KONTEXT Extra:
Fahrverbote beschlossen – Nordost-Ring vom Tisch

Wie ein Gespenst geisterte seit Wochen ein vor fast 40 Jahren beerdigtes Verkehrsprojekt durch die Debatte um Feinstaubalarmtage und Fahrverbote in der Landeshauptstadt: der Nordost-Ring. Jetzt hat Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) allen Spekulationen eine Absage erteilt. Auch deswegen, weil die Baumaßnahme entgegen den Behauptungen von Teilen der CDU keineswegs bereits im Bundesverkehrswegeplan steht. "Dort geht es um neun Kilometer der B 29", so Hermann nach dem heutigen Kabinettsbeschluss zu Fahrverboten ab 1.1.2018 an Feinstaubtagen, den schlussendlich auch die CDU-Landtagsfraktion mittrug.

Prompt gab es Lob von Umwelt- und Naturschützern. Hermann habe erkannt, so die BUND-Landesvorsitzende Brigitte Dahlbender, "wenn nicht zeitnah effiziente Maßnahmen greifen, so werden die Gerichte die Entscheidungen zum Schutze der Bürger*innen treffen und die Politik das Heft aus der Hand geben müssen". Die Stuttgarter CDU ist noch nicht ganz so weit. Für den Kreisvorsitzenden Stefan Kaufmann sind Fahrverbote weiterhin "politisch klar abzulehnen". Und er träumt von Nordost-Ring: Jetzt gelte es "endlich neue Verkehrsprojekte wie den Nord-Ost-Ring auf den Weg zu bringen". Hermann machte dagegen deutlich, dass das nach dem eben erst in Kraft gesetzten Bundesverkehrswegeplan gar nicht möglich ist. 

In den Sechzigern und Siebzigern waren zwei Varianten durchdacht worden: eine größere mit einem Autobahnzubringer bei Mundelsheim und eine kleinere etwa auf der Gemarkungsgrenze zwischen Waiblingen und Fellbach. Schon damals vertraten Verkehrswissenschaftler allerdings die Ansicht, dass ein Ringschluss rund um Stuttgaart weniger die Stadt, sondern die Autobahnen im Westen und Süden entlasten würde.


Korntal: Opfervertreter verlangen mehr Engagement der Landeskirche

Die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der evangelischen Brüdergemeinde Korntal ist unterbrochen. Die Opfervertreter verlangen einstimmig, dass sich Frank Otfried July endlich entscheidend einbringt. "Wir werden nicht mehr mit den Brüdern sprechen", so Netzwerk-Sprecher Detlev Zander. Jetzt müsse "der Oberhirte, also der Bischof, ran". Im Betroffenen-Netzwerk organisiert, werfen mehr als 300 ehemalige Heimkinder der Brüdergemeinde vor, in den 1950er- bis 1980er-Jahren in deren zwei Einrichtungen sexuell missbraucht, misshandelt und gedemütigt worden zu sein.

Dass mehr Engagement von July gefordert wird, ist nicht neu. Im Sommer 2016 hatte einer der Betroffenen in einem langen Schreiben an den Landesbischof appelliert: "Die Kirche ist mit in der Verantwortung und wenn Sie als Oberhirte weiter schweigen, machen Sie sich persönlich schuldig. Die Heimopfer warten auf ein klärendes Wort von Ihnen." Denn die Korntaler Fürsorge habe "einen menschlichen Scherbenhaufen hinterlassen". (20.02.2017)


NSU-Ausschuss will weitere Akten

Der zweite parlamentarische Untersuchungsausschuss zum "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) geht auf die Suche nach zusätzlichen Akten, um dessen Verbindungen nach Baden-Württemberg besser auszuleuchten. Die Abgeordneten meinen, beim Generalbundesanwalt und/oder im Bundesamt für Verfassungsschutz fündig werden zu können. Beauftragt ist Bernd von Heintschel-Heinegg. Der Rechtswissenschaftler war schon für den ersten Ausschuss des Landtags und als Sonderermittler auch für den Bundestag tätig.

Zurückgestellt wurde in diesem Zusammenhang die Ladung von Mike Markus Friedel. Vor allem der NSU-Experte Hajo Funke hatte immer wieder darauf gedrängt, dass der gebürtige Sachse gehört wird. Dessen Name stand auf der sogenannten Garagenliste, die 1998 in Jena sichergestellt, aber erst mit großer zeitlicher Verzögerung detailliert ausgewertet wurde. Vor fast zwanzig Jahren zog er nach Heilbronn. "Markus Friedel war mit 'Erbse' (V-Mann), Torsten Ogertschnig, zusammen im Ländle im Gefängnis", schreibt Funke. Und von Friedel habe "Erbse" seine Kenntnisse über den NSU und Mundlos.

Bei einer Veranstaltung der "Anstifter" im Stuttgarter Kunstverein hat Rainer Nübel, der im ersten Ausschuss als Sachverständiger aufgetreten war, erneut von den Abgeordneten verlangt, sich ernsthafter mit der Anwesenheit ausländischer Geheimdienste am 25. April 2007 in Heilbronn zu befassen. An diesem Tag waren die Polizistin Michèle Kiesewetter ermordet und ihr Kollege Martin Arnold schwer verletzt worden. Der zweite Ausschuss hat bereits mehrere Zeugen vernommen. Jetzt ist ein Bericht beim Bundesnachrichtendienst angefordert.

Die nächste Ausschusssitzung beginnt am Freitag, den 24. Februar, um 9.30 Uhr im Landtag. Zwei Kriminalbeamtinnen sollen Auskünfte über die rechte Szene geben und die Verbindungen des NSU in den Südwesten. Geladen sind außerdem drei Zeuginnen, die Kontakt zu Beate Zschäpe gehabt haben sollen.

Auch die weiteren Sitzungstermine bis zur parlamentarischen Sommerpause sind festgelegt: 20. März, 28. April, 15. Mai, 19. Juni und der 17. Juli 2017.

Mehr zum Thema: "Geheimdienste im Fokus", "Eh-wurscht-Akten" 


WKZ liest mit

Anfang Januar hatte der Waiblinger Lokalhistoriker und Anstifter Ebbe Koegel sich darüber beschwert, dass das Land dem Firmengründer Andreas Stihl eine Kunstmedaille gewidmet hat. "Andreas Stihl war ein überzeugter Nazi, NSDAP-Mitglied seit 1933, seit 1935 SS-Mitglied mit dem Rang eines Hauptsturmführers (seit 1939)", schrieb er an Finanzministerin Edith Sitzmann. Die Waiblinger Kreiszeitung (WKZ) schwieg dazu - bis Kontext den Fall am 25. Januar aufgriff. Nun erschien am 11. Februar ein zweiseitiges Extra mit ausdrücklichem Bezug auf den Kontext-Artikel. Der Redakteur Peter Schwarz zitiert darin aus der 100-seitigen Entnazifizierungsakte. Die beiden Kinder Stihls, der langjährige IHK-Präsident Hans Peter Stihl und seine Schwester Eva Mayr-Stihl wurden befragt. Die Recherche ergibt, wie die WKZ selbst schreibt, ein "außerordentlich schillerndes Bild."

Der Redakteur zitiert mehrere Fremdarbeiter - den Begriff Zwangsarbeiter meidet er - die sich im Verfahren positiv über Stihl geäußert haben. Ein Slowake berichtet, Stihl habe einem Freund geholfen zu fliehen, der sich den Partisanen anschließen wollte. Ein Jugoslawe meinte, der Patriarch habe sich "mit großer Empörung geäußert über die Gemeinheit und den Terror des dritten Reiches", ein Holländer, er habe "gelitten, als er sehen musste, wie schmutzig dieses System war, und konnte doch nicht mehr von demselben weg." Der Betriebsrat sagte dagegen aus, Stihl sei "100 Prozent Nationalsozialist" gewesen, habe "mehrere seiner Lehrlinge zum Eintritt in die SS" bewogen und Regimekritiker als "Eiterbeulen" bezeichnet, denen er "in die Fresse" schlagen wolle. (16.2.2017)


Wüstenjubiläum: Fünf Jahre Parkräumung

Vor genau fünf Jahren, am 14. Februar 2012, räumten rund 2500 Polizeibeamte das Protestcamp der Stuttgart-21-Gegner im Mittleren Schlossgarten. Drei Tage später waren rund 180 teils bis zu 300 Jahre alte Bäume gefällt oder (ein kleiner Teil der jüngeren) verpflanzt, und einer der ehemals schönsten innerstädtischen Parks Deutschlands hatte sich in eine Schlammwüste verwandelt.

Zum fünften Jahrestag der Parkräumung wollen die Parkschützer am heutigen Dienstag daran erinnern, mit einer Versammlung und Kundgebung an der Lusthausruine im Mittleren Schlossgarten um 17 Uhr. Es soll Reden, Musik und Gedichte geben, anschließend einen Demozug durch die Königstraße.

Kontext hat damals mit einer Reportage von der Parkräumung berichtet – und danach immer wieder von der erstaunlich langen Untätigkeit oder auch von Baufortschritt vorgaukelnden Alibi-Arbeiten. (14.2.2017)


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Ausgabe 166
Editorial

Fakten, Fakten, Fakten und glatte Lügen

Von unserer Redaktion
Datum: 04.06.2014

Soll ja Zeitungen geben, die sich zu einer Sache bekennen, weil sie der Überzeugung sind, dass es sich um eine gute handelt. So hat es in dieser Stadt eine Zeitung gemacht, weil sie eben findet, dass Stuttgart 21 eine gute Sache ist. Das ist in Ordnung so, denn diese Zeitung muss seither auch mit den Folgen ihres Outings leben. Das in München erscheinende Nachrichtenmagazin "Focus" findet ebenfalls seit jeher, dass es eine prima Sache sei, Milliarden Steuergelder auszugeben, um in Stuttgart 62 Tunnel-Kilometer zu graben. Das ist nicht in Ordnung so, wenn der "Focus" dazuhin auch noch sich die Wirklichkeit so hinbiegt, dass "Fakten, Fakten, Fakten" zu glatten Lügen werden. So geschehen vergangenen Sonntag.

Wirklichkeit zu glatten Lügen hingebogen: Focus online. Screenshot
Wirklichkeit zu glatten Lügen hingebogen: "Focus online". Screenshot

Da wurde auf dem Online-Ableger von "Focus" unter der Rubrik "Leserdebatte" die Frage aufgeworfen: "Sind die Deutschen unfähig, Großprojekte zu bauen?" Und neben dem Berliner Flughafen und der Hamburger Elbphilharmonie wurde der Tiefbahnhof in Stuttgart wie folgt vorgestellt:

"In Stuttgart baut seit Jahren die Deutsche Bahn einen neuen Bahnhof. Er wurde schon im Vorfeld zum Symbol des Widerstands gegen Großprojekte. Demonstrationen und Zeltlager sollten Stuttgart 21 verhindern. Die Gegner trieben die Kosten von 2,4 Milliarden Euro auf 6,5 Milliarden Euro. Erst eine Volksabstimmung erbrachte das Ergebnis, dass weiter gebaut werden kann."

Die Gegner? Trieben die Kosten? Von 2,4 auf 6,5 Milliarden? Geht's noch?

Es geht sogar noch schlimmer! Selbstredend zeitigte die Aufforderung zur "Leserdebatte" umgehend harsche Reaktionen. Und irgendwann sah die "Focus online"-Redaktion wohl ein, dass diese steile These vielleicht nicht ganz haltbar sein würde. Und änderte den Satz um in: "Die Kosten stiegen von 2,4 Milliarden auf 6,5 Milliarden Euro." Das allerdings nur, um ans Ende des Artikels folgende Erklärung anzuhängen: 

"In einer früheren Version des Textes wurden die Proteste der Stuttgart-21-Gegner als Grund für die Kostensteigerung genannt. Ein alleiniger kausaler Zusammenhang ist allerdings nicht zu belegen."

Fakten, Fakten, Fakten?

Peinlich, peinlich, peinlich!


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Kommentare

Tomaten-Joe, 06.06.2014 09:59
Mahlzeit!
Wenn mündige Bürger und ihr verbrieftes Recht auf Meinungsfreiheit und Beteiligung von einen "Massenorgan" wie dem Focus, mittlerweile so öffentlich und offen feindlich - mit Propaganda im Stile einer deutschen Geschichte, die als vergangen betrachtet wurde - diffamiert und polemisch kriminalisiert werden kann, ohne dass es Folgen hat, dann wissen verantwortlich denkende Protest-, Wut- und Wechselwähler, dass dies Methode hat, in diesem unserem Staat!
Beschränkt auf diesen einen Artikel frage ich mich - so ich denn diesem neoliberalen "Bericht" ansatzweise Glauben schenken wolle - wo denn die Berichterstattung über die Proteste und Demonstrationen gegen den BER und die Elbphilharmonie und all die anderen, sich in stoischer Regelmäßigkeit drastisch verteuernden (Groß-)Projekten geblieben ist!?Doch nicht etwa im allgemeinen (kollektiven) Vergessen der Menschheit?
Vielmehr sieht es nicht nur für mich so aus, als dass die Planungen und die Führungen solcher Geschäfte von "Seilschaften" getragen werden, die weinger von fachkundig fundiertem Wissen als von parteipolitischen Geküngel gekennzeichnet sind.
Nicht, dass es keine Fehler und Probleme bei fachkundiger Führung und Planung geben würde und könnte. Aber diese Verschwendung von Geld die sich wie ein roter Faden durch alle Bereiche des öffentlichen Lebens zieht, hat Methode.
Wenn sich dann auch noch Widerstand regt, dann muss dieser eben durch Desinformation und mantraartige Beschwörungsformeln diskreditiert werden! Vollkommen gleichgültig, wie ungeeignet die Lügen und die Art der geführten Diskredition ist.
Egal, wer immer sich an und mit Vorgehensweisen solcher Art bereichert, wichtig ist die politische und mediale Vernetzung um die Öffentlichkeit einzulullen und die Lethargie zu forcieren.
Welche Meldung und welche Berichte uns auch immer erreichen: Wir sollten uns immer vor Augen halten, dass selber denken besser und wirkungsvoller ist. Ich stelle mir stets die Frage, wem es nützt, wenn ich das glaube, was mir glaubhaft gemacht werden soll. Und ich weiß auch, dass das Sprichwort: "Wess Brot ich es, dess Lied ich sing!" wohl für immer Gültigkeit haben wird. Ich bin froh darüber, nicht allein zu sein mit meiner Einstellung! Danke dafür!
Ich wünsche ein angenehmes Wochenende, ein frohes Pfingstfest und ich begeben mich auf die Suche nach weiteren kostensteigernden Protesten und deren Initiatoren!
Pfürti alle miteinander! ;-)

Hans-Günter Glaser, 05.06.2014 17:44
Focusherausgeber Markwort ist in der richtigen Partei. Es wäre zu wünschen, dass die Leserschaft seines Magazins sich genauso verflüchtigen würde, wie die Wähler seiner FDP. Es müsste doch jeder merken: Lügen haben kurze Beine und einen dicken Kopf.

Maria, 05.06.2014 13:13
Weger der blöden 6,5 Mrd. Euro regen sich die Gegner so auf?

Leute das sind Erdnüsse! Und dafür gibts dann irgendwann einen niegelnagelneuen Bahnhof.

Übrigens, die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten verpulfern jedes Jahr noch ein paar Euronen mehr. JEDES Jahr!

Regt sich da irgend jemand auf?

HAns Olo, 05.06.2014 13:10
Auch hier bewarheitet sich mal wieder, die Medien sind das Sprachrohr des Kapitalismus.

Kapitalismus ist weder sozial noch demokratisch, im Gegenteil.
Denn es findet ein Kampf “Kapitalismus vs. Demoratie” statt und da die Demokratie ihre Mittel von privaten Banken mit ausschließlich kapitalistischen Interessen bezieht, dürfte klar sein wer letztendlich der Sieger sein wird.

Oberham, 05.06.2014 11:22
.... Schmunzelnd möchte ich anmerken -
S21 wird locker in einen zweistelligen Milliardenbereich vordringen und noch mehr als eine Dekade lang die Menschen in Stuttgart - sowie die Pendler welche das Bahnnetz nutzen (natürlich auch den tangierten Fernverkehr) - beglücken.

Doch ich würde einmal sagen, die Protestbewegung ist durchaus mit verantwortlich, zumindest all jene die gegen S21 sind und beispielsweise bei der Stadt Stuttgart weiter arbeiten, oder bei der Bahn, auch die Pendler die genervt ihre Lebenszeit auf Bahnsteigen abfeiern, in Erwartung der nächsten Anschlusszüge, die trällernden und tönenden Damen und Herren auf den Podesten, welche ihre Gehälter oft aus öffentlichen Kassen beziehen - sie sind willige Helfer, die in ihrer Freizeit maulen, ihre Arbeitszeit aber genauso eifrig in den Dienst eines Systems stellen, dass eben Massenmedien wie den Focus hervorbringt und Großprojekte die einer kleinen Minderheit enorme Profite, der Allgemeinheit allerdings nur Nachteile erbringt.

Dabei ist das Happening S21 nur eine der vielen irrwitzigen Veranstaltungen, die wir so täglich hinnehmen, als wären sie unabwendbare Schicksalsschläge -
doch zur Verweigerung ist man nicht bereit, da man eben absehbar persönlich nur Nachteile in Kauf zu nehmen hat, schlicht nicht daran glaubt, dass sich einen nennenswerte Zahl zu diesem Schritt entschließt.

Ich kann es nur empfehlen, es lebt sich zwar etwas unbequemer, doch keinesfalls in Armut und man hat eine Menge Lebenszeit für sich gewonnen - auch kann ich guten Gewissens diese Zeilen tippen, da ich nicht einmal den Strom für diese Aktion selbst bezahlte - intelligente Verweigerung bringt Spaß, Spannung und vor allem Freiheit!

Wer näheres wissen möchte - der darf sich schlicht mal selber den Kopf zerbrechen, den jeder sollte seinen Weg ohne Tipps und Führung finden - ihr hab ja alle selber Euer Gehirn - falls ihr glaubt mit euren Rollen als Teilzeitdemonstranten und Vollzeitwillighelfern, würdet ihr etwas zum Guten hin verändern, möchte ich aber Zweifel an Eurem Verstand anmelden!

Karl Kraus, 04.06.2014 19:52
Hihi.

Arnd, 04.06.2014 19:45
Ich habe gleich am Sonntag eine Online-Beschwerde an den Deutschen Presserat geschrieben - mal sehen, ob die reagieren. Wird wohl nicht viel bei herauskommen, im besten Falle ein Schüßchen vor den Bug anstatt in die Munitionskammer des Fokus. Leider läßt sich schlechtester Journalismus in diesem Land nicht versenken...

Joe, 04.06.2014 16:26
Auch wenn es nicht im Impressum des Focus steht: Das Blatt ist ein offiziöses FDP-Organ. Herausgeber Markwort ist FDP-Mitglied. Und der Herr ist ja, sagen wir mal, sehr öffentlichkeitsbewusst. Mehr als Propaganda kann man vom Focus also nicht erwarten.

Ulrich Scheuffele, 04.06.2014 16:11
was ist der Unterschied zwischen dem FOCUS und der BILD?
FOCUS hat mehr Seiten.

Dr. Diethelm Gscheidle, 04.06.2014 15:10
Sehr geehrte Damen und Herren,

leider hatte der FOCUS vollkommen recht. Bekanntlich sind ausschließlich die Gegner an den Kostensteigerungen von 2,4 auf 6,9 Mrd schuld. Wie mein verkehrswissenschaftliches Forschungsinstitut in einer Auftrags-Studie belegen konnte, setzt sich die Kostensteigerung wie folgt zusammen:
* 1,2 Mrd durch Projektverzögerungen wegen unsinniger Schlichtung, blödsinnigem Volksentscheid und unnötigen Baustopps - schließlich läuft die Inflation weiter!
* 1 Mrd durch Montagsdemonstrationen (bekanntlich verteuert jede Montagsdemonstration das Projekt um 5 Mio Euro - macht bei ca. 220 Montagsdemonstrationen 1,1 Mrd)
* 1 Mrd durch Projektverzögerungen aufgrund von kriminellen Blockaden der Baufahrzeuge und Baustellenzufahrten
* 0,5 Mrd durch die Verzögerungen und Zerstörungen bei der Grundwassermanagement-Besetzung
* 0,4 Mrd für die Beschäftigung von Pro-S21-Lohnschreibern, die nötig werden, um das von den Gegnern aufgehetzte Volk wieder zu einer redlichen Meinung zu erziehen
* 0,3 Mrd wegen Verzögerungen durch die Nordflügel-Dachbesetzung
* 0,1 Mrd für dringend notwendige Studien an seriöse verkehrswissenschaftliche Forschungsinstitute, die nötig werden, um die Unredlichkeiten der Gegner und die durch sie verursachten Kostensteigerungen darzulegen.

Der Focus hatte also völlig recht - und jetzt knickt man vor so ein paar Hanswursten ein, die sich völlig zu Unrecht über die wahre Berichterstattung aufregen! Ich werde dieses linke Revolverblatt "FOCUS" daher sofort abbestellen - schon bei der Berichterstattung über den hoch-redlichen Christen, Herrn Tebarz van-Elst, machte dieses Blatt die hysterische Hetze mit, anstatt redlich und neutral über die böse Falle, in die man diesen Christenmenschen gelockt hat, zu berichten.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Diethelm Gscheidle
(Verkehrswissenschaftler & Dipl.-Musikexperte)

Johnny H., 04.06.2014 13:51
Der Focus ist nichts anderes als ein billiger Polit-Comic. Viele Bildchen, wenig Text (und der dann auch noch Falsch)

Fichen, Fichen, Fichen, und nicht mehr an die Leser denken

FernDerHeimat, 04.06.2014 13:35
Zweiter Versuch nachdem mein erster Beitrag wohl vom "Fehlerteufel" eures Servers verschluckt wurde:

Also bitte! Den "Focus" nimmt doch keiner ernst!

Die einzigen, die den Focus in der Öffentlichkeit herumtragen, sind (vielleicht noch) BWL- und Jura-Erstsemester, weil die FAZ und das Handelsblatt für die zuwenig bunte Bildchen haben und man sich andererseits auch für "zu rechts" hält um den "linken" "Spiegel" zu lesen.

Ansonsten begegnet einem der "Focus" vor allem in den Wartezimmern von Zahnärzten. Denn der Lesezirkel denkt sich wohl, wenn man schon die weibliche Kundschaft mit bürgerlicher Propaganda a la "Bunte", "Gala" und "Bild der Frau" einnebelt, dann muss es für die Männer auch sowas geben.

Dieses Propaganda-Schmierwerk, das vor langer Zeit doch tatsächlich den "Spiegel" rechts überholen sollte, hat selbst zu seinen "besten" Zeiten aller-höchstens vielleicht das Niveau des "Sterns" - eines schwarzen "Sterns" wohlgemerkt. Denn der "Focus" ist nichts anderes als die "BILD-Zeitung" im Magazinformat. Und genauso weit ist es dort mit den "journalistischen Standards" her.

Nicht kaufen, nicht lesen, ignorieren!

Jochen, 04.06.2014 11:59
Bei solchen Medien braucht die Bevölkerung keine Feinde!

Tillupp, 04.06.2014 09:23
Aber eigentlich stimmt es ja, was der Fokus schreibt. Würde der Bahnhof so gebaut wie es Grube es wollte, dann hätte er nur 4 Gleise (billiger) statt 8 (teuerer) der Flughafen wäre schlechter angebunden, und die S-Bahn plattgemacht. Ihm wäre auch egal, ob sich der Boden unter Stuttgart zuerst wegen des übermäßig abgezogenen Grundwassers senkt, um anschließend wegen des aufquellenden Gipskeupers sich wieder zu heben. Egal wäre dann auch das verschmutzen oder versiegen der Mineralquellen oder die Vernichtung der biologisch wertvollen Juchtenkäferpopulation. Schäden an den Häusern würden dann aus Steuergeldern finanziert, ebenso wie andere Kostensteigerungen, ... und Schwups, ... wer hätte das gedacht, ... die Kosten blieben für die Bahn bei 2,4 Milliarden. Fuck-ten eben, und die S21 Gegner (und böse Wechsel-Wähler bzw. Wut-Bürger) sind Schuld dass dieses Spiel der Bahn so nicht aufging.

Thomas A, 04.06.2014 07:33
Außerhalb Stuttgarts wird nur gelegentlich irgendein Fakt wahrgenommen in Zusammenhang mit S21. Die Auswärtigen glauben tatsächlich die Grünen wollten ein Großprojekt aus machtpolitischen Gründen ablehnen und dagegen arbeiten. Dass sie aus rationalen Gründen dagegen waren und aus machtpolitischen Überlegungen so gut wie nicht dagegen arbeiten übersteigt die Vorstellungskraft von Mitglieder des CSU-Biotops. Wenn es gelingt ihnen zu erklären, daß von der CDU initiiert 3500 Immobilieneigentümer entschädigungslos entreichert und zusätzlich zwangsverheiratet mit der Deutschen Bahn werden, und daß die Linken und Grünen gegen diese Einführung des wahren Sozialismusses in Stuttgart demonstrieren platzt ihnen sicher der Kopf.

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