KONTEXT Extra:
NSU-Ausschuss will weitere Akten

Der zweite parlamentarische Untersuchungsausschuss zum "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) geht auf die Suche nach zusätzlichen Akten, um dessen Verbindungen nach Baden-Württemberg besser auszuleuchten. Die Abgeordneten meinen, beim Generalbundesanwalt und/oder im Bundesamt für Verfassungsschutz fündig werden zu können. Beauftragt ist Bernd von Heintschel-Heinegg. Der Rechtswissenschaftler war schon für den ersten Ausschuss des Landtags und als Sonderermittler auch für den Bundestag tätig.

Zurückgestellt wurde in diesem Zusammenhang die Ladung von Mike Markus Friedel. Vor allem der NSU-Experte Hajo Funke hatte immer wieder darauf gedrängt, dass der gebürtige Sachse gehört wird. Dessen Name stand auf der sogenannten Garagenliste, die 1998 in Jena sichergestellt, aber erst mit großer zeitlicher Verzögerung detailliert ausgewertet wurde. Vor fast zwanzig Jahren zog er nach Heilbronn. "Markus Friedel war mit 'Erbse' (V-Mann), Torsten Ogertschnig, zusammen im Ländle im Gefängnis", schreibt Funke. Und von Friedel habe "Erbse" seine Kenntnisse über den NSU und Mundlos.

Bei einer Veranstaltung der "Anstifter" im Stuttgarter Kunstverein hat Rainer Nübel, der im ersten Ausschuss als Sachverständiger aufgetreten war, erneut von den Abgeordneten verlangt, sich ernsthafter mit der Anwesenheit ausländischer Geheimdienste am 25. April 2007 in Heilbronn zu befassen. An diesem Tag waren die Polizistin Michèle Kiesewetter ermordet und ihr Kollege Martin Arnold schwer verletzt worden. Der zweite Ausschuss hat bereits mehrere Zeugen vernommen. Jetzt ist ein Bericht beim Bundesnachrichtendienst angefordert.

Die nächste Ausschusssitzung beginnt am Freitag, den 24. Februar, um 9.30 Uhr im Landtag. Zwei Kriminalbeamtinnen sollen Auskünfte über die rechte Szene geben und die Verbindungen des NSU in den Südwesten. Geladen sind außerdem drei Zeuginnen, die Kontakt zu Beate Zschäpe gehabt haben sollen.

Auch die weiteren Sitzungstermine bis zur parlamentarischen Sommerpause sind festgelegt: 20. März, 28. April, 15. Mai, 19. Juni und der 17. Juli 2017.

Mehr zum Thema: "Geheimdienste im Fokus", "Eh-wurscht-Akten" 


WKZ liest mit

Anfang Januar hatte der Waiblinger Lokalhistoriker und Anstifter Ebbe Koegel sich darüber beschwert, dass das Land dem Firmengründer Andreas Stihl eine Kunstmedaille gewidmet hat. "Andreas Stihl war ein überzeugter Nazi, NSDAP-Mitglied seit 1933, seit 1935 SS-Mitglied mit dem Rang eines Hauptsturmführers (seit 1939)", schrieb er an Finanzministerin Edith Sitzmann. Die Waiblinger Kreiszeitung (WKZ) schwieg dazu - bis Kontext den Fall am 25. Januar aufgriff. Nun erschien am 11. Februar ein zweiseitiges Extra mit ausdrücklichem Bezug auf den Kontext-Artikel. Der Redakteur Peter Schwarz zitiert darin aus der 100-seitigen Entnazifizierungsakte. Die beiden Kinder Stihls, der langjährige IHK-Präsident Hans Peter Stihl und seine Schwester Eva Mayr-Stihl wurden befragt. Die Recherche ergibt, wie die WKZ selbst schreibt, ein "außerordentlich schillerndes Bild."

Der Redakteur zitiert mehrere Fremdarbeiter - den Begriff Zwangsarbeiter meidet er - die sich im Verfahren positiv über Stihl geäußert haben. Ein Slowake berichtet, Stihl habe einem Freund geholfen zu fliehen, der sich den Partisanen anschließen wollte. Ein Jugoslawe meinte, der Patriarch habe sich "mit großer Empörung geäußert über die Gemeinheit und den Terror des dritten Reiches", ein Holländer, er habe "gelitten, als er sehen musste, wie schmutzig dieses System war, und konnte doch nicht mehr von demselben weg." Der Betriebsrat sagte dagegen aus, Stihl sei "100 Prozent Nationalsozialist" gewesen, habe "mehrere seiner Lehrlinge zum Eintritt in die SS" bewogen und Regimekritiker als "Eiterbeulen" bezeichnet, denen er "in die Fresse" schlagen wolle. (16.2.2017)


Wüstenjubiläum: Fünf Jahre Parkräumung

Vor genau fünf Jahren, am 14. Februar 2012, räumten rund 2500 Polizeibeamte das Protestcamp der Stuttgart-21-Gegner im Mittleren Schlossgarten. Drei Tage später waren rund 180 teils bis zu 300 Jahre alte Bäume gefällt oder (ein kleiner Teil der jüngeren) verpflanzt, und einer der ehemals schönsten innerstädtischen Parks Deutschlands hatte sich in eine Schlammwüste verwandelt.

Zum fünften Jahrestag der Parkräumung wollen die Parkschützer am heutigen Dienstag daran erinnern, mit einer Versammlung und Kundgebung an der Lusthausruine im Mittleren Schlossgarten um 17 Uhr. Es soll Reden, Musik und Gedichte geben, anschließend einen Demozug durch die Königstraße.

Kontext hat damals mit einer Reportage von der Parkräumung berichtet – und danach immer wieder von der erstaunlich langen Untätigkeit oder auch von Baufortschritt vorgaukelnden Alibi-Arbeiten. (14.2.2017)


Jörg Meuthen weiter an Björn Höckes Seite

Im vergangenen Sommer hatte der AfD-Rechtsaußen Björn Höcke seinen Bundesparteichef als "meinen verehrten Freund" begrüßt. Und Jörg Meuthen rückte sich selbst, auf dem Kyffhäuser-Treffen, zu dem ihn die Ultras geladen hatte, in die Nähe der besonders weit rechts stehenden parteiinternen Gruppierung "Der Flügel": Er wolle gar nicht als liberaler Kopf der Partei bezeichnet werden, sondern er stehe für "ein gemeinsames Wertefundament". Da hatte Höcke gerade alle anderen Parteien in Deutschland für "inhaltlich entartet" erklärt. Der Schulterschluss hält auch aktuell: Meuthen stellt sich gegen den Rausschmiss, den – wie am Montag bekannt wurde – der Bundesvorstand gegen den Thüringer Landes- und Fraktionschef anstrengt.

Nicht zum ersten Mal. Denn Höcke sollte 2015 schon einmal mit einem Verfahren überzogen werden. Da ging es ebenfalls um eine rassistische Rede, um Aussagen wie, man könne "nicht jedes einzelne NPD-Mitglied als extremistisch einstufen" und um den Vorwurf, Höcke schreibe unter Pseudonym für NPD-Publikationen. Meuthen äußerte sich reichlich schwammig, nahm für sich in Anspruch "als erster aus dem Bundesvorstand scharf reagiert zu haben". Zugleich erklärte er allerdings, dass Höckes "Äußerungen ohne weiteres als rassistisch interpretiert werden können – wobei man darüber diskutieren kann, ob sie es tatsächlich sind". Hans-Olaf Henkel, damals noch AfD-Mitglied, konterte unmissverständlich: "Herr Meuthen ist für mich ein klassischer Schattenboxer." Nach außen tue er immer wieder so, als würde er sich gegen den rechtsnationalen Flügel stellen, nach innen agiere er völlig anders. (13.2.2017)


NSU-Ausschuss: Schon wieder eine tote Zeugin

In seiner nächsten Sitzung wollte der NSU-Untersuchungsausschuss des Landtags eine Zeugin hören, die in den Neunzigerjahren vermutlich zu einer Gruppierung von Rechtsextremisten im Raum Ludwigsburg gehörte. Und sie stand im persönlichen Austausch mit der Neonazi-Szene in Jena und Chemnitz. 1996 soll die Frau sich auch mit Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos getroffen haben und später mit einem aus Thüringen stammenden und in Baden-Württemberg lebenden Mitveranstalter diverser deklarierter Konzerte rechtsextremer Skinheadbands, darunter auch der Band "Noie Werte".

Allerdings ist die Zeugin seit einigen Tagen tot. Ihr Leichnam wurde eingeäschert, ehe der Ausschuss Aufklärung verlangen konnte. "Ich habe dem Justizministerium sofort mitgeteilt", so der Vorsitzende Wolfgang Drexler (SPD), "dass wir großes Interesse daran haben, zu erfahren, ob die Zeugin eines natürlichen Todes gestorben ist und Fremdeinwirkung oder Fremdverschulden bei ihrem Tod ausgeschlossen werden kann." Am Donnerstag teilte das Ministerium mit, dass an der Leichenschau "wohl auch ein forensisch erfahrener Mediziner" mitgewirkt habe. Die Abgeordneten wollen sich jetzt in ihrer nächsten Sitzung am 24. Februar 2017 mit dem Fall befassen. Er sei sicher, so Drexler, "dass die weiteren Abklärungen ebenso wie die Information des Ausschusses und der Öffentlichkeit mit der gebotenen vollständigen Gründlichkeit, Sorgfalt und Umsicht durch die zuständigen Behörden betrieben werden", nicht zuletzt, weil "die Behörden ihre Lektionen gelernt haben".

Ende März 2015 war die 20-jährige Melisa M., eine frühere Freundin des im September 2013 auf dem Cannstatter Wasen verbrannten rechten Aussteigers Florian Heilig, überraschend verstorben, nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft Karlsruhe als Folge eine Motocross-Unfalls. "Es dürfte sich aus dem unfallbedingten Hämatom im linken Knie ein Thrombus gelöst und letztlich die Embolie verursacht haben", hieß es damals in der Pressemitteilung. Auch ein technisches Gutachten zum Zustand ihrer Maschine wurde vorgelegt - ohne Hinweise auf technische Manipulation. Ein knappes Jahr später hatte sich ihr Verlobter Sascha W. das Leben genommen. (10.2.2017)

Mehr zum Thema gibts hier.


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Schöne Idee: Ein nicht eingereichtes Wettbewerbsmodell für den neuen Stuttgarter Hauptbahnhof von Frei Otto, 1997/98. Foto: SAAI

Schöne Idee: Ein nicht eingereichtes Wettbewerbsmodell für den neuen Stuttgarter Hauptbahnhof von Frei Otto, 1997/98. Foto: SAAI

Ausgabe 298
Kultur

Frei im Kopf

Von Dietrich Heißenbüttel
Datum: 14.12.2016
Die Mannheimer Multihalle ist noch nicht gerettet. Von 28 geplanten Kelchstützen steht auf der Stuttgart-21-Baustelle nicht mal eine. Entworfen hat beides Frei Otto. Nun zeigt das Zentrum für Kunst und Medien in Karlsruhe (ZKM) zahlreiche Modelle des 2015 verstorbenen Architekten.

Frei Otto hatte 2010 versichert, dass man auf unterirdische Durchgangsbahnhöfe soweit wie möglich verzichten werde. Überhaupt brauche man für ein- und aussteigende Fahrgäste eh immer nur Kopfbahnhöfe. Im Wettbewerb für den Stuttgarter Bahnhof, an dem er sich 1997 gemeinsam mit Christoph Ingenhoven beteiligte, sei jedoch die Querverlegung der Gleise Voraussetzung gewesen. Daran hielt er sich und entwarf die Kelchstützen, die den unterirdischen Durchgangsbahnhof von einem U-Bahnhof unterscheiden sollen.

Es war sein letztes großes Projekt, für ihn "mein schönster Entwurf, den ich bisher gemacht habe." Und dennoch zog sich Otto 2008 zurück und kritisierte das Vorhaben. Drei Jahre zuvor hatte sich Ingenhoven allein um den Holcim-Preis des Schweizer Betonkonzerns beworben – und damit eine von zwei Goldmedaillen und 300 000 Euro gewonnen. Dagegen hat sich Frei Otto gewehrt. Ingenhoven musste zusagen, seinen Namen in Zukunft immer mit zu erwähnen. Um zu dokumentieren, von wem die Idee stammte, publizierte Ottos Tochter Christine Kanstinger die Modelle in einer Broschüre.

Modell einer regelmäßigen Hoch-Tiefpunktfläche. Von Frei Otto und Larry Medlin, 1964. Foto: Bernd Seeland/SAAI
Modell einer regelmäßigen Hoch-Tiefpunktfläche. Von Frei Otto und Larry Medlin, 1964. Foto: Bernd Seeland/SAAI

Sie sind nun erstmals öffentlich ausgestellt, zusammen mit vielen anderen. Denn Modelle waren für Frei Ottos Arbeit zentral. Sie dienten ihm nicht nur zur Visualisierung der Bauformen. Sie waren Grundlage des Entwurfs. Mittels Seifenhäuten oder Netzen, an denen kleine Gewichte aufgehängt waren, ermittelte er den optimalen Formverlauf, etwa bei seinem berühmtesten Werk, dem Münchner Olympiadach, aber auch im Fall der Kelchstützen für den Stuttgarter Bahnhof.

Seinen Nachlass hatte er 2010 schon geregelt. Sämtliche Modelle gingen ans Südwestdeutsche Archiv für Architektur und Ingenieurbau (SAAI) nach Karlsruhe. Von dort ist es nicht weit bis zum Zentrum für Kunst und Medien (ZKM), wo nun ein schräg in den Raum gestellter, fast 50 Meter langer Tisch den Mittelpunkt der Ausstellung bildet. Darauf stehen unzählige Modelle, auch zu unbekannten, nicht realisierten Entwürfen. 18 kleine Arbeitstische führen darüber hinaus Ottos Denken vor Augen, unter anderem die Analogien zwischen Natur- und Bauformen. Nochmal so viele Regale enthalten Archivmaterialien: Fotos, Pläne, Bücher, Videos.

Frei Otto auf dem Versuchsaufbau der Lattenkuppeln für Montreal in Körschtal. Foto: SAAI
Frei Otto auf dem Versuchsaufbau der Lattenkuppeln für Montreal in Körschtal. Foto: SAAI

Im Fall des Stuttgarter Bahnhofs wollten Otto und Ingenhoven eine gläserne Halle wie bei den Bahnhöfen des 19. Jahrhunderts vermeiden. Aber auch "ein Ambiente wie in einer Pariser U-Bahn" wollte Otto nicht: "Meine Aufgabe war, die Konstruktion vorzugeben." Er dachte zuerst an eine zugbeanspruchte Seilnetzkonstruktion, änderte dann jedoch seinen Plan: "Ich habe gesagt, machen wir es wie Gaudí, machen wir alles in Druck."

Der katalanische Architekt Antoni Gaudí hatte die Form seiner berühmten Sagrada Família anhand eines hängenden Kettenmodells ermittelt, die er dann versteifte und auf den Kopf stellte. Frei Otto hat diesen Versuch einmal nachgestellt.

Die Konstruktion der Kelchstützen beruht auf demselben Prinzip, das er erstmals in großem Stil an der Mannheimer Multihalle erprobte. Die nur aus Holzleisten bestehende Konstruktion ist bis heute die größte freitragende Holzgitterschalenkonstruktion der Welt und steht daher seit 1998 unter Denkmalschutz.

Die Multihalle war ursprünglich als temporäres Bauwerk für wenige Monate geplant, sie entstand für die Bundesgartenschau 1975. Ohne nennenswerte Sanierungen steht die Halle nun seit mehr als 40 Jahren. Im Juni hat der Mannheimer Gemeinderat für Abriss votiert – falls sich nicht noch Spender fänden.

"Die Multihalle ist ein ingenieurtechnisches Meisterwerk", betonte Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz Ende Oktober auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Architektenkammer, die sich für das Bauwerk einsetzt: "An ihrer Erhaltung besteht sowohl ein wissenschaftliches und künstlerisches, aber ebenso sehr auch ein öffentliches Interesse."

Vor diesem Hintergrund fragt sich nun aber, warum die Stadt Mannheim die Halle jahrelang vor sich hin gammeln ließ, bis heute nichts für ihren Erhalt tun wollte – galt sie doch früher noch als "Wunder von Mannheim". Die Begründung lautet, wie üblich: kein Geld.

Das ist wie immer im Verhältnis zu sehen: 11,6 Millionen Euro würde die Sanierung kosten. Ein Bruchteil des BuGa-Etats würde also reichen und die Stadt Mannheim könnte die Multihalle – ganz ohne Spender – retten. Frei Otto hätte das sicher gefreut. 

Die Multihalle während der Aufrichtung der Gitterschale für die Bundesgartenschau 1975. Foto: SAAI
Die Multihalle während der Aufrichtung der Gitterschale für die Bundesgartenschau 1975. Foto: SAAI

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Kommentare

Horst Ruch, 15.12.2016 19:51
....die Prämierung 1997 des Ingenhoven'schen Tiefbahnhaltepunktes S21 ist aus heutiger Sicht gesehen ein Reinfall.
Dies kann man allerdings beiden Schöpfern Ingenhoven und Frei Otto nicht anlasten. Denn die Idee überzeugte seinerzeit gegenüber den anderen Entwürfen wegen der "Frei Otto'schen" Lichtaugen und erinnerte an das innovative Spanien mit Bahnhofshallen a la Calatrava. Gaudi im Hintergrund.
Was machte eigentlich Ingenhoven in den letzten 15 Jahren an seinem Lieblingsprojekt S21?
Nichts, außer selbstbewußter Übertitelung seiner Homepage:
".....es folgt ökologischen,ökonomischen und technischen Parametern und bietet Komfort und Sicherheit.....Durch den intelligenten Einsatz natürlicher Energieresourcen entstehen keine CO2-Emissionen.......modern,innovativ,leistungsstark für 49 Züge......."
Alles aus Beton. Kein Wunder, daß der Zementweltkonzern den "Bahnhof" mit Holcimpreisen bedachte, die Ehrung dann- wie in ihrem Bericht beschrieben- Ingenhoven für sich allein beanspruchte.
Während Frei OttO das buchstäblich im Grundwasser"sinkende" Schiff aus Gram und ingenieurtechnischer Sicht rechtzeitig verlassen hat, bastelte der ehrgeizige Ingenhoven nur an den längst überholten Werbesprüchen weiter. Leider konnte er auch von Bahnfachingenieuren nichts dazulernen, denn solche wie Carl von Etzel, oder Karl Schächterle gab es nicht. Bzw. diejenigen die es gab, hatten sich den Globalplayern mit kaufmännischem Geschick in die eigene Tasche, knallhart unterzuordnen.
Daß die Multihalle Mannheim anläßlich einer auf Zeit begrenzten Gartenschau hauptsächlich ästhetischen Bedingungen gerecht werden musste, und immer noch als ungepflegter Holzbau standfest ist, ehrt natürlich Frei OttO. Vergleichbar mit dem Erbauer des nach ihm benannten Pariser Eiffelturms, der auch als Provisorium gedacht war.
Der feine Unterschied: diese Stahlkonstruktion wurde/wird in regelmäßigen Abständen restauriert.
Was für Stuttgart gilt, gilt offensichtlich für ganz BadenWürttemberg: nur alles was neu ist, ist saugut, während des "alt Glomb zum abreiße dacht' isch".
Eben modern Talking ohne Grips und Verstand.

Blender, 14.12.2016 02:11
So wie Mannheim die Multihalle vergammeln lies weil sie lieber in eine unnötige, hässliche und teure Betonklotzkunsthalle am Zentralen Jugendstilplatz am Wasserturm investiert, Genauso wird die Bahn das Dach der Tiefschräghaltestelle vernachlässigen weil es ja eh der Stadt gehört. Wie man an der angeblich unsanierbaren und bereits abgerissenen mannheimer Vorgängerkunsthalle aus den neunzehnsiebziger Jahren sieht verfallen solche Betonbauwerke innerhalb von nicht mal 50 Jahren. Die Bahn kann die Stadt auf Jahrzehnte erpressen mit der drohung: Entweder ihr zahlt, oder der Bahnverkehr fährt über Kornwestheim und S-Vaihingen an Stuttgart vorbei. Nach der Zerstörung des Kopfbahnhofs wäre das bei Baufälligkeit der Tunnel und der Kelchstützen Alternativlos.

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