KONTEXT Extra:
Jetzt doch ein Koalitionsausschuss zu Afghanistan

Vor Weihnachten hatten Grünen und CDU eine inhaltliche Aussprache über die Abschiebepraxis nach Afghanistan vermieden. Stattdessen wurde im Koalitionsausschuss vor allem darüber diskutiert, ob Grünen-Landeschef Oliver Hildenbrand es "schäbig" nennen darf, wenn sein CDU-Pendant, Innenminister Thomas Strobl, auch alte oder kranke Menschen abschieben will. Zur bisher einzigen Sammelabschiebung wurde ein Mann sogar aus einer Psychiatrischen Klinik geholt, dann allerdings doch nicht ins Flugzeug nach Kabul gesetzt.

Am kommenden Dienstag werden dieser und andere Fälle sowie die grundsätzliche Vorgehensweise im Koalitionsausschuss diskutiert. Die Grünen, die die Debatte durchgesetzt haben, erinnern an die geltenden Leitlinien des Landes zu Abschiebungen und Rückführungen, nach denen eine Einzelfallprüfung ohnehin zwingend ist. Bisher hatte sich Strobl gegen eine inhaltliche Behandlung der von ihm mitinitiierten verschärften Abschiebepraxis im Koalitionsausschuss ausgesprochen. Die Grünen gehen davon aus, dass die Leitlinien und damit die Einzelfallprüfung bestätigt werden.

Auf dem Tisch liegt auch ein Papier der sogenannten G-Länder, also aller Koalitionen, an denen Grüne beteiligt sind. Diesem zufolge muss gewährleistet sein, "dass Ausreisepflichtige keinen Schaden an Leben und Gesundheit nehmen". Die Regierungspartner in Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen "betonen eine Reihe von Grundlinien und Anforderungen bezüglich Rückführungen nach Afghanistan". Sie fordern die Bundesregierung aber auch auf, die Sicherheitslage in Afghanistan "erneut zu überprüfen". (14.1.2017)


Ein zweites Raumwunder für Geflüchtete

Engagement kann sich lohnen. Im September hatte Kontext über die Initiative der Künstlerin Martina Geiger-Gerlach berichtet, eine Wohnung in einem zum Abriss vorgesehenen Haus im Stuttgarter Stadtteil Steckfeld monatsweise Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig finden dort immer Ausstellungen statt, die Nachbarn und Interessierten Gelegenheit geben, Künstlern und Geflüchteten zwanglos zu begegnen. Nun hat der Vermieter, das katholische Siedlungswerk, der Künstlerin eine zweite Wohnung im selben Haus als Lernwohnung zur Verfügung gestellt, damit Geflüchtete, die im Trubel ihrer Unterkunft nicht zur Ruhe kommen, eine Rückzugsmöglichkeit finden. Zudem bleibt das Haus länger stehen: voraussichtlich zwei Jahre. Dem Siedlungswerk gefällt das Projekt so gut, dass Martina Geiger-Gerlach gefragt wurde, ob sie sich vorstellen könnte, im Quartiersraum des Neubauareals an Stelle des früheren Olgahospitals eine Aufgabe zu übernehmen. Und: Ihr Wohnungs-Projekt ist für den Stuttgarter Bürgerpreis der Bürgerstiftung vorgeschlagen worden. Am 20. Januar um 19 Uhr eröffnet in der Karlshofstraße 42 in Steckfeld die nächste Ausstellung mit Gemälden von Ivan Zozulya und dem DJ Roman Levin. Am 31. Januar wird die Entscheidung zum Bürgerpreis bekannt gegeben. Jeder kann mit abstimmen!


Der Gewitterwanderer im Glück

Mitte November hatte der 33-jährige Göppinger Schriftsteller Kai Bleifuß noch geschimpft wie ein Rohrspatz. Der promovierte Goethe-Experte rackert sich seit Jahren mit Schreiben ab. Fabrizierte zuletzt einen Roman über den Dichterfürsten und wie der so wäre, würde er in unserer Zeit leben. "Goethes Mörder" heißt das gute Stück. Gutes Zeug. Guter Mann. Das weiß auch Bleifuß selbst. Kontext gegenüber machte er keinen Hehl daraus, dass er sich selbst für einen ziemlich duften Typen hält. Doch bislang schlug ihm seitens des ganzen "Literaturzirkus" und der Verlage kalter Wind entgegen. Niemand wolle mehr ein Risiko eingehen. Literatur würde immer mehr unter ökonomischen Abwägungen betrachtet, konstatierte der resolute Literaturnerd. "Schreiben ist das Idiotischste, was man machen kann. Nicht schreiben aber auch."

Ein Bleifuß lässt sich aber nicht unterkriegen – und jetzt hat es gerappelt im Karton: Am vergangenen Sonntag sackte der Göppinger für seinen Text "Fünf Variationen auf das Unsagbare" den Autorenpreis "Irseer Pegasus 2017" ein. 150 Schriftsteller aus dem ganzen Land hatten sich mit ihren Werken beworben, doch Bleifuß hat den mit 2000 Euro dotierten Preis gewonnen. Neben ihm auf dem Siegertreppchen der Preisverleihung im Kloster Irsee im Allgäu strahlte David Krause aus Kerpen.

"Der glücklose Autor hatte endlich einmal Glück!", schrieb Goethe-Glücksbärchen Bleifuß voller Freude an Kontext, mit der Bitte unseren LeserInnen mitzuteilen, dass man am 27.1. ab 21:05 Uhr im BR2 sein Hörspiel "Pinball" senden werde. Machen wir doch gerne. (11.1.2017) 


Abstand halten von den Volksverrätern

Aus 594 Wörtern haben die Sprachwissenschaftler um die Darmstädter Professorin Nina Janich das Unwort des Jahres 2016 ausgesucht: "Volksverräter". Aus dem Erbe der NS-Diktatur werde das Wort von Pegida, AfD und anderen Rechtsaußen verwendet, um PolitikerInnen  zu diffamieren. Mit der Folge, dass das "ernsthafte Gespräch" und notwendige Diskussionen in der Gesellschaft abgewürgt würden, begründet die Jury. Auf den weiteren Plätzen folgen "postfaktisch", "Populismus", "Gutmensch" sowie eine "Armlänge Abstand". Mit in der fünfköpfigen Jury saß auch Kontext-Autor Stephan Hebel. (10.1.2016)


Sichere Herkunftsstaaten: Kretschmann schon lange für längere Liste

Winfried Kretschmann hat sich mit jüngsten Äußerungen zur Einstufung von Marokko, Tunesien und Algerien als sichere Herkunftsländer derart in die Nesseln gesetzt, dass sich sein Staatsministerium zu einer "Klarstellung" aufgerufen sah. Tatsächlich handelt es sich um einen durchsichtigen Versuch der Schadensbegrenzung. Der grüne Regierungschef hatte auf Anfrage der "Rheinischen Post" in einer Stellungnahme zur aktuellen Sicherheitsdebatte erklärt: "Die kriminelle Energie, die von Gruppierungen junger Männer aus diesen Staaten ausgeht, ist bedenklich und muss mit aller Konsequenz bekämpft werden." Zugleich sprach er sich für die Aufnahme der drei Maghreb-Staaten auf die Liste sicherer Herkunftsländer aus: "Baden-Württemberg wird der Ausweitung zustimmen, sofern die Bundesregierung das Ansinnen in den Bundesrat einbringt."

Die Wirkung beider Sätze im Zusammenhang sind ihm und "meinen Leut", wie er seine engsten Mitarbeiter gern nennt, offenbar entgangen. Jedenfalls stellte "das Staatsministerium klar, dass die signalisierte Zustimmung weder aus aktuellem Anlass beschlossen wurde, noch ihre Begründung in der Gewaltbereitschaft mancher Gruppen junger Männer aus diesen Ländern hat". Vielmehr sei die Entscheidung "schon im Frühsommer 2016 nach einem langen Abwägungsprozess, in dem vor allem der Frage nachgegangen wurde, ob es angesichts der Menschenrechtssituation in den besagten Ländern vertretbar wäre, diese zu sicheren Herkunftsländern zu erklären (...), als sich die Bundesregierung dem Ministerpräsidenten gegenüber bereit erklärte, in einer Protokollerklärung festzuhalten, Personen aus sogenannten vulnerablen Gruppen wie Homosexuellen, verfolgten Journalisten, religiösen Minderheiten mit gleicher Sorgfalt zu prüfen wie Flüchtlinge aus sonstigen Ländern". Das Staatsministerium sagt allerdings nichts dazu, ob die Forderung erfüllt wurde und warum das Thema nicht längst endgültig ausgetreten ist. Denn laut dem Bundesamt für Flüchtlinge und Migration werden die drei Länder in der Statistik überhaupt nicht mehr einzeln ausgewiesen, weil die Zahl der einreisenden Asylbewerber so niedrig ist. Und bereits 2015 gehörten die drei Staaten nicht zu jenen zehn Ländern, aus denen die meisten Flüchtlinge nach Deutschland kamen. (5.1.2017)


KONTEXT
per E-Mail:
Immer informiert:

Durch diese Anmeldung erhalten Sie regelmäßig immer mittwochs um 9 Uhr unsere neueste Ausgabe unkompliziert per E-Mail.

Datenschutz-Hinweis

Solche Bohrer werden beim S-21-Tunnelbau eingesetzt. Foto: Firma Herrenknecht

Solche Bohrer werden beim S-21-Tunnelbau eingesetzt. Foto: Firma Herrenknecht

Ausgabe 242
Gesellschaft

Hammer unter der Hütte

Von Anna Hunger
Datum: 18.11.2015
Erich Wolf hat mit seinen Visualisierungen maßgeblich dazu beigetragen, das strahlende Bild des Bahnprojekts Stuttgart 21 zu kreieren. Heute liegt er mit der Bahn im Clinch. Weil sein Haus wackelt.

Erich Wolf macht Visualisierungen. Es ist sein Beruf, Baupläne von Stadtteilen, Malls und Häusern in virtuelle Wirklichkeiten zu übersetzen, seine Leidenschaft aus Zahlen und Rechnungen kleine Welten zu erschaffen. Dafür brennt er. "Das größte Lob ist es, wenn ein Projekt genau so aussieht, wie wir es vorher gezeigt haben", sagt der Architekt. 

Auch Stuttgart 21 hat sein Büro Aldinger+Wolf zum Leben erweckt. Strahlend, sauber, schön der Bahnhof, Züge, die sich malerisch durch grüne Landschaften schlängeln. Zu sehen auf den Webseiten des Kommunikationsbüros Stuttgart–Ulm, mit diesen Bildern ist die mobile Presseabteilung von Stuttgart 21 durchs Land getourt, vor allem vor der Volksabstimmung 2011. "Wir haben den Leuten eine Vorstellung davon gegeben, wie es aussehen wird", sagt Erich Wolf.

Wolf sitzt in Stuttgart in seinem Büro mit den hübschen antiken Möbeln, viel Apple, poliertem Parkett, kantigen Ledersofas. Er ist einer, der den neuen Tiefbahnhof als eine großartige Lösung sieht, für eine topografisch so beengte Stadt wie Stuttgart. Stuttgart 21 an sich sei ein Gewinn, ein tolles Projekt. Auch auf seine Arbeit für die Bahn lässt er nichts kommen. Er trennt scharf zwischen Beruf und privat. Seine Visualisierungen sind Beruf.

"Man muss ja Opfer bringen"

Privat ist er der Besitzer eines Hauses, in dem die Fenster zittern und die Wände wummern, weil die Bahn gerade einen der Tunnel für die neue Bahnstrecke drunterdurchsprengt. Dass sie das tun wird, weiß er seit 2005. Seitdem findet er, das Planfeststellungsverfahren sei völlig veraltet, das hätte man mit der Zeit zumindest anpassen müssen. Privat saß er kürzlich für das ZDF und den SWR vor der Kamera und hat den beiden Fernsehsendern die fiese Geschichte vom Gewummer und Gezitter erzählt. Privat liegt er seit einer ganzen Weile schon im Clinch mit der Bahn, seinem Auftraggeber, der Polizei und der Politik.

Erich Wolf beim SWR. Screenshot
Erich Wolf beim SWR. Screenshot

Wolf, 48, sanft und freundlich, sagt: "Es gibt nicht umsonst Gesetze und Regeln." Die gelten auch für die Bahn. Erschütterungen, die durch Sprengungen ausgelöst werden, seien zwar in Gutachten der Bahn bedacht worden. Nicht aber, dass sich der Schall fortpflanzt und die Häuser plötzlich zu Lautsprechern werden. Mit Schall kennt sich Wolf mittlerweile aus.

Laut Gesetz dürfe von 7 bis 20 Uhr gelärmt werden. Die Bahn wummere aber immer. Tags und nachts und das, obwohl im Planfeststellungsbeschluss, Seite 236, wortwörtlich stünde, dass überhaupt keine Lärmbelästigung durch den Tunnelbau zu erwarten sei. Zitat: "In den Tunnelbereichen - auch bei nur geringer Überdeckung - sind keine Auswirkungen durch Baustellenlärm zu befürchten, da die Baumaßnahmen in bergmännischer Bauweise, d.h. unterirdisch erfolgen."

Und es kümmere sich? Exakt keiner! Wolf schnaubt ein bisschen.

Kürzlich sei er an einer Baustelle im Stuttgarter Westen vorbeigekommen und habe mal gefragt, wie sie das so mit dem Lärm handhaben. Der Bauarbeiter sagte, 19 Uhr sei Lärmschluss. Gesetze müsse man ja nicht ausreizen. "Gesetze schreiben ja eigentlich vor, wo die Obergrenze ist", sagt Wolf. "Bis hierhin und nicht weiter." Warum das eigentlich nicht für die Bahn gelte? Tja.

Nächtliche Anrufe bei der Polizei – sinnlos. "Anzeigen wegen Lärmbelästigung nehmen die gar nicht erst auf", sagt Wolf. "Der normale Bürger, der sich über S 21 beschwert, wird sofort in die Hardcore-Gegner-Schublade gesteckt", was zur Folge habe, dass keiner mehr zuhöre. Sei doch alles genehmigt, sagte die Polizei, und zuständig für Lärm unter der Erde seien sie auch nicht. Wenn der Nachbar zu laute Musik mache, könne er sich ja noch mal melden, mit Bohr- und Sprenggewummer aber bitte an die Bahn wenden.

Ein paar Hotelgutscheine reichen nicht als Entschädigung

Die Bahn sei aber auch nicht zuständig, sagt Wolf. Sondern das Eisenbahn-Bundesamt. Und das wiederum sei der Meinung, mit ein paar Hotelgutscheinen für die Lärmgeplagten sei die Nachtruhe wieder hergestellt. Mit Hund und Kind und Frau und Sack und Pack ins Hotel? Das sei ein ganzer Umzug! Wer um sechs arbeiten müsse, bekäme im Hotel kein Frühstück. Zudem leide das Familienleben, das Leben generell, wer bezahlt die Mehrkilometer, die da gefahren werden müssen? Und die Umstände? Und die fehlende Lebensqualität?

Wolf wünscht sich mehr Sensibilität gegenüber dem Bürger. Mehr Bürgerbeteiligung generell. Den Protest gegen das Projekt, sagt er, fände er gut, gut für die Diskussion, notwendig, um Verbesserungen durchzusetzen. Es dürfe natürlich nicht so sein, dass ein Projekt nicht mehr machbar sei. Es müsse Kompromisse geben, die zu einer gemeinsamen, vertretbaren Linie führen.

Schöne neue Welt: Leider nur virtuell. Visualisierung: Aldinger & Wolf
Schöne neue Welt: Leider nur virtuell. Visualisierung: Aldinger & Wolf

Aber die Kommunikation aller Beteiligten an S 21 sei himmelschreiend. "Wenn eine Stadt ein Projekt plant, das noch Jahrzehnte Nachwirkungen und Veränderungen bringt, muss man das doch mit den Leuten besprechen!" Mittlerweile wünscht er sich, dass irgendwer auch mal das Innenleben des Projekts, all die Prozesse, die dort stattfinden und es begleiten, so schön anschaulich visualisiert hätte wie er die Außenhülle. Aber? Pfeifendeckel.

1500 Leute seien betroffen von der Bohrerei und dem Gesprenge unterm eigenen Grundstück. "Das sind viele! Da hätte sich die Stadt Stuttgart doch mal kümmern müssen!" Ob er zur Volksabstimmung mit ja, also für eine Aussteig aus dem Projekt, oder mit nein gestimmt hat? Dazu mag sich Wolf nicht äußern. Das tue ja nichts zur Sache.

"Eigentlich bräuchte jeder Betroffene einen Anwalt, um überhaupt die Verträge zu verstehen, die da alle unterschreiben sollen, damit die Bahn die Grundstücke untertunneln darf." Zwangsenteignung, nennt er das. Die Bahn würde sich neue Grundstücke beschaffen, indem sie unter privaten Grundstücken durchbohrt. "Und die eigenen werden zu Bestpreisen verkauft."

Am Killesberg, das habe er zumindest gehört, soll die Bahn wie eine Drückerkolonne von Haustür zu Haustür gelaufen sein, habe ihre Verträge hingelegt und zu den armen Ahnungslosen gesagt, oh, kucken Sie mal, liebe Frau, Sie sind die Einzige, die noch nicht unterschrieben hat. Und bei ihm in Wangen gebe es eben auch Leute, die der Situation hilflos ausgeliefert seien. Auch für die sieht er sich in der Pflicht mit seinem Engagement.

Die Beweislastumkehr, das sei zum Beispiel auch so eine undurchsichtige Sache. Solange die Bahn, so erklärt es Wolf, unter seinem Haus bohrt und dann was auch immer passiert, ist es offensichtlich, dass die Bahn schuld ist. Wenn die Grabung aber schon unter des Nachbars Grundstück verläuft und das Wolf'sche Haus erst dann aufs Nachbarhaus kippt, ist der erste Augenschein nicht mehr gegeben, und die Wolfs müssen der Bahn nachweisen, dass ihr Haus umgefallen ist, weil die Bahn drunter gebohrt hat.

2003, erzählt Wolf, sei der hübsche Altbau, in dem er sein Büro hat, renoviert worden. 2013 habe er plötzlich einen Fleck an der Wand entdeckt. Wasserschaden. Zehn Jahre früher hat wohl einer eine Muffe von einer Leitung nicht richtig verschraubt. So lange kann es dauern, bis was passiert! "Und wer ist dann zuständig?"

Die Stadt sollte Rechtsbeistand für die Bürger sein

Der grüne Oberbürgermeister Fritz Kuhn, Nachfolger von Stuttgart-21-Freund Wolfgang Schuster, sagte bei seiner Wahl 2012, der Bahn müssen man auf die Finger schauen, erinnert sich der Visualisierer. "Jetzt sagt Kuhn: Wir können da auch nichts machen. Aber so eine Stadtverwaltung sollte doch Rechtsbeistand für die Bürger sein. Die Bahn hat ja auch einen Rechtsbeistand. Warum haben den die Bürger nicht?"

Und: Wenn die Bahn den Schall und Lärm für die Baustellen in ihren Gutachten schon nicht ausreichend berücksichtigt hat, fragt er sich, was ist dann später? Höre ich jeden Zug, der unter meinem Haus durchfährt? "Dann müsste die Bahn eigentlich so eine Art Lizenzgebühr bezahlen, für jeden Zug, der da unterm Haus durchdonnert, einen Cent oder so." Tut sie aber nicht. So gesehen ist das: "Der Hammer."

Und warum eigentlich kann nicht einfach nicht nachts gebohrt werden? Weil sie eh zu spät dran sind mit ihrem Zeitplan. "Hätten sie halt früher anfangen müssen!"

Und dann geht einer wie Wolf an die Presse. Und erzählt dem SWR das ganze Dilemma direkt in die Kamera. Man dürfe natürlich nicht überdramatisieren, sagt Erich Wolf, aber man müsse schon beide Seiten hören. Die Wolf'sche und die der Bahn. Als der Beitrag dann kam, sagt Wolf, sei er viel weniger kritisch gewesen, als gedacht. "Und der Projektsprecher darf unkommentiert ins Mikro sagen, dass das Problem, das wir mit dem Lärm haben, ein Graubereich ist. Und keiner widerspricht! Das ist kein Graubereich, es gibt doch Gesetze!" Dass er der Mann fürs Visualisieren des wunderbaren Tiefbahnhofs war, hat der Sender auch nicht verraten.

Hätte Erich Wolf vorher gewusst, wie sich das anfühlt, so Sprengungen und Bohrungen unterm Hintern, wie es ist, wenn man plötzlich selbst über den Tisch gezogen und beschissen wird, wie es ist, nicht gehört zu werden, nur immer gesagt zu bekommen, es sei doch alles genehmigt, dann wäre er nicht für das Projekt gewesen, sagt er.

Zu spät.


Gefällt Ihnen dieser Artikel?

Kommentare

andromeda, 25.11.2015 01:37
Für die sofortige Aufnahme von Herrn Doktor Diethelm + Gscheidle
in die S21-PR- Abteilung !! Ich bin schon jetzt glühender und lebenslänglicher Anhänger seiner Pressearbeit für Syssiphus 21 . Ein Vorbild für Herrn Wolf und jeden anständigen Bürger !

Schwabe, 21.11.2015 11:37
Extra nochmal für den "Müller"
Hat der Herr Erich Wolf noch nie etwas von der Projektförderpflicht von Stadt und Land gehört (hinter der sich unsere Politikerhelden u.a. so gerne verstecken) und dass sich das bei S 21 evtl. mit Recht und Gesetz nicht verträgt? Oder vom Investorenschutz und dem Privatisierungswahn a la Merkel (insbesondere der gesellschaftlichen Daseinsvorsorge)?
Es ist immer wieder ein Trauerspiel - erst wenn es an den eigenen Pelz geht werden sie munter die Befürworter bzw. erst dann wird mal (etwas) nachgedacht und man fühlt sich von seinem Staat im Stich gelassen. Wohlgemerkt nur wenn es um den eigenen Pelz geht, nicht wenn es um das Gemeinwohl geht - z.B. um unsere Eisenbahn. Dieser Egoismus ist bezeichnend für unsere heutige Gesellschaft und gleichzeitig ein Armutszeugnis. Als Vorbild dient unsere regierende, bürgerlich neoliberale CDU/CSU, SPD oder Grünenpolitik, welche sich radikal am Großkapital und an der eigenen Karriere orientiert (neoliberal = neue Freiheit (des Marktes)).
Das der Herr Erich Wolf bei der (rechtlich nicht bindenden) Volksbefragung treudoof mit "Nein" zum Ausstieg aus der Finanzierung gestimmt hat ist ihm in diesem Zusammenhang peinlich und "tut nichts zur Sache".
Ebenso treudoof (anstatt sich offen und gemeinsam mit dem Widerstand zu wehren) ist die Unterzeichnung der Verträge mit Eintragung einer Grunddienstbarkeit zugunsten der Bahn. "Beweislastumkehr" - was für ein schönes Wort. Solange sie einen im Zusammenhang mit S 21 nicht trifft und einem schlagartig die himmelschreiende Ungerechtigkeit (Erpressung) dahinter klar wird. Wie heißt es so schön: "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht"! Und was die Sache für Herrn Erich Wolf nicht besser macht - er hätte es besser wissen können.

Link zu "Integraler Taktfahrplan (ITF)" vs. S 21
http://www.bei-abriss-aufstand.de/2015/11/17/rede-von-prof-dr-wolfgang-hesse-bei-der-297-montagsdemo/#more-59479

Müller, 20.11.2015 12:25
Lieber Schwabe,
Sie haben unter dem falschen Artikel kommentiert. Hier ging es nicht um die Leistungsfähigkeit von S21.
Aber wenn wir schon dabei sind...
Ich bin, wie 99,99 % der S21-Gegner kein Bahnexperte.
Zwar habe ich schon mit einigen K21-ern gesprochen, die sich als Bahnexperten ausgaben. Aber auf Nachfrage waren dies stets Lehrer, Hausfrauen oder gar (Lebens-)Künstler.
Können Sie, da Sie sich anscheinend gut mit der Materie auskennen, mir kurz und verständlich erklären, warum die Züge 15 min auf dem Bahngleis rumstehen? Obwohl sie nicht, wie bei K21, wenden müssen?
Und warum gibt es keinen einzigen echten Bahnexperten, die die 8*4-Rechnung eines vollkommen fachfremden bestätigt?
Aber nicht nur vom Engelhardt abschreiben, gelle. Der hat mit Bahn so viel zu tun wie der VfB mit Championsleague.
Schwäbische Grüße und schönes Wochenende.

Schwabe, 20.11.2015 10:00
Durch die Ablehnung des 4. Bürgerbegehrens (20.000 Unterschriften) zum Leistungsrückbau durch den neuen, schrägen Tunnelhaltepunkt S 21 stellen sich die Stadt Stuttgart (Mehrheit des Gemeinderats von Grüne, CDU und SPD)) und deren Gutachter m.E. sinngemäß auf den Standpunkt, dass dessen Leistungsfähigkeit mit 32 Zügen/Stunde (vom VGH 2014 bestätigt) mehr sind als die Leistungsfähigkeit des bestehenden Kopfbahnhohs mit 38 Zügen/Stunde (was durch die Modernisierung des Kopfbahnhofs noch ausgebaut werden kann).
Weiter rechtfertigen die Stadt Stuttgart und deren Gutachter damit m.E. sinngemäß das "vernichten" von Milliarden an Steuergeldern für eine massive Verschlechterung des Gemeinwohls der Mehrheitsbevölkerung (m.E. Verletzung des Grundrechts auf Mobilität).

"Antrag gegen die Ablehnung des 4.Bürgerbegehrens gegen S 21"
http://www.bei-abriss-aufstand.de/2015/11/19/antrag-gegen-die-ablehnung-des-4-buergerbegehrens-gegen-s-21/#more-59512

"Stuttgart wird abgehängt" - Rede von Prof. Dr. Wolfgang Hesse
http://www.bei-abriss-aufstand.de/2015/11/17/rede-von-prof-dr-wolfgang-hesse-bei-der-297-montagsdemo/

Müller, 19.11.2015 07:02
OMG. Hat man tatsächlich einen Proler der jetzt jammert. Bitte die nächsten 100 Montagsdemonstrationen als Redner einladen.
PS: wie viele Tage besteht die akustische Beeinträchtigung, wenn man weiterhin mit >1000m Tunnelvortrieb/Monat im Stadtgebiet vorankommt? Kann das mal jemand ausrechnen?
Und wie zum Teufel ist eigentlich das alles da draußen entstanden? Wieviel Mio Rammstöße direkt vor der Haustür gab es beim Bau der U-Bahn? Wie entstanden die Straßen, die Wohnblocks, der Bonatzbau, die S-Bahn?
Gibt es nur bei S21 Lärmbelästigungen? Ist ein Tunnelbau in bergmännischer Bauweise nicht um ein vielfaches leiser als eine offene Bauweise mit Eammstößen? Wo waren früher die Wutbürger?
Oder ist es wie bei den Bäumen im Park die wegen dem B10-Tunnel gefällt wurden? Als die Parkschützer gefragt wurden warum es keinen Protest gegen die Fällung gab antwortete MvH dass dies doch keine S21-Bäume waren... Ach so, es ging also gar nie um die Bäume. Welche Überraschung.
PS: ich wohne an einer Bahnlinie. Ich hätte dort gerne eine Tunnelbaustelle und danach die Ruhe...
Aber sicher würd sich auch bei mir im Wohngebiet jemand finden, der während der Bauzeit jammern würde. Wenn man nur lange genug recherchiert.

Piepmatz, 19.11.2015 01:39
Auf Mitgefühl kann Herr Wolf nicht spekulieren. Dafür hat er sich viel zu naiv und uninteressiert an maßgeblichen Details der Bahn angedient. Es geschieht ihm also durchaus recht, wenn er jetzt - freilich reichlich spät und NUR, weil es ihn unerwartet persönlich tangiert - sein Vertragsverhältnis mit einem so (insgesamt) betrügerisch handelnden Partner teilweise zu bedauern scheint. Aber eben auch nur: scheint, denn er findet ja nach wie vor die Keller-Haltestelle in Ordnung. Manche Leute (leider viel zu viele) brauchen eben sehr lange, bis sie ansatzweise zu begreifen lernen - wenn überhaupt -, dass Gemeinwohl ein schützenswertes Gut ist.

Matthias, 18.11.2015 19:06
Architektentrost, so heißt eine schnell wachsende Rankpflanze mit Spitznamen, die schlimme Bausünden schön schnell überwuchert. Viel Grün hat auch Herr Wolf verwendet, wenn er die Bäume auf das Betondach der neuen Haltestelle pflanzt. Und in der Keller-Haltestelle mit ganz viel Sonnenlicht visualisiert was es nicht gibt - einen Keller in dem die Sonne strahlt. Das sind zwar ganz kleine Nebensächlichkeiten bei diesem komplett verhunzten Projekt, aber damit hat die Bahn den ganzen Mist als strahlende neue Zukunft verkaufen können. Mit der Hilfe von Herrn Wolf.

Bilder sagen ja mehr als tausend Worte – nur leider nicht unbedingt die Wahrheit. Zeitungen und Redakteure gehen deshalb zu Recht mit verfälschten Bildern in der Berichterstattung sehr hart ins Gericht. Nur bei komplett künstlich erschaffenen Bildwelten findet überhaupt keine Kritik statt. Da ist man ja froh über jeden bunten Pixel den man zu einem noch nicht existierenden Projekt zeigen kann.

Die Bildvisualisierungen zur neuen Tunnel-Haltestelle Stuttgart halte ich schon immer für eine absolute Frechheit. Wenn ich dann noch lese: "Das größte Lob ist es, wenn ein Projekt genau so aussieht, wie wir es vorher gezeigt haben". Au wei. Ich hätte mir mal eine Darstellung der Haltestelle unten gewünscht mit realistischer Lichtdarstellung und nicht mit sonnendurchfluteter Halle, die es nicht geben wird. Das wird schlicht ein dunkles Loch wie jede U-Bahn-Haltestelle, nur mit ein paar Lichtluken. Damit hätte man diesen verkorksten Mist aber nicht verkaufen können. Da mag ich den beschönigenden Hern Architekten Wolf auch nicht mehr trösten wenn in der Realität sein Haus wackelt. Shit happens.

Marcus S., 18.11.2015 18:13
Ich hätte den Auftrag der Bahn ganz einfach abgelehnt, oder ich hätte ihn angenommen und mir wäre klar gewesen, was auch mich zukommt, wenn ich dort lebe, wo Herr Wolf lebt.

Dem Herrn fehl meines Erachtens, wie so vielen Zeitgenossen ganz einfach Rückgrat. Und / Oder er ist einfach nur ein ganz naiv gebliebener Mensch. Von beiden Sorten haben wir zu viele auf diesem Planeten.

PS: Vielleicht visualisiert er nun den neuen Berliner Flughafen, also den, der nach dem Abriss der Neubauruine entstehen wird …

invinoveritas, 18.11.2015 15:25
"Wolf wünscht sich mehr Sensibilität gegenüber dem Bürger." Prima. Von wem? Natürlich von der Bahn. Oder von der Stadt, von der der Guteste heute meint, sie müsse ihm gratis einen Rechtsbeistand zur Verfügung stellen.
Besser wäre es, wenn da stünde: "Wolf ist sinksauer auf sich selbst, weil er früher vollkommen unsensibel war gegenüber seiner Stadt."

bluemoon, 18.11.2015 14:10
Oooooooch

Horst Ruch, 18.11.2015 13:15
Es ist nie zu spät......auch Herr Wolf wird eines Tages dazugelernt haben, daß seine Visualisierungen auf einer großen Lüge aufgebaut waren.

Dr. Diethelm+Gscheidle, 18.11.2015 13:03
Sehr geehrter Herr Wolf,

so ein Nestbeschmutzer wie Sie hat uns redlichen Stuttgart-21-Freunden gerade noch gefehlt! So eine Unverschämtheit von Ihnen: Am redlichen Stuttgart-21-Projekt Geld verdienen, und dann der löblichen Deutschen Bahn und dem ehrenwerten Kaufmann, Herrn Dr. Grube, einfach in den Rücken fallen! Wenn Sie auch nur einen Funken Anstand im Leib hätten, würden Sie wenigstens das von der Bahn für Ihre Aufträge erhaltene Geld sofort zurückzahlen! Denn bei Stuttgart-21 ist doch von vornherein klar, dass der Geld-Kuchen ausschließlich unter redlichen Stuttgart-21-Befürwortern aufgeteilt werden darf!

Mein verkehrswissenschaftliches Forschungsinstitut wurde ja auch von der Deutschen Bahn für verkehrswissenschaftliche Studien im Rahmen des hervorragenden Umweltschutzprojektes "Stuttgart-21" bezahlt - denken Sie, die hätten das getan, wenn ich ein unredlicher Stuttgart-21-Gegner wäre, der dem neuen Tiefbahnhof nur eine Kapazität von 30 Zügen bescheinigt hätte? Natürlich nicht - selbstverständlich habe ich für Stuttgart-21 mittels anerkannter verkehrswissenschaftlicher Standards eine Kapazität von 128 Zügen bescheinigen können, während der derzeitige Schrottbahnhof lediglich auf eine Kapazität von 42,5 Zügen kommt! Damit habe ich nachgewiesen, dass Stuttgart-21 die dreifache Leistungsfähigkeit hat - und wurde dafür selbstverständlich gut bezahlt! Glauben Sie, ich hätte den Auftrag bekommen, wenn ich ein diabolischer Stuttgart-21-Gegner wäre? Und glauben Sie, man hätte mir dann den lukrativen Auftrag erteilt, die Pro-S21-Lohnschreiberaktivitäten in den Medien zu koordinieren? Da Sie aber jetzt offenbar aus unverständlichen Gründen diese Kehrtwendung gemacht haben, ist es nur recht und billig, wenn Sie Ihre von der Bahn erhaltenen Gelder zurückzahlen! Beißen Sie nicht in die Hand, die Sie füttert - und sägen Sie nicht länger an dem Ast, auf dem Sie sitzen!

Mit vorzüglicher Hochachtung

Dr. Diethelm Gscheidle
(Verkehrswissenschaftler, Dipl.-Musikexperte, sowie Koordinator der Pro-S21-Lohnschreiber)

Mannheimer, 18.11.2015 11:10
Die Mannheimer haben es gut mit den Stuttgartern gemeint und gegen S21 gestimmt, aber die Stuttgarter waren ja mehrheitlich dafür und wollten die "Stadtmodernisierung" um jeden Preis ("Jetzt sind wir mal dran, was zu bekommen, nicht nur die bankrotten Hamburger und Berliner").
Nun, das ist jetzt der Preis: Vergammelung der Könisgsstraße und Verlagerung des Einzelhandels ins Milaneo und Gerber. Verkehrsstau, Baulärm, Feinstaub und Dreck, und Zwietracht. Was noch kommen könnte: Anhebung des Erdreichs durch quellenden Gipskeuper. Auch davor wurde rechtzeitig gewarnt. Abwarten. Gentrifizierung geht auch andersrum: Alle die es sich leisten können ziehen weg. Ich bin mir sicher: Wolf's Tuttlingen stünde als neue Ersatzlandeshauptstadt zur Verfügung.

Schwabe, 18.11.2015 10:59
Hat der Herr Erich Wolf noch nie etwas von der Projektförderpflicht
von Stadt und Land gehört (hinter der sich unsere Politikerhelden u.a. so gerne verstecken) und dass sich das bei S 21 evtl. mit Recht und Gesetz nicht verträgt? Oder von Investorenschutz a la Merkel?
Es ist immer wieder ein Trauerspiel - erst wenn es an den eigenen Pelz geht werden sie munter die Befürworter bzw. erst dann wird mal (etwas) nachgedacht und man fühlt sich im Stich gelassen. Wohlgemerkt nur wenn es um den eigenen Pelz geht, nicht wenn es um das Gemeinwohl geht. Dies ist bezeichnend für unsere heutige Gesellschaft und gleichzeitig ein Armutszeugnis.
Das der Herr Erich Wolf bei der (rechtlich nicht bindenden) Volksbefragung treudoof mit "Nein" zum Ausstieg aus der Finanzierung gestimmt hat ist ihm jetzt peinlich und "tut nichts zur Sache".
Ebenso treudoof (anstatt sich offen und gemeinsam mit dem Widerstand zu wehren) ist die Unterzeichnung der Verträge mit Eintragung einer Grunddienstbarkeit zugunsten der Bahn. "Beweislastumkehr" - was für ein schönes Wort. Solange sie einen im Zusammenhang mit S 21 nicht trifft und einem schlagartig die himmelschreiende Ungerechtigkeit (Erpressung) dahinter klar wird. Wie heißt es so schön: "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht"! Und was die Sache für Herrn Erich Wolf nicht besser macht - er hätte es besser wissen können.

Link zu "Integraler Taktfahrplan (ITF)" vs. S 21
http://www.bei-abriss-aufstand.de/2015/11/17/rede-von-prof-dr-wolfgang-hesse-bei-der-297-montagsdemo/#more-59479

Valentin, 18.11.2015 09:28
Tut mir leid, aber in diesem Fall hält sich mein Mitgefühl in engen Grenzen.

Heike Schiller, 18.11.2015 08:25
Täts bei denen nicht wummern, gäbs kein wimmern. Das war doch von Anfang an klar, wenn gebaut und gebohrt wird ist schluß mit sauberer virtueller apfelwelt. Ein bisschen Schwund ist immer. Muss man aushalten, wenn man dafür so was großartiges bekommt wie den brötchenexpress nach Bratislava. Sorry. Jetzt soll die Stadt Mama spielen. Heissa. Was soll denn die Stadt da tun, nach der jetzt gerufen wird? Appelle an die Bauherrin? Gegen die Bauherrin klagen, obwohl keine Grundstücke und Häuser der Stadt betroffen sind. Hmmmm. Lärmbelästigungen durch einen Bauherrn muss man halt juristisch klären.

Thomas A, 18.11.2015 07:23
Aus Gier Geld am Projekt verdienen und dann es auch noch behalten wollen. Stuttgart21 an sich sei ein Gewinn. Völlig oberflächliches Geschwafeln ohne sich mit der Sache auseinandergesetzt zu haben. Der scheint zu glauben, nach dem Bau seien die Nachteile vorbei. Wie der Lärm. Dann gibt es auch dank ihm viele die weiter nicht zur Ruhe kommen, wenn der Zug anstelle der Baumaschine unterm Haus ist. Soll er mal mit Anschlußfinanzierungswünschen zur Bank. Die erzählt ihm sein Haus ist weniger wert, der Risikozuschlag verteuert den Kredit. Viel Spaß. S21 hat wenige Seiten die positiv betrachtet werden können und mehr Aspekte sind negativ. Und wie beim Geländegewinn wird bei der Verursachungszuschreibung gelogen.
Die Visualisierung hat eben nicht S21 gezeigt , sondern Wolkenkuckucksheim.

beate würtele, 18.11.2015 01:03
Herzlich Willkommen auf den Montagsdemos gegen diesen
verbrecherischen Irrsinn S21


http://www.parkschuetzer.de/assets/statements_neu/000/186/701/original/DreihundertsteMontagsdemo_071215.jpg?1447580762

Kommentar hinzufügen




CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.


* Pflichtfeld!

Letzte Kommentare:

Ausgabe 303 / Anti-Christen / Rolf Steiner, 18.01.2017 10:55
"Grün aus Verantwortung" – nein „Grün aus Verantwortungslosigkeit!“ Kretschmanns dürre Worte zeugen davon. Und wir wissen jetzt, dass er sich von der CDU über den Tisch ziehen lässt, doch unfähig bleibt, dies zuzugeben. Wer...

Ausgabe 303 / Dann klopft mal schön / Jürgen Falkenstein, 18.01.2017 10:09
https://correctiv.org/correctiv/aufsichtsrat-ethikrat/ https://correctiv.org/correctiv/foerderer/ https://correctiv.org/correctiv/finanzen/ Damit ist ja wohl sichergestellt, daß da nix passieren wird, was unsere Eliten verärgern...

Ausgabe 303 / "Der Kalte Krieg ist zurück" / RB001, 18.01.2017 10:09
Heinz Greiner - Für wahr, nomen est omen.

Ausgabe 303 / Dann klopft mal schön / Marie, 18.01.2017 10:08
@Schwabe Dazu: https://correctiv.org/correctiv/finanzen/ Eine tolle Wertsteigerung von Schraven und Humborg, oder? Offenlegung der Bruttogehälter der Geschäftsführung und Chefredaktion 2015 David Schraven: 111.038 Euro Dr....

Ausgabe 303 / Kein Platz für Heuschrecken / Karl Heinz Siber, 18.01.2017 09:44
Tja, Stuttgart scheint wohl ein Peter Glotz'scher Großtanker zu sein, der seinen trägen Kurs weiterfährt, egal welcher Kapitän am Ruder steht. Man hatte ja irgendwie gehofft, dass mit OB Kuhn ein Ruck durch Stuttgart gehen würde. So...

Ausgabe 303 / Dann klopft mal schön / Schwabe, 18.01.2017 09:24
Ausgerechnet „Correctiv“ soll Facebook von Falschmeldungen befreien? Da wird doch der Bock zum Gärtner gemacht! Die Debatte um „Fake-News“, also Falschmeldungen, auf Facebook nimmt kein Ende. Nun soll ausgerechnet das...

Ausgabe 303 / Kein Bock auf Partei / Dr. Diethelm Gscheidle, 18.01.2017 08:15
Sehr geehrte Damen und Herren, bitte beachten Sie, dass Studiengebühren sehr redlich sind! Sie setzen einen Anreiz für die größtenteils faulen Studenten, endlich ihr Studium durchzuziehen. Außerdem haben ausgebildete Akademiker ein...

Ausgabe 303 / "Der Kalte Krieg ist zurück" / Heinz Greiner, 18.01.2017 08:03
Herr Alt bleibt seiner Linie treu . Gegen die , deren Politik er im SWF und der ARD schon stützte kein Wort . Wie bei seiner Sonnenseite , schön allgemein bleiben und auf der richtigen Seite . In Alter wird mancher aus der...

Ausgabe 302 / Hilfe für Snowdens Helfer / Florian S. Müller, 17.01.2017 21:14
Den Vortrag von Sönke Iwersen beim 33C3 ist unter diesem Link anzuschauen und runterzuladen: https://media.ccc.de/v/33c3-8416-the_untold_story_of_edward_snowden_s_escape_from_hong_kong#video&t=830 Am Anfang gab es technische...

Ausgabe 302 / Eliten mit Sehschwäche / Renate Knapper, 16.01.2017 12:10
Hallo Kontext-Redaktion, Ich finde es super, dass ihr das Thema reich/arm zum Schwerpunkt machen wollt. Und dass ihr gleich in BaWü anfangt und v.a. auch Namen nennt. Bitte weiter so!! Hoch spannend ist in meinen Augen auch die Aussage...

Die KONTEXT:Wochenzeitung lebt vor allem von den kleinen und großen Spenden ihrer Leserinnen und Leser.