KONTEXT Extra:
Satte 1,5 Prozent mehr für das schreibende Personal

Die JournalistInnen sitzen wieder an ihren Schreibtischen. Am Mittwoch (29. Juni) haben sich die Zeitungsverleger und die Gewerkschaften auf einen Abschluss geeinigt, der eine Gehalts- und Honorarerhöhung von 1, 5 Prozent rückwirkend zum 1. Juni vorsieht. Den nächsten Aufschlag um 1,6 Prozent soll es zum 1. August 2017 geben. Damit habe man einen „vertretbaren Abschluss“ erreicht, meinte der stellvertretende Verdi-Vorsitzende Frank Werneke. Dieses Ergebnis habe man nur dank der Streiks der KollegInnen in den vergangenen Tagen erreichen können, wodurch der Druck auf die Verleger erhöht worden sei. In der Öffentlichkeit war der Ausstand weitgehend unbemerkt geblieben, nachdem sich auch die Zeitungen große Zurückhaltung bei der Berichterstattung auferlegt haben. (30.6.2016)  


Bürgerfoyer "Zeitungen unter Druck" heute Abend abgesagt

Da kam der Journalisten-Streik dazwischen: Die Stuttgarter Volkshochschule hat das für heute geplante Podium mit Michael Maurer (Stuttgarter Zeitung), Susanne Stiefel (Kontext) und David Rau (Stuggi.TV) abgesagt. Viele KollegInnen - auch der Stuttgarter Blätter - streiken derzeit für mehr Lohn. Der Vize-Chefredakteur der Stuttgarter Zeitung kann daher heute Abend nicht diskutieren, sondern muss produzieren. Und auch die Gewerkschaftsvertretet haben abgesagt. Schweren Herzens hat sich die Stuttgarter vhs dazu entschlossen, das für heute geplante Bürgerfoyer abzusagen - aber nicht zu vergessen. "Die  Medienlandschaft Stuttgart ist uns wichtig", betont Ulrike Rinnert, Stabstelle Beteiligung, "wir wollen das Thema im Herbst wieder im Bürgerfoyer aufgreifen." (29.6. 2016)


Büttel der Bahn - nein danke

Vor dem S-21-Lenkungskreis am Donnerstag (30.6.) wird Verkehrsminister Winfried Hermann und Oberbürgermeister Fritz Kuhn (beide Grüne) heftig ins Gewissen geredet. Der Theologe Martin Poguntke vom Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 erklärt, die Projektgegner hätten es aufgegeben zu hoffen, dass "wir politische Helden an die Macht gebracht haben". Aber verlangt werden könne, dass sie ihr Amt "nicht so ganz der Würdelosigkeit preisgeben". Konkret bedeute das:

Fordern Sie von der Bahn die restlose Offenlegung aller Zahlen und deren Überprüfung durch eine wirklich unabhängige Stelle. Sie haben nicht das Recht, sich auf die Bahn einfach zu verlassen - denn Sie sind uns, dem Souverän, gegenüber verantwortlich.

Fordern Sie, dass die Bahn dem Vieregg&Rössler-Gutachten von mindestens 9,8 Milliarden nicht nur blumig widerspricht, sondern es Punkt für Punkt mit konkreten Zahlen widerlegt. Es geht hier nämlich nicht nur um eine Kostensteigerung von wenigen hundert Millionen, sondern seit 2009 sind die von der Bahn scheibchenweise eingestandenen Kosten um 3,4 Milliarden von 3,1 auf 6,5 Milliarden gestiegen - das sind über 100 Prozent in sieben Jahren.

Fordern Sie - wenn schon keinen Projekt-Abbruch - wenigstens ein Moratorium, bis alle strittigen Fragen geklärt sind. Denn in weniger als der Hälfte der geplanten Bauzeit hat die Bahn 99 Prozent des Risikopuffers von 1,5 Milliarden verbraucht. Es kann nicht sein, dass die Bahn jetzt immer weiter baut, immer mehr Verpflichtungen eingeht, ein immer höheres Erpressungspotenzial an schon ausgegebenem Geld aufhäuft - bevor geklärt ist, wie sie das bezahlen will.

Fordern Sie eine ergebnisoffene Gegenüberstellung der Chancen und Risiken von S21 mit den Chancen und Risiken eines Umstiegs auf den modernisierten Kopfbahnhof und verstecken Sie sich nicht hinter dem angeblichen Ergebnis der Volksabstimmung. Kein halbwegs verantwortlicher Politiker kann ignorieren, dass ein Umstieg auf eine Modernisierung des Kopfbahnhofs nur ca. 2 Milliarden kosten würde und dass nur 1,5 Milliarden des bereits verbauten Geldes wirklich verloren, also viele Milliarden gespart wären - dafür, dass wir einen besseren Bahnhof bekommen, als es S21 je hätte sein können.

Und schließlich bei all Ihren Forderungen: Nennen Sie Konsequenzen, für den Fall, dass Ihre Forderungen nicht erfüllt werden. Was tun Sie, wenn die Bahn nicht auf Ihre Forderungen eingeht? Denn Forderungen ohne Ankündigung von Konsequenzen sind leeres Gerede fürs Publikum.

Zeigen Sie einmal, dass Sie nicht die Büttel der Bahn sind! Zeigen Sie einmal ein klein wenig politische Größe! Zeigen Sie einmal, dass der Lenkungskreis wirklich lenkt!


Ein Zeichen für Europa

Über Stuttgart wehen EU-Flaggen! Mit der Verkündung des amtlichen Endergebnisses der Volksabstimmung in Großbritainnien über den Austritt aus der EU werden auf der Villa Reitzenstein und dem Neuem Schloss in Stuttgart europäische Flaagen gehisst. Die grün-schwarze Koalition möchte damit ein Zeichen für Europa setzen. "Wir wollen unsere proeuropäische Haltung deutlich zeigen", so Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Die gehöre in Baden-Württemberg "zur Staatsräson". Als "überzeugten Europäer" treffe ihn die Entscheidung der Briten "ganz persönlich ins Mark". Europa sei in den Grundfesten erschüttert.


AfD-Fraktion schließt Gedeon vorerst nicht aus

Die Zerreißprobe in der "Alternative für Deutschland" (AfD) ist aufgeschoben. Ihr Bundesvorsitzender Jörg Meuthen, zugleich Chef der baden-württembergischen Landtagsfraktion, hatte am Dienstag jedenfalls keine erforderliche Zweidrittelmehrheit für den Ausschluss von Wolfgang Gedeon. Über die Äußerungen Gedeons, Anhänger der antisemitischen "Protokolle der Weisen von Zion", wird jetzt statt dessen ein Gutachten bei drei Fachleuten in Auftrag gegeben – von Religionswissenschaftlern ist die Rede, ein Experte soll jüdischen Glaubens sein –, um die von Meuten selbst erhobenen Antisemitismus-Vorwürfe gegen den Singener Mediziner zu überprüfen. Der lässt vorerst seine Mitgliedschaft in der Fraktion ruhen und wird im Plenarsaal auch einen neuen Platz erhalten.

Fraktionsgeschäftsführer Bernd Grimmer erklärte nach den dreistündigen Beratungen, die für einen Ausschluss notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit sei nicht klar gewesen und etwa ein Drittel der Abgeordneten nicht bereit gewesen, Meuthen zu folgen. Sie schätzten den Stellenwert von Meinungsfreiheit höher ein als den einer "politisch korrekten Ausdrucksweise". Sollte die Fraktion nach der Sommerpause und der Bewertung des Gutachtens abermals nicht bereit sein, dem von Meuthen seit Tagen vehement verlangten Antrag auf Ausschluss Gedeons zuzustimmen, bleibt der dabei, seinerseits die Fraktion verlassen zu wollen. Außerdem gibt es Gerüchte, dass eine Handvoll Abgeordneter Gedeon – im Falle seines Ausschlusses – nicht allein gehen lassen, sondern mit ihm aus der Fraktion ausscheiden wolle.

Nicht nur im Internet tobt seit Tagen eine heftige Auseinandersetzung über den künftigen Kurs der Partei, die sich zur Retterin Deutschlands ernannt hat. Meuthens Co-Vorsitzende auf Bundesebene Frauke Petry hat sich öffentlich gegen ihn gestellt, ist damit aber im Bundesvorstand isoliert. Zahlreiche Mitglieder des rechten Flügels verlangen von dem Kehler Wirtschaftsprofessor, von sich aus die AfD zu verlassen. "Die Bewegung muss sich von Volksverrätern wie Meuthen trennen", postet ein Thorsten Baeuml. Und weiter: "Linksversiffte Gutmenschen braucht die Bewegung nicht! Ein Krebsgeschwür wird auch entfernt, so lange es noch geht und Meuthen hat sich zur Selbstoperation verdonnert. Gut so!" Den Ausdruck "linksversifft" hatte Meuthen selbst vor Wochen benutzt, ihn allerdings auf die ganze Bundesrepublik bezogen.


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"Der Feldberg ist unser Sehnsuchtsort." Fotos: Joachim E. Röttgers

"Der Feldberg ist unser Sehnsuchtsort." Fotos: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 181
Gesellschaft

"Man sollte die EnBW filetieren"

Von Susanne Stiefel
Datum: 17.09.2014
Die Stromrebellen aus Schönau ziehen sich zurück. Ursula und Michael Sladek sitzen im kommenden Jahr nicht mehr im Vorstand der Netzkauf Schönau EWS. Doch Rosenzüchten und Klappe halten steht nicht in ihrem Lebensplan. Ein Gipfelgespräch auf dem Belchen, dem Hausberg der Sladeks, über die Stuttgarter Stadtwerke, konkrete Utopien und Sehnsuchtsorte.

Frau Sladek, Herr Sladek, Sie sind für viele die Garanten für Unabhängigkeit von Energiekonzernen und für sauberen Strom. Nun ziehen Sie sich zurück. Stuttgarter, die zu den hiesigen Stadtwerken gewechselt haben, fürchten nun, dass es aus ist mit dem sauberen Strom.

Michael Sladek: Überhaupt nicht. In unserem Gesellschaftervertrag mit den Stadtwerken Stuttgart steht klar, dass wir über die Stuttgarter Vertriebsgesellschaft mbH weiter die gleiche gute, atomstromfreie Qualität liefern, für den die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) stehen.

So klar war das offensichtlich nicht. Frau Sladek, Sie haben kürzlich einen klärenden Brief an die Stuttgarter EWS-Kunden geschrieben.

Ursula Sladek: Es ist durch unsere Beschwerde beim Bundeskartellamt viel diskutiert worden über das Stromnetz und die Beteiligung der EnBW und das hat die Leute verwirrt. Es ist mir ein Anliegen, unseren EWS-Kunden klar zu machen, dass wir mit der EnBW nichts zu tun haben. Denn das Netz und der Vertrieb sind zwei vollkommen getrennte Dinge. Wir sind in den Stadtwerken Stuttgart Partner im Vertrieb, die EnBW ist Partner im Netzbetriebe und dazwischen gibt es einen dicken, roten Strich.

Trotz dickem, rotem Strich: Nun sitzen die Stromrebellen, die einst in Schönau das Netz gekauft haben, mit der EnBW, einem der vier großen deutschen Energiegiganten, unter dem gemeinsam Dach der Stadtwerke.

Michael Sladek: Unser Wunsch war es, dass die Stuttgarter Stadtwerke nicht nur den Vertrieb, sondern auch das Netz in Eigenregie übernehmen. Nun haben die Stadtwerke Stuttgart die Netzkonzession zusammen mit der EnBW bekommen. Der Hickhack, der jetzt um Netz-Übergabestellen läuft, war vorauszusehen und wäre mit einem anderen Partner besser zu lösen gewesen. Die Energiewende wird durch den Sachverstand der Bürger möglich, nicht durch die Energiekonzerne, die die Entwicklung weg von den fossilen Brennstoffen und weg von der Atomenergie verschlafen haben.

Ursula Sladek: Es sind die Bürger, die die derzeit 25 Prozent aus erneuerbaren Energien geschaffen haben. Jede zweite Kilowattstunde erneuerbare Energie stammt heute aus Bürgerhand. Und die Bürger werden sich nicht bremsen lassen, auch wenn die Politik im Moment eher rückwärtsgewandt ist statt nach vorne zu gehen. Wir brauchen Energiegenossenschaften, dezentrale Energieversorgungsstrukturen und Bürgerbeteiligung.

Auch die Belchenbahn fährt mit Rebellenstrom.
Auch die Belchenbahn fährt mit Rebellenstrom.

Das hört sich nicht nach Ruhestand an, nach Rosenzüchten, Ruhe geben und Klappe halten.

Michael Sladek: Wenn man ein rebellisches Gen hat, kann man das nicht so einfach ablegen. Außerdem bin ich, wenn es unser EWS-Vorstand so will, weiterhin einer von zwei Geschäftsführern der Vertriebsgesellschaft der Stadtwerke Stuttgart.

Ursula Sladek: Ende des Jahres sind wir beide nicht mehr im Vorstand der EWS. Aber das heißt doch nicht, dass ich jetzt Rosen züchte. Ich arbeite gerade an einem Studienprojekt zur Stromeinsparung. Denn wenn wir die Energiewende umsetzen wollen, müssen wir die Energieverschwendung in den Griff bekommen. Das liegt mir seit dem Beginn unseres Engagement, seit dem Atomunfall von Tschernobyl 1986, sehr am Herzen. Und jetzt, wo ich aus dem Alltagsgeschäft der EWS zum Ende des Jahres raus bin, hab ich dafür Zeit.

Mit welchem Forschungsinstitut arbeiten Sie zusammen?

Es handelt sich um ein renommiertes Forschungsinstitut in Deutschland, mehr kann ich heute nicht sagen.

Sie ziehen sich aus der EWS zurück, Ihre Söhne übernehmen. Man könnte meinen, die EWS sei ein Familienunternehmen und keine Genossenschaft.

Ursula Sladek: Wir, und damit meine ich die gesamte EWS mit Aufsichtsrat und Geschäftsführung, haben lange Zeit nach Nachfolgern gesucht. Und am Ende haben sich unsere Söhne als die beste Wahl erwiesen. Die wurden auf Herz und Nieren geprüft und für gut befunden. Bei ihnen ist am besten gewährleistet, dass der Geist der EWS fortgeführt wird. Die EWS strebt schließlich nicht nach Profitmaximierung, sondern will möglichst viel bewegen.

Was qualifiziert die Söhne dazu? Das ererbte Rebellengen oder dass sie schon als Kinder mit dem Kampf gegen Atomstrom aufgewachsen sind?

Michael Sladek: Meine Söhne Sebastian und Alexander kommen aus ganz anderen Bereichen. Der eine hat Archäologie studiert und promoviert, bevor er in die EWS eingetreten ist. Der andere hat sich der Philosophie zugewandt.

"Die Grünen denken nicht groß genug."
"Die Grünen denken nicht groß genug."

Das klingt nach exotische Voraussetzungen, um Vorstand eines alternativen Energieunternehmens zu werden.

Michael Sladek: Das sind die besten Voraussetzungen, um grundsätzlich über Strukturen nachzudenken, denn die EWS hat nicht nur einen energie-, sondern auch einen gesellschaftspolitischen Auftrag. Da kann Philosophie nicht schaden. Außerdem haben beide Söhne Betriebswirtschaft studiert. Ich hab immer gesagt: Ihr könnt studieren, was ihr wollt, aber Betriebswirtschaft muss dabei sein. Sebastian ist im Moment Geschäftsführer im Vertrieb und hat das gesamte Gasgeschäft aufgebaut. Und ab kommenden Jahr hat er Ensinger Sprudel als Großkunden gewonnen. Unsere Söhnen sind keine Kopien ihrer Eltern, sie setzen schon ihre eigenen Duftmarken. Darauf bin ich stolz.

Ursula Sladek: Und Alexander ist derzeit Geschäftsführer der EWS Energie GmbH, die Wind- und Fotovoltaikanlagen aufbaut und hat außerdem ein viel besseres IT-Verständnis als wir. Man kann sagen, er ist der Innenminister und Sebastian ist der Außenminister der EWS.

Seit Tschernobyl sind Sie beide beharrliche Kämpfer für eine saubere Stromversorgung. Sie haben gegen Atomstrom gekämpft, 1997 das Stromnetz in Schönau gekauft, sie haben die EWS gegründet, die heute fast 100 Mitarbeiter beschäftigt und nun sind Sie im Vertrieb der Stuttgarter Stadtwerke aktiv. Woher nehmen Sie die Energie für dieses Engagement?

Ursula Sladek: Erst kürzlich hat ein Besucher gesagt: Es ist so schön hier, da versteht man, warum ihr euch für die Umwelt einsetzt. Das ist sicher ein Impuls. Aber die Energie ist ein Thema, das mehr ist als die schöne Landschaft. Es geht darum, wie unsere Kinder und Kindeskinder, wie die Menschen in Zukunft leben werden. Das halte ich für ein sinnvolles Ziel und das gibt mir Kraft.

Michael Sladek: Wir haben in unserem Kampf faszinierende Menschen getroffen, die Gespräche und der Austausch über Energie-, aber auch über Zukunftsfragen, das hat mich immer wieder fasziniert. Mit Professor Nico Paech von der Uni Oldenburg diskutiere ich derzeit über Postwachstums-Fragen. Es ist auch der Gedankenaustausch, etwa über die Sinnhaftigkeit des Geldes, der die Energie bringt, weiterzumachen.

Ursula Sladek: Wir haben das Ehepaar Ritter kennen gelernt, das nicht nur gute Schokoloade herstellt, sondern dafür schon seit Jahren Strom von der EWS bezieht und sich künstlerisch und sozial engagiert. Aber auch die Gespräche mit viele unserer EWS-Kunden, die nicht so bekannt sind, sind anregend und bringen immer wieder neue Ideen und Bestätigung. Es baut auf, wenn man sieht, dass auch andere an der Veränderung der Welt arbeiten und dabei pfiffige Ideen haben.

1996 Ökomanager, 1999 Nuclear-Free Future Award in Los Alamos, 2007 Deutscher Gründerpreis und last but not least Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg: Die Ehrungen waren sicher auch Rückenwind und haben Sie, Frau Sladek, sogar bis ins Oval Office geführt. Wie ist es, dem mächtigsten Mann der Welt die Hand zu schütteln?

Ursula Sladek: Vor drei Jahren habe ich den Goldman Environmental Prize verliehen bekommen. Im Oval Office zu stehen, wo die Fäden der Macht zusammenlaufen, war schon beeindruckend. Ich habe die Gelegenheit genutzt, Barack Obama eine Broschüre zu überreichen, in der wir zusammen mit einem Fachjournalisten 100 Gründe zusammengetragen hat, die gegen Atomstrom sprechen. Das haben wir vorher natürlich auf englisch übersetzen lassen.

Im Weißen Haus wird Sicherheit groß geschrieben. Wie haben Sie es geschafft,  Ihr subversives Geschenk an den strengen Kontrollen vorbei zu schmuggeln?

Ursula Sladek: Ich hab mich einfach drauf gesetzt. Damals saß ich im Rollstuhl, weil ich mir kurz zuvor das Bein gebrochen hatte. Ich hoffe mal, Barack Obama hat das inzwischen gelesen. Denn die Amerikaner machen sich ja Gedanken, wie sie mehr Klimaschutz erreichen können und denken dabei an Atomkraft. In unserer Broschüre steht, warum das der falsche Weg ist.

Nach Tschernobyl sind Sie als Neulinge in ein Geschäft eingestiegen, von dem Sie bis dato keine Ahnung hatten. Damals, also 1986, wurden Sie als Utopisten bezeichnet. Es war als Beschimpfung gedacht, hat aber im Blochschen Sinne der konkreten Utopie eine kleine Veränderung der Gesellschaftsverhältnisse bewirkt. Wie wichtig ist dabei gute Laune oder mit Ernst Bloch gefragt: Braucht es für diesen Kampf militante Optimisten?

"Mehr Energiesparen, weg von den großen Konzernen."
"Mehr Energiesparen, weg von den großen Konzernen."

Ursula Sladek: In der heutigen Zeit ist militant ein schwieriges Wort. Aber wenn es bedeutet, dass man durchsetzungsstark und mit dem Willen nach Veränderung ein Ziel erreichen will, bin ich damit einverstanden.

Michael Sladek: Militant würde ich gerne ersetzen durch stur und konsequent. Veränderungen fallen einem nicht in den Schoß, man muss schon die Ärmel hochkrempeln und man darf die gute Laune nicht verlieren.

Das Prinzip Hoffnung hat Sie also beflügelt?

Michael Sladek: Wer keine Hoffnung hat, wird ohnmächtig und ist gelähmt. Wir haben die Ohnmacht nach Tschernobyl erlebt, da hat man gespürt, diese Technik überrollt alles. Aber aktiv zu werden und die Ohnmacht überwinden, das ist wichtig.

Man muss ins Gelingen verliebt sein, und nicht ins Scheitern. Auch das ist von Ernst Bloch.

Michael Sladek: Optimismus, Zuversicht und Hoffnung, das ist wichtig. Ebenso wie das Lachen, sonst ist man schon vorzeitig tot. Es gibt ein Leben vor dem Tod und das hat viel mit Lust und Freude zu tun. Lust an der Natur, an den Herbstfarben des Waldes, das ist Lebensfreude und ganz wichtig für mich. Alles andere macht krank.

Wie sieht Ihre konkrete Utopie, Ihre Hoffnung auf die Zukunft aus?

Ursula Sladek: Ich wünsche mir, dass es uns gelingt, die Menschen nicht nur von unserem sauberen Strom, sondern auch von unserer Zukunftsvision zu überzeugen. Dass wir sie mit einem positiven Virus infizieren. Der soll eine Diskussion und ein Engagement entfachen, wie wir in Sachen Energiewende und Bürgergenossenschaften weiterkommen. Und wenn sich mehr Menschen engagieren, für die Energieversorgung in Bürgerhand kämpfen, sich auch sonst für ihre Belange einzusetzen im Sinne von Mitgestaltung und Beteiligung, dann ist die Utopie schon sehr konkret geworden.

Sehen Sie dabei in den Grünen in Baden-Württemberg Bündnispartner oder eher Bremser?

Michael Sladek: Die Grünen nehmen die Energiewende sehr ernst. Sie wurden von der Realität eingeholt, als sie die Regierung übernommen haben und ihnen die EnBW dabei in den Schoß, aber eher auf die Füße gefallen ist. Was soll man jetzt mit einem landeseigenen Energiegiganten machen, der dazuhin noch auf Atomstrom ausgerichtet war? Konsequent wäre es aus meiner Sicht, die EnBW als Vergangenheit zu sehen. Denn es reicht nicht, die Energieproduktion nur auf Grün zu stellen. Wir brauchen auch andere Strukturen.

Ursula Sladek: Wir müssen weg von den großen Konzernen, hin zu dezentralen Strukturen und wir müssen Energiesparen mehr einbeziehen in unsere Energieversorgung. Das geht nur ohne die großen Konzerne.

"Unsere Visionen lassen sich nicht von vermeintlich unüberwindlichen Realitäten abschrecken."
"Unsere Visionen lassen sich nicht von vermeintlich unüberwindlichen Realitäten abschrecken."

Hübsche Idee. Aber nun haben wir vier großen Energieriesen in Deutschland. Die EnBW gehört auch zu diesem Quartett und ist außerdem ein landeseigenes Unternehmen. Was erwarten Sie von den Grünen im Land?

Michael Sladek: Ich schätze Herrn Kretschmann und Herrn Kuhn sehr und ich sehe auch, in welchem Dilemma sie sich mit der EnBW befinden. Aber die Grünen denken nicht groß genug. Man darf keine Angst haben, auch die Strukturen in Frage zu stellen. Ich bin kein Politiker, aber eigentlich müsste man sich überlegen, die EnBW zu filetieren. Die guten Teile, die es ja auch gibt, nimmt man und mit dem Rest macht man einen Bad-Energieversorger wie bei einer Bad-Bank. Das ist nicht einfach, aber ich wünsche mir von den Grünen dabei mehr Mut und Veränderungsbereitschaft. Denn die EnBW verwandelt sich nicht einfach in ein grünes Unternehmen, nur weil die Grünen jetzt an der Regierung sind.

Ursula Sladek: Sie sehen das jetzt bei den Verhandlungen mit der EnBW, ob es um das Wasser oder um das Stromnetz geht. Die Zentralisten werden, wie die Jahrzehnte zuvor schon immer, um ihre Interessen kämpfen und, wie in Stuttgart, lukrative Teile des Stromnetzes nicht herausgeben wollen. Die Grünen müssten den Mut haben, diese Strukturfragen anzugehen. Aber auch da bin ich optimistisch und habe die Hoffnung nicht aufgegeben.

Michael Sladek: Wenn wir jetzt vom Belchen runter schauen, sehen wir weitere Projekte, die uns Hoffnung machen. In Schopfheim etwa, wo wir dabei sind, Windräder aufzustellen. Oder dort im Wiesental, wo wir einen Netzbetrieb in Bürgerhand aufbauen.

Und dennoch schauen Sie immer wieder begehrlich rüber auf den höchsten Gipfel dort im Osten, auf den Feldberg.

Michael Sladek: Der Feldberg ist ein Sehnsuchtsort. Dort haben wir die windhöffigste Lage...

 ....dort bläst der Wind am stärksten...

 ....in ganz Baden-Württemberg. Sieben Windräder dort würden etwa 30 Windräder im Land ersetzen.

Vorsicht, Naturschutzgebiet, eines der ältesten in Baden-Württemberg. Da ist der Milan und das Auerhuhn vor.

Ursula Sladek: Naturschützer sagen, der Auerhahn hält das Windrad für einen Raubvogel und ist dauernd in Alarmbereitschaft. Aber dafür sorgen schon längst die vielen Ausflügler auf dem Feldberg. Hier auf dem Belchen haben wir einen sanften Tourismus, auf dem Feldberg nicht. Der ist längst versaut. Und die Windräder wären gut für eine saubere Energie.

Sie geben die Hoffnung wohl nie auf?

Ursula Sladek: Nein, als sture Rebellen haben wir schließlich einen Ruf zu verlieren.

Michael Sladek: Unsere Visionen lassen sich nicht von vermeintlich unüberwindlichen Realitäten abschrecken. Wir haben mit der Übernahme des Schönauer Stromnetzes schon einmal erlebt, dass das scheinbar Unmögliche möglich wurde. Das hält die Hoffnung wach.

 

Gipfelgespräch auf dem Belchen: Ursula und Michael Sladek mit Kontext-Redakteurin Susanne Stiefel.anne Stiefel.
Gipfelgespräch auf dem Belchen: Ursula und Michael Sladek mit Kontext-Redakteurin Susanne Stiefel.

Der Belchen ist der Hausberg der Sladeks. Dorthin sind sie mit ihren fünf Kindern hinauf gewandert im Sommer und im Winter konnten sie mit ihren Skiern von oben direkt vor die Haustür fahren. Außerdem beliefern die Elektrizitätswerke Schönau die Belchenbahn seit vielen Jahren mit sauberem, atomenergiefreien Strom. Von hier oben aus sehen die Stromrebellen nicht nur den Sehnsuchtsort Feldberg, den sie am liebsten mit sieben Windrädern bestücken würden, sondern auch auf das Schweizer AKW Leibstadt und das französische Fessenheim. Das schreckt Ursula und Michael Sladek nicht, ist es für sie, die sich selbst als "sture Optimisten" bezeichnen, doch nicht mehr als ein Fossil aus der Vergangenheit. Sie zeigen lieber auf die Schwarzwaldgipfel, auf denen demnächst EWS-Windräder stehen sollen oder ins Wiesental, wo sie die Energieversorgung in Bürgerhand aufbauen. Und weiter sehnsüchtig auf den "windhöffigen" Feldberg, wo es besonders stark bläst.


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Kommentare

Andreas Spreer, 21.09.2014 09:40
Bei diesen zwei singulären Persönlichkeiten reicht es nicht aus den Hut zu ziehen. Allergrößte Verehrung meinerseits! Aber vermutlich wünschen sie sich Ehrfurcht weniger als Eigeninitiative. Wunderbar, mutmachend. Vielen Dank.

Floh, 19.09.2014 14:01
Die selbe "Fachkompetenz" die bei S21 am Werk ist kümmert sich auch um die Energiewende. Man nennt es auch das "System Merkel".
Wer wissen möchte warum die Energiewende schon lange möglich ist und wie sie mit vermeintlicheh Argumenten blockiert wird, sollte sich Info's von echten Experten holen (BUND, GREENPEACE, unabhängigen Wissenschaftlern, etc. Die schwarz, rot (SPD), grüne Politik vertreten ausschließlich die Interessen der Energieriesen. Und die verdienen an einer zentralisierten Öl, Gas, Kohle Politik Milliarden.

I. Flimrick, 19.09.2014 11:33
Hurra! Windräder! Na da könnt ihr bald mal zu uns nach Esslingen kommen, wir zeigen Euch, wie man 10-12 Anlagen in der Höhe des Fernsehturms in ein Landschaftsschutzgebiet und Naherholungsgebiet mitten im Ballungsraum stellt und zwar direkt vor die Nase einer kleinen Nachbargemeinde, nicht mehr als 480m von Wohnbevölkerung in einem Mischgebiet entfernt. Dort zeigen wir Euch, wie Basta-Politik der Landesregierung sich mit dem kommunalpolitischen Interesse des vor der Wiederwahl stehenden Bürgermeisters mischt. Wir zeigen Euch, wo der Hase langläuft, wenn sich entgegen bestehender Verordnungen innerhalb der verbotenen Zone des Funkfeuers vom Verkehrsflughafen Stuttgart politischer Wille in Form von Windrädern über Vernunft hinwegsetzt. Wir können Revue passieren lassen, wie Landesgesetze und Verordnungen nach und nach angepasst werden, sodass Widerspruch unmöglich wird.
Dann könnt ihr uns fragen, ob nicht vielleicht doch der Windmessmast wg. fehlendem Wind für das Aus des Windparks auf dem Schurwald sorgen könnte. Aber dann sagen wir Euch, das wissen wir nicht, weil die Ergebnisse geheim sind. So geheim, dass das anscheinend in den Ausschüssen des Landtags ein Thema ist, an dem man sich recht heftig verbrennen kann, weil Geheimhaltung angeordnet wurde. Unser Wind ist geheim und an die Ergebnisse der Messung müssen wir glauben! Im Namen des klammen Herrn hat dessen evangelisches Bodenpersonal schon einmal genügend Boden für den substituierten Windkommerz versprochen. Vielleicht erzählt auch jemand davon, wie DER Bürgermeisterkandidat in Esslingen gestern sinngemäß in einem Nebensatz davon gesprochen hat, dass man das schon durchsetzen wird.

Und nebenbei kreist über allem der Rote Milan. Noch, weil schon mal der halbe Schurwald gerodet wird, bevor da jemand auf die Idee kommt ornithologische Gutachten machen zu lassen.

leo löwe, 19.09.2014 09:33
Also, vielleicht sollten die Energiewerke Schönau (EWS) ganz einfach die EnBW AG übernehmen? -- Der Vorteil liegt auf der Hand Dadurch könnte die Energiewende hierzulande mit viel Rückenwind und besonders auch in den "tiefschwarzen" Regionen erfolgen. Und die Frage der Netze wäre dann auch sauber geklärt.

Sieben Nordex-Windgeneratoren auf dem Feldberg wären mir auf alle Fälle viel viel lieber als noch so ein teurer "Offshore"-Windpark in der Nordsee oder ein unrentabler Pumpspeicher im Hotzenwald. Hier im "Ländle" wird die Öko-Energie ja schließlich sofort und direkt benötigt, die Erzeugung von Windstrom erfolgt also direkt vor der Haustür.

Der "Höchste" als AKW-Ersatz, das hätte doch was. Und der Feldberger Hof kann dann zu "Wind & Wellness -Wochen" einladen. -- Los geht's!

Helmut, 18.09.2014 20:26
Bei allen Diskussionen über die Energiewende sollte man über einige Grundkenntnisse über diese Energie verfügen:

1. Strom ist kein Produkt welches man in beliebigen Mengen herstellen kann. Der ist in den Stromleitungen in Form von freien Elektronen vorhanden die in einem geschlossenen Kreis bewegt werden müssen. Deshalb kann kein einziges Watt produziert werden wenn nicht gleichzeitig ein Verbraucher eingeschaltet ist. Die Energie muss dann vorhanden sein wenn sie gebraucht wird. Ist in anderen Lebensbereichen genauso.

2. Bei allen Diskussionen ist eine Frage noch nie beantwortet worden. Wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht wo kommt dann der Strom her. Da kann es nur eine Antwort geben. Daher wo der Strom bisher immer gekommen ist. Auch für diejenigen die ausschließlich sauberen Strom beziehen wollen.

3. Fazit: Wind und Sonne geht nur wenn entsprechende Speicher zur Verfügung ständen. Die benötigten Kapazitäten übersteigen jede Vorstellungskraft und sind nicht realisierbar. Deshalb haben alle Beiträge ohne eine Lösung dieses Problems aufzuzeigen wenig Sinn. Die Energiewende ist politisch nicht lösbar sondern nur mit Fachwissen. Um z.Z. die Versorgung sicherzustellen müssen beide Erzeugungsarten parallel laufen. Das alleine verursacht die höheren Kosten.

4. Kohle, Gas und Öl ist ein Auslaufprodukt und steht nicht mehr lange zur Verfügung.

5. Strom aus Biogas ist ein Verbrechen. Bis Ende 2014 soll es 7900 Anlagen geben. Der Maisverbrauch ist pro Anlage bis zu 1400 ha. Mit Benzin aus Weizen nähert sich die benötigte landwirtschaftliche Fläche der 25% Marke unserer Gesamtfläche.

6. Eine seriöse Energiewende geht nur mit Energie die ständig zur Verfügung steht. Z.B. Flusskraftwerke, Erdwärme, Gezeiten. Wird nicht diskutiert weil es sich nicht rechnet..

7. Ohne Lösung des Speicherproblems wird die Energiewende der Flop des Jahrhunderts. Haben mittlerweile auch die Verantwortlichen erkannt.

Der Euphorie folgt zunehmend Ernüchterung bei Allen. Die statistisch immer höheren Anteile der „Erneuerbaren“ von 25% tendieren bei Dunkelheit, Windstille und 10 Grad minus gegen Null. Im Videotext Seite 187 – 189 kann man täglich die Werte ablesen. Am 04.07. Wind = 3,2% und Sonne 14,5%. Am 05.07. Wind = 7,2% und Sonne 8,4% des mittleren täglichen Stromverbrauchs. Im Juni öfter Wind von 0,7%.

Damit kann man keine Energiewende zaubern. An diesem Betrug verdienen sich ausschließlich unsere Finanzmafia eine goldene Nase.

Lothar, 18.09.2014 13:18
trollig invinoveritas trollig

Ruedi, 17.09.2014 19:01
DAS habe ich auch schon immer gesagt! Windräder auf den Feldberg. Dort sind sowieso so viele Touristen und touristisch ausgebaut, einige Windräder würden diese Landschaft wieder verschönern. Am Besten gleich die E126 damit sichs lohnt!

Es braucht mehr solcher Menschen wie Sladeks!!

invinoveritas, 17.09.2014 12:23
Mit diesem selbstverliebten Interview haben sich die Sladeks wahrlich keinen Gefallen getan. Konnte man bisher den Hut ziehen vor ihnen und ihrem Lebenswerk, behält man ihn nun doch besser auf dem Kopf und schüttelt den bloß noch. Schlimm genug, dass die beiden so gar kein Problem darin sehen, mit den Stadtwerken Stuttgart zu kooperieren. Noch schlimmer ist der Persilschein, den sie den verkommenen Grünen ausstellen mit der haltlosen Aussage, die nähmen die Energiewende "sehr ernst". Den Vogel schießt aber der Herr Dr. Sladek ab mit "Ich schätze Herrn Kretschmann und Herrn Kuhn sehr". Dabei pfeifen es die Spatzen unter der musikalischen Leitung von Fernderheimat und anderen unbestechlichen Durchblickern doch von allen Dächern, dass es sich gerade bei diesen beiden um besonders gewissenlose Vertreter jener gewissenlosen Politikerkaste handelt, die ganztägig an nichts anderes denkt an als an ihre Macht und ihre Pfründe. Dass ausgerechnet die Sladeks das nicht wissen, ist erschütternd, macht mich sprachlos und einmal mehr deutlich, wie die Mainstream-Medien nun auch schon den sonst doch so klaren Blick vom Belchen trüben. Ich persönlich sehe für den Herrn Dr. Sladek nurmehr diesen Ausweg: Sich bei uns allen öffentlich entschuldigen, zugeben, dass ihm das mit dem Schätzen bloß so rausgerutscht ist, und versprechen, dass er sowas nie mehr wieder sagen will.

FernDerHeimat, 17.09.2014 06:56
Ein (weiterer) toller Artikel über zwei besondere und engagierte Menschen und deren Projekt! Woanders würde man das (so) sicherlich nicht zu lesen bekommen.

Vor allem in Anbetracht einer Bundesregierung, die energiepolitisch lieber wieder in die 50er Jahre "aufbrechen" möchte.

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Ausgabe 273 / "Gysi ist top" / Gerhard Pauli, 30.06.2016 09:11
Ein Rabbi im antiken Galiläa gab dazu folgendes Gedankenexperiment zum besten: Stellt euch einen Bauern vor, dessen Ernte heuer so gut war, dass er seine Scheunen abreißen und neue bauen lassen musste, um alles zu verstauen. Nun sagt er...

Ausgabe 274 / Populismus pur / Fritz, 30.06.2016 06:12
@Dieter Kief: Sie können gern auch weiterhin der offiziellen Berichterstattung in unseren Medien folgen, daß das ja alles nur eine "Bündnispolitik" der NATO ist und die Russen sich gefälligst nicht so haben sollen, wenn man ihre...

Ausgabe 274 / Populismus pur / Dieter Kief, 29.06.2016 23:20
@ Fritz 1) wg. Pilger - dass der 3. Weltkrieg bevorstehe, und dass es starke Hinweise darauf gebe, z. B. in Form von Nato-Truppenbewegungen im Rahmen von Manövern. Nun ja. Was den kontext-Artikel insgesamt betrifft: Die komplexen...

Ausgabe 274 / Rebellion im Remstal / Dieter Binder, 29.06.2016 20:37
Lieber Herr Stephan Nordstadt, hier haben sich einem alten und gern gebrauchten Vorurteil bedient. Nein der Gemeinderat will sich "KEIN" Denkmal setzen! Das Projekt Remstalgartenschau wurde in Arbeitsgruppen "mit" der Bevölkerung...

Ausgabe 274 / Kleines Zubrot für den Kontrolleur / M. Stocker, 29.06.2016 19:04
Danke Kontext dafür, dass diese Eiterbeule der Sozialdemokratie mal wieder angestochen wird. Da gäbe es noch ein paar Kleinigkeiten zu berichten. Z.B. dass Herr Schmiedel es nicht nötig hatte, seine Steuererklärungen rechtzeitig, also...

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