KONTEXT Extra:
Mit klassischer Musik gegen Kampfdrohnen

Mit Cello und Bratsche rücken 80 MusikerInnnen vor der US-Kommandozentrale in Stuttgart-Möhringen an. Am kommenden Montag, 29. 8., 10 Uhr, wollen sie dem "Drohnenmord den Schlussakkord" setzen. Sie sammeln sich seit 30 Jahren unter dem Namen "Lebenslaute" und finden sich überall dort ein, wo sie Menschen bedroht sehen: auf Militärübungsplätzen, Abschiebeflughäfen, vor Atomkraftwerken und Raketendepots. Ihr Konzert ist verbunden mit einer Demonstration, bei der die Organisatoren von "Ohne Rüstung Leben" 13 000 Unterschriften an einen Vertreter von Africom und Eucom übergeben wollen. Sie fordern die Schließung der Kommandozentralen. Mit der "stillschweigenden Duldung" von Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) werde hier der Einsatz von tödlichen Kampfdrohnen koordiniert, schreibt das Bündnis. (26. 8.)


Versprochen, gebrochen!

Was kommt da eigentlich noch?, fragt sich die designierte SPD-Landesvorsitzende und mit ihr die politisch interessierte Öffentlichkeit im Land. Vor vier Wochen waren die ersten Nebenabreden öffentlich geworden, die Grüne und CDU nicht in ihren Koalitionsvertrag aufgenommen hatten (Kontext berichtete). Ministerpräsident Winfried Kretschmann musste in einer Landtagsdebatte alle Register ziehen, um deren Notwendigkeit mehr schlecht als recht gerade auch vor den Regierungsfraktionen und der eigenen Klientel zu rechtfertigen. Ungenutzt ließ er die Chance, reinen Tisch zu machen, alles zu offenbaren, was er mit CDU-Landeschef Thomas Strobl ausbaldowert hat. Die Aufregung wäre groß gewesen - und doch deutlich kleiner als der Ärger, den sich die beiden jetzt eingehandelt haben. Drei Tage, sagt der Regierungschef gern, lägen zwischen "Hosianna" und "Kreuziget ihn!", was schon immer zweideutig war, weil er damit die Verantwortung für einen Niedergang auch dem Publikum zuschreibt. Jetzt tragen Kretschmann und Strobl diese ganz allein. Der Grüne allerdings deutlich schwerer als der Schwarze, weil er - siehe Persönlichkeitswerte - sehr vielen Menschen als Inbegriff der Redlichkeit galt. Mit seiner "Politik des Gehörtwerdens" war ein Transparenzversprechen verbunden, und das hat er höchstpersönlich gleich mehrfach gebrochen.


AfD kann nicht rechnen

Zu ihrer 100-Tage-Bilanz im Landtag legen die Abgeordneten der AfD-Fraktion, also jene, die dem Bundessprecher Jörg Meuthen im Antisemitismus-Streit nicht gefolgt sind, eine arg geschönte Bilanz ihrer Arbeit vor. "Seit Beginn der Legislaturperiode haben wir bereits 37 Anfragen gestellt, über die wir künftig berichten werden", heißt es in einer Pressemitteilung. Und weiter: "Das übertrifft die SPD-Fraktion bei weitem, die gerade einmal 14 Anfragen eingereicht hat, oder auch die FDP, die beide aufgrund ihrer Parlamentshistorie mit einer deutlich größeren Mannschaft im Hintergrund agieren."

Wahr ist, dass die Fraktionsgröße die Zahl der Beschäftigten bestimmt und vor allem, dass die AfD-Fraktion seit der Abspaltung der "Alternative für Baden-Württemberg" (ABW) acht Kleine Anfragen gestellt hat und die ABW seit ihrer Gründung Anfang Juli neun. Davor hatte es die noch geeinte AfD auf 34 Kleine Anfragen gebracht. SPD und FDP kommen aber auf jeweils über 70 Initiativen in ihren ersten 100 Tagen, darunter Kleine Anfragen, Große Anfragen, Anträge und Gesetzentwürfe. "Nachdem die AfD bis zur Stunde mit ihren ungeheuerlichen Mätzchen dem Parlament und seiner demokratischen Kultur nur Schaden zugefügt hat, kommt sie nun mit einer vor lauter Selbstbeweihräucherung triefenden 100-Tage-Bilanz daher, die aber noch nicht mal korrekte Rechenkünste vorweisen kann", reagiert Martin Mendler, der Fraktionssprecher der Sozialdemokraten, scharf. Der SPD würden fälschlicherweise lediglich 14 Anfragen zugeordnet, wohingegen es laut Parlamentsdokumentation des Landtags von Mai bis August in der 16. Legislaturperiode mehr als fünf Mal so viele seien.


Mit Wolfgang Dietrich naht die Rettung

Die Rettung rückt immer näher: Jetzt hat der Aufsichtsrat des Stuttgarter Fußballvereins VfB den früheren S-21-Sprecher Wolfgang Dietrich offiziell zum Präsidenten-Kandidaten erhoben. Gewählt wird er am 9. Oktober, so sich nicht irgendwelche Ultras zu einem Block zusammen rotten. Nicht so ganz schlüssig sind sich die beiden Fusionsblätter vor Ort, ob sie den 68-jährigen Streithansel gut oder schlecht finden sollen. Zum einen sei Dietrich ein "gewiefter Geschäftsmann", gar ein "Universalstratege", zum anderen ein "Polarisierer" und eine "Reizfigur", meinen die StZN, und sprechen von der "Altlast S 21". Sie mögen sich von den Parkschützern Mut zur Meinung machen lassen. Wenn das Neckarstadion unter die Erde gelegt werde, schreiben sie, könne man "oben Luxuswohnungen und Einkaufstempel" bauen.


Brigitte Lösch im Visier der AfD

Die beiden AfD-Gruppierungen im baden-württembergischen Landtag wollen ihre Spaltung nutzen, um mit einem Untersuchungsausschuss unter anderem gegen die frühere grüne Landtagsvizepräsidentin und Stuttgarter Abgeordnete Brigitte Lösch vorzugehen. Hintergrund ist ihr Engagement gegen die Bildungsplangegner der "Demo für alle" und für das Bündnis "No Pegida Stuttgart".

Gegenstand der parlamentarischen Untersuchung sollen auch die Ereignisse vom vergangenen Oktober sein, als Künstler und Beschäftigte aus Protest gegen die "Demo für alle" ein Banner mit der Aufschrift "Vielfalt" vom Dach des Großen Hauses der Württembergischen Staatstheater entrollten (Kontext berichtete). Die beiden AfD-Fraktionen verlangen Auskunft darüber "wieso das Opernhaus Stuttgart durch Gegendemonstranten besetzt werden konnte". Grundsätzlich will die "Alternative für Deutschland", die mit ihren zur Zeit zwei Fraktionen allein einen Untersuchungsausschuss beantragen kann, dem "Linksextremismus in Baden-Württemberg" nachgehen und einer möglichen Nähe zu "der gewesenen oder derzeitigen Landesregierung, Parteien, der Verwaltung, der Behörden oder dem Landtag".

Die vier demokratischen Fraktionen sehen darin einem Missbrauch der parlamentarischen Möglichkeiten. Bereits ins Auge gefasst ist eine Überprüfung des Vorgehens der Rechtsnationalisten durch den baden-württembergischen Verfassungsgerichtshof. Nach geltendem Recht kann ein Untersuchungsausschuss eingesetzt werden, wenn mindestens zwei Fraktionen oder ein Viertel aller Abgeordneten dafür sind. Er ist allerdings nur zulässig zu Sachverhalten, "deren Aufklärung im öffentlichen Interesse liegt" und wenn sie geeignet sind, "dem Landtag Grundlagen für eine Beschlussfassung im Rahmen seiner verfassungsmäßigen Zuständigkeiten zu vermitteln".

Drei vom Landtag bestellte Gutachter sahen Ende Juli auf Basis der geltenden Geschäftsordnung keinen Weg, der AfD die Bildung zweier Fraktionen zu verwehren. FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke warnte schon damals, die "Alternative für Deutschland" könnte ihren doppelten Fraktionsstatus missbrauchen. Jetzt sieht er sich bestätigt: Die AfD nutze ihre Spaltung, "um sich Vorteile zu erschleichen".

Die stellvertretende AfD-Landesvorsitzende Christina Baum, die dem Bundessprecher Jörg Meuthen im Antisemitismus-Streit um Wolfgang Gedeon nicht in die neue Fraktion gefolgt ist, bewertet das gemeinsame Vorgehen als "positives Signal für alle bürgerlichen Schichten im Land". Beide Fraktionen verhehlen auch nicht, dass der jetzt vorgelegte Antrag eine "Vorbereitung der Wiedervereinigung" (Baum) ist. Nach dieser, die für den Herbst und im Zuge einer gerade gestarteten Mediation von beiden Seiten in Aussicht gestellt wurde, könnte der Untersuchungsausschuss aber nicht mehr durchgesetzt werden.


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Spurensicherung nach der Attacke auf die Flüchtlingsunterkunft in Riedlingen. Foto: Thomas Warnack

Spurensicherung nach der Attacke auf die Flüchtlingsunterkunft in Riedlingen. Foto: Thomas Warnack

Ausgabe 237
Gesellschaft

Ein Pastor als Hetzer

Von Guy-Pascal Dorner
Datum: 14.10.2015
Es ist unerträglich, was der Pastor Jakob Tscharntke von der Evangelischen Freikirche Riedlingen in einem Ravensburger Anzeigenblatt und im Internet an Unmenschlichkeit gegenüber Flüchtlingen absondert. Und es ist nur schwer erträglich, dass viele Leserbriefschreiber ihm zustimmen. Grund genug, sich damit zu beschäftigen.

In Riedlingen wurde eine Asylbewerberunterkunft mit Hakenkreuzen verunstaltet, es brannten Papiercontainer, nachdem Pastor Jakob Tscharntke von der Evangelischen Freikirche öffentlich im Anzeigenblatt "Südfinder" geifernde Flüchtlingshetze betrieben hatte. Er bezeichnet in seinen auf der kircheneigenen Homepage veröffentlichten Pamphleten und im "Südfinder"-Interview (16. September 2015) die Flüchtlingspolitik als "Zuwanderungswahnsinn Angelika Merkels". Laut Tscharntke sei die Presse in Flüchtlingsfragen "gleichgeschaltet wie im Dritten Reich". Der "Psycho-/Gesinnungsterror" der Gutmenschen gegenüber Kritikern der Flüchtlingspolitik sei derart massiv, dass man vor einer zweiten "Reichskristallnacht" stehe. Deutschland müsse Christen, die in den muslimischen Ländern verfolgt werden, aufnehmen. "Aber wir holen die Täter nach Deutschland." Tscharntke behauptet, in hiesigen Asylheimen gebe es "Christenverfolgung, Vergewaltigung von Frauen und Kindern". Zudem würden zur Unterbringung der Flüchtlinge "in Deutschland Existenzen vernichtet". Und dies für Menschen wie den Vater des ertrunkenen Kindes, dessen trauriges Bild um die Welt ging – "der wollte nur auf unsere Kosten neue Zähne, ist drum geflüchtet". Tscharntke: "In diesen Tagen ist die Not unseres Volkes so groß wie nie seit dem Dritten Reich."

Die Staatsanwaltschaft hat den Pastor im Visier

Tscharntke ist schon häufiger mit rassistischen Äußerungen und mit religiöser Intoleranz aufgefallen und genießt offensichtlich die Aufmerksamkeit. Klar, dass sich viele über Tscharntkes Flüchtlingshetze empören: von Biberachs Landrat Heiko Schmid, dem Riedlinger Gemeinderat bis zum Bund der Evangelischen Freikirchen. Die Staatsanwaltschaft Ravensburg hat nach fruchtlosen Vorermittlungen hinsichtlich des Verdachts der Volksverhetzung, bezogen aufs Interview im "Südfinder", Tscharntke weiterhin im Visier hinsichtlich sonstiger Pamphlete.

Webseite der Evangelischen Freikirche Riedlingen. Screenshot
Webseite der Evangelischen Freikirche Riedlingen. Screenshot

Die öffentliche Empörung der Bevölkerung über Tscharntkes Flüchtlingshetze gab es. Aber es gab auch das krasse Gegenteil: Den "Südfinder" ereilten nach eigenen Angaben 57 Leserbriefe; nur drei davon distanzierten sich von Tscharntkes Aussagen. 23 Briefe hat der "Südfinder" (23. September 2015) veröffentlicht. Viele fürchten um ihren Wohlstand, prophezeien steigende Kriminalität und Terroranschläge, beschwören den Untergang des christlichen Abendlandes durch die Muslime. "Dahinter stecken Ängste, die ernst genommen werden wollen", so Dr. Hans-Otto Dumke, bis zum Ruhestand Ärztlicher Direktor des ZfP (Zentrum für Psychiatrie) Bad Schussenried. Riedlingens katholischer Pfarrer Walter Stegmann und seine evangelische Kollegin Anne Mielitz bieten allen den Dialog an.

Auf Anfrage betonte Pfarrer Walter Stegmann von der Katholischen Kirchengemeinde St. Georg in Riedlingen, dass das Christentum selbst seine Wurzeln in der Vertreibung habe und dass die Gastfreundschaft ein urchristliches Prinzip sei. Hinsichtlich der Ressentiments vieler in der Bevölkerung gegenüber den Flüchtlingen helfe nur eines: der Dialog. Das unterstreicht auch seine evangelische Kollegin Anne Mielitz, die mit ihrem Mann Theo frisch die Stelle in Riedlingen angetreten hat. "'Ich bin ein Fremder gewesen und Ihr habt mich aufgenommen', wird Jesus in der Bibel (Matthäus 25, 35–40) zitiert. Wir als Christen haben daher die Pflicht, Fremde bei uns aufzunehmen." Die Flüchtlinge würden dies mit Dankbarkeit goutieren. "Die verstehen die Ängste der Deutschen schon. Und man muss diese Ängste ernst nehmen, die schrumpfen können durch die Begegnung mit Einzelschicksalen von Flüchtlingen. Darum nun der Dialog."

Oberschwaben ist verunsichert, sagt der Psychiater

Diese Ängste kommen in den Leserbriefen zum Ausdruck: zunehmende Gewalt, Terrorismus, steigende Kriminalität, Kampf um Wohnraum, Benachteiligung deutscher sozial schwacher Menschen, finanzieller Kollaps Deutschlands, Islamisierung, Verlust von Kultur und Werten, Christenverfolgung, Staatsgefahr, etc. Dazu kommen Vorurteile, wie: Es seien nur Wirtschaftsflüchtlinge, die Geld vom deutschen Staat kassieren wollen ("Die wollen in unser Schlaraffenland") und gewaltbereit und gar Terroristen seien; nur wenige seien Kriegsopfer. Dumke: "Fremdenangst hat es immer gegeben." Die Gründe hierfür seien vielfältig: Entweder fühle man sich sozial ausgegrenzt und versuche, über ein negatives Fremdbild ein überlegenes Selbstbild zu erlangen. Oder man habe Angst ums nackte Überleben. Es gebe aber auch Menschen, die einfach Angst vor Fremden haben bzw. durch Festlegung von Normen das Fremde abwehren wollen. "Es handelt sich also um ein Gemisch aus Ängsten, das man ernst nehmen muss."

Dumke glaubt nicht, dass die Oberschwaben per se fremdenfeindlich gestimmt, viele nur verunsichert sind. "Es gibt Menschen, die rechtsradikal eingestellt sind. Es ist schlichtweg eine Frage der Bildung. Auch gibt's ein Stadt-Land-Gefälle." – "Dass sich Flüchtlinge, ob aus Kriegsgebieten oder nicht, nach einer besseren Lebensperspektive sehnen, ist klar. Sie vertrauen sich Schleppern an, geben denen ihr Geld, um zu uns zu kommen. Wer kein Geld hat, bleibt dort – Familien beispielsweise. Deshalb kommen so viele junge Männer zu uns. Sie sehen in ihrer Heimat keine Lebensperspektive, sind aber einen gewissen Lebensstandard gewohnt. Dass manche aus wirtschaftlichen Gründen kommen, ist nachvollziehbar, dafür habe ich Verständnis. Sie sehen hier eine bessere Perspektive für sich." Dumke hält die Kirchen für ideale Vermittler zwischen Flüchtlingen und (verängstigten) Deutschen. "Jeder Flüchtling hatte individuelle Gründe, seine Flucht anzutreten. Ängste schwinden, wenn man miteinander redet."

Größer werde die Herausforderung sein, diejenigen Flüchtlinge, die dauerhaft bleiben wollen, in die Gesellschaft zu integrieren. "Wir haben als Deutsche aufgrund unserer Vergangenheit die Verpflichtung, Flüchtlingen zu helfen. Und zwar nicht nur Christen." Zu Tscharntke: "Es gibt Menschen mit akzentuierter, also gestörter Persönlichkeit. Da muss gehandelt werden."

 

Der Artikel erschien zuerst in "Blix – Magazin für Oberschwaben".


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Kommentare

Klaus, 28.11.2015 21:27
Danke, Herr Wagner, für diesen ausführlichen Beitrag.

Für mich schreiben Sie im Grunde:
Wir stehen nach wie vor auf einem entwicklungsmäßigen Stand wie - ungefähr - in den 50er Jahren.
Es herrscht Existenzangst wie in den Aufbaujahren.

Ich frage mich, was die Aufklärung, die humanistische Idee (Griechenland ist derzeit quasi insolvent), die Menschenrechte, ja
die geistig-seelische Entwicklung für Erkenntnisse gebracht haben?

Wo sind wir gewachsen? Innerlich. Sind wir wirklich selbständig und erwachsen. Reif? Weise?

Film: Der grüne Planet
https://vimeo.com/105858952

Die Menschheit zurzeit kann ja in der Tat nur eine Zwischenstufe sein.

Hans Kolpak, 28.11.2015 12:00
WikiMannia zitiert mich, weil ich mich eingehend mit der vieldiskutierten Predigt von Pastor Jakob Tscharntke befasst habe. Die Situation ist komplex und kann nicht mit bloßem Schwarzweißdenken bewältigt werden, auch wenn es Geistliche in schwarzen und weißen Trachten gibt:
http://de.wikimannia.org/Jakob_Tscharntke#Stimmen

Hans Kolpak
Goldige Zeiten

Michaela Doll, 28.11.2015 11:33
Dass er immer wieder davon gesprochen hat, dass wir immer differenzieren müssen, das findet sich in den ganzen Zeitungsartikeln der verschiedenen Zeitungen nirgends wieder! Wo ist da die Objektivität und Wahrhaftigkeit?
Er hat immer wieder betont, dass es auch viele Flüchtlinge gibt, die tatsächlich schutzbedürftig sind!
Es gibt aber nun mal auch tatsächlich die anderen…...
Wer das leugnet oder unterschlägt ist ebenso wenig wahrhaftig!

Fabian Köpf, 22.11.2015 18:43
Wer seine Meinung über Pastor Tscharntke nicht ausschließlich auf den Beitrag von Guy-Pascal Dorner stützen will, der findet ein aufschlussreiches Interview "Verbotene Predigt - Wahrhaftigkeit und Freiwilligkeit" unter https://www.youtube.com/watch?v=6-6Ba1-EklE

matthias winning, 05.11.2015 10:46
Lieber Guy-Pascal,

suche Jesus und Sein Licht, alles andre hilft dir nicht.

CHRISTUS spricht...
Löset euch mit aller Gewalt von den irdischen Freuden, und bleibet in Meiner Liebe .... Diese wird euch ersetzen tausendfach, was ihr um Meinetwillen aufgebt. Und so wird sich in euch der himmlische Friede entfalten .... ihr werdet in Meiner Liebe alles Glück auf Erden finden und unlöslich mit Mir verbunden sein. Dies sei euer Grundsatz, daß ihr alles aufgebet um Meinetwillen, dann werdet ihr unendlich mehr empfangen, als ihr dahingegeben habt, denn so Ich euch labe, stehet euer Verlangen wahrlich nach nichts anderem mehr .... Und ihr bedürfet der Labung sehr zu eurem Seelenheil .... ihr kennet nicht die Freuden des Himmels und wisset somit nicht zu schätzen den Wert Meiner Verheißungen, doch ihr werdet in unsagbarer Seligkeit schwelgen, so ihr Meinen Worten folget ....

Was bietet euch dagegen die Welt .... Nur Scheingüter und Scheinglück .... Doch das wahre Glück ist nur allein bei Mir, Der euch erschaffen hat .... Nur so viel müsset ihr wissen, daß ihr jenen glückseligen Zustand auf unbegrenzte Zeitdauer .... ohne Ende .... euch schaffet .... daß ihr immer das gleiche Verlangen danach empfinden werdet und dieses Verlangen immer wieder gestillt wird durch Meine Liebe .... und daß ihr solches auf Erden nicht zu ermessen und zu bewerten versteht, doch in Ewigkeit von euch begehrt werden wird.

Dieses Erfüllen eurer Sehnsucht ist unvergleichlich, und um dieses müsset ihr das Erdenleben mit allem Schmerz und Leid ertragen .... Euch jenen seligen Glückszustand zugänglich zu machen, ist Meine Liebe fortgesetzt bemüht, denn seit endlos langen Zeiten besteht die Herrlichkeit Gottes und wird bestehenbleiben bis in alle Ewigkeit. Je inniger ein Erdenwesen empfinden kann für seinen Schöpfer .... je größer die Liebe des Erdenkindes zum himmlischen Vater ist, desto vielseitiger gestaltet sich auch das Erleben im Geistigen auf Erden.

In Lichtsphären weilt der Mensch schon auf Erden, hegt er in seinem Herzen die Liebe zum göttlichen Heiland und hat sich die Liebe so entzündet zu höchster Glut, so ist der Herr in vollster Lichtgestalt mitten im Herzen .... ein Schauen nach innen läßt Sein Bild erstrahlen, und aus übervollem Herzen steigt ein inniges Gebet empor zum Vater, Der Sein Kind so überreich bedenkt. Siehe, Mein Kind .... vergleiche einmal jene Zeit Meines Wandelns auf Erden mit dem Bestreben der Jetztzeit .... Alles, was sich damals Meiner Lehre widersetzte, war aus dem Reich der Finsternis.

Es waren wohl jene Menschen, die Mein Wort annahmen, überaus willig, doch war es nur ein kleiner Teil im Verhältnis zu denen, die Mein Wort ablehnten. In späteren Jahren aber vergrößerte sich wohl die Zahl Meiner sogenannten Anhänger, doch eben diese Anhänger waren nicht Meine wahren Jünger .... Sie hatten sich etwas nach Meiner Lehre zurechtgemacht, und es entstanden nun in den folgenden Jahrhunderten um diese Lehre Kriege über Kriege. Immer war ein gewisser Kampf um Mein Wort die Ursache, und das schon konnte nicht die rechte, von Mir eingesetzte Lehre sein, um derentwillen Blutvergießen unter der Menschheit entstand.

Das fortschreitende Zeitalter aber wurde glaubensmüde .... und erkannte auch bald in dieser Lehre nicht mehr die reingöttliche an, doch entfernte es sich immer weiter vom rechtem Glauben, anstatt Mein unverfälschtes Wort anzunehmen, was immer wieder den Menschen zuging nach Meinem Willen. Um nun aber die Menschheit auf den rechten Weg des Erkennens zu leiten, mußte abermals eine große Erschütterung der gesamten Religionen resp. der auf der Erde vertretenen Lehren, die angeblich Mein Werk sein sollten, kommen .... und diese Erschütterung soll nun dahin führen, daß die Menschheit ernstlich sich befragt, was die ewige Gottheit von ihr verlangt.

So soll also wiederum Meine Lehre unter den Menschen erstehen, und diese wird durch keinen Krieg oder dgl. bekräftigt werden, auch wird keine Religion die andere bekämpfen, sondern allein das wird ausschlaggebend sein, ob die Menschen Jesus Christus als Erlöser der Welt werden anerkennen wollen und Seine Lehre als einzige Wahrheit annehmen oder ob sie alles Wahre in das Reich der Legende zu verbannen gedenken und sich von allem Glauben an den Erlöser lossagen. Doch dies wird nimmermehr eine Streitfrage sein, die zu einem Kriege führen könnte. Das lebendige Beispiel dieser Meiner Worte ist ja ohnehin der lange vorbereitete Kampf gegen allen Glauben, der wohl überall wütet, doch entschieden wird nur im Herzen der Menschen .... Jeder wird nach außen hin den Willen erfüllen, den die irdische Macht verkündet ....

Doch Ich kämpfe um eure Herzen .... Ich will nicht den äußerlichen Glauben .... Ich will tiefstes innerliches Erleben und eure wahre Hingabe an Mich .... Dieser Kampf muß im Herzen ausgefochten werden und wird sich niemals beziehen auf weltliche Ereignisse, sondern immer nur allein auf die Annahme Meines reinen Wortes oder dessen Ablehnen. Nun hat sich die Welt viel zu sehr verstrickt in irdische Interessen und wird nur immer um solche einen Krieg in Szene setzen, niemals aber wird die Frage um die ewige Gottheit dazu verleiten, einen Krieg heraufzubeschwören. Die Menschen stehen heut so weit entfernt vom geistigen Erleben, daß sie solches nicht zum Mittelpunkt eines Weltenbrandes machen würden, dagegen sind materielle Interessen überaus stark vorherrschend und diese allein können Urheber sein von Feindseligkeiten.

So beziehen sich jene Voraussagen (Joh. 16, 8) im wesentlichen auf die aus geistigen Ursachen entstehenden Kriege und wird ein endgültiges Ausschalten nicht eher möglich sein, bis die ganze Menschheit in einen mehr geistigen Zustand getreten ist, der dann aber auch eine ganz andere seelische Einstellung verbürgt. Alle Erscheinungen der Jetztzeit aber weisen auf eine Entgeistigung der Geschlechter hin, und es wird der Friedenszustand, der die ganze Erde umfaßt, noch in weiter Ferne sein. Solches, Mein Kind, soll dir die innere Ruhe wiedergeben, und in vollem Glauben sollst du die Worte annehmen .... als reine Wahrheit und in Liebe gegeben .... Denn Licht soll euch werden, so ihr darum bittet ....

herzlichst M.W

Wolke, 27.10.2015 20:09
Stöbern im Archiv dieser Freikirche lohnt sich: man findet dort alles, was die Neue Rechte propagiert. Der Herr Prediger ist voll auf Linie mit den Vordenkern der Alt- wie der Neunazis. Ich hoffe mal, dass die Staatsanwaltschaft dort schnell Daten sichert, bevor sie ein "IT-Unfall" löscht. Zur gruseligen Abendlektüre seien zum Beispiel die Auslassungen zum Thema "Christen und Zuwanderung" empfohlen: http://www.efk-riedlingen.de/downloads/037%20Wie%20gehen%20wir%20als%20Christen%20mit%20der%20Zuwanderungsproblematik%20um.pdf

Renatus Isenberg, 27.10.2015 16:23
Ähnlich wie bei den Problemen in der EU kann der normale Bürger überhaupt nicht die einzelenen Aspekte der Flüchtlingsinvasion aus geographisch und kulturell total unterschiedlichen Gebieten analysieren.

Fest steht, dass die aktuelle Flüchtlingswelle rein gar nicht zu vergleichen ist mit den deutschen Flüchtlingen nach dem 2. WK, mit den ost-europäischen Flüchtlingen oder den boat people die von den USA aus Vietnam vertrieben wurden. Damals hatte man Kenntnisse der genauen Herkunft der Menschen und konnte ihre Vermögenmsverhältnisse realistsich bestimmen, ihre Relgion war meistens christlich oder asiatisch. Eine Integration war ein Scherz gegen die Integration von 750 ooo türkischen Gastarbeiteren, die bis heuet in der Merzahl nicht integriert sind, nicht oder kaum Deutsch sprechen und inzwischen durch Familiennachzug auf 4 Millionen Muslime in einer Parallelegesellschaft angewachsen sind - genaus das , was man vermeiden wollte.

Insofern ist es schyzophren zu behaupten wie in einer grossen tagesszeitung , man könne Merkel in 10 Jahren dankbar sein für ihre Willkommen Politik". Merkel hat lediglich auf Anweisung der USA gehandelt mit dieser Politik ( wenn jemand die US Politik auch nur seit Elmau beobachtet hätte, sähe er die rote Linie Obamas glasklar) . Der CIA war im Juli aufgeschreckt durch die russische Präsenz in Syrien, Obama sah im August die Flüchtlingsströme zum ersten Mal bewusst, hat den den denkwürdigen Satz gesagt: "Europe can do it" und Merkels Berater haben Merkel empfohlen Obamas Wahlkampfparole "Yes we can" in eine "Wir schaffen das" zu übersetzen. So ist Merkels "Willkommen Politk" entstanden. Tut mir leid so manchen Merkel Fan desillusionieren zu müssen.

Carina, 25.10.2015 08:14
Nichts gegen Flüchtlinge! Jeder Einzelne in Not hat ein Recht auf menschenwürdige Behandlung! Alle Helfer verdienen derzeit einen Orden, sie verdienen Respekt! Doch Menschen mit existenziellen Ängsten, Ängsten vor Fremdem und Veränderung sind nicht gleich Fremdenhasser und Hetzer, die ausgegrenzt werden müssen. Das ist genauso Radikal! Wenn Syrische Flüchtlinge offen äussern, sie wollen nicht mit Afrikanern in einer Einrichtung zusammenleben ist das nicht fremdenfeindlich!? Wenn die Jüdische Gemeinde Sorgen äussert, dass durch hohe muslimische Einwanderung der Friede in Gefahr sei, wegen des jahrhundertealten arabischen Antisemitismus, ist das auch kein Vorurteil gegen Fremde!? Lasst mal die Kirche im Dorf Leute, sonst sind wir wieder ganz schnell dort - ob links oder rechts - wo freie Meinungsäusserung verfolgt wird! Wir Deutschen mit unserer Gründlichkeit und unserem vorauseilendem Gehorsam! Und übrigens: Die Gedanken sind doch noch frei oder?

someonesdaughter, 23.10.2015 00:45
@Rodewald: "Guy-Pascal Dorner findet offensichtlich, dass man einen Psychiater, Herrn Dumke, um seine Meinung fragen muss, wenn ein Pastor sich anders äusserst als es Herr Dorner passt. Wer anders über das Thema Flüchtlinge denkt, wird hier für krank erklärt."

"Unerträglich" ist diese exemplarische Heuchelei, die Sie hier stellvertretend für Ihresgleichen zur Schau stellen:

"Offensichtlich" finden Sie es völlig in Ordnung, wenn der 'Pastor' andere als "Gutmenschen" beleidigt und diesen "Gesinnungs- und Psychoterror" andichtet – aber wenn man den angeblich 'Ängsten' der 'besorgten Bürger' professionell auf den Grund geht, geht das Jammergelappe los. Was für eine Verlogenheit.

Ralf Kiefer, 22.10.2015 18:54
Albert Wagner schrieb:
"Ich glaube, dass damit ein wirklich extremer Konservatismus, der gerade in Bayern und der Schwäbischen Alb existiert und viel mehr rechtes Gedankengut in sich trägt als zugegeben wird, entschuldigt werden soll."

Die Zeiten, in denen man die Menschen zweidimensional auf der Skala von rechts bis links einordnen konnte, sind schon lange vorbei. Als ehemaliger TAZ-Leser hatte mich dieses überkommene Weltbild schon vor über einem Jahrzehnt beunruhigt, weil es zu wenig differenziert. Allerspätestens mit Kretschmann hätte auch der letzte merken müssen, daß diese Skala überholt ist.

Albert Wagner, 22.10.2015 14:42
Sehr geehrte Damen und Herren,

als TAZ-Leser habe ich jedes Wochenende die Möglichkeit, Ihre Zeitung zu lesen. Dabei kann ich auch als nicht Süddeutscher vielen von Ihnen aufgegriffenen Theman zustimmen, bzw. mich kritisch damit auseinandersetzen.
Auf diesen o. a. Bericht musste ich einfach reagieren.
Im Gegensatz zu Dr. Hans-Otto Dumke sehe ich in dieser ganzen Hetze gegen die Flüchtlinge nicht nur Angst. Vor was eigentlich;
um Arbeitsplätze? Asylantragsteller dürfen nicht arbeiten; vor Gewalt? davor sind diese Menschen geflohen; vor Wirtschaftsflüchlingen vom Balkan? im Kosovo sind bis heute Bundeswehrsoldaten im Einsatz, um die Lage (Gewaltspirale) dort zu beruhigen, vor den Roma aus Rumänien, die dort ständig diskriminiert werden - aber diese Menschen wurden ja auch in Deutschland schon einmal verfolgt und deren Angehörige in KZ umgebracht. Also weitermachen? Selbst ein Kind eines mittleren Bundesbeamten, in einer extrem katholischen Atmosphäre aufgewachsen, habe ich sehr oft den Spruch gehört: ein kleiner Hitler wäre jetzt gerade richtig. Warum ich das anspreche? ich halte diese ganzen "Ängste" und die entsprechenden Erklärungen von Politikern oder Honorationen für potemkinsche Dörfer. Ich glaube, dass damit ein wirklich extremer Konservatismus, der gerade in Bayern und der Schwäbischen Alb existiert und viel mehr rechtes Gedankengut in sich trägt als zugegeben wird, entschuldigt werden soll. Dies betrifft auch die Kirchen. Dazu muss man sich nur einmal bemühen aufzulisten, in welchem Umfang sich gerade Politiker der christlichen Parteien dadurch hervortun, immer wieder christliche Werte zu fordern und diese dann selbst mit Füßen zu treten, vor allem wenn es um Kapitalerträge und Renomee geht. Und ich stelle die Frage, was sind christliche Werte? Steht da nicht etwas von Nächstenliebe in der Bibel, von der Speisung bei der Bergpredigt?
Ich bin über 30 Jahre als Psychotherapeut in einer Klinik tätig gewesen und heute immer noch hin und wieder in Gruppen. Dabei konnte ich immer wieder feststellen, dass Angst gesetzt wird, in der Regel von Autoritätspersonen oder Handlungen derselben. Dazu zählen in kleineren Gemeinden in erster Linie Pfarrer und Lehrer, noch vor dem Bürgermeister und den Reichen in der Gemeinde. Von daher ist natürlich die Hetze diese Pastors um so hinterhältiger. Aber alle anderen Autoritäten - Bundes- und Landespolitiker - sind genau solche Brandstifter, und die "Entschuldiger" und "Angstversteher" verniedlichen die rechte Grundlage dieser Hetze. Eine Untersuchung der UNI Leipzig 2012/13, ergab, dass rund 1/4 der deutschen Mittelschicht - wer immer das sei - ein ausgeprägtes rechtes Gedankengut in sich trägt. Das kommt nun in der Flüchtlingsfrage ungebremst zum Vorschein - als "Sorge um das christliche Abendland" und natürlich als "Angst". Aber alle diese Versäumnisse, die in diesem Artikel als Leserbriefe auch benannt werden, basieren auf der Politik der konservativen christlichen Regierungen, extrem bezogen auf Baden Württemberg und Bayern, aber auch auf die gesamte Bundesrepublik. Dazu fällt mir ein, dass einmal zwei Sprüche als Grundlage dieser christlichen konservativen Politik gefordert wurden: eine geistig moralischen Wende, ein anderes Mal eine deutsche Leitkultur. Ist dies nun die geistig moralische Wende, die deutsche Leitkultur; nach rechts? Was in Deutschland immer wieder zu kurz kommt, ist die Erklärung der Menschenrechte. In welchem Bundesland, in welcher Schule sind diese ein verbindlicher Lerninhalt? Wer kennt schon den Artikel 22 dieser Menschenrechte. Würde dieser Artikel umgesetzt, gerade in der Wirtschaft, brauchte es keine Angst und keine Hetze gegen Flüchtlinge zu geben, wahrscheinlich gäbe es dann gar keine Flüchtlinge.

Albert Wagner
Dip.Sozialpädagoge, Psychotherapeut (HPG)
Bochum

Rolf Steiner, 19.10.2015 16:20
Den von mir aufgeführten Satz "Während in Ballungsgebieten und Wachstumsregionen der Wohnraum extrem knapp ist, sind in Schrumpfungsregionen knapp sieben Prozent aller Wohnungen nicht vermietet" hat vermutlich der eine oder andere gern übersehen.

Was den sozialen Wohnungsbau angeht, sollte man nicht verheimlichen, dass es die CDU/CSU/FDP-Koalitionen bzw. Alleinregierungen waren, die bis vor kurzem diesen notwendigen Weg mit ideologischen Hindernissen torpedierten.

Zahlreiche Wohnungen sind in Großstädten ungenutzt, obwohl die Nachfrage nach bezahlbaren Unterkünften hier besonders groß ist. Hintergründe: Spekulation, überhöhte Preise, Fehlplanungen, Umwandlungen von Miet- in Eigentums- oder Ferienwohnungen,

In den Ballungsräumen wird von interssierter neokonservativer Seite auf das verstaubte Argument "erschreckter Investoren" zurückgegriffen. Die aber haben sich längst darauf spezialisiert, statt bezahlbare Wohnungen teure Luxushütten zu bauen und teuer zu vermieten.

In den letzten 20 Jahren ist die Zahl der Sozialwohnungen von mehr als 4 Millionen auf weniger als 1,6 Mio. zurückgegangen. Doch der Wohnungsmarkt wurde zu weiten Teilen sich selbst überlassen. Diese zauberhafte "Marktregulierung" (CDU-FDP-Jargon) sieht jedoch so aus, dass immer mehr Menschen sich Wohnraum kaum noch leisten können, in den Ballungsräumen sowieso nicht. Und das Problem spitzt sich unter anderem weiter zu, weil auf Grund der Knappheit der Wohnungsangebote inzwischen auch besser verdienende Einkommensschichten Wohnraum nachfragen, der bislang eher den mittleren und niedrigen Gehaltsgruppen galt.

So streiten sich die noch weiter unten rangierenden sozialen Gruppierungen mit den neu ankommenden Flüchtlingen. Bestimmten Kreisen traue ich zu, diese Probleme bewusst zu fördern oder gefördert zu haben, um letztlich diesen oft schon abgrundschlechten Hass auf Flüchtlinge zu befeuern.

Das Thema Rassismus in allen Ebenen des gesellschaftlichen Lebens auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt, in den Schulen, in den Behörden die strukturelle Diskriminierung und Ausgrenzung wird ab und zu mal angesprochen und relativiert, aber nicht wirklich bekämpft. So fließt weiterhin Wasser auf die braunen Mühlen der krankhaft xenophoben Feld-, Wald- und Wiesenpolitiker, die sich auch, wie im Artikel beschrieben, als "Seelsorger" in irgend eine fundamentale "Kirche" verirrten.

Ralf Kiefer, 18.10.2015 19:20
Rolf Steiner äußerte sich höflich und sicher auch extrem objektiv:
"Wir haben genügend Platz für Flüchtinge, auch wenn dies den Verfassern von Horrormeldungen nicht in den braunen Kram passt."

Wie sieht's denn mit Wartezeiten für Sozialwohnungen für Deutsche in den hiesigen Ballungszentren aus? Z.B. in Karlsruhe, Heidelberg, Mannheim, Freiburg oder Schtuegett? Mein Kenntnisstand ist der, daß es keinerlei Wohnungsüberfluß gibt, eher im Gegenteil. Und wenn ich dann noch an die alljährlichen Aufrufe im Oktober in den Unistädten denke Studenten mit Wohnraum zu versorgen, dann habe ich Zweifel, ob die freien Wohnungen im Hunsrück den Mangel hier ausgleichen können. Statistisch sicher ...

Jetzt interessiert mich nur noch, was an diesem Zustand brauner Kram sein soll. Auch ein dunkelgrünes Weltbild sollte den Bezug zum realen Leben nicht verlieren, denn es wird hierzulande seit ein paar Jahren grün verantwortet.

Rolf Steiner, 18.10.2015 16:24
Wohnraum für Flüchtlinge - 1,7 Millionen Wohnungen stehen leer. Insgesamt, so ermittelte das Wirtschaftsberatungsinstitut Emprica, das sich auf den Immobilienmarkt spezialisiert hat: "Genügend Wohnraum ist ja vorhanden. Wir haben unglaublich viel Leerstand in Deutschland. Ihn nutzbar zu machen, geht schneller als alles andere."

So stehen 1,7 Millionen Wohnungen hierzulande leer,
• davon 1,1 Millionen im Westen
• und 0,6 Millionen im Osten.

Während in Ballungsgebieten und Wachstumsregionen der Wohnraum extrem knapp ist, sind in Schrumpfungsregionen knapp sieben Prozent aller Wohnungen nicht vermietet, etwa im Hunsrück, dem Bayerischen Wald, in vielen Städten des Ruhrgebiets ebenso wie in weiten Teilen des Saarlands und Thüringens. In Brandenburg oder Sachsen-Anhalt melden einige Städte und Wohnungsbaugesellschaften sogar noch höhere Quoten und beziffern den Leerstand auf zwölf Prozent. Im Westhavelland zum Beispiel, sagt die Immobiliengesellschaft WSI, seien rund 80 ihrer 670 Wohnungen derzeit nicht belegt.
Kommunale/genossenschaftl. Wohnungsbaugesellschaften in Sachsen-Anhalt sprechen von 41.000 leeren Wohnungen, und
Sachsen beziffert seinen landesweiten Leerstand sogar auf 230.000 Wohneinheiten. (Quelle: DIE ZEIT 22. September 2015)

Wir haben genügend Platz für Flüchtinge, auch wenn dies den Verfassern von Horrormeldungen nicht in den braunen Kram passt.

Tunje Zikic, 18.10.2015 02:34
Kann mir nun jemand von den Linken hier erklären, warum Migranten, laut Studien und Erhebungen, mehr antiliberale, reaktionäre und konservative Werte einnehmen? Das ironische dabei: Gerade linke Werte sind in Gefahr.

Sind jetzt Werte nicht in Gefahr oder etwa doch? Bitte um Aufklärung.

Tunje Zikic, 18.10.2015 02:11
Herr, Guy-Pascal Dorner.
Laut Studien sind westliche Werte durch Einwanderung schon bedroht worden, also nein, kein Ressiment, sondern bereits ein Faktum. Ein Faktum, dass sich bei Mitbürgern meiner Nation erkennbar macht.

Jürgen Feistel, 17.10.2015 22:20
Philippe Ressing , ich liebe Dich!

Meine Anpassungsstrategie an die gegenwärtige Entwicklung:

Ich lerne Arabisch.
Ich lese den Koran.

Wenn die Islamisierung in Deutschland voranschreitet – was ich hoffe(:-)) – werden endlich die Feministinnen in die Bedeutungslosigkeit verdrängt. Die sagen ohnehin gar nix in der derzeitigen Flüchtlingskrise – ist halt eine kraftlose Veranstaltung...

Der Gender-Wahnsinn, die Geschlechtergleichmacherei, all das findet dann, Allah sei Dank(!), ein gottgewolltes Ende!

Homo-Ehe ist dann auch Geschichte, nur so nebenbei.

Frauen bleiben endlich zuhause und machen dringend benötigte Arbeitsplätze für Männer frei.

Yo!

Mit satirischen Grüßen

Jürgen Feistel

Ralf Kiefer, 17.10.2015 19:39
@Madeleine
"Die Frau mit dem Hosenanzug will ja keine Steuern erhöhen. Und von einem Soli-Beitrag hält sie auch nichts. Wie will sie die Kosten für die Integration dann finanzieren ? Warum fragt niemand danach ?"

Es schließen sich noch viel mehr Fragen an.

Deutschland soll z.B. seine CO2-Emissionen verringern. Wie soll das funktionieren, wenn immer mehr Menschen hier leben, Fläche und Energie verbrauchen, Fahrzeuge benutzen, Landschaft verbrauchen, usw.? Es geht nicht. Punkt.

Es könnte funktionieren, wenn das stattfinden würde, was die Deutschen hier intuitiv seit Jahren vormachen: "das Volk" verkleinert sich. Soll heißen, "das Volk" weiß (zufällig?), was zu tun ist und handelt. Aber die Staatsratsvorsitzende verfolgt andere Ziele als "ihr Volk". Schade, daß sie von diesem Volk inkonsequenterweise immer und immer wiedergewählt wird. Aber das kannten wir schon von der 3. deutschen Katastrophe des 20. Jahrhunderts, der Annexion Deutschlands durch die DDR. Nur brachten in diesem Fall die Annektierten ihr Land und ihre damals trotz 8 Jahren Kohl-Regime immer noch funktionierende Volkswirtschaft mit ein. Damals stritt man sich übrigens um die sagenhaft hohe Zahl von 1 Million Arbeitslose, die ein großer Skandal waren. Wieviele sind es bei ehrlicher(!) Rechnung heute? 8 Millionen? Das ist jetzt normal und kein Skandal mehr.

Wann endlich spricht es sich bis zu einer Regierung herum, daß ein auf Wachstum basiertes System zum Scheitern verurteilt ist. Wir können hierzulande nicht immer mehr Menschen ernähren, einen Arbeitsplatz anbieten, eine ausreichende Infrastruktur bauen und unterhalten.

Andrerseits wird uns derzeit ein angebliches Wirtschaftswachstum durch die neuen Deutschen angepriesen. Die Flüchtlingsindustrie boomt. Siehe z.B. http://www.heise.de/tp/artikel/46/46274/1.html
D.h. es gibt einige Nutznießer, denen dieser Konjunkturschub recht gelegen kommt, von Wohnungsvermietern angefangen über Containerhersteller, Deutschlehrer, "Beamte" in diversen Behörden, Lebensmittelhandel, usw.. Da jubeln noch ein paar mehr, von denen man es nicht direkt vermutet wie z.B. der Fahrlehrerverband. Oder werden die Führerscheine aus Syrien, Afghanistan und dem Irak hier anerkannt?

Nur sehe ich darin kein tatsächliches Wirtschaftswachstum, denn viele Leistungen schaffen keinen Mehrwert. Das ist ungefähr dieselbe Milchmädchenrechnung wie die beispielsweise bei einem Verkehrsunfall mit Verletzten: Umsätze im Krankenhaus und bei anderen Behandlern, Schadensreparatur der Sachschäden, usw., das fließt in die Statistik des Bruttosozialprodukts mit ein. Nur was hat die Volkswirtschaft tatsächlich gewonnen? Wer trägt diese Kosten? Eine rhetorische Frage: natürlich die "Solidargemeinschaft". Man könnte sich fragen, weswegen in Deutschland die Abgabenlast und Personal- und Produktionskosten derartig hoch sind? Man könnte sich ebenso fragen, weswegen vor 50 Jahren das typische Familienbild von einem geldverdienenden Mann sowie einer die Kinder betreuenden Hausfrau ausging. Daß das heute den Ausnahmefall darstellt, könnte daran liegen, daß das Gehalt eines arbeitenden Familienvaters nur noch in seltenen Fällen ausreicht, um eine Familie zu ernähren.

Aus der 3. Katastrophe des 20. Jahrhunderts lernten wir, wie uns die damalige christliche Regierung mit einem "Solidarbeitrag" verhöhnte. Zugegeben, es funktioniert heute noch genausogut wie die Einführung der Schaumweinsteuer seinerzeit zur Finanzierung der kaiserlichen Kriegsmarine. Diese ist schon fast ein Jahrhundert lang versenkt, aber wir zahlen immer noch diese Steuer:
https://de.wikipedia.org/wiki/Schaumweinsteuer#Geschichte

Daher werden wir demnächst eine "Syrische Solidaritätsabgabe" bezahlen müssen und weitere Steuer- und Abgabenerhöhungen erleben: http://www.sueddeutsche.de/news/politik/migration-sozialexperte-erwartet-massive-steuererhoehungen-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-151015-99-02136

Eine sehr zweifelhafte Anerkennung geht hiermit an die Staatsratsvorsitzende für die bewußte Herbeiführung der 1. deutschen Katastrophe des 21. Jahrhunderts. Sie steht in konsequenter Tradition zu den drei Katastrophen des 20. Jahrhunderts. 80% der Wahlberechtigten wollen das so. Man muß anerkennen, daß es wieder so viele "Mitläufer" gibt. Wenn dabei einer der anderen 20% ausschert wie jener Herr Tscharntke, dann sollte man sich fragen, ob er diesem Land mehr schadet als beispielsweise die Abgeordneten des Deutschen Bundestags. Der einzige Unterschied ist wohl der, daß Herr Tscharntke für seine verbalen Äußerungen persönlich haftbar gemacht wird, wohingegen die MdBs für ihre rechtswidrigen Taten, wie z.B. gestern die wiederholte Einführung der Vorratsdatenspeicherung, nicht persönlich haften müssen.

BTW ironieanzeigende Zeichenkombinationen habe ich bewußt vermieden. Die darf der setzen, der meint die Stellen gefunden zu haben, hier zum guttenbergen: ::::::::::-------------;;;;;;;;;;;)))))))))((((((((

HR Rodewald, 17.10.2015 15:09
Der Tenor dieses Artikels, heute in der TAZ gelesen, ist unerträglich. Nicht wegen der Haltung eines andersdenkenden Pastors (dessen Meinung bewerte ich hier nicht), sondern wegen der Psychiatrisierung des Pastors. Guy-Pascal Dorner findet offensichtlich, dass man einen Psychiater, Herrn Dumke, um seine Meinung fragen muss, wenn ein Pastor sich anders äusserst als es Herr Dorner passt. Wer anders über das Thema Flüchtlinge denkt, wird hier für krank erklärt. Herr Dumke attestiert dem Pastor eine gestörte Persönlichkeit und der nun folgende Schlusssatz: " Da muss gehandelt werden" ist in diesem Zusammenhang eine klare Bedrohung. Damit macht sich der Autor eher selbst schuldig. Meinungsfreiheit mit Mitteln der Psychiatrie zu bekämpfen ist zwar eine traditionelle Deutsche Spezialität; sie in der TAZ vorzufinden ist unerträglich.

Madeleine, 17.10.2015 13:17
Hallo,

allmählich bin ich es leid. Fakt ist, so und so viele Menschen müssen menschenwürdig untergebracht werden. Wie auch immer das sich zahlenmäßig weiterentwickelt, wir müssen schon im eigenen Interesse die Situation meistern. Die Verfahren der Flüchtlinge sollten beschleunigt werden. Diejenigen, die hier bleiben, benötigen auf Dauer eine soziale Absicherung. Man muss in Deutschkurse und Bildung investieren. In Wohnungsbau sowieso. Was allerdings kaum diskutiert wird derzeit ist die Frage, wie genau das finanziert wird. Denn wenn ich Vorschläge lese, man könne doch im Hinblick auf die Flüchtlinge den Mindestlohn wieder abschaffen oder die Hartz-IV-Sätze abstufen - je nach dem ob man auf dem Land oder in der Stadt wohne (Lebenshaltungskosten), dann ist das auch nicht mein Land mehr. Die Flüchtlingspolitik darf die eh schon bestehende soziale Ungleichheit in Deutschland nicht noch mehr verschärfen. Die Frau mit dem Hosenanzug will ja keine Steuern erhöhen. Und von einem Soli-Beitrag hält sie auch nichts. Wie will sie die Kosten für die Integration dann finanzieren ? Warum fragt niemand danach ?

Madeleine

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