KONTEXT Extra:
Blitzschnell gegen die AfD

Grüne, CDU, SPD und FDP wollen mit einer blitzschnell auf den Weg gebrachten Gesetzesänderung das Ansinnen der beiden AfD-Gruppierungen unterlaufen, einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum  Linksextremismus in Baden-Württemberg durchzusetzen. Am kommenden Mittwoch wird der Landtag in erster und zweiter Lesung endgültig eine Änderung des Untersuchungsausschussgesetzes beschließen. Danach können weiterhin zwei Fraktionen das Minderheitenrecht zur Kontrolle von abgeschlossenem Regierungshandeln wahrnehmen, allerdings nur, wenn ihre Mitglieder nicht ein- und derselben Partei angehören. Nach der vorliegenden Tagesordnung wird die gespaltene AfD ihren Antrag unter Punkt zwei einbringen. Es folgt aber keine Abstimmung, sondern eine Überweisung an den Ständigen Ausschuss. Endgültig wird sich der Landtag am 12. Oktober mit dem Begehr befassen, mit dem unter anderem unterstellt wird, dass Linksextreme im Südwesten öffentliche Gelder bekommen. Dann ist allerdings das Gesetz geändert, und die Möglichkeit zur Antragstellung entfallen. Auch die Rechtsexperten der anderen vier Fraktionen schließen nicht aus, dass die AfD deshalb vor den Verfassungsgerichtshof zieht.


Übers Ohr gehauen

Martin Schreier war jahrelang freier Journalist und Fotograf für den Reutlinger General Anzeiger (GEA) und bekam nicht einmal den ihm zustehenden Mindestlohn. Dann hat er sich einen Anwalt genommen und sich die Kohle erstritten – Kontext hat berichtet. Am  Mittwoch, 21.9.,  um 19:30 Uhr,  berichtet der resolute Journalist zusammen mit dem ehemaligen Gewerkschaftssekretär Gerhard Manthey zum Thema „Wie Zeitungsverleger freie Journalisten übers Ohr hauen“ im Stuttgarter Clara-Zetkin-Haus. Sie werden ihre Erfahrungen teilen und erklären, wie sich Betroffene wehren können. Neben der skandalösen Tatsache, dass viele Zeitungsverlage Mindesthonorarvorgaben missachten, wehren sich nämlich viel zu wenig JournalistInnen gegen diese Zustände. (20.09.2016)


Das Schicksal der Jesidinnen in der Geißstraße

Die Stuttgarter Stiftung Geißstraße lädt für den morgigen Dienstag (20.9., 19 Uhr) zu einer Veranstaltung über "Das Schicksal der Jesidinnen". Zu Gast ist Michael Blume, der im Auftrag der Landesregierung weibliche und stark traumatisierte Opfer des IS medizinisch und psychologisch betreut hat. Im vergangenen Jahr waren 1000 Jesidinnen nach Baden-Württemberg gekommen. Blume war als Religionswissenschaftler und Referatsleiter im Staatsministerium mit der Leitung des Projekts betraut. "Eigentlich ist Michael Blume ein Beamter. Dass er in den Irak geflogen ist, um die Frauen dort rauszuholen, ist einfach eine anrührende Geschichte", erzählt Geschäftsführer Michael Kienzle. Nach dem Vortrag gibt es außerdem noch den SWR-Beitrag "Samias Rettung - Neue Heimat" zu sehen - ein Film über eine junge Jesidin in einem Flüchtlingslager im Nordirak. (19.9.2016)


Demo wie zu besten Zeiten

Stuttgart lebt – wie einst zu den Hochzeiten von S 21. Wie der BUND meldet, waren 40 000 Demonstranten auf den Beinen, um gegen TTIP und CETA zu protestieren. 320 000 seien es insgesamt in sieben deutschen Städten gewesen. Viele Junge dabei, viele Organisatoren, die aufgerufen haben, von Attac über den BUND, Gewerkschaften, Menschenrechtler, Friedensfreunde, Wohlfahrtsverbände bis zu Kirchen. Sogar fünf SPD-Fähnchen waren zu sehen. Und: Die Demo hat endlich mal wieder Laune gemacht. Auch dank Körpa Klauz ("Widerstand muss Spaß machen"), der auf der Bühne den Einheizer gab.

Artikel zu TTIP und CETA in der aktuellen Kontext:

Bundesweite Demos

Die Fronten bröckeln

Stolperstein CETA

Mehr dazu in der kommenden Kontext-Ausgabe.


Polizeitaktik ist wichtiger als Pressefreiheit

Zwölf Stunden hatte der Stuttgarter Fotojournalist Jens Volle am 30. April 2016 festgesessen - in polizeilichem Gewahrsam, wie es so schön heißt. Konkret befand er sich mit anderen Kollegen in Behelfszellen und an den Händen mit Kabelbindern gefesselt auf der Stuttgarter Messe. Dort hat er den AfD-Bundesparteitag fotografiert plus die Demonstrationen, während denen auch die Autobahn blockiert wurde. An dieser Blockade sei Volle beteiligt gewesen, behauptete die Polizei und ließ sich auch durch die Vorlage des Presseausweises nicht an der Festsetzung hindern. Eine Klage der Gewerkschaft verdi wurde jetzt vom Landgericht Stuttgart abgewiesen, mit der Begründung, die Festnahme sei rechtmäßig gewesen. Verdi-Sekretär Siegfried Heim bezeichnet das Urteil als einen "Freibrief für die Polizei, Berichterstattung von Demonstrationen durch Verhaftung von Journalisten zu verhindern". Das Gericht habe Polizeitaktik über das Grundrecht der Pressefreiheit gestellt. (14.9.2016)


KONTEXT
per E-Mail:
Immer informiert:

Durch diese Anmeldung erhalten Sie regelmäßig immer mittwochs um 9 Uhr unsere neueste Ausgabe unkompliziert per E-Mail.

Datenschutz-Hinweis

Guido Wolf. Bei Klick aufs Bild startet die Fotostrecke. Fotos: Joachim E. Röttgers

Guido Wolf. Bei Klick aufs Bild startet die Fotostrecke. Fotos: Joachim E. Röttgers

Die familiären Hoffnungen liegen auf dem oberschwäbischen Spross. Wird er die Stufen zur Basilika Weingarten einmal als Pfarrer erklimmen, als Papst gar? Oder bloß als MP?

Die familiären Hoffnungen liegen auf dem oberschwäbischen Spross. Wird er die Stufen zur Basilika Weingarten einmal als Pfarrer erklimmen, als Papst gar? Oder bloß als MP?

Weingartener Wegweiser. Verflechten sich Politik und Wirtschaft, spricht man dort von "Blutwurst".

Weingartener Wegweiser. Verflechten sich Politik und Wirtschaft, spricht man dort von "Blutwurst".

Zum Oberbürgermeister von Weingarten hat es 1992 nicht gereicht.

Zum Oberbürgermeister von Weingarten hat es 1992 nicht gereicht.

Wolfs Frau Barbara reüssiert als Geschäftsfrau im benachbarten Ravensburg. Dort eröffnet sie 2004 ...

Wolfs Frau Barbara reüssiert als Geschäftsfrau im benachbarten Ravensburg. Dort eröffnet sie 2004 ...

... den Laden "Tafelblatt". Dort steht sie heute am Tresen, bindet Sträuße und will nichts sagen. Weder zu ihrem Mann noch zu ihrer Ehe, noch zur Politik.

... den Laden "Tafelblatt". Dort steht sie heute am Tresen, bindet Sträuße und will nichts sagen. Weder zu ihrem Mann noch zu ihrer Ehe, noch zur Politik.

Auf Wahlkampftour durchs Ländle. Guido – mobil?

Auf Wahlkampftour durchs Ländle. Guido – mobil?

Mit seinem Team macht Wolf am 29. Februar Station ...

Mit seinem Team macht Wolf am 29. Februar Station ...

... mit dem früheren Stuttgarter OB Wolfgang Schuster beim Siedlungsbau Nürtingen ...

... mit dem früheren Stuttgarter OB Wolfgang Schuster beim Siedlungsbau Nürtingen ...

... und beim Spielen.

... und beim Spielen.

Ausgabe 257
Politik

Papst oder Ministerpräsident

Von Susanne Stiefel
Datum: 02.03.2016
Joggeli, der Ziegenbock. Walesco, der Wallach. So manche Vorliebe von Guido Wolf (54) ist schon bekannt. Aber was steckt sonst noch hinter der Brille des Herausforderers? Kontext hat sich auf die Spuren eines Menschen begeben, der Ministerpräsident werden will.

In Weingarten kennt man ihn von klein auf. Hier, im Schatten der Basilika, die wie eine Glucke über der Stadt thront, schätzt man jeden, der die Heilig-Blut-Reliquie verehrt und im Fasching mächtig auf die Pauke haut. Hier im Oberschwäbischen, wo die Politik traditionell schwarz und Nichtkatholiken als "wiaschdgläubig" gelten, ist Guido Wolf aufgewachsen. Katholische Jugend, dort später Chorleiter. Wenig verwunderlich, schließlich war Hausmusik im Hause Wolf groß geschrieben und der Knabe an der Trommel gefordert. In den Tiefen des SWR-Archivs soll noch eine Aufnahme der fünfköpfigen Familiencombo aus Weingarten schlummern.

Mutter Luitgard, musikalisch, ehrgeizig und gottesfürchtig, hat auch die Umwidmung des häuslichen Dachbodens wohlwollend geduldet, wo Bruder Konrad und Guido Kerzen und einen Altar aufbauten und lateinische Messen lasen. Die prächtigen Gewänder der Buben hat eine Tante geschneidert, der Mutter war's recht. Der erste Sohn ein Pfarrer, das hat in Oberschwaben Tradition, und wer weiß, womöglich reicht's zum Papst? Bis zu ihrem Tod hatte Luitgart Wolf, die Tochter des Politikers und ersten Landwirtschaftsministers Franz Weiß, hochfliegende Pläne für ihren Nachwuchs. Doch Sohn Konrad ist lieber Arzt geworden, Schwester Margret Journalistin bei der "Schwäbischen Zeitung", beide sind in Weingarten geblieben. Nun ruhten die familiären Hoffnungen auf dem Jüngsten, der zwar nicht als der Schlaueste im Bunde galt, aber als der Zielstrebigste. Wenn schon nicht Papst, dann wenigstens Ministerpräsident.

Lebensnah in Bild und Ton? Wolf und sein Team drei Wochen vor der Wahl.
Lebensnah in Bild und Ton? Wolf und sein Team drei Wochen vor der Wahl.

Der Weg dahin wie üblich, wenn einer in Baden-Württemberg politisch etwas werden wollte: Studium der Rechtswissenschaft, Richter in Sigmaringen, Bürgermeister in Nürtingen, wo ihm der Alt-OB sagte, wohin der Hase rennt. Am Ende habe Wolf meistens das getan, "was ich im vorgeschlagen habe", tat Alfred Bachofer jüngst kund. Danach Landrat in Tuttlingen, Landtagsabgeordneter, Landtagspräsident, Spitzenkandidat: Es ging schnell aufwärts mit dem Mann, der bis dahin vor allem auf der kommunalen Ebene Erfahrungen gesammelt hatte. Seinen Großvater Franz Weiß hat er dabei nie ins Spiel gebracht. Der hat am Ahlener Programm der CDU mitgeschrieben, das heute wohl als linksradikal gelten würde.

Herbe Niederlage bei der OB-Wahl in Wolfs Heimatstadt Weingarten

"Der kann des, der kommt aus einer christlichen Familie", sagt Jürgen Hohl. Der 72-Jährige mit dem markanten Schnauzer ist nicht nur Chef über 5000 Exponate im Weingartener Klostermuseum und spezialisiert auf Marienfiguren. Als Vorsitzender des Fasnetvereins Mostclub schätzt er auch die "geschliffenen Reime", wenn der Hobbydichter seiner Heimatstadt die Aufwartung macht. Und wer seit vielen Jahren beim Blutritt dabei ist, kann kein schlechter Mensch sein. Jürgen Hohl, gläubig, schwul, der bunte Vogel aus Weingarten, früher geächtet, heute geachtet, nippt inmitten seiner Heiligenfiguren an seinem Cappuccino. Er würde dem Guido auch den Papst zutrauen.

"Der kann des, der kommt aus einer christlichen Familie", meint der Chef des Weingartener Klostermuseums.
"Der kann des, der kommt aus einer christlichen Familie", meint der Chef des Weingartener Klostermuseums.

Das sehen nicht alle so. Zum Oberbürgermeister von Weingarten hat es 1992 nicht gereicht. Dabei hat der 31-Jährige als Erster den Finger gestreckt, sein Wahlprospekt hatte das üppige Format eines Schulhefts und war größer als alle anderen. Doch manchen kam der junge Kerl, der da vor dem verstaubten Bücherregal stand, unecht vor. Andere zählten ihn zur "Blutwurst", womit man in Weingarten die Verflechtung von Politik und Wirtschaft meint. Schwiegervater Robert Roth, ein erfolgreicher Gärtner, saß im Gemeinderat. Der Schwiegerpapa trete zurück, "wenn ich OB werde", beteuerte der Kandidat in seinen Veranstaltungen. Geholfen hat es nicht. Guido Wolf kam im ersten Wahlgang nur auf Platz drei, selbst im Wahlkreis seines elterlichen Hauses, rund um den Sechserplatz, reichte es nicht für die Stimmenmehrheit. Irgendwie haben sie ihm nicht über den Weg getraut.

Das muss den Mann, der sich zu Großem berufen fühlt, geschmerzt haben. Machtinstinkt und eine schnelle Auffassungsgabe bescheinigt ihm einer, der Guido Wolf als Landrat in Tuttlingen erlebt hat. Undogmatisch war er, einer, der gut mit den Bürgermeistern der Region konnte. Aber auch einer, der auf jeden Zug springt, der ihn nach oben bringt, mit einem sicheren Gespür für die Gunst der Stunde. Politische Positionen, ideologischer Streit, Kampf um Inhalte – davon berichtet niemand. Lieber schwärmt Wolf von dem Wallach Walesco, 27, der sich mit leichtem Fersendruck lenken lässt, und vom Ziegenbock Joggeli, den er vor dem Metzger gerettet hat.

Und so hat der Landtagsabgeordnete Wolf nach dem Amt des Landtagspräsidenten gegriffen, nach dem Fraktionsvorsitz, nach dem Spitzenkandidaten für die Landtagswahl. Wer nicht passte, wurde weggebissen. Allerdings soll auch noch ein anderer, günstiger Umstand geholfen haben: die Homestory über Thomas Strobl in der "Bunten". Mein Haus, meine Frau, mein Schwiegervater, der Finanzminister – das hat vielen Schwarzen gestunken, und da war er weg, Wolfs härtester Konkurrent.

Vom Streit um politische Positionen und Inhalte berichtet keiner

Von dem Mann, dem das Unvollendete ins Gesicht geschrieben steht, ist eine solche Geschichte nicht zu erwarten. Bei der Weingartener Wahl von 1992 war Wolf zwei Jahre verheiratet, Barbara Wolf fest an seiner Seite und voller Vertrauen in den Wahlsieg. Sie habe am Vortag der Wahl schon voreilig den Sekt eingekauft, um auf den Triumpf ihres Mannes anzustoßen, erzählt man sich in Weingarten mit einer gewissen Häme noch heute. "Die Weingartener wollten halt keine Blutwurst", sagt die SPD-Stadträtin Doris Spieß. Da halfen auch die guten Kontakte nach Stuttgart nicht, von wo der damalige Verkehrsminister Thomas Schäuble (CDU) zur Unterstützung herbeieilte. Der bitterlich Enttäuschte trat zum zweiten Wahlgang nicht mehr an.

Barbara Wolf, Geschäftsfrau und Guidos Gattin.
Barbara Wolf, Geschäftsfrau und Guidos Gattin.

Doch der politische Ehrgeiz blieb ungebrochen. Der führte ihn nach Stuttgart, Nürtingen und Tuttlingen. Und Barbara Wolf war immer seltener an seiner Seite.

Nun geht auch bei der CDU im Lande manches, was der Rest der Republik den konservativen Südländern nicht zutrauen würde. Der Oberbürgermeister von Schwäbisch Gmünd ist bei der CDU und schwul, und auch EU-Kommissar Günther Oettinger lebte als Ministerpräsident eher in gschlamperten denn in geordneten Verhältnissen. Womöglich hätte keiner so genau hingeschaut, wenn Wolf nicht so ungeniert mit den familientreuen Gegnern des grün-roten Bildungsplans flirten würde. Die ziehen gegen Homosexualität und Gender-Mainstreaming zu Felde und kämpfen für die heile Familie. Damit kann Wolf nicht aufwarten. Keine Kinder, die es vor einem Sexkoffer zu schützen gäbe, die Frau unsichtbar, nur dazugeholt, wenn es unbedingt nötig ist, für Fotografen und Kameras. Ihr Wohnsitz in Ravensburg, seiner in Tuttlingen – wie passt das zum propagierten Familienbild?

Die Frau an seiner Seite wurde immer unsichtbarer

Besuch in Ravensburg, drei Kilometer von Weingarten entfernt. Hier verkauft Barbara Wolf Lebensgefühl in einem Event-Deko-Laden namens Tafelblatt. Draußen Frühlingsblumen auf bunten Stühlen, drinnen Latte-macchiato-Ravensburger, die im Bistro ihren Kaffee schlürfen, um dann tiefer in den Laden zu schlendern, vorbei am Eichentisch für schlappe 2000 Euro, dem Vintage-Spiegel, den Vasen und Blumenarrangements. Lächelnd steht Frau Wolf am Tresen und bindet geschickt Sträuße. Graues Kleid, Felljäckchen, schwarze Stiefel, professionell freundlich, womöglich die nächste Landesmutter und doch so verschlossen, als gelte es, unanständige Angebote abzuwehren. Nein, sie möchte nichts sagen. Weder zu ihrem Mann noch zu ihrer Ehe oder gar zur Politik, "ich bin Geschäftsfrau".

Guido Wolf preist seine Frau als mittelständische Unternehmerin, die 15 Arbeitsplätze geschaffen habe. "Ich glaube, da muss ich ihn aufklären", sagt sie dann doch noch, "es sind genau 14." Vier Jahre hat sie bei Merz und Benzing in Stuttgart gelernt, 1991 die Meisterprüfung, 2004 den Laden, 2009 das Bistro aufgemacht. Ihre Schwägerin Margret Welsch darf in der "Schwäbischen Zeitung" zum Fünf-Jahr-Jubiläum schwärmen: "Ins Tafelblatt gehen ist ein bisschen wie in die Kirche gehen." Wenige Jahre später gab's noch den Gründerpreis der "Schwäbischen Zeitung".

Mit dem Wahlkampfbus auf Wackelkurs.
Mit dem Wahlkampfbus auf Wackelkurs.

"Von mir werden Sie nichts Schlechtes hören", sagt Hans Heinrich Ahlfeld schneidig. Der 72-Jährige ist heute im Wahlkampfteam von Guido Wolf und kennt ihn bestens als Landrat in Tuttlingen. Schließlich war der Bundeswehroffizier 17 Jahre lang ehrenamtlicher Bürgermeister in Hausen ob Verena, und das liegt nur wenige Kilometer von Tuttlingen entfernt. Ahlfeld ist ein eingefleischter Schwarzer, aber einer mit eigenem Kopf. "Als Deutsche mit unserer Geschichte und als Partei mit dem C im Namen wären wir gut beraten, Flüchtlingen zu helfen", betont er. Aber so weit gehen, den Wolf'schen Wackelkurs zwischen Merkel und Seehofer zu kritisieren, das will er dann doch nicht. Allerdings habe er sich klar auf die Seite der Kanzlerin gestellt.

Selbige hatte sich beim CDU-Parteitag in Karlsruhe, wo sie von Wolf mit einem Plüschtier überrascht worden ist, immerhin mit einem kleinen Trost bedankt. Sie werde Kretschmann seltener loben, hat sie dem Herausforderer versprochen.


Gefällt Ihnen dieser Artikel?
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!

Kommentare

Pianoede, 07.03.2016 18:41
Das Dumme aber ist, dass er wahrscheinlich als Anführer der Verlierer einer "Deutschlandkoalition" als MP vorstehen wird. Grüne als stärkste Partei zusammen mit der AfD in der Opposition - und Kretsche als heimwerkender (Polit-)Rentner

leo loewe, 06.03.2016 17:46
Eigentlich ist Guido Wolf ja auch der Kandidat der "beleidigten Leberwürste" in der baden-württembergischen CDU ... -- Das sind diejenigen, die nach der verlorenen Wahl 2011 zunächst nicht mal mehr wußten, wie Opposition geht und die darum schnellstmöglich wieder zurück in Regierungsämter wollten (für den Fall, dass es die Roten mit den Grünen nicht länger ausgehalten hätten).

Möglicherweise könnte sich für die CDU-Landtagsfraktion nach dem 13. März doch die Chance bieten, sich noch etwas gründlicher in die Oppositionsrolle einzuarbeiten ...

# leo loewe

UJ, 05.03.2016 22:06
@Fritz
Was sollte an einem Besenstiel denn auch schlecht sein?Ein Besenstiel ist genügsam, schwätzt net so viel unnützes Zeugs daher und sorgt in der Regel für keine Skandale. Man muss sich seiner nicht schämen. Und kostengünstig ist er auch noch. Tja. Hätte die Union mal auf die Allgäuer gehört...

Insider, 03.03.2016 13:58
HIer ein Bericht, der sich mit Teilen der obigen Ausführungen deckt.
http://neuebürgerzeitung.de/2014/11/06/sie-werden-ihr-blaues-wunder-erleben/

Fritz, 03.03.2016 08:49
Spielt's bei dieser Wahl eigentlich eine Rolle, wer denn nun den ersten Listenplatz einnimmt?

Die Allgäuer meinten zu dem Thema einmal hintersinnig, es würde selbst ein Besenstiel gewählt werden, solange er nur von der CDU aufgestellt worden wäre.

Kommentar hinzufügen




CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.


* Pflichtfeld!

Letzte Kommentare:

Ausgabe 286 / "Gabriel war brezelstolz" / Zaininger, 25.09.2016 23:01
Beim Thema Stuttgart 21 hat sich die Mehrheit der lokalen und regionalen SPD- Funktionäre aus dem produktiven Dialog mit kritischen, engagierten Menschen verabschiedet. Auf Bundesebene nun beim Thema TTIP und CETA. "Friedens-, Sozial-,...

Ausgabe 286 / Hass ist eine Seuche / M. Stocker, 25.09.2016 20:39
@Musterknabe: Ich verstehe Ihre Kritik nicht: der größte (und leider auch verbreitetste) Teil unserer Springer-Qualitätspresse lebt davon, die Verlierer der Kohl- und Schröder-Agenda-Politik mit ihrem Dasein zu versöhnen, indem sie...

Ausgabe 286 / "Gabriel war brezelstolz" / Andrea, 25.09.2016 11:58
Klaus Riedel schreibt "SPD als Friedens-, Sozial-, Umwelt und Glaubwürdigkeitspartei" - und ich denke dabei: Es ist erstaunlich, dass im Zusammenhang mit der SPD immernoch dieser Glanz aus alten Tagen beschworen wird. In der Realität...

Ausgabe 286 / "Gabriel war brezelstolz" / invinoveritas, 25.09.2016 10:42
schade, dass jetzt auch schon der genosse klaus riedel bei diesem undifferenzierten SPD-bashing mitmacht. es ist ja wahr, dass die SPD und ihr Lnddevorsitzender und alle möglichen anderen führungsleute der spitze - übrigens auch an der...

Ausgabe 286 / "Gabriel war brezelstolz" / Heinz Greiner, 24.09.2016 15:11
Wenn man über den Umweg der Nachdenkseiten den Artikel zu CETA von H. Rügemer gelesen hat , in dem er aufführt daß Vertragsbestandteile unterschrieben werden , die Arbeitnehmer jeglicher Rechte berauben , für die früher...

Ausgabe 286 / "Gabriel war brezelstolz" / Volker Birk, 24.09.2016 13:20
Auf nimmerwiedersehen, SPD. Da machen auch scheinbare “Rebellen”, die “leider nichts ändern können”, keinen Unterschied mehr. Seit Rot-Grün macht die SPD im Bund konsequent Politik gegen ihre eigenen Wähler. Dass sie...

Ausgabe 286 / You'll Never Walk Alone / Hartmut Hendrich, 24.09.2016 10:17
Der ironisch amüsante Beitrag des Ernst Hallmackeneder hat einen durchaus ernsten des Nachdenkens werten Kern. Ich weiß nicht, was der Forist Fritz hier verteidigen oder richtig stellen möchte, denn schon der Begriff „Export“-Bier...

Ausgabe 286 / Die zehn Milliarden sind nicht alles / Winfried Wolf, 24.09.2016 00:02
Ja, und die Sache geht ja weiter. NACHDEM ich das geschrieben habe, gab es ja ZWEI weitere spannende Entwicklungen: ERSTENS wurde plötzlich die Bahnteilprivatisierung (über die ich im Artikel zuvor bei KONTEXT schrieb) wieder abgesagt...

Ausgabe 286 / You'll Never Walk Alone / Fritz, 23.09.2016 16:38
Köstritzer, Radeberger und Wernesgrüner war also so "schlecht", daß sie in den Export "mussten"? Klingt nach einer ideologisch vernebelten Einschätzung.

Ausgabe 286 / You'll Never Walk Alone / Ernst Hallmackeneder, 23.09.2016 13:33
Werter Herr Schwabe, hm, einerseits verstehe ich Ihren Unmut über diesen schrecklichen Kapitalismus durchaus, auch, daß Sie diesem Frechdachs inivinoveritas III (Kleinschrift) mal eins reindrücken wollen, andererseits waren doch die...

Die KONTEXT:Wochenzeitung lebt vor allem von den kleinen und großen Spenden ihrer Leserinnen und Leser.
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!