KONTEXT Extra:
Büttel der Bahn - nein danke

Vor dem S-21-Lenkungskreis am Donnerstag (30.6.) wird Verkehrsminister Winfried Hermann und Oberbürgermeister Fritz Kuhn (beide Grüne) heftig ins Gewissen geredet. Der Theologe Martin Poguntke vom Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 erklärt, die Projektgegner hätten es aufgegeben zu hoffen, dass "wir politische Helden an die Macht gebracht haben". Aber verlangt werden könne, dass sie ihr Amt "nicht so ganz der Würdelosigkeit preisgeben". Konkret bedeute das:

Fordern Sie von der Bahn die restlose Offenlegung aller Zahlen und deren Überprüfung durch eine wirklich unabhängige Stelle. Sie haben nicht das Recht, sich auf die Bahn einfach zu verlassen - denn Sie sind uns, dem Souverän, gegenüber verantwortlich.

Fordern Sie, dass die Bahn dem Vieregg&Rössler-Gutachten von mindestens 9,8 Milliarden nicht nur blumig widerspricht, sondern es Punkt für Punkt mit konkreten Zahlen widerlegt. Es geht hier nämlich nicht nur um eine Kostensteigerung von wenigen hundert Millionen, sondern seit 2009 sind die von der Bahn scheibchenweise eingestandenen Kosten um 3,4 Milliarden von 3,1 auf 6,5 Milliarden gestiegen - das sind über 100 Prozent in sieben Jahren.

Fordern Sie - wenn schon keinen Projekt-Abbruch - wenigstens ein Moratorium, bis alle strittigen Fragen geklärt sind. Denn in weniger als der Hälfte der geplanten Bauzeit hat die Bahn 99 Prozent des Risikopuffers von 1,5 Milliarden verbraucht. Es kann nicht sein, dass die Bahn jetzt immer weiter baut, immer mehr Verpflichtungen eingeht, ein immer höheres Erpressungspotenzial an schon ausgegebenem Geld aufhäuft - bevor geklärt ist, wie sie das bezahlen will.

Fordern Sie eine ergebnisoffene Gegenüberstellung der Chancen und Risiken von S21 mit den Chancen und Risiken eines Umstiegs auf den modernisierten Kopfbahnhof und verstecken Sie sich nicht hinter dem angeblichen Ergebnis der Volksabstimmung. Kein halbwegs verantwortlicher Politiker kann ignorieren, dass ein Umstieg auf eine Modernisierung des Kopfbahnhofs nur ca. 2 Milliarden kosten würde und dass nur 1,5 Milliarden des bereits verbauten Geldes wirklich verloren, also viele Milliarden gespart wären - dafür, dass wir einen besseren Bahnhof bekommen, als es S21 je hätte sein können.

Und schließlich bei all Ihren Forderungen: Nennen Sie Konsequenzen, für den Fall, dass Ihre Forderungen nicht erfüllt werden. Was tun Sie, wenn die Bahn nicht auf Ihre Forderungen eingeht? Denn Forderungen ohne Ankündigung von Konsequenzen sind leeres Gerede fürs Publikum.

Zeigen Sie einmal, dass Sie nicht die Büttel der Bahn sind! Zeigen Sie einmal ein klein wenig politische Größe! Zeigen Sie einmal, dass der Lenkungskreis wirklich lenkt!


Ein Zeichen für Europa

Über Stuttgart wehen EU-Flaggen! Mit der Verkündung des amtlichen Endergebnisses der Volksabstimmung in Großbritainnien über den Austritt aus der EU werden auf der Villa Reitzenstein und dem Neuem Schloss in Stuttgart europäische Flaagen gehisst. Die grün-schwarze Koalition möchte damit ein Zeichen für Europa setzen. "Wir wollen unsere proeuropäische Haltung deutlich zeigen", so Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Die gehöre in Baden-Württemberg "zur Staatsräson". Als "überzeugten Europäer" treffe ihn die Entscheidung der Briten "ganz persönlich ins Mark". Europa sei in den Grundfesten erschüttert.


AfD-Fraktion schließt Gedeon vorerst nicht aus

Die Zerreißprobe in der "Alternative für Deutschland" (AfD) ist aufgeschoben. Ihr Bundesvorsitzender Jörg Meuthen, zugleich Chef der baden-württembergischen Landtagsfraktion, hatte am Dienstag jedenfalls keine erforderliche Zweidrittelmehrheit für den Ausschluss von Wolfgang Gedeon. Über die Äußerungen Gedeons, Anhänger der antisemitischen "Protokolle der Weisen von Zion", wird jetzt statt dessen ein Gutachten bei drei Fachleuten in Auftrag gegeben – von Religionswissenschaftlern ist die Rede, ein Experte soll jüdischen Glaubens sein –, um die von Meuten selbst erhobenen Antisemitismus-Vorwürfe gegen den Singener Mediziner zu überprüfen. Der lässt vorerst seine Mitgliedschaft in der Fraktion ruhen und wird im Plenarsaal auch einen neuen Platz erhalten.

Fraktionsgeschäftsführer Bernd Grimmer erklärte nach den dreistündigen Beratungen, die für einen Ausschluss notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit sei nicht klar gewesen und etwa ein Drittel der Abgeordneten nicht bereit gewesen, Meuthen zu folgen. Sie schätzten den Stellenwert von Meinungsfreiheit höher ein als den einer "politisch korrekten Ausdrucksweise". Sollte die Fraktion nach der Sommerpause und der Bewertung des Gutachtens abermals nicht bereit sein, dem von Meuthen seit Tagen vehement verlangten Antrag auf Ausschluss Gedeons zuzustimmen, bleibt der dabei, seinerseits die Fraktion verlassen zu wollen. Außerdem gibt es Gerüchte, dass eine Handvoll Abgeordneter Gedeon – im Falle seines Ausschlusses – nicht allein gehen lassen, sondern mit ihm aus der Fraktion ausscheiden wolle.

Nicht nur im Internet tobt seit Tagen eine heftige Auseinandersetzung über den künftigen Kurs der Partei, die sich zur Retterin Deutschlands ernannt hat. Meuthens Co-Vorsitzende auf Bundesebene Frauke Petry hat sich öffentlich gegen ihn gestellt, ist damit aber im Bundesvorstand isoliert. Zahlreiche Mitglieder des rechten Flügels verlangen von dem Kehler Wirtschaftsprofessor, von sich aus die AfD zu verlassen. "Die Bewegung muss sich von Volksverrätern wie Meuthen trennen", postet ein Thorsten Baeuml. Und weiter: "Linksversiffte Gutmenschen braucht die Bewegung nicht! Ein Krebsgeschwür wird auch entfernt, so lange es noch geht und Meuthen hat sich zur Selbstoperation verdonnert. Gut so!" Den Ausdruck "linksversifft" hatte Meuthen selbst vor Wochen benutzt, ihn allerdings auf die ganze Bundesrepublik bezogen.


S 21: BUND verlangt "Öffnung in Richtung Kombi-Lösung"

Der BUND Baden-Württemberg hat am Montag ein Positionspapier zu Stuttgart 21 vorgelegt, um "konstruktive Lösungen aus der Sackgasse" aufzuzeigen. Im Mittelpunkt steht der "Einstieg in eine Kombi-Lösung". Wie die Landesvorsitzende Brigitte Dahlbender erläutert, könnten damit "einerseits die Kosten und Risiken von Stuttgart 21 deutlich gesenkt und andererseits finanzielle Spielräume zur Realisierung eines tatsächlich zukunftsfähigen Bahnknotenpunkts gewonnen werden". Außerdem sieht das Konzept vor, auf den unterirdischen Flughafenbahnhof zu verzichten und stattdessen einen oberirdischen Halt beim Messeparkhaus zu errichten. Zudem soll die Gäubahn über die bestehende Panoramabahn oberirdisch in den Hauptbahnhof geführt werden und "die Zuführungsstrecken zum Hauptbahnhof und die Wendlinger Kurve sollen leistungsfähig ausgebaut werden".

Dahlbender, die für die Tiefbahnhofgegner 2010 in der Schlichtung saß, nennt S 21 ein "auch heute noch in ganz wesentlichen Teilen weder vollständig geplantes noch vollständig genehmigtes Projekt". Es gebe weiterhin keine qualifizierten Aussagen zu Kosten und zum Zeitablauf. Für die SPD-Politikerin und Ulmer Gemeinderätin steht fest, dass deutlich mehr als acht Bahnsteiggleise unverzichtbar sind für einen Großknoten Stuttgart und eine Entmischung der S-Bahn, des Regional- und des Fernverkehrs. Eine nachhaltige Mobilitätswende müsse sich an den Wünschen der Bahnkunden und der tatsächlichen Verkehrsströme orientieren, "und das bedeutet einen Einstieg in die Diskussion einer Kombi-Lösung".

Mehr dazu unter diesem Link.


Jetzt offiziell: Kefer geht späestens im Herbst 2017

Von einem "Eingeständnis des Scheiterns" sprechen die Parkschützer, von "großem Respekt und Wertschätzung" der Aufsichtsratsvorsitzende der DB Utz-Hellmuth Felcht. Auf jeden Fall wirft der für Stuttgart 21 zuständige Bahnvorstand Volker Kefer das Handtuch. Er stehe für eine Verlängerung seines im September 2017 auslaufenden Vertrags nicht zur Verfügung, teilte er dem Aufsichtsrat am Mittwochvormittag mit. Möglicherweise wird er, wenn seine Nachfolge geregelt ist, den Konzern aber schon deutlich früher verlassen. Hier werde kein "Bauer geopfert", so der Sprecher der Parkschützer Matthias von Herrmann. Vielmehr nehme sich ein "allzu stolzer Turm selbst aus dem Spiel": Der für Stuttgart 21 verantwortliche oberste Bahnmanager ziehe "nun offenbar seine persönliche Notbremse vor dem sicheren Aufprall auf dem Prellbock eines baulich, finanziell und kommunikativ völlig unkontrolliert taumelnden Projekts". Kefer ist seit 2009 bei der Deutschen Bahn und galt lange Zeit als möglicher Nachfolger von Bahnchef Rüdiger Grube, dessen Stellvertreter er auch ist. Kritisiert wird intern vor allem, dass der frühere Siemens-Vorstand den Aufsichtsrat zu spät über die Kostenexplosionen und die immer neuen Risiken bei Stuttgart 21 informiert hat.

Insider in Berlin sehen auch Grube selber nicht mehr sicher im Sattel, weil der nicht nur das nach seinen vielzitierten Worten "bestgerechnete" Milliardenprojekt nie wirklich in den Griff bekommen hat. Matthias von Herrmann erinnert an des marode, dringend sanierungsbedürftige Schienennetz und daran, dass trotz der groß angekündigten fernverkehrsoffensive nicht einmal mehr 78 Prozent der Züge pünktlich fahren: "Wir brauchen endlich wieder eine gute zuverlässige Bahn statt Tunnelwahn." Zum Vergleich: In der Schweiz treffen knapp 97 Prozent der Züge pünktlich im Bahnhof ein. (15.6.2017)


KONTEXT
per E-Mail:
Immer informiert:

Durch diese Anmeldung erhalten Sie regelmäßig immer mittwochs um 9 Uhr unsere neueste Ausgabe unkompliziert per E-Mail.

Datenschutz-Hinweis

Ausgabe 219
Politik

Rockenbauch tritt für die "Linke" an

Von Josef-Otto Freudenreich
Datum: 10.06.2015
Die Stuttgarter "Linke" schickt einen bemerkenswerten Kandidaten ins Rennen: Hannes Rockenbauch (34) soll die Partei bei der Landtagswahl über die Fünf-Prozent-Hürde lupfen.

Man kann sich die Pressemitteilung der Partei schon vorstellen. Sie freut sich, einen Kandidaten gewonnen zu haben, der den Landtag durchlüftet. Frisch, frech und fröhlich links, und immer an der Seite der Bewegung, sei sie sozial, ökologisch oder gegen den Bahnhof. Die Freude ist sogar nachvollziehbar, weil Rockenbauch, zumindest in Stuttgart, nicht irgendwer ist, sondern eben "der Hannes". Eine Ikone der S 21-Gegner, einer, dem selbst Heiner Geißler (CDU) bescheinigte, ein heller Kopf zu sein.

Der Diplomingenieur (Architektur und Stadtplanung) sitzt seit 2004 im Stadtrat für die SÖS, seit 2009 ist er Fraktionschef des Bündnisses SÖS/Linke/Plus. 2012 hat er für den OB kandidiert, gegen Fritz Kuhn und Sebastian Turner, und dabei 10,4 Prozent der Stimmen einkassiert. Das sind freilich nur die nackten Daten, spannender ist das politische Gewicht, das der 34-Jährige mitbringt. Wer es schafft, das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 und die Parkschützer am Tisch zu halten, wer es hinkriegt, die Altvorderen im Gemeinderat ins Schwitzen zu versetzen, wem es gelingt, eine öffentliche Debatte mit einem Satz auszulösen, der hat etwas.

Ein Licht für die Linke im Land: "Heller Kopf" Hannes Rockenbauch. Foto: Joachim E. Röttgers
Ein Licht für die Linke im Land: "Heller Kopf" Hannes Rockenbauch. Foto: Joachim E. Röttgers

Die LBBW als "kriminelle Vereinigung", gesagt im Mai 2012 - das hat eine Welle der Empörung ausgelöst, unter allen Konsensdemokraten, die nicht gefragt haben, ob da was dran sein könnte, sondern sofort wussten, dass man so was nicht sagt. Damals kam gerade raus, dass die Landesbank zu den Zockern bei der Nahrungsmittelproduktion zählte. Aber das war nicht so wichtig. Wichtiger war die Botschaft: So einer stellt sich außerhalb unserer Kreise, so einer ist unwählbar. Zur Erinnerung: In Stuttgart-Mitte hat der OB-Kandidat Rockenbauch 15 Prozent der Stimmen erhalten.

Seinerzeit ist der Rotschopf nicht mehr zum zweiten Wahlgang angetreten. Wegen Fritz Kuhn, den Grünen und der Aussicht auf einen Politikwechsel im Rathaus. Den sieht er, nach zweieinhalb Jahren, immer noch nicht. Kein Mut zu wirklichen Änderungen, Bürgerbeteiligung als Beschäftigungstherapie, keine Spur von Mitbestimmung - so lautet Rockenbauchs Fazit, und dahinter steckt die Enttäuschung insbesondere über die Grünen, die vieles davon versprochen haben. Sie hätten, sagt er, den "Blick fürs Grundsätzliche" verloren. Damit wird sich auch Muhterem Aras (Grüne), die Stimmenkönigin (42,5 Prozent) im Stuttgarter Wahlkreis I, auseinandersetzen müssen. Genau dort tritt Rockenbauch an - die finale Zustimmung des Kreisverbands der Partei vorausgesetzt. 

Jetzt also die "Linke", die bei den letzten Landtagswahlen schlappe 3,4 Prozent erreicht hat. Natürlich nur, weil Mappus verhindert werden musste, sagen sie, und viele deshalb das kleinere Übel gewählt hätten. Geschichte. Für Rockenbauch ist die "Linke" inzwischen eine "offene Partei", eine, die mit Bürgerbewegungen zusammenarbeite, und eine, die sich noch wirklich mit dem Kapital anlege, die Systemfrage stelle. Beides treibt ihn an, das Außerparlamentarische und die Realpolitik, beides hätte er gerne verknüpft, weil nur so ein Leben "ohne Ausbeutung von Mensch und Natur" schaffbar sei. Er will ran an die "Fleischtöpfe der richtig Reichen", das "richtig gute Leben für alle" rausholen, und das mit der "Linken", die sich an einen wie ihn auch noch gewöhnen müssen wird. Als Parteiloser zumal. Aber allein die Vorstellung, den jungen Cohn-Bendit im Landtag reden zu hören, zwischen Schmid, Schmiedel, Wolf und Kretschmann, über Wahrheiten und Mehrheiten, über Gehörtwerden und Erhörtwerden, über Gottes Segen auf dem Bahnhof - die hätte schon was.

Womöglich hat Rockenbauch damit auch seine FreundInnen in der SÖS überzeugt, die normalerweise bei der Parteipolitik die Krätze kriegen, egal welche Farbe sie hat. Wehe, er mache sich die "Hände schmutzig", haben sie ihn gewarnt. Aber zum einen will er ihr Fraktionschef bleiben, zum anderen hat Gangolf Stocker, sein politischer Ziehvater, geknurrt, er soll's halt machen, wenn's die Linke über die fünf Prozent bringen sollte. Und nachdem er noch versprochen hat, auf keinen Fall Minister werden zu wollen, haben sie brav genickt.


Gefällt Ihnen dieser Artikel?
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!

Kommentare

Richard Huber, 15.06.2015 19:56
Rockenbauch: Davon gibts leider viel zu wenige, um den etablierten und satuierten Rathausklünkel ( Grün inclusive ) aufzumischen - nicht nur im Schwabenland ! Zum Glück gibts Hannes !

F. Fischer, 14.06.2015 17:20
@Rolf Steiner, 12.06.2015 17:36

Man sollte Herrn Rockenbauch als politisches Talent mit gewissen Volkstribun-Fähigkeiten wahrnehmen. Aber man sollte darauf verzichten, ihn als politischen Messias zu glorifizieren. Das ist 1. Politisch naiv und 2. Peinlich. So wie ich ihn einschätze, sind ihm solche Ewartungshaltungen, auch wenn er durchaus nicht uneitel wirkt, fremd. Dazu ist er zu realistisch. Manche Unterstützer der LINKEN haben da doch erhebliche Defizite, was die Einschätzung der politischen Realitäten, Rahmenbedingungen und Möglichkeiten angeht. ... Bei realistischer Betrachtung wird Herr Rockenbauch den Wahlkampf etwas beleben. In Stuttgart. Ob es dazu reicht, die LINKE landesweit über 5 % zu bugsieren, muß man abwarten.

Ernst Hallmackeneder, 14.06.2015 11:37
Wie schön, daß die Linke, alter sozialistischer Tradition entsprechend, ein echtes Kind der Arbeiterklasse, des Proletariats, als Landtagskandidaten aufstellt. Aufgewachsen in bitterarmen Verhältnissen, mit sechzehn gleich nach der Volksschule als Hilfsarbeiter auf den Bau gehend, um die verwitwete Mutter und die hungrigen Mäuler der fünf kleineren Geschwister zu sättigen, erst viel später in Abendkursen auf der Gewerkschaftsschule die Ideen des großen Mannes aus Trier kennen lernend, hat der Hannes die Berufung als Landtagskandidat vollauf verdient, um auch dort die Interessen des Prek, ähm, Proletariats kämpferisch zu vertreten. Sehr vorbildlich, sehr löblich von der Linken!

Andere, sich als "links" bezeichnende Parteien, wie die Grünreligiösen oder - Gott möge schützen - die Sozis, hätten da doch bestimmt einen Typen aus gutbürgerlich-gehobener Familie, selbstverständlich mit "Abi" ausgestattet, mit anschließendem 10jährigen Bummelstudium auf Kosten der steuerzahlenden Arbeiterschaft (aus Faulheit und weil man lieber auf "Demos" und "Blockaden" rumhängt und große Reden schwingt), aufgestellt, der - nach gerade mal 3 oder 4 Jahren "Berufstätigkeit" - die besser dotierten Fleischtöpfe im Landtag als Berufspolitiker "anstrebt".
Was bin ich froh, daß solche Kandidaten bei der Linkspartei nieeemals eine Schanze haben werden!

Rolf Steiner, 12.06.2015 17:36
Ganz schlimm und für ambitionierte Demokraten widerlich: Baden-Württemberg wird regiert von einer Koalition, die keinesfalls die Möglichkeiten nutzt, die sie hätte, um dem wirklichen Volkswillen zu entsprechen. Nicht nur bei diesem unsäglichen S-21-Desaster! Kretschmann und Schmid haben eine riesige Chance vertan und stellen sich schamlos in die Reihen der "Wertkonservativen". Alles dieselbe dumme Soße des Neokapitalismus.

Damit ist auch diese Grüne/SPD- "Koalition der Phantasielosigkeit" verantwortlich für den weiter wachsenden Frust am Politischen.

Ich hoffe, dass Hannes dieser weit verbreiteten Unlust ein Ende bereitet. Für mich ist er ein Hoffnungsträger.

Rolf Steiner, 12.06.2015 15:50
Die Kandidatur von Herrn R. könnte mit helfen, dass die Linke endlich mal über die 5 % Schranke kommen wird. Verdient hätte es sie schon seit längerem.

Bernhard Tschürtz, 12.06.2015 10:12
Ich finde dies eine sehr gute Entscheidung, da Hannes weiß was in Stuttgart gebraucht wird.
Wünsche mir noch mehr Politiker mit Zivilcourage deshalb unterstütze Ich Ihn.

Peterwmeisel, 11.06.2015 19:35
Hannes Rockenbauch ist der Richtige im Landtag den Mut zum Denken zu verbreiten. Das ist dringend. Ich werde ihn unterstützen!
1) Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sauere aude!
2) ZURÜCK ZUR NATUR
Nach der Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen von Jean-Jacques Rousseau (1755)
folgte 1789 - 1799 die Französische Revolution.
Ich warte immer noch darauf, daß die Grünen Grün werden und nicht inhaltlich die
CDU als Wirtschaftspartei einnehmen wollen. Bei mir hängt ein grünes KONTEXT Plakat:
Alle reden vom Wetter - Wir machen es - und KONTEXT schaut Euch auf die Finger!
das kann der Hannes Rockenbauch!
3) Jetzt will auch noch der Papst helfen: ab 18. Juni 2015 erscheint von
Papst Franziskus: Enzyklika zur ÖKOLOGIE Laudate sii - Sei du gelobt
"Über die Verantwortung für unser gemeinsames Wohl"
Seine Hauptthese: Konsumismus und Kapitalismus sind die Ursachen des Problems.
Es trifft zuerst die Armen

Peter S., 11.06.2015 19:28
Gut so.
Der Rockenbauch ist ein echte Person.
Nicht der Typ Politikerkopie wie die meisten im Parlament die ich so sehe.
Das wird eine klare Persönlichkeitswahl.
Good Luck Hannes

F. Fischer, 10.06.2015 22:07
Ein Tritt vor die Grün-Rote-Wade kann nichts schaden, da ich das zwar aus demokratischer Vielfaltssicht begrüße, dem aber dennoch wenig Aussicht auf Erfolg, allenfalls CDU-Kandidat-förderlich ansehe. Aber die Kräfte links der Mitte belieben manchmal für ... ähm ... Vernunftbürger kaum nachvollziehbare Wege gehen zu wollen. Good luck. Ein Langweiler ist er jedenfalls nicht, der Hannes Rockenbauch. Ob das alle Landtagskandiaten und -Innen in Stuttgart für sich in Anspruch nehmen können? Oder gar das teilweise unterirdische Grubenpersonal der LINKEN? Mal schaun, was er bietet. Interessant wird das sicher im Wahlkreis I.

Schorsch, 10.06.2015 20:23
Ach ja, ist denn diese Entscheidung auch im "Demokratielabor" (liebste Floskel vom Rocky) getroffen worden?
War nicht der Rocky derjenige, der den Parkschützerngejubelt hat:
"Wir gewinnen die Volksabstimmung? Auch mit oder gegen die Quote"?
War Rocky nicht der, der letztes Jahr als Erster "Hurra" geschrien hat bei der satten Sitzungsgelderhöhung des Gemeinderates?
Nun ja, so ein Landtagsmandat bringt perkuniär schon einiges ein, 7000 + x.
Ehrlich gesagt ist der Rocky für für mich nur ein Karrierist von der linken Seite.

Und, lieber Herr Freudenreich, den Herrn Cohn-Bendit als Vorbild zu bringen, das ist ja nun unter aller Sau, ehrlich!

Lutz Maeder, 10.06.2015 19:39
Hannes als Kandidat für die LINKE ist OK. Er soll jede Menge Stimmen bekommen.
Überhaupt ist jede Stimme gut die nicht an die völlig politisch gleich geschalteten, vom Kapital finanzierten und uns Bürger für dumm verkaufenden Parteien wie CDU, SPD, GRÜNE, REP, AfD, FDP , NPD, oder sonstige Quatschvereinigungen (z.B. Freie Wähler) geht.
Sonst wird sich nie etwas ändern im Ländle.
Aber es wird wohl so ausgehen, dass sich die GRÜNEN nach der Wahl ins Bett der widerlichen CDU legen. Oder das machen halt die SPDler. Beide Parteien schrecken ja vor nichts, aber schon vor garnichts zurück.
So wird es kommen - und das Stimmvieh hat es dann auch nicht besser verdient.
Lutz Maeder, Dipl,.Ing. Architekt

Wolfgang Weiss, 10.06.2015 18:55
Freut mich auch sehr (!), das Hannes kandidiert. Und das als parteilos-unabhängiger Bewerber auf der Lister der Linken :-)!

Damit steigt auch die Aussicht m.E. enorm, daß die Linke ( die sich im übrigen als einzigste Partei konsequent gegen das mafiöse Murksprojekt $21 von Anfang an stellt,- vor und vor allem auch n a c h der Wahl(!) ,- ) es schafft, in Stuttgart zumindest mal ein oder zwei Direktmandate zu erhalten.

Es gibt manchmal Momente, wo ich es bedauere, nicht in Stuttgart zu wohnen. Dies ist z.B. so einer davon.
Meine Stimme hätte Hannes (auch zwei, wenn das möglich wäre@invinoveritas )
Vielleicht brauchts auch in Bawü mal "Bremer Verhältnisse" ;-)

Walter Steiger, 10.06.2015 17:34
Werte Herren Kunz und (?) invinoveritas,

danke für die freundlichen Hinweise in Sachen Staatsbürgerkunde. Mir als hier geborenem Nicht-EU-Ausländer, der zwar brav Steuern zahlen, aber nicht mal auf kommunaler Ebene wählen darf, sei diese Bildungslücke, mangels Übung, nachgesehen. Ob ich allein deshalb aber Herrn Dorfs gestrigen brieflichen Lockungen erliegen soll, mein StZ-Abonnement wieder aufzunehmen, sei noch dahingestellt :)

hajo_mueller, 10.06.2015 15:48
@ invinoveritas,
manchmal kommt man der Wahrheit mit weniger Wein näher. Was spricht dagegen, gewisse Blätter nicht mal mit spitzigen Fingern anzufassen. Könnte das nicht heißen: "nur die allerdümmsten Leser (Kälber), finanzieren ihre Metzger selber"? Schließlich kann man sich seine Meinung über die Blätter auch im Netz bilden.

Schwabe, 10.06.2015 14:41
schön zu hören, freut mich sehr!
Vielen Dank und viel Erfolg Hannes Rockenbauch.

invinoveritas, 10.06.2015 14:26
Schön, dass Hannes Rockenbauch, der zwar nur bescheidene Aussichten hat, aber ein Gewinn für den Landtag wäre, sich schon mal auf die Stimme des Herrn Eifler freuen darf. Ähnlich schön wäre es allerdings, wenn der Herr Steiger sich wenigstens so weit auskennen würde, dass ihm vertraut wäre, dass es bei der Landtagswahl gar keine Zweitstimme gibt, sondern nur die eine. Das erinnert etwas an Kommentatoren, die hier ungeniert mitteilen, dass sie zwar seit Jahren keines der beiden Stuttgarter Blätter auch nur mit spitzen Fingern anfassen, aber ganz genau wissen, dass es sich um tiefschwarze CDU-Propaganda-Instrumente auf dem Niveau der Bild-Zeitung (die sie natürlich auch nicht lesen) handelt. Motto: Wieso muss man was wissen, wenn man doch eine Meinung hat?
P.S. Beeindruckend jedenfalls schon mal die organisatorische Schlagkraft der Rockenbauch-Gemeinde. So viele Facebook-Empfehlungen! Wahnsinn!!

Steven Kunz, 10.06.2015 13:03
Lieber Herr Steiger,
auch bei der kommenden Landtagswahl werden Sie die "Zweitstimme" auf dem Wahlzettel nicht finden. Sie haben nur eine Stimme, aber die können Sie ja der Linken und Herrn Rockenbauch geben.
Freundliche Grüße
Steven Kunz

Walter Steiger, 10.06.2015 11:17
@Max Eifler: Zweitstimme nicht vergessen! Nur so kommt Leben in die Bude ;-)
Und Dank an Hannes, dass er's macht!

Max Eifler, 10.06.2015 07:24
Einwandfrei!
Meine Stimme hat er!

Kommentar hinzufügen




CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.


* Pflichtfeld!

Letzte Kommentare:

Ausgabe 273 / Jeden Tag ein guter Freund / Schwabe, 28.06.2016 10:17
Man merkt auch, dass die Beschneidung von Pressefreiheit sprich der Abbau von Demokratie hart verteidigt wird!

Ausgabe 273 / Wer eine Grube gräbt / Schwabe, 28.06.2016 09:38
Der "Müller" hat m.E. von Bau keine Ahnung - aber hier kann man ja rumpoltern und sich seine eigene Schlüssigkeit zusammenbasteln. Was "Damals" angeht hat Frau Rath recht wenn Sie sagt: "Damals" musste der Vorhabenträger ein Projekt...

Ausgabe 273 / Wer eine Grube gräbt / Müller, 28.06.2016 07:27
@frau Rath Selbstverständlich ist nicht der behördliche Schwergang alleine für die Verzögerungen verantwortlich. S21 hat einfach eine mords Komplexität. Aber auch K21 würde man in viele Planfeststellungen zerschneiden. Das geht...

Ausgabe 273 / Wer eine Grube gräbt / CharlotteRath, 27.06.2016 17:56
@mueller zu "damals" bzw. "langwierige Genehmigungsverfahren": Sie meinen tatsächlich, vor Erlass der "Planungsvereinfachungs- und -beschleunigungsgesetze" und vor der Änderung der öffentlichen Haushaltsordnungen ging alles...

Ausgabe 273 / Sofadeutsche / Horst Ruch, 27.06.2016 17:05
......nur nach vorne blicken, nie mit den Schmuddelkindern spielen. Die NATO das wirkliche TTIP-Europa, das aus den USA gesteuerte Programm, zur wundersamen Geldvermehrung. Kaiser Wilhelm war mit Krupp&Co zwar auch schon ohne Amerika...

Ausgabe 83 / Rassismus im Kinderzimmer / Demokrator, 27.06.2016 07:08
Ist dieser Artikel ernst gemeint?

Ausgabe 273 / Jeden Tag ein guter Freund / Demokrator, 27.06.2016 07:07
Man merkt schon, Kontext hat den Finger in die Wunde gelegt.

Ausgabe 273 / Trumps Luftnummer / Demokrator, 27.06.2016 07:05
Na, "Müller", wieder nur gegen die Kritiker keilen, wenn einem die Argumente ausgegangen sind? http://omec.us/ddg/lohnschreiber-regeln.html

Ausgabe 273 / Jeden Tag ein guter Freund / Dieter Kief, 26.06.2016 21:33
Grüzi Hr. Reile! Die Entwicklung des "Südkurier-Skandals" hat leider eine neue Wendung genommen, von der Ihr hiesiges Entlastungsangriffle auf mich am Ende sogar ablenken könnte, was aber nicht richtig wäre. Josef-Otto Freudenreich...

Ausgabe 273 / "Gysi ist top" / era, 26.06.2016 17:10
Und noch Gratulation an die vielen anderen aufmerksamen Leser, denen die Ungereimtheiten auch nicht entgangen sind - prost!

Die KONTEXT:Wochenzeitung lebt vor allem von den kleinen und großen Spenden ihrer Leserinnen und Leser.
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!