KONTEXT Extra:
Büttel der Bahn - nein danke

Vor dem S-21-Lenkungskreis am Donnerstag (30.6.) wird Verkehrsminister Winfried Hermann und Oberbürgermeister Fritz Kuhn (beide Grüne) heftig ins Gewissen geredet. Der Theologe Martin Poguntke vom Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 erklärt, die Projektgegner hätten es aufgegeben zu hoffen, dass "wir politische Helden an die Macht gebracht haben". Aber verlangt werden könne, dass sie ihr Amt "nicht so ganz der Würdelosigkeit preisgeben". Konkret bedeute das:

Fordern Sie von der Bahn die restlose Offenlegung aller Zahlen und deren Überprüfung durch eine wirklich unabhängige Stelle. Sie haben nicht das Recht, sich auf die Bahn einfach zu verlassen - denn Sie sind uns, dem Souverän, gegenüber verantwortlich.

Fordern Sie, dass die Bahn dem Vieregg&Rössler-Gutachten von mindestens 9,8 Milliarden nicht nur blumig widerspricht, sondern es Punkt für Punkt mit konkreten Zahlen widerlegt. Es geht hier nämlich nicht nur um eine Kostensteigerung von wenigen hundert Millionen, sondern seit 2009 sind die von der Bahn scheibchenweise eingestandenen Kosten um 3,4 Milliarden von 3,1 auf 6,5 Milliarden gestiegen - das sind über 100 Prozent in sieben Jahren.

Fordern Sie - wenn schon keinen Projekt-Abbruch - wenigstens ein Moratorium, bis alle strittigen Fragen geklärt sind. Denn in weniger als der Hälfte der geplanten Bauzeit hat die Bahn 99 Prozent des Risikopuffers von 1,5 Milliarden verbraucht. Es kann nicht sein, dass die Bahn jetzt immer weiter baut, immer mehr Verpflichtungen eingeht, ein immer höheres Erpressungspotenzial an schon ausgegebenem Geld aufhäuft - bevor geklärt ist, wie sie das bezahlen will.

Fordern Sie eine ergebnisoffene Gegenüberstellung der Chancen und Risiken von S21 mit den Chancen und Risiken eines Umstiegs auf den modernisierten Kopfbahnhof und verstecken Sie sich nicht hinter dem angeblichen Ergebnis der Volksabstimmung. Kein halbwegs verantwortlicher Politiker kann ignorieren, dass ein Umstieg auf eine Modernisierung des Kopfbahnhofs nur ca. 2 Milliarden kosten würde und dass nur 1,5 Milliarden des bereits verbauten Geldes wirklich verloren, also viele Milliarden gespart wären - dafür, dass wir einen besseren Bahnhof bekommen, als es S21 je hätte sein können.

Und schließlich bei all Ihren Forderungen: Nennen Sie Konsequenzen, für den Fall, dass Ihre Forderungen nicht erfüllt werden. Was tun Sie, wenn die Bahn nicht auf Ihre Forderungen eingeht? Denn Forderungen ohne Ankündigung von Konsequenzen sind leeres Gerede fürs Publikum.

Zeigen Sie einmal, dass Sie nicht die Büttel der Bahn sind! Zeigen Sie einmal ein klein wenig politische Größe! Zeigen Sie einmal, dass der Lenkungskreis wirklich lenkt!


Ein Zeichen für Europa

Über Stuttgart wehen EU-Flaggen! Mit der Verkündung des amtlichen Endergebnisses der Volksabstimmung in Großbritainnien über den Austritt aus der EU werden auf der Villa Reitzenstein und dem Neuem Schloss in Stuttgart europäische Flaagen gehisst. Die grün-schwarze Koalition möchte damit ein Zeichen für Europa setzen. "Wir wollen unsere proeuropäische Haltung deutlich zeigen", so Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Die gehöre in Baden-Württemberg "zur Staatsräson". Als "überzeugten Europäer" treffe ihn die Entscheidung der Briten "ganz persönlich ins Mark". Europa sei in den Grundfesten erschüttert.


AfD-Fraktion schließt Gedeon vorerst nicht aus

Die Zerreißprobe in der "Alternative für Deutschland" (AfD) ist aufgeschoben. Ihr Bundesvorsitzender Jörg Meuthen, zugleich Chef der baden-württembergischen Landtagsfraktion, hatte am Dienstag jedenfalls keine erforderliche Zweidrittelmehrheit für den Ausschluss von Wolfgang Gedeon. Über die Äußerungen Gedeons, Anhänger der antisemitischen "Protokolle der Weisen von Zion", wird jetzt statt dessen ein Gutachten bei drei Fachleuten in Auftrag gegeben – von Religionswissenschaftlern ist die Rede, ein Experte soll jüdischen Glaubens sein –, um die von Meuten selbst erhobenen Antisemitismus-Vorwürfe gegen den Singener Mediziner zu überprüfen. Der lässt vorerst seine Mitgliedschaft in der Fraktion ruhen und wird im Plenarsaal auch einen neuen Platz erhalten.

Fraktionsgeschäftsführer Bernd Grimmer erklärte nach den dreistündigen Beratungen, die für einen Ausschluss notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit sei nicht klar gewesen und etwa ein Drittel der Abgeordneten nicht bereit gewesen, Meuthen zu folgen. Sie schätzten den Stellenwert von Meinungsfreiheit höher ein als den einer "politisch korrekten Ausdrucksweise". Sollte die Fraktion nach der Sommerpause und der Bewertung des Gutachtens abermals nicht bereit sein, dem von Meuthen seit Tagen vehement verlangten Antrag auf Ausschluss Gedeons zuzustimmen, bleibt der dabei, seinerseits die Fraktion verlassen zu wollen. Außerdem gibt es Gerüchte, dass eine Handvoll Abgeordneter Gedeon – im Falle seines Ausschlusses – nicht allein gehen lassen, sondern mit ihm aus der Fraktion ausscheiden wolle.

Nicht nur im Internet tobt seit Tagen eine heftige Auseinandersetzung über den künftigen Kurs der Partei, die sich zur Retterin Deutschlands ernannt hat. Meuthens Co-Vorsitzende auf Bundesebene Frauke Petry hat sich öffentlich gegen ihn gestellt, ist damit aber im Bundesvorstand isoliert. Zahlreiche Mitglieder des rechten Flügels verlangen von dem Kehler Wirtschaftsprofessor, von sich aus die AfD zu verlassen. "Die Bewegung muss sich von Volksverrätern wie Meuthen trennen", postet ein Thorsten Baeuml. Und weiter: "Linksversiffte Gutmenschen braucht die Bewegung nicht! Ein Krebsgeschwür wird auch entfernt, so lange es noch geht und Meuthen hat sich zur Selbstoperation verdonnert. Gut so!" Den Ausdruck "linksversifft" hatte Meuthen selbst vor Wochen benutzt, ihn allerdings auf die ganze Bundesrepublik bezogen.


S 21: BUND verlangt "Öffnung in Richtung Kombi-Lösung"

Der BUND Baden-Württemberg hat am Montag ein Positionspapier zu Stuttgart 21 vorgelegt, um "konstruktive Lösungen aus der Sackgasse" aufzuzeigen. Im Mittelpunkt steht der "Einstieg in eine Kombi-Lösung". Wie die Landesvorsitzende Brigitte Dahlbender erläutert, könnten damit "einerseits die Kosten und Risiken von Stuttgart 21 deutlich gesenkt und andererseits finanzielle Spielräume zur Realisierung eines tatsächlich zukunftsfähigen Bahnknotenpunkts gewonnen werden". Außerdem sieht das Konzept vor, auf den unterirdischen Flughafenbahnhof zu verzichten und stattdessen einen oberirdischen Halt beim Messeparkhaus zu errichten. Zudem soll die Gäubahn über die bestehende Panoramabahn oberirdisch in den Hauptbahnhof geführt werden und "die Zuführungsstrecken zum Hauptbahnhof und die Wendlinger Kurve sollen leistungsfähig ausgebaut werden".

Dahlbender, die für die Tiefbahnhofgegner 2010 in der Schlichtung saß, nennt S 21 ein "auch heute noch in ganz wesentlichen Teilen weder vollständig geplantes noch vollständig genehmigtes Projekt". Es gebe weiterhin keine qualifizierten Aussagen zu Kosten und zum Zeitablauf. Für die SPD-Politikerin und Ulmer Gemeinderätin steht fest, dass deutlich mehr als acht Bahnsteiggleise unverzichtbar sind für einen Großknoten Stuttgart und eine Entmischung der S-Bahn, des Regional- und des Fernverkehrs. Eine nachhaltige Mobilitätswende müsse sich an den Wünschen der Bahnkunden und der tatsächlichen Verkehrsströme orientieren, "und das bedeutet einen Einstieg in die Diskussion einer Kombi-Lösung".

Mehr dazu unter diesem Link.


Jetzt offiziell: Kefer geht späestens im Herbst 2017

Von einem "Eingeständnis des Scheiterns" sprechen die Parkschützer, von "großem Respekt und Wertschätzung" der Aufsichtsratsvorsitzende der DB Utz-Hellmuth Felcht. Auf jeden Fall wirft der für Stuttgart 21 zuständige Bahnvorstand Volker Kefer das Handtuch. Er stehe für eine Verlängerung seines im September 2017 auslaufenden Vertrags nicht zur Verfügung, teilte er dem Aufsichtsrat am Mittwochvormittag mit. Möglicherweise wird er, wenn seine Nachfolge geregelt ist, den Konzern aber schon deutlich früher verlassen. Hier werde kein "Bauer geopfert", so der Sprecher der Parkschützer Matthias von Herrmann. Vielmehr nehme sich ein "allzu stolzer Turm selbst aus dem Spiel": Der für Stuttgart 21 verantwortliche oberste Bahnmanager ziehe "nun offenbar seine persönliche Notbremse vor dem sicheren Aufprall auf dem Prellbock eines baulich, finanziell und kommunikativ völlig unkontrolliert taumelnden Projekts". Kefer ist seit 2009 bei der Deutschen Bahn und galt lange Zeit als möglicher Nachfolger von Bahnchef Rüdiger Grube, dessen Stellvertreter er auch ist. Kritisiert wird intern vor allem, dass der frühere Siemens-Vorstand den Aufsichtsrat zu spät über die Kostenexplosionen und die immer neuen Risiken bei Stuttgart 21 informiert hat.

Insider in Berlin sehen auch Grube selber nicht mehr sicher im Sattel, weil der nicht nur das nach seinen vielzitierten Worten "bestgerechnete" Milliardenprojekt nie wirklich in den Griff bekommen hat. Matthias von Herrmann erinnert an des marode, dringend sanierungsbedürftige Schienennetz und daran, dass trotz der groß angekündigten fernverkehrsoffensive nicht einmal mehr 78 Prozent der Züge pünktlich fahren: "Wir brauchen endlich wieder eine gute zuverlässige Bahn statt Tunnelwahn." Zum Vergleich: In der Schweiz treffen knapp 97 Prozent der Züge pünktlich im Bahnhof ein. (15.6.2017)


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Das Hoffmann-Haus in Korntal. Foto: Joachim E. Röttgers

Das Hoffmann-Haus in Korntal. Foto: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 174
Gesellschaft

Die Brüder sprechen – schriftlich

Von Susanne Stiefel
Datum: 30.07.2014
Die ehemaligen Heimkinder der Evangelischen Brüdergemeinde in Korntal sprechen von einem Skandal, die Beschuldigten hüllen sich lieber in Schweigen. Kontext hat seit Wochen versucht, die Brüder zu einem Interview zu bewegen. Ohne Erfolg. Jetzt reden sie – schriftlich.

Die Vorwürfe früherer Korntaler Heimkinder wiegen schwer. Von Schlägen und Demütigungen im Hoffmann- und im Flattichhaus ist die Rede, von Gewalt in den Wohngruppen und von sexuellem Missbrauch, erlitten in den Kinderheimen der Evangelischen Brüdergemeinde. Seit Beginn unserer Recherchen suchen wir nicht nur mit ehemaligen Heimkindern das Gespräch, sondern auch mit den Verantwortlichen der evangelischen Landeskirche und der Evangelischen Brüdergemeinde. Bereits Anfang Juli bat Kontext um ein dringendes, persönliches Treffen mit dem weltlichen Vorsteher der pietistischen Korntaler Gemeinde, Klaus Andersen, und deren Pressesprecher Manuel Liesenfeld.

Denn immer mehr frühere Heimkinder melden sich nach dem ersten Artikel in der Redaktion, es bildet sich die Opferhilfe Korntal, ein Zusammenschluss engagierter Korntaler Bürger, die sich um die Betroffenen kümmern wollen, eine ehemalige Lehrerin berichtet von ihren Erfahrungen. Fast täglich gibt es neue Entwicklungen in der Sache, die mit dem juristischen Vorstoß des ehemaligen Heimkinds Detlev Zander ihren Anfang genommen hatte.

Blick auf die Kirche der pietistischen Brüdergemeinde in Korntal. Foto: Joachim E. Röttgers
Blick auf die Kirche der pietistischen Brüdergemeinde in Korntal. Foto: Joachim E. Röttgers

Doch Pressesprecher Liesenfeld bat um Geduld: Das Jahresfest der Diakonie der Evangelischen Brüdergemeinde am 6. Juli erfordere alle Kräfte. Erst am 17. Juli fanden Andersen und Liesenfeld einen Termin – der einen Tag vorher abgesagt wurde. Man erwarte keine objektive Berichterstattung und sehe in einem solchen Treffen keinen Sinn mehr, so die Begründung. Fragen würden gegebenenfalls schriftlich beantwortet.

Das tun wir ungern, weil für Nachfragen und Nachhaken unter diesen Umständen kaum Raum bleibt. Wir haben dennoch zugestimmt, einfach der Information und Dokumentation halber. Seit zehn Tagen liegen die Fragen nun bei der Brüdergemeinde. Ende vergangener Woche wurden sie schriftlich beantwortet.

Doch die Dynamik der Ereignisse überholt manch schriftliche Reaktion. Vergangenen Donnerstag hat sich die Opferhilfe Korntal zum ersten Mal vor Ort getroffen. Fünf ehemalige Heimkinder, eine Frau und vier Männer, berichteten engagierten Bürgern von ihren leidvollen Erfahrung: wie schwer es ihnen fällt, über ihre Heimvergangenheit zu sprechen, wie froh sie sind, dass ihnen nach Jahren der Einsamkeit und Selbstzweifel endlich jemand zuhört. Peter Meincke, der Initiator der elfköpfigen Gruppe und Korntaler Musikschuldirektor, wurde beauftragt, einen Brief an die Brüdergemeinde zu schreiben. Sie sollen ehemalige Heimkinder darauf hinweisen, dass der Fonds Heimerziehung Ende des Jahres ausläuft, und über den Stand der wissenschaftlichen Aufarbeitung berichten.

Insofern sind manche Antworten der Evangelischen Brüdergemeinde bereits Geschichte. Wir drucken das schriftliche Frage-und-Antwort-Spiel dennoch ab, wie gesagt, aus Informations- und Dokumentationsgründen.

∗∗∗

Die Evangelische Brüdergemeinde ist im Gottesdienst während des Jahresfests auf ihre Heimvergangenheit und die Klage von Detlev Zander eingegangen. Ist das richtig?

Ja.

Wenn ja, warum haben Sie sich dazu entschlossen und wer hat dazu gesprochen?

Uns ist es wichtig, die Gemeinde (in diesem Falle auch die Gäste des Jahresfestes) regelmäßig, offen und transparent über den Stand des Falls zu informieren. Gesprochen hat Klaus Andersen.

Gibt es dazu eine Aufzeichnung oder eine schriftlich niedergelegte Predigt?

Nein. Eine Predigt zum Thema wurde nicht gehalten.

Wie oft hat sich die Kommission zur Aufarbeitung der Heimgeschichte seit ihrer Gründung getroffen?

13 Mal.

Was hat die Kommission bis heute angestoßen, beschlossen oder initiiert?

– Dezidierte Untersuchung der Anklagepunkte von Herrn Z.
– Gespräche mit Zeitzeugen.
– Organisation der Aktenübernahme durch das Landeskirchliche Archiv Stuttgart.
– Festlegung der inhaltlichen Kernpunkte der Aufarbeitung der Heimerziehung im Entwurf.
– Überprüfung, Aktualisierung und Anpassung von vorhandenen Präventions-, Handlungs- und Beteiligungskonzepten in den JH-Einrichtungen.

Gibt es dazu Protokolle, die Sie mir zuschicken können?

Es gibt Protokolle. Zuschicken kann ich sie Ihnen aus datenschutzrechtlichen Gesichtspunkten nicht.

Die Karlshöhe Ludwigsburg hat schon 2008 mit der Aufarbeitung ihrer Heimgeschichte begonnen (Tag der Erinnerung). Warum hat die Evangelische Brüdergemeinde erst im Mai 2013 eine Kommission gegründet?

Die Karlshöhe Ludwigsburg ist für viele vergleichbare Jugendhilfeeinrichtungen mit langer Tradition zum Vorbild in Sachen Aufarbeitung geworden. Trotzdem hat es laut meinen Recherchen vom Erstkontakt mit einem Ehemaligen, der auf die Karlshöhe direkt zugekommen ist, bis zum Start der Projektgruppe zur Aufarbeitung ungefähr sechs Jahre gedauert. Nach den Berichten von Herrn Zander im Juni 2013 begannen wir mit den Gesprächen mit Zeitzeugen rund ein halbes Jahr später und haben bereits weitere organisatorische Schritte der Aufarbeitung unternommen.

Bei der Karlshöhe waren auch Betroffene miteinbezogen. Warum haben Sie sich dagegen entschieden, in die Kommission auch Betroffene, also Heimkinder, mit aufzunehmen?

Die "Kommission zur Aufarbeitung Heimerziehung und Missbrauch von 1949 bis 1975" versteht sich zunächst als Lenkungsausschuss, der Aufarbeitung "organisiert". Tatsächlich werden die Berichte ehemaliger Heimkinder wie ehemaliger Erzieher ein wesentlicher, unabdingbarer Teil unserer Publikation zum Thema sein.

Warum sitzt, außer Ingrid Scholz von der Diakonie Württemberg, kein unabhängiger oder neutraler Aufklärer in der Kommission?

Die Kommission behält sich vor, in Fachfragen der Aufarbeitung Experten des jeweiligen Gebietes mit hinzuzuziehen. So arbeitet sie beispielsweise mit einem Datenschützer sowie mit Psychologen (Trauma- und Sexualtherapeuten) sowie Juristen zusammen. Durch die Übergabe der Heimakten haben wir einen weiteren wesentlichen Schritt zur "Aufklärung" mit externen Experten auf historischem Fachgebiet gemacht. Die Hinzunahme weiterer externer Fachleute bzw. ehemaliger Heimkinder, ehemaliger Erzieher usw. während der konkreten Aufarbeitungsphase ist Gegenstand der Projektgruppe. Der von Herrn Zander gewählte Weg einer juristischen Auseinandersetzung seit der Klageandrohung im November 2013 hat eine weitere, intensive Befragung von Zeitzeugen zum gegenwärtigen Zeitpunkt unmöglich gemacht. Seit diesem November 2013 dominiert die juristische Kommunikation, die Zeugen einen besonderen Status für ein evtl. gerichtliches Verfahren zuerkennt, den wir selbstverständlich achten. Damit haben wir Zeit zur historischen Aufarbeitung verloren.

War die Evangelische Brüdergemeinde 2009 vertreten beim Karlshöher Diakonietag "Kinder haben Rechte"?

Das entzieht sich meiner Kenntnis. Was allerdings Kinderrechte angeht, so hat unsere aktuelle Jugendhilfe einen enorm hohen und in der Fachwelt anerkannten Qualitätsstandard erreicht. Leider haben Sie bislang nicht danach gefragt, wie unsere aktuelle Jugendhilfe arbeitet! Nicht nur aus journalistischer Sicht wäre diese Recherche zwingend notwendig gewesen!

Sie haben in einer Pressemitteilung verkündet, dass Sie die Akten von Flattich- und Hoffmannhaus an das evangelische Kirchenarchiv übergeben werden. Wann genau wird das sein?

In der nächsten Woche.

Welche Akten sind das genau? Akten der Heimkinder oder auch Akten der damals dort Beschäftigten?

Sowohl als auch.

Wie arbeitet die Kommission, wenn die Akten nicht mehr vor Ort sind, oder haben Sie Kopien angefertigt?

Falls wir eine Akte benötigen, werden wir sie vom Archiv erhalten bzw. sie dort einsehen können.

Wie sieht die wissenschaftliche Aufarbeitung der Heimgeschichte aus?

Das ist noch nicht entschieden.

Wie viele betroffene Heimkinder haben sich seit Mai 2013 schon bei der evangelischen Brüderschaft oder der Kommission gemeldet?

Extra für Sie, liebe Frau Stiefel, zählte ich im Excel-Dokument, in dem unsere Mitarbeiterinnen detailliert die Anfragen sowie deren Bearbeitungsschritte festhalten, nach: Seit Januar 2013 sind demnach – wenn ich richtig gezählt habe – 58 Anfragen auf Akteneinsicht eingegangen. 23 davon sind im Jahre 2014 eingegangen. Die 2014er-Anfragen verteilen sich folgendermaßen: Bis 30. April waren es neun, von Mai bis Juli demzufolge 14. Gestellt wurden diese Anfragen von Ehemaligen selbst, von deren Angehörigen, von Rentenversicherungsträgern sowie vom Landesarchiv im Auftrag von Ehemaligen.

Ein direktes Gespräch mit der Bitte, die eigene Geschichte erzählen zu können, hat seit 2013 nur Herr Zander verlangt. Unser Gesprächsangebot an Ehemalige, die direkt mit uns reden wollen, steht weiterhin.

Und übrigens – zur richtigen Schreibweise unseres Namens: Wir sind die "Diakonie der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal"!

Haben Sie beziehungsweise die Kommission aktiv geforscht, was mit den ehemaligen Heimkindern in ihrem späteren Leben passiert ist?

Ja.

Nach meiner Information haben in den 60er-, 70er-Jahren mindestens drei ehemalige Heimkinder Selbstmord begangen, mindestens zwei sind an ihrer Alkoholsucht gestorben. Wie forschen Sie und wie fließt das spätere Schicksal ehemaliger Heimkinder in Ihre Aufarbeitung der Heimvergangenheit von Hoffmann- und Flattichhaus mit ein?

Das ist Gegenstand der Projektgruppe Aufarbeitung.

Wie gehen Sie mit der vor Ort gegründeten Opferhilfe Korntal um?

Über ihre Existenz haben wir aus der Presse erfahren. Die "Opferhilfe" hat bisher noch keinen Kontakt zu uns gesucht, um zu erfahren, wie wir wirklich mit ehemaligen Heimkindern umgehen.

Wie sieht Ihre Betreuung der ehemaligen Heimkinder aus?

Das hängt davon ab, was Ehemalige möchten. Vom lockeren Treffen beim Jahresfest, von dem viele regelmäßig und gerne Gebrauch machen, über die Akteneinsicht bis hin zum persönlichen, vielstündigen Gespräch mit Vorstehern, der Geschäfts- und Einrichtungsleitung – so wie bei Herrn Zander geschehen. Es ist unser Ziel, all diesen unterschiedlichen Vorstellungen so rasch wie möglich nachzukommen.


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Kommentare

Ulrich Scheuffele, 05.08.2014 09:43
Der Fall Detlev Zander ist am kommenden Donnerstag Thema in "Zur Sache Baden-Württemberg" mit Clemens Bratzler.
SWR-Fernsehen um 20.15 Uhr

Ulrich Scheuffele, 04.08.2014 14:11
seit diesem Wochenende sind die Korntaler Heimopfer mit ihrer eigenen Website im Netz. Darin befinden sich auch umfassende Informationen für Betroffene.
http://heimopfer-korntal.de/

Betroffener aus+Korntal, 02.08.2014 08:54
Zurück Zur Sache!

Ich als Betroffener klage an, mit welcher Arroganz, und Zynismus sie mit ihrer DUNKELN, DUNKLEN Vergangenheit umgeht!
Die Brüder und Schwestern in der Kommission vermögen bis heute nicht zu begreifen, wie sehr sie uns immer und immer wieder verletzen!

Liebe Brüder und Schwestern der Kommission, hier ein Gedanke aus der Bibel:

Eines was ihr meinen geringsten Brüder angetan habe, habt ihr mir angetan!

Betroffene, 01.08.2014 21:00
@ZwischendenZeilenLeser

Also bei Ihren Kommentaren geht mir beim Lesen die "Hutschnur"
hoch.
Ihnen scheint wohl nicht klar zu sein,dass wir Betroffenen uns teilweise seit Jahren in therapeutischer Behandlung bei Psychotherapeuten befinden,und das sind keine Hobbypsychologen!!!
Und immer wieder dasselbe Argument,dass die Verantwortlichen schon verstorben sind.,oder alles verjährt ist.
Hier geht es auch um die moralische Verantwortung der Brüdergemeinde Korntal-und der scheint man sich auch nicht stellen zu wollen.
Wer glaubt,dass Betroffene zur Kommission der Brüdergemeinde gehen werden um dort ihre Erlebnisse zu schildern,bei dem bisherigen Umgang mit uns,lebt in einer völlig anderen Welt.
Jetzt Herrn Scheuffele so anzugreifen finde ich persönlich-und das ist meine Meinung echt unverschämt.
Ich persönlich bin dankbar,dass die Opferhilfe Korntal gegründet wurde und Herr Scheuffele ein Teil davon ist.
Das was die Opferhilfe innerhalb kürzester Zeit aufgestellt hat,wäre eigentlich die Aufgabe der Brüdergemeinde gewesen.
Wer ist denn nun daran interessiert,die Vorgänge von damals aufzuklären?

Andere Seite, 31.07.2014 22:54
@Hr. Scheuffele

"Und ich lasse mich von ein paar hassprühenden Brüdern und Schwestern nicht davon abhalten, weiterhin den Heimopfern ein Ohr zum Hören und eine Schulter zum Anlehnen zu bieten."

Dass Sie "eine Schulter zum Anlehnen" bieten ist mehr als lobenswert.
Aber wer "versprüht Hass"? Wenigstens DAS konnte ich aus den Aussagen der "Brüder" nicht lesen. Und wenn doch:
Auch bei Ihren Beiträgen spüre ich eine solche Emotion. Und auch eine große Frustration.

Die Dinge werden sicher ernst genommen. Leider läuft aber auch aus meiner Sicht alles zu langsam und schürt natürlich Unmut.

Hören Sie BITTE dennoch auf IHREN Hass zu versprühen - es gibt Korntaler Brüder und Schwestern, die sich bis heute für ehemalige Kinder der Heime engagieren! Leider kann ich die Namen in diesem Rahmen natürlich nicht nennen...

Und was ist sektiererisch an der BG??? Jeder kann FREI entscheiden, ob er dazu gehören will oder nicht. Wer NICHT mehr will, kann gehen - und wird nicht verfolgt o.a. !?
NIEMAND wird gezwungen.

Wer mit der BG nichts zu tun haben will, muss es auch nicht! Wie Sie schon erwähnt haben gibt es ja noch die Christuskirche etc., wer eine andere Gemeinde sucht.

Was sind Ihre konstruktiven Vorschläge für die Gemeinde? Da bin ich neugierig. Es ist viel NICHT geschehen. Aber WAS soll geschehen? Die Opferhilfe ist eine Möglichkeit.
Und was sollte Ihrer Meinung nach "die Gemeinde" bieten? Außer Geld? Das Gesprächsangebot ist nach wie vor da.

Wenn ich Ihre Aussagen lese, begreife ich sie nicht unbedingt als konstruktiv, sondern als "Rundumschlag" gegen alle "Brüdern und Schwestern". Das hilft nicht weiter.

Hass und Wut (egal von welcher Seite) helfen niemandem - vorallem den Opfern nicht!
Kämpfen Sie FÜR die Opfer und nicht GEGEN die Gemeinde! So macht es einfach keinen Sinn...

Kontext:Redaktion, 31.07.2014 14:00
@ZwischendenZeilenLeser:
Anonyme Kommentare - wie die Ihren - haben den Nachteil, dass Sie darin zwar Fragen an die Redaktion richten und uns zu Stellungnahmen auffordern können, wir Ihnen aber gar nicht antworten können, weil Sie halt keine Email-Adresse angeben.
Im Übrigen halten wir die "Argumente" an der Stelle für zur Genüge ausgetauscht.

ukh, 31.07.2014 12:58
@ZwischendenZeilenLeser .... auf Ihre Kommentare bezüglich Ulrich Scheuffele möchte ich doch gerne wissen: haben Sie irgend etwas getan, um die Unrechtsfälle in den Kinderheimen der Brüdergemeinde aufzuklären und den Betroffenen zu helfen? Ihre Antwort interessiert wirklich !

Kontext:Redaktion, 31.07.2014 11:48
@ZwischendenZeilenLeser:
Woher wollen Sie wissen, welche Kommentare anonym sind und welche nicht? Ihre sind es auf alle Fälle!

ZwischendenZeilenLeser, 31.07.2014 11:43
@Ulrich Scheuffele:

Danke für die Antwort. Durch diese Informationen nehme ich mein hartes Urteil über sie etwas zurück. Dennoch gibt es auch hier viel zwischen den Zeilen zu lesen. Möge sich jeder selbst seine Meinung bilden. Die vorhergehenden Beiträge der Kontextwochenzeitung sowie die Kommentare, die im Übrigen größtenteils anonym abgegeben wurden, tragen ebenfalls dazu bei.

Ich bin allerdings weiterhin der Meinung, dass die Betroffenen professionelle Hilfe brauchen und keine Hobby-Psychologen.

Betroffener aus+Korntal, 31.07.2014 11:13
Die Brüder und Schwestern versündigen sich erneut an uns..! Dies muss hier einmal ganz laut gesagt werden! Sind denn die Brüder und die Diakonisse wirklich Christen, meiner Meinung nicht!
Sie tragen nun dazu bei, dass ganz Korntal ins Gerede kommt, ob dies auch für die Zukunft eine kluge Entscheidung war, bezweifle ich schwer, den auch der wirtschaftliche Schaden mag noch keiner beziffern!

Auch versündigen sich die Brüder an Ihren Mitarbeitern der Einrichtungen , und nicht zuletzt an den Kindern, die heute in den Einrichtungen leben!
Ich fordere nun auch den Bürgermeister der Stadt Korntal-Münchingen auf, den Brüdern mal genau auf die Finger zu schauen!

Es ist doch nicht damit getan, dass nur Akten hin und hergeschoben werden! Dis nun als Aufarbeitung öffentlich zu kommunizieren, ist ein erneuter Skandal!

Das Krisenmanagement der Brüder, die ja so CHRISTLICH sind hat versagt, warum ist den die OPFERHILFE entstanden, weil wir alle den Brüdern und Schwestern nicht trauen, und weil wir bis heute nicht ernst genommen werden! Täglich überschlagen sich die Ereignisse, und es melden sich immer mehr OPFER, aber auch Erzieher und andere Mitarbeiter der damaligen zeit bei uns!

Irgendwas haben die BRÜDER und SCHWESTERN aus der BRÜDERGEMEINDE falsch gemacht!

Ulrich Scheuffele, 31.07.2014 10:18
@ZwischendenZeilenlesender
Normal antworte ich nicht auf Angriffe gegen meine Person, die anonym geführt werden. Aber ich will halt mal eine Ausnahme machen, da dies auch allgemein von Interesse sein sollte.
Wer sagt, dass ich 40 Jahre nichts getan habe? Bereits während meiner Zivildienstzeit hatten wir Zivis einen Brief an das Bundesverwaltungsamt geschrieben und uns über die Zustände im Kinderheim beschwert, aber der Brief kam zurück an die Heimleitung, mit dem Vermerk, muss von der Dienststelle abgezeichnet sein, sonst keine Bearbeitung.
Wir hatten dann noch versucht ein Disziplinarverfahren gegen uns zu provozieren um die Möglichkeit zum Reden zu haben, aber auch hier liefen wir ins Leere.
Ich hatte versucht ein Vertrauensverhältnis zu den Kindern aufzubauen als dies bekannt wurde, wurde mir und den Kindern der Kontakt zueinander verboten, damit diese keine „Dinge“ ausplaudern konnten.
Ich habe dann nach der Zivildienstzeit mit meinem Pfarrer über meine Korntalerlebnisse gesprochen, er war schockiert, aber das wars dann auch.
Einige Zeit später habe ich dann mit dem Dekan gesprochen, aber auch da ist nicht passiert. Dann habe ich die Konsequenz gezogen und der Kirche den Rücken gekehrt.
Aber auch danach brachte ich das Thema Korntal immer wieder zur Sprache aber keinen hats interessiert, letztmalig in einem Brief Anfang dieses Jahres an den Landesbischof July. Von dort bekam ich die Nachricht, dass ich nicht richtig hinschauen und nur einen verbalen Rundumschlag gegen die Kirche machen würde. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich weder von dem Fall Detlev Z. etwas, geschweige von den Missbrauchsfällen.
In der Zwischenzeit hatte ich begriffen, dass der Bischof und viele der Synodalen auf dem Ohr des fundamentalistischen pietistischen evangelikalen Unwesens taub sind. Der Angriff von Ihnen Herr oder Frau ZdZl, ist für mich nicht Neues habe ich den Hass ihrer Glaubensbrüder gegen mich im Laufe meines Lebens immer wieder spüren dürfen.
Ich sage es hier nochmals laut und deutlich, die Evangelikalen mit ihrem sektiererischen Gehabe sind der Krebsschaden der evangelischen Landeskirche, vor allem, solange Leute wie der Bischof July diese Leute auch noch hofiert.
Und ich lasse mich von ein paar hassprühenden Brüdern und Schwestern nicht davon abhalten, weiterhin den Heimopfern ein Ohr zum Hören und eine Schulter zum Anlehnen zu bieten.

ZwischendenZeilenLeser, 30.07.2014 22:07
@Ulrich Scheuffele:

Nach über 40 Jahren Nichtstun ihrerseits von verantwortlicher Auseinandersetzung zu reden, ist schon reichlich scheinheilig. Wo waren sie denn, als sie von den Kinder gebraucht wurden? Sie haben die Augen verschlossen. Was haben sie getan, damit den Kindern in der Zeit, in der sie missbraucht wurden, geholfen wurde um ihnen weiteres Leid zu ersparen? Nichts, denn sie haben weggeschaut oder Befehle befolgt, wie sie selbst schon öffentlich zugegeben haben. Jetzt ist es zu spät und kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Ich wünsche allen Betroffenen, dass sie die Möglichkeit bekommen, die Vergangenheit aufzuarbeiten. Dies sollte allerdings mit Fachleuten zusammen geschehen, die mit diesen Themen Erfahrung haben und nicht mit Hobby-Psychologen. Man möge außerdem nicht vergessen, dass die wirklich Verantwortlichen inzwischen fast alle verstorben sind.

Ulrich Scheuffele, 30.07.2014 11:13
bis jetzt sprach man ja vom "Heiligen Korntal" aber so langsam muss man vom "Scheinheiligen Korntal" reden, wenn da nicht anständige Korntaler Bürger wären, die sich verantwortlich mit diesem Thema auseinandersetzen. Und dann gibt es in Korntal ja noch die Christuskirchengemeinde, die mit diesem Skandal nichts zu tan hat, im Gegenteil, die auch unter den "Brüdern" leiden mussten.

Werner, 30.07.2014 10:57
Was die "Diakonie der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal" (ich habe dies hoffentlich richtig geschrieben) arbeitet, treibt, aufklärt, geht wohl außer ihnen selbst niemanden was an (vielleicht noch, wenn er keine ketzerischen Fragen stellt, den Herrgott). Deren segensreiche Tätigkeit durch kritische Nachfragen von Journalisten in Frage zu stellen, zeugt nicht von christlicher Nächstenliebe im Sinne dieser Brüder.
Halleluja.

Betroffener aus Korntal, 30.07.2014 10:06
Mit einem lockeren Treffen, beim Jahresfest ist es ja nicht getan!
Oder zeigen die Verantwortlichen dann die TATORTE, und geben noch ein heißes Würstchen aus!
Oder wir dürfen dann noch singen und beten! Diese Äußerung finde ich schon fast wieder zum lachen, wenn sie auch sehr traurig ist!
Es geht hier schon lange nicht mehr um den Fall Detlev Zander, nein es geht um die Missbrauchsfälle der Kinderheime Korntal und Wilhelmsdorf der Brüdergemeinde Korntal!
Den Mut, den Herr Zander aufgebracht hat, an die Öffentlichkeit zu gehen, um endlich gehört zu werden, RESPEKT!

Herr Lisenfeld, ich stimme Ihnen zu, dass sich Ihre Gemeinde versündigt hat an den Kindern, aber wie gehen Sie heute als Christ damit um!

So nach dem Motto, und wenn ich nicht mehr weiter weiß, bilde ich einen Arbeitskreis!

Was die Opfer mit Herrn Zander da auf den Weg gebracht haben, ist ein Beispiel, wie Aufarbeitung aussehen kann! Das hätten wir uns von der Brüdergemeinde gewünscht, nun ist es aber zu spät, oder glauben sie im ernst, nur ein Opfer geht zu einer Diakonisse, schon alleine ihre Tracht löst einen Trigger bei den Betroffenen aus! Sie haben doch Trauma- Experten in ihrer sog. Kommission, hat man Sie darüber nicht informiert?

Ansprechpartner für alle Opfer, und es melden sich täglich mehr
ist wohl Herr Zander! Weil er dieses Leid, den Eckel Scham und Verdrängung nachvollziehen kann!

Jetzt zu SCHREIBEN:

Über ihre Existenz haben wir aus der Presse erfahren. Die "Opferhilfe" hat bisher noch keinen Kontakt zu uns gesucht, um zu erfahren, wie wir wirklich mit ehemaligen Heimkindern umgehen!

Ist ein Skandal...!

Nicht die OPFERHILFE KORNTAL , muss Kontakt zu Ihnen aufnehmen!

Betroffene, 30.07.2014 09:16
Es ist nicht zu glauben,ausgerechnet die" Diakonie der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal"-man muß sie ja richtig benennen,sieht keinen Sinn sich einem Interview zu stellen,da nicht objektiv berichtet wird(so glauben sie)
Wer stellt sich denn gegen eine objektive Berichterstattung? Wir Ehemaligen nicht-aber da scheint irgendetwas falsch zu laufen.
Es wäre doch für alle interessant zu wissen,welche Zeitzeugen befragt wurden und werden,aber Informationen weiter zu geben,das fällt den Verantwortlichen sehr schwer.

FernDerHeimat, 30.07.2014 07:47
Von der Politik lernen, heisst Siegen lernen.

- Ignorieren
- Dementieren
- Delegieren:
Arbeitskreis, Gremium, Untersuchungsausschuss
- Ignorieren

Usw.

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@mueller zu "damals" bzw. "langwierige Genehmigungsverfahren": Sie meinen tatsächlich, vor Erlass der "Planungsvereinfachungs- und -beschleunigungsgesetze" und vor der Änderung der öffentlichen Haushaltsordnungen ging alles...

Ausgabe 273 / Sofadeutsche / Horst Ruch, 27.06.2016 17:05
......nur nach vorne blicken, nie mit den Schmuddelkindern spielen. Die NATO das wirkliche TTIP-Europa, das aus den USA gesteuerte Programm, zur wundersamen Geldvermehrung. Kaiser Wilhelm war mit Krupp&Co zwar auch schon ohne Amerika...

Ausgabe 83 / Rassismus im Kinderzimmer / Demokrator, 27.06.2016 07:08
Ist dieser Artikel ernst gemeint?

Ausgabe 273 / Jeden Tag ein guter Freund / Demokrator, 27.06.2016 07:07
Man merkt schon, Kontext hat den Finger in die Wunde gelegt.

Ausgabe 273 / Trumps Luftnummer / Demokrator, 27.06.2016 07:05
Na, "Müller", wieder nur gegen die Kritiker keilen, wenn einem die Argumente ausgegangen sind? http://omec.us/ddg/lohnschreiber-regeln.html

Ausgabe 273 / Jeden Tag ein guter Freund / Dieter Kief, 26.06.2016 21:33
Grüzi Hr. Reile! Die Entwicklung des "Südkurier-Skandals" hat leider eine neue Wendung genommen, von der Ihr hiesiges Entlastungsangriffle auf mich am Ende sogar ablenken könnte, was aber nicht richtig wäre. Josef-Otto Freudenreich...

Ausgabe 273 / "Gysi ist top" / era, 26.06.2016 17:10
Und noch Gratulation an die vielen anderen aufmerksamen Leser, denen die Ungereimtheiten auch nicht entgangen sind - prost!

Ausgabe 273 / "Gysi ist top" / era, 26.06.2016 17:06
>>Die Griechen haben die Banken der westlichen Welt gerettet, nicht wir die Griechen>Und die, die Charakter haben und Sachverstand, wie Sahra Wagenknecht, die sind in der falschen Partei.>Ein faires direktes Steuersystem, das viel...

Ausgabe 83 / Rassismus im Kinderzimmer / Jochen Schaudig, 26.06.2016 05:45
Mal ohne Scheiß... ich bekam die Umbenennung von Tarzan in Tim gerade noch mit, und ich konnte das nicht verstehen. Vor nicht allzulanger Zeit packte ich die Hörspiele wieder aus (als Kind mochte ich die Bücher mehr), und ich höre...

Ausgabe 273 / 500 Euro zum Ersten / era, 25.06.2016 20:22
Die beiden schreiben lustig und deutlich. Leider haben sie einen oder mehrere blinde Flecke. In "Der größte Raubzug der Geschichte" wiederholt sich z.B. ständig die Angst vor Staatsbankrotten, vor Inflation und vor Schulden. Beider...

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