KONTEXT Extra:
Ein Zeichen für Europa

Über Stuttgart wehen EU-Flaggen! Mit der Verkündung des amtlichen Endergebnisses der Volksabstimmung in Großbritainnien über den Austritt aus der EU werden auf der Villa Reitzenstein und dem Neuem Schloss in Stuttgart europäische Flaagen gehisst. Die grün-schwarze Koalition möchte damit ein Zeichen für Europa setzen. "Wir wollen unsere proeuropäische Haltung deutlich zeigen", so Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Die gehöre in Baden-Württemberg "zur Staatsräson". Als "überzeugten Europäer" treffe ihn die Entscheidung der Briten "ganz persönlich ins Mark". Europa sei in den Grundfesten erschüttert.


AfD-Fraktion schließt Gedeon vorerst nicht aus

Die Zerreißprobe in der "Alternative für Deutschland" (AfD) ist aufgeschoben. Ihr Bundesvorsitzender Jörg Meuthen, zugleich Chef der baden-württembergischen Landtagsfraktion, hatte am Dienstag jedenfalls keine erforderliche Zweidrittelmehrheit für den Ausschluss von Wolfgang Gedeon. Über die Äußerungen Gedeons, Anhänger der antisemitischen "Protokolle der Weisen von Zion", wird jetzt statt dessen ein Gutachten bei drei Fachleuten in Auftrag gegeben – von Religionswissenschaftlern ist die Rede, ein Experte soll jüdischen Glaubens sein –, um die von Meuten selbst erhobenen Antisemitismus-Vorwürfe gegen den Singener Mediziner zu überprüfen. Der lässt vorerst seine Mitgliedschaft in der Fraktion ruhen und wird im Plenarsaal auch einen neuen Platz erhalten.

Fraktionsgeschäftsführer Bernd Grimmer erklärte nach den dreistündigen Beratungen, die für einen Ausschluss notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit sei nicht klar gewesen und etwa ein Drittel der Abgeordneten nicht bereit gewesen, Meuthen zu folgen. Sie schätzten den Stellenwert von Meinungsfreiheit höher ein als den einer "politisch korrekten Ausdrucksweise". Sollte die Fraktion nach der Sommerpause und der Bewertung des Gutachtens abermals nicht bereit sein, dem von Meuthen seit Tagen vehement verlangten Antrag auf Ausschluss Gedeons zuzustimmen, bleibt der dabei, seinerseits die Fraktion verlassen zu wollen. Außerdem gibt es Gerüchte, dass eine Handvoll Abgeordneter Gedeon – im Falle seines Ausschlusses – nicht allein gehen lassen, sondern mit ihm aus der Fraktion ausscheiden wolle.

Nicht nur im Internet tobt seit Tagen eine heftige Auseinandersetzung über den künftigen Kurs der Partei, die sich zur Retterin Deutschlands ernannt hat. Meuthens Co-Vorsitzende auf Bundesebene Frauke Petry hat sich öffentlich gegen ihn gestellt, ist damit aber im Bundesvorstand isoliert. Zahlreiche Mitglieder des rechten Flügels verlangen von dem Kehler Wirtschaftsprofessor, von sich aus die AfD zu verlassen. "Die Bewegung muss sich von Volksverrätern wie Meuthen trennen", postet ein Thorsten Baeuml. Und weiter: "Linksversiffte Gutmenschen braucht die Bewegung nicht! Ein Krebsgeschwür wird auch entfernt, so lange es noch geht und Meuthen hat sich zur Selbstoperation verdonnert. Gut so!" Den Ausdruck "linksversifft" hatte Meuthen selbst vor Wochen benutzt, ihn allerdings auf die ganze Bundesrepublik bezogen.


S 21: BUND verlangt "Öffnung in Richtung Kombi-Lösung"

Der BUND Baden-Württemberg hat am Montag ein Positionspapier zu Stuttgart 21 vorgelegt, um "konstruktive Lösungen aus der Sackgasse" aufzuzeigen. Im Mittelpunkt steht der "Einstieg in eine Kombi-Lösung". Wie die Landesvorsitzende Brigitte Dahlbender erläutert, könnten damit "einerseits die Kosten und Risiken von Stuttgart 21 deutlich gesenkt und andererseits finanzielle Spielräume zur Realisierung eines tatsächlich zukunftsfähigen Bahnknotenpunkts gewonnen werden". Außerdem sieht das Konzept vor, auf den unterirdischen Flughafenbahnhof zu verzichten und stattdessen einen oberirdischen Halt beim Messeparkhaus zu errichten. Zudem soll die Gäubahn über die bestehende Panoramabahn oberirdisch in den Hauptbahnhof geführt werden und "die Zuführungsstrecken zum Hauptbahnhof und die Wendlinger Kurve sollen leistungsfähig ausgebaut werden".

Dahlbender, die für die Tiefbahnhofgegner 2010 in der Schlichtung saß, nennt S 21 ein "auch heute noch in ganz wesentlichen Teilen weder vollständig geplantes noch vollständig genehmigtes Projekt". Es gebe weiterhin keine qualifizierten Aussagen zu Kosten und zum Zeitablauf. Für die SPD-Politikerin und Ulmer Gemeinderätin steht fest, dass deutlich mehr als acht Bahnsteiggleise unverzichtbar sind für einen Großknoten Stuttgart und eine Entmischung der S-Bahn, des Regional- und des Fernverkehrs. Eine nachhaltige Mobilitätswende müsse sich an den Wünschen der Bahnkunden und der tatsächlichen Verkehrsströme orientieren, "und das bedeutet einen Einstieg in die Diskussion einer Kombi-Lösung".

Mehr dazu unter diesem Link.


Jetzt offiziell: Kefer geht späestens im Herbst 2017

Von einem "Eingeständnis des Scheiterns" sprechen die Parkschützer, von "großem Respekt und Wertschätzung" der Aufsichtsratsvorsitzende der DB Utz-Hellmuth Felcht. Auf jeden Fall wirft der für Stuttgart 21 zuständige Bahnvorstand Volker Kefer das Handtuch. Er stehe für eine Verlängerung seines im September 2017 auslaufenden Vertrags nicht zur Verfügung, teilte er dem Aufsichtsrat am Mittwochvormittag mit. Möglicherweise wird er, wenn seine Nachfolge geregelt ist, den Konzern aber schon deutlich früher verlassen. Hier werde kein "Bauer geopfert", so der Sprecher der Parkschützer Matthias von Herrmann. Vielmehr nehme sich ein "allzu stolzer Turm selbst aus dem Spiel": Der für Stuttgart 21 verantwortliche oberste Bahnmanager ziehe "nun offenbar seine persönliche Notbremse vor dem sicheren Aufprall auf dem Prellbock eines baulich, finanziell und kommunikativ völlig unkontrolliert taumelnden Projekts". Kefer ist seit 2009 bei der Deutschen Bahn und galt lange Zeit als möglicher Nachfolger von Bahnchef Rüdiger Grube, dessen Stellvertreter er auch ist. Kritisiert wird intern vor allem, dass der frühere Siemens-Vorstand den Aufsichtsrat zu spät über die Kostenexplosionen und die immer neuen Risiken bei Stuttgart 21 informiert hat.

Insider in Berlin sehen auch Grube selber nicht mehr sicher im Sattel, weil der nicht nur das nach seinen vielzitierten Worten "bestgerechnete" Milliardenprojekt nie wirklich in den Griff bekommen hat. Matthias von Herrmann erinnert an des marode, dringend sanierungsbedürftige Schienennetz und daran, dass trotz der groß angekündigten fernverkehrsoffensive nicht einmal mehr 78 Prozent der Züge pünktlich fahren: "Wir brauchen endlich wieder eine gute zuverlässige Bahn statt Tunnelwahn." Zum Vergleich: In der Schweiz treffen knapp 97 Prozent der Züge pünktlich im Bahnhof ein. (15.6.2017)


Hermann kritisiert S-21-Befürworter scharf

Der grüne Verkehrsminister Winne Hermann wirft den Befürworter von Stuttgart 21 "in der Politik und bei der Bahn" vor, jahrelang die Kosten heruntergerechnet und die Risiken des Milliardenprojekts nicht ernst genommen zu haben. Jetzt zeige sich immer mehr, wie richtig die Kritiker gelegen hätten. Als Beispiel nennt der S-21-Gegner seit Mitte der Neunziger im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk den Tunnelbau. Zehn Jahre sei über die Schwierigkeiten in dem Gestein diskutiert worden, das die Bahn aktuell für einen Teil der Kostensteigerungen verantwortlich mache.

Der DB wirft er zudem vor, die Glaubwürdigkeit zu "zerstören", wenn an die Landesregierung "kurz vor der Veröffentlichung dieser neuen Dinge beruhigende fünf Zeilen" geschickt würden, dass letztendlich alles in Ordnung sei. "Und dann liest man einen Tag später, es wird wieder teurer, und es wird wieder später", so Hermann weiter. Das mache misstrauisch. Einem Ausstieg erteilt er dennoch eine Absage: Die Bevölkerung habe "keinen Ausstieg beschlossen", und seitdem sei es für jeden in der Regierung Pflicht, das Projekt zu begleiten und zu befördern.


KONTEXT
per E-Mail:
Immer informiert:

Durch diese Anmeldung erhalten Sie regelmäßig immer mittwochs um 9 Uhr unsere neueste Ausgabe unkompliziert per E-Mail.

Datenschutz-Hinweis

Kultur, wohin das Auge in Stuttgart auch blickt. Aber reicht das für den Titel der Kulturhauptstadt? Fotos: Joachim E. Röttgers

Kultur, wohin das Auge in Stuttgart auch blickt. Aber reicht das für den Titel der Kulturhauptstadt? Fotos: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 200
Kultur

Kulturhauptstadt in Feinstaub

Von Dietrich Heißenbüttel
Datum: 28.01.2015
Soll sich Stuttgart um den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt 2025 bewerben? Die Stadt bietet von Hoch- bis Subkultur eine enorme künstlerische Bandbreite, hat aber auch massive Probleme wie fehlende Nachhaltigkeit und kurzsichtige Stadtplanung. Unser Autor meint: Es gibt noch viel zu tun.

Es sei die "Chance auf einen ganz großen Wurf", ist sich Ludwigsburgs Oberbürgermeister Werner Spec sicher. Zum Jahreswechsel ließ der Vorsitzende der Kulturregion Stuttgart wissen: Langsam wäre es an der Zeit, sich zu bewerben. Seit 2001 wird der Titel Kulturhauptstadt Europas jeweils an Städte aus zwei Ländern vergeben, die im Turnus vorab festgelegt werden: eines in Ost-, eines in Westeuropa. Deutschland ist 2025 das nächste Mal an der Reihe. Bis in vier Jahren müsste die Bewerbung erfolgen.

Werner Spec hat hierzu hehre Ziele formuliert: Über obligatorische Kulturveranstaltungen hinaus möchte er "nachhaltige Konzepte zur Mobilität" entwickeln, zur "Energiewende und zur Generalfrage, wie wir künftig leben wollen". Jürgen Sauer, Sprecher der CDU im Kulturausschuss des Stuttgarter Gemeinderats, stellt sich eine Schlossgartenphilharmonie vor. Das klingt zumindest ambitioniert. Die Stuttgarter Grünen hatten schon im Juli 2011 Oliver Scheytt zu einer Diskussion ins Theaterhaus eingeladen, den Geschäftsführer der Ruhr.2010 GmbH, die das Ruhrgebiet überaus erfolgreich zur europäischen Kulturhauptstadt gemacht hatte. Grünen-Stadtrat Andreas Winter zeigt sich nach wie vor angetan von der Idee. Nur der grüne OB Fritz Kuhn reagiert bislang zurückhaltend. Er scheint wenig erfreut, dass sein Ludwigsburger Amtskollege vorprescht.

Aber worum geht es eigentlich? Um ein neues Konzerthaus? Um nachhaltige Mobilität?

Mehr als nur Shopping: Das Projekt Fluxus in der Calwer Passage wurde Anfang des Monats bis Ende 2015 verlängert.
Mehr als nur Shopping: Das Projekt Fluxus in der Calwer Passage wurde Anfang des Monats bis Ende 2015 verlängert.

Bisher war das Ziel des Wettbewerbs, die kulturelle Vielfalt der Europäischen Union sichtbar zu machen und zu stärken. Im März 2014 hat der Europäische Rat die Kriterien für die Jahre 2020 bis 2033 neu formuliert. Über die ursprüngliche Zielsetzung hinaus soll auch der interkulturelle Dialog und ein "Gefühl der Zugehörigkeit zu einem gemeinsamen Kulturraum" gefördert werden.

Gefordert wird eine "Erweiterung des Zugangs zur Kultur sowie der Teilhabe an der Kultur" ebenso wie die "Einbindung der örtlichen Bevölkerung und Zivilgesellschaft bei den Bewerbungsvorbereitungen und der Durchführung". Eine langfristige Strategie, wie die Kultur über das Veranstaltungsjahr hinaus gestärkt werden kann, soll erkennbar sein. Dresden und die Metropolregion Nürnberg haben bereits ihren Hut in den Ring geworfen. Mannheim arbeitet an einer Bewerbung. Was haben Stuttgart und seine Region zu bieten?

Nachhaltigkeit sieht anders aus

Eine ganze Menge, nicht nur ein gut besuchtes Theater, ein mehrfach prämiertes Opernhaus und ein international gerühmtes Ballett. Das 2001 gegründete Literaturhaus bietet ein exzellentes Programm, was sich in einer regen Publikumsbeteiligung bemerkbar macht. Die Akademie Schloss Solitude ist das größte Stipendiatenhaus Europas, das Künstlerhaus findet weltweit Beachtung. Neben der Staatsgalerie und dem Kunstmuseum in Stuttgart gibt es unter anderem in Böblingen, Sindelfingen, Heilbronn, Bietigheim-Bissingen, Backnang, Waiblingen, Esslingen und Reutlingen städtische Galerien und Museen, die allesamt hervorragende Arbeit leisten, aber vergleichsweise wenig Beachtung finden.

Wie sich dies ändern ließe, hat 2010 das Festival Zukunftsmusik gezeigt: Unter Federführung des Stuttgarter Veranstalters "Musik der Jahrhunderte" wurden von Leonberg bis Schwäbisch Gmünd, von Backnang bis Göppingen unter anderem ein Wasserspeicher, eine alte Fabrik, ein Gartenschaugelände, der Hohenstaufen und ganze Städte bespielt, unter Beteiligung ihrer Bewohner, von Migranten, Kindern und Jugendlichen, Behinderten. Fortsetzung fehlt. Das Projekt, Teil des bundesweiten Netzwerks "Neue Musik", gefördert von der Bundeskulturstiftung, lief 2011 mit dessen Förderung aus. Ähnlich erging es bereits 2005 dem "Forum Neues Musiktheater" im Cannstatter Römerkastell: Nur mit einer "Anschubfinanzierung" der Landesstiftung ausgestattet, musste das Programm trotz weltweiter Resonanz eingestellt werden. Nachhaltigkeit sieht anders aus.

Das Hegelhaus in der Eberhardstraße.
Das Hegelhaus in der Eberhardstraße.

Stuttgart ist in mancher Hinsicht vorbildlich: Dank der hervorragenden Arbeit des Forums der Kulturen, des Dachverbands der Migrantenvereine, mit dem jährlichen Sommerfest auf dem Marktplatz, aber auch des Instituts für Auslandsbeziehungen und vieler anderer Akteure funktionieren die viel beschworene Inklusion und der Kulturaustausch. Kulturschaffende haben mit der "Art Parade", einer Demonstration gegen geplante Kürzungen im Herbst 2009, ein Signal gesetzt. Ein zweijähriger Kulturdialog war die Folge, aus dem die Kultur gestärkt hervorging. Dass sich der Gemeinderat 2012 nicht an die Zusage halten wollte, das zweite Jahr des Dialogs zu finanzieren: geschenkt. Die im Abschlussdokument genannten Ziele könnten direkt als Vorlage für eine Kulturhauptstadt-Bewerbung dienen. Darin ist etwa von kultureller Bildung, Diversität, aber auch vom Selbstverständnis der städtischen Kulturpolitik die Rede.

Dennoch: Kann sich eine Stadt, eine Landeshauptstadt zumal, Kulturhauptstadt nennen, die eines ihrer Wahrzeichen, den Hauptbahnhof, ein eingetragenes Kulturdenkmal besonderer Bedeutung, zu großen Teilen abreißt, wo es doch explizit auch um nachhaltige Mobilität gehen soll? Und was, wenn 2025 mitten im Zentrum der Stadt noch immer ein großes Loch klafft, weil der Tiefbahnhof nicht wie geplant fertig wird? Derzeit nimmt außerdem der Autoverkehr in der Landeshauptstadt immer weiter zu, Stuttgart bleibt europäische Feinstaubhauptstadt, und die S-Bahnen und Regionalzüge kommen häufig zu spät. Ein paar Elektroautos sind da allenfalls ein Tropfen auf dem heißen Stein. Ein Gesamtkonzept fehlt völlig.

Blankes Entsetzen bei Stadtplanern

Auch die Antwort auf die Frage, "wie wir künftig leben wollen", die Ludwigsburgs OB Spec so vollmundig in den Ring wirft, bleibt spannend. Denn was in den letzten zwei Jahrzehnten im Talkessel geschehen ist, ruft bei Stadtplanern und auswärtigen Gästen blankes Entsetzen hervor. Baukultur sieht anders aus, wie immer man sie definiert. "Mir fehlt eine ordnende Idee", hat der weltbekannte Bauingenieur Werner Sobek, Gründer der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen, schon vor Jahren zur Stuttgarter Stadtplanung bemerkt und kürzlich erneut einen Zukunftsentwurf angemahnt. Emissionsfreiheit, soziale Mischung, Kindgerechtigkeit und Automobilfreiheit wären für ihn lohnende Ziele. Stuttgart verfüge wie kaum eine Stadt über entsprechendes Wissen und Können, mache davon aber viel zu wenig Gebrauch.

Auch auf dem engeren Gebiet der "schönen Künste" wären noch viele Aufgaben abzuarbeiten. Warum überlässt die Stadt eines ihrer herausragenden Baudenkmale, die Villa Berg, einem privaten Investor, obwohl sich sowohl die Fachhochschule als auch eine mustergültige Initiative für die Restauration der Villa einsetzen? Seit 2008 fehlt in Stuttgart ein Kommunales Kino. Seit einem missglückten Versuch der Kulturbürgermeisterin, das zu ändern, hat sich nichts mehr getan, allem Bürgerengagement zum Trotz. Künstlerateliers und Räume für Subkultur fehlen der Stadt. Ein Pluspunkt sind da nur die achtzig Künstler der Wagenhalle, die sich derzeit allerdings in einer prekären und ungeklärten Situation befinden.

Der Kunstboulevard an den Wagenhallen im Stuttgarter Norden.
Der Kunstboulevard an den Wagenhallen im Stuttgarter Norden.

Es fehlt in all diesen Fällen die Entschlossenheit und die Bereitschaft, zu investieren. Noch immer sind Stadt und Land allzu schnell bereit, der klingenden Münze der Investoren den Vortritt zu lassen statt eigene Vorstellungen zu entwickeln. Dabei wird, Offenheit gegenüber anderen Kulturen hin oder her, der ärmere Teil der Bevölkerung zunehmend aus der Stadt gedrängt, darunter auch viele Migranten. Viele Stuttgarter sind bereits überschuldet, einige Hundert verlieren jedes Jahr ihre Wohnung. Auch im ökonomischen und sozialen Sinne sieht Nachhaltigkeit anders aus.

All dies ist tausendmal gesagt worden, doch ein Umdenken ist nicht erkennbar. Dabei wäre es genau das, was eine Kulturhauptstadt-Jury beeindrucken könnte. Dass eine wohlhabende Stadt wie Stuttgart an ihrer Oper nicht spart, reicht nicht. Honoriert wird, wenn eine Stadt oder Region eine Zukunftsperspektive entwickelt. Wie die im vergangenen Jahr zur Kulturhauptstadt 2019 gewählte süditalienische Stadt Matera: In der Nachkriegszeit zur nationalen Schande erklärt, zählt die Stadt bereits seit 1992 zum Weltkulturerbe und konnte sich nun unter anderem gegen Siena, Ravenna sowie Perugia und Assisi durchsetzen. Während anderswo der Tourismus stagniert, hat Matera durch die Bewerbung Auftrieb erhalten. Die ganze Stadt brach bei der Bekanntgabe in Jubel aus. Oder wie 2010 der Ruhrpott, die prototypische Kohleregion, die sich als Kulturhauptstadt eine neue Perspektive zu geben versuchte. Dass die Erwartungen hoch gesteckt und letztlich nicht zu erfüllen waren, ändert nichts daran: Der Versuch hatte Signalwirkung.

Wenn sich Stuttgart ernsthaft Chancen ausrechnen will, müsste eine solche Perspektive in der Bewerbung erkennbar sein. Zum Beispiel das Thema der Nachhaltigkeit, städtebaulich ebenso wie im sozialen Sinne. Null-Energie-Häuser nicht nur für Wohlhabende zu bauen, sondern die ökonomisch Schwächeren in der Stadt zu halten und dabei dem Flächenverbrauch Einhalt zu gebieten. Wenn der Ausverkauf der Grundstücke an Investoren und die Verdrängung der sozial Schwachen aufhört, könnten auch Baukultur und Inklusion auf eine neue Grundlage gestellt werden. Dafür würde sich lohnen zu kämpfen. Dafür würde sich sicher ein großer Rückhalt in der Bevölkerung finden. Unabhängig davon, ob Stuttgart Kulturhauptstadt wird oder nicht.


Gefällt Ihnen dieser Artikel?
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!

Kommentare

FernDerHeimat, 30.01.2015 06:18
Für die Stuttgarter Politik zählt seit Jahrzehnten nur die "Wirtschaftsnähe".

Kultur hingegen gilt dort nur als wertlose Position in der Bilanz, im Normalfall aber Streichposten, den man höchstens einmal zu Wahlkampfzeiten auf der Liste abarbeitet. Weil es immer noch bürgerliche Kreise gibt, die ihre Lebensqualität daran definieren.

Echte Kultur findet in Stuttgart nur noch Nischen und am Rande des Getöses der Stadtmitte statt.

Schwabe, 29.01.2015 10:34
mueller = Jupp und viele andere

Barbara Bosch, 29.01.2015 10:20
Endlich, endlich findet das Thema "Fehlendes Kommunales Kino" auch mal in Kontext eine (kleine) Erwähnung. An was liegt es nur, dass bislang alle Initiativen scheiterten? Fehlen außergewöhnliche Filme, die nicht von vornherein ein breites Publikum ansprechen, tatsächlich in Stuttgart niemandem? Fahren die Interessierten nach Karslruhe oder Freiburg? ...

mueller, 29.01.2015 07:43
@nina Picasso
Ich gebe zu, dass ich manchmal zu Schubladen denken neige. Was wohl an dieser unpersönlichen Kommunikationsform liegt.
Ich habe den Flyer gelesen und freue mich, wenn hier an Lösungen für die Herausforderungen einer modernen Großstadt gearbeitet wird. Die Themen sind ja nicht Stittgart-spezifisch, sondern auf jede Großstadt übertragbar.
Kann man auch kurzfristig teilnehmen?
Ich denke dieser Veranstaltung würde so mancher Gegenpol guttun.

Die wichtigste Frage hierbei ist auch über die größte städtebauliche Chance der letzten hundert Jahre gesprochen wird: die freiwerdenden Flächen. Schließlich bietet S21 viele Antworten auf die Workshopthemen wie z.B. die Wohnungsknappheit.

Ich sehe das leider auf keinem Agendapunkt.

Wenn hier S21 ausgeklammert wird oder man noch über K21- Gespinste redet bleibe ich fern.
Das wäre ja eine Veranstaltungen ohne Bezug zur Realität.

Folgendes Zitat: "...Die gebaute Geschichte dieser Stadt verschwindet immer mehr, wie sich
dies besonders am Projekt Stuttgart 21 zuspitzt..."
Sehe ich als die Umkehr der Tatsachen.
Die Entfernung des Gleisfeldes stellt die Geschichte wieder her. Es ist ja nicht so, dass Gott uns diesen Gigant aus Schotter, Stahl und Beton ins einstmals schöne Stuttgarter Tal gelegt hat.
Es war die Industrialisierung.
Stellt euch mal vor eure Veranstaltung würde im frühen 19. Jahrhundert stattfinden.
Wieviele von euch wären für die Zerstörung des Tals?

Nochmals die wichtigsten Fragen:
a) ist S21 von zentralem Inhalt
b) kann man ohne Voranmeldung teilnehmen?

Ulrich Frank, 28.01.2015 22:11
Rathauschef (mit Fragezeichen) Fritz Kuhn dürfte wohl auch deshalb auf den Bewerbungsvorschlag "zurückhaltend" reagieren weil er sich nämlich, im Falle einer von ihm in Initiativfunktion mitgetragenen Bewerbung, endlich einmal ernsthaft mit den Kollateralschäden vor allem von Stuttgart 21, aber auch der der restlichen katastrophalen Baugeschichte der letzten Jahre auseinandersetzen müßte.

Anstatt das zu tun was er sonst vor allem tut: Reden zu Festivitäten zu halten und dann einfach einmal "weg" zu sein. Oder Luftschlösser wie Bürgerbeteiligungen zum Rosensteinviertel in die Welt zu setzen - bei dem finanzielle Verwertungsinteressen plötzlich weit außen vor bleiben dürfen.

Bezeichnend ist, was den sich auf seiner (Wahlkampf-)Agenda befindlichen Hauptpunkt: den Kampf gegen den Feinstaub betrifft, daß in seinen Verlautbarungen Stuttgart 21 als Quelle von Umweltverschmutzung und auch Feinstaub überhaupt nicht vorkommt - zumindest in der jüngst vom swr übertragenen Stellungnahme in welchem er ca. 24 Quellen von Feinstaub bemühte - auch die offenen Kamine der mittleren Höhenlagen mußten herhalten und das Umland. Die schweren Mulden-LKW die auf und neben der Rosensteinstrasse, zu Lasten der Anwohner, meterhohe Staubwolken hinter sich herziehen liegen außerhalb des Kuhnschen bzw. Grünen stockbürgerlich-festgezurrten Horizonts.

Noch abgesehen vom andauernden Netto-Verlust an Vegetation in und um die Stadt - da ist keinerlei (!) grüne Handschrift erkennbar. Der Neubau der Ballettschule wie auch eine "Schloßgartenphilharmonie" - sofern dort wieder im Interesse der CDU Beton fließen soll - knüpfen da nur ungeniert an ans Miserable.

Hinsichtlich Eindämmung des Autoverkehrs hat man bei den Grünen die Flinte sowieso kampflos ins Korn geworfen, in praktisch jeder Hinsicht. "Politisch nichts zu machen". Da schiebt man alles weiter mehr oder weniger vor sich her, die EU-Strafen werden dann ja von der Allgemeinheit bezahlt. - Immerhin gab's auch folgerichtig 100.000 EUR von der Metallbranche. Die Autobranche wird nicht in die Pflicht genommen. Aus der kniefälligen Kretschmann-Phalanx schert niemand aus.

Der Verzicht auf die Bewerbung brächte dem Grünen Fritz Kuhn vor allem auch eines: er müßte nicht noch mehr lügen ("kritische Begleitung"), nicht noch mehr falsche Hoffnungen wecken, die Bürger und Bürgerinnen betrügen. Das hat er bis jetzt schon genug getan.

Nina Picasso, 28.01.2015 21:39
@ mueller
vielleicht haben Sie es vor lauter Seitenhiebeverteilen noch gar nicht mitgekriegt. Diese fürchterlichen Nörgler finden Sie am Freitag abend und Samstag den ganzen Tag auf einem Städtebausymposium, veranstaltet u.a. von den Architekten für K21:

Vielleicht finden Sie neben dem ständigseitenhiebverteilen auch Zeit und gehen dort hin. Sie werden feststellen-lauter nette engagierte Leute mit Blick auf die Zukunft-eben weil die Stuttgarter Gemeinderäte (CDU, FDP SPD..) in alten Zeiten und leider auch in der heutigen Zeit aus ihrem ständig rückwärtsgewandtem technokratischen Investitionsbauen mit ein bisschen Pseudo-Begleitgrün nicht herauskommen-da ist das "Motzen" absolut berechtigt.
Sie nehmen den Bürgern die lebendigen Plätze weg. Immer alles schön begradigen-selbst die Bäume sind "geradlinig" und ja keine lauschigen Hecken mehr-Beton und "Architektenpetersilie". Das Auge soll nur noch auf die Konsumtempel gerichtet werden. Bloß nichts mehr entdecken dürfen-Nichts darf ablenken. Die Seele geht weiter "baden" und als Ausgleich soll der Konsumrausch von der weiteren Seelenlosigkeit ablenken. Viel zu viel Geld geht ständig für Mist raus-was könnte man mit den jährlich 650 000 (!) Euro tolles für die SubKultur tun, wenn die Stadt endlich auf Wunsch vieler Bürger, das Geld für die S21-Werbung streichen würde. Wie viele nette ehrenamtliche Vereine, Initiativen bräuchten nur ca. 2000-10000 Euro-sie gingen leer aus-Stadt muss ja "sparen"-für S21 ist alles da! Darüber sollten Sie nachdenken. Bis jetzt ging über eine Milliarde (!) Euro für S21 flöten! Das Geld fehlt Stuttgart. Sie blockiert sich selber dauerhaft. Und leider haben die "technokratisch Handelnden " auch viel von der bestehenden Subkultur vertrieben-eben durch diese Investitionsbauten und Stuttgart 21. Dazu die Gentrifizierung!

Der Artikel beschreibt die Zustände sehr gut! Eine gute soziale Durchmischung der Menschen ist für eine Stadt essentiell -aber es werden gerade die weniger gut betuchten Menschen dauerhaft rausgedrängt. Nehmen sie das Eisenbahnerviertel. Die Wohnungen gingen an Patrizia. Jetzt wird schon der erste Bewohner rausgeklagt., weil er sich die Miete nicht mehr leisten kann. Die Stadt verkauft ihre eigenen Bürger-Bürger die jahrzehntelang die Stadt mitgetragen haben-sie lebendig gemacht haben. Nachhaltig sieht anders aus.
Ein kleines Schmankerl: Wenn ein Technikbürgermeister die Heilbronnerstraße als "Boulevard" sieht, braucht man sich nicht weiter wundern:-)

https://www.youtube.com/watch?v=cjCEhIkqFYk

Vielleicht wird sich das irgendwann mal ändern-sehr viel Hoffnung ist momentan nicht da, aber wer weiß...
Vielleicht gibt es gute Anreize beim Symposium.
Sie dürfen gerne teilnehmen @mueller. Am Freitagabend geht es, wie schon beschrieben los. siehe:
http://www.bei-abriss-aufstand.de/wp-content/uploads/Flyer_Staedtebausymposium_Jan15.pdf

mueller, 28.01.2015 19:15
@thomas w.
Sie beziehen sich wohl auf meine Kommentare der letzten Ausgabe.
Dort habe ich seitenweise die STÄDTISCHEN Qualitäten aus meiner subjektiven Sichtweise beschrieben. Und ebenso auch aufgezeigt, dass Stuttgart auch STÄDTEBAULICH und in der STADTPLANUNG so manches richtig gemacht hat.
Als Beispiel nannte ich unter anderem das Tieferlegen der alten Strampe in den Untergrund oder das Verlegen der Messe. Beide schaffte Raum für den Menschen und Erholungsmöglichkeiten wo vorher nur Stau und Lärm herrschte.
Und auch wenn nicht alles richtig gemacht wurde ist meinem Mitforisten kein einziger Ort eingefallen wo es in den 60ern in Stuggi schöner war als heute. Aber dennoch wird verklärt über die schönen alten Zeiten gesprochen und wie ein Rohrspatz über die schlimme Gegenwart geschumpfen.
Vielleicht fällt Ihnen etwas aus der wunderschönen alten Zeit ein. Bin ja gespannt.
Klar, ich hätte gerne weniger Verkehr in der Stadt. Eine Lösung hierfür wäre ein geschlossener Autobahnring welcher den Durchgangsverkehr aus der Stadt verbannen würde.
Und ich hätte gerne das Vorkriegsrathaus. Haben leider welche kaputt gemacht.
Dann hätte ich gerne einen größeren Park und vielleicht noch ein paar große Plätze mitten in der City. Aber das bekommen wir ja bald.

Und ja, ich vertrete vehement die Meinung, dass man die Welt nicht durch schimpfen, sondern durch Taten verbessert.
Ich begrüße es außerordentlich, dass Herr Kuhn aktiv die
STADTPLANUNG vorantreibt in dem er nicht über das böse S21 schimpft sondern zum Dialog über die freiwerdenden Flächen aufruft.
Aber dafür bekommt er von den K21er richtig eine auf die Mütze. Was meine These bestätigt, dass es vielen nicht um die Zukunft sondern um das Schimpfen über längst vergangene Entscheidungen geht. Wenn es kein S21 gäbe müsste halt der Nachbar oder das Wetter herhalten.
Und ich würde mich sehr freuen, wenn wir Stuttgarter aller Couleur uns für eine Bewerbung zur Kulturhauptstadt aussprechen. Wegen mir per Bürgerentscheid.
Ich bin mir sicher, dass in unserem Städtle noch viel Potential steckt. Eine solche Bewerbung könnte da vieles voranbringen.

So genug geschrieben.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft von Stuttgart?
Wo sollte was geändert werden?
Wie sollen die freiwerdenden Flächen gibt gestaltet werden?
Wie bekommen wir den Verkehr in den Griff?
Uawg...

Fairnetzer, 28.01.2015 16:25
Stuttgart kann nur Kulurhauptstadt werden, wenn es sich vom
desaströsen Bauprojekt S21 verabschiedet und ganz unerwartet
noch Vorbild für vernünftige ( in jeder Hinsicht nachhaltige)
Stadtplanung wird ! ...Mit einem renovierten Kopfbahnhof - eingebunden in eine ökologische, wirtschaftliche und bürgerfreundliche Verkehrsplanung - und mit zukunftsträchtiger Klimapolitik, mit einem dezentralen erneuerbaren Energiekonzept, das auch private und genossenschaftliche Projekte einbindet und fördert und auch zum Wohl des Kleinverdieners und der Stadtkasse sinnvoll vernetzt....
Da dies nur durch eine ganz andere Bürgerbeteiligung , ein ganz anderes Demokratieverständnis zustande kommen kann als wir es nach wie vor von den "Macht-und Finanz-Zirkeln" hier kennen, wäre dieses Wunder einer zurück in die Hände
verantwortungsbewußter Bürger entwickelte "Stadt - für- alle -
Modell" das beste Beispiel für eine wahre Kulturstadt der Zukunft ... ..Wie schaffen wir dieses Wunder ??

thomas w., 28.01.2015 14:22
"mueller", Sie haben ein unnachahmliches Talent, nur das zu sehen, was Ihnen in den Kram paßt, und daraus ihre konservative Wohlfühl- und Kuschelpropaganda zu spinnen. Heißenbüttels fundierte Bestandsaufnahme der durchaus vorhandenen STÄDTISCHEN Qualitäten Stuttgarts gefällt Ihnen natürlich, seine nicht nur in diesem Artikel nicht minder fundierte Kritik an den STÄDTEBAULICHEN Defiziten und dem vollkommenen Fehlen einer zukunftsorientierten STADTPLANUNG fürs "Städtle" blenden Sie dagegen vollkommen aus (normalerweise schreibe ich meine Texte nicht einmal so teilweise in Großbuchstaben, aber Sie kriegen sonst wieder alles durcheinander).

Genausowenig können Sie sich anscheinend die ständigen Seitenhiebe auf die "Miesmacher, Nörgler und Griesgrame" verkneifen. Unsubstantiierte Denunziation berechtigter Kritik ist aber kein Argument, auch wenn Sie das gerne so hätten. Und selbst wenn die Kritik unberechtigt oder überzogen ist, muß man ihr das nachweisen.

Doch Argumente oder gar Gegenargumente sind bei Ihnen Fehlanzeige. Ein paar sehr subjektive Eindrücke aus einer anscheinend materiell sorgenfreien Perspektive und penetrant paternalistische Appelle an ein diffuses, undefiniert bleibendes "Wir" und doch bitte "nach vorne zu blicken", zu mehr bringen Sie es nicht. Wer bei diesem konservativ angehauchten Ringelpiez nicht kritiklos mit anfassen möchte, sondern anfängt, Fragen über Sinn und Zweck und vor allem Ziel des Ganzen zu stellen, wird dann ganz automatisch wieder in die Kategorie "MNG" eingeordnet. Catch 22.

So kann man natürlich auch ohne ein einziges echtes Argument erfolgreich einer Diskussion aus dem Weg gehen. Warum muß ich jetzt nur gerade wieder an S21 denken?

mueller, 28.01.2015 08:00
Prima Artikel. Wäre schön, wenn durch solch eine Bewerbung mal wieder alle im Städtle an einem Strang ziehen. Wäre schön, wenn man wieder mal nach vorne schauen würde. Viele, gerade von der Kontextleserschaft, verbringen ein Leben im Rückspiegel. Es geht nur darum Entscheidungen zu kritisieren, die mal vor zig Jahren gefallen sind.
Man sieht doch im Ruhrgebiet welche Chancen ein solches Projekt bietet.
Es wird aber in Stuttgart nie mehr so sein wie z.B. in Matera :
"...hat Matera durch die Bewerbung Auftrieb erhalten. Die ganze Stadt brach bei der Bekanntgabe in Jubel aus. "
Schade eigentlich

Kommentar hinzufügen




CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.


* Pflichtfeld!

Letzte Kommentare:

Ausgabe 83 / Rassismus im Kinderzimmer / Demokrator, 27.06.2016 07:08
Ist dieser Artikel ernst gemeint?

Ausgabe 273 / Jeden Tag ein guter Freund / Demokrator, 27.06.2016 07:07
Man merkt schon, Kontext hat den Finger in die Wunde gelegt.

Ausgabe 273 / Trumps Luftnummer / Demokrator, 27.06.2016 07:05
Na, "Müller", wieder nur gegen die Kritiker keilen, wenn einem die Argumente ausgegangen sind? http://omec.us/ddg/lohnschreiber-regeln.html

Ausgabe 273 / Jeden Tag ein guter Freund / Dieter Kief, 26.06.2016 21:33
Grüzi Hr. Reile! Die Entwicklung des "Südkurier-Skandals" hat leider eine neue Wendung genommen, von der Ihr hiesiges Entlastungsangriffle auf mich am Ende sogar ablenken könnte, was aber nicht richtig wäre. Josef-Otto Freudenreich...

Ausgabe 273 / "Gysi ist top" / era, 26.06.2016 17:10
Und noch Gratulation an die vielen anderen aufmerksamen Leser, denen die Ungereimtheiten auch nicht entgangen sind - prost!

Ausgabe 273 / "Gysi ist top" / era, 26.06.2016 17:06
>>Die Griechen haben die Banken der westlichen Welt gerettet, nicht wir die Griechen>Und die, die Charakter haben und Sachverstand, wie Sahra Wagenknecht, die sind in der falschen Partei.>Ein faires direktes Steuersystem, das viel...

Ausgabe 83 / Rassismus im Kinderzimmer / Jochen Schaudig, 26.06.2016 05:45
Mal ohne Scheiß... ich bekam die Umbenennung von Tarzan in Tim gerade noch mit, und ich konnte das nicht verstehen. Vor nicht allzulanger Zeit packte ich die Hörspiele wieder aus (als Kind mochte ich die Bücher mehr), und ich höre...

Ausgabe 273 / 500 Euro zum Ersten / era, 25.06.2016 20:22
Die beiden schreiben lustig und deutlich. Leider haben sie einen oder mehrere blinde Flecke. In "Der größte Raubzug der Geschichte" wiederholt sich z.B. ständig die Angst vor Staatsbankrotten, vor Inflation und vor Schulden. Beider...

Ausgabe 273 / Jeden Tag ein guter Freund / Bibi, 25.06.2016 18:49
Lieber Insider, wie geht sie denn, die ganze Wahrheit? So lange eine Chefredaktion/Verlagsleitung nicht öffentlich Stellung nimmt, gibt es eben nur die eine Seite. Und die ist für den Außenstehenden doch recht merkwürdig: ein...

Ausgabe 273 / Wer eine Grube gräbt / Müller, 25.06.2016 14:25
@blender Sie haben nach mir gerufen... Gerne. 2014 wurde erst richtig mit dem Vortrieb begonnen. Schwuppdiwupp sind schon 15km gebohrt und gebaggert. Probleme? Keine. Mehrfach wurde bereits der Teufelskeuper durchdrungen. Die...

Die KONTEXT:Wochenzeitung lebt vor allem von den kleinen und großen Spenden ihrer Leserinnen und Leser.
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!