KONTEXT Extra:
Kretschmann Schirmherr für 199 kleine Helden

Ihr Dokumentarfilm hat bei drei Kinderfilmfestivals Preise abgeräumt, zuletzt in Chicago. Klar, dass sich die Regisseurin Sigrid Klausmann über diese Auszeichnungen freut. Seit Jahren begleitet die Stuttgarterin für ihr Filmprojekt "199 kleine Helden" Kinder weltweit auf ihrem Schulweg. Sie redet mit ihnen über ihre Ängste und Wünsche und darüber, wie sich die kleinen Protagonisten die Zukunft vorstellen. Daraus hat Klausmann den preisgekrönten Dokumentarfilm "Nicht ohne uns!" gemacht. Bereits diesen Sonntag (4.12.) wird er im Stuttgarter Metropol Kino gezeigt (16 Uhr), der offizielle Kinostart ist am 19. Januar.

Dass Stuttgart so früh dran ist, liegt mit daran, dass der Stuttgarter OB Fritz Kuhn die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen hat. Zusammen mit der Schauspielerin Senta Berger, die sich nun allerdings altersbedingt zurückzieht. Demnächst werden Sigrid Klausmann und ihre kleinen Helden neue Schirmeltern bekommen: Winfried Kretschmann und Hannelore Kraft, die Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Beide Länder unterstützen die kleinen Helden über ihre Landesfilmförderung.

Die Stuttgarter Preview am Sonntag wird ein Familienfest werden. Die Regisseurin Sigrid Klausmann wird ebenso vor Ort sein wie ihr Mann Walter Sittler (Produzent) und die Tochter Lea. Die Musikerin hat den Titelsong zum Film der Mutter komponiert. (2.12.2016)


Im Hajek-Haus soll wieder Feuer brennen

Das Trauerspiel um das Hajek-Haus mag jetzt zumindest die Fraktion SÖS/Linke/Plus nicht mehr mit ansehen. Sie will, per Antrag im Stuttgarter Gemeinderat, dass die Stadt das Kultur-Denkmal "vor dem Verfall" rettet. Wie in Kontext ausführlich berichtet steht die Villa an der Hasenbergsteige 65 seit dem Tod des Bildhauers (2005) leer. Vor fünf Jahren kaufte sie der Möbelfabrikant Markus Benz und ließ sie – Denkmalschutz hin oder her – entkernen. Das wiederum gefiel den behördlichen Denkmalschützern nicht, die sich auf den Gerichtsweg machten, bis heute ohne Ergebnis.

Und seitdem rottet das Haus in bester Halbhöhenlage vor sich hin. Die kulturpolitische Sprecherin der Fraktionsgemeinschaft, Guntrun Müller-Enßlin, vermutet, dass der Möbelmensch auf einen Abriss, und damit eine "verdeckte Immobilienspekulation" hin arbeitet. Stadträtin Laura Halding-Hoppenheit erinnert an die Tradition des Hauses, in dem auch schon Willy Brandt Rotwein trank. Die Villa sei ein Treffpunkt für Menschen gewesen, die etwas bewegen wollten, und dieses "Feuer muss weiter brennen", sagt sie.(30.11.2016)


Das Geschäft mit Waffen läuft

Heckler & Koch hat einen Großauftrag erhalten und wird französische Soldaten aller drei Teilstreitkräfte ab 2017 zehn Jahre lang mit 100 000 Sturmgewehren vom Typ HK 416 ausstatten. Es soll um ein Volumen von 300 Millionen Euro gehen. Der Rüstungsauftrag, heißt es in Paris, werde "die soliden Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich im Verteidigungssektor und besonders in der Rüstungsindustrie" stärken. Die Nachbarn stehen also auf der Liste der sogenannten "grünen Länder", denn – immerhin – nur die sollen weiter beliefert werden.

Am Montagmorgen wurde bekannt, dass der Oberndorfer Waffenhersteller Neugeschäfte allein mit Staaten abschließen will, die demokratisch und nicht korrupt sind. Nach einer Meldung der Deutsche-Presse-Agentur würden damit Kunden wie Saudi-Arabien, Mexiko, Brasilien, Indien oder die Türkei wegfallen. Alte Aufträge sollen allerdings abgewickelt werden, gerade auch mit den Saudis. Das Unternehmen wartet aktuell auf die Genehmigung deutscher Behörden zur Ausfuhr unter anderen von Bauteilen für eine Gewehrfabrik.

Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte bei seinem Auftritt kürzlich auf dem Bundesparteitag der Grünen in Münster ausdrücklich die Politik in der Pflicht gesehen: "Wohin wir exportieren, das muss die Politik entscheiden." Zugleich machte er klar, dass es für sein Unternehmen um 3500 von 100 000 Trucks gehe. Appelle, freiwillig auf deren Verkauf zu verzichten, verhallten bisher ungehört. (28.11.2016)


Bahnchef Grube mag Stuttgart 21 nicht mehr

Da rennt der Mann jahrelang rum und erzählt, wie großartig der Tiefbahnhof ist - und jetzt? Jetzt sagt Rüdiger Grube laut "Spiegel": "Ich habe Stuttgart 21 nicht erfunden und hätte es auch nicht gemacht". Nun wird schon spekuliert, ob es vielleicht ein Doppelgänger war, der diesen Satz beim Bundesverband Führungskräfte Deutscher Bahnen gesprochen hat, oder hier ein Fall von Persönlichkeitsspaltung vorliegt? Aber nein, es war der leibhaftige Grube.

Auf die Reaktionen all seiner Freunde darf man gespannt sein. Vorneweg auf jene seiner Chefin Angela Merkel, die mit S 21 die Zukunftsfähigkeit Deutschlands verband. Oder auf die von Teufel, Oettinger, Mappus, Gönner usw., die stets vor dem Abseits warnten, sollte der unterirdische Bahnhof nicht kommen. Nur der amtierende Ministerpräsident Kretschmann kann heimlich sagen, dass er auch schon immer dagegen war. (25.11.2016)


S 21: Kein neuer Deal mit der Bahn

Das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart zeigen der Deutschen Bahn die kalte Schulter und wollen die sogenannte Verjährungshemmungsvereinbarung nicht unterzeichnen. Damit versuchte die Bahn eine frühzeitige Entscheidung darüber zu vermeiden, ob sie eine Beteiligung von Stadt, Land und Region an den Mehrkosten des Milliardenprojekts einklagt. Alle Partner sollten einer Verlängerung der Verjährung für mögliche Ansprüche der Bahn auf zusätzliche Gelder für Stuttgart 21 zustimmen. Für die Stadt Stuttgart schlägt die Verwaltung dem Gemeinderat vor, diese Verlängerung abzulehnen. Endgültig entschieden wird am 8. Dezember.

"Die Vertragspartner sind der Auffassung, dass die DB Bauherrin ist und dass die Vertragspartner begrenzte und vor allem freiwillige Zuwendungen gewähren", erläuterte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) den mit der Stadt abgestimmten Standpunkt. Man werde sich "grundsätzlich auch gemeinsam gegen die Bahn verteidigen". Das Land sei mit der Stadt und der Region der Ansicht, "dass es ein falsches Signal wäre, eine Vereinbarung zu unterzeichnen, weil die Vertragspartner die Ansprüche der DB für unbegründet halten".

Hermann erwartet jetzt eine vergleichsweise schnell eingereichte Klage, aber "viel länger hätte die DB ohnehin nicht gewartet". Denn bis zu einem letztinstanzlichen Urteil würden voraussichtlich mehrere Jahre vergehen, nach der Prognose des Minister werden aber "in ungefähr drei Jahren die vertraglichen Finanzierungsbeiträge der Vertragspartner erschöpft sein". Im Finanzierungsvereinbarung zu Stuttgart 21 ist der Kostenrahmen inklusive Risikopuffer auf 4,526 Milliarden Euro begrenzt. Bei weiteren Kostensteigerungen sind, unter Nutzung der Sprechklauseln, Gespräche vorgesehen. Im März 2013 hat der DB-Aufsichtsrat den Finanzierungsrahmen auf 6,526 Milliarden Euro erhöht und zugleich die Projektpartner aufgefordert, über weitere Beiträge zu verhandeln. Das lehnen diese allerdings strikt ab. (24.11.2016)


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Ausgabe 149
Schaubühne

Hohes Risiko

Von Max Fastus (Redaktion) und Stefan Adam (Kamera)
Datum: 05.02.2014
Stuttgart hat das zweitgrößte Mineralwasservorkommen Europas. Doch nun droht dem prickelnden Schatz Gefahr, befürchten die Kritiker des Bahnprojekts Stuttgart 21. Ausgerechnet durch schmutzige Abwässer. Genauer gesagt muss der Hauptabwasserkanal der Landeshaupstadt unter den geplanten unterirdischen Bahnhof verlegt werden. In eine Tiefe, die den mineralwasserführenden Gesteinsschichten im Stuttgarter Talkessel riskant nahe kommt. Ein Film vom Max Fastus und Stefan Adam.

Durch Stuttgart schlängelte sich in früherer Zeit der idyllische Nesenbach. Doch seit über hundert Jahren ist von dem Gewässer nichts mehr zu sehen. Es verläuft verdohlt im Stuttgarter Untergrund, zweckentfremdet als mächtiger Hauptabwasserkanal, der durch die Innenstadt bis zum großen Klärwerk im Vorort Mühlhausen führt.

Im Bereich der Stuttgarter Innenstadt liegt der Hauptsammler dem geplanten Tiefbahnhof des Milliardenprojekts Stuttgart 21 im Weg. Bevor der über 400 Meter lange und 100 Meter breite Bahnhofstrog gebaut werden kann, muss der Kanal verlegt werden. Geplant ist ein Dükerbauwerk, das den mächtigen Trogbau unterquert. Und das bereitet dem Bauherrn Bahn gewaltige Probleme. Denn der Dücker reicht bis in eine geologische Deckschicht, die den Mineralwasserhorizont im Stuttgarter Untergrund nach oben hin abdichtet.

Für die anspruchsvolle Baumaßnahme fand die Bahn zunächst keine Baufirma, die sich auf das technische Wagnis einlassen wollte. Nach mehreren Umplanungen ist man nun weiter: bei der inzwischen 14. Planänderung, die das Eisenbahnbundesamt genehmigen muss. Vor kurzem hatte S-21-Projektsprecher Wolfgang Dietrich noch verkündet, dass man bis Ende Januar fest mit der Genehmigung der Planänderung rechne. Inzwischen ist es Februar und Projektkritiker warnen, dass das Stuttgarter Mineralwasser durch einen Abwasserdüker versiegen könnte. Der Film erläutert die Baumaßnahme und potenzielle Gefahren aus Sicht eines S-21-kritischen Geologen.


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Kommentare

Ulrich Haldenwang, 19.02.2014 17:28
Das Stuttgarter Mineralwasser ist nicht nur zum Baden da , es ist gleichzeitig auch Trinkwasser ---auch als Reserve wenn der Bodensee mal nicht mehr genuegent sauberes Trinkwasser liefert ! Beim Trinkwasser gelten sehr strenge Auflagen .. Es ist sehr erstaunlich , wie die " Bahn " da zu Sondergenehmigungen gekommen ist ... Das Mineralwasser ist bis zur Stadt - Mitte . Im Breuninger Kaufhaus , gegen ueber dem Rathaus war 1966 im 5 . ten Stock ein Mineralbad , habe damals auch dort gebadet ... Zum S 21 genehmigen wurde das Denkmal amt einer anderen Behoerde Unterstellt ( Mundtot " gemacht " ) und der Bahnhof aus dem gelben Schutz - Zonen Gebiet herausgenommen ...! ! ! Also - Ich bin Hohenloher und seit 1966 in Stuttgart und habe mich mit dem Mineralwasser gesund erhalten . Wer meine Quellen (hohenloisch ) versaubeutelt und das hier wirklich einmalige Wasser - Vorkommen mit dem Bau von S 2 1 mit Dreck waehrend 10 Jahre Bauzeit verunreinigt , und zwar vorsaetzlich , ---ist schlicht ein Verbrecher ... Gruss Ulrich

thomas a, 13.02.2014 12:11
@markus hitter : Das Risiko für das Mineralwasser ist nicht das es "verschwindet" im Sinne von nach unten abtauchen oder in Luft auflösen. Das erste Risiko ist das Versiegen von Quellen, Rückgang der Ausschüttung. Das Mineralwasser steht unter Druck, und ohne den Gegendruck der untersten Grundwasserschicht mit deren Gesamtdruck würde das Mineralwasser aufsteigen wollen und sich in dieses Grundwasserstockwerk ergiessen und vermischen.
Das zweite Risiko ist das Eindringen von Grundwasser in das Mineralwasser. Im Baugrubenbereich wird der "Gegen"Druck durch das oben liegende Grundwasser entfernt. Gibt es eine senkrechte Verbindung des Mineralwassers nach oben wird der Druck im Mineralwasser reduziert. Der Druck in der Grundwasserschicht in der das Wassermanagment stattfindet (Bochinger Horizont), wird eben durch das GWM möglichst nahe zur Baugrube wieder aufgebaut. Jetzt muß also auch in der Mineralwasserschicht der Druck aufrecht erhalten bleiben, da sonst das belastete Grundwasser ins Mineralwasser absteigt. Laut Sanierungspapst Tomanetz gibt es noch krebserregendes Per und Tri im Grundwasser. Wegen zu hoher Werte im Mineralwasser wurde dessen Abfüllung früher mal eingestellt. Zur Druckerhaltung soll Leitungswasser in das Mineralwasser gepumpt werden. Es handelt sich also um ein
Leitungs,- Grund- und Mineralwassermangment !!
Die Frage ist auch, ob sich ein Schüttungsrückgang aus der Bauphase wieder nach dem Bau zurückstellt auf alte Verhältnisse.
Beim Bau von Stadt oder S-Bahn (läßt sich googeln ) ging die Ausschüttung einer Berger Quelle stark zurück. Die Stadt kaufte das im Privatbesitz befindliche Berger Bad auf, da Schadensersatzpflicht wahrscheinlich gewesen wäre. Die Geologen haben darüber gestritten wie groß die Gefahr sei, das die existierenden senkrechten Verbindungen von Minerwasser und Bochinger Horizont ausgeweitet werden. Erstens mechanischer Abtrag von Partikeln durch das senkrecht fliessende Wasser , zweitens Lösung von Kalk durch Schwefel.
Da der Baugrubenbereich zuerst Kernschutzone war, und dann unbegründet daraus gestrichen wurde, die waagrechte Fließgeschwindigkeit im Planfeststellungsbeschluß um den Faktor 30-50 zu niedrig angegeben wurde, eine bewiesene Verwerfung und mehere Dolinen bis Ende 2012 negiert wurde , obwohl laut Anhörung von DB-Seite bestätigt wurde eine Doline 1997 erstmals entdeckt zu haben, stellt sich die Frage wie oft Antragsteller bzw deren Experten wiederlegte Darstellungen (geschäftsfähig moderierter Ausdruck) einbringen können, ohne das es Auswirkungen für deren Glaubwürdikeit/Zuverlässigkeit hat. Die Stuttgarter Wasserbehörde , das Regierungspräsidium und die LGRB trafen in der Arbeitsgemeinschaft Wasser-Umwelt- Geologie 80 mal in Vorbereitung von Pfb und Anhörung zusammen. Die haben also entweder gemeinsam dilettiert oder/und kollaboriert. Da besteht keine Veranlassung zur Annahme, daß das Minerwasser behördlich geschützt wird. Die Wasserbehörde schlägt vor um sich selbst aus der Verantwortung zu stehlen, daß die DB einen Sachverständigen zur Kontrolle einstellt.

Tillupp, 10.02.2014 16:45
Als Böblingen 1988/89 sein Mineralbad gebaut hat, erinnere ich mich noch an ernsthafte Diskussionen unter Geologen, ob diese Wasserentnahme in BB Auswirkungen hat, auf das 20-25 km entfernte Bad-Canstatt, mit seinen älteren Rechten. Allein schon die ernsthafte damalige Diskussion darüber zeigt, dass es theoretisch möglich wäre. Wie viel wahrscheinlicher ist es dass ein Loch in weniger als 5 km Entfernung Auswirkungen hat. Meine Antwort: sehr wahrscheinlich. Die Canstatter sind eingeladen zukünftig nach Bad-Böblingen (BB) ins Mineralbad zu kommen, wenn die eigenen Quellen verschmutzt sind; ... oder versiegt sind weil sie stattdessen den Gips-Keuper aufquellen lassen.

Jogi, 08.02.2014 13:40
ergänzend @Horst Ruch
...und die Leichtigkeit des Autoverkehrs funktioniert (wie auch immer - mit oder ohne Stau)

Horst Ruch, 07.02.2014 13:27
........was soll die ganze Aufregung. Alles ist schon seit Planfeststellung bekannt gewesen. Oberjongleur Dr. Schuster hat selbst (sinngemäß) gesagt, dass-sollte der Fall der Fälle eintreten- er seinen Hut nehmen würde......rechtzeit hat er also die Kurve gekratzt und.................
bekannterweise hat den Hut mittlerweile GRÜN OB Kuhn übernommen.
Altershalber scheidet er ja bereits in 7 Jahren aus dem "Geschäft" aus. Da die anvisierte Fertigstellung S21 sich mindestens noch 10-15 Jahre hinziehen wird, kann er dann stolz zurückblicken auf die "Verträge" die er eingehalten hat. Dumm gloffe mit dem Mineralwasser......aber davon stand ja in den "Verträgen" mit der Bahn"AG" nichts drin...... und im übrigen ist das Herz Europas (Stuttgart) eine Autostadt und kein Kurort. Da ist doch es doch wurscht ob Mineralwasser noch fliesst, ob Bäume noch im Park stehen oder ob das unterirdische Bahngewurschtel funktioniert. Hauptsache JANEIN wurde erfüllt.

FernDerHeimat, 07.02.2014 08:41
Ach, so einen Artikel mal auf der Einheitszeitung STN/STZ lesen. Oder über die Problematik im SchWarzRundfunk (SWR) erfahren.

Aber keine Sorge, sollte das Thema dort jemals auftauchen, dann höchstens im Rahmen einer Verharmlosung (egal ob "Kommentar" oder Artikel). Höchstens als seriöser Forenkommentar, den die Bezahl-Forenschmierer (z.B. "Paul Peter" aka "Klartext") dann systematisch diffamieren.

Ansonsten interessiert sich die S21-Mafia nicht für dieses Thema. Die Immobilien- und Bauspekulation, sowie systematische Steuergeldverschwendung für die "Freind", ist ein milliardenschweres Geschäft.

Was sind da schon die "paar" Euro Schaden, die für die Mineralbäder usw. entstehen.

Bürger aus Bad Cannstatt, 07.02.2014 07:14
bescheidene Frage:
Warum will die DB-AG 7,8 Mio Liter Wasser abpumpen lassen in kurzer Zeit Wasser für das Rattenloch S-21?
Antwort:
Ganz einfach, Oberflächenwasser + Fäkalienbrühe + Mineralwasser werden in den Neckar geleitet.
-Und dies nicht nur in den 20 Jahren Bauzeit!-

Corry Lieb, 06.02.2014 15:18
Es würde mich interessieren ob es für diesen Wahnsinn bereits eine Ausschreibung der Bahn gibt. Oder gar, ob es bereits einen Auftragnehmer für das Projekt gibt. Wenn nicht, wovon ich ausgehen, würde mich interessieren, welche Handlungsalternativen hat die Bahn in diesem Baubereich? Wer bitte kann vernünftigerweise anfangen zu bohren, wenn hier eine solche Problemlage vorliegt? Liegt hier der Grund warum am Flughafen die Bohrung beginnen soll? Wäre schön, wenn Kontext die Sache aufklären könnte.

Markus Hitter, 06.02.2014 14:31
Dass das Mineralwasser versiegt kann ich mir meinen bescheidenen Kenntnissen nach nicht vorstellen. Das Tal ist ja dann doch etwas breiter als der Düker.

Allerdings kann ich mir ebenfalls nicht vorstellen, wie man da etwas bauen will, wenn man die Deckschicht quasi komplett abträgt. Wir erinnern uns: das Mineralwasser steht unter Druck. Entfernt man die Deckschicht, z.B. durch eine Pfahlbohrung, gibt es eine Fontäne. Zum Beispiel in diesem Fall:

http://www.geologie21.de/assets/images/Bilder/arteser.jpg

(Bild von geologie21.de)

Klaus Neumann, 05.02.2014 12:14
"schnuffi, 05.02.2014 11:09
In breiter Öffentlichkeit muß die Frage nach Haftung im Schadensfall präsent bleiben!!! Die DB muß hierüber Klarheit schaffen!!!! "

Wenn die öffentliche Hand, und zu dieser gehört die Bahn, zulangt, dann gibt es nur die Haftung durch den Steuerzahler. Und ausserdem, Verschmutzungen sind heute erlaubt. Es gibt dazu selbstverständlich schon einen Gerichtsentscheid, natürlich aus Stuttgart, dass heute bei Mineralwässern auch bei der Kennzeichnung "natürliches Mineralwasser" immer vom Verbraucher angenommen werden kann und muss, dass es das nicht mehr gibt: "Selbst das CSU-geführte Bundesministerium für Verbraucherschutz arbeitet an einer Verordnung, in der auch Orientierungswerte für anthropogene (vom Menschen erzeugte) Verunreinigungen aufgenommen sind. " und weiter: „...dass Mineralwasser Teil des natürlichen Wasserkreislaufs ist. Einen Null-Standard kann es daher nicht geben.“ Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat den Brunnen recht gegeben, allerdings mit einer formalen Begründung: die EU habe für diese Stoffe keine Analysewerte festgelegt. Nun liegt die Angelegenheit zur Berufung beim Verwaltungsgerichtshof Mannheim ." l.c. http://www.zvw.de/inhalt.metaboliten-mit-reinem-wasser-allein-wird-kein-geld-mehr-gemacht.ce89a1bd-30a8-47e4-a433-3ec899d86028.html

Insofern dürfte vor Gericht dann ein bisschen Nesenbachdüker im Stuttgarter Mineralwasser wegen der hohen Verdünnung als normal und hinzunehmen durchgehen. Und daher darf gebaut werden. Ganz gleich was. Weil es de fakto und zwar in jeder Beziehung keinen Mineralwasserschutz mehr gibt.

In Berlin wird für diese Meinung im Namen des Volkes, die auch dem Fracking den Weg bereiten wird, ebenfalls wie in dem angeführten Artikel oben nachzulesen die perverse Brühe angerührt.

"schnuffi, 05.02.2014 11:09
In breiter Öffentlichkeit muß die Frage nach Haftung im Schadensfall präsent bleiben!!! Die DB muß hierüber Klarheit schaffen!!!! "

Wenn die öffentliche Hand, und zu dieser gehört die Bahn, zulangt, dann gibt es nur die Haftung durch den Steuerzahler. Und ausserdem, Verschmutzungen sind heute erlaubt. Es gibt dazu selbstverständlich schon einen Gerichtsentscheid, natürlich aus Stuttgart, dass heute bei Mineralwässern auch bei der Kennzeichnung "natürliches Mineralwasser" immer vom Verbraucher angenommen werden kann und muss, dass es das nicht mehr gibt: "Selbst das CSU-geführte Bundesministerium für Verbraucherschutz arbeitet an einer Verordnung, in der auch Orientierungswerte für anthropogene (vom Menschen erzeugte) Verunreinigungen aufgenommen sind. " und weiter: „...dass Mineralwasser Teil des natürlichen Wasserkreislaufs ist. Einen Null-Standard kann es daher nicht geben.“ Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat den Brunnen recht gegeben, allerdings mit einer formalen Begründung: die EU habe für diese Stoffe keine Analysewerte festgelegt. Nun liegt die Angelegenheit zur Berufung beim Verwaltungsgerichtshof Mannheim ." l.c. http://www.zvw.de/inhalt.metaboliten-mit-reinem-wasser-allein-wird-kein-geld-mehr-gemacht.ce89a1bd-30a8-47e4-a433-3ec899d86028.html

Insofern dürfte vor Gericht dann ein bisschen Nesenbachdüker im Stuttgarter Mineralwasser wegen der hohen Verdünnung als normal und hinzunehmen durchgehen. Und daher darf gebaut werden. Ganz gleich was. Weil es de fakto und zwar in jeder Beziehung keinen Mineralwasserschutz mehr gibt.

In Berlin wird für diese Meinung im Namen des Volkes, die auch dem Fracking den Weg bereiten wird, ebenfalls wie in dem angeführten Artikel oben nachzulesen die Brühe angerührt. Wir haben´s weit gebracht!

Wir haben´s weit gebracht! Nur dieses Mal sind auch die Entscheider in Politik und Gerichten dran. Das ist das Beruhigende für mich. Denn diese Stoffe sind in der Regel bioakkumulativ und Synergien werden in der Toxikologie, die für die "Rechtspflege" und Politik arbeitet, keine untersucht. Es gilt nach wie vor die das Totschlagargument von der LD 50. Auf dieser Grundlage dann bekommen die forschen Krebsforscher zur Hausen und Kollegen dann ihre Nobelpreise. Und andere dürfen dürfen den Mund nicht mehr auftun, weil sonst ein Zwangsgeld von 100.000 Euro droht. Das bicht niemand mehr auf. Es wird seinen Gang gehen und sich die Dynamik suchen, die diesem eigen ist.

schnuffi, 05.02.2014 11:09
In breiter Öffentlichkeit muß die Frage nach Haftung im Schadensfall präsent bleiben!!! Die DB muß hierüber Klarheit schaffen!!!!

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