KONTEXT Extra:
Parkschützer helfen Wolfgang Dietrich beim VfB

Überraschende Hilfe für den früheren S 21-Sprecher Wolfgang Dietrich: Ermuntert durch das Kontext-Editorial ("Dietrich for President") finden sich im Bahnhofsgegner-Forum "Parkschützer" bereits Vorschläge für Sprechakte, die der 68-Jährige als VfB-Präsident vornehmen könnte. Besonders hübsch die Ansage, der Zweitligist plane den Kauf von Messi, Ronaldo und Ibrahimovic - "die Kosten dafür werden unseren Etat nicht belasten". Sehr schön auch der Plan, keinen Torwart einzusetzen, denn: "Ich bin sicher, wir bekommen eine Sondergenehmigung, unser Tor mit Brettern vernageln zu dürfen". Außerdem brauche der VfB keine elf Spieler - "unsere Mannschaft ist mit sechs Spielern 30 Prozent leistungsfähiger". Grundsätzlich habe der Abstieg in die 2. Liga keinerlei Auswirkungen auf das Ziel, 2017 Deutscher Meister zu werden: "Wir liegen da voll im Zeitplan". (28.7.2016)


Zwei Afd-Fraktionen im Landtag zulässig

Nach dem von der Landtagsverwaltung in Auftrag gegebenen Gutachten zur Vertretung der "Alternative für Deutschland" (AfD) im baden-württembergischen Parlament gibt es keine Handhabe gegen die Parallelfraktion. Die Professoren Christofer Lenz, Martin Morlok und Martin Nettesheim schreiben in ihrer 35-seitigen Stellungnahme: Der unter der Bezeichnung "Fraktion der Alternative für Baden-Württemberg im Landtag von Baden-Württemberg" auftretende Zusammenschluss von 14 der AfD angehörenden Abgeordneten sei "seit seiner Konstituierung am 06.07.2016 eine Fraktion im Sinne der Geschäftsordnung des Landtags". Einer Anerkennung bedürfe es nicht. Es bestünden keine über den Wortlaut Geschäftsordnung "hinausgehende, rechtliche Anforderungen an die Zulässigkeit einer Fraktionsbildung".

Auch das "Verbot der Fraktionsvermehrung" greift nach Einschätzung der Gutachter nicht. "Der Landtag würde die verfassungsrechtlichen Grenzen seiner Geschäftsordnungsautonomie aber nicht überschreiten", heißt es weiter, "wenn er eine Regelung erließe, die die Gründung einer 'Parallelfraktion' untersagt." Einer bereits bestehenden Fraktion ist der Status aber auch dadurch nicht zu nehmen. Denn: "Eine derartige Regelung dürfte nur mit Wirkung für die Zukunft erlassen werden, zweckmäßigerweise zum Zeitpunkt des Zusammentritts des neuen Landtag."

Damit müssen sich die anderen Fraktionen, wenn der AfD-Bundes- und Landessprecher Jörg Meuthen mit den Bemühungen eines Zusammenschlusses unter seiner Führung keinen Erfolg hat, weiterhin mit mindestens zwei rechtspopulistischen Rednern und Rednerinnen zu jedem Tagesordnungspunkt abfinden. Die geschätzen Kosten der Spaltung für die Steuerzahler und Steuerzahlerinnen liegen bei drei Millionen Euro. Denn auch die zweite AfD-Fraktion hat ein Recht auf die allen anderen zustehende finanzielle Ausstattung. (25.7.2016)


Zweiter NSU-Ausschuss: Geheimdienste auf der Theresienwiese?

Der zweite NSU-Untersuchungsausschuss des Landtags hat in seiner konstituierenden Sitzung am Donnerstag die ersten zwei Zeugen benannt. Sie sollen nach den Worten des Vorsitzenden Wolfgang Drexler (SPD) Auskunft darüber geben, "ob sich am Tag des Anschlags auf die beiden Polizeibeamten in Heilbronn Geheimdienste am oder in der Nähe des Tatorts befunden" haben.

Im ersten Ausschuss in der vergangenen Legislaturperiode hatte der Journalist und NSU-Experte Rainer Nübel als Sachverständiger dazu Stellung genommen. "Er verwies", wie es im Abschlussbericht heißt, "zunächst auf die mutmaßliche Anwesenheit der Defence Intelligence Agency (DIA) zur Tatzeit am Tatort". Mitte November 2011 habe er, wie Nübel weiter zitiert wird, eine Nachricht von der "Stern"-Redaktion in Hamburg erhalten, wonach ein dort vorliegendes Papier ein mutmaßliches Observationsprotokoll des amerikanischen Militärgeheimdienstes DIA darstelle. Daraus gehe hervor, dass zur Tatzeit eine Observation von "M. K." und einer weiteren, nicht näher definierten Person durch US-Agenten stattgefunden habe. Zumindest eine dieser beiden Personen habe zuvor bei der Santander-Bank 2,3 Millionen Dollar oder Euro abgeholt. Und weiter: "Sicherheitsbeamte entweder aus Baden-Württemberg oder Bayern sollten präsent gewesen sein und die Operation aufgrund eines 'Shooting Incident' zwischen 'White Wings', also Neonazis bzw. Rechtsextremisten, und einer Polizeistreife abgebrochen worden sein."

Nübel hatte bei seinem Auftritt als Sachverständiger umfangreiche Ausführungen zu den eigenen Recherchen gemacht. Aus Zeitgründen und angesichts des Endes der Legislaturperiode, so Drexler, der auch den ersten Ausschuss führte, habe diesem Komplex aber nicht mehr detailliert nachgegangen werden können. Im Einsatzbeschluss des zweiten Gremiums heißt es jetzt, insbesondere sei zu klären, ob "Angehörige von ausländischen Sicherheitsbehörden auf der Theresienwiese oder in der Umgebung im Umfeld des Mordanschlags am 25. April 2007 anwesend waren, ob und welche Rolle diese beim Tatgeschehen gespielt und welche Erkenntnisse dazu bei deutschen Sicherheits- und Ermittlungsbehörden vorgelegen haben". Die erste öffentliche Sitzung des Untersuchungsausschusses findet am 19. September statt. Gehört werden zum Auftakt auch noch einmal vier Sachverständige.


Keine Nebenabsprache zu Stuttgart 21

Um Streit zu vermeiden, sind laut Winfried Kretschmann die bis zum Wochenanfang geheimen Nebenabreden mit der CDU zusätzlich zum Koalitionsvertrag getroffen worden. Die Aufregung darüber, dass Ausgaben von 1,3 Milliarden Euro ohne Finanzierungsvorbehalt an der Öffentlichkeit vorbei festgeschrieben wurden, versuchte der Regierungschef mit neuen Einblicken in seinen Politikstil zu kontern: "Auch ich muss mal mauscheln, auch ich muss mal dealen." Kein Mensch auf der Erde, der vernünftig Politik machen wolle, kriege das hin ohne Absprachen hinter den Kulissen. Da habe er kein schlechtes Gewissen, denn es sei "unspektakulär", einzelne Maßnahmen zu priorisieren, die grundsätzlich ohnehin im Koalitionsvertrag vereinbart seien.

Unter anderem ist im Detail aufgeführt, dass 325 Millionen Euro ohne Finanzierungsvorbehalt in die Digitalisierung fließen sollen, 100 Millionen in die bessere Ausstattung der Polizei oder 40 Millionen in die Elektromobilität. Der mit 500 Millionen Euro größte Betrag ist allerdings nicht mit konkreten Informationen versehen, die Summe steht für "Investieren/Sanieren (Straße/Schiene, Hochbau, Hochschulen, ...)" zur Verfügung. Der Ministerpräsident widersprach Mutmaßungen, dass in dieser halben Milliarde auch zusätzliche Mittel für Stuttgart 21 über den Kostendeckel hinaus versteckt sein könnten. Für die laufenden Zahlungen gebe es einen Sonderposten im Haushalt. Nebenabsprachen zu diesem Thema hätten nicht stattgefunden.

(19.07.2016)


Die Reichen sind noch viel reicher

Einkommenserhebungen bei Spitzenverdienern aus mehr als 1300 Firmen haben ergeben, dass alle offiziellen Einschätzungen zur wachsenden sozialen Kluft in der Bundesrepublik die Situation beschönigen. Nach den Zahlen, die das ARD-Magazin "Monitor" in diesen Tagen veröffentlichte, verdienen Manager und Vorstände im Durchschnitt nicht 200 000 Euro jährlich, sondern rund eine halbe Million. Die 200 000 Euro sind aber offiziell im sogenannten Sozioökonomischen Panel (SOEP) ausgewiesen, welches wiederum wichtiger Eckpfeifer der bisherigen Armuts- und Reichtums-Berichterstattung in Bund und Ländern ist.

Das Bundesarbeitsministerium will die Daten dort jetzt einfließen lassen, ebenso wie die Erkenntnisse einer in der vergangenen Woche von der Bertelsmann-Stiftung veröffentlichten Studie. Danach verdienen die einkommensstärksten zehn Prozent der Bevölkerung mehr als die unteren 40 Prozent zusammen. Und die Einkommensungleichheit wächst weiter. In "Monitor" präsentierte Wirtschaftsweise Peter Bofinger eine vergleichsweise einfache Lösung: "Aus meiner Sicht würde es naheliegen, wieder zu den Steuersätzen zurückzukehren, die wir in den Neunzigerjahren hatten, und das war ein Spitzensteuersatz in der Einkommenssteuer von 53 Prozent." Zurzeit liegt er bei 42 Prozent. Ab einer bestimmten Einkommenshöhe werden drei Prozentpunkte Reichensteuer hinzugerechnet. Von ihr sind aber nicht einmal ein halbes Prozent der Steuerzahler und Steuerzahlerinnen betroffen.


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Ausgabe 209
Editorial

Auf welcher Seite stehst du?

Von unserer Redaktion
Datum: 01.04.2015

Der Lokalchef der "Stuttgarter Nachrichten", Jörg Hamann, wechselt zur Deutschen Bahn. Den Blättern vor Ort war es eine dürre, von dem Staatskonzern formulierte Meldung wert. Sonst war Schweigen im Blätterwald. Ist nur ein Sack Reis umgefallen oder zucken wir mit den Schultern: business as usual?

Die coole Variante: Kein Problem, mehr Geld für die gleiche Arbeit, nur die Gehaltsabrechnungen tragen einen anderen Absender. Und wenn man die Lage im Stuttgarter Pressehaus betrachtet, ist es ein Jobwechsel mit einer Perspektive, die der Journalismus (angeblich) nicht mehr bietet.

Die empörte Variante: Moralisch verwerflich, Verrat an einem Beruf, der für Aufklärung, Kontrolle und Bemühen um Wahres steht. Also genau jenes leisten sollte, was in den PR-Abteilungen der neuen Arbeitgeber nicht zum Kerngeschäft gehört. Wolfgang Dietrich, Hamanns Vorgänger, lässt grüßen.

In dieser Bandbreite ist das Thema zu diskutieren, weil es an den Grundfesten eines Berufsstandes rüttelt, der eben nicht mit Seifen handelt. Sondern mit Informationen, Analysen und Kommentaren, denen eine demokratische Öffentlichkeit trauen kann. Dazu braucht es kritische und unabhängige Medien und JournalistInnen, die dafür arbeiten.

Kontext hat den Fall Hamann zum Aufmacher gewählt. Nicht, weil die Person wichtig wäre, sondern weil sie eine Symbolfigur ist für eine fatale Entwicklung. Für die Beliebigkeit einer Profession, in der es ganz normal erscheint, ins andere Lager zu wechseln, Hauptsache das Konto stimmt. Für die Ignoranz in den Verlagshäusern und Rundfunkanstalten, die sich als Warenhäuser verstehen und wundern, dass ihre Produkte immer weniger Kunden finden. Aber immer noch sagen sie, die Glaubwürdigkeit sei ihr höchstes Gut. 

Der Medienjournalist Hans Hoff, ein profunder Kenner der Materie, hat daraus seine Konsequenz gezogen. Er will sich aus diesem Gewerbe verabschieden, weil der Journalismus "nicht mehr existiert", weil er eine "tote Hülle" und Moral das ist, "was Klicks bringt". Eine bittere Erkenntnis, aber vielleicht auch ein Weckruf für alle, die schon am Bahnsteig warten.

Hoff bezieht sich, als letzten Auslöser, auf die Berichterstattung über den Airbus-Absturz. Genauso wie Thomas Rothschild, der die Heuchelei der politischen Trauer und das Verhalten der medialen Transporteure kritisiert. Das PEN-Mitglied schreibt, dass sich jene, die über das Flugzeugunglück berichtet haben, bald wieder "wichtigeren Themen" zuwenden würden: Dem Abspeckprogramm für Hund und Herrchen oder der Scheidung von Bettina und Christian Wulff. Auch diese beiden Texte mussten in Kontext stehen, egal wie egal es dem Zeitgeist ist.

"Ihr schon wieder"

Präsidial könnte man es nennen, wie OB Fritz Kuhn am Montag die zehn Aktenordner mit mehr als 20 000 Unterschriften in Empfang nahm, die ihm die Initiatoren eines Bürgerbegehrens um Christoph Engelhardt, Betreiber der Internet-Plattform wikireal.org, übergaben. Der neue Bahnhof leiste deutlich weniger als der Bestehende, argumentieren die Projektgegner.

Kuhn mit Unterschriften. Foto: Ulli Fetzer
Kuhn mit Unterschriften. Foto: Ulli Fetzer

"Ich erkenne die Mühe so vieler Unterschriften an", sagte das Stadtoberhaupt in nonchalantem Verwaltungssprech. Heißt übersetzt wahrscheinlich so viel wie: "Ihr schon wieder". Da sich Herr Kuhn in der Sache aber gewohnt zurückhaltend gibt, verweist er auf den Gemeinderat, der jetzt entscheiden soll, ob er ein Bürgerbegehren zulässt. Eine Positionierung des OB im Vorfeld würde dem entgegenstehen, meint Kuhn, qua Amt immerhin stimmberechtigter Vorsitzender des Gemeinderats.

Gut möglich, dass es so weit aber gar nicht erst kommt. Die Initiatoren rechnen damit, dass der Gemeinderat sich zunächst ein Rechtsgutachten über die Zulässigkeit eines Bürgerentscheids einholt. Im Falle einer Nicht-Zulassung sei der Rechtsweg offen. OB Kuhn wird die Gegner halt einfach nicht los.

Tine ist tot

Für uns von Kontext ist das Café Stella zwei Stockwerke drunter so etwas wie unsere Kantine. Dort trinken wir einen schnellen Cappucino vor Arbeitsbeginn, weil er besser schmeckt als der Filtercafe in der Redaktion. Dort treffen wir Informanten zum Gespräch und essen auch mal ein veganes Süppchen. Und immer, fast immer, war da Tine mit den auffälligen, blonden Zöpfen unter dem Kopftuch, die den Cappucino mit einem fröhliches Wort garnierte oder das Bier mit einer freundlich-frechen Bemerkung. Klar, dass sie jeden mit Namen kannte und persönlich begrüßte. Sie wusste, wann wir besonders gestresst waren (am letzten Produktionstag am Dienstag), sie interessierte sich für unser Überleben, wenn das Geld mal wieder besonders knapp war. Vielleicht auch, weil sie das aus eigener Erfahrung kannte.

Am vergangenen Freitagmorgen ist Tina Raetzer nach einem Herzinfarkt gestorben. Sie wurde 46 Jahre alt. Dass sie die Seele das Café Stella war und noch viel mehr, hat Joe Bauer in seinem Nachruf Zum Tod von Tine, nachzulesen in seinen Depeschen eindrücklich beschrieben. Tine wird uns in unserer Kantine Stella fehlen.


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Kommentare

Schwabe, 07.04.2015 10:58
@Fred Heine, Invinoveritas, Sandra, Ignaz Wrobel und ähnliche
Falls Sie es noch nicht gemerkt haben sollten: Die Informationen zu S 21 sprechen gegen das Projekt - insofern haben Sie alle Recht.

Ignaz Wrobel, 07.04.2015 00:27
" Es wurde in über 200 Kontext-Ausgaben noch kein einziger Artikel über S21 geschrieben. Aber fast 1000 gegen S21."

- das letztere setzt das erste vorraus. Siehe HEGELsche Trias

"Herr Schwabe wird den Unterschied nicht erkennen."

- "Kas-Sandra " der Tunnelwelten u. Brandgasdematerialisierer ?
Oder woher nehmen Sie Ihre Gewissheiten ?

Dann häufen sich die " man " und " ihr ".
Alles bleibt faktenleer,simplifizierend und ad hominem "argumentierend ".
Irgendwie verdächtig similar zu Ergüssen selbsternannter Diplomierter aus der Truppe der ubiquitär die S-21-Threads in der STZ bevölkernd.
Franzisken sprach den Segen über vermeintlich Gottgewolltes urbi ohne orbi, da nicht der römische gemeint ist.

Udo Cronauge, 06.04.2015 17:27
>> Aussagen Engelhardts << sind wissensbasiert:
Bei den der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemachten Aussagen Engelhardts geht geht es gerade nicht um ein möglichst ausgleichendes Lavieren von allen möglichen pro und contra Stuttgart 21 Meinungen. Denn die objektive Wahrheit-22 hinter dem weitverbreiteten Irrtum-21 läßt sich wohl nicht einfach mit einer nur die extremen pro und contra Standpunkte ausbügelnden Berichterstattung ergründen. Denn auch ein allgemein verkäuflicher Durchschnitts-Irtum-21 bleibt mehr oder weniger ein Stuttgart-21-Irrtum.
Zur Findung der Wahrheit-22 bedarf es demzufolge einer geeigneten Methode-22. Mittels des von Engelhardt ins Leben gerufene Faktencheck-Portals WikiReal.info +++ https://www.qwant.com/?q=WikiReal.info +++ scheint es nun möglich, daß ein fundierter Erkenntnis-Sprung-22 über die Irrtumsbarriere-21 gelingt.

Sandra, 06.04.2015 11:49
Herr Hein trifft den Nagel auf den Kopf. Es wurde in über 200 Kontext-Ausgaben noch kein einziger Artikel über S21 geschrieben. Aber fast 1000 gegen S21.
Herr Schwabe wird den Unterschied nicht erkennen.
Und weil man wenig seriöse Argumente gegen das Zukunftsprojekt findet schreibt man eben jahrelang die Aussagen eines Dr. Engelhardt oder sonstiger Bahn-Laien nieder. Jeder der in der Glaskugel Argumente gegen S21 findet darf mal ran.
Und das nennt man dann Qualitätsjournalismus. Ohne jede Ironie.
Und verzweifelt sieht man dass die Baustellen ohne Probleme laufen. Meist sogar schneller als geplant. Die Risiken (bei jeder Großbaustelle gibt es ein Risikomanagement. Nur Kontext macht daraus einen Skandal) treten weniger ein als erwartet.
Wie wäre es mal mit einem Artikel in dem man sich über alle ausgebliebenen Vorhersagen entschuldigt?
Recherchiert mal eure eigenen Artikel und schaut mal wieviel % Realität geworden sind.
Das wäre (selbst-) kritischer Qualitätsjournalismus.

F. Fischer, 05.04.2015 18:36
Bei Fred Heine ist und war halt nie so ganz transparent, inwieweit ihm seine Anbiederungen bei der DB AG berufliche Vorteile bringen oder er sich das zumindest erhofft. Man sollte ihn daher nicht wirklich Ernst nehmen. Das so jemand natürlich an Hamann und Konsorten und deren fadenscheinigem Pseudojournalismus keinen Anstoß nimmt, vielmehr zu hahnebüchenen Pseudogegenattacke auf KONTEXT bläst, braucht kaum verwundern. Ich rate, solche fragwürdige Figuren ... wie auch angebliche Weinhellseher, deren Feigheit und Namen schon alles sagen ... einfach zu ignorieren.

treffler, 04.04.2015 22:51
Ach Herr Heine ...

"Die Stuttgarter Nachrichten (wie im Übrigen auch die Stuttgarter Zeitung) haben zu Beginn der großen Proteste klar gemacht, wie sie zu dem Projekt stehen."

Ja genau und zwar konsequent und marktschreierisch befürwortend, etwa bei der Benennung dieses Milliardengrabs als "unumkehrbar" , gerne wissentlich oder unwissentlich Halbwahrheiten verblasend und teils polemisch übergriffig, wie beim Ansäfteln von Kritikern als "Kretschmanns Chaoten im Park". Die Belohnung bekommt die Mietfeder jetzt direkt von der Bahn, nicht mehr über den Umweg Mitteilungsblatt StN.

"Aber auch, was sie unter journalistischer Sorgfaltspflicht verstehen."

Ja genau, lobhudelnde PR-Texte zu verfassen und für S21 Stimmung zu machen. Siehe oben.

"In diesem Sinne haben sie umfassend und größtenteils aus objektivem Blickwinkel über die vielfältigen Aspekte dieses Projekts berichtet."

Guter Witz, aber ich nehme an, Sie meinen das völlig ernst? Objektiv ist, was S21 nützt...

invinoveritas, 04.04.2015 19:38
Das kommt bestimmt von dieser bürgerlich-neoliberalen Selbstentfremdung der Gesellschaft, dass Schwabe, kaum hat er "Ein guter (...) Journalist schreibt nicht für oder gegen S 21 - er informiert über S 21" hinausposaunt, seine Urheberschaft für diese profunde, von intimer Sachkenntnis zeugende Belehrung schon wieder vergisst. Mannomann.

Ignaz Wrobel, 04.04.2015 17:39
" Die Stuttgarter Nachrichten (wie im Übrigen auch die Stuttgarter Zeitung) haben zu Beginn der großen Proteste klar gemacht, wie sie zu dem Projekt stehen. Aber auch, was sie unter journalistischer Sorgfaltspflicht verstehen. In diesem Sinne haben sie umfassend und größtenteils aus objektivem Blickwinkel über die vielfältigen Aspekte dieses Projekts berichtet." ( Zitat Fred Heine ).

Ein Anderer, der im Wein die Wahrheit vermutet , diofferenziert zwar wahrheitsgemäß nach Berichten, Leitartikeln und Kommentaren , verschweigt aber , wie aktuell o.g. Publikationen AUCH Meinung machen können : Durch Unterlassung oder Präferierung.

Aktuell in der Stuttgarter Zeitung zu S- 21-Artikeln :
Über 24 Stunden ausschließlich Freischaltung von Kommentaren einer Sichtweise. Ob die nun Wendel, Weber, Zahn Adler, Biberle oder Kruse getauft werden. Meine Kommentare erreichen seit 10 Tagen nur noch den Server, dann versickern sie beim Empfänger. Aber ausschließlich dort. Aus der Welt sind sie deshalb nicht.

Fred Heine, 04.04.2015 11:11
Da regen sich gerade die Richtigen auf. Die Stuttgarter Nachrichten (wie im Übrigen auch die Stuttgarter Zeitung) haben zu Beginn der großen Proteste klar gemacht, wie sie zu dem Projekt stehen. Aber auch, was sie unter journalistischer Sorgfaltspflicht verstehen. In diesem Sinne haben sie umfassend und größtenteils aus objektivem Blickwinkel über die vielfältigen Aspekte dieses Projekts berichtet.

Kontext-Wochenzeitung ist dagegen als Meinungsblatt der S21-Gegner gegründet worden. Man gibt sich als "Zeitung", berichtet vermehrt auch über andere landespolitische Themen. ÜBER Stuttgart 21 wurde hier jedoch nie eine einzige Zeile geschrieben, sondern immer nur GEGEN Stuttgart 21. Kein Wunder, dass sich die Leser hier nach der verlorenen Volksabstimmung fassungslos die verheulten Augen rieben.

Kein Wunder auch, dass man vor einem solchen Hintergrund jede neutrale Berichterstattung als Angriff und jeden neutralen Beobachter als Feind betrachten muss.

Was könnte einen Stuttgarter Bürger dazu bewogen haben, bei der VA mit Nein zu stimmen? Im traditionell roten bzw. grünen S-Wangen (meinem Wohnort) waren es fast 7 von 10? Kein Wort darüber auf dieser Seite hier! Wäre es nicht auch in Ihrer journalistischen Verantwortung, Ihre Leser darüber zu informieren. Wie gesagt, ich spreche nicht vom großbürgerlichen Killesberg!

Kontext-Wochenzeitung ist ein Tendenzblatt. Daran ist auch gar nichts auszusetzen, sofern man sich offen dazu bekennt. Bloß sind das halt nicht alle anderen Zeitungen auch. Nur weil Ihnen eine andere Wahrheit nicht passt, muss sie keine Lüge sein.

Wer Ausgewogenheit nicht ertragen kann, der sollte wenigstens seinen Geifer zurückhalten.

Schwabe, 04.04.2015 09:56
Lieber Invinoveritas,
In Sandras Kommentar geht es - eigentlich für jeden offensichtlich - nicht explizit um die Unterscheidung "Berichterstattung" oder "Meinungsbeitrag" (Kolumne). Wie sie darauf kommen bleibt wohl Ihr Geheimnis.

Vor kurzem hat jemand als Reaktion auf einen Artikel von Ihnen gefragt "Hat denn noch keine Besenwirtschaft auf?" - fand ich ganz witzig. Ich hab mir dann nur gedacht: Da kommt er gerade her!

Frohe Ostern

invinoveritas, 02.04.2015 22:15
An diesem nur scheinbar abgeklärten Hinweis von Schwabe an Sandra merkt man, dass er - entgegen dem Eindruck, den er immer wieder zu erwecken versucht - von Journalismus keinen blassen Schimmer hat.
Von Leitartikeln und Kommentaren, in denen der Autor nicht berichtet, sondern Stellung bezieht, hat er offenbar noch nix gehört.
Und weil es dieses Genre nun mal gibt und es obendrein ein legitimes ist, liegen alle daneben, die von Journalisten
"Neutralität" einfordern.

Kleines Einmaleins:
B e r i c h t e t werden im Sinn von Informationsvermittlung soll so objektiv und fair wie möglich (subjektive Einflüsse sind aber unvermeidlich; achtzig Zeitungszeilen beispielsweise über eine halbstündige Pressekonferenz enthalten zwangsläufig subjektive Faktoren bei der Auswahl dessen, was erwähnt oder eben weggelassen wird; mit Manipulation, wie so oft unterstellt, hat das noch gar nichts zu tun).
M e i n u n g s a r t i k e l dürfen und sollen sogar klarmachen, dass und warum der Autor beispielsweise für oder gegen S 21 ist. Und anderntags, man denke, darf derselbe Autor oder ein anderer wieder einen investigativen Artikel zum selben Thema verfassen. Und da kann und darf, man denke nochmal, die Tendenz des einen Artikels gegenläufig sein zu der des andern.

Schwabe, 02.04.2015 18:13
"Auf welcher Seite stehst Du"
Liebe Sandra,
Ein guter und redlicher (investigativer) Journalist schreibt weder für noch gegen S 21 - er informiert über S 21. Ich wünsche mir das Sie den Unterschied erkennen.

"Tine ist tot"
Schließe mich dem herzlichen Beileid von Cindy an (01.04.2015, 14:56)

Sandra, 02.04.2015 13:51
Ach ist das kindisch:
"..die empörte Variante: Moralisch verwerflich, Verrat an einem Beruf, der für Aufklärung, Kontrolle und Bemühen um Wahres steht...."

Und dafür soll etwa Kontext stehen?
Das Blatt das niemals einen neutralen, wahren Bericht zu S21 schreiben würde weil es sonst keine Spenden mehr bekommen würde.
Die Welt ist einfach:
Ein guter und redlicher Journalist schreibt gegen S21.
Und wer die Wahrheit schreibt, z.B. dass alle 16 Stuttgarter Baustellen problemlos laufen und die Kontextartikel der Vergangenheit jeder Grundlage entbehrten, der ist ein Verräter.
Kinderparty....

Insider, 02.04.2015 11:15
Der eine Journalist wechselt zur Bahn, andere wechselten zum Staatsministerium. Möglicherweise gibt es nach der nächsten Landtagswahl wieder berufliche Wechsel bei den Journalisten.

maguscarolus, 01.04.2015 17:08
Was soll man sich über solche Wechselbälger noch wundern? So verkommen wie unsere politischen "Eliten" sind – wer möchte da beiseite treten bei solchen Chancen? Und bekanntlich stinkt Geld ja auch nicht mehr, sobald es auf dem Konto ist.

Cindy, 01.04.2015 14:58
Vielen Dank an die Redakteure, hoffentlich bringt das diesmal was, man könnte schon fast verzweifeln über soviel verbrecherische Ignoranz.

Cindy, 01.04.2015 14:56
Leider konnte ich Tine nie kennenlernen, aber nach Eurer Beschreibung war sie sicherlich eine ganz liebe Seele. Ihr Tot geht mir irgendwie sehr nahe, schon weil meine 5 Kinder zwischen 44 und 50 Jahren sind. Der Gedanke, dass eines davon vor mir gehen müsste macht mich sehr traurig.
Herzliches Beileid den Angehörigen und dem Kontext Team.

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