KONTEXT Extra:
NSU: Unterstützerumfeld nicht ausermittelt

Die NSU-Expertin im Landeskriminalamt Sabine Rieger hat dem zweiten parlamentarischen Untersuchungsausschuss empfohlen, weitere Zeugen zu den Verbindungen von Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos nach Baden-Württemberg zu vernehmen. Denn: Sie hält nicht für plausibel, dass die Kontakte 2001 tatsächlich abrupt abrissen – bis dahin sind rund 30 Besuche des Trios belegt – und dementsprechend die Arbeit nicht für "hundertprozentig abgeschlossen". Sie könne sich nicht vorstellen, dass es über 2001 hinaus "keinen gab, der zumindest Ansprechpartner war", sagte die Kriminalhauptkommissarin in der siebten Sitzung am Freitag im Landtag. Rieger nannte dem Ausschussvorsitzenden Wolfgang Drexler (SPD) verschiedene Namen von Zeugen, die möglicherweise ihrerseits Kontakt zu Kontaktpersonen gehabt haben könnten. Ein starkes Indiz dafür, dass der NSU immer weiter Verbindungen nach Baden-Württemberg pflegte, ist der Stadtplan von Ludwigsburg, der nach dem Auffliegen im November 2011 im Brandschutt von Zwickau gefunden wurde. Der stammt auf dem Jahr 2009.

Bekannt wurde inzwischen auch, dass die drei Rechtsterroristen vor ihrem Abtauchen 1998 von Thüringer Behörden abgehört wurden. Nach Angaben Drexlers ist allerdings ungeklärt, ob die entsprechenden Protokolle noch vorhanden sind. Der Ausschuss will dem nachgehen, weil darin ebenfalls Kontakte, etwa nach Ludwigsburg oder nach Heilbronn, belegt sein könnten. (24.2.2017)

Weitere Ausschuss-Termine: 20. März, 28. April, 15. Mai, 19. Juni, 17. Juli 2017. 


Abschiebung nach Afghanistan: Strobls "katastrophale Pannen"

Immerhin eines ist geklärt: was CDU-Innenminister Thomas Strobl unter dem "konsequenten Vollzug von Recht und Gesetz" versteht. Nach einer Einzelfallprüfung durch sein Haus sollten am Mittwochabend ein psychisch kranker Mann, der per Gerichtsbeschluss schon einmal von der baden-württembergischen Abschiebe-Liste geholt wurde, und ein afghanisch-türkischer Familienvater aus München nach Kabul reisen müssen. Abermals griffen Gerichte ein. Der grüne Koalitionspartner tobt, von "katastrophalen Pannen" ist die Rede und davon, dass der CDU-Landeschef alle Absprachen gebrochen hat. Sogar Ministerpräsident Winfried Kretschmann knöpfte sich den Stellvertreter vor. Und die baden-württembergischen Jusos sprechen von einem "Spiel mit dem Leben der Betroffenen". Dass wieder Gerichte "eingreifen müssen, um diesem Irrsinn ein Ende zu setzten, zeigt, wie leichtfertig mit dem Schicksal einzelner Menschen umgegangen wird". Die Landesregierung habe den Spielraum, "das zu stoppen, und muss diesen endlich nutzen".

Bisher wollte sich Kretschmann dem vorübergehenden Abschiebestopp nach Afghanistan, den andere grün-mitregierte Länder bereits umsetzen, allerdings nicht anschließen. Der Druck auf ihn steigt aber weiter, nachdem am Mittwoch auch ein Mann abgeschoben wurde, der seit Jahren einen Arbeitsplatz in Baden-Württemberg hatte. Außerdem ist Strobl weiter uneinsichtig und will die Aufregung beim Koalitionspartner, bei den Jusos, den Flüchtlingsorganisationen und vielen Unterstützern vor Ort nicht verstehen. Stattdessen sieht er in einer Aussetzung von Abschiebungen eine "Aushöhlung des Rechtsstaats". Er könne nicht nachvollziehen, sagt der Merkel-Vize, dass es Länder gibt, die sich "systematisch weigern", geltendes Recht zu vollziehen: "Das sind Schläge gegen den Föderalismus."

Mehr zum Thema: "Späte Einsicht", "Kritik ist Lüge", "Der Hardliner", "Geisterfahrer unterwegs" https://www.kontextwochenzeitung.de/politik/300/der-hardliner-4100.html


Alles von vorne

Nicht alle bekommen eine zweite Chance, baden-württembergische Landtagsabgeordnete nehmen sie sich: Mit einem sogenannten Aufhebungsgesetz beginnen die Reparaturarbeiten nach dem bisher größten Aufreger der Legislaturperiode, der im Hau-Ruck-Verfahren beschlossenen knappen Verdoppelung der Pauschalen für Aufwand und Wahlkreis, sowie der Rückkehr zur staatlichen Altersversorgung. Die Grünen wollten alle Vorhaben gemeinsam auf den Prüfstand stellen, CDU und SPD setzten sich durch mit einer Expertenkommission, die allein die Rentenreform prüfen wird.

Zuerst allerdings muss Mitte März das entsprechende Gesetz endgültig aufgehoben werden. Danach werden die Experten, einschließlich jener vom Rechnungshof, benannt. Irgendwann im Herbst soll dann mit jener Transparenz, an der es im ersten Durchlauf bitter mangelte, über die Veränderungen, mit denen eine Anhebung der Alters- und Hinterbliebenenversorgung einhergeht, diskutiert werden. Eile haben die Abgeordneten keine, denn niemand will sich ausgerechnet in den Wochen vor der Bundestagswahl abermals Vorwürfen aussetzen, sich eine Luxuspension auf Staatskosten zu genehmigen. (22.2.2017)

Mehr zum Thema: "Raffkes mit Mandat"


Fahrverbote beschlossen – Nordost-Ring vom Tisch

Wie ein Gespenst geisterte seit Wochen ein vor fast 40 Jahren beerdigtes Verkehrsprojekt durch die Debatte um Feinstaubalarmtage und Fahrverbote in der Landeshauptstadt: der Nordost-Ring. Jetzt hat Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) allen Spekulationen eine Absage erteilt. Auch deswegen, weil die Baumaßnahme entgegen den Behauptungen von Teilen der CDU keineswegs bereits im Bundesverkehrswegeplan steht. "Dort geht es um neun Kilometer der B 29", so Hermann nach dem heutigen Kabinettsbeschluss zu Fahrverboten ab 1.1.2018 an Feinstaubtagen, den schlussendlich auch die CDU-Landtagsfraktion mittrug.

Prompt gab es Lob von Umwelt- und Naturschützern. Hermann habe erkannt, so die BUND-Landesvorsitzende Brigitte Dahlbender, "wenn nicht zeitnah effiziente Maßnahmen greifen, so werden die Gerichte die Entscheidungen zum Schutze der Bürger*innen treffen und die Politik das Heft aus der Hand geben müssen". Die Stuttgarter CDU ist noch nicht ganz so weit. Für den Kreisvorsitzenden Stefan Kaufmann sind Fahrverbote weiterhin "politisch klar abzulehnen". Und er träumt von Nordost-Ring: Jetzt gelte es "endlich neue Verkehrsprojekte wie den Nord-Ost-Ring auf den Weg zu bringen". Hermann machte dagegen deutlich, dass das nach dem eben erst in Kraft gesetzten Bundesverkehrswegeplan gar nicht möglich ist. 

In den Sechzigern und Siebzigern waren zwei Varianten durchdacht worden: eine größere mit einem Autobahnzubringer bei Mundelsheim und eine kleinere etwa auf der Gemarkungsgrenze zwischen Waiblingen und Fellbach. Schon damals vertraten Verkehrswissenschaftler allerdings die Ansicht, dass ein Ringschluss rund um Stuttgaart weniger die Stadt, sondern die Autobahnen im Westen und Süden entlasten würde.


Korntal: Opfervertreter verlangen mehr Engagement der Landeskirche

Die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der evangelischen Brüdergemeinde Korntal ist unterbrochen. Die Opfervertreter verlangen einstimmig, dass sich Frank Otfried July endlich entscheidend einbringt. "Wir werden nicht mehr mit den Brüdern sprechen", so Netzwerk-Sprecher Detlev Zander. Jetzt müsse "der Oberhirte, also der Bischof, ran". Im Betroffenen-Netzwerk organisiert, werfen mehr als 300 ehemalige Heimkinder der Brüdergemeinde vor, in den 1950er- bis 1980er-Jahren in deren zwei Einrichtungen sexuell missbraucht, misshandelt und gedemütigt worden zu sein.

Dass mehr Engagement von July gefordert wird, ist nicht neu. Im Sommer 2016 hatte einer der Betroffenen in einem langen Schreiben an den Landesbischof appelliert: "Die Kirche ist mit in der Verantwortung und wenn Sie als Oberhirte weiter schweigen, machen Sie sich persönlich schuldig. Die Heimopfer warten auf ein klärendes Wort von Ihnen." Denn die Korntaler Fürsorge habe "einen menschlichen Scherbenhaufen hinterlassen". (20.02.2017)


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Solche Bohrer werden beim S-21-Tunnelbau eingesetzt. Foto: Firma Herrenknecht

Solche Bohrer werden beim S-21-Tunnelbau eingesetzt. Foto: Firma Herrenknecht

Ausgabe 242
Gesellschaft

Hammer unter der Hütte

Von Anna Hunger
Datum: 18.11.2015
Erich Wolf hat mit seinen Visualisierungen maßgeblich dazu beigetragen, das strahlende Bild des Bahnprojekts Stuttgart 21 zu kreieren. Heute liegt er mit der Bahn im Clinch. Weil sein Haus wackelt.

Erich Wolf macht Visualisierungen. Es ist sein Beruf, Baupläne von Stadtteilen, Malls und Häusern in virtuelle Wirklichkeiten zu übersetzen, seine Leidenschaft aus Zahlen und Rechnungen kleine Welten zu erschaffen. Dafür brennt er. "Das größte Lob ist es, wenn ein Projekt genau so aussieht, wie wir es vorher gezeigt haben", sagt der Architekt. 

Auch Stuttgart 21 hat sein Büro Aldinger+Wolf zum Leben erweckt. Strahlend, sauber, schön der Bahnhof, Züge, die sich malerisch durch grüne Landschaften schlängeln. Zu sehen auf den Webseiten des Kommunikationsbüros Stuttgart–Ulm, mit diesen Bildern ist die mobile Presseabteilung von Stuttgart 21 durchs Land getourt, vor allem vor der Volksabstimmung 2011. "Wir haben den Leuten eine Vorstellung davon gegeben, wie es aussehen wird", sagt Erich Wolf.

Wolf sitzt in Stuttgart in seinem Büro mit den hübschen antiken Möbeln, viel Apple, poliertem Parkett, kantigen Ledersofas. Er ist einer, der den neuen Tiefbahnhof als eine großartige Lösung sieht, für eine topografisch so beengte Stadt wie Stuttgart. Stuttgart 21 an sich sei ein Gewinn, ein tolles Projekt. Auch auf seine Arbeit für die Bahn lässt er nichts kommen. Er trennt scharf zwischen Beruf und privat. Seine Visualisierungen sind Beruf.

"Man muss ja Opfer bringen"

Privat ist er der Besitzer eines Hauses, in dem die Fenster zittern und die Wände wummern, weil die Bahn gerade einen der Tunnel für die neue Bahnstrecke drunterdurchsprengt. Dass sie das tun wird, weiß er seit 2005. Seitdem findet er, das Planfeststellungsverfahren sei völlig veraltet, das hätte man mit der Zeit zumindest anpassen müssen. Privat saß er kürzlich für das ZDF und den SWR vor der Kamera und hat den beiden Fernsehsendern die fiese Geschichte vom Gewummer und Gezitter erzählt. Privat liegt er seit einer ganzen Weile schon im Clinch mit der Bahn, seinem Auftraggeber, der Polizei und der Politik.

Erich Wolf beim SWR. Screenshot
Erich Wolf beim SWR. Screenshot

Wolf, 48, sanft und freundlich, sagt: "Es gibt nicht umsonst Gesetze und Regeln." Die gelten auch für die Bahn. Erschütterungen, die durch Sprengungen ausgelöst werden, seien zwar in Gutachten der Bahn bedacht worden. Nicht aber, dass sich der Schall fortpflanzt und die Häuser plötzlich zu Lautsprechern werden. Mit Schall kennt sich Wolf mittlerweile aus.

Laut Gesetz dürfe von 7 bis 20 Uhr gelärmt werden. Die Bahn wummere aber immer. Tags und nachts und das, obwohl im Planfeststellungsbeschluss, Seite 236, wortwörtlich stünde, dass überhaupt keine Lärmbelästigung durch den Tunnelbau zu erwarten sei. Zitat: "In den Tunnelbereichen - auch bei nur geringer Überdeckung - sind keine Auswirkungen durch Baustellenlärm zu befürchten, da die Baumaßnahmen in bergmännischer Bauweise, d.h. unterirdisch erfolgen."

Und es kümmere sich? Exakt keiner! Wolf schnaubt ein bisschen.

Kürzlich sei er an einer Baustelle im Stuttgarter Westen vorbeigekommen und habe mal gefragt, wie sie das so mit dem Lärm handhaben. Der Bauarbeiter sagte, 19 Uhr sei Lärmschluss. Gesetze müsse man ja nicht ausreizen. "Gesetze schreiben ja eigentlich vor, wo die Obergrenze ist", sagt Wolf. "Bis hierhin und nicht weiter." Warum das eigentlich nicht für die Bahn gelte? Tja.

Nächtliche Anrufe bei der Polizei – sinnlos. "Anzeigen wegen Lärmbelästigung nehmen die gar nicht erst auf", sagt Wolf. "Der normale Bürger, der sich über S 21 beschwert, wird sofort in die Hardcore-Gegner-Schublade gesteckt", was zur Folge habe, dass keiner mehr zuhöre. Sei doch alles genehmigt, sagte die Polizei, und zuständig für Lärm unter der Erde seien sie auch nicht. Wenn der Nachbar zu laute Musik mache, könne er sich ja noch mal melden, mit Bohr- und Sprenggewummer aber bitte an die Bahn wenden.

Ein paar Hotelgutscheine reichen nicht als Entschädigung

Die Bahn sei aber auch nicht zuständig, sagt Wolf. Sondern das Eisenbahn-Bundesamt. Und das wiederum sei der Meinung, mit ein paar Hotelgutscheinen für die Lärmgeplagten sei die Nachtruhe wieder hergestellt. Mit Hund und Kind und Frau und Sack und Pack ins Hotel? Das sei ein ganzer Umzug! Wer um sechs arbeiten müsse, bekäme im Hotel kein Frühstück. Zudem leide das Familienleben, das Leben generell, wer bezahlt die Mehrkilometer, die da gefahren werden müssen? Und die Umstände? Und die fehlende Lebensqualität?

Wolf wünscht sich mehr Sensibilität gegenüber dem Bürger. Mehr Bürgerbeteiligung generell. Den Protest gegen das Projekt, sagt er, fände er gut, gut für die Diskussion, notwendig, um Verbesserungen durchzusetzen. Es dürfe natürlich nicht so sein, dass ein Projekt nicht mehr machbar sei. Es müsse Kompromisse geben, die zu einer gemeinsamen, vertretbaren Linie führen.

Schöne neue Welt: Leider nur virtuell. Visualisierung: Aldinger & Wolf
Schöne neue Welt: Leider nur virtuell. Visualisierung: Aldinger & Wolf

Aber die Kommunikation aller Beteiligten an S 21 sei himmelschreiend. "Wenn eine Stadt ein Projekt plant, das noch Jahrzehnte Nachwirkungen und Veränderungen bringt, muss man das doch mit den Leuten besprechen!" Mittlerweile wünscht er sich, dass irgendwer auch mal das Innenleben des Projekts, all die Prozesse, die dort stattfinden und es begleiten, so schön anschaulich visualisiert hätte wie er die Außenhülle. Aber? Pfeifendeckel.

1500 Leute seien betroffen von der Bohrerei und dem Gesprenge unterm eigenen Grundstück. "Das sind viele! Da hätte sich die Stadt Stuttgart doch mal kümmern müssen!" Ob er zur Volksabstimmung mit ja, also für eine Aussteig aus dem Projekt, oder mit nein gestimmt hat? Dazu mag sich Wolf nicht äußern. Das tue ja nichts zur Sache.

"Eigentlich bräuchte jeder Betroffene einen Anwalt, um überhaupt die Verträge zu verstehen, die da alle unterschreiben sollen, damit die Bahn die Grundstücke untertunneln darf." Zwangsenteignung, nennt er das. Die Bahn würde sich neue Grundstücke beschaffen, indem sie unter privaten Grundstücken durchbohrt. "Und die eigenen werden zu Bestpreisen verkauft."

Am Killesberg, das habe er zumindest gehört, soll die Bahn wie eine Drückerkolonne von Haustür zu Haustür gelaufen sein, habe ihre Verträge hingelegt und zu den armen Ahnungslosen gesagt, oh, kucken Sie mal, liebe Frau, Sie sind die Einzige, die noch nicht unterschrieben hat. Und bei ihm in Wangen gebe es eben auch Leute, die der Situation hilflos ausgeliefert seien. Auch für die sieht er sich in der Pflicht mit seinem Engagement.

Die Beweislastumkehr, das sei zum Beispiel auch so eine undurchsichtige Sache. Solange die Bahn, so erklärt es Wolf, unter seinem Haus bohrt und dann was auch immer passiert, ist es offensichtlich, dass die Bahn schuld ist. Wenn die Grabung aber schon unter des Nachbars Grundstück verläuft und das Wolf'sche Haus erst dann aufs Nachbarhaus kippt, ist der erste Augenschein nicht mehr gegeben, und die Wolfs müssen der Bahn nachweisen, dass ihr Haus umgefallen ist, weil die Bahn drunter gebohrt hat.

2003, erzählt Wolf, sei der hübsche Altbau, in dem er sein Büro hat, renoviert worden. 2013 habe er plötzlich einen Fleck an der Wand entdeckt. Wasserschaden. Zehn Jahre früher hat wohl einer eine Muffe von einer Leitung nicht richtig verschraubt. So lange kann es dauern, bis was passiert! "Und wer ist dann zuständig?"

Die Stadt sollte Rechtsbeistand für die Bürger sein

Der grüne Oberbürgermeister Fritz Kuhn, Nachfolger von Stuttgart-21-Freund Wolfgang Schuster, sagte bei seiner Wahl 2012, der Bahn müssen man auf die Finger schauen, erinnert sich der Visualisierer. "Jetzt sagt Kuhn: Wir können da auch nichts machen. Aber so eine Stadtverwaltung sollte doch Rechtsbeistand für die Bürger sein. Die Bahn hat ja auch einen Rechtsbeistand. Warum haben den die Bürger nicht?"

Und: Wenn die Bahn den Schall und Lärm für die Baustellen in ihren Gutachten schon nicht ausreichend berücksichtigt hat, fragt er sich, was ist dann später? Höre ich jeden Zug, der unter meinem Haus durchfährt? "Dann müsste die Bahn eigentlich so eine Art Lizenzgebühr bezahlen, für jeden Zug, der da unterm Haus durchdonnert, einen Cent oder so." Tut sie aber nicht. So gesehen ist das: "Der Hammer."

Und warum eigentlich kann nicht einfach nicht nachts gebohrt werden? Weil sie eh zu spät dran sind mit ihrem Zeitplan. "Hätten sie halt früher anfangen müssen!"

Und dann geht einer wie Wolf an die Presse. Und erzählt dem SWR das ganze Dilemma direkt in die Kamera. Man dürfe natürlich nicht überdramatisieren, sagt Erich Wolf, aber man müsse schon beide Seiten hören. Die Wolf'sche und die der Bahn. Als der Beitrag dann kam, sagt Wolf, sei er viel weniger kritisch gewesen, als gedacht. "Und der Projektsprecher darf unkommentiert ins Mikro sagen, dass das Problem, das wir mit dem Lärm haben, ein Graubereich ist. Und keiner widerspricht! Das ist kein Graubereich, es gibt doch Gesetze!" Dass er der Mann fürs Visualisieren des wunderbaren Tiefbahnhofs war, hat der Sender auch nicht verraten.

Hätte Erich Wolf vorher gewusst, wie sich das anfühlt, so Sprengungen und Bohrungen unterm Hintern, wie es ist, wenn man plötzlich selbst über den Tisch gezogen und beschissen wird, wie es ist, nicht gehört zu werden, nur immer gesagt zu bekommen, es sei doch alles genehmigt, dann wäre er nicht für das Projekt gewesen, sagt er.

Zu spät.


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Kommentare

andromeda, 25.11.2015 01:37
Für die sofortige Aufnahme von Herrn Doktor Diethelm + Gscheidle
in die S21-PR- Abteilung !! Ich bin schon jetzt glühender und lebenslänglicher Anhänger seiner Pressearbeit für Syssiphus 21 . Ein Vorbild für Herrn Wolf und jeden anständigen Bürger !

Schwabe, 21.11.2015 11:37
Extra nochmal für den "Müller"
Hat der Herr Erich Wolf noch nie etwas von der Projektförderpflicht von Stadt und Land gehört (hinter der sich unsere Politikerhelden u.a. so gerne verstecken) und dass sich das bei S 21 evtl. mit Recht und Gesetz nicht verträgt? Oder vom Investorenschutz und dem Privatisierungswahn a la Merkel (insbesondere der gesellschaftlichen Daseinsvorsorge)?
Es ist immer wieder ein Trauerspiel - erst wenn es an den eigenen Pelz geht werden sie munter die Befürworter bzw. erst dann wird mal (etwas) nachgedacht und man fühlt sich von seinem Staat im Stich gelassen. Wohlgemerkt nur wenn es um den eigenen Pelz geht, nicht wenn es um das Gemeinwohl geht - z.B. um unsere Eisenbahn. Dieser Egoismus ist bezeichnend für unsere heutige Gesellschaft und gleichzeitig ein Armutszeugnis. Als Vorbild dient unsere regierende, bürgerlich neoliberale CDU/CSU, SPD oder Grünenpolitik, welche sich radikal am Großkapital und an der eigenen Karriere orientiert (neoliberal = neue Freiheit (des Marktes)).
Das der Herr Erich Wolf bei der (rechtlich nicht bindenden) Volksbefragung treudoof mit "Nein" zum Ausstieg aus der Finanzierung gestimmt hat ist ihm in diesem Zusammenhang peinlich und "tut nichts zur Sache".
Ebenso treudoof (anstatt sich offen und gemeinsam mit dem Widerstand zu wehren) ist die Unterzeichnung der Verträge mit Eintragung einer Grunddienstbarkeit zugunsten der Bahn. "Beweislastumkehr" - was für ein schönes Wort. Solange sie einen im Zusammenhang mit S 21 nicht trifft und einem schlagartig die himmelschreiende Ungerechtigkeit (Erpressung) dahinter klar wird. Wie heißt es so schön: "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht"! Und was die Sache für Herrn Erich Wolf nicht besser macht - er hätte es besser wissen können.

Link zu "Integraler Taktfahrplan (ITF)" vs. S 21
http://www.bei-abriss-aufstand.de/2015/11/17/rede-von-prof-dr-wolfgang-hesse-bei-der-297-montagsdemo/#more-59479

Müller, 20.11.2015 12:25
Lieber Schwabe,
Sie haben unter dem falschen Artikel kommentiert. Hier ging es nicht um die Leistungsfähigkeit von S21.
Aber wenn wir schon dabei sind...
Ich bin, wie 99,99 % der S21-Gegner kein Bahnexperte.
Zwar habe ich schon mit einigen K21-ern gesprochen, die sich als Bahnexperten ausgaben. Aber auf Nachfrage waren dies stets Lehrer, Hausfrauen oder gar (Lebens-)Künstler.
Können Sie, da Sie sich anscheinend gut mit der Materie auskennen, mir kurz und verständlich erklären, warum die Züge 15 min auf dem Bahngleis rumstehen? Obwohl sie nicht, wie bei K21, wenden müssen?
Und warum gibt es keinen einzigen echten Bahnexperten, die die 8*4-Rechnung eines vollkommen fachfremden bestätigt?
Aber nicht nur vom Engelhardt abschreiben, gelle. Der hat mit Bahn so viel zu tun wie der VfB mit Championsleague.
Schwäbische Grüße und schönes Wochenende.

Schwabe, 20.11.2015 10:00
Durch die Ablehnung des 4. Bürgerbegehrens (20.000 Unterschriften) zum Leistungsrückbau durch den neuen, schrägen Tunnelhaltepunkt S 21 stellen sich die Stadt Stuttgart (Mehrheit des Gemeinderats von Grüne, CDU und SPD)) und deren Gutachter m.E. sinngemäß auf den Standpunkt, dass dessen Leistungsfähigkeit mit 32 Zügen/Stunde (vom VGH 2014 bestätigt) mehr sind als die Leistungsfähigkeit des bestehenden Kopfbahnhohs mit 38 Zügen/Stunde (was durch die Modernisierung des Kopfbahnhofs noch ausgebaut werden kann).
Weiter rechtfertigen die Stadt Stuttgart und deren Gutachter damit m.E. sinngemäß das "vernichten" von Milliarden an Steuergeldern für eine massive Verschlechterung des Gemeinwohls der Mehrheitsbevölkerung (m.E. Verletzung des Grundrechts auf Mobilität).

"Antrag gegen die Ablehnung des 4.Bürgerbegehrens gegen S 21"
http://www.bei-abriss-aufstand.de/2015/11/19/antrag-gegen-die-ablehnung-des-4-buergerbegehrens-gegen-s-21/#more-59512

"Stuttgart wird abgehängt" - Rede von Prof. Dr. Wolfgang Hesse
http://www.bei-abriss-aufstand.de/2015/11/17/rede-von-prof-dr-wolfgang-hesse-bei-der-297-montagsdemo/

Müller, 19.11.2015 07:02
OMG. Hat man tatsächlich einen Proler der jetzt jammert. Bitte die nächsten 100 Montagsdemonstrationen als Redner einladen.
PS: wie viele Tage besteht die akustische Beeinträchtigung, wenn man weiterhin mit >1000m Tunnelvortrieb/Monat im Stadtgebiet vorankommt? Kann das mal jemand ausrechnen?
Und wie zum Teufel ist eigentlich das alles da draußen entstanden? Wieviel Mio Rammstöße direkt vor der Haustür gab es beim Bau der U-Bahn? Wie entstanden die Straßen, die Wohnblocks, der Bonatzbau, die S-Bahn?
Gibt es nur bei S21 Lärmbelästigungen? Ist ein Tunnelbau in bergmännischer Bauweise nicht um ein vielfaches leiser als eine offene Bauweise mit Eammstößen? Wo waren früher die Wutbürger?
Oder ist es wie bei den Bäumen im Park die wegen dem B10-Tunnel gefällt wurden? Als die Parkschützer gefragt wurden warum es keinen Protest gegen die Fällung gab antwortete MvH dass dies doch keine S21-Bäume waren... Ach so, es ging also gar nie um die Bäume. Welche Überraschung.
PS: ich wohne an einer Bahnlinie. Ich hätte dort gerne eine Tunnelbaustelle und danach die Ruhe...
Aber sicher würd sich auch bei mir im Wohngebiet jemand finden, der während der Bauzeit jammern würde. Wenn man nur lange genug recherchiert.

Piepmatz, 19.11.2015 01:39
Auf Mitgefühl kann Herr Wolf nicht spekulieren. Dafür hat er sich viel zu naiv und uninteressiert an maßgeblichen Details der Bahn angedient. Es geschieht ihm also durchaus recht, wenn er jetzt - freilich reichlich spät und NUR, weil es ihn unerwartet persönlich tangiert - sein Vertragsverhältnis mit einem so (insgesamt) betrügerisch handelnden Partner teilweise zu bedauern scheint. Aber eben auch nur: scheint, denn er findet ja nach wie vor die Keller-Haltestelle in Ordnung. Manche Leute (leider viel zu viele) brauchen eben sehr lange, bis sie ansatzweise zu begreifen lernen - wenn überhaupt -, dass Gemeinwohl ein schützenswertes Gut ist.

Matthias, 18.11.2015 19:06
Architektentrost, so heißt eine schnell wachsende Rankpflanze mit Spitznamen, die schlimme Bausünden schön schnell überwuchert. Viel Grün hat auch Herr Wolf verwendet, wenn er die Bäume auf das Betondach der neuen Haltestelle pflanzt. Und in der Keller-Haltestelle mit ganz viel Sonnenlicht visualisiert was es nicht gibt - einen Keller in dem die Sonne strahlt. Das sind zwar ganz kleine Nebensächlichkeiten bei diesem komplett verhunzten Projekt, aber damit hat die Bahn den ganzen Mist als strahlende neue Zukunft verkaufen können. Mit der Hilfe von Herrn Wolf.

Bilder sagen ja mehr als tausend Worte – nur leider nicht unbedingt die Wahrheit. Zeitungen und Redakteure gehen deshalb zu Recht mit verfälschten Bildern in der Berichterstattung sehr hart ins Gericht. Nur bei komplett künstlich erschaffenen Bildwelten findet überhaupt keine Kritik statt. Da ist man ja froh über jeden bunten Pixel den man zu einem noch nicht existierenden Projekt zeigen kann.

Die Bildvisualisierungen zur neuen Tunnel-Haltestelle Stuttgart halte ich schon immer für eine absolute Frechheit. Wenn ich dann noch lese: "Das größte Lob ist es, wenn ein Projekt genau so aussieht, wie wir es vorher gezeigt haben". Au wei. Ich hätte mir mal eine Darstellung der Haltestelle unten gewünscht mit realistischer Lichtdarstellung und nicht mit sonnendurchfluteter Halle, die es nicht geben wird. Das wird schlicht ein dunkles Loch wie jede U-Bahn-Haltestelle, nur mit ein paar Lichtluken. Damit hätte man diesen verkorksten Mist aber nicht verkaufen können. Da mag ich den beschönigenden Hern Architekten Wolf auch nicht mehr trösten wenn in der Realität sein Haus wackelt. Shit happens.

Marcus S., 18.11.2015 18:13
Ich hätte den Auftrag der Bahn ganz einfach abgelehnt, oder ich hätte ihn angenommen und mir wäre klar gewesen, was auch mich zukommt, wenn ich dort lebe, wo Herr Wolf lebt.

Dem Herrn fehl meines Erachtens, wie so vielen Zeitgenossen ganz einfach Rückgrat. Und / Oder er ist einfach nur ein ganz naiv gebliebener Mensch. Von beiden Sorten haben wir zu viele auf diesem Planeten.

PS: Vielleicht visualisiert er nun den neuen Berliner Flughafen, also den, der nach dem Abriss der Neubauruine entstehen wird …

invinoveritas, 18.11.2015 15:25
"Wolf wünscht sich mehr Sensibilität gegenüber dem Bürger." Prima. Von wem? Natürlich von der Bahn. Oder von der Stadt, von der der Guteste heute meint, sie müsse ihm gratis einen Rechtsbeistand zur Verfügung stellen.
Besser wäre es, wenn da stünde: "Wolf ist sinksauer auf sich selbst, weil er früher vollkommen unsensibel war gegenüber seiner Stadt."

bluemoon, 18.11.2015 14:10
Oooooooch

Horst Ruch, 18.11.2015 13:15
Es ist nie zu spät......auch Herr Wolf wird eines Tages dazugelernt haben, daß seine Visualisierungen auf einer großen Lüge aufgebaut waren.

Dr. Diethelm+Gscheidle, 18.11.2015 13:03
Sehr geehrter Herr Wolf,

so ein Nestbeschmutzer wie Sie hat uns redlichen Stuttgart-21-Freunden gerade noch gefehlt! So eine Unverschämtheit von Ihnen: Am redlichen Stuttgart-21-Projekt Geld verdienen, und dann der löblichen Deutschen Bahn und dem ehrenwerten Kaufmann, Herrn Dr. Grube, einfach in den Rücken fallen! Wenn Sie auch nur einen Funken Anstand im Leib hätten, würden Sie wenigstens das von der Bahn für Ihre Aufträge erhaltene Geld sofort zurückzahlen! Denn bei Stuttgart-21 ist doch von vornherein klar, dass der Geld-Kuchen ausschließlich unter redlichen Stuttgart-21-Befürwortern aufgeteilt werden darf!

Mein verkehrswissenschaftliches Forschungsinstitut wurde ja auch von der Deutschen Bahn für verkehrswissenschaftliche Studien im Rahmen des hervorragenden Umweltschutzprojektes "Stuttgart-21" bezahlt - denken Sie, die hätten das getan, wenn ich ein unredlicher Stuttgart-21-Gegner wäre, der dem neuen Tiefbahnhof nur eine Kapazität von 30 Zügen bescheinigt hätte? Natürlich nicht - selbstverständlich habe ich für Stuttgart-21 mittels anerkannter verkehrswissenschaftlicher Standards eine Kapazität von 128 Zügen bescheinigen können, während der derzeitige Schrottbahnhof lediglich auf eine Kapazität von 42,5 Zügen kommt! Damit habe ich nachgewiesen, dass Stuttgart-21 die dreifache Leistungsfähigkeit hat - und wurde dafür selbstverständlich gut bezahlt! Glauben Sie, ich hätte den Auftrag bekommen, wenn ich ein diabolischer Stuttgart-21-Gegner wäre? Und glauben Sie, man hätte mir dann den lukrativen Auftrag erteilt, die Pro-S21-Lohnschreiberaktivitäten in den Medien zu koordinieren? Da Sie aber jetzt offenbar aus unverständlichen Gründen diese Kehrtwendung gemacht haben, ist es nur recht und billig, wenn Sie Ihre von der Bahn erhaltenen Gelder zurückzahlen! Beißen Sie nicht in die Hand, die Sie füttert - und sägen Sie nicht länger an dem Ast, auf dem Sie sitzen!

Mit vorzüglicher Hochachtung

Dr. Diethelm Gscheidle
(Verkehrswissenschaftler, Dipl.-Musikexperte, sowie Koordinator der Pro-S21-Lohnschreiber)

Mannheimer, 18.11.2015 11:10
Die Mannheimer haben es gut mit den Stuttgartern gemeint und gegen S21 gestimmt, aber die Stuttgarter waren ja mehrheitlich dafür und wollten die "Stadtmodernisierung" um jeden Preis ("Jetzt sind wir mal dran, was zu bekommen, nicht nur die bankrotten Hamburger und Berliner").
Nun, das ist jetzt der Preis: Vergammelung der Könisgsstraße und Verlagerung des Einzelhandels ins Milaneo und Gerber. Verkehrsstau, Baulärm, Feinstaub und Dreck, und Zwietracht. Was noch kommen könnte: Anhebung des Erdreichs durch quellenden Gipskeuper. Auch davor wurde rechtzeitig gewarnt. Abwarten. Gentrifizierung geht auch andersrum: Alle die es sich leisten können ziehen weg. Ich bin mir sicher: Wolf's Tuttlingen stünde als neue Ersatzlandeshauptstadt zur Verfügung.

Schwabe, 18.11.2015 10:59
Hat der Herr Erich Wolf noch nie etwas von der Projektförderpflicht
von Stadt und Land gehört (hinter der sich unsere Politikerhelden u.a. so gerne verstecken) und dass sich das bei S 21 evtl. mit Recht und Gesetz nicht verträgt? Oder von Investorenschutz a la Merkel?
Es ist immer wieder ein Trauerspiel - erst wenn es an den eigenen Pelz geht werden sie munter die Befürworter bzw. erst dann wird mal (etwas) nachgedacht und man fühlt sich im Stich gelassen. Wohlgemerkt nur wenn es um den eigenen Pelz geht, nicht wenn es um das Gemeinwohl geht. Dies ist bezeichnend für unsere heutige Gesellschaft und gleichzeitig ein Armutszeugnis.
Das der Herr Erich Wolf bei der (rechtlich nicht bindenden) Volksbefragung treudoof mit "Nein" zum Ausstieg aus der Finanzierung gestimmt hat ist ihm jetzt peinlich und "tut nichts zur Sache".
Ebenso treudoof (anstatt sich offen und gemeinsam mit dem Widerstand zu wehren) ist die Unterzeichnung der Verträge mit Eintragung einer Grunddienstbarkeit zugunsten der Bahn. "Beweislastumkehr" - was für ein schönes Wort. Solange sie einen im Zusammenhang mit S 21 nicht trifft und einem schlagartig die himmelschreiende Ungerechtigkeit (Erpressung) dahinter klar wird. Wie heißt es so schön: "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht"! Und was die Sache für Herrn Erich Wolf nicht besser macht - er hätte es besser wissen können.

Link zu "Integraler Taktfahrplan (ITF)" vs. S 21
http://www.bei-abriss-aufstand.de/2015/11/17/rede-von-prof-dr-wolfgang-hesse-bei-der-297-montagsdemo/#more-59479

Valentin, 18.11.2015 09:28
Tut mir leid, aber in diesem Fall hält sich mein Mitgefühl in engen Grenzen.

Heike Schiller, 18.11.2015 08:25
Täts bei denen nicht wummern, gäbs kein wimmern. Das war doch von Anfang an klar, wenn gebaut und gebohrt wird ist schluß mit sauberer virtueller apfelwelt. Ein bisschen Schwund ist immer. Muss man aushalten, wenn man dafür so was großartiges bekommt wie den brötchenexpress nach Bratislava. Sorry. Jetzt soll die Stadt Mama spielen. Heissa. Was soll denn die Stadt da tun, nach der jetzt gerufen wird? Appelle an die Bauherrin? Gegen die Bauherrin klagen, obwohl keine Grundstücke und Häuser der Stadt betroffen sind. Hmmmm. Lärmbelästigungen durch einen Bauherrn muss man halt juristisch klären.

Thomas A, 18.11.2015 07:23
Aus Gier Geld am Projekt verdienen und dann es auch noch behalten wollen. Stuttgart21 an sich sei ein Gewinn. Völlig oberflächliches Geschwafeln ohne sich mit der Sache auseinandergesetzt zu haben. Der scheint zu glauben, nach dem Bau seien die Nachteile vorbei. Wie der Lärm. Dann gibt es auch dank ihm viele die weiter nicht zur Ruhe kommen, wenn der Zug anstelle der Baumaschine unterm Haus ist. Soll er mal mit Anschlußfinanzierungswünschen zur Bank. Die erzählt ihm sein Haus ist weniger wert, der Risikozuschlag verteuert den Kredit. Viel Spaß. S21 hat wenige Seiten die positiv betrachtet werden können und mehr Aspekte sind negativ. Und wie beim Geländegewinn wird bei der Verursachungszuschreibung gelogen.
Die Visualisierung hat eben nicht S21 gezeigt , sondern Wolkenkuckucksheim.

beate würtele, 18.11.2015 01:03
Herzlich Willkommen auf den Montagsdemos gegen diesen
verbrecherischen Irrsinn S21


http://www.parkschuetzer.de/assets/statements_neu/000/186/701/original/DreihundertsteMontagsdemo_071215.jpg?1447580762

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