KONTEXT Extra:
Korntal: Opfervertreter verlangen mehr Engagement der Landeskirche

Die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der evangelischen Brüdergemeinde Korntal ist unterbrochen. Die Opfervertreter verlangen einstimmig, dass sich Frank Otfried July endlich entscheidend einbringt. "Wir werden nicht mehr mit den Brüdern sprechen", so Netzwerk-Sprecher Detlev Zander. Jetzt müsse "der Oberhirte, also der Bischof, ran". Im Betroffenen-Netzwerk organisiert, werfen mehr als 300 ehemalige Heimkinder der Brüdergemeinde vor, in den 1950er- bis 1980er-Jahren in deren zwei Einrichtungen sexuell missbraucht, misshandelt und gedemütigt worden zu sein.

Dass mehr Engagement von July gefordert wird, ist nicht neu. Im Sommer 2016 hatte einer der Betroffenen in einem langen Schreiben an den Landesbischof appelliert: "Die Kir¬che ist mit in der Verantwortung und wenn Sie als Oberhirte weiter schweigen, machen Sie sich persönlich schuldig. Die Heimopfer warten auf ein klärendes Wort von Ihnen." Denn die Korntaler Fürsorge habe "einen menschlichen Scherbenhaufen hinterlassen". (20.02.2017)


NSU-Ausschuss will weitere Akten

Der zweite parlamentarische Untersuchungsausschuss zum "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) geht auf die Suche nach zusätzlichen Akten, um dessen Verbindungen nach Baden-Württemberg besser auszuleuchten. Die Abgeordneten meinen, beim Generalbundesanwalt und/oder im Bundesamt für Verfassungsschutz fündig werden zu können. Beauftragt ist Bernd von Heintschel-Heinegg. Der Rechtswissenschaftler war schon für den ersten Ausschuss des Landtags und als Sonderermittler auch für den Bundestag tätig.

Zurückgestellt wurde in diesem Zusammenhang die Ladung von Mike Markus Friedel. Vor allem der NSU-Experte Hajo Funke hatte immer wieder darauf gedrängt, dass der gebürtige Sachse gehört wird. Dessen Name stand auf der sogenannten Garagenliste, die 1998 in Jena sichergestellt, aber erst mit großer zeitlicher Verzögerung detailliert ausgewertet wurde. Vor fast zwanzig Jahren zog er nach Heilbronn. "Markus Friedel war mit 'Erbse' (V-Mann), Torsten Ogertschnig, zusammen im Ländle im Gefängnis", schreibt Funke. Und von Friedel habe "Erbse" seine Kenntnisse über den NSU und Mundlos.

Bei einer Veranstaltung der "Anstifter" im Stuttgarter Kunstverein hat Rainer Nübel, der im ersten Ausschuss als Sachverständiger aufgetreten war, erneut von den Abgeordneten verlangt, sich ernsthafter mit der Anwesenheit ausländischer Geheimdienste am 25. April 2007 in Heilbronn zu befassen. An diesem Tag waren die Polizistin Michèle Kiesewetter ermordet und ihr Kollege Martin Arnold schwer verletzt worden. Der zweite Ausschuss hat bereits mehrere Zeugen vernommen. Jetzt ist ein Bericht beim Bundesnachrichtendienst angefordert.

Die nächste Ausschusssitzung beginnt am Freitag, den 24. Februar, um 9.30 Uhr im Landtag. Zwei Kriminalbeamtinnen sollen Auskünfte über die rechte Szene geben und die Verbindungen des NSU in den Südwesten. Geladen sind außerdem drei Zeuginnen, die Kontakt zu Beate Zschäpe gehabt haben sollen.

Auch die weiteren Sitzungstermine bis zur parlamentarischen Sommerpause sind festgelegt: 20. März, 28. April, 15. Mai, 19. Juni und der 17. Juli 2017.

Mehr zum Thema: "Geheimdienste im Fokus", "Eh-wurscht-Akten" 


WKZ liest mit

Anfang Januar hatte der Waiblinger Lokalhistoriker und Anstifter Ebbe Koegel sich darüber beschwert, dass das Land dem Firmengründer Andreas Stihl eine Kunstmedaille gewidmet hat. "Andreas Stihl war ein überzeugter Nazi, NSDAP-Mitglied seit 1933, seit 1935 SS-Mitglied mit dem Rang eines Hauptsturmführers (seit 1939)", schrieb er an Finanzministerin Edith Sitzmann. Die Waiblinger Kreiszeitung (WKZ) schwieg dazu - bis Kontext den Fall am 25. Januar aufgriff. Nun erschien am 11. Februar ein zweiseitiges Extra mit ausdrücklichem Bezug auf den Kontext-Artikel. Der Redakteur Peter Schwarz zitiert darin aus der 100-seitigen Entnazifizierungsakte. Die beiden Kinder Stihls, der langjährige IHK-Präsident Hans Peter Stihl und seine Schwester Eva Mayr-Stihl wurden befragt. Die Recherche ergibt, wie die WKZ selbst schreibt, ein "außerordentlich schillerndes Bild."

Der Redakteur zitiert mehrere Fremdarbeiter - den Begriff Zwangsarbeiter meidet er - die sich im Verfahren positiv über Stihl geäußert haben. Ein Slowake berichtet, Stihl habe einem Freund geholfen zu fliehen, der sich den Partisanen anschließen wollte. Ein Jugoslawe meinte, der Patriarch habe sich "mit großer Empörung geäußert über die Gemeinheit und den Terror des dritten Reiches", ein Holländer, er habe "gelitten, als er sehen musste, wie schmutzig dieses System war, und konnte doch nicht mehr von demselben weg." Der Betriebsrat sagte dagegen aus, Stihl sei "100 Prozent Nationalsozialist" gewesen, habe "mehrere seiner Lehrlinge zum Eintritt in die SS" bewogen und Regimekritiker als "Eiterbeulen" bezeichnet, denen er "in die Fresse" schlagen wolle. (16.2.2017)


Wüstenjubiläum: Fünf Jahre Parkräumung

Vor genau fünf Jahren, am 14. Februar 2012, räumten rund 2500 Polizeibeamte das Protestcamp der Stuttgart-21-Gegner im Mittleren Schlossgarten. Drei Tage später waren rund 180 teils bis zu 300 Jahre alte Bäume gefällt oder (ein kleiner Teil der jüngeren) verpflanzt, und einer der ehemals schönsten innerstädtischen Parks Deutschlands hatte sich in eine Schlammwüste verwandelt.

Zum fünften Jahrestag der Parkräumung wollen die Parkschützer am heutigen Dienstag daran erinnern, mit einer Versammlung und Kundgebung an der Lusthausruine im Mittleren Schlossgarten um 17 Uhr. Es soll Reden, Musik und Gedichte geben, anschließend einen Demozug durch die Königstraße.

Kontext hat damals mit einer Reportage von der Parkräumung berichtet – und danach immer wieder von der erstaunlich langen Untätigkeit oder auch von Baufortschritt vorgaukelnden Alibi-Arbeiten. (14.2.2017)


Jörg Meuthen weiter an Björn Höckes Seite

Im vergangenen Sommer hatte der AfD-Rechtsaußen Björn Höcke seinen Bundesparteichef als "meinen verehrten Freund" begrüßt. Und Jörg Meuthen rückte sich selbst, auf dem Kyffhäuser-Treffen, zu dem ihn die Ultras geladen hatte, in die Nähe der besonders weit rechts stehenden parteiinternen Gruppierung "Der Flügel": Er wolle gar nicht als liberaler Kopf der Partei bezeichnet werden, sondern er stehe für "ein gemeinsames Wertefundament". Da hatte Höcke gerade alle anderen Parteien in Deutschland für "inhaltlich entartet" erklärt. Der Schulterschluss hält auch aktuell: Meuthen stellt sich gegen den Rausschmiss, den – wie am Montag bekannt wurde – der Bundesvorstand gegen den Thüringer Landes- und Fraktionschef anstrengt.

Nicht zum ersten Mal. Denn Höcke sollte 2015 schon einmal mit einem Verfahren überzogen werden. Da ging es ebenfalls um eine rassistische Rede, um Aussagen wie, man könne "nicht jedes einzelne NPD-Mitglied als extremistisch einstufen" und um den Vorwurf, Höcke schreibe unter Pseudonym für NPD-Publikationen. Meuthen äußerte sich reichlich schwammig, nahm für sich in Anspruch "als erster aus dem Bundesvorstand scharf reagiert zu haben". Zugleich erklärte er allerdings, dass Höckes "Äußerungen ohne weiteres als rassistisch interpretiert werden können – wobei man darüber diskutieren kann, ob sie es tatsächlich sind". Hans-Olaf Henkel, damals noch AfD-Mitglied, konterte unmissverständlich: "Herr Meuthen ist für mich ein klassischer Schattenboxer." Nach außen tue er immer wieder so, als würde er sich gegen den rechtsnationalen Flügel stellen, nach innen agiere er völlig anders. (13.2.2017)


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Laufsteg Katastrophe: Politiker-Trauer ist nicht mehr und nicht weniger als ein Sympathieköder.

Laufsteg Katastrophe: Politiker-Trauer ist nicht mehr und nicht weniger als ein Sympathieköder.

Ausgabe 209
Politik

Selektive Trauer

Von Thomas Rothschild
Datum: 01.04.2015
Angela Merkel und François Hollande fahren zur Absturzstelle des Germanwings-Flugs in den französischen Alpen. Es heißt, sie seien dort, um zu trauern, in Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen. Unser Autor hat daran erhebliche Zweifel.

Als Menschen recht unterschiedlicher politischer Couleur sich darin überschlugen, ihr Verlangen nach Identifikation mit den Opfern des Mordanschlags auf Redakteure der Zeitschrift "Charlie Hebdo" öffentlich kundzutun, sagte Sahra Wagenknecht: "Wenn eine vom Westen gesteuerte Drohne eine unschuldige arabische oder afghanische Familie auslöscht, ist das ein genauso verabscheuungswürdiges Verbrechen wie die Terroranschläge von Paris, und es sollte uns mit der gleichen Betroffenheit und dem gleichen Entsetzen erfüllen."

Was ist falsch an dieser Aussage? Was lässt sich gegen sie vorbringen? Offenbar allein die Tatsache, dass Sahra Wagenknecht Mitglied der Linken ist. Weder faktisch noch moralisch lässt sich Wagenknechts Feststellung und Postulat widerlegen. Trotzdem empörten sich, kaum war Wagenknechts Äußerung publiziert worden, die üblichen Verdächtigen, allen voran der dem Seeheimer Kreis zugehörige Vorsitzende der SPD-Fraktion im Bundestag Thomas Oppermann: "Den Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan mit dem Terror-Angriff von Paris zu vergleichen ist eine unsägliche Entgleisung und Beleidigung für alle deutschen Soldaten."

François Hollande und Angela Merkel beim Kondolenzbesuch in den Alpen. Screenshot
François Hollande und Angela Merkel beim Kondolenzbesuch in den Alpen. Screenshot

Das sollte man im Gedächtnis behalten, wenn Politiker vorgeben, zu trauern, in Gedanken und mit Gebeten bei den Opfern und ihren Angehörigen zu sein. Ihre Trauer ist selektiv und schlägt schnell in Rage um, wenn Trauer nicht in ihr politisches Konzept passt. Ihre öffentliche Trauer ist nicht mehr und nicht weniger als ein Sympathieköder, ein Selbstdarstellungsakt für die Medien, ein Kalkül, im besten Fall ein Ritual, ein rhetorisches Zeremoniell. Sie dient einzig und allein der Ausbeutung der allgemeinen Erschütterung für wahlarithmetische Zwecke. Der so genannte Mann oder auch die Frau von der Straße, die nicht um Stimmen buhlen müssen, sind der Wahrheit wohl näher, wenn sie auf die Frage, was ihnen nach einer Katastrophe als erstes durch den Kopf gegangen sei, antworten: "Was ein Glück, dass ich nicht dabei war."

Kaum hatten die Nachrichtenagenturen den Absturz der Germanwings-Maschine auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf gemeldet, ließen die Staatsoberhäupter oder Regierungschefs von Spanien, Frankreich und Deutschland wissen, dass sie nicht nur trauerten, sondern sich zudem mit prominenter Entourage an den Ort des Geschehens begeben würden. Die Welt konnte sie sehen, wie sie in gebirgiger Höhe die Front der Helfer abschritten, Hände schüttelten und, vor den Nationalflaggen, versteht sich, eine Pressekonferenz abhielten. Zuletzt hatten sie sich in Paris getroffen, um in einer Nebenstraße ein Gruppenfoto machen zu lassen.

Will man den Tränen dieser Herrschaften trauen?

Der Internationale Autorenverband PEN hat daran erinnert, in welcher Gesellschaft François Holland, Mariano Rajoy und Angela Merkel da getrauert und ihre Solidarität mit erschossenen Journalisten demonstriert haben: Arm in Arm nämlich mit Regierungsvertretern von Ländern, in denen die Meinungsfreiheit aktiv eingeschränkt wird und Schriftsteller Morden, Gewalt und Gefängnis ausgesetzt sind. Wie in der Türkei, wo mehr als 20 Journalisten inhaftiert sind und Dutzende weitere unter Anklage stehen; wie in Russland, wo zahlreiche Journalisten ermordet wurden und in den allermeisten Fällen niemand dafür zur Rechenschaft gezogen wurde; wie in Ägypten, Bahrain, Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten, wo zahlreiche Journalisten, Blogger und Dichter hinter Gittern sitzen oder, wie Raif Badawi, unter Lebensgefahr öffentlich ausgepeitscht werden. Will man den Tränen dieser Herrschaften trauen?

Nun ist es in der Tat erschütternd, wenn, wie im Fall des verunglückten Fliegers, 150 Menschen auf einen Schlag ums Leben kommen. Und niemand wollte daran zweifeln, dass Politiker wie ganz normale Menschen schockiert sind, wenn sie davon erfahren. Aber zwischen dem privaten Schock und der öffentlichen Zurschaustellung liegt für Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens die politische Reflexion. Und die müsste Frau Merkel zum Beispiel einflüstern, dass in Deutschland im Monat rund 300 Menschen - also zwei Mal so viele wie bei dem Flugzeugunglück - bei Verkehrsunfällen sterben, und das nicht alle paar Jahre, sondern im Schnitt jeden Monat. In Europa sind es monatlich rund 2000 oder täglich 70 Menschen, die dem Straßenverkehr zum Opfer fallen. Von der Trauer der Politiker war bisher nichts zu vernehmen und auch nicht von einer Änderung ihrer Agenda.

Das muss wohl seine Gründe haben. Könnte es daran liegen, dass man, wenn man die täglichen Verkehrstoten betrauerte, wie man jetzt die Toten in den südfranzösischen Alpen zu betrauern vorgibt, nicht nur nach den Ursachen fahnden, sondern auch Konsequenzen ziehen müsste? Könnte es daran liegen, dass man dann strenge gesetzliche Maßnahmen ergreifen müsste, um die Autoindustrie zu zwingen, alle erdenklichen Sicherheitsvorrichtungen nicht nur zu entwickeln, sondern auch serienmäßig in ihre Produkte einzubauen, selbst wenn das mit Umsatzeinbußen verbunden ist?

Trauer auf einer Kondolenztour muss Verdacht erregen

Es geht nicht um Schuldzuweisung - das ist die Sichtweise der Versicherungen, die möglichst wenig zahlen wollen -, sondern um Schlussfolgerungen für die Zukunft. Trauer, die nicht mehr kostet als eine Kondolenztour, sollte ebenso Verdacht erregen wie ein Eingeständnis angeblicher Fehler, ein "mea culpa", das nur Vorteile einbringt und die Karriere befördert. Dass der Absturz eines Flugzeugs und der Tod von 150 Menschen tragisch ist, wird kein halbwegs vernünftiger Mensch bestreiten. Aber nach wie vor gilt, dass Fliegen die sicherste Art der Fortbewegung ist. Der ökologische Schaden steht auf einem anderen Blatt. 

Nach dem Kenntnisstand bei der Abfassung dieses Artikels weist alles auf eine Selbstmordabsicht eines Copiloten hin, der den Tod von 149 Menschen in Kauf genommen hat (wobei wir hier nicht die unappetitliche Unsitte vieler Medien reproduzieren wollen, Vermutungen und Hypothesen als gesicherte Tatsachen auszugeben, ehe sich diese Medien wieder wichtigeren Themen zuwenden wie einem Abspeckprogramm für Hund und Herrchen oder der Scheidung von Bettina und Christian Wulff). Die Tragödie von Seyne-les-Alpes muss man, so schwer das fallen mag, als Restrisiko verbuchen, das, anders als viele Karambolagen auf den Straßen, als Unfälle am Arbeitsplatz wegen vernachlässigter Arbeitsschutzmaßnahmen oder als "Kollateralschäden" bei militärischen Aktionen, nicht zu verhindern ist.

Menschliches Versagen ist noch weniger berechenbar und prognostizierbar als technisches Versagen. So unwahrscheinlich und zum Glück selten ein Fall wie der aktuelle ist, so sehr entspricht es der üblichen leeren Rhetorik, wenn Angela Merkel sagt, es gehe "über jedes Vorstellungsvermögen hinaus", dass der Copilot das Flugzeug bewusst zum Absturz gebracht habe. Die Drehbuchautoren von Krimiserien stellen sich Szenarien wie dieses alle paar Tage vor. Vorzustellen vermag man sie sich sehr wohl. Nur wenn sie in der Wirklichkeit, diesseits der Fiktion, eintreffen, geraten die Begriffe durcheinander.

Ein umstrittenes Bild. Screenshot
Ein umstrittenes Bild. Screenshot

Schlichtweg beunruhigend aber ist es, wenn eine Frau, die an den Schalthebeln der Macht sitzt, die also im tatsächlichen oder vermeintlichen Verteidigungsfall die oberste Befehls- und Kommandogewalt innehat und über Krieg und Frieden entscheidet, sich den unerwarteten Ausbruch einer psychischen Erkrankung, einen plötzlichen depressiven Schub nicht vorstellen kann. Die Konsequenzen aus dem Schreckensdrama haben nicht die Politiker, sondern die Fluggesellschaften gezogen: Ab sofort muss das Cockpit immer von zumindest zwei Menschen besetzt sein. Absolute Sicherheit kann auch diese Maßnahme nicht garantieren. Gerade der aktuelle Fall beweist, dass eine Aktion, die der Sicherheit (gegenüber Terroranschlägen) dienen sollte, nämlich dass sich die Tür zum Cockpit nicht von außen öffnen lässt, das Gegenteil bewirken kann.

Es könnten auch die Toten im Straßenverkehr betrauert werden

Dass die Bundeskanzlerin weder die Absicht hatte noch hat, irgendetwas zu unternehmen, was die Profite der Autoindustrie verringern könnte, findet man an versteckter Stelle bestätigt. Als sie vor zwei Jahren beim EU-Gipfel erst einmal auf eine Verschiebung der Abstimmung über - inzwischen in veränderter Form vereinbarte - strengere CO2-Abgasnormen drang, ließ sie ihren Vize-Regierungssprecher erklären: "Gleichzeitig brauchen wir aber auch eine faire Lösung, die den Besonderheiten der deutschen Automobilindustrie Rechnung trägt." Worin diese Besonderheiten bestehen, konnte man damals der dpa-Meldung ebenfalls entnehmen: "Deutschland fürchtete Nachteile für seine Oberklasse-Hersteller Mercedes, BMW und Audi".

Darf man sich bei dieser Mentalität wundern, wenn es wenig politisches Interesse daran gibt, die Toten im Straßenverkehr zu betrauern? Wahrscheinlich wird der Fraktionsvorsitzende der SPD und vielleicht sogar der eine oder andere Gewerkschafter entgegnen, solch ein Hinweis sei eine Beleidigung für alle deutschen Beschäftigten in der Automobilindustrie.

Lediglich mit den Grünen könnten wir uns in dieser Frage wohl einigen. Ob der Schulterschluss anhält, wenn wir darauf aufmerksam machen, dass die Verhungernden in der Dritten Welt, denen man, anders als den Toten in Seyne-les-Alpes, noch helfen könnte, oder, ja, ob die Opfer westlicher Drohnen, die allein im ersten Halbjahr 2014 1564 getöteten Zivilisten in Afghanistan, wo die NATO unter Beteiligung der Bundeswehr für Sicherheit sorgt, nicht weniger Trauer verdienen als eben jene Toten, und dass sie, wenn es denn nützt, eine Reise von Regierungschefs und -chefinnen nicht weniger rechtfertigen als ein abgestürztes Flugzeug, wäre zu überprüfen.

Eins freilich ist inmitten dieser widerwärtigen Heuchelei doch tröstlich: Die so genannten "einfachen Menschen" durchschauen das Spektakel. Sie nehmen den Politikern ihre demonstrative Trauer ebenso wenig ab wie ihre Versprechen und ihre Erfolgsberichte. Sie wissen nämlich, was Trauer wirklich bedeutet. Sie erleiden sie, wenn der Lebenspartner stirbt oder das eigene Kind an Krebs erkrankt. "Das Gedenken ist vor allem auch eine private Sache", sagte die Bürgermeisterin von Montabaur, dem Wohnort des Todespiloten. Sie wollte nicht vor die Fernsehkameras treten. Sie hat als einzige unter den Politikern angemessen reagiert.


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Kommentare

Michael Schöfer, 08.04.2015 15:28
@Schwabe

Hier bewegen wir uns im Bereich der Psychologie, das Ganze hat etwas mit der Aufmerksamkeit zu tun. Genauer: mit der Schwelle, ab der ein Reiz unsere Aufmerksamkeit bekommt. Und da bekommen eben 150 Tote bei einem Flugzeugabsturz naturgemäß wesentlich mehr Aufmerksamkeit als täglich 70 Tote über Europa hinweg verstreut. Das sagt freilich gar nichts über den Wert der einzelnen Opfer aus. Können Sie das wirklich nicht verstehen? Außerdem: Stimmt, ich finde meine Einstellung auch immer interessanter...

Schwabe, 08.04.2015 08:09
@Michael Schöfer
Soso, "...nicht zu vergleichen.", dann fragen Sie doch mal die Hinterbliebenen ob die Ihre Unterscheidung teilen. Ihre Einstellung wird immer interessanter.
Im übrigen geht es auch darum das von der Politik adäquate Maßnahmen getroffen werden die - wie Sie es nennen - unspektakulären Zehntausende von Toten zu verhindern. In Krankenhäusern, beim Autofahren, etc. Von bürgerlichen Politikern ist da jedoch nichts zu erwarten, denn die haben diese Umstände herbeigeführt - und machen weiter damit.

Michael Schöfer, 07.04.2015 20:24
@Schwabe

Wenn so ein spektakuläres Unglück passiert, ist das doch nicht mit den durchschnittlich 70 Toten pro Tag auf Europas Straßen zu vergleichen. Natürlich könnte man um jeden Einzelnen trauern, aber der Gedanke, es tatsächlich jeden Tag siebzig Mal zu tun, ist in meinen Augen einfach absurd.

Moin, 07.04.2015 20:13
Das mit der selektiven Trauer kann man noch erweitern (nicht nur auf den Autoverkehr):

Alle 6 Minuten wird in Deutschland ein Kind abgetrieben. Da wird nicht öffentlich getrauert, obwohl es bestimmt genug Möglichkeiten gaebe, den Frauen bzw. Paaren zu helfen, dass dieser Schritt nicht nötig ist.

Schwabe, 07.04.2015 19:16
@Michael Schöfer
Sie denken also es gibt eine Rechtfertigung dafür selektiv um unschuldige Menschen zu trauern?! Interessante Einstellung!

Michael Schöfer, 07.04.2015 17:54
Muss man bei Merkel und Hollande nicht zwischen Privatperson und Amtsperson unterscheiden? Von einem öffentlichen Amtsträger wird so etwas eben erwartet. Was hättet Ihr geschrieben, wenn Merkel nicht an den Absturzort gekommen wäre? Hättet Ihr der Kanzlerin dann menschliche Kälte vorgeworfen?

Schwabe, 04.04.2015 14:02
Schließe mich dem Kommentar von H.Ewerth vom 2.4.2015, 22:29 Uhr vollumfänglich an.

charlotte, 03.04.2015 21:01
erstaunlich, wie viel menschen lieber einen "technischen defekt" gehabt hätten.
ich meine, jeder technische defekt setzt einen vorherigen "menschlichen defekt" voraus. noch bauen sich weder sicherheitssysteme noch maschinen selber.

Ralf Kiefer, 03.04.2015 01:43
@Tillupp:
"Wir brauchen weder eine Aufweichung der Schweigepflicht, noch eine Flugzeugsteuerung vom Boden aus, und auch sonst keinen Skandalisierungsjournalismus oder Betroffenheitstourismus."

Stimmt schon.

Aber was wir jetzt und sofort unbedingt brauchen, ist die ... hm ... Vorratsdatenspeicherung, weil wir sonst ... äh ... nicht wissen, wer in so einem Flugzeug saß, als es abstürzte, also wir wissen nicht, welche Gefährder und so ... (frei nach Thomas de Maizière, Innenminister).

H.Ewerth, 02.04.2015 22:29
Wenn im Westen Menschen, durch ein Unglück ums leben kommen oder getötet werden, nennt man diese Opfer. Wenn Menschen im Ausland durch die aggressive Politik des Westens getötet werden, wird von "Kollateralschäden" im Westen geschrieben und gesprochen. Soweit hat es die westliche Propaganda gebracht. Die Mehrheit im Westen hat sich schon so an die Propaganda gewöhnt, dass durch das viele wiederholen es als "Wahrheit" gesehen wird. Deshalb können auch viele im Westen nicht verstehen, woher der Terrorismus oder die Flüchtlinge kommen. Ursachen und Wirkung werden ausgeblendet. EIN IMPERIUM DER SCHANDE um es mit den Worten von Jean Ziegler zu sagen.

Ulrich Hartmann, 02.04.2015 22:06
Dieser Artikel macht mich fassungslos. Daß jemand so hartherzig sein kann, daß er die einen Toten instrumentalisiert, um die Trauer über andere Tote schlechtzumachen - dafür fehlen mir die Worte.

Schwabe, 02.04.2015 13:20
@lupe
Fazit: Unter einer bürgerlich neoliberalen Politik (CDU/CSU, SPD, Grüne, FDP, AfD usw) wird für die Mehrheitsbevölkerung nichts besser, alles wird schlechter. Diese Politik geht bewußt über Leichen! Egal ob es die ignorierten Toten im Autoverkehr sind, Tote durch Drohnenangriffe oder tausende von Toten durch das kaputtsparen des privatisierten Gesundheitswesens (Krankheit als Ware/Kostenfaktor). Wobei - was mich nicht wundern würde - eher gesetzlich Krankenversicherte sterben. In den mittlerweile oft hermetisch abgeriegelten "Komfortzonen" für privat Krankenversicherte in neu gebauten Krankenhäusern wird betimmt genauer hingeschaut bzw. wird mehr in die Reinlichkeit/Keimfreiheit "investiert"!

lupe, 02.04.2015 11:09
"Es könnten auch die Toten im Straßenverkehr betrauert werden"

Richtig. Es müssten aber auch die jährlich mindestens 12000 Toten betrauert werden, die durch multiresistente Keime in Krankenhäusern umkommen. Die Regierungen haben nicht nur nicht getrauert, sondern jahrelang tatenlos zugeschaut.

Tillupp, 02.04.2015 10:46
@ Gottfried Strehler, 01.04.2015 13:43: ...
... Erstaunlich, dass der Co-Pilot nicht als Terrorist eingestuft wurde
Man kann sich ausmalen was jetzt alles geschrieben würde, wäre der selbe Mensch mit den selben Beweggründen Nachfahre ausländischer Urgroßeltern oder bei seiner Suche nach Orientierung kurz vorher zum Islam konvertiert. Umgekehrt sollten wir unsere Schlüsse ziehen. Nicht jeder Selbstmord(atten)täter ist ein Terrorist. Wahrscheinlich sind die meisten einfach nur krank (depri, schizo, etc.) oder hoffnungslos und bekommen nur zu Lebzeiten zu wenig Aufmerksamkeit.

Schwabe, 02.04.2015 09:49
Was für ein grandioser Artikel!
Vielen Dank an Thomas Rothschild, Kontext und auch an Sahra Wagenknecht!

Ein Artikel der unseren bürgerlichen Politikern (allen voran Frau Merkel) endlich Ihre widerliche Rolle/Politik deutlich bzw. in angemessener Form vor Augen führt.

Der Vergleich mit der Autoindustrie, Drohnenangriffen, etc. ist nicht nur angebracht sondern seit Jahren wenn nicht gar seit Jahrzehnten überfällig!

Eines möchte ich jedoch kritisch anmerken - ohne es selbst genau zu wissen: Ist fliegen wirklich die sicherste Art der Fortbewegung?
Ich wage zu behaupten, es ist der öffentliche Personen Nah- und Fernverkehr. Nicht nur aus ökologischen Gründen sollte dieser flächendeckend in Deutschland (und darüber hinaus) ausgebaut werden! Und nicht wie heute praktiziert - zerstört und überteuert werden.
Wobei ich großen wert auf das Wort "öffentlich" lege! Nicht zu verwechseln mit "privat" ;-).

Kornelia, 01.04.2015 20:09
Aus der Basler Zeitung:

http://bazonline.ch/ausland/europa/Deplatzierte-Selbstdarsteller/story/10690203

Politischer Katastrophentourismus

Doch angemessene Beileidsbekundungen, an deren Aufrichtigkeit zu zweifeln kein Grund besteht, sind etwas anderes als politischer Katastrophentourismus. Handelt es sich bei Ersteren um eine Selbstverständlichkeit, offenbart sich in Letzterem ein seltsames, geradezu vordemokratisches Staatsverständnis: als müssten Staats- und Regierungschefs bei Bergungsarbeiten eine Führungsrolle demonstrieren wie mittelalterliche Fürsten, die an der Spitze ihrer Heere ins Feld zogen.

Derartige PR-Stunts sind nichts als ein peinliches Sich-hinein-Drängen in das Leid fremder Menschen und in die Fernsehbildschirme, ein deplatzierter Akt, der keinen Sinn hat und keinen Zweck erfüllt – ausser dem der Selbstdarstellung.

Kornelia, 01.04.2015 14:54
Event- und Kampagnen-Marketing!
Alles gehorcht den Bedingungen des Marktes, bzw einiger weniger Strippenzieher und deren Erfüllungsgehilfen (Journalisten): Menschlichkeit ist mehr denn je ein kalter Markt gworden (früher haben sich auch deswegen Diktatoren gern mit Kindern ablichten lassen: seht her ich bin ganz lieb!)

Damals wie heute: im Alltag versagen, aber für Familienfotos den Guten hervorheben!
1 500 000 Kinder leben in Armutsfalle: Mitgefühl fehlanzeige
Griechen bringen sich und ihre Kinder um: M.F.
Immer mehr Rentner leben aus der Tonne: M.F.
Oder
In Schuttgart leben 1000de von Kesselkindern, müssen Dreck schlucken, unglaublichen Lärm ertragen, ihnen wird die Lebensgrundlage und Zukunft geklaut! (Generationen-Imperialismus! Karen DUWE: wie Egoisten,Hohlköpfe und Psychopathen uns um die Zukunft bringen)
Mitgefühl? Fehlanzeige!

PS: DAS ist ein Bild mit SymbolCharakter: die Hofgang-Anlage des katharinen stifts! Sowas für den Landtag oder für Zetsche und co? Undenkbar!

Gottfried Strehler, 01.04.2015 13:43
Scheinheilige Politiker - noch schlimmer "Staatsoberhäupter", die auch jedes Ereignis für ihren Medienauftritt nutzen - schlimm!
Erstaunlich, dass der Co-Pilot nicht als Terrorist eingestuft wurde.
Auch verwunderlich, dass die Fahrtenschreiber keine Signale senden und geortet werden können in unserer überwachten Welt.

Tillupp, 01.04.2015 13:43
Was soll dieser Artikel in einer Wochezeitschrift mit Reginalbezug?
150 Tote, na und. Alle 2-3 Wochen sterben insgesamt ca. 150 Menschen im Straßenverkehr (3368 Tote/365 Tage) auf Europa bezogen sogar 70/Tag (2014: 25700 Unfalltote), und keiner schert sich drum. Aber wenn was aus der Luft abstürzt dann ist gleich Staatstrauer angesagt, der Präsidentenparrer FLIEGT aus Südamerika zurück um seine Trauermine aufzusetzen und die Gespräche mit Griechenland werden ausgesetzt (ebenso wie das Hirn). Es sei hier nochmal jedem gesagt: Die Schwerkraft gilt überall, auch in der Luft, und wer in so ein Ding einsteigt und abhebt kommt auch wieder runter- GARANTIERT! Aus diesem Unfall kann man gar nichts lernen, außer vielleicht, dass immer 2 Personen im Cockpit sein müssen (ich frage mich, warum die Amis das schon immer so gemacht haben, die Europäer aber nicht). Das Flugzeug hatte trotz seines Alters von 25Jahren keine Probleme. Wir brauchen weder eine Aufweichung der Schweigepflicht, noch eine Flugzeugsteuerung vom Boden aus, und auch sonst keinen Skandalisierungsjournalismus oder Betroffenheitstourismus. Wenn Politiker da hin fliegen, dann sollen sie auch mit anpacken, aber nicht nur rumstehen und gaffen.

denbaadersihrandi, 01.04.2015 13:20
Wie in der Artikel von einem Flugzeugunglück auf die Automobilindustrie kommt ist schon etwas krampfhaft an den Haaren herbei gezogen.
Die Branche hat sicher jede Menge Dreck am stecken.
Aber die Autos sind meiner Meinung nach sehr hoch entwickelt und relativ sicher.
Wenn ich mir die anschau wie 18 jährige mit getunten Corsas durch die Landschaft rasen und dazu noch überforderte Rentner und die Alkoholfahrer rechne,dann sind 3000 Tote vielleicht garnicht so übel .

Was soll denn noch alles verbaut werden?

Technik ist auch nicht fehlerfrei.

Sensoren könnn bespielsweise vereisen.

So geschehen bei einem Flug einer A320 von Bilbao nach München.
Der Flieger ging in den Sinkflug über.Er wär direkt in den Boden geknallt wenn nicht ein erfahrener Pilot den Computer ausgeschaltet hätte.

Da solltet ihr Superreporter mal nachhacken.

Sind viele Piloten am Tag nach dem Absturz wirklich nicht geflogen weil sie so betroffen waren oder hatten sie Sicherheitsbedenken?

Da wurden Diskussionen auffällig schnell beendet.Es war ja ein Schuldiger präsentiert worden.Wehren kann der sich nicht mehr ,soviel steht fest.

Wer hat bisher die Aufnahmen vom Voicerecorder gehört?

Warum wird die Blackbox nicht gefunden?Obwohl die selbst unter Wasser noch Signale sendet.

Was hätte es für finanzielle Auswirkungen wenn es doch ein technischer Defekt gewesen wäre.

Der dann auch noch bekannt war.

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Wie armselig dieser Gorka "diskutiert", zeigt das Interview des BBC-Journalisten Evan Devis, das seit 16.2.17 im Netz ist und auch bei Stefan Niggemeier angesehen werden kann: https://twitter.com/niggi/status/832475880622428161 Ein...

Ausgabe 307 / Kritik ist Lüge / Rolf Steiner, 20.02.2017 14:21
Als anständiger Demokrat sollte man sich gegen die mit Flüchtlingshetze, Fremden- und Europa-Feindlichkeit sich nicht gerade zurückhaltenden vom Kopp-.Verlag vertriebenen Publikationen deutlich positionieren. Schädliche Angriffe auf...

Ausgabe 306 / "Die Ungerechtigkeit schreit zum Himmel" / Stefan Elbel, 20.02.2017 11:33
Laut der Bundesregierung geht es den Menschen in Deutschland so gut wie noch nie? Sind das nicht Fake-News? Diese Bundesregierung will es einfach nicht wahrhaben. Sie lobt sich selber, die geringste Arbeitslosenquote seit Jahren zu...

Ausgabe 307 / Schlagstock und Stimmvieh / Peter Meyerholt, 20.02.2017 08:00
kannitverstan: irgendein afrikanischer künstler kann doch jederzeit ein kunstprojekt in der stadt realisieren. kunst ist frei. da ist sicherlich eine amt davor, und damit das ganze nicht umkippt, auch der tüv. aber sonst? das hat...

Ausgabe 307 / Verbote werden kommen / Feinstaub, 20.02.2017 07:19
Lieber Herr Schwabe, es geht hier nicht um neoliberale Rohstoffverteilungskriege. Und ich werde mit meiner Kreativität wohl kaum innerhalb eines Jahres das Infrastrukturproblem einer pulsierenden Metropolregion lösen. Vielleicht...

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