KONTEXT Extra:
S-21-Ausstieg ernsthaft erwogen

Jetzt ist es amtlich: Aus den entschwärzten Teilen eines für Angela Merkel erstellten Vermerks vom 5. Februar 2013 geht hervor, dass die Staatssekretäre der beteiligten Bundesministerien vor drei Jahren die Frage eines Ausstiegs aus Stuttgart 21 ernsthaft prüfen lassen wollten, bevor über die Kostensteigerungen entschieden werden sollte. Der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Michael Odenwald (CDU) hatte "eine umfassende Unterlage" erstellen lassen, wonach, wie es in dem vierseitigen Schreiben an die Kanzlerin heißt, "offenbar die Antwortentwürfe der DB AG auf die Fragen des AR kritisch kommentiert, weitere Fragen zur Kostenentwicklung und Risiken sowie nach Projektabbruch und Alternativen formuliert" wurden.

Unter anderem gibt der Vermerk die Auffassung des Bahnvorstands wieder, nach der die seinerzeit eingeräumten Kostensteigerungen nicht allein zu Lasten des Bundes gehen und andere Vorhaben der Bahn nicht tangieren würden. Das Bundesverkehrsministerium hatte dieser Ansicht zuvor widersprochen. Abschließend heißt es: "Um ein Scheitern des Projekts auf der Zeitschiene zu verhindern, muss der Aufsichtsrat nach Erörterung und Bewertung der von der DB beantworteten Fragen zügig eine Entscheidung (...)" fällen. Und das Verkehrsministerium wird gedrängt, "zügig zu einer abschließenden Bewertung der Faktenlage zu kommen und diese mit den anderen Ressorts abzustimmen".

Für Eisenhart von Loeper, der die Entschwärzung am Donnerstag in Berlin in einem Vergleich vor dem Verwaltungsgericht erreicht hat, ist damit der "Verdacht der rechtswidrigen Einflussnahme auf die Weiterbauentscheidung erhärtet". Die weiteren nun einsehbaren Passagen des bisher Dokuments zeigten, so das Aktionsbündnis in seiner Pressemitteilung, "dass es in der Sache massive, wenn auch diplomatisch formulierte Forderungen gab, Verkehrs-Staatssekretär Odenwald solle seine begründete Forderung der ernsthaften Prüfung des Ausstiegs aus dem Projekt aufgeben". Von Loeper weiter: "Obwohl es den Staatssekretären darum ging, bei Stuttgart 21 'vor dem Hintergrund der Entwicklung beim BER eine möglichst belastbare Finanzierung gewährleisten und Risiken soweit wie möglich ausschließen' zu können, sollte sich das Verkehrsministerium die Meinung des Bahnvorstands zu eigen machen. Dieser votierte dann trotz der enormen Kostensteigerung für Weiterbau."


Stuttgart 21: Steter Tropfen

Das Kanzleramt entschwärzt weitere Teile eines brisanten Stuttgart-21-Vermerks. Wie Eisenhart von Loeper am Donnerstag nach dem Erörterungstermin zur Aktenvorlage vor dem Berliner Verwaltungsgericht mitteilte, werden damit rund 80 Prozent jenes Papiers mit Datum 5. Februar 2013 öffentlich, in dem es um das Okay des DB-Aufsichtsrats für das Milliardenprojekt trotz der Kostensteigerungen und vor allem der Tatsache geht, dass nicht geklärt war und ist, wer die Mehrkosten trägt. Von Loeper hofft jetzt nachvollziehen zu können, wie und was in den entscheidenden Wochen 2013 intern diskutiert wurde. Im Raum steht seit dem umstrittenen Votum der Vorwurf, dass das Kanzleramt Einfluss auf die Aufsichtsräte genommen hat. Schon im Sommer 2014 hatte von Loeper die Herausgabe wichtiger Dokumente durchsetzen können, die seither auf der Internetseite www.strafvereitelung.de eingesehen werden können. Die neuen Passagen sollen dem Aktionsbündnis noch diese Woche zugestellt werden.


VfB gewinnt die Süperlig

Der VfB ist nun doch noch Meister geworden! Nach dem Abstieg aus der 1. Bundesliga am Samstag hat er schon am Tag darauf die türkische Süperlig gewonnen. Wenigstens ein bisschen. Sagen wir mal, unter Einberechnung des Schön-war-die-Zeit-Vergangenheitsbonus', zu zwei Elfteln. Die beiden Besiktas-Istanbul-Spieler Mario Gomez und Andreas Beck haben nämlich ihre VfB-Meisterschaftserfahrung aus dem Jahr 2007 in den türkischen Club eingebracht. Nach dem 3:1-Sieg gegen Osmanlispor kann Besiktas am letzten Spieltag nicht mehr eingeholt werden. Gefeiert wurde das auch auf dem Stuttgarter Schlossplatz, schließlich hat der Verein viele Fans. Die sind übrigens Weltrekordhalter: in einem Spiel gegen Tottenham im Jahr 2006 (nach anderen Angaben 2007 gegen Liverpool) haben sie sich mit 132 Dezibel den Höchstwert für Fußballstadien zusammengejubelt. Die Besiktas-Fangruppe Carsi (offiziell aufgelöst, aber weiter virulent und freundschaftlich mit Sankt Pauli verbunden) umrundet das A im Namen zum Zeichen für Anarchie, versteht sich auch als soziale Bewegung und war etwa bei den Taksim-Platz-Protesten gegen Erdogan aktiv. Was jetzt eventuell weniger an den VfB und seine Fans erinnert. Aaaaaber: Trainiert wurde Besiktas auch einige Jahre von Christoph Daum, der den VfB 1992 zum Meister machte. Und drei Jahre später hat Daum mit Besiktas die Süperlig gewonnen! Wenn man also auch noch den Daum-Faktor einrechnet, dann ist der VfB an diesem Sonntag sogar mit mehr als Zwei-Elfteln türkischer Meister geworden. (17.5.2016)


Stuttgarter Friedenspreis 2016 an Jürgen Grässlin

Die Verleihung des diesjährigen Anstifter-Preises an Jürgen Grässlin ist ein Signal. Denn dem Rüstungsgegner droht eine Haftstrafe. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hat wenige Monate nach seinem Enthüllungsbuch "Netzwerk des Todes" über die Verflechtungen von Rüstungsindustrie und Behörden Vorermittlungen eingeleitet: Gegen ihn und seine Mitautoren Daniel Harrich und Danuta Harrich-Zandberg - wegen des Verdachts verbotener Mitteilungen über Gerichtsverhandlungen gemäß § 353d Strafgesetzbuch.

Dabei hatte Mitautor und Regisseur Daniel Harrich der Staatsanwaltschaft zahlreiche Dokumente zur Verfügung gestellt, auf deren Basis die staatsanwaltschaftliche Klageschrift gegen Heckler & Koch verfasst werden konnte. Vor rund einem Monat hat Daniel Harrich noch den Grimme-Preis dafür entgegengenommen. Nicht nur im Fall Böhmermann - auch sonst sehen sich deutsche Medienmacher und kritische Autoren immer wieder mit Strafermittlungen konfrontiert. Jetzt erst recht - Kontext gratuliert zum Friedenspreis.

In diesem Jahr wird er zum 14. Mal verliehen, 25 Vorschläge gingen bei den Anstiftern ein. Der erste Preis ist mit 5000 Euro dotiert. Auf weiteren Plätzen folgen der Zeitzeuge Theodor Bergmann, Seawatch (Geflüchtete in Seenot), Ärzte ohne Grenzen und die kurdische Menschenrechtsaktivistin Leyla Zana. (16.Mai 2016)


Bündnis gegen rechts

Winfried Kretschmann engagiert sich im österreichischen Präsidentschaftswahlkampf: Er ist einem breit verankerten Komitee gegen rechts und zur Unterstützung von Alexander van der Bellen beigetreten. Der frühere Bundesvorsitzende der österreichischen Grünen, der als parteiunabhängiger Kandidat antritt, kam bei der Volkswahl Mitte April im ersten Wahlgang auf 21,3 Prozent der Stimmen. Norbert Hofer, der Kandidat der rechtspopulistischen "Freiheitlichen Partei Österreichs" (FPÖ), liegt mit 35 Prozent weit vorn. Zusammengefunden haben sich vor dem entscheidenden zweiten Wahlgang am 22. Mai viele Promis aus dem deutschsprachigen Raum, die sich für van der Bellen stark machen. Darunter Oscar-Preisträger Christoph Waltz, Everest-Bezwinger Reinhold Messner oder Liedermacher Konstantin Wecker und hunderte Schauspieler, Künstler, Journalisten, Politiker, Unternehmer, Wissenschaftler oder Diplomaten aus dem linken, aber auch aus dem bürgerlichen Lager. Nach Pfingsten, am Dienstagabend,  wird Kretschmann nach Wien reisen, um im Wahlkampf des Universitätsprofessors aufzutreten. Er habe van der Bellen "als engagierten, fairen und vertrauenswürdigen Menschen kennen und schätzen gelernt, der für Demokratie, Menschenrechte, ökologische Nachhaltigkeit, gegenseitigen Respekt und Chancengleichheit" eintrete. Unter weiter: "Gerade in diesen bewegten Zeiten ist eine besonnene, weltoffene und weitsichtige Person in einem solchen Amt besonders wichtig." Hofer ist programmatisch einer der führenden Köpfe der FPÖ und damit der europäischen Rechten. Seine schlagende Verbindung Marko Germania hält wenig vom selbständigen Staat Österreich, sondern bekennt sich zu einem "deutschen Vaterland", "unabhängig von bestehenden staatlichen Grenzen". Er wäre in Mitteleuropa der erste Rechtspopulist im höchsten Amt eines Staates. (15.5.2016)


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Ausgabe 219
Politik

Rockenbauch tritt für die "Linke" an

Von Josef-Otto Freudenreich
Datum: 10.06.2015
Die Stuttgarter "Linke" schickt einen bemerkenswerten Kandidaten ins Rennen: Hannes Rockenbauch (34) soll die Partei bei der Landtagswahl über die Fünf-Prozent-Hürde lupfen.

Man kann sich die Pressemitteilung der Partei schon vorstellen. Sie freut sich, einen Kandidaten gewonnen zu haben, der den Landtag durchlüftet. Frisch, frech und fröhlich links, und immer an der Seite der Bewegung, sei sie sozial, ökologisch oder gegen den Bahnhof. Die Freude ist sogar nachvollziehbar, weil Rockenbauch, zumindest in Stuttgart, nicht irgendwer ist, sondern eben "der Hannes". Eine Ikone der S 21-Gegner, einer, dem selbst Heiner Geißler (CDU) bescheinigte, ein heller Kopf zu sein.

Der Diplomingenieur (Architektur und Stadtplanung) sitzt seit 2004 im Stadtrat für die SÖS, seit 2009 ist er Fraktionschef des Bündnisses SÖS/Linke/Plus. 2012 hat er für den OB kandidiert, gegen Fritz Kuhn und Sebastian Turner, und dabei 10,4 Prozent der Stimmen einkassiert. Das sind freilich nur die nackten Daten, spannender ist das politische Gewicht, das der 34-Jährige mitbringt. Wer es schafft, das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 und die Parkschützer am Tisch zu halten, wer es hinkriegt, die Altvorderen im Gemeinderat ins Schwitzen zu versetzen, wem es gelingt, eine öffentliche Debatte mit einem Satz auszulösen, der hat etwas.

Ein Licht für die Linke im Land: "Heller Kopf" Hannes Rockenbauch. Foto: Joachim E. Röttgers
Ein Licht für die Linke im Land: "Heller Kopf" Hannes Rockenbauch. Foto: Joachim E. Röttgers

Die LBBW als "kriminelle Vereinigung", gesagt im Mai 2012 - das hat eine Welle der Empörung ausgelöst, unter allen Konsensdemokraten, die nicht gefragt haben, ob da was dran sein könnte, sondern sofort wussten, dass man so was nicht sagt. Damals kam gerade raus, dass die Landesbank zu den Zockern bei der Nahrungsmittelproduktion zählte. Aber das war nicht so wichtig. Wichtiger war die Botschaft: So einer stellt sich außerhalb unserer Kreise, so einer ist unwählbar. Zur Erinnerung: In Stuttgart-Mitte hat der OB-Kandidat Rockenbauch 15 Prozent der Stimmen erhalten.

Seinerzeit ist der Rotschopf nicht mehr zum zweiten Wahlgang angetreten. Wegen Fritz Kuhn, den Grünen und der Aussicht auf einen Politikwechsel im Rathaus. Den sieht er, nach zweieinhalb Jahren, immer noch nicht. Kein Mut zu wirklichen Änderungen, Bürgerbeteiligung als Beschäftigungstherapie, keine Spur von Mitbestimmung - so lautet Rockenbauchs Fazit, und dahinter steckt die Enttäuschung insbesondere über die Grünen, die vieles davon versprochen haben. Sie hätten, sagt er, den "Blick fürs Grundsätzliche" verloren. Damit wird sich auch Muhterem Aras (Grüne), die Stimmenkönigin (42,5 Prozent) im Stuttgarter Wahlkreis I, auseinandersetzen müssen. Genau dort tritt Rockenbauch an - die finale Zustimmung des Kreisverbands der Partei vorausgesetzt. 

Jetzt also die "Linke", die bei den letzten Landtagswahlen schlappe 3,4 Prozent erreicht hat. Natürlich nur, weil Mappus verhindert werden musste, sagen sie, und viele deshalb das kleinere Übel gewählt hätten. Geschichte. Für Rockenbauch ist die "Linke" inzwischen eine "offene Partei", eine, die mit Bürgerbewegungen zusammenarbeite, und eine, die sich noch wirklich mit dem Kapital anlege, die Systemfrage stelle. Beides treibt ihn an, das Außerparlamentarische und die Realpolitik, beides hätte er gerne verknüpft, weil nur so ein Leben "ohne Ausbeutung von Mensch und Natur" schaffbar sei. Er will ran an die "Fleischtöpfe der richtig Reichen", das "richtig gute Leben für alle" rausholen, und das mit der "Linken", die sich an einen wie ihn auch noch gewöhnen müssen wird. Als Parteiloser zumal. Aber allein die Vorstellung, den jungen Cohn-Bendit im Landtag reden zu hören, zwischen Schmid, Schmiedel, Wolf und Kretschmann, über Wahrheiten und Mehrheiten, über Gehörtwerden und Erhörtwerden, über Gottes Segen auf dem Bahnhof - die hätte schon was.

Womöglich hat Rockenbauch damit auch seine FreundInnen in der SÖS überzeugt, die normalerweise bei der Parteipolitik die Krätze kriegen, egal welche Farbe sie hat. Wehe, er mache sich die "Hände schmutzig", haben sie ihn gewarnt. Aber zum einen will er ihr Fraktionschef bleiben, zum anderen hat Gangolf Stocker, sein politischer Ziehvater, geknurrt, er soll's halt machen, wenn's die Linke über die fünf Prozent bringen sollte. Und nachdem er noch versprochen hat, auf keinen Fall Minister werden zu wollen, haben sie brav genickt.


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Kommentare

Richard Huber, 15.06.2015 19:56
Rockenbauch: Davon gibts leider viel zu wenige, um den etablierten und satuierten Rathausklünkel ( Grün inclusive ) aufzumischen - nicht nur im Schwabenland ! Zum Glück gibts Hannes !

F. Fischer, 14.06.2015 17:20
@Rolf Steiner, 12.06.2015 17:36

Man sollte Herrn Rockenbauch als politisches Talent mit gewissen Volkstribun-Fähigkeiten wahrnehmen. Aber man sollte darauf verzichten, ihn als politischen Messias zu glorifizieren. Das ist 1. Politisch naiv und 2. Peinlich. So wie ich ihn einschätze, sind ihm solche Ewartungshaltungen, auch wenn er durchaus nicht uneitel wirkt, fremd. Dazu ist er zu realistisch. Manche Unterstützer der LINKEN haben da doch erhebliche Defizite, was die Einschätzung der politischen Realitäten, Rahmenbedingungen und Möglichkeiten angeht. ... Bei realistischer Betrachtung wird Herr Rockenbauch den Wahlkampf etwas beleben. In Stuttgart. Ob es dazu reicht, die LINKE landesweit über 5 % zu bugsieren, muß man abwarten.

Ernst Hallmackeneder, 14.06.2015 11:37
Wie schön, daß die Linke, alter sozialistischer Tradition entsprechend, ein echtes Kind der Arbeiterklasse, des Proletariats, als Landtagskandidaten aufstellt. Aufgewachsen in bitterarmen Verhältnissen, mit sechzehn gleich nach der Volksschule als Hilfsarbeiter auf den Bau gehend, um die verwitwete Mutter und die hungrigen Mäuler der fünf kleineren Geschwister zu sättigen, erst viel später in Abendkursen auf der Gewerkschaftsschule die Ideen des großen Mannes aus Trier kennen lernend, hat der Hannes die Berufung als Landtagskandidat vollauf verdient, um auch dort die Interessen des Prek, ähm, Proletariats kämpferisch zu vertreten. Sehr vorbildlich, sehr löblich von der Linken!

Andere, sich als "links" bezeichnende Parteien, wie die Grünreligiösen oder - Gott möge schützen - die Sozis, hätten da doch bestimmt einen Typen aus gutbürgerlich-gehobener Familie, selbstverständlich mit "Abi" ausgestattet, mit anschließendem 10jährigen Bummelstudium auf Kosten der steuerzahlenden Arbeiterschaft (aus Faulheit und weil man lieber auf "Demos" und "Blockaden" rumhängt und große Reden schwingt), aufgestellt, der - nach gerade mal 3 oder 4 Jahren "Berufstätigkeit" - die besser dotierten Fleischtöpfe im Landtag als Berufspolitiker "anstrebt".
Was bin ich froh, daß solche Kandidaten bei der Linkspartei nieeemals eine Schanze haben werden!

Rolf Steiner, 12.06.2015 17:36
Ganz schlimm und für ambitionierte Demokraten widerlich: Baden-Württemberg wird regiert von einer Koalition, die keinesfalls die Möglichkeiten nutzt, die sie hätte, um dem wirklichen Volkswillen zu entsprechen. Nicht nur bei diesem unsäglichen S-21-Desaster! Kretschmann und Schmid haben eine riesige Chance vertan und stellen sich schamlos in die Reihen der "Wertkonservativen". Alles dieselbe dumme Soße des Neokapitalismus.

Damit ist auch diese Grüne/SPD- "Koalition der Phantasielosigkeit" verantwortlich für den weiter wachsenden Frust am Politischen.

Ich hoffe, dass Hannes dieser weit verbreiteten Unlust ein Ende bereitet. Für mich ist er ein Hoffnungsträger.

Rolf Steiner, 12.06.2015 15:50
Die Kandidatur von Herrn R. könnte mit helfen, dass die Linke endlich mal über die 5 % Schranke kommen wird. Verdient hätte es sie schon seit längerem.

Bernhard Tschürtz, 12.06.2015 10:12
Ich finde dies eine sehr gute Entscheidung, da Hannes weiß was in Stuttgart gebraucht wird.
Wünsche mir noch mehr Politiker mit Zivilcourage deshalb unterstütze Ich Ihn.

Peterwmeisel, 11.06.2015 19:35
Hannes Rockenbauch ist der Richtige im Landtag den Mut zum Denken zu verbreiten. Das ist dringend. Ich werde ihn unterstützen!
1) Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sauere aude!
2) ZURÜCK ZUR NATUR
Nach der Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen von Jean-Jacques Rousseau (1755)
folgte 1789 - 1799 die Französische Revolution.
Ich warte immer noch darauf, daß die Grünen Grün werden und nicht inhaltlich die
CDU als Wirtschaftspartei einnehmen wollen. Bei mir hängt ein grünes KONTEXT Plakat:
Alle reden vom Wetter - Wir machen es - und KONTEXT schaut Euch auf die Finger!
das kann der Hannes Rockenbauch!
3) Jetzt will auch noch der Papst helfen: ab 18. Juni 2015 erscheint von
Papst Franziskus: Enzyklika zur ÖKOLOGIE Laudate sii - Sei du gelobt
"Über die Verantwortung für unser gemeinsames Wohl"
Seine Hauptthese: Konsumismus und Kapitalismus sind die Ursachen des Problems.
Es trifft zuerst die Armen

Peter S., 11.06.2015 19:28
Gut so.
Der Rockenbauch ist ein echte Person.
Nicht der Typ Politikerkopie wie die meisten im Parlament die ich so sehe.
Das wird eine klare Persönlichkeitswahl.
Good Luck Hannes

F. Fischer, 10.06.2015 22:07
Ein Tritt vor die Grün-Rote-Wade kann nichts schaden, da ich das zwar aus demokratischer Vielfaltssicht begrüße, dem aber dennoch wenig Aussicht auf Erfolg, allenfalls CDU-Kandidat-förderlich ansehe. Aber die Kräfte links der Mitte belieben manchmal für ... ähm ... Vernunftbürger kaum nachvollziehbare Wege gehen zu wollen. Good luck. Ein Langweiler ist er jedenfalls nicht, der Hannes Rockenbauch. Ob das alle Landtagskandiaten und -Innen in Stuttgart für sich in Anspruch nehmen können? Oder gar das teilweise unterirdische Grubenpersonal der LINKEN? Mal schaun, was er bietet. Interessant wird das sicher im Wahlkreis I.

Schorsch, 10.06.2015 20:23
Ach ja, ist denn diese Entscheidung auch im "Demokratielabor" (liebste Floskel vom Rocky) getroffen worden?
War nicht der Rocky derjenige, der den Parkschützerngejubelt hat:
"Wir gewinnen die Volksabstimmung? Auch mit oder gegen die Quote"?
War Rocky nicht der, der letztes Jahr als Erster "Hurra" geschrien hat bei der satten Sitzungsgelderhöhung des Gemeinderates?
Nun ja, so ein Landtagsmandat bringt perkuniär schon einiges ein, 7000 + x.
Ehrlich gesagt ist der Rocky für für mich nur ein Karrierist von der linken Seite.

Und, lieber Herr Freudenreich, den Herrn Cohn-Bendit als Vorbild zu bringen, das ist ja nun unter aller Sau, ehrlich!

Lutz Maeder, 10.06.2015 19:39
Hannes als Kandidat für die LINKE ist OK. Er soll jede Menge Stimmen bekommen.
Überhaupt ist jede Stimme gut die nicht an die völlig politisch gleich geschalteten, vom Kapital finanzierten und uns Bürger für dumm verkaufenden Parteien wie CDU, SPD, GRÜNE, REP, AfD, FDP , NPD, oder sonstige Quatschvereinigungen (z.B. Freie Wähler) geht.
Sonst wird sich nie etwas ändern im Ländle.
Aber es wird wohl so ausgehen, dass sich die GRÜNEN nach der Wahl ins Bett der widerlichen CDU legen. Oder das machen halt die SPDler. Beide Parteien schrecken ja vor nichts, aber schon vor garnichts zurück.
So wird es kommen - und das Stimmvieh hat es dann auch nicht besser verdient.
Lutz Maeder, Dipl,.Ing. Architekt

Wolfgang Weiss, 10.06.2015 18:55
Freut mich auch sehr (!), das Hannes kandidiert. Und das als parteilos-unabhängiger Bewerber auf der Lister der Linken :-)!

Damit steigt auch die Aussicht m.E. enorm, daß die Linke ( die sich im übrigen als einzigste Partei konsequent gegen das mafiöse Murksprojekt $21 von Anfang an stellt,- vor und vor allem auch n a c h der Wahl(!) ,- ) es schafft, in Stuttgart zumindest mal ein oder zwei Direktmandate zu erhalten.

Es gibt manchmal Momente, wo ich es bedauere, nicht in Stuttgart zu wohnen. Dies ist z.B. so einer davon.
Meine Stimme hätte Hannes (auch zwei, wenn das möglich wäre@invinoveritas )
Vielleicht brauchts auch in Bawü mal "Bremer Verhältnisse" ;-)

Walter Steiger, 10.06.2015 17:34
Werte Herren Kunz und (?) invinoveritas,

danke für die freundlichen Hinweise in Sachen Staatsbürgerkunde. Mir als hier geborenem Nicht-EU-Ausländer, der zwar brav Steuern zahlen, aber nicht mal auf kommunaler Ebene wählen darf, sei diese Bildungslücke, mangels Übung, nachgesehen. Ob ich allein deshalb aber Herrn Dorfs gestrigen brieflichen Lockungen erliegen soll, mein StZ-Abonnement wieder aufzunehmen, sei noch dahingestellt :)

hajo_mueller, 10.06.2015 15:48
@ invinoveritas,
manchmal kommt man der Wahrheit mit weniger Wein näher. Was spricht dagegen, gewisse Blätter nicht mal mit spitzigen Fingern anzufassen. Könnte das nicht heißen: "nur die allerdümmsten Leser (Kälber), finanzieren ihre Metzger selber"? Schließlich kann man sich seine Meinung über die Blätter auch im Netz bilden.

Schwabe, 10.06.2015 14:41
schön zu hören, freut mich sehr!
Vielen Dank und viel Erfolg Hannes Rockenbauch.

invinoveritas, 10.06.2015 14:26
Schön, dass Hannes Rockenbauch, der zwar nur bescheidene Aussichten hat, aber ein Gewinn für den Landtag wäre, sich schon mal auf die Stimme des Herrn Eifler freuen darf. Ähnlich schön wäre es allerdings, wenn der Herr Steiger sich wenigstens so weit auskennen würde, dass ihm vertraut wäre, dass es bei der Landtagswahl gar keine Zweitstimme gibt, sondern nur die eine. Das erinnert etwas an Kommentatoren, die hier ungeniert mitteilen, dass sie zwar seit Jahren keines der beiden Stuttgarter Blätter auch nur mit spitzen Fingern anfassen, aber ganz genau wissen, dass es sich um tiefschwarze CDU-Propaganda-Instrumente auf dem Niveau der Bild-Zeitung (die sie natürlich auch nicht lesen) handelt. Motto: Wieso muss man was wissen, wenn man doch eine Meinung hat?
P.S. Beeindruckend jedenfalls schon mal die organisatorische Schlagkraft der Rockenbauch-Gemeinde. So viele Facebook-Empfehlungen! Wahnsinn!!

Steven Kunz, 10.06.2015 13:03
Lieber Herr Steiger,
auch bei der kommenden Landtagswahl werden Sie die "Zweitstimme" auf dem Wahlzettel nicht finden. Sie haben nur eine Stimme, aber die können Sie ja der Linken und Herrn Rockenbauch geben.
Freundliche Grüße
Steven Kunz

Walter Steiger, 10.06.2015 11:17
@Max Eifler: Zweitstimme nicht vergessen! Nur so kommt Leben in die Bude ;-)
Und Dank an Hannes, dass er's macht!

Max Eifler, 10.06.2015 07:24
Einwandfrei!
Meine Stimme hat er!

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