KONTEXT Extra:
NSU: Unterstützerumfeld nicht ausermittelt

Die NSU-Expertin im Landeskriminalamt Sabine Rieger hat dem zweiten parlamentarischen Untersuchungsausschuss empfohlen, weitere Zeugen zu den Verbindungen von Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos nach Baden-Württemberg zu vernehmen. Denn: Sie hält nicht für plausibel, dass die Kontakte 2001 tatsächlich abrupt abrissen – bis dahin sind rund 30 Besuche des Trios belegt – und dementsprechend die Arbeit nicht für "hundertprozentig abgeschlossen". Sie könne sich nicht vorstellen, dass es über 2001 hinaus "keinen gab, der zumindest Ansprechpartner war", sagte die Kriminalhauptkommissarin in der siebten Sitzung am Freitag im Landtag. Rieger nannte dem Ausschussvorsitzenden Wolfgang Drexler (SPD) verschiedene Namen von Zeugen, die möglicherweise ihrerseits Kontakt zu Kontaktpersonen gehabt haben könnten. Ein starkes Indiz dafür, dass der NSU immer weiter Verbindungen nach Baden-Württemberg pflegte, ist der Stadtplan von Ludwigsburg, der nach dem Auffliegen im November 2011 im Brandschutt von Zwickau gefunden wurde. Der stammt auf dem Jahr 2009.

Bekannt wurde inzwischen auch, dass die drei Rechtsterroristen vor ihrem Abtauchen 1998 von Thüringer Behörden abgehört wurden. Nach Angaben Drexlers ist allerdings ungeklärt, ob die entsprechenden Protokolle noch vorhanden sind. Der Ausschuss will dem nachgehen, weil darin ebenfalls Kontakte, etwa nach Ludwigsburg oder nach Heilbronn, belegt sein könnten. (24.2.2017)

Weitere Ausschuss-Termine: 20. März, 28. April, 15. Mai, 19. Juni, 17. Juli 2017. 


Abschiebung nach Afghanistan: Strobls "katastrophale Pannen"

Immerhin eines ist geklärt: was CDU-Innenminister Thomas Strobl unter dem "konsequenten Vollzug von Recht und Gesetz" versteht. Nach einer Einzelfallprüfung durch sein Haus sollten am Mittwochabend ein psychisch kranker Mann, der per Gerichtsbeschluss schon einmal von der baden-württembergischen Abschiebe-Liste geholt wurde, und ein afghanisch-türkischer Familienvater aus München nach Kabul reisen müssen. Abermals griffen Gerichte ein. Der grüne Koalitionspartner tobt, von "katastrophalen Pannen" ist die Rede und davon, dass der CDU-Landeschef alle Absprachen gebrochen hat. Sogar Ministerpräsident Winfried Kretschmann knöpfte sich den Stellvertreter vor. Und die baden-württembergischen Jusos sprechen von einem "Spiel mit dem Leben der Betroffenen". Dass wieder Gerichte "eingreifen müssen, um diesem Irrsinn ein Ende zu setzten, zeigt, wie leichtfertig mit dem Schicksal einzelner Menschen umgegangen wird". Die Landesregierung habe den Spielraum, "das zu stoppen, und muss diesen endlich nutzen".

Bisher wollte sich Kretschmann dem vorübergehenden Abschiebestopp nach Afghanistan, den andere grün-mitregierte Länder bereits umsetzen, allerdings nicht anschließen. Der Druck auf ihn steigt aber weiter, nachdem am Mittwoch auch ein Mann abgeschoben wurde, der seit Jahren einen Arbeitsplatz in Baden-Württemberg hatte. Außerdem ist Strobl weiter uneinsichtig und will die Aufregung beim Koalitionspartner, bei den Jusos, den Flüchtlingsorganisationen und vielen Unterstützern vor Ort nicht verstehen. Stattdessen sieht er in einer Aussetzung von Abschiebungen eine "Aushöhlung des Rechtsstaats". Er könne nicht nachvollziehen, sagt der Merkel-Vize, dass es Länder gibt, die sich "systematisch weigern", geltendes Recht zu vollziehen: "Das sind Schläge gegen den Föderalismus."

Mehr zum Thema: "Späte Einsicht", "Kritik ist Lüge", "Der Hardliner", "Geisterfahrer unterwegs" https://www.kontextwochenzeitung.de/politik/300/der-hardliner-4100.html


Alles von vorne

Nicht alle bekommen eine zweite Chance, baden-württembergische Landtagsabgeordnete nehmen sie sich: Mit einem sogenannten Aufhebungsgesetz beginnen die Reparaturarbeiten nach dem bisher größten Aufreger der Legislaturperiode, der im Hau-Ruck-Verfahren beschlossenen knappen Verdoppelung der Pauschalen für Aufwand und Wahlkreis, sowie der Rückkehr zur staatlichen Altersversorgung. Die Grünen wollten alle Vorhaben gemeinsam auf den Prüfstand stellen, CDU und SPD setzten sich durch mit einer Expertenkommission, die allein die Rentenreform prüfen wird.

Zuerst allerdings muss Mitte März das entsprechende Gesetz endgültig aufgehoben werden. Danach werden die Experten, einschließlich jener vom Rechnungshof, benannt. Irgendwann im Herbst soll dann mit jener Transparenz, an der es im ersten Durchlauf bitter mangelte, über die Veränderungen, mit denen eine Anhebung der Alters- und Hinterbliebenenversorgung einhergeht, diskutiert werden. Eile haben die Abgeordneten keine, denn niemand will sich ausgerechnet in den Wochen vor der Bundestagswahl abermals Vorwürfen aussetzen, sich eine Luxuspension auf Staatskosten zu genehmigen. (22.2.2017)

Mehr zum Thema: "Raffkes mit Mandat"


Fahrverbote beschlossen – Nordost-Ring vom Tisch

Wie ein Gespenst geisterte seit Wochen ein vor fast 40 Jahren beerdigtes Verkehrsprojekt durch die Debatte um Feinstaubalarmtage und Fahrverbote in der Landeshauptstadt: der Nordost-Ring. Jetzt hat Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) allen Spekulationen eine Absage erteilt. Auch deswegen, weil die Baumaßnahme entgegen den Behauptungen von Teilen der CDU keineswegs bereits im Bundesverkehrswegeplan steht. "Dort geht es um neun Kilometer der B 29", so Hermann nach dem heutigen Kabinettsbeschluss zu Fahrverboten ab 1.1.2018 an Feinstaubtagen, den schlussendlich auch die CDU-Landtagsfraktion mittrug.

Prompt gab es Lob von Umwelt- und Naturschützern. Hermann habe erkannt, so die BUND-Landesvorsitzende Brigitte Dahlbender, "wenn nicht zeitnah effiziente Maßnahmen greifen, so werden die Gerichte die Entscheidungen zum Schutze der Bürger*innen treffen und die Politik das Heft aus der Hand geben müssen". Die Stuttgarter CDU ist noch nicht ganz so weit. Für den Kreisvorsitzenden Stefan Kaufmann sind Fahrverbote weiterhin "politisch klar abzulehnen". Und er träumt von Nordost-Ring: Jetzt gelte es "endlich neue Verkehrsprojekte wie den Nord-Ost-Ring auf den Weg zu bringen". Hermann machte dagegen deutlich, dass das nach dem eben erst in Kraft gesetzten Bundesverkehrswegeplan gar nicht möglich ist. 

In den Sechzigern und Siebzigern waren zwei Varianten durchdacht worden: eine größere mit einem Autobahnzubringer bei Mundelsheim und eine kleinere etwa auf der Gemarkungsgrenze zwischen Waiblingen und Fellbach. Schon damals vertraten Verkehrswissenschaftler allerdings die Ansicht, dass ein Ringschluss rund um Stuttgaart weniger die Stadt, sondern die Autobahnen im Westen und Süden entlasten würde.


Korntal: Opfervertreter verlangen mehr Engagement der Landeskirche

Die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der evangelischen Brüdergemeinde Korntal ist unterbrochen. Die Opfervertreter verlangen einstimmig, dass sich Frank Otfried July endlich entscheidend einbringt. "Wir werden nicht mehr mit den Brüdern sprechen", so Netzwerk-Sprecher Detlev Zander. Jetzt müsse "der Oberhirte, also der Bischof, ran". Im Betroffenen-Netzwerk organisiert, werfen mehr als 300 ehemalige Heimkinder der Brüdergemeinde vor, in den 1950er- bis 1980er-Jahren in deren zwei Einrichtungen sexuell missbraucht, misshandelt und gedemütigt worden zu sein.

Dass mehr Engagement von July gefordert wird, ist nicht neu. Im Sommer 2016 hatte einer der Betroffenen in einem langen Schreiben an den Landesbischof appelliert: "Die Kirche ist mit in der Verantwortung und wenn Sie als Oberhirte weiter schweigen, machen Sie sich persönlich schuldig. Die Heimopfer warten auf ein klärendes Wort von Ihnen." Denn die Korntaler Fürsorge habe "einen menschlichen Scherbenhaufen hinterlassen". (20.02.2017)


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Sieht doch schick aus. Montage und Fotos: Joachim E. Röttgers

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Ausgabe 298
Politik

Gefährliches Spiel

Von Johanna Henkel-Waidhofer
Datum: 14.12.2016
Um der AfD das Wasser abzugraben, lässt sich die CDU ideologisch um Jahre zurückfallen. Mit der Konsequenz, dass junge Deutschtürken und -türkinnen, die um ihre Chance auf politische Mitbestimmung gebracht werden.

"Wir sind eine offene und freiheitliche Gesellschaft und wünschen uns von den Menschen, die zu uns kommen, ein klares Bekenntnis zu unserem Land", sagt der neue Generalsekretär der Südwest-CDU Manuel Hagel – und offenbart, dass er nicht verstanden hat, worum es geht. Unter anderem blendet er den Satz komplett aus, dass auch unter EU-Bürgern und Bürgerinnen, gerade angesichts der erstarkten Rechten, durchaus Doppelstaatler sein können, die keine offene und freiheitliche Gesellschaft wollen, sondern genau das Gegenteil. Die können aber "zu uns kommen", ohne ein "klares Bekenntnis zu unserem Land". Le-Penisten, FPÖ-Fans oder Anhänger der Lega Nord sind akzeptiert. Zumindest denkt die CDU gar nicht daran, auch jene Teile des Europarechts zu problematisieren, das den Doppelpass ermöglicht.

Auf dem Parteitag in Essen lagen den fast tausend Delegierten hingegen gleich zwei Anträge vor, in deren Fokus, ohne dass das ausgeführt werden musste, die Türken und Türkinnen stehen. Einer davon kam aus der ohnehin immer weiter nach rechts driftenden Jungen Union, der andere aus dem Bezirksverband Nordwürttemberg.

Zählt Nordwürttemberg nicht zum Südwesten: Thomas Strobl.
Zählt Nordwürttemberg nicht zum Südwesten: Thomas Strobl.

Mit letzterem will CDU-Landeschef Thomas Strobl offenbar nichts zu tun haben. Journalistenfragen zum Doppelpass begegnete er mit dem abwehrenden Hinweis, die Initiative, zur alten Regelung zurück zu kehren, habe "mit Baden-Württemberg nichts zu tun". Falsch. "Die CDU Deutschlands fordert die Abwicklung der zu Anfang der Legislaturperiode beschlossenen Ausweitung der doppelten Staatsbürgerschaft", verlangten die Nordwürttemberger. Und deren Vorsitzender Steffen Bilger erläuterte, wie wichtig und richtig es sei, wenn die Partei, anders etwa als der Unionsteil der Bundesregierung oder die CDU/CSU-Bundestagsfraktion, ihre Position klarmache.

Sein Bundestagskollege Thomas Bareiß, Bezirksvorsitzender in Südwürttemberg-Hohenzollern, verteidigte den Essener Beschluss, der sich ausdrücklich gegen die Haltung der Parteispitze richtet, ebenfalls: "Zur Staatsbürgerschaft gehören Rechte und Pflichten." Zwei Herren zu dienen "ist immer schwierig". Auf Kontext-Nachfrage, was genau denn vor allem hinter den Pflichten stecke, verwies Bareiß' Büro auf das Grundgesetz, Artikel 33, Absatz 1: "Jeder Deutsche hat in jedem Lande die gleichen staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten". Zu den Pflichten gehöre, schrieb das Büro, "selbstverständlich die Gesetze zu beachten, die Steuern- und Abgabepflichten, Schulpflicht oder die Pflicht zur Hilfe in Notsituationen beziehungsweise unser Land im Ernstfall zu verteidigen". Außer im letzten Punkt des Pflichtenkatalogs werden Deutsche und Türken in der Republik rechtlich sowieso gleich behandelt.

Rückfall in die Neunziger

Es gibt viele Zahlen zur Steuerkraft Türkischstämmiger, zum Anteil am Bruttoinlandsprodukt oder einfach nur der Wirtschaftsleistung in und für Deutschland. Die rund 500 000 Beschäftigten, die keinerlei Wahlrecht haben, wenn sie nicht zwei Pässe ihr eigen nennen oder sich einbürgern lassen, setzen danach Jahr für Jahr etwa 50 Milliarden Euro um. Die Rückkehr zur alten Regelung würde außerdem der Tatsache keinerlei Rechnung tragen, dass sich viele Deutschtürkinnen auf keinen Fall für die Staatsbürgerschaft in ihrem Geburtsland entscheiden würden, um ihr Erbrecht im Land der Eltern und Großeltern weiterhin durchzusetzen zu können.

Erwin Teufel mag Menschen, die sich zu ihren Wurzeln bekennen.
Erwin Teufel mag Menschen, die sich zu ihren Wurzeln bekennen.

Anfang der Neunziger war die Südwest-CDU schon mal deutlich weiter. Der damalige Ministerpräsident Erwin Teufel wollte für Türken und Türkinnen der ersten Gastarbeitergeneration zwei Pässe zulassen, gerade mit dem Blick auf ihre Lebensleistung und den Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg. Weil "die nicht die Schlechtesten sind, die sich zu ihren Wurzeln bekennen". Heute kommentieren baden-württembergische Delegierte den Essener Beschluss schnoddrig mit dem Hinweis, man könne sich auch mit einem deutschen Pass um seine türkischen Verwandten kümmern.

Sogar vergleichsweise liberale Kräfte wie Teufel ließen sich aber instrumentalisieren vom rechten Flügel, der Kante zeigen wollte auf Kosten Schwächerer. Roland Koch startete 1999 im hessischen Landtagswahlkampf eine unappetitliche Kampagne gegen die neue rot-grüne Bundesregierung und ihre Bestrebungen, das antiquierte Staatsbürgerschaftsrecht endlich zu reformieren. Damals waren von den mehr als sieben Millionen Ausländern, die in der Republik lebten, knapp drei Millionen Türken und Türkinnen. Rot-Grün strebte eine Erhöhung der Einbürgerungsquote an, aber ebenso die doppelte Staatsbürgerschaft.

Als Meinungsumfragen auch noch auswiesen, dass die türkischstämmige Wählerschaft zu 80 Prozent SPD und Grüne bevorzugt, kochte die Stimmung erst recht hoch. Die schwarze Polarisierungsstrategie ging zur Gänze auf: Koch gewann die Landtagswahl, die SPD-Grünen-Mehrheit im Bundesrat war futsch und das neue Staatsbürgerschaftsrecht landete in der Schublade – bis die Sozialdemokraten 2013 in der Großen Koalition das Ende der Optionspflicht für den einen oder anderen Pass durchsetzten, die ab 2018 nach den Vorstellungen der Union wieder Recht und Gesetz werden soll.

Dreiste Opportunisten

Besonders dreist trieben und treiben es die Philister von der CSU. Die wollten Ende der Siebziger ihrer Fraktion im Europaparlament besonderen Glanz verleihen. Also wurde Otto Habsburg-Lothringen, dem Sohn des letzten österreichischen Kaisers Karl, der Doppelpass auf dem Silbertablett serviert und der - im Nachbarland abgeschaffte - Adelstitel gleich dazu. Als Otto von Habsburg saß der Neu-Bayer 20 Jahre lang im EU-Parlament. Von Rechten und Pflichten und dem schwierigen Dienen zweier Herren war damals gar keine Rede. Und von der offenen freiheitlichen Gesellschaft erst recht nicht.

In wenigen Monaten will die Union das Thema sogar in den Bundestagswahlkampf tragen. Im Wissen, wie Strobl nicht ohne einen Hauch von Zynismus formuliert, dass die Chancen den Beschluss "hinterher mit einem Koalitionspartner umsetzen sehr, sehr überschaubar sind". Im Kampf gegen die AfD sind der Südwest-CDU aber viele Mittel recht, sogar die untauglichen. Denn die Nationalisten jubilieren schon wortreich, weil die Union, so der frühere hessische CDU-Staatssekretär und heutige AfD-Vize Alexander Gauland, "unsere richtige Linie übernommen hat".


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Kommentare

Schwabe, 16.12.2016 11:32
"Ist es nicht Ekel erregend, mit welch verdummenden Sprüchen die CDU diese Menschen in innere Schwierigkeiten bringt? Wenn die Menschen mit zweitem Pass Schweizer oder US-Bürger sind, dann macht die CDU doppelte Bücklinge. Aber für die Schwarzen sind Menschen mit türkischem Hintergrund schon immer ein Dorn in den eigenen braunen Augen. Was bleibt ist dieses "hinterfotzige" Kuschen vor der AfD, das die bauernschlauen "Konservativen" direkt in die Nähe des nazionalen Sumpfes führt." - diese Meinung teile ich mit dem Vorkommentator Rolf Steiner!

@Fritz
Mission accomplished - o.k., das ist das Eine! Und ich sehe auch einen (Beweg)Grund, doch das ist kein menschlicher, sondern ein niedriger Beweggrund, nämlich Machterhalt - um jeden Preis! Und dieser Preis ist auch hier - wie so oft bei der CDU/CSU - der Preis der Menschlichkeit.

Der Vorkommentator "Zaininger" beschreibt die von Rolf Steiner angesprochenen "inneren Schwierigkeiten" in die die Politik die Menschen (aus niedrigen Beweggründen heraus) stürzt m.E. ganz gut.

Hinzu kommt diese unsägliche Abschiebepraxis, ganz nach dem Motto: "Erst die offenen Arme, dann die Abschiebung, möglicherweise in den sicheren Tod"

Diese "Unmenschlichkeit" der CDU/CSU trifft ja nicht nur ausländische Mitbürger. Die Bevölkerungsmehrheit in ganz Deutschland leidet seit Jahrzehnten unter dieser sich selbst befriedigenden, unsozialen, neoliberal bürgerlichen Politik. Ich frage mich schon seit langem: Wie kann man solche Parteien wählen?

Wer mehr über die Doppelmoral der derzeitigen Abschiebepraxis erfahren möchte:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=36288

Zaininger, 15.12.2016 23:20
Das Thema sollte man/frau doch ehrlicher führen:
wer sich nicht entscheiden kann oder will, hält sich erst mal ein Hintertürchen offen, ist unsicher über seine Zukunft
und fragt sich: bin ich hier langfristig erwünscht? Was passiert, wenn sich meine persönliche Lebensplanung ändert? Kann ich ohne Schwierigkeiten mit allen Rechten wieder zurück? Halte ich mir in Sachen Erbschaften, Grundbesitz, familiären Verpflichtungen noch eine Option offen? Will ich (z.B. durch Wahlrecht) noch Einfluss nehmen auf die Geschicke meines Heimatlandes oder mir vielleicht mit dem einen Pass gewisse Unannehmlichkeiten vom Leibe halten (Militärdienst in der Türkei und die Ablösesumme wünsche ich niemandem)?

Barolo, 15.12.2016 14:54
Die Frage die ich mir da stelle ist, warum soll ein Mensch zwei Staatsbürgerschaften haben?
Wenn mehr als eine, warum dann nicht 10?

Wenn ich in einem anderen Lande lebe und irgendwann die dortige Staatsbürgerschaft haben will, dann kann ich das bei Erfüllung der Kriterien tun.
Aber das ist dann eine Entscheidung zu einer Alternative mit allen Konsequenzen wie z.B. Militärdienst, Wahlrecht etc.

Und wenn der türkische Staat es seinen "Abtrünigen" erschweren will, dann ist es nicht unsere Sache dies mit einem zusätzlichen Pass zu erledigen.

Halte diese Mehrfach-Staatler auch für Blödsinn wenn es sich um die Version US-Deutsch handelt. Kommt ja automatisch vor, wenn deutsche Eltern in USA ein Baby bekommen.

Eine sinnvolle Regelung wäre eine Entscheidung bei Volljährigkeit.

Fritz, 15.12.2016 10:29
Mission accomplished! DieCDU hat endlich den Grund um weiter nach Rechts zu rücken.

Rolf Steiner, 14.12.2016 19:49
Ist es nicht Ekel erregend, mit welch verdummenden Sprüchen die CDU diese Menschen in innere Schwierigkeiten bringt? Wenn die Menschen mit zweitem Pass Schweizer oder US-Bürger sind, dann macht die CDU doppelte Bücklinge. Aber für die Schwarzen sind Menschen mit türkischem Hintergrund schon immer ein Dorn in den eigenen braunen Augen. Was bleibt ist dieses "hinterfotzige" Kuschen vor der AfD, das die bauernschlauen "Konservativen" direkt in die Nähe des nazionalen Sumpfes führt.

Und es ist einfach nur noch erbärmlich und für jeden Demokraten unerträglich, wenn die CDU auf die dubiosen Wählerstimmen der Ultra-Nazionalisten mit ihrem rechten Auge schielt und dabei die Demokratie auch weiterhin für einen Judas-Lohn schäbigst verraten wird. So, wie dies schon mal die Zentrums-Partei getan hat, aber sich nach der Kapitulation des Nazi-Verbrecher-Reich als "Märtyer" erklären wollte.

Rolf Schmid, 14.12.2016 14:56
Geschätzter Dr. Gscheidle,
weshalb Sie Ihre Deutsche Staatsbürgerschaft behalten wollen ist mir angesichts Ihrer Kritik an den obwaltenden Verhältnissen in der BRD unverständlich.
Ich würde meine Deutsche Staatsbürgerschaft sehr gerne gegen z.B. die Syrische oder Afghanische eintauschen, aber dass diese auch von der BRD zerstörten Länder einen alten Deutschen Mann wie mich noch nehmen, ist selbst dann zu bezweifeln, wenn es dort jemals wieder funktionierende Regierungen geben sollte!

Rolf Schmid, 14.12.2016 14:48
Wer einen stellvertretenden CDU-Parteivorsitzenden und B-W Innenminister wie den immer spitzbübisch grinsenden "Ich weiss was"- STROBEL hat, der darf sich nicht aufregen, wenn die "Christliche Volkspartei CDU" unter dem Vorsitz einer Pfarrerstochter der christlichen Nächstenliebe ebenso Adé gesagt hat wie den Menschenrechten!
Und dass ausgerechnet "mein" Geburtsland Baden-Württemberg als erstes mit der Abschiebung afghanischer Flüchtlinge, die es bis in diese BRD geschafft haben, in deren hoffnungslos zerstörtes und extrem unsicheres Heimatland beginnt, ist angesichts der zuvor Genannten "Christen" keine Aufregung mehr wert, es sei denn, man erinnert sich auch noch des pseudo-Grünen Ministerpräsidenten, zu dessen Wahl man wie ich alle Freunde und Bekannten angehalten hatte - und bei denen ich mich jetzt entschuldigen muss!
Ich schäme mich - in dieser Reihenfolge -
-dafür, sowie
- für meine landsmannschaftliche Herkunft und
- meine Deutsche Staatsbürgerschaft!

Dr. Diethelm Gscheidle, 14.12.2016 13:50
Sehr geehrte Damen und Herren,

auch in bin ein großer Freund der doppelten Staatsbürgerschaft! Unser einstmals schönes deutsches Vaterland verkommt ja derzeit leider zur Unredlichkeit und geht moralisch den Bach herunter - dies können Sie deutlich an gesetzlichen Maßnahmen wie Gesetzen zur Förderung unserer garstigen Jugend, dem Gesetz zur Abschaffung der hochlöblichen Wehrpflicht, sowie der Einführung von immer mehr diabolischen "Frauenquoten" sehen, allerdings auch am allgemeinen Werteverfall (so wird z.B. diese widernatürliche, unhygienische und extrem ekelerregende sogenannte "Sechs"-Sache da immer noch praktiziert, diabolische und gewaltverursachende Krachmusik wird konsumiert und teilweise sogar öffentlich gespielt, Jugendliche sind aufmüpfig und frech und wagen es, nach 18:00 Uhr noch auf der Straße herumzulaufen, und die gehirnbrandverursachenden Handtelefone werden nicht nur im äußersten Notfall, für den sie schließlich konzipiert wurden, genutzt, sondern für Dumpfsinn und unnütze Gespräche!).

Aus diesem Grunde würde ich gerne zusätzlich zur deutschen Staatsbürgerschaft noch die Staatsbürgerschaft eines redlichen Landes annehmen. Ausführliche Recherchen zur Redlichkeit der Länder haben mich zu dem Schluss kommen lassen, dass ausschließlich der Vatikanstaat die selbstverständlichen redlichen Mindest-Standards erfüllt. Ich werde daher demnächst beim Vatikanstaat anfragen, ob man mir - als einem absoluten Vorbild an Redlichkeit und an moralischer Integrität - nicht zusätzlich die vatikanische Staatsbürgerschaft verleihen kann, die ich auch voll stolz und absolut zurecht tragen würde! Leider würde dies dem aktuellen Doppelpass-Beschluss der nicht-mehr-ganz-redlichen, aber wenigstens noch christlichen CDU zuwiderlaufen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Diethelm Gscheidle
(Ihr Vorbild an Redlichkeit und moralischer Integrität, Verkehrswissenschaftler & Dipl.-Musikexperte)

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