt. Leider bekommen wir so etwas in Deutschland nicht mehr ohne Kostensteigerungen hin.

Es wäre mal interressant eine sachliche Diskussion darüber zu führen, warum das so ist. John-Cranko Schule, Theaterhaussanierung, BER, Elbfilharmonie, Flughafenausbau, Umgehungsstraße, Bahnhöfe... und vieles mehr.
Warum explodieren die Kosten bei Projekten aus öffentlicher Hand. Unabhängig ob Grün, Rot oder Schwarz an der Regierung ist.

Mir fallen da schon einige Gründe ein.

Interessant ist, dass in der privaten Wirtschaft Kostensteigerungen in dieser Höhe nicht bekannt sind.

Gerne würde ich das Thema diskutieren. Wird hier aber schwer möglich sein, da einem sofort ein Shitstorm entgegenbläst wenn man nicht in die Weltuntergangsfanfare bläst.

Ich bin der Meinung, dass das der größte Fehler vor dem Volksentscheid war. Die Gegner sind komplett auf die Weltuntergangsstrategie abgedriftet.

Aber sorry Leute, im Ländle gibt es Millionen Ingenieure mit ihren Familien. Denen können Schauspieler und Theaterleute, wie Sittler und Lösch, nicht erzählen, dass das Mineralwasser versiegt, der Turm kippt, das Kernerviertel ins Tal rutscht, oder eben der Bau eines Abwasserkanals das Scheitern von S21 bedeutet.

Die Kompetenz aus dem Ländle ist in der ganzen Welt gefragt. Ich kenne genügend Leute die in Dubai, London und Singapur an weitaus komplexeren Projekten beteiligt sind. Ohne Weltuntergänge.

Die Weltuntergangsstrategie war der Schuss der nach hinten losging.

Man nätte sich mehr auf K21 konzentrieren sollen.
Den Menschen aufzeigen welche Flächen bei K21 gewonnen werden können. Die schönsten Entwürfe skizzieren.

Das habe ich mir hier schon manchmal gewünscht.
Der S21-Protest wurde von den Kreativen angeführt. Warum hat man die ganze kreative Energie dafür verwendet um S21 als Weltuntergangsorojekt zu zeigen statt die Schönheit des Alterernativprojektes darzustellen.

Und nebenbei: S21 befindet sich im Bau.

Warum verrennt man sich in alten Diskussionen statt nach vorne zu schauen. Heute geht es darum was wir aus unserer geliebten Stadt mit S21 machen.

By-the-way, 12.10.2014 00:41
@Jupp 11.10. 11.14 Uhr

Zitat:
"Und nochmals PS, weil ja stets sofort die Verschwörungen kommen. Nein, ich habe mit S21 keinerlei beruflichen Berührpunkte. "

Vollkommen korrekt formuliert, SIE haben von dem Projekt keinerlei Ahnung.

Aber davon dann sehr viel !!! ,-O

Möglicherweise sind Sie, als "Inschinör" und damit allwissend, was sämtliche Fachbereiche Ihres Berufsstandes anbelangt, leider nur mit der Konstruktion von Regalen in Shopping-Centern beschäftigt, da gibt´s ja reichlich Bedarf in Schuttgart...

Möglicherweise haben Sie im Jahr 2010 auch schon als
"Volker S."
in der StZ und STN gepostet?

Klingt verdammt ähnlich, Ihr Geschreibsel!

Horst Ruch, 11.10.2014 20:39
.......es ist doch hier garnicht die Frage ob die erst über Nacht nach der sogenannten Volksabstimmung !!! eingestellten Bahningenieure richtig planen können. Vielmehr geht es doch darum, dass diese falsche Fakten mit realistischen Zahlen unter dem Deckmantel der politischen Seriosität zu vertuschen hatten.
Das hat sich wiedereinmal wundersam bei der Fildererörterung gerächt.
Nichts, auch garnichts -außer privatwirtschaftlichem Kapitaltransfer- ist bis zu Ende durchgedacht. Ein Infrastrukturprojekt einer Größenordnung von 15 Milliarden läßt sich nicht auf Grundlage lockerer Vorüberlegungen aus demm letzten Jahrhundert -von regierungstrammen Juristen des VGH Mannheim im Jahre 2006 ohne technische Nachweise ad hoc genehmigt - errichten. Dass diese Grundsatzfreigabe auch noch stolz vom Bahnjuristen Schütz als rüttelfest genehmigte Planabschnitte bezeichnet wurden, setzt dem Politkonstrukt S21 die Krone auf.
Ob Schiefbahnsteige, ob Rauchabzüge, ob Leistungsfähigkeit, ob Wirtschaftlichkeit, ob .ob..ob...ob....es sind alles Rückschritte in das letzte Jahrhundert, in die Jahre des Machbarkeitsgrößenwahns ohne volkswirtschaftlichen Nutzen. Immerhin, die Maxime machbar ist erfüllt.
So bleiben die Stuttgarter mit dem teuersten U-Bahnhöfle in Europa bzw. der gesamten Welt auch zukünftig im zweifelhaften Gespräch im ehemaligen Land der Dichter und Denker und.......Ingenieure.

someonesdaughter, 11.10.2014 14:37
Ist es nicht herrlich, Jupp/Wolle hier:

"Die Veranstaltung war ein Paradebeispiel dafür, dass die Gegner nicht die einfachsten Zusammenhänge verstehen (…) Wer braucht schon Bildung und Berufserfahrung.(…)"

versus

Jupp/Wolle dort:

"Was ist mit euch los, dass ihr alles was "anders ist als ihr selbst reflexartig in einen Sack stecken und draufschlagen müsst?
Woher kennt ihr diese Leute so genau?
Woher kommen diese üblen Vorurteile?"

(http://www.kontextwochenzeitung.de/gesellschaft/184/ein-lob-der-lederhose-2483.html)

Ein schlecht koordiniertes Schreibkollektiv oder einfach nur sinnloses Gekasper?

Ich bin kein Düker-Experte und kein Ingenieur., 11.10.2014 13:44
Bei Stuttgart21 komme ich mit meinen Rechen-Fähigkeiten durchaus zurecht.

Ingenieure können m.W. auch rechnen. Das sollten sie auch.

Dieter Schütze, 11.10.2014 12:20
@Jupp, 11.10.2014 11:19

Was unterstellen sie hier eigentlich permanent. Man muss kein Fachmann für dieses Stuttgart 21 Desaster sein. Um festzustellen das man permanent angelogen wird, reicht eine zeitliche Zusammenstellung.

1. Projekt gratis, finanziert sich aus Grundstücken
2. 2,3 Mrd. DM
3. 4,5 Mrd. € Kostendeckel und VA !
4. 6,8 Mrd. €
5. der Kostenpuffer in den 6,8 Mrd. ist aufgebraucht
6. Fildermängel (Flughafen) seit 20 Jahren nicht genehmignugsfähig
7. Mehrkosten durch Filder (Flughafen) Anschluss

Sie werden doch nicht glauben das dieses Projekt noch unter 8 Mrd. € zu haben ist ?

Gleiches gilt für das von Fachleuten errechnete GWM , die jetzt die doppelte Menge abpumpen wollen. Übrigens nach oben offen.

Wie viel Vertrauen soll ich in solche Fachleute haben ?

Vergessen wir nicht die von der Bahn nicht untersuchte maximale Kapazität des in Deutschland pünktlichsten Kopfbahnhofes. Unabhängige Fachleute haben 50 Züge ermittelt. Gut sie werden das mit den Fachleuten bezweicfeln, denn bei ihnen ist jeder kein Fachmann der gegen das Projekt ist. Nehmen wir aber mal an, es stimmt annähernd. Warum wird dann nicht für einen Bruchteil der Kosten der Kopfbahnhof modernisiert ? Zumal dieser noch einige weitere Vorteile aufweist. Ein Zugausfall beeinflusst die anderen Züge nur wenig. Was wenn beim Doppelhalt mit Stuttgart 21 der vordere Zug eine technische Störung hat ? Dann werden gleich 2 Züge lahm gelegt. Ein Punkt der häufiger vorkommt als sie denken und der nicht simuliert wurde !

Ich bin Steuerzahler und stelle fest, hier wird auch mein Steuergeld verbrannt. Mit der Folge das in Zukunft die Steuerlast wegen irgendwelchen Prestigeprojekten steigen wird.
Den Abschuss mach jetzt auch noch Dobrindt mit seinem Lex21. Haben sie eine Ahnung wie viele Strecken es in Deutschland nicht geben würde, wenn sie nicht von Privaten weiterbetrieben würden ? Hier soll der ÖPNV in ganz Deutschland für ein Projekt in Stuttgart geopfert werden ?

Wie gesagt das waren alles Fachleute und ich soll da nicht misstrauisch werden ?
Dafür ist schon zu viel eingetroffen was die Gegner vorher sagten und die sind ihrer Meinung ja nur Laien. Wenn die Fachkräfte in Deutschland so agieren wie bei Stuttgart 21 dann gute Nacht Deutschland.

Jupp, 11.10.2014 11:19
Ja, das ist wahrscheinlich der größte Unterschied zwischen mir und vielen S21-Gegnern. Ich gebe zu, wenn ich auf einem Gebiet keine Expertise vorzuweisen habe. Das ist eine unter Gegnern sehr seltene Eigenschaft.
Ich kenne einen pensionierten Lehrer und eine Hausfrau die bekennende S21-Gegner sind.
Unglaublich, wie diese zwei über Nacht zu führenden Experten in Sachen Tiefbau und Bahnkapazität geworden sind.
Ganz ohne Ausbildung sind die zwei den Leuten die schon seit 30Jahren in der Bau- und Bahnbranche arbeiten fachlich sowas von überlegen.
Da staunt man echt wie das geht.
Andere sind so doof und plagen sich Jahre durch die Uni. Arbeiten dann nochmals über 10Jahre täglich auf Großbaustellen. Tragen Verantwortung. Und nach zwanzig Jahren haben die Ingenieure dann endlich einen Expertenstatus und unterstützen die Bauleitung.

Bei den S21-Gegnern kommt das über Nacht.
Sind alles Dükerexperten. Wow.

Wer braucht schon Bildung und Berufserfahrung.

PS: Wo ist eigentlich dieses furchtbar komplexe Karstgebirge auf der schwäbischen Alb hinverschwunden das die K21-Experten vorhergesagt haben? Die Porr und Züblin Leute lachen doch über die Weltuntergangsgeschichten und machen unaufgeregt ihren Job.
Alltag halt. Die einen Backen Brötchen. Die anderen bohren Tunnels.

Genauso wie dort die ECHTEN Experten täglich die Herausforderungen meistern werden in wenigen Tagen die ersten Tübbinge zum Fildertunnel angeliefert und dann geht es so schnell wie bei der NBS.

Beim Düker wird es ähnlich.

PS: Ich habe eine Ingenieurausbildung vorzuweisen mit der man mir auf der Montagsbühne den Teppich ausrollen würde.
Aber der Dükerbau gehört nicht zu meinen Themen. Wie bei 100,00% der Gegner auch nicht.
Und nochmals PS, weil ja stets sofort die Verschwörungen kommen. Nein, ich habe mit S21 keinerlei beruflichen Berührpunkte.

He aint heavy, he's my brother, 10.10.2014 20:34
Er ist kein Spezialist. Er kann keine Komplexitäten erkennen. Deshalb ist er dafür. Der Die Das - Wer Wie Was. Wieso. Weshalb. Warum?

Das ist der aktuelle Stand.

Man darf auch nicht vergessen, daß das Projekt für 2,5 Mrd. DEM, 10.10.2014 18:28
in den 90er-Anfangsjahren im Angebot war. Heute sind wir - offiziell - bei EUR 6,8 Mrd.. Plus Filderbahnhof Plus plus NBS plus Unwägbarkeiten plus Sonderwünsche plus Bauschwierigkeiten plus Inflation plus neue Projektsprecher-Gehälter plus mehr Werbung damits Jede/r kapiert plus plus plus.

> EUR 20 Milliarden wirds werden.

Alles andere wäre für mich unerwartet.

Und das ist das neuere System:
Hamburg-Altona - keinerlei mögliche Kosten werden genannt. Die BürgerInnen sind per Lohn-/Einkommensteuer automatisch am Blankoscheck beteiligt.

Freuet ich, das Christkind für die Bahn ist schon da.

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