KONTEXT Extra:
Kretschmann Schirmherr für 199 kleine Helden

Ihr Dokumentarfilm hat bei drei Kinderfilmfestivals Preise abgeräumt, zuletzt in Chicago. Klar, dass sich die Regisseurin Sigrid Klausmann über diese Auszeichnungen freut. Seit Jahren begleitet die Stuttgarterin für ihr Filmprojekt "199 kleine Helden" Kinder weltweit auf ihrem Schulweg. Sie redet mit ihnen über ihre Ängste und Wünsche und darüber, wie sich die kleinen Protagonisten die Zukunft vorstellen. Daraus hat Klausmann den preisgekrönten Dokumentarfilm "Nicht ohne uns!" gemacht. Bereits diesen Sonntag (4.12.) wird er im Stuttgarter Metropol Kino gezeigt (16 Uhr), der offizielle Kinostart ist am 19. Januar.

Dass Stuttgart so früh dran ist, liegt mit daran, dass der Stuttgarter OB Fritz Kuhn die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen hat. Zusammen mit der Schauspielerin Senta Berger, die sich nun allerdings altersbedingt zurückzieht. Demnächst werden Sigrid Klausmann und ihre kleinen Helden neue Schirmeltern bekommen: Winfried Kretschmann und Hannelore Kraft, die Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Beide Länder unterstützen die kleinen Helden über ihre Landesfilmförderung.

Die Stuttgarter Preview am Sonntag wird ein Familienfest werden. Die Regisseurin Sigrid Klausmann wird ebenso vor Ort sein wie ihr Mann Walter Sittler (Produzent) und die Tochter Lea. Die Musikerin hat den Titelsong zum Film der Mutter komponiert. (2.12.2016)


Im Hajek-Haus soll wieder Feuer brennen

Das Trauerspiel um das Hajek-Haus mag jetzt zumindest die Fraktion SÖS/Linke/Plus nicht mehr mit ansehen. Sie will, per Antrag im Stuttgarter Gemeinderat, dass die Stadt das Kultur-Denkmal "vor dem Verfall" rettet. Wie in Kontext ausführlich berichtet steht die Villa an der Hasenbergsteige 65 seit dem Tod des Bildhauers (2005) leer. Vor fünf Jahren kaufte sie der Möbelfabrikant Markus Benz und ließ sie – Denkmalschutz hin oder her – entkernen. Das wiederum gefiel den behördlichen Denkmalschützern nicht, die sich auf den Gerichtsweg machten, bis heute ohne Ergebnis.

Und seitdem rottet das Haus in bester Halbhöhenlage vor sich hin. Die kulturpolitische Sprecherin der Fraktionsgemeinschaft, Guntrun Müller-Enßlin, vermutet, dass der Möbelmensch auf einen Abriss, und damit eine "verdeckte Immobilienspekulation" hin arbeitet. Stadträtin Laura Halding-Hoppenheit erinnert an die Tradition des Hauses, in dem auch schon Willy Brandt Rotwein trank. Die Villa sei ein Treffpunkt für Menschen gewesen, die etwas bewegen wollten, und dieses "Feuer muss weiter brennen", sagt sie.(30.11.2016)


Das Geschäft mit Waffen läuft

Heckler & Koch hat einen Großauftrag erhalten und wird französische Soldaten aller drei Teilstreitkräfte ab 2017 zehn Jahre lang mit 100 000 Sturmgewehren vom Typ HK 416 ausstatten. Es soll um ein Volumen von 300 Millionen Euro gehen. Der Rüstungsauftrag, heißt es in Paris, werde "die soliden Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich im Verteidigungssektor und besonders in der Rüstungsindustrie" stärken. Die Nachbarn stehen also auf der Liste der sogenannten "grünen Länder", denn – immerhin – nur die sollen weiter beliefert werden.

Am Montagmorgen wurde bekannt, dass der Oberndorfer Waffenhersteller Neugeschäfte allein mit Staaten abschließen will, die demokratisch und nicht korrupt sind. Nach einer Meldung der Deutsche-Presse-Agentur würden damit Kunden wie Saudi-Arabien, Mexiko, Brasilien, Indien oder die Türkei wegfallen. Alte Aufträge sollen allerdings abgewickelt werden, gerade auch mit den Saudis. Das Unternehmen wartet aktuell auf die Genehmigung deutscher Behörden zur Ausfuhr unter anderen von Bauteilen für eine Gewehrfabrik.

Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte bei seinem Auftritt kürzlich auf dem Bundesparteitag der Grünen in Münster ausdrücklich die Politik in der Pflicht gesehen: "Wohin wir exportieren, das muss die Politik entscheiden." Zugleich machte er klar, dass es für sein Unternehmen um 3500 von 100 000 Trucks gehe. Appelle, freiwillig auf deren Verkauf zu verzichten, verhallten bisher ungehört. (28.11.2016)


Bahnchef Grube mag Stuttgart 21 nicht mehr

Da rennt der Mann jahrelang rum und erzählt, wie großartig der Tiefbahnhof ist - und jetzt? Jetzt sagt Rüdiger Grube laut "Spiegel": "Ich habe Stuttgart 21 nicht erfunden und hätte es auch nicht gemacht". Nun wird schon spekuliert, ob es vielleicht ein Doppelgänger war, der diesen Satz beim Bundesverband Führungskräfte Deutscher Bahnen gesprochen hat, oder hier ein Fall von Persönlichkeitsspaltung vorliegt? Aber nein, es war der leibhaftige Grube.

Auf die Reaktionen all seiner Freunde darf man gespannt sein. Vorneweg auf jene seiner Chefin Angela Merkel, die mit S 21 die Zukunftsfähigkeit Deutschlands verband. Oder auf die von Teufel, Oettinger, Mappus, Gönner usw., die stets vor dem Abseits warnten, sollte der unterirdische Bahnhof nicht kommen. Nur der amtierende Ministerpräsident Kretschmann kann heimlich sagen, dass er auch schon immer dagegen war. (25.11.2016)


S 21: Kein neuer Deal mit der Bahn

Das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart zeigen der Deutschen Bahn die kalte Schulter und wollen die sogenannte Verjährungshemmungsvereinbarung nicht unterzeichnen. Damit versuchte die Bahn eine frühzeitige Entscheidung darüber zu vermeiden, ob sie eine Beteiligung von Stadt, Land und Region an den Mehrkosten des Milliardenprojekts einklagt. Alle Partner sollten einer Verlängerung der Verjährung für mögliche Ansprüche der Bahn auf zusätzliche Gelder für Stuttgart 21 zustimmen. Für die Stadt Stuttgart schlägt die Verwaltung dem Gemeinderat vor, diese Verlängerung abzulehnen. Endgültig entschieden wird am 8. Dezember.

"Die Vertragspartner sind der Auffassung, dass die DB Bauherrin ist und dass die Vertragspartner begrenzte und vor allem freiwillige Zuwendungen gewähren", erläuterte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) den mit der Stadt abgestimmten Standpunkt. Man werde sich "grundsätzlich auch gemeinsam gegen die Bahn verteidigen". Das Land sei mit der Stadt und der Region der Ansicht, "dass es ein falsches Signal wäre, eine Vereinbarung zu unterzeichnen, weil die Vertragspartner die Ansprüche der DB für unbegründet halten".

Hermann erwartet jetzt eine vergleichsweise schnell eingereichte Klage, aber "viel länger hätte die DB ohnehin nicht gewartet". Denn bis zu einem letztinstanzlichen Urteil würden voraussichtlich mehrere Jahre vergehen, nach der Prognose des Minister werden aber "in ungefähr drei Jahren die vertraglichen Finanzierungsbeiträge der Vertragspartner erschöpft sein". Im Finanzierungsvereinbarung zu Stuttgart 21 ist der Kostenrahmen inklusive Risikopuffer auf 4,526 Milliarden Euro begrenzt. Bei weiteren Kostensteigerungen sind, unter Nutzung der Sprechklauseln, Gespräche vorgesehen. Im März 2013 hat der DB-Aufsichtsrat den Finanzierungsrahmen auf 6,526 Milliarden Euro erhöht und zugleich die Projektpartner aufgefordert, über weitere Beiträge zu verhandeln. Das lehnen diese allerdings strikt ab. (24.11.2016)


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Die AfD ist in der Mitte angekommen. Fotomontage: Joachim E. Röttgers

Die AfD ist in der Mitte angekommen. Fotomontage: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 244
Medien

SWR – ganz elastisch

Von Josef-Otto Freudenreich
Datum: 02.12.2015
Für den Südwestrundfunk (SWR) ist die AfD künftig nicht mehr rechtspopulistisch. Zumindest nicht in den Nachrichten. Die Chefetage meint, andere Parteien wie die CDU und SPD bekämen auch kein zusätzliches Etikett. Eine öffentlich-rechtliche Reinwaschung.

Gemeinhin wird am 11. November der Beginn der Faschingszeit oder auch der heilige Martin gefeiert. Nicht beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Dort wird ganz nüchtern konferiert, ernst in die Zukunft geblickt und mitgeteilt, dass die "Alternative für Deutschland" (AfD) "mittlerweile bekannt genug" sei, so dass künftig der "erklärende, aber auch wertende Zusatz" weg gelassen werden könne. Gemeint ist das Adjektiv "rechtspopulistisch".

So fasste Wellenvizechef Peter Heilbrunner (SWR 1) die Diskussion in der Konferenz zusammen, in der alle der Meinung waren, dass in den Nachrichtensendungen auf diese "Etikettierung" verzichtet werden soll. Analog zu CDU oder SPD spreche man in der Landesschau aktuell, in der Landesschau sowie in den Hörfunk-News von SWR 1 und SWR 4 fortan nur noch von AfD. Auch die Moderatoren müssten "nicht reflexartig" den Zusatz benutzen, logischerweise könne hier die Regelung "elastischer" gehandhabt werden. Aber auch hier gelte: "Vor Verwendung nachdenken".

SWR-Mail mit Anweisung.
SWR-Mail mit Anweisung.

Das heißt, die KollegInnen vor dem Mikrofon werden nun grübeln müssen, ob sie das böse Wort sagen sollen oder nicht, ob das gut ist in den Flüchtlingszeiten oder gar vor der drohenden Landtagswahl. Zumindest werden sie, sollte es ihnen über die Lippen kommen, nicht bestraft, versichert Stefanie Schneider, die Landessenderdirektorin, gegenüber Kontext. Für sie ist die neue Sprachregelung "kein Ukas", sondern schlicht pragmatisch. Bei der CDU werde kein "konservativ" dran gehängt, bei der FDP kein "liberal". Am Anfang sei das Attribut "hilfreich zur Orientierung" gewesen, jetzt sei es überflüssig, weil wohl alle kapiert hätten, was die AfD für eine Partei sei.

So viel weiß man tatsächlich: Die rechtspopulistische Partei will die deutsche Grenze mit Waffengewalt gegen den "Asylantenstrom" verteidigen, als ultima ratio, wie sie sagt. Und im kommenden März will sie in den baden-württembergischen Landtag einziehen, mit durchaus günstigen Prognosen. Da heißt es frühzeitig Obacht geben im Sender.

Stimmen zur SWR-Entscheidung

Wolfgang Utz (SWR-Sprecher): Der Begriff rechtspopulistisch wird beim SWR im Zusammenhang mit der AfD immer dann verwendet, wenn er journalistisch sinnvoll ist. Die Landessenderdirektion hat sich allerdings mit den Verantwortlichen der aktuellen Sendungen darauf verständigt, nicht grundsätzlich bei jeder Nennung die AfD mit dem Begriff rechtspopulistisch zu kombinieren. Der SWR sieht durchaus die Notwendigkeit, eine noch junge Partei wie die AfD für die Menschen einzuordnen. Dafür genügt es aber nicht, sie mit einem immer gleichen Attribut zu versehen. Somit ändert sich nichts an dem journalistischen Grundsatz, dass charakterisierende Begriffe für Parteien und Organisationen immer dann gesetzt werden, wenn das nach journalistischen Gesichtspunkten sinnvoll ist. Manchmal sind Begriffe wie "rechtspopulistisch", "liberal", "totalitär", "sozialistisch" usw. notwendig, um ein Ereignis dem Publikum verständlich zu machen und die Einordnung zu erleichtern. Dann nutzt sie der SWR. In anderen Fällen sind sie redundant, dann nutzen wir sie nicht.

Ralf Stegner (stv. Bundesvorsitzender SPD): Egal, wie der Sender diese Partei betitelt, die AfD ist und bleibt eine Ansammlung von Rechtspopulisten, Rechtsextremisten, die von Petry bis Höcke und Gauland nationalistische, teilweise fremdenfeindliche und auch völkische Parolen vertritt. Deshalb gibt es dieser Partei gegenüber nur glasklare Ablehnung und harte Auseinandersetzung mit einer Politik, die antieuropäisch und gefährlich für Deutschland ist. 

Volker Beck (Innenexperte Grüne): Nachvollziehen kann ich die Überlegungen des SWR nicht, da die AfD sich kontinuierlich vom rechten Rand des demokratischen Spektrums weiter nach rechts bewegt. Ich möchte den SWR deshalb an seinen öffentlich-rechtlichen Bildungsauftrag erinnern. Dazu gehört auch, dass man Parteien und politische Bewegungen einordnet.

Bernd Riexinger (Parteichef Linke): Dass die Direktionsleitung eines öffentlich-rechtlichen Senders, ausgerechnet nachdem die AfD ihren strammen Rechtskurs weiter verschärft hat, auf die Bezeichnung rechtspopulistisch bei der AfD verzichtet, ist entweder Resultat grober politischer Unkenntnis und Verantwortungslosigkeit oder einer nicht nachvollziehbaren politischen Positionierung. In jedem Fall nicht akzeptabel.

Stimmen zusammengestellt von Kontext und "Handelsblatt" (aktualisiert am 3.12.2015)

Die AfD könnte um drei Punkte auf acht Prozent zulegen, wenn am nächsten Sonntag (6.12.) Landtagswahl in Baden-Württemberg wäre. Dies ergibt die Umfrage von Infratest dimap, die der SWR und die "Stuttgarter Zeitung in Auftrag gegeben haben.


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Kommentare

Klaus, 11.12.2015 11:13
Gut, "rechtspolpolistisch" ist ja auch eher vereinfachend.

Man könnte besser "rechtskonservativ und mit völkischen Zügen" schreiben, das wurde auch schon bei Analysen des Handeslblattes über die AfD festgestellt:

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/swr-und-alternative-fuer-deutschland-afd-ist-ploetzlich-nicht-mehr-rechtspopulistisch/12670452.html

Und auf dem Bild sieht man deutlich, daß Frau Petrys Haarfarbe dunkel ist.

Frank Meier, 10.12.2015 22:51
In dem Zusammenhang kann ich nur den Kommentar von kress-Chefredakteur Bülend Ürük empfehlen.

Er schreibt:
Durch den Verzicht auf eine Einordnung der AfD als "rechtspopulistisch" wird die AfD indirekt als ganz "normale" Partei "geadelt", die sich nicht wesentlich von anderen Parteien unterscheidet. Damit sollen ihre im Kern fremdenfeindliche, rassistische Programmatik aus dem Blickfeld verschwinden und entsorgt werden.

Auch der Rest ist sehr lesenswert:
http://kress.de/news/detail/beitrag/133573-kommentar-von-kressde-chefredakteur-buelend-ueruek-wie-der-swr-den-roten-teppich-fuer-die-afd-ausrollt.html

Blender, 08.12.2015 09:57
Das Wahlprogramm der AfD ist genauso unnötig/ nichtssagend/ nichtsnutzig wie die Wahlprogramme der anderen Parteien. Die Parteien haben gar nicht vor sich daran zu halten, sondern machen nach der Wahl was sie wollen. Abweichen vom Wahlprogramm ist ja kein Straftatbestand. Bei der AfD kommt hinzu, dass die meisten Wähler eh so was sperriges nicht lesen.
Bei der französischen FN ist es ja auch so. Sie bedienen sich auch bei Positionen der Linken, um an Wählerstimmen zu kommen.
Auch bei Horoskopen ist die Taktik die gleiche. 3 allgemein gehaltene Aussagen von denen meist NUR eine Stimmt, und jede*r zieht für sich das raus was man hören will und dann sagen die Leute, JA .., genau das stand in meinem Horoskop.

Klaus, 07.12.2015 17:33
Populismus in Farben:

Grün-populistisch
Rot-populistisch
Gelb-Populistisch
Orange-Populistisch
RotRot-Populistisch
ViolettPopulistisch
Schwarz-Populistisch
SchwarzSchwarz-Populistisch
Braun-Populistisch

observer, 07.12.2015 12:32
Wenn die AfD rechtspopulistisch ist, dann ist die LINKE linkspopulistisch. Ich erwarte Gleichbehandlung.

Klaus_2, 05.12.2015 22:16
Wie sich die AfD erledigt?, die 2.:

Die haben doch gar kein Programm,
ausser
- der EURO
- die Flüchtlinge.

Ähnlich wie bei den Piraten, die das auch nicht organisiert gekriegt haben, bei aller Hoffnung. Und dann in die FDP wechseln.

Vielleicht zieht es die übrigbleibenden AFDlerInnen dann später eben doch in die CDU.

Klaus, 04.12.2015 18:26
"nur die Harten kommen in den Garten" ist natürlich ein Spruch, der nicht hält, wenn echt geprüft.

"Denn hättet Ihr der Liebe nicht."
"So halte die andere Wange hin."
"Den Sanftmütigen gehört das Himmelreich."

Ich bin nicht bibelfest, dafür kann ich aber klar sehen, daß Gewaltfreiheit, Mitgefühl, Weisheit (zu unterscheiden), die Liebe und die Liebe gute, wenn nicht die Eigenschaft sind, die es braucht um das Nadelöhr zu umschiffen.

Der TÜV für die Selbstprüfung. Quasi.
Oder so.

Holperbald, 04.12.2015 08:44
1. "Feigheit vor dem Feind" ist eine entlarvende Bezeichnung. Dass Sie sie verwenden, legt nahe, weß`Geistes Kind Sie sind.

2. Nein, man landet nicht im Gefängnis. Ein (relativ schlechtes) Stilmittel ist die Übertreibung, um sich selbst als Opfer zu zeichnen. Sie landen nicht in den Kerkern des AFD-Unrechtregimes, ebenso wie Neonazis nicht "in KZ`s landen", wo man sich bei berufener Seite auch gerne mal als Opfer hinstilisiert.

Vielleicht haben Sie mitbekommen, dass wir nicht im Krieg sind, sondern in einer demokratischen Auseinandersetzung (anderenfalls müssten Sie Haftmaßnahmen billigend in Kauf nehmen), dass der SWR dankenswerterweise seinen Zuschauern zutraut, selbst zu denken. Dass eben auch andere eine Meinung haben dürfen.

3. Doch, sie störten. Das haben die Teilnehmer selbst zugegeben. Sie wollen lediglich nicht "grob" gestört haben. Natürlich hätten Sie gerne "grob" gestört, hätte dieses Attribut geholfen, die Versammlung aufzulösen, aber nicht zu einer Strafanzeige geführt. Insofern: Die wackeren Kämpfer gegen Rechts könnten ja Flagge zeigen, und nicht davonlaufen, wen sie für die Konsequenzen ihres Handelns einstehen müssten. Erst gackern - dann nicht legen. Das haben wir gerne.

Jörg Mutke, 03.12.2015 18:55
Natürlich ist die AfD rechtspopulistsisch und man sollte sie argumentativ bekämpfen. Aber ist es wirklich so schlimm, ZUschaern und Zuhörern Wissen und Denken zuzutrauen? Mir persönlich ist es lieb, wenn der ÖRR berichtet und möglichst wenig kommentiert. Zumindest sollte beides klar getrennt sein. Insofern finde ich die "Anweisung" durchaus sinnvoll und nachvollziehbar.

Jue.So Jürgen Sojka, 03.12.2015 18:13
@christiane, 03.12.2015 15:37
Gibt es schon irgendwo eine Petition, die Rundfunkgebühren abzuschaffen?
---Das würde wieder so eine Petition sein, die ins LEERE geht---

Die Gebühren 'per se' sind nicht das, was zu bemängeln ist, es sind die agierenden in den öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten, die sich selbst gegenüber verweigern GRUNDRECHTSBINDEND zu
denken und zu handeln!!
www.parkschuetzer.de/statements/178818 nach Schreiben an den Gesamtverantwortlichen im SWR
Hier die Antwort des Intendanten Peter Boudgoust (Seite 2 + Kuvert m. Datum)

Musterschreiben an den Intendanten Peter Boudgoust vom Juli 2011
www.parkschuetzer.de/statements/178801 darin im letzten Absatz:
Meine Gebührenzahlung erwarte ich im Sinne der umfassenden Bürgerinformation zu verwenden!
Das mir zustehende Recht auf Einstellung der Gebührenzahlung wird von mit angewandt werden,
soweit dieser Missstand andauert!!
Mit freundlichem Gruß

Der Schreiber dieser Zeilen ('SdZ') zahlt seit Frühjahr 2010 keine/n Rundfunkgebühren/Rundfunkbeitrag
mehr – an eine Organisation, deren Organisatoren/Beschäftigten ihre GRUNDRECHTSBINDUNG als nicht selbstverständlich erachten. Es darf nicht auch noch die finanzielle Ausstattung dafür gegeben werden |:-)

Zu meinem Kommentar Jue.So Jürgen Sojka, 02.12.2015 19:36 – darin der Name Peter Voss.
Selbstverständlich ist mir bekannt, dass sich der frühere Intendant des SWR mit 'ß' schreibt also Voß.
Wir sind in die 50er Jahre hineingeboren in eine Gesellschaft, in der es die Begrifflichkeit 'Falscher Fufziger' und 'Zwei Seiten einer Medaille' bereits gab – einfach auf die dafür passenden anwenden |;-))
www.whoswho.de/bio/peter-voss.html
www.quadriga.eu/hochschule/aufbau/hochschulleitung/peter-voss
https://de.wikipedia.org/wiki/Quadriga_Hochschule_Berlin
Kritik
Da die Quadriga Hochschule besonders mit namhaften Journalisten für sich wirbt, wird öffentlich kritisiert, dass die Grenzen zwischen Journalismus und Public Relations aufgeweicht würden. Das NDR-Medienmagazin Zapp sieht die Hochschule als Beispiel für eine fragwürdige Nähe zwischen Public Relations und Journalismus

christiane, 03.12.2015 15:37
Gibt es schon irgendwo eine Petition, die Rundfunkgebühren abzuschaffen?

Herr S., 03.12.2015 12:39
Wird die "rechstextreme NPD" denn jetzt auch nicht mehr so genannt, weil jeder weiß das sie es ist, oder ist die Gefahr zu groß das Zuschauer*innen die dann mit dem NOK verwechseln?

Kornelia, 03.12.2015 11:52
Das ist ja peinlich erster Güte!
Danke @Kontext für diesen Einblick in einen Offenbarungseid!

M. Boettcher, 03.12.2015 10:32
Mir geht die Wertung in Nachrichtensendungen schon lange auf den Keks. Z. B. auch, wenn vom Machthaber Assad gesprochn wird. Bezeichnet jemand Herrn Obama als Imperator oder Frau Merkel als Regentin?
Klar ist die AfD rechtspopulistisch. Allerdings stehen Politiker der anderen Parteien der AfD an Populismus teilweise kaum nach. Zudem müsste man dann auch von der konservativen CDU und der erzkonservativen CSU und der ex-sozialdemokratischen SPD etc. sprechen. In einer Nachrichtensendung haben Wertungen aber nichts verloren. In einem Kommentar ist das anders, da können sich die Damen und Herren des ÖRR ja gern austoben.

Dieter Tremel, 03.12.2015 10:06
Solange dieses Vorgehen nicht nur die AfD betrifft, halte ich es für richtig. Es ist nicht Sache der Medien, politisch agierende Parteien oder Personen systematisch und pauschal mit wertenden Attributen zu versehen. Das Urteil, ob eine Partei populistisch, zu weit links oder rechts oder was auch immer ist, steht nicht dem Redakteur der Nachricht oder dessen Chef zu, privat natürlich sehr wohl, aber nicht in seiner Funktion als Verfasser einer Nachricht. Es ist allein Sache des Zuhörers und Konsumenten der Nachricht. Ein solches Etikettieren seitens der Medien in Meldungen ist ein Unding, das sollte nur ausgewiesenen Kommentaren und Meinungen akzeptiert sein.

Alleinige Aufgabe der Medien ist es, mit den Nachrichten objektiv diejenigen Informationen und Fakten zu übermitteln, die dem Hörer zu dessen Urteil dienen. Wenn diese Faktenlage bei einer Mehrheit der Hörer dann die Meinung erzeugt, die dem Etikett entspricht, ist das akzeptabel und gute politische Willensbildung, aber nicht, wenn es von oben verordnet wird. Wenn die Meinungsbildung nicht beim Hörer liegt, sondern schon an der Quelle stattfindet, ist die Grenze zur Propaganda schon überschritten.

Die Vermutung, dass es nicht nur eine Aufhebung der Sprachregelung, sondern auch das Gegenstück dazu gibt, ist angesichts der veröffentlichten Email durchaus legitim, auch wenn ich damit nicht argumentieren würde.

Ein ähnliches Beispiel ist für mich die Sprachregelung, was andere Staaten betrifft: Bestimmte Regierungen werden stets als "Regime" bezeichnet, ohne das es ausreichend transparent ist, was dazu führt. Auch hier würde ich mein Urteil als Hörer und denkender Mensch gerne selbst wählen.

Klaus, 02.12.2015 20:19
Ich vergaß:

"Wie erledigt sich die AfD von selbst?"

Wie meistens durch schlichte Unfähigkeit und menschliches Versagen.

Das kommt ja auch in DE gelegentlich vor.

Jue.So Jürgen Sojka, 02.12.2015 19:36
Mir verschlägt es (fast) die Sprache Josef-Otto Freudenreich, ob der 'Offenheit' SWR-interner Entscheider(Matrix)-Gespräche hier veröffentlicht zu lesen.

Was ist denn nur mit meinem SWR-Sender los? Kein Peter Voss mehr, der unverhohlen austeilte, um Unterordnung zu erzielen (siehe VW-Management und die ihnen anvertrauten <untergeordneten>)? Keine Ziehsöhne, die Personalversammlungen in Führungskräfte-Auftritte umfunktionierten, an denen niemand mehr, besonders die Personalvertretenden (ver.di-Funktionäre), den Mund aufmachen? Keine Panik mehr für jene, die jederzeit damit rechnen mussten erkannt zu werden – die aus Baden-Baden kommenden?

Es wird doch nicht eine Stimmung, oder gar Haltung, im SWR Einzug halten, die mit dem Begriff EIGENVERANTWORTUNG bezeichnet werden könnte - oder zumindest mal Verantwortung.

Solange der Begriff SOLIDARITÄT (VG1) lediglich als Begriff bestehend, also nicht in die Wirklichkeit geholt und gelebt wird(wurde), solange galt es keinen Pfifferling zu geben auf das Umsetzen des Vorwortes aus dem Leitbild unseres Intendanten Peter Boudgoust (2007).
Auszug:
das … Leitbild … wurde im Frühjahr 2007 verabschiedet.
… Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berufen sich darauf und zitieren daraus; sie pochen
auf ihr Recht, werden… auch an ihre Pflichten gegenüber ihren jeweiligen Vorgesetzten
und vor allem gegenüber unserem eigentlichen »Arbeitgeber«, der Gesellschaft, erinnert.
… Die Landessenderdirektorin Rheinland-Pfalz, Frau Dr. Simone Sanftenberg, hat die
Verantwortung dafür übernommen, … als Leitbildbeauftragte des SWR zu koordinieren. ENDE Auszug
www.parkschuetzer.de/statements/181741
Leitbild des SWR (Leitlinien aktuell) und das Leitbild des Regierungspräsidium Stuttgart.
ALLERDINGS was nützen _g e s c h r i e b e n e_ Worte, wenn diese nicht mit LEBEN erfüllt
werden, sondern sogar ignoriert werden?!?

SWR der Heimatsender (Haussender) der Konservativen.
Mit Strukturen der Hierarchie <statt Verantwortung>!
Mit Führung <statt Verantwortlichen> - jenen gegenüber die ihnen anvertraut sind!

Ein Wandel sich entwickelnd – "Wir werden sehn wir werden sehn, ob die Dinge sich zum Guten drehn...
STEFAN ZAUNER feat. PETRA MANUELA

www.parkschuetzer.de/statements/185679
Sollte der SWR, die Verantwortlichen im SWR, sich ganz <gaaanz> vorsichtig aus der 'Umklammerung' der Konservativen Einflussnahme entziehen 'wollen'??

Klaus, 02.12.2015 18:52
Die NAchfolge-Partei per se ist ja die 'C'DU, mit FDP-Anhängsel.
Kann man in Wikipedia nachlesen, wieviele NS-Leute den Übergang geschafft haben.

Die AfD erledigt sich von selbst. So Gott will.

Max, 02.12.2015 18:09
Es geht nicht darum, ob der SWR und andere Medien und Anstalten Anweisungen bekommen. Das ist überhaupt nicht mehr notwendig. Es gibt längst Strukturen, die das so etwas überflüssig machen.

Dass auch die öffentlich-rechtlichen Sender nicht (mehr?) objektiv, umfassend, unvoreingenommen berichten, ist so offensichtlich, dass nur absolute Ignoranten es noch bestreiten.

Wer wissen will, wie das alles funktioniert und zusammenhängt, z.B. auch unter welchen Bedingungen Journalisten heutzutage arbeiten (müssen), so dass gar nichts anderes herauskommen KANN, dem sei das Buch "ARD & Co - wie Medien manipulieren" wärmstens empfohlen. Die Autoren sind übrigens absolut integer, nicht rechts(populistisch) (übrigens ist die CSU auch rechtspopulistisch, schon immer gewesen, das mal nur nebenbei), keine AfD-Sympathisanten oder was auch immer. Sie haben bei und für ARD & Co gearbeitet oder tun das noch immer. Wer das Buch gelesen hat, versteht das ganze Dilemma.

Der öffentlich-rechtliche Gedanke ist ein großer. Was daraus geworden ist, kann man nur beklagen. Der SWR hätte die Mittel und Möglichkeiten, die Bürger unabhängig zu informieren, alle Seiten zu beleuchten, und das zu Sendezeiten, bei denen es auch Zuschauer und Zuhörer gibt, und nicht erst ab Mitternacht - sporadisch, als Feigenblatt. Vor allem aber hat der SWR sogar den AUFTRAG! Ist das eigentlich jedem hier so richtig bewusst? Wofür bezahlen wir denn unseren "Beitrag"?

Sarina, 02.12.2015 17:37
@Dr. Gerd Teska
Ihr Rückschluss, die Journalisten des SWR hätten Anweisung gehabt, die AfD rechtspopulistisch zu nennen, ist sowohl unzulässig als auch unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist, dass die Journalisten die AfD schlicht mit dem Zusatz rechtspopulistisch bezeichnet haben, weil sie rechtspopulistisch ist.

Diese Art der Logikverdrehung mit dem darauf aufbauenden Versuch, seinerseits nun dieses Medium zu diffamieren, ist häufig in Kreisen zu finden, die tatsächlich wenig mit Demokratie und Rechtsstaat zu tun haben.

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