KONTEXT Extra:
Stuttgart 21: Steter Tropfen

Das Kanzleramt entschwärzt weitere Teile eines brisanten Stuttgart-21-Vermerks. Wie Eisenhart von Loeper am Donnerstag nach dem Erörterungstermin zur Aktenvorlage vor dem Berliner Verwaltungsgericht mitteilte, werden damit rund 80 Prozent jenes Papiers mit Datum 5. Februar 2013 öffentlich, in dem es um das Okay des DB-Aufsichtsrats für das Milliardenprojekt trotz der Kostensteigerungen und vor allem der Tatsache geht, dass nicht geklärt war und ist, wer die Mehrkosten trägt. Von Loeper hofft jetzt nachvollziehen zu können, wie und was in den entscheidenden Wochen 2013 intern diskutiert wurde. Im Raum steht seit dem umstrittenen Votum der Vorwurf, dass das Kanzleramt Einfluss auf die Aufsichtsräte genommen hat. Schon im Sommer 2014 hatte von Loeper die Herausgabe wichtiger Dokumente durchsetzen können, die seither auf der Internetseite www.strafvereitelung.de eingesehen werden können. Die neuen Passagen sollen dem Aktionsbündnis noch diese Woche zugestellt werden.


VfB gewinnt die Süperlig

Der VfB ist nun doch noch Meister geworden! Nach dem Abstieg aus der 1. Bundesliga am Samstag hat er schon am Tag darauf die türkische Süperlig gewonnen. Wenigstens ein bisschen. Sagen wir mal, unter Einberechnung des Schön-war-die-Zeit-Vergangenheitsbonus', zu zwei Elfteln. Die beiden Besiktas-Istanbul-Spieler Mario Gomez und Andreas Beck haben nämlich ihre VfB-Meisterschaftserfahrung aus dem Jahr 2007 in den türkischen Club eingebracht. Nach dem 3:1-Sieg gegen Osmanlispor kann Besiktas am letzten Spieltag nicht mehr eingeholt werden. Gefeiert wurde das auch auf dem Stuttgarter Schlossplatz, schließlich hat der Verein viele Fans. Die sind übrigens Weltrekordhalter: in einem Spiel gegen Tottenham im Jahr 2006 (nach anderen Angaben 2007 gegen Liverpool) haben sie sich mit 132 Dezibel den Höchstwert für Fußballstadien zusammengejubelt. Die Besiktas-Fangruppe Carsi (offiziell aufgelöst, aber weiter virulent und freundschaftlich mit Sankt Pauli verbunden) umrundet das A im Namen zum Zeichen für Anarchie, versteht sich auch als soziale Bewegung und war etwa bei den Taksim-Platz-Protesten gegen Erdogan aktiv. Was jetzt eventuell weniger an den VfB und seine Fans erinnert. Aaaaaber: Trainiert wurde Besiktas auch einige Jahre von Christoph Daum, der den VfB 1992 zum Meister machte. Und drei Jahre später hat Daum mit Besiktas die Süperlig gewonnen! Wenn man also auch noch den Daum-Faktor einrechnet, dann ist der VfB an diesem Sonntag sogar mit mehr als Zwei-Elfteln türkischer Meister geworden. (17.5.2016)


Stuttgarter Friedenspreis 2016 an Jürgen Grässlin

Die Verleihung des diesjährigen Anstifter-Preises an Jürgen Grässlin ist ein Signal. Denn dem Rüstungsgegner droht eine Haftstrafe. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hat wenige Monate nach seinem Enthüllungsbuch "Netzwerk des Todes" über die Verflechtungen von Rüstungsindustrie und Behörden Vorermittlungen eingeleitet: Gegen ihn und seine Mitautoren Daniel Harrich und Danuta Harrich-Zandberg - wegen des Verdachts verbotener Mitteilungen über Gerichtsverhandlungen gemäß § 353d Strafgesetzbuch.

Dabei hatte Mitautor und Regisseur Daniel Harrich der Staatsanwaltschaft zahlreiche Dokumente zur Verfügung gestellt, auf deren Basis die staatsanwaltschaftliche Klageschrift gegen Heckler & Koch verfasst werden konnte. Vor rund einem Monat hat Daniel Harrich noch den Grimme-Preis dafür entgegengenommen. Nicht nur im Fall Böhmermann - auch sonst sehen sich deutsche Medienmacher und kritische Autoren immer wieder mit Strafermittlungen konfrontiert. Jetzt erst recht - Kontext gratuliert zum Friedenspreis.

In diesem Jahr wird er zum 14. Mal verliehen, 25 Vorschläge gingen bei den Anstiftern ein. Der erste Preis ist mit 5000 Euro dotiert. Auf weiteren Plätzen folgen der Zeitzeuge Theodor Bergmann, Seawatch (Geflüchtete in Seenot), Ärzte ohne Grenzen und die kurdische Menschenrechtsaktivistin Leyla Zana. (16.Mai 2016)


Bündnis gegen rechts

Winfried Kretschmann engagiert sich im österreichischen Präsidentschaftswahlkampf: Er ist einem breit verankerten Komitee gegen rechts und zur Unterstützung von Alexander van der Bellen beigetreten. Der frühere Bundesvorsitzende der österreichischen Grünen, der als parteiunabhängiger Kandidat antritt, kam bei der Volkswahl Mitte April im ersten Wahlgang auf 21,3 Prozent der Stimmen. Norbert Hofer, der Kandidat der rechtspopulistischen "Freiheitlichen Partei Österreichs" (FPÖ), liegt mit 35 Prozent weit vorn. Zusammengefunden haben sich vor dem entscheidenden zweiten Wahlgang am 22. Mai viele Promis aus dem deutschsprachigen Raum, die sich für van der Bellen stark machen. Darunter Oscar-Preisträger Christoph Waltz, Everest-Bezwinger Reinhold Messner oder Liedermacher Konstantin Wecker und hunderte Schauspieler, Künstler, Journalisten, Politiker, Unternehmer, Wissenschaftler oder Diplomaten aus dem linken, aber auch aus dem bürgerlichen Lager. Nach Pfingsten, am Dienstagabend,  wird Kretschmann nach Wien reisen, um im Wahlkampf des Universitätsprofessors aufzutreten. Er habe van der Bellen "als engagierten, fairen und vertrauenswürdigen Menschen kennen und schätzen gelernt, der für Demokratie, Menschenrechte, ökologische Nachhaltigkeit, gegenseitigen Respekt und Chancengleichheit" eintrete. Unter weiter: "Gerade in diesen bewegten Zeiten ist eine besonnene, weltoffene und weitsichtige Person in einem solchen Amt besonders wichtig." Hofer ist programmatisch einer der führenden Köpfe der FPÖ und damit der europäischen Rechten. Seine schlagende Verbindung Marko Germania hält wenig vom selbständigen Staat Österreich, sondern bekennt sich zu einem "deutschen Vaterland", "unabhängig von bestehenden staatlichen Grenzen". Er wäre in Mitteleuropa der erste Rechtspopulist im höchsten Amt eines Staates. (15.5.2016)


Kretschmann gewählt – CDU wieder staatstragend

Mit 82 von 142 Stimmen – bei einer Krankmeldung – ist Winfried Kretschmann zum zehnten Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg gewählt worden. Seine neue grün-schwarze Koalition wäre rein rechnerisch auf 88 Stimmen gekommen. Für einen Moment war es auch mucksmäuschenstill im Plenarsaal, bevor sich die Abgeordneten zum Applaus erhoben. Wie schon am Vortag nach der Wahl von Muhterem Aras zur Landtagspräsidentin verweigerten die Abgeordneten der AfD diese Ehrbezeugung. Zuvor hatte Kretschmann die CDU-Fraktion besucht, mit der sich Parteichef Thomas Strobl erst am Morgen ausgesöhnt hatte. Eine Probeabstimmung am Dienstag war schiefgegangen. Einzelne CDU-Abgeordnete blieben auch am Donnerstag bei ihrer ablehnenden Haltung. Es wurde dementsprechend gemutmaßt, dass die fehlenden sechs Stimmen aus der Union kommen. Sichtlich gerührt nahm Aras ihrem Parteifreund den Amtseid ab. Danach gab’s einen weißen Blumenstrauß für den grünen Regierungschef. (12.5.2016)


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Gewicht per App. Fotos: Thomas Siudmak

Gewicht per App. Fotos: Thomas Siudmak

Ausgabe 185
Gesellschaft

Vernetzt und ausgeleuchtet

Von Ana-Marija Bilandzija
Datum: 15.10.2014
Blutzucker, Schlafrhythmus, Hobbys: Immer mehr Menschen vermessen mit Smartphone, Tablet und Apps ihr Dasein. Ihr Ziel: gesünder, schöner und produktiver zu werden. Die sogenannte Selbstoptimierer-Szene gewinnt auch hierzulande immer mehr Anhänger.

Ein schwarzes, mit Elektroden besetztes Stirnband um den Kopf, eine Pulsuhr am Handgelenk und das Handy neben dem Kopfkissen: So schlafen Selbstoptimierer wie Philipp Kalwies. Der 32-Jährige vermisst sich permanent. Eine Schlafstörung hat er nicht; man könnte aber sagen, er ist besessen von der Vorstellung, seinen Körper bis ins kleinste Detail zu erfassen. Neben dem täglichen Schlafprotokoll (Einschlafdauer, Intensität des Schlafs, Bewegungen, Dauer der Traumphase) vermisst Philipp nach jeder Mahlzeit seinen Blutzuckergehalt und klemmt sich – selbst im Urlaub – einen Schrittzähler an den Hosenbund.

Kalwies' Messgeräte, die sogenannten Gadgets, stapeln sich auf seinem Schreibtisch in einem Berliner WG-Zimmer. Ihr Wert: mehr als 500 Euro. Gerade erst ist eine neue Lieferung angekommen: eine Matratzenunterlage, die selbst die kleinste Bewegung im Schlaf analysiert. Auch das gehört zum Selbstoptimierer-Dasein: testen, was neu auf dem Markt ist, und die Erfahrung mit Gleichgesinnten teilen.

Alles unter Kontrolle auch im Schlaf: Philipp Kalwies träumt mit Stirnmessband.
Alles unter Kontrolle auch im Schlaf: Philipp Kalwies träumt mit Stirnmessband.

"The Quantified Self" heißt die Bewegung, die Gary Wolf und Kevin Kelly, zwei US-amerikanische Journalisten, 2007 ins Rollen brachten. 2010 schafft es der Trend nach Deutschland. Das Motto: Selbsterkenntnis durch Zahlen. In 175 Gruppen in 37 Ländern treffen sich die Anhänger der Selbststatistik – in Schanghai oder Stuttgart, Buenos Aires oder Berlin. In den USA schlägt die Bewegung größere Wellen als hierzulande. Doch die Selbstvermessung tritt allmählich ins öffentliche Bewusstsein.

Krankenkassen prüfen in Umfragen, welche Gesundheits-App am besten bei ihren Kunden ankommt. Banken locken Neukunden mit einem Aktivitätsmessgerät fürs Handgelenk als Willkommensgruß. "Spiegel TV" widmet den Selbstvermessern einen eigenen Sendeabend.

Studie identifiziert typischen Selbstvermesser

Dennoch: Das Thema umgibt ein mysteriöser Schleier von Digitalesoterik, der an den von Orwell entworfenen Präventionsstaat in "1984" erinnert. Die Sorge um Datenschutz und Fremdsteuerung ist auch bei Self-Quantifiern ein Thema. Am Ende ist der Spaß am Schein, sein Leben völlig kontrollieren zu können, jedoch größer. Philipp Kalwies begreift sich als "Early Adopter", als Vorreiter, Trendsetter und Vordenker einer Bewegung, die auf dem Weg ist, die Gesellschaft umzuwälzen. Eine Art Selbstoffenbarungsavantgarde. Der durchschnittliche Selbstvermesser ist 33,55 Jahre alt, männlich und arbeitet im technischen Bereich. Das hat eine Studie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. 

Viele Self-Quantifier wissen um ihren Status als Sonderling, können sich mit Begriffen wie "Technikfreak" und "Nerd" anfreunden. Doch sie wissen genauso, dass die Sache Zukunft hat. Pharmakonzerne wie Beyer sind in der Szene aktiv, knüpfen Kontakte zu Selbstvermessern und suchen in Wettbewerben nach Ideen, die sich im großen Stil vermarkten lassen.

Die Kilos stets im Blick: Gewichts-App auf Tablet.
Die Kilos stets im Blick: Gewichts-App auf Tablet.

Der App-Markt wächst täglich, über 15 000 Gesundheits-Apps gibt es heute laut dem Informatikerverband Bitkom. Von der Kalorienzähler-App über den Produktivitätstracker bis zum Stimmungsmesser ist für jeden etwas dabei. Die bunte Welt der Apps verspricht für jedes Problem eine Lösung. Ein Problem können sie jedoch noch nicht lösen: Wer Zahlen und Werte kennt, muss sie auch richtig interpretieren, um sie nutzen zu können.

Auch Kranke greifen zu vernetzten Messgeräten

Während es Philipp Kalwies darum geht, seinen – gesunden – Körper nach allen Regeln der Selbstvermessung in Zahlenreihen zu erfassen, um sich selbst "besser zu erkennen", greifen andere Selbstvermesser zu Smartphone und Messgeräten, weil sie krank sind. So wie Mathias Elgeti. Der 51-jährige Werbemacher leidet seit neun Jahren an Arthrose. Klassische Therapieansätze brachten keine Heilung, Elgeti musste seinen geliebten Kraftsport aufgeben und begann, selbst nach einer Lösung zu suchen. Eine Entsäuerungskur brachte Besserung, doch es fiel ihm schwer, motiviert zu bleiben. Auf einem Quantified-Self-Treffen entdeckt er die Motivation durch Zahlen für sich. Er programmiert die "Sauerkraut-App" und protokolliert fortan, was er isst. Mit einem pH-Meter, der eigentlich für Aquarien gedacht ist, überprüft er den pH-Wert seines Urins und interpretiert so die Auswirkung der Entsäuerung auf seinen Körper.

Motivation durch Zahlenreihen: Mathias Elgeti protokolliert seine Nahrungsaufnahme.
Motivation durch Zahlenreihen: Mathias Elgeti protokolliert seine Nahrungsaufnahme.

Ein gutes Gefühl sei es gewesen, als Elgeti seinem Arzt die Ergebnisse seines Selbstversuchs präsentiert hat. Sich unabhängig machen von einer Gesundheitsindustrie, die Behandlungskosten spart und Gewinne mehrt: Dieses Potenzial sieht er in der Selbstvermessung. Eine Form der Emanzipation vom Arzt – und Hobby zugleich. Das Beraterhaus PwC hat ausgerechnet, dass EU-weit rund 100 Milliarden Euro durch "Mobile Health" im Gesundheitswesen eingespart werden könnten. Revolutionäre Gedanken kommen auf: In ein paar Jahren könnten Patienten den USB-Stick in die Arztpraxis mitbringen und die selbst gemessenen Werte mit dem Doktor durchgehen.

In Zukunft messen Mikrochips unter der Haut

Für Philipp Kalwies ist das heute schon Standard. Er freut sich auf eine Zukunft, in der wir uns Mikrochips implantieren lassen. "Der kommt unter die Haut und trackt permanent alles, was man macht", erzählt er begeistert. Bedenken habe er keine. Für ihn ist die Beobachtung des menschlichen Körpers nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten erstrebenswert. Ob Kreativität, Anderssein und Überraschungen in einer solchen Welt noch Platz fänden, ist fraglich. Das Ziel ist letztlich, zu funktionieren, und Zahlenreihen vermitteln ein Gefühl von Kontrolle. In einer immer komplizierter werdenden Gesellschaft strahlen sie eine Glaubwürdigkeit und Klarheit aus, die verführerisch ist.

Auf die Frage, ob er mit der Selbstvermessung aufhören würde, wenn er seine Wunschwerte erreicht hätte, entgegnet Philipp, dass es menschlich sei, immer besser werden zu wollen. Wer sein Traumgewicht erreicht hat, kann bei Produktivität und Kontakte-Management weitermachen. Fabio Santos, ein bekanntes Gesicht der deutschen Quantified-Self-Szene, führt Protokoll über jede Person, die er trifft. Wie lange er sich mit wem worüber unterhalten hat und ob er sich danach besser oder schlechter fühlte, kann er noch Wochen später nachlesen. Wirklich wichtig sind diese Erkenntnisse nicht. Sie lassen ihn den Alltag jedoch mit anderen Augen sehen. Selbstvermessung als Selbstfindungstrip. Im Grunde geht es um den ewigen Versuch, das Leben zu begreifen – mit den Mitteln des 21. Jahrhunderts.


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Kommentare

Rano, 30.10.2014 17:46
Man könnte ja einfach lachen über solche traurigen Gestalten. Leider aber sind diese unsäglichen Dummköpfe die Wegbereiter für eine totalitäre Welt, in der diese Überwachung zur Pflicht werden wird.

ahendrix, 17.10.2014 21:36
Hallo Schorsch, ich antworte mal an Stelle von St. Kugler. Meditation hat mit Esoterik nichts zu tun, sondern ihren Ursprung in der Lehre des Buddhismus. Es ist mittlerweile erwiesen, dass Meditation einen positiven Einfluss auf die körperliche und geistige Gesundheit haben kann. www.meditation.de

Schorsch, 17.10.2014 14:05
St. Kugler, 16.10.2014 11:40
Ehrlich gesagt, ich zähle mich eher zum Kreis der "Skeptiker", habe mit Esoterik nicht viel im Sinn. Nennen Sie mir bitte Links, dass ich meine Meinung vielleicht ändere. Das meine ich jetzt aufrichtig, Danke!

St. Kugler, 16.10.2014 11:40
Auf die Idee seinen Körper und Geist mittels Meditation zu ergründen kommt der Herr Selbstoptimierer leider nicht. Die kostet ja auch kein Geld und führt zu echten Ergebnissen.

zara, 16.10.2014 09:41
Zu diesem Thema gibt es ein spannendes Buch von Marc Elsberg, Zero von 2014. Edward Snowden lässt grüßen:
http://www.krimi-couch.de/krimis/marc-elsberg-zero-sie-wissen-was-du-tust.html

maguscarolus, 16.10.2014 09:24
Wenn sich da nur ein paar Kontrollfreaks (Zwangsneurotiker?) austoben würden! Aber wie lange wird es dauern, bis solch "löbliche" Selbstüberwachung zur Voraussetzung für dies und das und jenes wird?

>> Sie beantragen eine Krankenversicherung? Ich kann aber gar kein Tracking-Protokoll von Ihnen finden ... <<

Dieser ganze digitale Überwachungsscheiß kommt mir allmählich vor wie die nächste Vertreibung aus dem Paradies!

anefuma, 15.10.2014 19:44
Wer alles messen und wiegen muss, kann nicht genießen.
Arme Menschen, die sich auf diese Weise ihrer Existenz vergewissern müssen.

Blinkfeuer, 15.10.2014 10:29
Hätt' ich fast vergessen: Muss Bier bestellen!

FernDerHeimat, 15.10.2014 08:54
Die "Selbstoptimierer" üben nicht nur einen impliziten Druck auf den Rest der Bevölkerung aus, sich doch gefälligst selber ständig zu "überwachen", sie wecken auch Begehrlichkeiten, diese Daten über Lebenswandel und Gesundheit konsequent auszunützen.

Angefangen bei Smartphones, deren Betriebssysteme schon generell gern alles mögliche an Informationen "nach Hause telefonieren" und natürlich den entsprechenden "kostenlosen" Apps, die das häufig genauso tun.

Den "Sportlichen" konnte man ja schon bisher sehr gut allerlei Nahrungsmittel und Technologie andrehen. Jetzt kann man ihre freiwillig gesammelten Daten gleich direkt weiterverkaufen.

Werbung, Versicherungen aber auch staatliche Stellen freuen sich gewiss darüber.

Wenn die BfA beispielsweise schon jetzt Hartz IV-Empfänger auf Facebook bespitzeln lässt, spricht für die sicherlich auch nichts dagegen, deren Tagesgewohnheiten über eine "Selbstoptimierungs"-App auszuwerten. Vielleicht kann man dann so noch ein paar Tausend Sanktionen mehr rechtfertigen.

Und die Versicherungen wollen sowieso alles wissen, mit dem sich Gebührenerhöhungen einerseits und Leistungsreduzierungen andererseits begründen lassen.

Am Ende ist dann einer, der auf diesen ganzen Klimbim verzichtet, gleich pauschal im Nachteil, weil er ja "offensichtlich" einen ungesunden Lebenswandel "verbergen" will.

Nun, von Winston Churchills "no sports" einmal abgesehen. Wie genau diese Messungen denn sind und welchen Erfolg sie für die Gesundheit und Lebenserwartung tatsächlich haben, darüber streiten sich bis heute Mediziner und Biologen.

Aber wenn etwas so hipp und angesagt ist - vor allem aber einige gut daran verdienen - dann hinterfragt man seinen Sinn und Nutzen lieber nicht zu sehr in der Öffentlichkeit...

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FInde die rechtsschutzlichen Ausführungen des Rechtsschutz Gewährenden auch abenteuerlich. Klage, Anklae, Widerklage - gerät alles bisserl durcheinander. Aber wie schon einer richtig schrieb - Journalisten werden bei Straftaten...

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