KONTEXT Extra:
Auch Hermann will Maut verzögern

Wenn es nach den Grünen geht, wird die Landesregierung gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz oder dem Saarland versuchen, die Einführung der PKW-Maut über den Bundesrat noch zu verzögern oder gar zu verhindern. Verkehrsminister Winne Hermann kündigte einen entsprechenden Vorstoß an. Er habe bereits im Verkehrsausschuss des Bundesrats Position bezogen und insbesondere kritisiert, dass "die Grenzregionen schwer tangiert sind, ausgerechnet in Zeiten, in denen wir den europäischen Geist betonen wollen". Die "Bürokratie-Maut" passe nicht in die Zeit. Außerdem würden Milliarden eingenommen, Milliarden an deutsche Autofahrer wieder zurückgegeben und "vielleicht bleiben ein paar Millionen übrig".

Saarland, Rheinland-Pfalz oder NRW wollen den Vermittlungsausschuss zwischen Bundesrat und Bundestag anrufen, nachdem letzterer die Maut am Freitag beschlossen hat. Das Gesetz ist allerdings nicht zustimmungspflichtig, weshalb die Einführung der Maut auf diesem Wege lediglich verzögert werden kann. Allerdings könnte Verzögerung am Ende auch das Scheitern bedeuten, weil womöglich nach der Bundestagswahl im September die Karten ganz neu gemischt werden, und die CSU bisher bekanntlich die einzige Partei ist, die die Maut wirklich will. (24.3.2017)


Aras legt sich mit Erdogan an

Die Stuttgarter Grünen-Abgeordnete und Landtagspräsidentin Muhterem Aras hat die deutschtürkische Community aufgefordert, sich mit dem Verfassungsreferendum am 16. April kritisch auseinanderzusetzen. Von den Imamen wünscht sich die Stimmenkönigin ihrer Partei bei den Landtagswahlen 2016, dass die "in den Freitagspredigten zu einem respektvollen und fairen Umgang miteinander aufrufen und die hier geltenden Werte von Meinungs-, Presse- und Religionsfreiheit entschieden weitergeben". Sie selber verzichte derzeit auf Reisen in die Türkei, "weil ich nicht weiß, ob ich mich dort frei bewegen könnte". Zugleich müssten sich Demokraten weigern, sich zu Feinden der Türkei machen zu lassen. Aras nutzte eine Landtagsdebatte zum 60. Geburstag der EU auch zu scharfer Krtik am türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, weil der "auf das Infamste" gebaute Brücken wieder einreißen und die Gesellschaft spalten wolle. Von den Vertretern AKP-naher Institutionen erwartet die Grüne eine öffentliche Distanzierung von den "die Opfer verhöhnenden Nazivorwürfen". Im Südwesten dürfen insgesamt rund 230 000 Türken am Referendum teilnehmen – und zwar vorab: Die Wahl beginnt bereits am 27. März und endet am 9. April. (22.3.2017)

Mehr zum Thema: "Meister der Feindbilder", "Unverschämt und dumm"


Stuttgart 21: Aktionsbündnis warnt Aufsichtsrat

Drei Tage vor einer Sitzung des DB-Aufsichtsrats verlangt das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 erneut eine "faktenehrliche Bestandsaufnahme". Sollte sich der Aufsichtsrat wieder um die Auseinandersetzung drücken oder gar unbeirrt den Weiterbau beschließen, so Eisenhart von Loeper, schädige er wider besseres Wissen das Vermögen der Deutschen Bahn AG. "Das würde", erklärt der Bündnissprecher weiter, "den Tatbestand der Untreue erfüllen." Eine strafrechtliche Aufarbeitung sei die Konsequenz; darauf habe das Bündnis zuletzt am 11. März 2017 den Aufsichtsrat per Brief hingewiesen.

Ihren Appell richten die Stuttgart-21-Gegner nicht nur an den Vorsitzenden des Aufsichtsrats Utz-Hellmuth Felcht, sondern auch an den designierten Vorstandsvorsitzenden Richard Lutz. Als erstes sei "eine Bestandsaufnahme der ungelösten Probleme und hohen Risiken notwendig, die sich an den Realitäten und nicht an den Gesichtswahrungsproblemen der politisch Verantwortlichen orientiert". Von Loeper argumentiert damit, dass sich das Projekt "jenseits aller wirtschaftlichen Rationalität bewegt", und mit dem weiter offenen Brandschutz. Außerdem solle der Aufsichtsrat "endlich zur Kenntnis nehmen, dass sich die DB mit S 21 einen Dauerengpass für viel Geld baut, der den Bahnverkehr behindert und den viel beschworenen Deutschlandtakt im Südwesten irreversibel unmöglich macht". Nach der Devise "Politik beginnt mit der Kenntnisnahme der Realität" will das Aktionsbündnis den neuen Bahnchef zu Gesprächen einladen, bei denen sie ihm auch die von der Bürgerbewegung entwickelten Alternativen zum Weiterbau erläutern wollen. Deren "ernsthafte Prüfung" wünscht sich nach einer repräsentativen Umfrage von infratest dimap in Baden-Württemberg sogar eine Mehrheit der Projektbefürworter. (19.3.2017)

Mehr zum Thema: "Bahnfeinde im Bahnvorstand"


IHK will nicht mehr gegen Kakteen polemisieren

Auch ein Vergleich kann ein Erfolg sein: Vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart akzeptierte die IHK Region Stuttgart die Feststellung, dass sie in der Vergangenheit mit Angriffen gegen die IHK-Rebellen der Kaktus-Initiative ihre Kompetenz überschritten hat. Stein des Anstoßes waren zwei IHK-Pressemitteilungen, in denen Hauptgeschäftsführer Andreas Richter gegen die Kakteen polemisiert habe, so Kaktus-Mitglied Klaus Steinke, der in der Folge Klage eingereicht hatte.

Konkret einigten sich die Streitparteien am heutigen Donnerstag, den 16. März, auf folgenden Vergleich: Die IHK Region Stuttgart erklärt, "dass ohne Beratung und Beschlussfassung durch die Vollversammlung keine weiteren öffentlichen Äußerungen der IHK und ihrer Organe über Binnenkonflikte, die keine wirtschaftspolitischen Positionen betreffen, abgegeben werden", und dass es den beiden strittigen Pressemitteilungen "an einer solchen Beratung und Beschlussfassung mangelte". Außerdem trägt die IHK trägt die Kosten des Verfahrens von 5000 Euro.

Für Steinke ist es "ein gutes Ergebnis, weil es die Transparenz innerhalb der IHK stärkt, und weil es deutlich die Frage artikuliert, was Geschäftsführer und Präsident dürfen und was nicht". Zwar wäre es, so Steinke, spannend gewesen, wenn das Gericht in einem Urteil Grundsatzregeln für die Öffentlichkeitsarbeit der IHK aufgestellt hätte. Aber er sei mit dem Vergleich zufrieden, "weil es mir in der Sache nicht darum geht, zu siegen, sondern eine Veränderung innerhalb der IHK zu bewirken". Zudem habe das Ergebnis, so hofft Steinke, auch "eine Signalwirkung auf andere IHKs".

Die Kaktus-Initiative, 2011 gegründet, kritisierte in den letzten Jahren immer wieder intransparente Wahlverfahren und die offizielle Pro-Haltung der IHK zu Stuttgart 21. (16.3.2017)

Mehr zum Thema: "Rebellen im Weinberghäusle" und "Die IHK wackelt nicht".


Afghanistan-Rückkehrer bekommt zweimonatiges Arbeitsvisum

Es ist ein kleines Wunder. Denn trotz der mannigfaltigen Unterstützung in den vergangenen Wochen, glaubten nicht viele seiner Freunde wirklich daran, dass der Zahnarzt Ahmad Shakib Pouya, der in einem französischen Krankenhaus in Herat gearbeitet hat, zurück in die Bundesrepublik kommen kann. Pouya war in seiner früheren Heimat von den Taliban bedroht, floh 2010 nach Deutschland. Hier war er einer der Hauptdarsteller in der vielbeachten Produktion der Mozart-Oper "Zaide" und hatte eine doppelte Zusage auf Festanstellung – vom Münchner Gärtnerplatztheater und der IG Metall. Dennoch wurde er zur Abschiebung vorgesehen, weshalb er am 20. Januar 2017 ausreiste. Seither machten seine Unterstützer vom im Mai 2014 gegründeten Stuttgarter Verein "Zuflucht Kultur. Entweder. Oder. Frieden." bundesweit auf sein Schicksal aufmerksam. Auch mit einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), mit der Bitte um "ein Visum und ein langfristiges Bleiberecht als wertvoller Bürger unseres Landes".

Jetzt kam die gute Nachricht. Der 33-Jährige kann für zwei Monate zurück nach Deutschland. Mitausschlaggebend dürfte ein Schreiben von Georg Podt gewesen sein, dem Intendanten des kommunalen Münchner Kinder- und Jugendtheaters "Schauburg", der Pouya in einer Neuinszenierung von Rainer Werner Fassbinders "Angst essen Seele auf" als Hauptdarsteller besetzt hat. Die Proben sollen in der kommenden Woche beginnen, Premiere wird am 22. April sein. Mitte Mai läuft das Visum aus. Pouya will gemeinsam mit dem Verein die Zeit nutzen, um das angestrebte dauerhafte Bleiberecht zu bekommen. Die Chancen stehen angesichts der 2015 eigentlich gelockerten Regelungen gar nicht so schlecht. Allerdings werden die nach den Erkenntnissen von Pro Asyl oder dem Flüchtlingsrat viel zu selten von den Behörden angewandt.


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Ausgabe 162
Gesellschaft

Wenn die Zeugen sterben

Von Anton Maegerle
Datum: 07.05.2014
Seit einem Jahr läuft in München der NSU-Prozess. Die Zeugenliste dünnt sich aus: Anfang April verstarb unerwartet der zweite Zeuge im Mord- und Terrorkomplex des Nationalsozialistischen Untergrunds mit Bezug zu Baden-Württemberg. Die Todesfälle ereigneten sich jeweils Stunden bevor Ermittler die Männer erneut vernehmen wollten.

Baden-Württemberg ist von den Taten des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) durch den Mord an der 22-jährigen Polizeibeamtin Michèle Kiesewetter und dem Mordversuch an ihrem Streifenpartner Martin Arnold am 25. April 2007 auf der Heilbronner Theresienwiese betroffen. Die mit einem gezielten Kopfschuss erschossene Polizistin aus dem thüringischen Oberweißbach (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt) ist das mutmaßlich letzte Todesopfer des NSU. Der Fall Kiesewetter gilt als rätselhaftester Mord des NSU. Ob die Polizistin, die an Einsätzen teilgenommen hat, die im Zusammenhang mit Veranstaltungen im rechtsextremen Milieu standen, zufällig zum Opfer wurde, bleibt im Gegensatz zur offiziellen Version fraglich. Diese besagt, dass es dem NSU bei dem Anschlag auf die Polizisten "darauf angekommen" sei, die eigene Macht zu demonstrieren und zugleich die Ohmacht des Staates darzustellen." Die beiden Polizeibeamten seien als "Vertreter des vom NSU gehassten Staates angegriffen" worden, Kiesewetter sei ein "Zufallsopfer", konstatiert der am 12. Februar vom baden-württembergischen Innenminister Reinhold Gall (SPD) der Öffentlichkeit vorgestellte Bericht "Bezüge der Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) nach Baden-Württemberg". Der Bericht basiert auf der Arbeit der Ermittlungsgruppe Umfeld (EG Umfeld), die das baden-württembergische Landeskriminalamt im Januar 2013 eingerichtet hat.

Innenminister Reinhaold Gall (SPD): Eine Enquete-Kommissionen soll prüfen, ob es einen Untersuchungsausschuss geben wird. Foto: Joachim E. Röttgers
Innenminister Reinhold Gall (SPD): Enquetekommissionen statt Untersuchungsausschuss. Foto: Joachim E. Röttgers

V-Mann kannte Vorgesetzten und Mörder von Kiesewetter

Ein langjähriger V-Mann des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV), der sowohl den unmittelbaren Vorgesetzten von Kiesewetter als auch einen ihrer mutmaßlichen Mörder kannte, wurde am 3. April leblos von Vertretern einer Sicherheitsbehörde in seiner Wohnung im Paderborner Stadtteil Schloß Neuhaus aufgefunden. Der Neonazi Thomas Richter (Jg. 1974), gebürtig in Sachsen-Anhalt, sollte über eine kurz zuvor aufgetauchte Daten-CD mit dem Titel "NSU/NSDAP", die offenbar aus dem Zeitraum 2006 stammt, befragt werden. Auch als Zeuge beim NSU-Prozess vor dem Münchner Oberlandesgericht sollte Richter vernommen werden. Todesursache bei dem 39-jährigen soll eine unbemerkte Diabetes-Erkrankung gewesen sein.

Der V-Mann war 2012 enttarnt, vom BfV in einem Zeugenschutzprogramm untergebracht und mit neuer Identität – als "Thomas D." versehen worden. Die Top-Quelle der Behörde, von circa 1994 bis 2007 im Einsatz, kassierte das Spitzenhonorar von 180 000 Euro, die bisher größte bekanntgewordene Summe für einen V-Mann in der Geschichte der Bundesrepublik. Richter war als einziger Quelle des Bundesamts für Verfassungsschutz in Kontakt mit einem Mitglied des NSU-Kerntrios nachweisbar, hielt der NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages in seinem Schlussbericht fest. So fand sich Richters Name und Postfachanschrift (700512 in Halle an der Saale) auf der Telefonliste des NSU-Terroristen Uwe Mundlos, die am 26. Januar 1998 in der von Beate Zschäpe angemieteten Garage in Jena sichergestellt worden war. Richter und Mundlos hatten sich 1995 bei einem Rechtsrockkonzert in Dresden kennengelernt. Mundlos habe eine Kameradschaft in Jena gegründet, teilte Richter dem Bundesamt für Verfassungsschutz damals mit.

Abgebranntes Zwickauer Wohnhaus des mutmaßlichen NSU-Trios. Foto: André Karvath
Abgebranntes Zwickauer Wohnhaus des mutmaßlichen NSU-Trios. Foto: André Karvath

Als Spitznamen trug Richter in jenen Jahren den Namen "HJ Tommy". Die Hitlerjugend (HJ) war die Jugend-und Nachwuchsorganisation der NSDAP. Um die Jahrtausendwende war Richter einer der führenden Aktivisten der Neonaziszene in Sachsen-Anhalt, er meldete Demonstrationen an und baute Internetstrukturen auf. So lag die Internetpräsenz www.nd-b.com/ww der Szene-Publikation "Der Weiße Wolf" auf einem Server von Richter – als Adresse für den administrativen Kontakt war Richters Postfachadresse in Halle und dessen E-Mail-Anschrift "oikrach@oikrach.com" angegeben. Diese E-Mail-Anschrift fand sich unter anderem auch in den elektronischen Verteilern der Holocaust-Leugner Gerd Honsik, Gert Ittner und Horst Mahler. 

Dem "Weißen Wolf" ließ der NSU 2002 eine Geldspende in Höhe von 2500 Euro zukommen. In Ausgabe 18 aus dem Jahr 2002 bedankten sich die "Weißen Wölfe" mit den Worten: "Vielen Dank an den NSU." Dies war die erste bislang bekannte Erwähnung des NSU in der Öffentlichkeit, neun Jahre bevor das Kerntrio im November 2011 aufgedeckt wurde und im Zuge der Aufarbeitung des NSU-Komplexes immer mehr Ermittlungspannen und Verstrickungen der Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern ans Licht kamen. Herausgegeben wurde der "Weiße Wolf" zeitweilig von David Petereit, heute einer der Landtagsabgeordneten der NPD in Mecklenburg-Vorpommern. 

Richter war Namensgeber und Initiator des "Nationalen Widerstands Halle" an der Saale. In einem internen Bericht des Bundeskriminalamts über "Rechtsextremistische Kameradschaften" wurde er damals als Einziger aus Sachsen-Anhalt namentlich genannt. Zeitweilig fungierte Richter als Herausgeber der Anti-Antifa-Postille "Nationaler Beobachter". "Die VS-Spitzel sind Tieren gleich, sie kennen keine menschlichen Gefühle, Anstand oder Ehrlichkeit sind ihnen fremd. Meist sind es sehr einsame, wirklich kranke Gestalten, die dafür um so gefährlicher sind", war im Jahr 2000 im "Nationalen Beobachter" über V-Männer zu lesen.

Richters Neonazilaufbahn begann als Mitglied der "Nationalistischen Front" (NF). Seine Mitgliedschaft in der 1992 vom Bundesminister des Innern wegen Wesensverwandtschaft mit der NSDAP verbotenen NF ließ sich Richter 15 Mark im Monat kosten. Das NF-Hauptquartier, ein 1989 erworbenes Anwesen in der Quellenstraße 20 in Detmold-Pivitsheide, wurde auch nach dem Verbot für rechtsextreme Umtriebe genutzt. Einer der Hausbewohner war Richter. So schaltete er unter dieser Adresse 1993 Anzeigen in diversen Neonazipostillen für sein Jugendmagazin "Der Bunker". "Der Bunker" erschien zeitweilig in einer beachtlichen Auflage von 2000 Exemplaren. 

Im gleichen Jahr meldete sich Richter in der rechtsextremen Zeitschrift "Bürger-Forum" zum Thema "Vaterlandsliebe" zu Wort: "Fürs Vaterland will ich alles geben, für ein freies Deutschland streben. Und wenn ich auch mein Leben opfern müßt. Denn ich wüßt, daß es nicht umsonst gewesen ist!" 

Im Jahr 2000 schloss sich Richter dem rassistischen Geheimbund "European White Knights of the Ku Klux Klan – Realm of Germany" (EWK KKK; Postfachanschrift 010606) an. Mehrfach war Richter bei Klan-Treffen in der Wohnung ihres Führers Achim Schmid (Jg. 1975) in Schwäbisch Hall. Richter, der den Rang eines "Kleagle", also eines Anwerbers, innehatte, war unter anderem zuständig für den Betrieb des internen Internet-Forums. Der Spitzel war es auch, der den Verfassungsschutz auf Polizeibeamte in den Reihen des Klans hinwies; darunter auch auf eine Polizeianwärterin aus dem Stuttgarter Raum, die im Bereich der Rauschgiftkriminalität tätig sei und einen "Hass auf Schwarze" habe.

Gruppenführer von Kiesewetter: Vollmitglied beim "Ku Klux Klan"

Als Vollmitglied gehörte Timo H., Gruppenführer von Kiesewetter, dem Klan von Dezember 2001 bis Sommer 2002 an. H. hielt sich am Tattag der Ermordung von Kiesewetter nur wenige Hundert Meter vom Tatort entfernt am Bahnhof auf. Geworben für die Kapuzenmänner wurde H. von seinem Kollegen Jörg W., der ebenfalls bei der Böblinger Dienststelle tätig gewesen war. W. selbst wiederum wurde von dem Polizeibeamten Jörg B. geworben. Dessen Bruder Steffen (Jg. 1976) war neben Schmid Gründungsmitglied des EWK KKK. Einem internen Schreiben des baden-württembergischen Landesamts für Verfassungsschutz an das baden-württembergische Landeskriminalamt vom 9. März 2012 ist zu entnehmen, dass Steffen B. im Zeitraum von Juni 1997 bis Oktober 2002 an Treffen und Konzerten der Skinheadszene teilnahm.

Die Kapuzenmänner der EWK KKK waren jedenfalls sichtlich stolz, dass unter ihnen auch Vertreter der Staatsmacht waren. "Bei uns sind keine Verlierer und Versager, wir haben Mitglieder ... vom Maurer bis zum Polizisten", gaben sie im Internet kund.

Die Klan-Polizisten wollen, so ihre späteren Aussagen, nicht gewusst haben, dass die Kapuzentruppe eine rassistische Organisation ist. Beim Sprechen des Glaubensbekenntnis der Klan-Jünger, das besagt, dass die "Blutslinie zu Gott ... nicht durch Vermischung gebrochen werden darf", scheinen die Polizeibeamten demnach taub gewesen zu sein. "Ich frage mich, wie viel Dummheit oder Weltfremdheit in einem Polizeibeamten stecken darf, ohne dass er aus dem Dienst entfernt wird", kommentierte Andre Schulz, Bundesvorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, die offenkundige Schutzbehauptung.

Trotz ihrer Mitgliedschaft in der Geheimgesellschaft blieben die Polizisten im Dienst. Sie wurden lediglich 2005 beamtenrechtlich mit Rügen bedacht. Die Affäre um die Klan-Polizisten kam durch Zufall im Rahmen der Opferumfeldermittlungen im Fall Kiesewetter ans Licht der Öffentlichkeit. 

Klan-Gründer und V-Mann

Der Klan-Gründer Achim Schmid alias "Radler" spitzelte von Mitte der 90er-Jahre bis November 2000 als V-Mann des baden-württembergischen Landesamts für Verfassungsschutz.

Brennendes Kreuz als Symbol des Klans. Foto: Freiindlich/Wikipedia.com
Brennendes Kreuz als Symbol des Klans. Foto: Freiindlich/Wikipedia.com

Noch vor der "offiziellen" Gründung der Kapuzentruppe am 1. Oktober 2000 verfügte die Gruppierung bereits ab Herbst 1998 über eine Homepage. Aktiv waren die Klan-Aktivisten bis in das Jahr 2003 hinein. Zuletzt ohne den vormaligen Metzgerlehrling Schmid, der Ende 2002 aufgrund von Verfehlungen aus dem EWK KKK ausgeschlossen worden war. Das baden-württembergische Landesamt für Verfassungsschutz will Schmid im November 2000 abgeschaltet haben, nachdem dieser die Mitgliedschaft im EWK KKK geleugnet hatte. Zuvor waren bei einer Hausdurchsuchung bei Schmid am 14. Oktober 2000 Belege für seine Klan-Mitgliedschaft entdeckt und beschlagnahmt worden. Ein Bericht des baden-württembergischen Landesamts für Verfassungsschutz vermerkt, dass die V-Person Schmid "in ihrer Zeit als Quelle nachrichtenehrlich, jedoch nicht zuverlässig gewesen sei".

Unter dem Aliasnamen Ryan Davis war Schmid Klan-Führer der "patriotischen weißen Geheimorganisation". Ideologischer Grundpfeiler der "European White Knights of the Ku Klux Klan" war ein Pseudochristentum, gepaart mit einem ausgeprägten Hang zum Antisemitismus und Rassismus. In einer Veröffentlichung heißt es: "Kann ich Mitglied werden bei den EWK? ... Wir lehnen Bewerber ab, die: ... nicht weißer Hautfarbe sind oder jüdische Vorfahren besitzen." "Die European White Knights stehen für den Erhalt der Zukunft des weißen Europäers!"

"Wir vertreten die Meinung, die in der Bibel steht, dass Mischlinge nicht in die Gemeinde des Herrn kommen", so "Davis" in einem Schreiben vom 15. Juli 2001. Sympathie zeigte "Davis" für die US-amerikanische Terroristenbande "The Order". "Ich persönlich bewundere die Mitglieder von 'The Order' für ihre Standhaftigkeit, wie man jeden bewundern sollte der für seine Ideale einsteht", gab er kund. Die rechtsterroristische Neonazi-Gang aus den USA verübte in den Jahren von 1983 bis 1985 unter anderem einen Bombenanschlag auf die Synagoge im US-amerikanischen Bundesstaat Idaho und ermordete den jüdischen Rundfunkmoderator Alan Berg in Denver im Bundesstaat Colorado.

Noch während Schmid als V-Mann zugange war, nahmen ihn sächsische Verfassungsschützer ins Visier. Sie schrieben den Klan-Führer am 7. März 2000 auf eine Liste mit den Namen von weiteren 22 Personen. Diese Personen, davon gingen die Verfassungsschützer aus, unterhielten Kontakte zu NSU-Unterstützern beziehungsweise dem Kerntrio. Schmid hatte seit den 90er-Jahren Kontakte zu Chemnitzer Neonazis, die man beschattete, um das Kerntrio aufzuspüren.

Die Klan-Tätigkeit von Schmid war in der Neonaziszene nur bedingt bekannt. Hinreichend bekannt und beliebt war Schmid, der sich circa 1990 der Skinheadszene angeschlossen hatte, dagegen als "Liedermacher Achim" und Solist "Wolfsrudel" sowie als Sänger der Neonazi-Bands beziehnugsweise Musikprojekte "Celtic Moon" und "Höllenhunde". Ende der 90er-Jahre war Schmid einer der bekanntesten Neonazimusiker. In den Jahren 1998 bis 2000 trat er bei Neonazi-Veranstaltungen im gesamten Bundesgebiet, darunter auch bei der NPD und den Jungen Nationaldemokraten (JN), auf. Bei einem "großen Kameradschaftsabend" der baden-württembergischen JN am 20. März 1999 in Herbertingen (Landkreis Sigmaringen) wusste Schmid "das Publikum mit seinen systemkritischen Balladen zu begeistern", so die JN in einem Bericht über die Saalveranstaltung. Redner der Veranstaltung war Mike Layer, Amtsleiter für Öffentlichkeitsarbeit im JN-Bundesvorstand und zu diesem Zeitpunkt V-Mann des baden-württembergischen Landesamts für Verfassungsschutz.

Im NPD-Handbuch "Alles Große steht im Sturm. Tradition und Zukunft einer nationalen Partei", 1999 herausgegeben vom späteren NPD-Bundesvorsitzenden Holger Apfel, wird Schmid neben einschlägigen Szenemusikern wie Jörg Hähnel und Frank Rennicke als "junge(r) Künstler aus den Reihen der Jungen Nationaldemokraten" gelobt. Im gleichen Jahr hatte auch das Bundesamt für Verfassungsschutz Schmid auf seinem Schirm. Die Kölner Verfassungsschützer stuften den V-Mann Schmid als einen von damals offiziell bundesweit gezählten acht rechtsextremen Liedermachern in ihrer als Verschlusssache deklarierten Broschüre "Rechtsextremistische Skinhead-Musik in Deutschland" ein. Zeit fand Schmid in jenen Jahren auch als Betreiber eines der ersten Neonazi-Internetradios unter dem bezeichnenden Namen "whitepowerradio.de". Die Domain lautete auf seine Privatanschrift in Schwäbisch Hall.

Aus Liebeskummer Selbstmord?

Am Morgen des 16. September 2013 verbrannte der 21-jährige Azubi und Neonazi-Aussteiger Florian Heilig aus Eppingen (Landkreis Heilbronn) im Pkw seines Vaters auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart, wenige Kilometer vom Landeskriminalamt entfernt. Offiziellen Verlautbarungen zufolge beging er aus Liebeskummer Selbstmord. Seine Familie glaubt bis heute nicht an einen Selbstmord. Heilig war am Todestag vom Landeskriminalamt einbestellt, um von der Ermittlungsgruppe Umfeld wiederholt vernommen zu werden. Bereits im Mai 2011 soll Heilig Bekannten berichtet haben, dass Kiesewetter von Neonazis ermordet worden sei. Er selbst war zum Tatzeitpunkt erst 16 Jahre alt. Bei einer Vernehmung durch LKA-Beamte am 17. Januar 2012 berichtete Heilig von einer angeblich in Brackenheim gegründeten rechten Terrorgruppe namens "Neoschutzstaffel" (NSS), die dann nach Öhringen umgezogen sei. Beweise für seine Aussagen blieb Heilig jedoch schuldig. In der Neonaziszene war Heilig aufgrund seines jugendlichen Alters keine große Nummer. Bekannt ist, dass er wegen öffentlichen Zeigens des Hitlergrußes verurteilt wurde und am 1. Mai 2011 an einer Neonazi-Demostration des "Nationalen und sozialen Aktionsbündnisses" in Heilbronn teilnahm. Vor Ort waren rund 750 Neonazis, darunter auch Redner aus der Schweiz, Tschechien und Schweden. Bei einer folgenden Hausdurchsuchung sollen bei Heilig Waffen gefunden worden sein, die er für die Szene aufbewahrt haben will.

NSU-Untersuchungsausschuss in Baden-Württemberg 

Vor wenigen Tagen hat der Vorsitzende des Zentralrats der Sinti und Roma, Romani Rose, die Aufarbeitung der Pannen bei den NSU-Mordermittlungen kritisiert und die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses in Baden-Württemberg gefordert. Fakt ist, dass ein Untersuchungsausschuss Akten sichten, Zeugen und Sachverständige laden, Aussagen genauer überprüfen und auch den Autopsiebericht zum Tod von Heilig einsehen könnte. Fakt ist ebenso, dass parlamentarische Untersuchungen in Bund und Bundesländern Details über das Versagen staatlicher Instanzen im Zusammenhang mit den NSU-Morden zutage gefördert haben. Auch in Baden-Württemberg ist dies nicht auszuschließen. Vorbildliche Arbeit leistet bis heute der NSU-Untersuchungsausschuss des Thüringischen Landtags. In kriminalistischer Kleinarbeit gehen einzelne hoch motivierte und engagierte Ausschussmitglieder allen denkbaren Spuren akribisch nach, hinterfragen hartnäckig Zeugenaussagen, zerlegen das neonazistische Netz in seine Einzelteile, um dann fakten- und detailreich größere Zusammenhänge zu erschließen. Beispielhafter Parlamentarismus vom Feinsten! 

Im baden-württembergischen Untersuchungsausschussgesetz heißt es: "Ein Untersuchungsausschuss des Landtages hat die Aufgabe, Sachverhalte, deren Aufklärung im öffentlichen Interesse liegt, zu untersuchen und dem Landtag darüber Bericht zu erstatten." Anfang Mai beschloss der Stuttgarter Landtag mit der grün-roten Mehrheit, eine Enqueteommission zum Rechtsterrorismus einzusetzen. Das Gremium soll "Konsequenzen aus der Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU)" ziehen, die "Entwicklung des Rechtsextremismus in Baden-Württemberg" nachzeichnen sowie "Handlungsempfehlungen für den Landtag und die Zivilgesellschaft" erarbeiten. 


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Kommentare

triptrap, 14.05.2014 06:30
Interessant finde ich auch, dass die Seite de KKK iN Deutschland seit Jahren unbehelligt bei Google (Blogspot) gehostet wird: http://kukluxklandeutschland.blogspot.de/ . Weder Google nioch entsprechende Stellen fanden es bisher nötig auf entsprechende Hinweise auch nur zu antworten. Daraus kann man nur vermuten, dass diese Gruppe bewusst in Deutschland geduldet wird. Rein inhaltlich gäbe es genug Gründe sie vom Netz zu nehmen. Also hören wir auf daraüber zu lamentieren, welche Inhalte es überall im Ausland gibt und deutsche Behörden können nichts dagegen tun. Solange zum Mord an Fremden aufgerufen wird, ist in Deutschland fast alles erlaubt.

Andromeda, 12.05.2014 09:08
Buchtitel Dr.Daniele Ganser/Unii Zürich ,orell füssli -Verlag : Nato-Geheimarmeen in Europa ; Kapitel Belgien , Mordserie von Brabant ; ist das Gleiche

Grünholz, 08.05.2014 16:02
Gegen eine Enqueteommission - Die einzige Alternative ist ein Untersuchungsausschuss!!!

Der Grün Rote Stuttgarter Landtag macht einen schweren Fehler! Die Printmedien schrieben damals vom "Kriminalfall" des Jahrhunderts. Die Aufklärung des Polizistenmordes galt höchste Priorität. Und nun? Nachdem es die "Zigeuner" nicht waren, sondern kriminelle aus rechtsradikalen Kreisen ist das Interesse an einer Aufklärung des Jahrhundertfalls nicht mehr relevant. Ich gehöre der Enkelgeneration von Holocaustopfern an. Ich habe 27 Familienangehörige in den NS Lagern verloren. Die Polizeibehörden des Landes Baden Würtenberg haben im "Zigeuner-Milieu" ermittelt, dabei wurden Holocaustüberlebende Sinti zu den Verhören vorgeladen. Das erschüttert meine Vorstellung an einen Rechtsstaat. Weil die Polizistin keine Türkin oder Griechin war und man es somit nicht der Türken oder Griechenmafia zuordnen konnte, hat man als Sündenböcke die deutschen Sinti verantwortlich gemacht.

Ulrich Frank, 07.05.2014 16:01
Über die mangelnde Energie und das hartnäckige In-Sich-Kreisen der Untersuchungen zum NSU-Komplex in weitesten Teilen der Republik - in Form einer praktischen Weigerung Zusammenhänge aufzudecken - kann man, gelinde gesagt, nur noch den Kopf schütteln. Den Auskünften der staatlichen Stellen - Gerichte, Behörden, Minister - zu trauen wäre grundfalsch.

"Sowohl die rot-grüne Koalition in Baden-Württemberg als auch die schwarz-grüne in Hessen stemmen sich mit allen Mitteln gegen die Einberufung neuer Untersuchungsausschüsse. Dabei haben weder der Ausschuss in Berlin noch das Gerichtsverfahren gegen Zschäpe bisher auch nur ansatzweise Licht in das dunkle Dickicht aus Neonazis und Behörden gebracht. Allein seine Ausmaße zeichnen sich deutlicher ab als je zuvor.
Professor Hajo Funke warnt und spricht von einer kriminellen Energie, mit der die Sicherheitsexekutive die Aufklärung des NSU-Skandals verhindern will. ...." (http://www.heise.de/tp/artikel/41/41671/1.html "NSU: Nationales Selbstmord-Unternehmen").

Wie im "öffentlich-rechtlichen" Rundfunk mit dem Nachfragen umgegangen wird, ist im folgenden aktuellen telepolis-Artikel nachzulesen: http://www.heise.de/tp/artikel/41/41676/1.html
"Der Moderator bedauert den Verlauf des Gesprächs".

Der Rechtsstaat ist hier am Ende. Er sitzt höchstens noch fotogen am Schreibtisch, wie Herr Gall.

DCe, 07.05.2014 11:52
Bleiben Sie dran!!!

FernDerHeimat, 07.05.2014 10:09
Warum nennt niemand endlich einmal Ross und Reiter?

Es werden systematisch wichtige Zeugen ermordet und das geschieht aus denselben heraus wie in anderen Ländern, wo die Politik, Geheimdienste, Exekutive und Justiz mafiös vernetzt sind und auch so agieren.

Diese Kreise haben nämlich durchaus (noch) etwas zu verlieren, wenn ihre Beteiligung am systematischen Aufbau und den - offensichtlich tolerierten - Verbrechen einer rechtsradikalen Organisation einer grösseren Öffentlichkeit offenbart wird!

Tillupp, 07.05.2014 09:39
Die Todesstrafe gibt es in Deutschland nicht für Täter sondern nur für Zeugen. Unerkannter Diabetes??? dass ich nicht lache, wie soll das denn gehen. Nur zu viel Insulin führt schnell zum Tod? Hohe Glukose gleicht der Körper erst mal durch viel Trinken (Polydipsie) aus, und das merkt man selbst, oder die Umwelt. Verfassungsschutz abschaffen. Es war auch kein Selbstmord bei den beiden NSU-Mördern. Nach 15 Jahren Haft wären sie entlassen worden und Helden ihrer Community. Keiner schießt sich in den Bauch um zu sterben und zündet danach noch das Auto an. Wozu sollte das gut sein, wenn man eh Tot ist. Die offiziellen Verlautbarungen sind nicht plausibel. Geschredderte Akten, gestorbene Zeugen. Tschäpe wusste schon warum sie sich der Polizei gestellt hat, sonst wäre sie auch schon gestorben. Hirnblutung, Lungenembolie, Autounfall, etc..., irgend sowas.

thomas a, 07.05.2014 02:35
Erstaunlich wie weit V-Leute amtlich beobachtet abdriften dürfen. Und die Diabetis dürfte sehr kurzfristig aufgetreten sein. Langsam kommt jedoch der Punkt dass weitere Enthüllungen Fundamentalschaden anrichten.

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@HifppiE ... so darf man unterschiedlicher Meinung sein... Ich bleibe dabei: Eine völlig verantwortungslose Staatengemeinschaft, die über "Werte" faselt, sich allein über die Steigerung von Rüstungsausgaben definiert und die UN-...

Ausgabe 312 / Die unheiligen Apostel / Jupp, 24.03.2017 07:17
Mein Herz geht auf. Hier wird nicht nur über die Vergangenheit oder Gegenwart gschimpft. Nein, es wird tatsächlich über die Zukunft nachgedacht! Und ich bin vollkommen bei Frau Rath :-) Was soll ein Fussgängerstegle? Wir haben...

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Ausgabe 312 / Das große Fressen / HippiE, 23.03.2017 23:50
@tauss: Dieser gelungene Beitrag handelt nicht von Kompensation, sondern von haarsträubender Ungleichheit und niederschmetternder Selbstbezogenheit und Gleichgültigkeit. Er nervt daher nicht, sondern macht betroffen und fassungslos.

Ausgabe 312 / Die unheiligen Apostel / Horst Ruch, 23.03.2017 22:12
....a propos "Stegle". Das ist es gerade was W.Backes angesprochen hat: Think big. Stirling hatte nicht umsonst die Planung für die Erschließung der Staatsgalerie und Musikhochschule auf einer höheren Ebene angeordnet, somit die (Teil)...

Ausgabe 312 / Ächzen im Maschinenraum / Schwabe, 23.03.2017 17:35
Auch von mir vielen Dank an den Autor und an Kontext (E.M., 22.03.2017 01:27 hat das wunderbar formuliert). Dennoch, um das erfolgreich anzupacken bzw. umzusetzen was Fabian Scheidler so treffend wie beängstigend und unmissverständlich...

Ausgabe 312 / Die unheiligen Apostel / CharlotteRath, 23.03.2017 14:51
Fußgängerstegle ... eine echt schwäbische Lösung. München hat sich einen Park gegönnt, um zwei voneinander getrennte Stadtteile über eine große Straße hinweg zusmmenzuführen: https://de.wikipedia.org/wiki/Petuelpark Mit...

Ausgabe 312 / Die unheiligen Apostel / Bruno Neidhart, 23.03.2017 09:51
Selbstverständlich bräuchte Stuttgart in dieser Kulturecke einen Fußgängersteg. Möglichst als breite Grünbrücke. Dies hat weder mit Sozialwohnungen, noch mit Kitas zu tun. Es ist eine andere, ebenso stadtbildende Ebene.

Ausgabe 312 / Afrika kommt / Dr. Diethelm Gscheidle, 23.03.2017 09:24
Sehr geehrte Damen und Herren, selbstverständlich ist es äußerst wichtig, Entwicklungshilfe zu betreiben - und das geht natürlich jeden Einzelnen von uns an. Als bekennender und praktizierender Katholik ist mir die Entwicklungshilfe...

Ausgabe 66 / Gnadenlose Bank / Gerald Wiegner, 22.03.2017 22:45
Das ist eine traurige, aber wahre Geschichte. Ich habe mit Herrn Nusser telefoniert und möchte noch folgende Ergänzung machen. Herr Nusser war ein langjähriges Genossenschaftsmitglied. Genossenschaften sind gesetzlich verpflichtet...

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