KONTEXT Extra:
Kretschmann Schirmherr für 199 kleine Helden

Ihr Dokumentarfilm hat bei drei Kinderfilmfestivals Preise abgeräumt, zuletzt in Chicago. Klar, dass sich die Regisseurin Sigrid Klausmann über diese Auszeichnungen freut. Seit Jahren begleitet die Stuttgarterin für ihr Filmprojekt "199 kleine Helden" Kinder weltweit auf ihrem Schulweg. Sie redet mit ihnen über ihre Ängste und Wünsche und darüber, wie sich die kleinen Protagonisten die Zukunft vorstellen. Daraus hat Klausmann den preisgekrönten Dokumentarfilm "Nicht ohne uns!" gemacht. Bereits diesen Sonntag (4.12.) wird er im Stuttgarter Metropol Kino gezeigt (16 Uhr), der offizielle Kinostart ist am 19. Januar.

Dass Stuttgart so früh dran ist, liegt mit daran, dass der Stuttgarter OB Fritz Kuhn die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen hat. Zusammen mit der Schauspielerin Senta Berger, die sich nun allerdings altersbedingt zurückzieht. Demnächst werden Sigrid Klausmann und ihre kleinen Helden neue Schirmeltern bekommen: Winfried Kretschmann und Hannelore Kraft, die Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Beide Länder unterstützen die kleinen Helden über ihre Landesfilmförderung.

Die Stuttgarter Preview am Sonntag wird ein Familienfest werden. Die Regisseurin Sigrid Klausmann wird ebenso vor Ort sein wie ihr Mann Walter Sittler (Produzent) und die Tochter Lea. Die Musikerin hat den Titelsong zum Film der Mutter komponiert. (2.12.2016)


Im Hajek-Haus soll wieder Feuer brennen

Das Trauerspiel um das Hajek-Haus mag jetzt zumindest die Fraktion SÖS/Linke/Plus nicht mehr mit ansehen. Sie will, per Antrag im Stuttgarter Gemeinderat, dass die Stadt das Kultur-Denkmal "vor dem Verfall" rettet. Wie in Kontext ausführlich berichtet steht die Villa an der Hasenbergsteige 65 seit dem Tod des Bildhauers (2005) leer. Vor fünf Jahren kaufte sie der Möbelfabrikant Markus Benz und ließ sie – Denkmalschutz hin oder her – entkernen. Das wiederum gefiel den behördlichen Denkmalschützern nicht, die sich auf den Gerichtsweg machten, bis heute ohne Ergebnis.

Und seitdem rottet das Haus in bester Halbhöhenlage vor sich hin. Die kulturpolitische Sprecherin der Fraktionsgemeinschaft, Guntrun Müller-Enßlin, vermutet, dass der Möbelmensch auf einen Abriss, und damit eine "verdeckte Immobilienspekulation" hin arbeitet. Stadträtin Laura Halding-Hoppenheit erinnert an die Tradition des Hauses, in dem auch schon Willy Brandt Rotwein trank. Die Villa sei ein Treffpunkt für Menschen gewesen, die etwas bewegen wollten, und dieses "Feuer muss weiter brennen", sagt sie.(30.11.2016)


Das Geschäft mit Waffen läuft

Heckler & Koch hat einen Großauftrag erhalten und wird französische Soldaten aller drei Teilstreitkräfte ab 2017 zehn Jahre lang mit 100 000 Sturmgewehren vom Typ HK 416 ausstatten. Es soll um ein Volumen von 300 Millionen Euro gehen. Der Rüstungsauftrag, heißt es in Paris, werde "die soliden Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich im Verteidigungssektor und besonders in der Rüstungsindustrie" stärken. Die Nachbarn stehen also auf der Liste der sogenannten "grünen Länder", denn – immerhin – nur die sollen weiter beliefert werden.

Am Montagmorgen wurde bekannt, dass der Oberndorfer Waffenhersteller Neugeschäfte allein mit Staaten abschließen will, die demokratisch und nicht korrupt sind. Nach einer Meldung der Deutsche-Presse-Agentur würden damit Kunden wie Saudi-Arabien, Mexiko, Brasilien, Indien oder die Türkei wegfallen. Alte Aufträge sollen allerdings abgewickelt werden, gerade auch mit den Saudis. Das Unternehmen wartet aktuell auf die Genehmigung deutscher Behörden zur Ausfuhr unter anderen von Bauteilen für eine Gewehrfabrik.

Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte bei seinem Auftritt kürzlich auf dem Bundesparteitag der Grünen in Münster ausdrücklich die Politik in der Pflicht gesehen: "Wohin wir exportieren, das muss die Politik entscheiden." Zugleich machte er klar, dass es für sein Unternehmen um 3500 von 100 000 Trucks gehe. Appelle, freiwillig auf deren Verkauf zu verzichten, verhallten bisher ungehört. (28.11.2016)


Bahnchef Grube mag Stuttgart 21 nicht mehr

Da rennt der Mann jahrelang rum und erzählt, wie großartig der Tiefbahnhof ist - und jetzt? Jetzt sagt Rüdiger Grube laut "Spiegel": "Ich habe Stuttgart 21 nicht erfunden und hätte es auch nicht gemacht". Nun wird schon spekuliert, ob es vielleicht ein Doppelgänger war, der diesen Satz beim Bundesverband Führungskräfte Deutscher Bahnen gesprochen hat, oder hier ein Fall von Persönlichkeitsspaltung vorliegt? Aber nein, es war der leibhaftige Grube.

Auf die Reaktionen all seiner Freunde darf man gespannt sein. Vorneweg auf jene seiner Chefin Angela Merkel, die mit S 21 die Zukunftsfähigkeit Deutschlands verband. Oder auf die von Teufel, Oettinger, Mappus, Gönner usw., die stets vor dem Abseits warnten, sollte der unterirdische Bahnhof nicht kommen. Nur der amtierende Ministerpräsident Kretschmann kann heimlich sagen, dass er auch schon immer dagegen war. (25.11.2016)


S 21: Kein neuer Deal mit der Bahn

Das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart zeigen der Deutschen Bahn die kalte Schulter und wollen die sogenannte Verjährungshemmungsvereinbarung nicht unterzeichnen. Damit versuchte die Bahn eine frühzeitige Entscheidung darüber zu vermeiden, ob sie eine Beteiligung von Stadt, Land und Region an den Mehrkosten des Milliardenprojekts einklagt. Alle Partner sollten einer Verlängerung der Verjährung für mögliche Ansprüche der Bahn auf zusätzliche Gelder für Stuttgart 21 zustimmen. Für die Stadt Stuttgart schlägt die Verwaltung dem Gemeinderat vor, diese Verlängerung abzulehnen. Endgültig entschieden wird am 8. Dezember.

"Die Vertragspartner sind der Auffassung, dass die DB Bauherrin ist und dass die Vertragspartner begrenzte und vor allem freiwillige Zuwendungen gewähren", erläuterte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) den mit der Stadt abgestimmten Standpunkt. Man werde sich "grundsätzlich auch gemeinsam gegen die Bahn verteidigen". Das Land sei mit der Stadt und der Region der Ansicht, "dass es ein falsches Signal wäre, eine Vereinbarung zu unterzeichnen, weil die Vertragspartner die Ansprüche der DB für unbegründet halten".

Hermann erwartet jetzt eine vergleichsweise schnell eingereichte Klage, aber "viel länger hätte die DB ohnehin nicht gewartet". Denn bis zu einem letztinstanzlichen Urteil würden voraussichtlich mehrere Jahre vergehen, nach der Prognose des Minister werden aber "in ungefähr drei Jahren die vertraglichen Finanzierungsbeiträge der Vertragspartner erschöpft sein". Im Finanzierungsvereinbarung zu Stuttgart 21 ist der Kostenrahmen inklusive Risikopuffer auf 4,526 Milliarden Euro begrenzt. Bei weiteren Kostensteigerungen sind, unter Nutzung der Sprechklauseln, Gespräche vorgesehen. Im März 2013 hat der DB-Aufsichtsrat den Finanzierungsrahmen auf 6,526 Milliarden Euro erhöht und zugleich die Projektpartner aufgefordert, über weitere Beiträge zu verhandeln. Das lehnen diese allerdings strikt ab. (24.11.2016)


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Ausgabe 219
Medien

Kahlschlag im Pressehaus

Von Josef-Otto Freudenreich und Peter Henkel
Datum: 10.06.2015
Im Stuttgarter Pressehaus gibt es den befürchteten Kahlschlag. Eine Redaktion soll zwei Zeitungen machen und so tun, als wären es zwei verschiedene. Das spart dem Verlag Geld, der Leser bekommt noch mehr vom Gleichen und eine Vielzahl von JournalistInnen die Kündigung.

Es mag den Außenstehenden etwas merkwürdig anmuten, aber es ist wirklich so: An den Tischen der Pressehaus-Kantine sitzen die JournalistInnen getrennt. Jene von der "Stuttgarter Zeitung" am Fenster, jene von den "Stuttgarter Nachrichten" im weniger lichten Bereich. Und jeder Neuling, der einen Platz für seine Linsen und Spätzle sucht, wird sofort in die richtigen Bahnen gelenkt.

Ja, man ist auf Unterschiede, auf Distanz bedacht. Und das nicht nur bei Tisch. Sorgsam wurde im dritten Stock, bei den StN, gehütet, was auf keinen Fall im zweiten Stock, bei der StZ, landen durfte. In den Redaktionen wurde penibel registriert, wer wie viele Exklusivmeldungen an die Agenturen ausgesandt, und wer wieder einmal, gemein, gemein, von wem abgekupfert hatte. Und politisch gesehen empfand man sich bei der "Stuttgarter Zeitung" weltläufig liberal, auch differenzierter als etwa den schwarzen Sheriff Wolfgang Molitor von den "Nachrichten". Man denke nur an den Bahnhof, der bei den StN nach wie vor mit Feuereifer gebaut wird, im Gegensatz zur StZ.

Frisch aus dem Urlaub, verkündet der Chefredakteur den Plan

Aber jetzt soll alles eins werden. Spätestens ab 1. April 2016 sollen beide Titel von einer gemeinsamen Redaktion befüllt werden, die das Kunststück zu vollbringen hat, den Eindruck zu erwecken, dass in beiden Blättern etwas anderes steht. So verkündete es StZ-Chefredakteur Joachim Dorfs, frisch aus dem Urlaub zurück, seinen konsternierten Leuten am gestrigen Dienstag (9.6.). Wenige Wochen zuvor hat er derlei noch dementiert. Und so bekundet es Geschäftsführer Richard Rebmann, dem das Zusammenlegen, ausweislich der Tageszeitung "Welt", als "neuer Stuttgarter Weg" erscheint und dem daran gelegen ist, dass die "Marken ihre Identität behalten". Wie das gehen soll, weiß zwar noch niemand, klar ist nur: dafür braucht es weniger Personal. Und das ist der Zweck der Übung. Sie sind halt vorbei, die Zeiten, als das Herausgeben einer Zeitung noch der Lizenz zum Gelddrucken gleich kam. Die sagenhaften Umsatzrenditen von 20 Prozent und mehr sind Geschichte, die Verleger aber daran gewöhnt und hätten sie gerne wieder. Da macht ein Fehlbetrag von 71,4 Millionen Euro, den die Südwestdeutsche Medienholding (SWMH) für 2013 ausweist, nervös - und einen einzigen Gedanken zur einzigen Option. Sparen.

Laut Verlag sollen bis zu 35 Vollzeitstellen in der Redaktion fallen, bei einem derzeitigen Stand von 260 scheinbar moderat, aber niemand vermag derzeit zu sagen, wie viele konkrete Personen es trifft. Das Teilzeitwesen ist auch im Pressehaus weit verbreitet. Doch immerhin: es soll 15 neue Jobs geben, vorrangig im digitalen Bereich, Konditionen unbekannt. Ausgelobt werden dann wieder Abfindungsverträge, deren Ausstattung unklar ist, sowie sozialverträgliche Kündigungen, über deren Inhalte sich jetzt die Betriebsräte die Köpfe zerbrechen können.

Davor sicher, so weit der Plan, sind die beiden Chefredakteure Joachim Dorfs (StZ) und Christoph Reisinger (StN), die sich verschärft auf das Digitale stürzen wollen. Nachrichten auf allen Kanälen, zu jeder Zeit, minutenschnell, mit innovativen Erzählformen und Videos - das sei das Gebot der Stunde, sagen sie, wobei das Gedruckte keine große Rolle mehr spielt. Das "Bedrucken toter Bäume" (Dorfs) hat für sie keine Zukunft mehr, die Papierzeitung ist Vergangenheit, auch wenn sie immer noch das Geld bringt. In diesem Sinne verkündet Dorfs den lieben "Nutzerinnen und Nutzer" das Zukunftsprogramm der "Stuttgarter Zeitungen" (Obacht Plural), das verspricht, den "Usern" ein höchstqualitativer Führer durch den "Informationsdschungel" zu sein. Da dies kein einfaches Unterfangen sei und eine "hohe Personalkapazität" erfordere, habe man sich entschieden, beide Redaktionen "weitgehend zusammen zu legen". Vom Sparen schreibt Dorfs nichts, nur noch von Wolf Biermann, der einmal gesagt habe, dass sich nur der treu bleibe, der sich ändert.

Jetzt muss auch noch Wolf Biermann für die Fusion her halten

Seine Indianer fragen sich nun nicht nur, wie ihr kapitalfreundlicher Häuptling gerade auf Biermann gekommen ist, sondern auch danach, wie das mit dem Fusionieren gehen soll? Wie eingangs erwähnt, sind sie im Gegeneinander aufgewachsen, stets darauf bedacht gewesen, ihr Blatt zu vertreten - auch wenn's für manche immer schwerer geworden ist. Die 21 Ressortleiter dürfen nun darüber nachsinnen, welcher von ihnen noch gebraucht wird. Doppelspitzen sind, im Gegensatz zur Chefredaktion, nicht vorgesehen. Und nur neun Ressorts sollen übrig bleiben. Die Lokalredakteure, die es wohl am stärksten treffen wird, können würfeln, wer bleibt. Es braucht doch keine zwei Beobachter der Rathauspolitik, wenn auch einer oder eine reicht. Wieder andere werden darüber nachdenken, ob sie zum erlesenen Kreis der zwölf "Profilautoren" zählen, der, je hälftig verteilt, die Ausprägungen beider Zeitungen schärfen soll. Und das ist dann die Meinungsvielfalt! Das glaubt nicht mal der DGB.

Was bleibt sind viele leere Stühle: Das Stuttgarter Pressehaus. Foto: Joachim E. Röttgers
Was bleibt sind viele leere Stühle: Das Stuttgarter Pressehaus. Foto: Joachim E. Röttgers

Mit "Sorge und Unverständnis" hat der Gewerkschaftsbund am gestrigen Dienstag als erste Organisation reagiert. Es bestehe die große Gefahr, warnt die stellvertretende DGB-Vorsitzende im Land, Gabriele Frenzer-Wolf, dass das Profil beider Zeitungen "verwässert" werde. Die Themen- und Meinungsvielfalt werde auf jeden Fall abnehmen und dies aus einem einfachen Grund: "Kosten sparen". Dabei dränge sich der Eindruck auf, dass die Redaktionen für Managementfehler büßen müssen. Unter anderem für den teuren Kauf der "Süddeutschen Zeitung".

Die eiskalte Luft in strategischen Höhen - schon vor 41 Jahren

Uns drängt sich dabei etwas auf, das lange her ist, aber immer noch passt, dort oben in Möhringen. Vor 41 Jahren schlüpften die bis dahin selbständigen "Stuttgarter Nachrichten" unter das Dach des Stuttgarter Zeitungsverlags, oder besser: sie wurden geschlüpft. Eugen Kurz, damals erst seit Kurzem Geschäftsführer, bastelte sich ein ganzes Imperium zusammen, bestehend aus StZ, StN, der Jahrzehnte später eingegangenen Fernsehzeitschrift IWZ, dem "Stuttgarter Wochenblatt" und dem wenig später hinzukommenden "Sonntag aktuell". Begünstigt wurde das ehrgeizige Expansionsprogramm durch schon länger bestehende Kooperationen, Anzeigenringe und vor allem durch diverse Eigentümerverflechtungen, auch mit der Ulmer "Südwestpresse" und dem Verlag der "Süddeutschen Zeitung" in München.

Schöne Wochen waren das nicht für die Journalisten, vor allem bei den StN. Das kleinere der beiden Stuttgarter Blätter hatte zwar auf mysteriöse Weise bis dahin überlebt, und das gar nicht schlecht - trotz schwachen Umfangs und eines geradezu erbarmungswürdigen Anzeigenteils. Nun aber wurde es plötzlich von oben dargestellt als unmittelbar vor dem Exitus stehend. Chefredakteur Rudolf Bernhard kam blass von Sitzungen mit Kurz zurück, raunte von "eiskalter Luft in strategischen Höhen" und ging von Stube zu Stube, um die Vorzüge freiwilligen Ausscheidens zu preisen - natürlich zwecks Kostensenkung. Allerdings stimmte das Bundeskartellamt dem Deal damals nur zu mit der beruhigenden Auflage, redaktionell müssten StZ und StN gänzlich getrennt bleiben.


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Kommentare

Andreas, 11.06.2015 13:28
Wenn die Zusammenlegung dazu führt, dass Gestalten wie Herr Molitor und Herr Bok endlich viel Zeit für den Stammtisch haben, an den sie intellektuell und stilistisch gehören (von Ethik ganz zu schweigen) und dafür nicht mehr in zumindest ansatzweise journalistisch orientierten Redaktionen herumlungern müssen, sollte sie besser heute als morgen erfolgen.
Auch bei der StN gibt es leider offenbar nur noch vereinzelt journalistisch tätige Redakteure (Herr Müller fällt da als Erstes ein), die notfalls sicherlich auch anderswo unterkommen könnten - etwa bei KONTEXT selbst. Die StZ hat zudem auch massiv nachgelassen, so dass von Meinungsvielfalt auch bei Wohlwollen kaum mehr die Rede sein kann. Bzw. die Meinungsvielfalt durch die beiden Blättchen ist ziemlich genau so groß wie die Meinungsvielfalt in unserer "Groko". Homöpathisch vorhanden, praktisch nicht wirksam.

StN weg? Besser heute als morgen. Die Mentalskinheads inner- und außerhalb der Redaktionen werden auch anderswo noch genügend Material zur Festigung ihres Weltbilds finden. Good riddance!

altermann, 11.06.2015 11:52
Einer schreibt, die anderen schreiben ab. So ist die Realität in der Hauptstrompresse, andere sagen "Kloakenpresse". Eigene Recherche findet nicht mehr statt. Man nutzt nicht mal Dr. Google um einfachsten Dingen innerhalb von fünf Minuten auf den Grund zu gehen. Bei ard und zdf das gleiche. Als Referenz der eigenen Berichte dienen Berichte in Zeitungen, die auch von der gleichen Quelle abgeschrieben hat. Ich muss ehrlich sagen, die Zeiten, wo ich mich beim Abflug am Flughafen mit reichlich Lesestoff eingedeckt habe sind längst vorbei. Alle Medien sind gleich(geschaltet). Langeweile verkauft sich eben schlecht. Ich freue mich nur, wenn der "Hintergrund" kommt, das einzige noch von mir abonnierte Magazin.

BadenMailer, 11.06.2015 07:46
Der Josef-Otto Freudenreich muss in Oberschwaben (Herkunft und Heimat), und im Pressehaus (langjähriger Wirkungsstätte) schon ziemlich heftige Traumata erlitten haben - so sehr wie er in div. Artikeln ständig und mit endloser Häme undifferenzierte Klischees (tot-) reitet ... es ist traurig genug, was passiert.

Uli T., 10.06.2015 18:45
Man könnte diese Situation auch deutlich differenzierter betrachten und kommentieren. Da ist Kontext leider noch blinder auf einem Auge als die "etablierte" Presse. Immer nur feste druff, mit Scheuklappen. So sehr ich die Meinung der anderen Seite (also meiner) schätze, wenn sie die Parteilichkeit noch mehr kultiviert als der Gegner, wird's austauschbar.

Ulrich Scheuffele, 10.06.2015 18:22
teilweise kann ich die schadenfrohe Stimmung beim Niedergang dieser beiden Blätter verstehen.
Allerdings, nicht alles war schlecht, was in der StZ geschrieben wurde (die Nachrichten habe ich nie gelesen). Ich habe bei keiner anderen Zeitung erlebt, dass mich ein Redakteur anruft und sich bei mir für einen Leserbrief bedankt und danach noch zwei eigene scharfe Artikel zum Thema veröffentlicht hat, so bei der StZ geschehen. Wir dürfen nicht schadenfroh zuschauen, wenn eine Zeitung nach der Anderen eingestellt wird. Jedes mal geht ein Stück Demokratie verloren. Und jedes mal stehen Journalisten auf der Strasse. Man mag zu den beiden Blättern stehen wie man will, mich macht diesse Entwicklung traurig.

Fred Heine, 10.06.2015 12:39
Was will uns Josef-Otto Freudenreich mit dieser Aussage sagen: "Die sagenhaften Umsatzrenditen von 20 Prozent und mehr sind Geschichte, die Verleger aber daran gewöhnt und hätten sie gerne wieder. Da macht ein Fehlbetrag von 71,4 Millionen Euro, den die Südwestdeutsche Medienholding (SWMH) für 2013 ausweist, nervös - und einen einzigen Gedanken zur einzigen Option. Sparen."

Hier geht es längst nicht mehr um Umsatzrenditen, sondern um immense Verluste. Wenn hier nicht gegengesteuert wird, bedeutet das über Kurz oder Lang das Aus. Hier geht es um eine existenzielle Bedrohung des Unternehmens, und der Autor faselt was von Umsatzrenditen. In welcher Welt muss man leben, um das zu verstehen?

Ernst Hallmackeneder, 10.06.2015 11:32
Boah, damit habe ich jetzt aber nicht gerechnet.
Damit, daß die Kontext-Wochenzeitung mit ihrem ganz speziellen "Qualitätsjournalismus" (oben grün, unten grün, vorne grün, hinten grün, plus hin und hin und wieder ein bißle Futter für den roten Salon) nach nur 4 Jahren den Möhringer Riesen zum Wanken bringt!
Faszinierend!

Zaininger, 10.06.2015 09:39
Zu dem erwähnten Eugen Kurz folgendes: bevor er vor 41 Jahren in Möhringen "eiskalte Luft" verbreitete durfte er sich als Geschäftsführer der DVA bewähren. Wer heute Dienste des ADAC in Anspruch nimmt oder beim Amtsgericht anzutreten hat, wird kaum wissen, dass sich auf dem Areal eines der größten Druck- und Verlagshäuser der Region befand.
Nicht nur der Wandel im grafischen Gewerbe sondern auch hier führte Missmanagement zum Niedergang der Druckerei. Hunderte von Setzern, Druckern, Korrektoren, Lithographen verloren ihren Job und dank Kurz mussten Versammlungen der Belegschaft im Hof und auf der Straße stattfinden. Die Flugblätter aus dieser Zeit spiegeln das Klima in der "kleinen Fleetstreet" von Stuttgart wieder. Und was da von außen angetragen wurde, war auch nicht ohne: "Es gibt noch eine RAF, Herr...!" hieß es in einer der Flugschriften.
Die damals noch kurz zuvor für teures Geld angeschaffte Rolle soll zu einem Spottpreis nach Möhringen geschlüpft sein - ein schöner Brautpreis für den Einstieg in das Imperium.

Madeleine, 10.06.2015 09:16
Hier kann ich "By-the-way" nur zustimmen!

Die sog. Redakteure haben ja in den letzten Jahren alles - aber auch wirklich alles getan - um sich auf dieses "Niveau" runterzuschreiben! Nun haben sie es endlich geschafft ......... und was den Rückgang der Zeitungsabos betrifft: Selbstkritik ist anscheinend bei diesen sog. "neutralen" Zeitrungsredaktionen immer noch nicht angekommen!
Die Abo-Zahlen werden weiter zurückgehen ........... und das haben sie sich auch redlich "verdient"!

gerd_k21, 10.06.2015 07:21
Diese Zusammenlegung wird für mich der Anlass sein mein ABO der Stuttgarter Zeitung zu kündigen!

Gerd_k21

By-the-way, 10.06.2015 00:48
Es ist doch schön,

wenn diese tiefschwarzen CDU-Propaganda-Blätter endlich auf dem Niveau landen, auf welches sie seit Jahren hingehören:

BILD-Zeitungs- "Niveau" !

Claus, 10.06.2015 00:15
Kommt da noch was nach? Oder endet das wirklich mit dem Bundeskartellamt und aus? Hm.

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