KONTEXT Extra:
Büttel der Bahn - nein danke

Vor dem S-21-Lenkungskreis am Donnerstag (30.6.) wird Verkehrsminister Winfried Hermann und Oberbürgermeister Fritz Kuhn (beide Grüne) heftig ins Gewissen geredet. Der Theologe Martin Poguntke vom Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 erklärt, die Projektgegner hätten es aufgegeben zu hoffen, dass "wir politische Helden an die Macht gebracht haben". Aber verlangt werden könne, dass sie ihr Amt "nicht so ganz der Würdelosigkeit preisgeben". Konkret bedeute das:

Fordern Sie von der Bahn die restlose Offenlegung aller Zahlen und deren Überprüfung durch eine wirklich unabhängige Stelle. Sie haben nicht das Recht, sich auf die Bahn einfach zu verlassen - denn Sie sind uns, dem Souverän, gegenüber verantwortlich.

Fordern Sie, dass die Bahn dem Vieregg&Rössler-Gutachten von mindestens 9,8 Milliarden nicht nur blumig widerspricht, sondern es Punkt für Punkt mit konkreten Zahlen widerlegt. Es geht hier nämlich nicht nur um eine Kostensteigerung von wenigen hundert Millionen, sondern seit 2009 sind die von der Bahn scheibchenweise eingestandenen Kosten um 3,4 Milliarden von 3,1 auf 6,5 Milliarden gestiegen - das sind über 100 Prozent in sieben Jahren.

Fordern Sie - wenn schon keinen Projekt-Abbruch - wenigstens ein Moratorium, bis alle strittigen Fragen geklärt sind. Denn in weniger als der Hälfte der geplanten Bauzeit hat die Bahn 99 Prozent des Risikopuffers von 1,5 Milliarden verbraucht. Es kann nicht sein, dass die Bahn jetzt immer weiter baut, immer mehr Verpflichtungen eingeht, ein immer höheres Erpressungspotenzial an schon ausgegebenem Geld aufhäuft - bevor geklärt ist, wie sie das bezahlen will.

Fordern Sie eine ergebnisoffene Gegenüberstellung der Chancen und Risiken von S21 mit den Chancen und Risiken eines Umstiegs auf den modernisierten Kopfbahnhof und verstecken Sie sich nicht hinter dem angeblichen Ergebnis der Volksabstimmung. Kein halbwegs verantwortlicher Politiker kann ignorieren, dass ein Umstieg auf eine Modernisierung des Kopfbahnhofs nur ca. 2 Milliarden kosten würde und dass nur 1,5 Milliarden des bereits verbauten Geldes wirklich verloren, also viele Milliarden gespart wären - dafür, dass wir einen besseren Bahnhof bekommen, als es S21 je hätte sein können.

Und schließlich bei all Ihren Forderungen: Nennen Sie Konsequenzen, für den Fall, dass Ihre Forderungen nicht erfüllt werden. Was tun Sie, wenn die Bahn nicht auf Ihre Forderungen eingeht? Denn Forderungen ohne Ankündigung von Konsequenzen sind leeres Gerede fürs Publikum.

Zeigen Sie einmal, dass Sie nicht die Büttel der Bahn sind! Zeigen Sie einmal ein klein wenig politische Größe! Zeigen Sie einmal, dass der Lenkungskreis wirklich lenkt!


Ein Zeichen für Europa

Über Stuttgart wehen EU-Flaggen! Mit der Verkündung des amtlichen Endergebnisses der Volksabstimmung in Großbritainnien über den Austritt aus der EU werden auf der Villa Reitzenstein und dem Neuem Schloss in Stuttgart europäische Flaagen gehisst. Die grün-schwarze Koalition möchte damit ein Zeichen für Europa setzen. "Wir wollen unsere proeuropäische Haltung deutlich zeigen", so Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Die gehöre in Baden-Württemberg "zur Staatsräson". Als "überzeugten Europäer" treffe ihn die Entscheidung der Briten "ganz persönlich ins Mark". Europa sei in den Grundfesten erschüttert.


AfD-Fraktion schließt Gedeon vorerst nicht aus

Die Zerreißprobe in der "Alternative für Deutschland" (AfD) ist aufgeschoben. Ihr Bundesvorsitzender Jörg Meuthen, zugleich Chef der baden-württembergischen Landtagsfraktion, hatte am Dienstag jedenfalls keine erforderliche Zweidrittelmehrheit für den Ausschluss von Wolfgang Gedeon. Über die Äußerungen Gedeons, Anhänger der antisemitischen "Protokolle der Weisen von Zion", wird jetzt statt dessen ein Gutachten bei drei Fachleuten in Auftrag gegeben – von Religionswissenschaftlern ist die Rede, ein Experte soll jüdischen Glaubens sein –, um die von Meuten selbst erhobenen Antisemitismus-Vorwürfe gegen den Singener Mediziner zu überprüfen. Der lässt vorerst seine Mitgliedschaft in der Fraktion ruhen und wird im Plenarsaal auch einen neuen Platz erhalten.

Fraktionsgeschäftsführer Bernd Grimmer erklärte nach den dreistündigen Beratungen, die für einen Ausschluss notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit sei nicht klar gewesen und etwa ein Drittel der Abgeordneten nicht bereit gewesen, Meuthen zu folgen. Sie schätzten den Stellenwert von Meinungsfreiheit höher ein als den einer "politisch korrekten Ausdrucksweise". Sollte die Fraktion nach der Sommerpause und der Bewertung des Gutachtens abermals nicht bereit sein, dem von Meuthen seit Tagen vehement verlangten Antrag auf Ausschluss Gedeons zuzustimmen, bleibt der dabei, seinerseits die Fraktion verlassen zu wollen. Außerdem gibt es Gerüchte, dass eine Handvoll Abgeordneter Gedeon – im Falle seines Ausschlusses – nicht allein gehen lassen, sondern mit ihm aus der Fraktion ausscheiden wolle.

Nicht nur im Internet tobt seit Tagen eine heftige Auseinandersetzung über den künftigen Kurs der Partei, die sich zur Retterin Deutschlands ernannt hat. Meuthens Co-Vorsitzende auf Bundesebene Frauke Petry hat sich öffentlich gegen ihn gestellt, ist damit aber im Bundesvorstand isoliert. Zahlreiche Mitglieder des rechten Flügels verlangen von dem Kehler Wirtschaftsprofessor, von sich aus die AfD zu verlassen. "Die Bewegung muss sich von Volksverrätern wie Meuthen trennen", postet ein Thorsten Baeuml. Und weiter: "Linksversiffte Gutmenschen braucht die Bewegung nicht! Ein Krebsgeschwür wird auch entfernt, so lange es noch geht und Meuthen hat sich zur Selbstoperation verdonnert. Gut so!" Den Ausdruck "linksversifft" hatte Meuthen selbst vor Wochen benutzt, ihn allerdings auf die ganze Bundesrepublik bezogen.


S 21: BUND verlangt "Öffnung in Richtung Kombi-Lösung"

Der BUND Baden-Württemberg hat am Montag ein Positionspapier zu Stuttgart 21 vorgelegt, um "konstruktive Lösungen aus der Sackgasse" aufzuzeigen. Im Mittelpunkt steht der "Einstieg in eine Kombi-Lösung". Wie die Landesvorsitzende Brigitte Dahlbender erläutert, könnten damit "einerseits die Kosten und Risiken von Stuttgart 21 deutlich gesenkt und andererseits finanzielle Spielräume zur Realisierung eines tatsächlich zukunftsfähigen Bahnknotenpunkts gewonnen werden". Außerdem sieht das Konzept vor, auf den unterirdischen Flughafenbahnhof zu verzichten und stattdessen einen oberirdischen Halt beim Messeparkhaus zu errichten. Zudem soll die Gäubahn über die bestehende Panoramabahn oberirdisch in den Hauptbahnhof geführt werden und "die Zuführungsstrecken zum Hauptbahnhof und die Wendlinger Kurve sollen leistungsfähig ausgebaut werden".

Dahlbender, die für die Tiefbahnhofgegner 2010 in der Schlichtung saß, nennt S 21 ein "auch heute noch in ganz wesentlichen Teilen weder vollständig geplantes noch vollständig genehmigtes Projekt". Es gebe weiterhin keine qualifizierten Aussagen zu Kosten und zum Zeitablauf. Für die SPD-Politikerin und Ulmer Gemeinderätin steht fest, dass deutlich mehr als acht Bahnsteiggleise unverzichtbar sind für einen Großknoten Stuttgart und eine Entmischung der S-Bahn, des Regional- und des Fernverkehrs. Eine nachhaltige Mobilitätswende müsse sich an den Wünschen der Bahnkunden und der tatsächlichen Verkehrsströme orientieren, "und das bedeutet einen Einstieg in die Diskussion einer Kombi-Lösung".

Mehr dazu unter diesem Link.


Jetzt offiziell: Kefer geht späestens im Herbst 2017

Von einem "Eingeständnis des Scheiterns" sprechen die Parkschützer, von "großem Respekt und Wertschätzung" der Aufsichtsratsvorsitzende der DB Utz-Hellmuth Felcht. Auf jeden Fall wirft der für Stuttgart 21 zuständige Bahnvorstand Volker Kefer das Handtuch. Er stehe für eine Verlängerung seines im September 2017 auslaufenden Vertrags nicht zur Verfügung, teilte er dem Aufsichtsrat am Mittwochvormittag mit. Möglicherweise wird er, wenn seine Nachfolge geregelt ist, den Konzern aber schon deutlich früher verlassen. Hier werde kein "Bauer geopfert", so der Sprecher der Parkschützer Matthias von Herrmann. Vielmehr nehme sich ein "allzu stolzer Turm selbst aus dem Spiel": Der für Stuttgart 21 verantwortliche oberste Bahnmanager ziehe "nun offenbar seine persönliche Notbremse vor dem sicheren Aufprall auf dem Prellbock eines baulich, finanziell und kommunikativ völlig unkontrolliert taumelnden Projekts". Kefer ist seit 2009 bei der Deutschen Bahn und galt lange Zeit als möglicher Nachfolger von Bahnchef Rüdiger Grube, dessen Stellvertreter er auch ist. Kritisiert wird intern vor allem, dass der frühere Siemens-Vorstand den Aufsichtsrat zu spät über die Kostenexplosionen und die immer neuen Risiken bei Stuttgart 21 informiert hat.

Insider in Berlin sehen auch Grube selber nicht mehr sicher im Sattel, weil der nicht nur das nach seinen vielzitierten Worten "bestgerechnete" Milliardenprojekt nie wirklich in den Griff bekommen hat. Matthias von Herrmann erinnert an des marode, dringend sanierungsbedürftige Schienennetz und daran, dass trotz der groß angekündigten fernverkehrsoffensive nicht einmal mehr 78 Prozent der Züge pünktlich fahren: "Wir brauchen endlich wieder eine gute zuverlässige Bahn statt Tunnelwahn." Zum Vergleich: In der Schweiz treffen knapp 97 Prozent der Züge pünktlich im Bahnhof ein. (15.6.2017)


KONTEXT
per E-Mail:
Immer informiert:

Durch diese Anmeldung erhalten Sie regelmäßig immer mittwochs um 9 Uhr unsere neueste Ausgabe unkompliziert per E-Mail.

Datenschutz-Hinweis

Ausgabe 260
Medien

Abgenagte Abonnenten

Von Jürgen Bartle
Datum: 23.03.2016
Die Probleme der Zeitungsgruppe Stuttgart sind – Krise hin oder her – hausgemacht und tragen einen Namen: Richard Rebmann. Seit 2008 im Amt, hat der Geschäftsführer den Branchenprimus zum Sanierungsfall gemanagt.

Januar 2008, die Zeitenwende im Pressehaus in Stuttgart-Möhringen: Nach 17 erfolgreichen Jahren an der Spitze von Deutschlands drittgrößtem Zeitungskonzern macht Jürgen Dannenmann, 60, aus Altersgründen Platz für einen, der das Blaue vom Himmel herunter verspricht. Nicht den Lesern, aber den Eigentümern: Auf diesem Markt, in der wohlhabendsten Metropolregion Europas, so weissagt es Richard Rebmann, muss mehr Profit zu machen sein, noch viel mehr, als Dannenmann erwirtschaftet hat. 2007, in dessen letztem Amtsjahr, hat die Zeitungsgruppe Stuttgart 28 Prozent Umsatzrendite erzielt, 223 Millionen Euro beträgt am 31. 12. 2007 die Summe aus Rücklagen und Bilanzgewinn. Rekordergebnis.

Richard Rebmann ist auch Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger. Foto: BDZV/David Ausserhofer
Richard Rebmann ist auch Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger. Foto: BDZV/David Ausserhofer

Der Nachfolger kommt weder von unten noch von außen, sondern von oben. Aus dem Aufsichtsgremium: Rebmann, 49 Jahre alt im Herbst 2007 und seit einiger Zeit schon alternierender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Südwestdeutschen Medien-Holding (SWMH), will hinunter ins aktive Geschehen; er will Chef sein in Stuttgart. Und in München und in ganz Süddeutschland.

Das komplizierte Gebilde SWMH hat an seiner Spitze ein Trittbrett, und Rebmann musste nur draufspringen. Jeweils zur Hälfte gehört das Unternehmen, von ein paar wenigen Prozenten links und rechts abgesehen, der Mediengruppe Schaub aus Ludwigshafen zum einen und einer Gruppe württembergischer Zeitungsverleger zum anderen, deren weit gestreute Anteile zwischen maximal sieben und einem halben Prozent betragen. So oder so: Das Interesse der Eigentümer daran, dass es dem Unternehmen gut geht, war immer schon ausschließlich ein monetäres. Und insbesondere die Gruppe der Württemberger Verleger hat die in Stuttgart verlegten Zeitungen zuvorderst immer als eines betrachtet – als Konkurrenz.

Das ureigene lokale Interesse wurde durch die Gründung des "Stuttgarter Modells" Anfang der 1970er-Jahre gewahrt, als der Platzhirsch "Stuttgarter Zeitung" (StZ) die maroden "Stuttgarter Nachrichten" (StN) unters Dach nahm und den kleinen Zeitungen im Speckgürtel rund um die Landeshauptstadt durch Zulieferung des StN-Mantels das Überleben garantierte. 35 Jahre lang war es der Job eines "neutralen" SWMH-Geschäftsführers, bis hin zu Dannenmann, beide Eigentümerseiten auszugleichen und vor allem Geld zu verdienen.

Für die Württemberger Verleger war Rebmann ein Visionär

Rebmann war nie neutral. Er hatte es – dank eines familiären Erbteils – auf den Chefposten des "Schwarzwälder Boten" (Auflage 145 000) gebracht und im Jahr 2000 beschlossen, seine Gesamt-Redaktion aufzulösen, den Mantel der StN zu kaufen und nur noch Lokalteile zu produzieren. Die Gruppe der Württemberger Verleger innerhalb der SWMH wählte den "Visionär Rebmann" daraufhin zu ihrem Sprecher. Und ließ ihn im Aufsichtsrat, im jährlichen Wechsel mit dem Schaub-Vertreter Oliver Dubber, fortan über die Geschicke des Unternehmens mitbestimmen.

Das ging halbwegs gut bis 2007, bis aus München die Kunde kam, dass drei von vier Eignerfamilien der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) das Handtuch werfen und verkaufen wollten. Zu dem Zeitpunkt gehörte bereits ein knappes Fünftel der "Süddeutschen" der SWMH. Das hatte man 2003 für 125 Millionen gekauft. Jetzt hätte man es gut verkaufen können – an Investoren, mit hohem Gewinn, denn pro 20 Prozent wurden 2007 schon gut 200 Millionen aufgerufen. Doch Dubber und Rebmann, die alternierenden Aufsichtsräte, wollten lieber selber Monopoly spielen und kauften drei weitere Fünftel. Für eine Dreiviertelmilliarde Euro. Größtenteils mit Geld von den Banken. Heute sind die 80 Prozent an der SZ vielleicht noch die Hälfte wert, Schulden aber hat man immer noch reichlich.

Alles neu im komplizierten Konstrukt Stuttgarter Pressehaus. Foto: Joachim E. Röttgers
Alles neu im komplizierten Konstrukt Stuttgarter Pressehaus. Foto: Joachim E. Röttgers

Januar 2008, Zeitenwende im Pressehaus: Rebmann verkündet seinen leitenden Mitarbeitern, er werde Stuttgart zum "innovativsten Medienunternehmen Deutschlands" machen, und zwar auf der Basis der "großartigen Vorarbeit, die Sie geleistet haben!". Drei Jahre später war von seinen Zuhörern keiner mehr da, der den Satz live gehört hatte. Kaum ein halbes Jahr im Amt, jagte der "Visionär" Monat für Monat eine Führungskraft vom Hof, anfangs brachial, dann freundlicher, als das ruchbar und öffentlich wurde, aber gleichwohl anhaltend. Und bis Mitte 2011 war keiner mehr da, der vorher was zu sagen hatte. 30 Mann, bis hin zum Chef der Kantine.

Ersetzt wurde das komplette Know-how des Unternehmens von Leuten, die Rebmann aus dem Schwarzwald mitbrachte (Branchenjargon damals: "die Blackforestierung der Landeshauptstadt") und von durchreisenden Karrieristen, die – je klarer wurde, wie Rebmann mit seinen Leuten umgeht – desto häufiger nur noch aus der zweiten Liga kamen. Wenn überhaupt noch von dort. Inzwischen, im achten Jahr danach, ist in Möhringen teils schon die dritte Generation am Probieren.

Der Widerstand blieb nicht aus. Allerdings nicht aus den Redaktionen, die fügten sich in ihr Schicksal. Im Januar 2009 kursierte ein anonym versandter "Geschäftsbericht über das erste Amtsjahr des Dr. Richard Rebmann", der nicht nur die SWMH-Gesellschafter erreicht hatte, sondern auch den damaligen Ministerpräsidenten Günter Oettinger. Und die Grünen verhinderten, was Stuttgarts amtierender Oberbürgermeister Wolfgang Schuster als eine Morgengabe an den neuen Zeitungsmogul verstanden hatte: dass Rebmann als "sachkundiger Bürger" in den Aufsichtsrat der Landesbank einziehen sollte – bei der die SWMH fast 700 Millionen Euro Schulden hatte. So etwas schafft keine Freunde in der Stadt, macht einen schnell zur Persona non grata.

Die SWMH-Eigner hat das nicht abgeschreckt. Im Gegenteil. Schon Rebmanns Deal, um den SWMH-Hut überhaupt aufsetzen zu können, war ein erstaunlicher: Im Zuge einer Fusion wurde der "Schwarzwälder Bote" der SWMH einverleibt und mit 18 Prozent bedacht. Und damit völlig überbewertet: 18 Prozent hatte der "Bote" niemals bei Umsatz und Gewinn.

Am besten verhandelt der Oberndorfer für sich selbst

Für sich selber hat der Oberndorfer noch besser verhandelt. Eine Dreiviertelmillion Jahresgehalt unkündbar(!) auf zehn Jahre sind das eine. Das andere sind garantierte Ausschüttungen an die ehemaligen Eigner des "Schwarzwälder Boten", darunter Richard Rebmann, völlig unabhängig vom Geschäftsverlauf der SWMH. 22,1 Millionen Euro hat die SWMH laut ihrem kürzlich im Bundesanzeiger veröffentlichten Jahresabschluss auch 2014 wieder überwiesen – unter anderen an die Ex-Schwabo-Besitzer sowie an Johannes Friedmann, dem bis heute das letzte Fünftel der "Süddeutschen"gehört und der die gleichen Rechte hat.

Und das, obwohl das Unternehmen rote Zahlen schreibt, seit Jahren. Und 2014 die Summe aus Rücklagen und Bilanzgewinn bei 28 Millionen lag. Bei minus 28 Millionen. "Sie haben alles vervespert und nagen bereits an den Knochen", sagt einer, der die SWMH-Bilanz seit Jahren mit Interesse verfolgt und lesen kann, was die Zahlen bedeuten. Zum Beispiel, wenn die Verbindlichkeiten bei Banken im Jahr 2014 zwar abgebaut werden, jene bei Gesellschaftern aber um 50 Millionen steigen. Als ob Geld bei Privatleuten billiger zu kriegen wäre als bei Banken. Summa summarum hat Rebmann einen Konzernverlust von rund 250 Millionen Euro eingefahren. In sieben Jahren.

Zugegeben: Einfacher ist es nicht geworden seit 2008, erfolgreich eine Tageszeitung zu führen. Und erst recht nicht in Ballungsräumen. Überall dort, wo das Internet schnell ist, die Leute jung sind und das Leben hip, dort stirbt die gedruckte Zeitung einen noch schnelleren Tod. So erklärt es auch Rebmann, wann immer er auftritt in seinem Ehrenamt als stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger. Aber es erklärt nicht, warum ausgerechnet die beiden Stuttgarter Blätter seit Jahren die höchsten Rückgänge aller Zeitungen südlich der Mainlinie zu verzeichnen haben. Sowohl bei den Anzeigenumsätzen als auch bei den Abonnentenzahlen.

Um ein Viertel ging die gedruckte Auflage der beiden Stuttgarter Titel seit Rebmanns Amtsantritt zurück, von 255 000 auf 191 000. Um 48 Prozent rutschte der Einzelverkauf am Kiosk in den Keller, und auf 23 Prozent beläuft sich der Verlust an Abos. Das sind 40 000 Bezieher oder Haushalte, die gekündigt haben in sieben Jahren.

Und es werden noch mal mehr. Am 28. März wird "Sonntag Aktuell" letztmals erscheinen, danach finden Abonnenten nur noch sechs Mal in der Woche ein Zeitung im Briefkasten. Zum selben Preis. Mit bis zu 10 000 Kündigungen rechnen sie intern deswegen in Möhringen. Aber die Größenordnung ist ihnen vertraut: 10 000 Kündigungen hatte sich die "Stuttgarter Zeitung" binnen weniger Monate eingefangen, nachdem sie sich im Sommer 2010 – ohne jede Not – in einem Leitartikel der Chefredaktion als Befürworter von Stuttgart 21 geoutet hatte.

Ein Modell floriert – die Preiserhöhung beim Abo

Immerhin, ein Geschäftsmodell von Rebmann ist bisher aufgegangen. Mitgetragen von immer noch 152 000 Menschen/Haushalten, die StZ oder StN abonniert haben. "Viel zu billig!", befand der Geschäftsführer anno 2008 und sattelt seither Jahr für Jahr den Abonnenten die Verluste drauf, die er anderswo macht. In Zahlen: 275 Euro wurden 2008 für ein Jahresabo der "Stuttgarter Zeitung" fällig, 458 Euro kostet es 2016. Kein anderes Produkt des täglichen Bedarfs hat in Zeiten niedrigster Inflation auch nur annähernd eine solche Teuerung erlebt. Dass mit der grafischen Neugestaltung 2009 noch 15 Prozent an Text wegfielen und mehrfach Umfänge gekürzt und Sonderseiten gestrichen wurden, sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Online first. Screenshot: www.stuttgarter-zeitung.de
Online first. Screenshot: www.stuttgarter-zeitung.de

Schlimmer noch. Längst haben die Chefredakteure auf dem Weg zum digitalen Zeitungsprodukt die Devise "online first" ausgegeben. Heißt auf Deutsch: Wann immer wir etwas erfahren, geht das zuerst ins Internet. Und an die Agenturen und via Facebook und Twitter in die Welt. Der, der's finanziert, der Zeitungsabonnent, erfährt's als Letzter. Am nächsten Morgen, im Briefkasten.

Profitieren werden auch diesmal wieder andere. Zum einen die Konkurrenz vor der eigenen Haustür, die kleinen Zeitungsverlage rund um Stuttgart, die den Mantel der "Stuttgarter Nachrichten" beziehen. Denn der wird über Nacht um eine Klasse besser werden, wenn die Mantelredaktion der StN auf beinahe alle Inhalte zugreifen kann, die bisher in der personell weit besser ausgestatteten StZ-Redaktion produziert wurden. Warum jemand in Waiblingen, Sindelfingen oder Mühlacker künftig noch zusätzlich die StZ halten soll, wenn im eigenen Blättle das gleiche drinsteht, die Frage werden die Leser beantworten.

Und zum anderen heißt der Gewinner München. Die "Süddeutsche Zeitung" wird gehätschelt, weil sich deren Chefredakteur gegen Übergriffe wehrt, redaktionelle Synergien zwischen den Standorten München und Stuttgart sind nicht erkennbar. "Wann immer sie zwei Möglichkeiten haben", sagt ein Redakteur, der das Geschehen von innen betrachtet, "dann entscheiden sie sich seit Jahren konsequent für die falsche." Als eine solche "Schnittmenge zwischen Nichtwissen und Nichtkönnen" war Rebmann bereits nach einem Jahr von den Autoren jenes anonymen Rundschreibens bezeichnet worden, deren Vorhersagen allenfalls insofern falsch waren, als sie noch schneller eintraten als prophezeit.

Rebmann schaut derweil zu, ganz entspannt. Er hat neue Geschäftsführer eingestellt, für zwei Millionen Euro den neunten Stock in Möhringen umgebaut, damit auch alle Chefs ein schönes Plätzle haben. Mehr als 50 Millionen Euro, heißt es, hat man bisher allein für Abfindungen ausgegeben.


Jürgen Bartle war bis 2011 Geschäftsführer bei der Hier Lokalzeitung GmbH im Stuttgarter Pressehaus.


Gefällt Ihnen dieser Artikel?
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!

Kommentare

Philippe Ressing, 25.03.2016 16:15
Eine zutreffende Zustandsbeschreibung, die nicht alleine die Stuttgarter Blätter oder den SWMH-Konzern betrifft. Wurden einst Tageszeitungen zu einem Drittel aus dem Verkauf und zwei Dritteln aus Anzeigen finanziert, hat sich das Verhältnis heute radikal gedreht. So erklärt sich auch der massive Anstieg der Abopreise. Große Mengen der Anzeigenwerbung - vor allem Stellenanzeigen - sind ins Internet abgewandert. Woher soll also das Geld kommen? Bei der StuttZ füllen zunehmend, als journalistische Produkte daherkommende 'Extras', das Blatt - de facto sind das bezahlte Werbeseiten - und dafür darf ich als Abonnent auch noch zahlen? Solche 'Extras' sollen die Leser locken, die klassische Werbung einfach überblättern. Viele Verlage investieren seit Jahren Millionen in ihre Online-Auftritte. Beispiel Axel-Springer Verlag: Das Unternehmen hat - bis auf die BLÖD-Blätter, die WELT und Special-Interest-Magazine. Alle anderen Zeitungen wurden verkauft, man investiert massiv in medienfremde Onlineaktivitäten. Ob sich das allerdings auch rechnet, bleibt die Frage. Der Beitrag der Online-Ableger von Printprodukten zumindest an den Konzernbilanzen bewegt sich oft im einstelligen Prozentbereich. Geld verdient wird dagegen mit Online-Buchungsportalen und medienfernen Aktivitäten. Da wird die Zeitung zum Beiwerk eines Mischkonzerns. Gleichzeitig ist zunehmend der Qualitätsverlust bei Zeitungen spürbar. Oft wird das mit 'luftigen Layouts' kaschiert, faktisch bekommte man weniger journalistische Qualitätsware udn muss mehr dafür zahlen. Gewinne werden aber eben nicht in die Zeitung, sondern in fragwürdige Online-Aktivitäten gesteckt.

Kurt Mueller, 25.03.2016 13:05
Kleiner Nachtrag zum Thema Qualität: Aktuell steht auf der Startseite der StZ - wieder - ein Link zu einem Maultaschentest, der offensichtlich aus dem Jahr 2013 stammt und es vor Wochen schon einmal auf die Startseite schaffte. Lt. den Leserkommentaren ist einer der getesteten Metzger zwischenzeitlich verstorben! Daß die Bildstrecke technisch vergurkt ist, kommt noch dazu...

Kurt Mueller, 25.03.2016 12:02
Schon bitter, wie man die Stuttgarter Blätter runterwirtschaftet. Für ein Lokalblatt ist es der sichere Tod, ganze Lokalgeschichten kostenlos ins Netz zu stellen - und wenn es im Netz vor der gedruckten Zeitung ist, erst recht. Wer nicht versteht, daß man im Netz bestenfalls Appetithäppchen oder Abgehangenes kostenlos offerieren darf, wer sich nicht ein Modell ausdenkt, das Zeitungsabo mit vollem Onlinezugang kombiniert - der ist bald Ex-Verleger. Und Abopreise erhöhen (485 € p.a. sind fast schon dreist) und gleichzeitig für die Leser erkennbar an der Qualität sparen geht halt auch nicht auf Dauer gut... Ist's ein Schuttgarter Virus? Die einstmals stolze Motorpresse wurde erst von den Eigentümerfamilien und dann von Gruner runtergewirtschaftet, Reader's Digest ist nur noch ein dünnes Heftle, der Franckh-Kosmos-Verlag hat sein Naturblättchen "Kosmos" schon vor 15 Jahren erfolgreich an die Wand gefahren, ETM das beliebte Lkw-Klassiker-Magazin Last & Kraft verkauft und andere Sondertitel eingestellt - wer mag, setze die Liste fort.

Bruno Bienzle, 23.03.2016 20:04
Totengräber verlegerischer Initiativen
Autor Jürgen Bartle und Leserkommentator Andreas Braun wissen, worüber sie geschrieben haben, versuchten sie doch mit engagierten Journalisten /Innen der leserfeindlichen Kahlschlagswirtschaft von Richard Rebmann und Konsorten nach Kräften mit Qualität, gegenzusteuern. Dass die Gesellschafter in Württemberg und Ludwigshafen dem profitlichen Tannenzäpfle nicht Einhalt geboten haben, stempelt sie zu Mittätern wider besseren Wissens, aus Saumseligkeit oder gar aus purer Feigheit. In jedem Fall wurden sie zu Totengräbern verlegerischer Initiativen und des über Jahrzehnte profitablen Stuttgarter Modells des SWMH-Gründers Eugen Kurz mit den Eigenmarken IWZ, Sonntag Aktuell und den unter Rebmanns Vorgänger Jürgen Dannenmann gestarteten Sublokalteilen der HIER GmbH.

kornelia, 23.03.2016 12:45
Ich fordere viel mehr Sozialexperimente!
Z.B. ein Jahr werden alle vom Volk bezahlten Abos etc storniert! Also keine Bibliotheken, keine Ministerien, keine staatl Einrichtungen, desweiteren auch keine indirekten Subventionen über freie Eintritte, Preisnachlässe, Beförderungen, etc.... Dann würden manche Journalisten evtl begreifen dass sie in einer Demokratie Zwei 'Herren' dienen!
UND diese sogenannten Rebmanns würden begreifen, dass ihre Gehälter massgeblich vom Volk abhängen!

Es sind die Journalisten, die gerne dem Volk eine Obrigkeitshörigkeit anschwatzen.... dabei sind sie's selber!
Die Journalisten haben den ü25jährigen Verfall nahezu katatonisch zugesehen! Sie haben den arm/reich Krieg in den eigenen Reihen nie zum Thema gemacht.... und auch noch heute nicht!

Der Widerstand21 hätte ihnen Impulse und Hinweise geben müssen, eine selbstkritische 5tage Tagung zu veranstalten:
wo wollen wir hin?
was ist ein demokratischer Journalismus?
wie gehen wir mit kritischen Bürgern um, welche Verantwortung tragen wir?
Können wir weiterhin den Arroganten bei Vorteile und den Jammernden bei Gegenwind raushängen lassen?
Reihenweise erklären und verachten wir die Bürger weil sie wohlstandsverwöhnt seien und keinerlei Risiko ertragen könnten...wie gehen wir mit Kritik, Wettbewerb, reich/arm etc um?
Was machen wir mit der BürgerKonkurrenz in Form von Blogs und Querlesen?
Wie verhunzen wir -neben den Kulturschaffenden die Hüter der Sprache - diese Wahnsinnsleistung der Solidargemeinschaft?
Sind wir nicht zu einfachen Dünnschisshaufen-Machenden geworden wenn PR von oben kommt und wir sie 1:1 abschreiben während wir gleichzeitig von Unliebsamen alles auf Punkt und Komma prüfen?
Wo erfüllen wir noch unsere vollmundigen Verspreche(r)n von unabhängig, investigativ und (selbst)kritisch?
Wo geben wir den Sprach- und Machtlosen eine Stimme?
Wo treten wir mutig für unsere Interessen ein? (z.B. indem wir uns von den Alice Kaisers nicht gefallen lassen wie Hunde vor die Tür geschickt zu werden?)

Nein nicht die Rebmanns sind schuld, sondern genauso und auch DIE feigen Journalisten (die sich kolossal über die Wutbürger und 'dagegen sein ist leicht' amüsiert haben!)

Während noch zur Zeit der Spiegelaffäre sowohl der Zusammenhalt unter den Journalisten gross UND die Solidarität der Bevölkerung stark war.... Und die Medien damit zur 4.Gewalt werden konnten ist heute das Zusammenstehen der Journalisten und die Solidarität seitens der Bevölkerung komplett kaputt, deswegen sind sie auf Gedeih und Verderb einer Geldfixierten Obrigkeit ausgesetzt!

Andreas Braun, 23.03.2016 10:54
Der Text liest sich zwar wie Kolportage und doch stimmt im Kern alles. Leider. Ein einzelner machtbewusster Mann hat mit einer Schar von grauen Satrapen ganz viel kaputt gemacht. Ohne publizistische Strategie, dafür mit miesen Methoden, die Menschlichkeit und Anstand Hohn sprachen. Hauptsache, er hat sich selber die Taschen voll gestopft. Schade: die Gesellschafter haben tatenlos zugeschaut. Schade aber vor allem um die einst zahlreichen engagierten Journalistinnen und Journalisten.

Kommentar hinzufügen




CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.


* Pflichtfeld!

Letzte Kommentare:

Ausgabe 273 / Sofadeutsche / Horst Ruch, 27.06.2016 17:05
......nur nach vorne blicken, nie mit den Schmuddelkindern spielen. Die NATO das wirkliche TTIP-Europa, das aus den USA gesteuerte Programm, zur wundersamen Geldvermehrung. Kaiser Wilhelm war mit Krupp&Co zwar auch schon ohne Amerika...

Ausgabe 83 / Rassismus im Kinderzimmer / Demokrator, 27.06.2016 07:08
Ist dieser Artikel ernst gemeint?

Ausgabe 273 / Jeden Tag ein guter Freund / Demokrator, 27.06.2016 07:07
Man merkt schon, Kontext hat den Finger in die Wunde gelegt.

Ausgabe 273 / Trumps Luftnummer / Demokrator, 27.06.2016 07:05
Na, "Müller", wieder nur gegen die Kritiker keilen, wenn einem die Argumente ausgegangen sind? http://omec.us/ddg/lohnschreiber-regeln.html

Ausgabe 273 / Jeden Tag ein guter Freund / Dieter Kief, 26.06.2016 21:33
Grüzi Hr. Reile! Die Entwicklung des "Südkurier-Skandals" hat leider eine neue Wendung genommen, von der Ihr hiesiges Entlastungsangriffle auf mich am Ende sogar ablenken könnte, was aber nicht richtig wäre. Josef-Otto Freudenreich...

Ausgabe 273 / "Gysi ist top" / era, 26.06.2016 17:10
Und noch Gratulation an die vielen anderen aufmerksamen Leser, denen die Ungereimtheiten auch nicht entgangen sind - prost!

Ausgabe 273 / "Gysi ist top" / era, 26.06.2016 17:06
>>Die Griechen haben die Banken der westlichen Welt gerettet, nicht wir die Griechen>Und die, die Charakter haben und Sachverstand, wie Sahra Wagenknecht, die sind in der falschen Partei.>Ein faires direktes Steuersystem, das viel...

Ausgabe 83 / Rassismus im Kinderzimmer / Jochen Schaudig, 26.06.2016 05:45
Mal ohne Scheiß... ich bekam die Umbenennung von Tarzan in Tim gerade noch mit, und ich konnte das nicht verstehen. Vor nicht allzulanger Zeit packte ich die Hörspiele wieder aus (als Kind mochte ich die Bücher mehr), und ich höre...

Ausgabe 273 / 500 Euro zum Ersten / era, 25.06.2016 20:22
Die beiden schreiben lustig und deutlich. Leider haben sie einen oder mehrere blinde Flecke. In "Der größte Raubzug der Geschichte" wiederholt sich z.B. ständig die Angst vor Staatsbankrotten, vor Inflation und vor Schulden. Beider...

Ausgabe 273 / Jeden Tag ein guter Freund / Bibi, 25.06.2016 18:49
Lieber Insider, wie geht sie denn, die ganze Wahrheit? So lange eine Chefredaktion/Verlagsleitung nicht öffentlich Stellung nimmt, gibt es eben nur die eine Seite. Und die ist für den Außenstehenden doch recht merkwürdig: ein...

Die KONTEXT:Wochenzeitung lebt vor allem von den kleinen und großen Spenden ihrer Leserinnen und Leser.
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!