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Auch Hermann will Maut verzögern

Wenn es nach den Grünen geht, wird die Landesregierung gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz oder dem Saarland versuchen, die Einführung der PKW-Maut über den Bundesrat noch zu verzögern oder gar zu verhindern. Verkehrsminister Winne Hermann kündigte einen entsprechenden Vorstoß an. Er habe bereits im Verkehrsausschuss des Bundesrats Position bezogen und insbesondere kritisiert, dass "die Grenzregionen schwer tangiert sind, ausgerechnet in Zeiten, in denen wir den europäischen Geist betonen wollen". Die "Bürokratie-Maut" passe nicht in die Zeit. Außerdem würden Milliarden eingenommen, Milliarden an deutsche Autofahrer wieder zurückgegeben und "vielleicht bleiben ein paar Millionen übrig".

Saarland, Rheinland-Pfalz oder NRW wollen den Vermittlungsausschuss zwischen Bundesrat und Bundestag anrufen, nachdem letzterer die Maut am Freitag beschlossen hat. Das Gesetz ist allerdings nicht zustimmungspflichtig, weshalb die Einführung der Maut auf diesem Wege lediglich verzögert werden kann. Allerdings könnte Verzögerung am Ende auch das Scheitern bedeuten, weil womöglich nach der Bundestagswahl im September die Karten ganz neu gemischt werden, und die CSU bisher bekanntlich die einzige Partei ist, die die Maut wirklich will. (24.3.2017)


Aras legt sich mit Erdogan an

Die Stuttgarter Grünen-Abgeordnete und Landtagspräsidentin Muhterem Aras hat die deutschtürkische Community aufgefordert, sich mit dem Verfassungsreferendum am 16. April kritisch auseinanderzusetzen. Von den Imamen wünscht sich die Stimmenkönigin ihrer Partei bei den Landtagswahlen 2016, dass die "in den Freitagspredigten zu einem respektvollen und fairen Umgang miteinander aufrufen und die hier geltenden Werte von Meinungs-, Presse- und Religionsfreiheit entschieden weitergeben". Sie selber verzichte derzeit auf Reisen in die Türkei, "weil ich nicht weiß, ob ich mich dort frei bewegen könnte". Zugleich müssten sich Demokraten weigern, sich zu Feinden der Türkei machen zu lassen. Aras nutzte eine Landtagsdebatte zum 60. Geburstag der EU auch zu scharfer Krtik am türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, weil der "auf das Infamste" gebaute Brücken wieder einreißen und die Gesellschaft spalten wolle. Von den Vertretern AKP-naher Institutionen erwartet die Grüne eine öffentliche Distanzierung von den "die Opfer verhöhnenden Nazivorwürfen". Im Südwesten dürfen insgesamt rund 230 000 Türken am Referendum teilnehmen – und zwar vorab: Die Wahl beginnt bereits am 27. März und endet am 9. April. (22.3.2017)

Mehr zum Thema: "Meister der Feindbilder", "Unverschämt und dumm"


Stuttgart 21: Aktionsbündnis warnt Aufsichtsrat

Drei Tage vor einer Sitzung des DB-Aufsichtsrats verlangt das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 erneut eine "faktenehrliche Bestandsaufnahme". Sollte sich der Aufsichtsrat wieder um die Auseinandersetzung drücken oder gar unbeirrt den Weiterbau beschließen, so Eisenhart von Loeper, schädige er wider besseres Wissen das Vermögen der Deutschen Bahn AG. "Das würde", erklärt der Bündnissprecher weiter, "den Tatbestand der Untreue erfüllen." Eine strafrechtliche Aufarbeitung sei die Konsequenz; darauf habe das Bündnis zuletzt am 11. März 2017 den Aufsichtsrat per Brief hingewiesen.

Ihren Appell richten die Stuttgart-21-Gegner nicht nur an den Vorsitzenden des Aufsichtsrats Utz-Hellmuth Felcht, sondern auch an den designierten Vorstandsvorsitzenden Richard Lutz. Als erstes sei "eine Bestandsaufnahme der ungelösten Probleme und hohen Risiken notwendig, die sich an den Realitäten und nicht an den Gesichtswahrungsproblemen der politisch Verantwortlichen orientiert". Von Loeper argumentiert damit, dass sich das Projekt "jenseits aller wirtschaftlichen Rationalität bewegt", und mit dem weiter offenen Brandschutz. Außerdem solle der Aufsichtsrat "endlich zur Kenntnis nehmen, dass sich die DB mit S 21 einen Dauerengpass für viel Geld baut, der den Bahnverkehr behindert und den viel beschworenen Deutschlandtakt im Südwesten irreversibel unmöglich macht". Nach der Devise "Politik beginnt mit der Kenntnisnahme der Realität" will das Aktionsbündnis den neuen Bahnchef zu Gesprächen einladen, bei denen sie ihm auch die von der Bürgerbewegung entwickelten Alternativen zum Weiterbau erläutern wollen. Deren "ernsthafte Prüfung" wünscht sich nach einer repräsentativen Umfrage von infratest dimap in Baden-Württemberg sogar eine Mehrheit der Projektbefürworter. (19.3.2017)

Mehr zum Thema: "Bahnfeinde im Bahnvorstand"


IHK will nicht mehr gegen Kakteen polemisieren

Auch ein Vergleich kann ein Erfolg sein: Vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart akzeptierte die IHK Region Stuttgart die Feststellung, dass sie in der Vergangenheit mit Angriffen gegen die IHK-Rebellen der Kaktus-Initiative ihre Kompetenz überschritten hat. Stein des Anstoßes waren zwei IHK-Pressemitteilungen, in denen Hauptgeschäftsführer Andreas Richter gegen die Kakteen polemisiert habe, so Kaktus-Mitglied Klaus Steinke, der in der Folge Klage eingereicht hatte.

Konkret einigten sich die Streitparteien am heutigen Donnerstag, den 16. März, auf folgenden Vergleich: Die IHK Region Stuttgart erklärt, "dass ohne Beratung und Beschlussfassung durch die Vollversammlung keine weiteren öffentlichen Äußerungen der IHK und ihrer Organe über Binnenkonflikte, die keine wirtschaftspolitischen Positionen betreffen, abgegeben werden", und dass es den beiden strittigen Pressemitteilungen "an einer solchen Beratung und Beschlussfassung mangelte". Außerdem trägt die IHK trägt die Kosten des Verfahrens von 5000 Euro.

Für Steinke ist es "ein gutes Ergebnis, weil es die Transparenz innerhalb der IHK stärkt, und weil es deutlich die Frage artikuliert, was Geschäftsführer und Präsident dürfen und was nicht". Zwar wäre es, so Steinke, spannend gewesen, wenn das Gericht in einem Urteil Grundsatzregeln für die Öffentlichkeitsarbeit der IHK aufgestellt hätte. Aber er sei mit dem Vergleich zufrieden, "weil es mir in der Sache nicht darum geht, zu siegen, sondern eine Veränderung innerhalb der IHK zu bewirken". Zudem habe das Ergebnis, so hofft Steinke, auch "eine Signalwirkung auf andere IHKs".

Die Kaktus-Initiative, 2011 gegründet, kritisierte in den letzten Jahren immer wieder intransparente Wahlverfahren und die offizielle Pro-Haltung der IHK zu Stuttgart 21. (16.3.2017)

Mehr zum Thema: "Rebellen im Weinberghäusle" und "Die IHK wackelt nicht".


Afghanistan-Rückkehrer bekommt zweimonatiges Arbeitsvisum

Es ist ein kleines Wunder. Denn trotz der mannigfaltigen Unterstützung in den vergangenen Wochen, glaubten nicht viele seiner Freunde wirklich daran, dass der Zahnarzt Ahmad Shakib Pouya, der in einem französischen Krankenhaus in Herat gearbeitet hat, zurück in die Bundesrepublik kommen kann. Pouya war in seiner früheren Heimat von den Taliban bedroht, floh 2010 nach Deutschland. Hier war er einer der Hauptdarsteller in der vielbeachten Produktion der Mozart-Oper "Zaide" und hatte eine doppelte Zusage auf Festanstellung – vom Münchner Gärtnerplatztheater und der IG Metall. Dennoch wurde er zur Abschiebung vorgesehen, weshalb er am 20. Januar 2017 ausreiste. Seither machten seine Unterstützer vom im Mai 2014 gegründeten Stuttgarter Verein "Zuflucht Kultur. Entweder. Oder. Frieden." bundesweit auf sein Schicksal aufmerksam. Auch mit einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), mit der Bitte um "ein Visum und ein langfristiges Bleiberecht als wertvoller Bürger unseres Landes".

Jetzt kam die gute Nachricht. Der 33-Jährige kann für zwei Monate zurück nach Deutschland. Mitausschlaggebend dürfte ein Schreiben von Georg Podt gewesen sein, dem Intendanten des kommunalen Münchner Kinder- und Jugendtheaters "Schauburg", der Pouya in einer Neuinszenierung von Rainer Werner Fassbinders "Angst essen Seele auf" als Hauptdarsteller besetzt hat. Die Proben sollen in der kommenden Woche beginnen, Premiere wird am 22. April sein. Mitte Mai läuft das Visum aus. Pouya will gemeinsam mit dem Verein die Zeit nutzen, um das angestrebte dauerhafte Bleiberecht zu bekommen. Die Chancen stehen angesichts der 2015 eigentlich gelockerten Regelungen gar nicht so schlecht. Allerdings werden die nach den Erkenntnissen von Pro Asyl oder dem Flüchtlingsrat viel zu selten von den Behörden angewandt.


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Ein Maulwurf als Experte: Cover einer Bahnbroschüre

Ein Maulwurf als Experte: Cover einer Bahnbroschüre

Ausgabe 178
Gesellschaft

Rätsel um Rostbrühe

Von Jürgen Lessat
Datum: 27.08.2014
Blaue Rohre mit brauner Rostbrühe: Nach einer Strafanzeige der projektkritischen "Ingenieure 22" muss die Bahn beim Grundwassermanagement von Stuttgart 21 genauer hinschauen. Die Ingenieure vermuten noch weitere Gewässerschäden. In einer Baugrube des Tiefbahnhofs soll kostbares Mineralwasser sprudeln.

Hans Heydemann ist pensionierter Ingenieur - und er besitzt Ausdauer. Mit Akribie forschten er und seine Mitstreiter von den "Ingenieuren 22" nach Herkunft und Zusammensetzung der braunen Brühe, die derzeit durch das 17 Kilometer lange Rohrsystem des Grundwassermanagements (GWM) von Stuttgart 21 fließt. Kurz nach Inbetriebnahme der Aufbereitungsanlage in diesem Frühjahr hatten die Ingenieure bei eigenen Probenentnahmen die trübe Verunreinigung entdeckt. In Auftrag gegebene Laboranalysen zeigten, dass es sich um stark rosthaltiges Wasser handelt, das über Infiltrationsbrunnen in den Untergrund geleitet wird.

Nachdem Heydemann von Bahn und Behörden monatelang vergeblich Aufklärung und Gegenmaßnahmen zum Schutz des Stuttgarter Grund- und Mineralwassers gefordert hatte, erstatteten die "Ingenieure 22" Anfang August Strafanzeige - gegen vier Beteiligte: die Bauherrin Bahn, das Eisenbahnbundesamt (EBA) als Aufsichtsbehörde, das Umweltamt der Stadt Stuttgart als untere Wasserbehörde sowie die ausführende Wasserbaufirma. Der Tatvorwurf: Strafbare Gewässer- und Bodenverunreinigung. Laut Baugenehmigung darf aufsteigendes Grundwasser aus den Bahnhofsbaugruben nur gereinigt und sauber wieder in den natürlichen Wasserkreislauf zurückgeführt werden.

Braune Brühe blubberte aus umgerissenen Rohren 

Hinter den Kulissen hatten Heydemanns Nachfragen dennoch einige Aktivitäten ausgelöst. Das städtische Umweltamt veranlasste die Bahn, das Infiltrationswassers gezielt auf Verunreinigung durch Rost zu prüfen. Dabei wurden nur unbedenkliche Proben ermittelt - aus Sicht der "Ingenieure 22" ein erwartbares Resultat, weil die Proben unsachgemäß aus dem oberen Brunnenwasser gezogen wurden und nicht am Brunnenboden, wo sich die feinen Rostpartikel ablagern. Schlauer wurden die Behörden nach einem Verkehrsunfall im Juni, bei dem ein Laster nahe der Tiefbahnhofbaustelle blaue Rohre umriss, aus denen sich eine rostbraune Brühe ergoss. Das Missgeschick war Anlass, die Kontrollen nochmal zu intensivieren.

GWM-Rohrsystemskizze: Pfeil markiert aktuellen Wasserandrang (Baugrube 4, Stadtbahntunnel). Grafik: DB
GWM-Rohrsystemskizze: Pfeil markiert aktuellen Wasserandrang (Baugrube 4, Stadtbahntunnel). Grafik: DB

Richtig Bewegung in die Sache kam aber erst durch die Strafanzeige der "Ingenieure 22". Das Eisenbahnbundesamt bestätigte wenige Tage später, "dass der Einleitungsgrenzwert für abfiltrierbare Stoffe möglicherweise nicht durchgehend eingehalten worden sein könnte und dass Rost der Grund für den gemessenen höheren Wert ist". Auch wenn es bislang keine Hinweise gebe, dass die Grundwasserqualität leiden könnte, ordnete die Behörde neben den bisherigen Kontrollen ein zusätzliches "Monitoring" an. Bis zum 17. Oktober nimmt ein Prüflabor regelmäßig Wasserproben an allen Brunnen, über die das für die Bauarbeiten abgepumpte Grundwasser wieder in den Boden eingeleitet wird.

Kritiker warnten bereits 2011 vor Korrosion

Die "Ingenieure 22" und die Parkschützer-Initiative hatten schon Mitte 2011 vor gefährlicher Rostbrühe gewarnt — zu einer Zeit, als die Bahn gerade erst mit dem Aufbau des GWM-Leitungsnetzes begann. Die gemeinsame Erklärung als pdf hier. Heydemann rechnete vor, dass bei vollem GWM-Betrieb jährlich 33 Tonnen Rost aus den korrosionsanfälligen blauen Stahlrohren abgetragen würden. Der permanente Eisenoxideintrag in den Untergrund habe nicht nur "unabsehbare Folgen für den Biochemismus des Bodens und verstoße gegen wasserrechtliche Vorschriften". Gefährdet sei auch das darunter liegende Mineralwasser, weil es Verbindungen zwischen grund- und mineralwasserführenden Schichten gebe. Zudem würde die ständige Korrosion die Rohrwände in drei bis vier Jahren so weit zernagen, dass die Rohre unter ihrem Gewicht zusammenbrechen könnten. Bahn und Behörden widersprachen damals Heydemann. "Der Austrag von Eisenhydroxyd (Rost) ist vernachlässigbar", so das Umweltamt. Der Einfluss des Rosts auf die Rohrstandsicherheit sei zu vernachlässigen. Zudem habe die GWM-Anlage im Schlossgarten einen Ionentauscher, der vorhandenes Eisen mitbehandele.

Laborwerte sprechen für sprudelndes Mineralwasser 

Was in der Aufregung vergessen wurde, ist ein weiterer Verdacht, den die "Ingenieure 22" mit der Strafanzeige hegen. In den verschiedenen Wasserproben stellten drei Analyselabors unabhängig voneinander eine auffällig hohe elektrische Leitfähigkeit, sehr hohe Mineraliengehalte und eine daraus folgende sehr hohe Gesamthärte fest. "Die Werte sind alle jeweils um ein Mehrfaches höher als die entsprechenden Werte des hiesigen Trinkwassers und auch des hier anstehenden Grundwassers", sagt Heydemann. Dagegen liegen die Laborwerte jedoch auffällig nahe in der Größenordnung der Stuttgarter Mineralwässer. "Daraus folgt zwingend, dass es sich bei diesem Wasser um hoch mineralisiertes Wasser aus tieferen Bodenschichten handeln muss", glaubt der Ingenieur. Die Bahn selbst hatte behauptet, dass sie im derzeitigen GWM-Probebetrieb gewöhnliches Trinkwasser verwende.

Mit ihrem Verdacht wandten sich die Ingenieure erneut an die zuständige untere Wasserbehörde, das städtische Umweltamt. Doch wieder warteten sie vergeblich auf. Umso intensiver bohrten sie selbst nach. Das Ergebnis: Das auffällig hoch mineralisierte Wasser aus den blauen GWM-Rohren stammt derzeit aus der Teilbaugrube 4 des Tiefbahnhofs sowie aus der Baustelle zur Verlegung der Stadtbahntunnel, beide im Bereich des Kurt-Georg-Kiesinger-Platzes nördlich des bestehenden Kopfbahnhofs. Die Verhältnisse in diesem Bereich, in der die Stadtbahnröhren künftig das unterirdische nördliche Gleisvorfeld des Tunnelbahnhofs unterqueren, gelten als kompliziert.

Bohrpfähle reichen in schützende Deckschicht

Projektkritiker vermuten, dass die ursprünglichen Pläne wegen Statikproblemen der Stadtbahnröhren geändert werden mussten. In der aktuellen Planung seien die Stadtbahntunnel deshalb zusätzlich um 70 Zentimeter abgesenkt worden. Ein riskantes Vorhaben, weil für die unterirdische Kreuzung bis zu fünf Meter lange Pfähle in die Mineralwasserdeckschicht getrieben werden müssen. Das EBA hat unter Auflagen das geänderte Verfahren genehmigt. "Diese Grundgipsschicht oder Gipsdichtschicht, die das Mineralwasser schützt, ist jetzt angebohrt worden", vermutet Ingenieur Heydemann als Grund für die hohen Mineraliengehalt der Rostwasserproben. In ihrer Strafanzeige sprechen die "Ingenieure 22" vom "Verdacht auf unerlaubte Entnahme von Mineralwasser aus tieferen Erdschichten". Dafür habe die Bahn jedoch kein Wasserrecht, betont Heydemann.

Auf Nachfrage widerspricht ein Sprecher der Stadt Stuttgart: "Das Umweltamt schließt mit Bestimmtheit aus, dass Mineralwasser mit Cannstatter Charakteristik durch die Rohre fließt. Dafür fehlen jedwede Anhaltspunkte." Erhöhte Lösungsinhalte seien laut eigener Experten auf Gipswasser zurückzuführen, sprich auf Zuflüsse von der Gipsauslaugungsfront.

Am Dienstagnachmittag teilte das Eisenbahnbundesamt mit, dass für die ersten Proben des Monitorings das Analyseergebnis vorliegt: "Danach wird der Einleitungsgrenzwert für abfiltrierbare Stoffe eingehalten. Die Ergebnisse für absetzbare Stoffe waren ebenfalls unauffällig." Zuvor schon hatte ein Behördensprecher gegenüber Kontext versichert: "Falls tatsächlich die Gefahr bestünde, dass es zu einer Beeinträchtigung des Wasserhaushaltes kommen könnte, würde das EBA die notwendigen Gegenmaßnahmen unverzüglich anordnen."


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Kommentare

dichtbert, 09.09.2014 20:47
@Ernst Hallmackeneder, 28.08.2014 20:31 - wieso posten Sie so einen Quark nicht einach auf Ihrer IG Bürger Facebook-Fan-Seite? Hier sind zivilisierte Menschen unterwegs mit "normalen" Umgangston. Danke verbindlichst...

Ulrich Frank, 02.09.2014 17:11
"The buck stops here" - solch ein Schild hatte Präsident Harry Truman auf dem Schreibtisch seines ovalen Büros im Weißen Haus stehen (wie auch R.Ronald Reagan später ein solches Zeichen geschenkt bekam). Die Bedeutung ist: hier ist der Ort der unveräußerlichen letztendlichen Verantwortung. Auf dem Schreibtisch FRITZ KUHNs, des gewählten Oberbürgermeisters der Stadt Stuttgart, scheint ein Schild mit einer sinngemäßen Aufschrift zu fehlen. Noch scheint Herr Fritz Kuhn die Bedeutung zu kennen, auf daß ein solches Schild überflüssig wäre. Er müßte nicht einmal über gravierende militärische Angelegenheiten entscheiden - obwohl mit Stuttgart 21 auch die Rücksichtslosigkeit von Strategie, Taktik und Täuschen ins Spiel kommt. Herr Fritz Kuhn müßte lediglich, im Rahmen seines AMTSEIDS welcher aber von den Grünen auf ihre kindliche Weise nur nachgeplappert zu werden scheint, anstatt vorgefertigte Reden zum Weinbau abzulesen, Anweisung erteilen daß Vertreter von Ämtern und Behörden dieser Stadt das tun, wozu sie da sind und wozu sie aus öffentlichen Geldern bezahlt werden: die Interessen der Stadt Stuttgart - und das sind auch, nebenbei, die Interessen der Bürger dieser Stadt - wahrzunehmen, und zwar eigenständig und unabhängig von den Einflüsterungen eines Aktienkonzerns zweifelhafter Kapazität. Stattdessen die Schande von aufgefahrenen "Sprechern" und Dementis.

Verantwortung übernimmt dieses Stadtoberhaupt nicht. Photogelegenheiten sind Fritz Kuhn wichtiger.

Chris_@Ernst Hallmackeneder, 29.08.2014 13:03
Was haben Sie denn geraucht? Oder hab ich die Satire übersehen?

Ernst Hallmackeneder, 28.08.2014 20:31
Ja, ja , jetzt kommen wieder die S-21-Gegner daher...., wei'ls bei der S-Bahn geregnet hat1
Diese unterirdischen Regentropfen sind nichts anderes als die Tränen unseres HERRn über die verirrten S-21-Gegner, die immer noch nicht begreifen wollen, dass dieses Projekt ein liebes Geschenk von IHM an alle redlichen und gottgefälligen Stuttgarter ist. Warum sind denn die gottlosen Sozis von Anfang an dafür gewesen und die Grünen mittlerweile mit aller Vehemenz auch, warum begleiten selbst die Kommunisten wie Rockenbauch und Stocker nur noch am Rande kritisch? Und warum sind die löbliche katholische und die an sich eher nicht so löbliche evangelische Kirche "neutral"? Darum kehret ab von eurer Häresie, denn die Geduld des HERRn ist nicht unendlich. Denn sicher wollt ihr nicht so eine liebevolle, aber strenge Missionierung, wie Sie der HERR beispielsweise durch fromme spanische Christen der südamerikanischen Urbevölkerung hat angedeihen lassen.

@ Bruno Kreisky., 27.08.2014 22:27
Sie halten die 6,5 Milliarden Euro Baukosten vermutlich auch für "glaubwürdig".

Gruß in die Jägerstraße.

Hermann Jack, 27.08.2014 22:10
Wer kontrolliert die Bahn, das EBA und die anderen Projektpartner? Wer stellt sicher, daß es bei Problemen transparent und wahrheitsgemäß zugeht? Gibt es dafür Ablaufpläne?

Beispiel: Massive Probleme mit der Geologie werden durch Baufirma festgestellt. Mineralwassereinbruch oder ähnl. Wann erfahren das die Aufsichtsführenden? Erst nach Filterung durch "Projektprüfer" Dietrich? Wie wird da Wahrhaftigkeit sichergestellt? Der Bahn sollte man nach den bisherigen Erfahrungen nicht einfach blind vertrauen.

Zur kritisch-konstruktiven Begleitung und zur Projektförderungspflicht gehört auch, daß man verhindert, daß die Bahn Probleme vertuschen kann? Wenn man das nämlich zuläßt, wird es am Ende noch teurer? Also. Nochmal. Wer stellt sicher, wann und wie Probleme öffentlich gemacht werden? Es muß da eine Art unabhängiger Ombudsmann eingesetzt werden, der das sicherstellt. Bei Verstößen gegen die Offenlegungspflicht muß es empfindliche Konsequenzen für die DB-Verantwortlichen geben.

Bei OB Kuhn frag ich schon gar nicht mehr an deswegen. Da bekommt man als Bürger keinerlei Antworten mehr.

Ralf Laternser, Geologe, 27.08.2014 15:47
Bruno Kreisky ist tot - und das GWM funktioniert bisher nur theoreisch!

Zum Betrieb des GWM existierten bisher Null Daten. Und das jetzt nach der Kritik der Ing22 ploetzlich hektisch kontrolliert wird, legt nahe, das bisher gar nicht kontrolliert wurde (zumindest was die Chemie angeht). Und das die Eisengehalte im normalen Bereich der Mineralwaesser liegen, stimmt zumindest im Bezug auf die Ing22 - Probe nicht - und wurde vom Eisenbahnbundesamt mit "moeglicherweise nicht durchgehend eingehalten" indirekt bestaetigt. Die Bahn ist verpflichtet grundwasserneutral zu arbeiten - und das durchgehend. Bei einem so fragwuerdigen Projekt mit einem so fragwuerdigen Baugrubenabwasser-Grossexperiment in einem Heilquellenschutzgebiet kann man nicht kleinlich genug sein.

Vom Taschentelefon

Bruno Kreisky, 27.08.2014 13:29
Zu der Sache mit dem Mineralwasser kann ich nichts sagen.

Im Bezug auf die GWM-Rohre halte ich den Artikel aber für journalistisch unsauber und grob einseitig. Hier wird Dramatisierungen unkritisch Raum gegeben. Erneut wird impliziert, dass hier das Grundwasser vergiftet werde. Von „Rostbrühe“ bzw. „gefährlicher Rostbrühe“ ist die Rede. Der vorgeblich durch die unrechtmäßige Probenentnahme gemessene Eisengehalt im Wasser ist grundsätzlich nicht gesundheitsgefährdend und entspricht genau genommen dem natürlichen Eisengehalt einiger Stuttgarter Mineralquellen. Darüber hinaus halte ich es für Glaubwürdig, dass das Wasser vor der Rückleitung angemessen gefiltert wird. Meiner Einschätzung nach anhand der bekannten Daten über das GWM ist es bei der Rückleitung in den Boden sauberer als bei der Entnahme.

Das ist ein gewöhnliches GWM-System mit ganz normalen GWM-Rohren, wie es vielerorts bei derartigen Bauvorhaben genutzt wird.

Ich finde es höchst bedenklich, dass die Kontext hier scheinbar völlig unkritisch und einseitig diesen Blödsinn weiterverbreitet.

Ich bin übrigens selbst Gegner von S21 und ich halte derart unwissenschaftlichen Blödsinn für absolut nicht Hilfreich im Kampf gegen dieses unsinnige Projekt.

Hermann Jack, 27.08.2014 13:13
Kontrollen , die von Projektpartnern getätigt werden, dürfte mit Vorsicht zu begegnen sein, da es hier Interessenkonflikte gibt. Nur unangekündigte und unabhängige Beprobung und Auswertung bietet Gewähr für Glaubwürdigkeit. Das sei auch dem Umweltamt der Stadt Stuttgart in's S 21- Stammbuch geschrieben.

Tom, 27.08.2014 12:42
Was ich mich schon vor Jahren gefragt habe, ist, ob das alles nicht irgendwann als Terrorismus verstanden wird. Wer den Bahnverkehr stört, das Grundwasser verdreckt, den Denkmalschutz mit Füßen tritt, der wirdfrüher oder später zum Terrorist laut Gesetz.
Momentan ist es ja Auslegungssache, aber da wird bis zum bitteren Ende keine Behörde die 6 Milliarden Euro oder mehr aufhalten wollen...

FernDerHeimat, 27.08.2014 07:46
Das Poster gleich am Anfang verrät uns schon am Anfang: Satire vom Feinsten!

Den übliche "Segen" der Bahn zu S21 kennt man auch schon: "Dementi, incompetenti et dillentanti!" Ansonsten weitermachen um jeden Preis.

Jeder normal denkende Mensch weiss, dass bei diesem "Jahrhundertprojekt" von Anfang an der Wurm drinsteckt und einen die Vernunft von der Ausführung des unterirdischen Geld-Grabmahls abhalten sollte.

Aber verlässt man dann den sicheren Hafen der Kontextwochenzeitung und schaut auf die "Online-Präsenzen" der Einheitspresse Stuttgarts - jenes befangene "Triumvirat" aus STN/STZ und SWR und liest die dortigen Kommentare zu den entsprechenden (typisch-einseitigen) Artikeln, dann wird schnell klar, dass Vernunft und Ehrlichkeit in der Landeshauptsstadt wohl eher spärlich gesät sind.

Nur leider sitzen wir alle im selben Boot, ich meine Zug... oder doch Boot - wenn der Bahnhof (wortwörtlich) absäuft. In finanzieller Hinsicht tut er das ja schon.

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