KONTEXT Extra:
NSU-Prozesskosten bei etwa 50 Millionen Euro

Nach 313 Verhandlungstagen äußert sich Beate Zschäpe erstmals selbst im NSU-Prozess und gibt sich als geläutert - neue Erkenntnisse über die Morde liefert ihre Aussage allerdings nicht. Immerhin weiß die Presse nun, wie ihre Stimme klingt. Die Süddeutsche Zeitung findet: "klar, tief, weich, mit leichtem thüringischen Einschlag".

Wann der Marathonprozess (verhandelt wird seit Mai 2013) zu einem Ende kommen wird, scheint aktuell völlig unklar. Sicher ist hingegen: Mit jedem weiteren Verhandlungstag steigen die Kosten für das Verfahren. Und bald könnten diese über 50 Millionen Euro liegen. Im September 2013 sagte Karl Huber, damaliger Präsident des Oberlandesgerichts München, gegenüber dem Münchner Merkur, er schätze die Kosten des Verfahrens auf 150 000 Euro pro Verhandlungstag. Dies sei eine gewaltige Summe, "vor allem, wenn man bedenke, dass die Opfer oder Hinterbliebenen keinen einzigen Euro bekommen haben".

Eine Sprecherin des Oberlandesgerichts bestätigt gegenüber Kontext, dass sich an der Kostenschätzung "im Wesentlichen nichts geändert" habe. Somit liegen die geschätzten Kosten aktuell bei etwa knapp 47 Millionen Euro. Die Sprecherin betont allerdings, dass es bislang noch keine genaue Kalkulation gibt - diese erstelle man erst nach Abschluss des Verfahrens. Dann wird die Rechnung an den Bund gestellt. (29.9.2016)


Blitzschnell gegen die AfD

Grüne, CDU, SPD und FDP wollen mit einer blitzschnell auf den Weg gebrachten Gesetzesänderung das Ansinnen der beiden AfD-Gruppierungen unterlaufen, einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum  Linksextremismus in Baden-Württemberg durchzusetzen. Am kommenden Mittwoch wird der Landtag in erster und zweiter Lesung endgültig eine Änderung des Untersuchungsausschussgesetzes beschließen. Danach können weiterhin zwei Fraktionen das Minderheitenrecht zur Kontrolle von abgeschlossenem Regierungshandeln wahrnehmen, allerdings nur, wenn ihre Mitglieder nicht ein- und derselben Partei angehören. Nach der vorliegenden Tagesordnung wird die gespaltene AfD ihren Antrag unter Punkt zwei einbringen. Es folgt aber keine Abstimmung, sondern eine Überweisung an den Ständigen Ausschuss. Endgültig wird sich der Landtag am 12. Oktober mit dem Begehr befassen, mit dem unter anderem unterstellt wird, dass Linksextreme im Südwesten öffentliche Gelder bekommen. Dann ist allerdings das Gesetz geändert, und die Möglichkeit zur Antragstellung entfallen. Auch die Rechtsexperten der anderen vier Fraktionen schließen nicht aus, dass die AfD deshalb vor den Verfassungsgerichtshof zieht.


Übers Ohr gehauen

Martin Schreier war jahrelang freier Journalist und Fotograf für den Reutlinger General Anzeiger (GEA) und bekam nicht einmal den ihm zustehenden Mindestlohn. Dann hat er sich einen Anwalt genommen und sich die Kohle erstritten – Kontext hat berichtet. Am  Mittwoch, 21.9.,  um 19:30 Uhr,  berichtet der resolute Journalist zusammen mit dem ehemaligen Gewerkschaftssekretär Gerhard Manthey zum Thema „Wie Zeitungsverleger freie Journalisten übers Ohr hauen“ im Stuttgarter Clara-Zetkin-Haus. Sie werden ihre Erfahrungen teilen und erklären, wie sich Betroffene wehren können. Neben der skandalösen Tatsache, dass viele Zeitungsverlage Mindesthonorarvorgaben missachten, wehren sich nämlich viel zu wenig JournalistInnen gegen diese Zustände. (20.09.2016)


Das Schicksal der Jesidinnen in der Geißstraße

Die Stuttgarter Stiftung Geißstraße lädt für den morgigen Dienstag (20.9., 19 Uhr) zu einer Veranstaltung über "Das Schicksal der Jesidinnen". Zu Gast ist Michael Blume, der im Auftrag der Landesregierung weibliche und stark traumatisierte Opfer des IS medizinisch und psychologisch betreut hat. Im vergangenen Jahr waren 1000 Jesidinnen nach Baden-Württemberg gekommen. Blume war als Religionswissenschaftler und Referatsleiter im Staatsministerium mit der Leitung des Projekts betraut. "Eigentlich ist Michael Blume ein Beamter. Dass er in den Irak geflogen ist, um die Frauen dort rauszuholen, ist einfach eine anrührende Geschichte", erzählt Geschäftsführer Michael Kienzle. Nach dem Vortrag gibt es außerdem noch den SWR-Beitrag "Samias Rettung - Neue Heimat" zu sehen - ein Film über eine junge Jesidin in einem Flüchtlingslager im Nordirak. (19.9.2016)


Demo wie zu besten Zeiten

Stuttgart lebt – wie einst zu den Hochzeiten von S 21. Wie der BUND meldet, waren 40 000 Demonstranten auf den Beinen, um gegen TTIP und CETA zu protestieren. 320 000 seien es insgesamt in sieben deutschen Städten gewesen. Viele Junge dabei, viele Organisatoren, die aufgerufen haben, von Attac über den BUND, Gewerkschaften, Menschenrechtler, Friedensfreunde, Wohlfahrtsverbände bis zu Kirchen. Sogar fünf SPD-Fähnchen waren zu sehen. Und: Die Demo hat endlich mal wieder Laune gemacht. Auch dank Körpa Klauz ("Widerstand muss Spaß machen"), der auf der Bühne den Einheizer gab.

Artikel zu TTIP und CETA in der aktuellen Kontext:

Bundesweite Demos

Die Fronten bröckeln

Stolperstein CETA

Mehr dazu in der kommenden Kontext-Ausgabe.


KONTEXT
per E-Mail:
Immer informiert:

Durch diese Anmeldung erhalten Sie regelmäßig immer mittwochs um 9 Uhr unsere neueste Ausgabe unkompliziert per E-Mail.

Datenschutz-Hinweis

Ausgabe 163
Gesellschaft

Nur ein Steinwurf

Von Anna Hunger
Datum: 14.05.2014
Die Krautheimer waren entsetzt. Erst über die Asylsuchenden, die sie beherbergen sollten, dann über den Stein, der ins Heim geworfen wurde. Der Stein wurde zum Anstoß, nachzudenken. Mittlerweile hat sich aus Ablehnung beinahe Freundschaft entwickelt. Doch die Skepsis bleibt.

Beste Stimmung an einem Freitagnachmittag in der Krautheimer Birkenallee 6–8. "Das ist eine Fünf", sagt Jasmin, blond, neun Jahre alt, zu Ibrahim Hussein, dunkles Haar, 30. Der klappt artig das "Nummer 5"-Holzklötzchen auf dem Spielbrett um. "Funf", sagt er. "Genau", sagt Jasmin. Im Untergeschoss gibt Gisela Stromer Deutschunterricht, Serdar Mousa, Mohammed Sharif al-Hejazi und Muhammad Kamran sitzen drum herum und diskutieren in Deutsch-Englisch-Arabisch-Kauderwelsch, ob es nun "machst du am Sonntag Frühstück" oder "machst du im Sonntag Frühstück" heißen muss.

Jasmin Rettich und Ibrahim Hussein beim Zahlenlernen. Fotos: Kontext
Jasmin Rettich und Ibrahim Hussein beim Zahlenlernen. Fotos: Kontext

Auf der Terrasse der Flüchtlingsunterkunft sitzt Jutta Kobald, heute die Mutter einer selbst organisierten Intergrationsbewegung, die mittlerweile eine Menge Krautheimer erfasst hat. Das war nicht immer so.

Die Birkenallee 6–8 liegt zwischen Einfamilienhäuser mit Holzäunen und Rosenbüschen. Samstags, sagt ein Nachbar, seien die 20 Meter Gehweg vor dem Haus so sauber wie sonst nirgends. "Irgendwer hat unseren Jungs erzählt, was die Kehrwoche ist", sagt er. "Unsere Jungs", das sind acht Syrer und sechs Männer aus Pakistan, zwischen 20 und 40 Jahre alt und seit acht Wochen in Krautheim, einem verschlafenen Ort, über den ganz plötzlich die Globalität hereingebrochen ist und dessen Bürger seitdem eine Menge über Menschenwürde gelernt haben.

Überall im Haus stapeln sich Brettspiele und Deutschbücher. Es gibt selbst gebastelte Uhren aus Pappe, damit alle lernen, was "Viertel" und "Dreiviertel" ist, eine Fußballfibel mit Fragen und Antworten ("Was ist Fritz-Walter-Wetter?"), sie gehört Danish aus Pakistan, passionierter Bayern-München-Fan, seitdem er in Deutschland lebt. "Mia san mia", ruft er in den Raum und verschwindet in seinem Zimmer, um sich standesgemäß sein Bayern-Trikot überzuwerfen. Die Fußballfibel hat ihm Melanie geschenkt, damit er Leidenschaft und Lernen gleich verbinden kann. Sie ist 17 und seit ein paar Wochen Mitglied des selbst ernannten Integrationsprojekts, das an diesem Tag mit insgesamt zwölf Männern und Frauen zu Nachhilfe und Körnchenkaffee in das Krautheimer Asylbewerberheim angerückt ist. Die Stimmung ist bestens, kommuniziert wird bislang vor allem mit Händen und Füßen.

Krautheim liegt im Hohenlohischen zwischen Zweiflingen und Bad Mergentheim, kurz vor Bayern. Hier sagt man nicht "Kinder", sondern "Kinnas" und "owadruff" statt "obendrauf". Es gibt einen Edeka, einen alten Bahnhof und ein Wohnzentrum für körperbehinderte Menschen. 

Der Ort ist CDU- und Freie-Wähler-regiert, einen SPD-Ortsverein gab es mal, aber das ist lange her. Krautheim ist die Stadt des "Götzenspruchs", dort gibt es den Götz-Gedenkstein für Götz von Berlichingen, original an der Stelle, wo selbiger 1516 dem Kurmainzer Amtmann Max Stumpf den berühmten Satz "... er aber sag's ihm, er könne mich ..." um die Ohren gehauen hat. Das sei bisher das einzig Denkwürdige in der Geschichte dieser Gemeinde gewesen, sagen manche. Bis die Asylbewerber in die Birkenallee einzogen. 

Im Untergeschoss der Birkenallee sitzt Ali Hassan vor einem Deutschbuch. Er ist ein schmaler Mann, 25 Jahre alt, hat Literaturwissenschaften studiert, war in seiner Heimat Englischlehrer und ist die Schnittstelle zwischen Ausland und Krautheim. Er kommt aus Syrien, geflohen über die Türkei, mit dem Schiff nach Griechenland, dann nach Italien, mit dem Lkw in die Schweiz, von Bülach nach Waldshut ist er gelaufen, 40 Kilometer bei Nacht durch den Wald. Als er vor Wochen dort ankam, hatten die Bürger von Krautheim bereits ein Flugblatt im Briefkasten, eine Unterschriftensammlung hinter sich und eine brechend volle Bürgerversammlung, auf der ein Nachbar der Birkenallee 6–8 sagte, er ziehe einen Zaum um sein Grundstück und wehe dem Asylbewerber, der den anfasst!

Die Birkenallee 6–8.
Die Birkenallee 6–8.

Ein anderer rechnete schon den Wertverfall seines Anwesens aus oder die Bedrohungslage der Schulkinder durch die "Asylanten", weil die Schulbus-Haltestelle genau gegenüber dem neuen Asylbewerberheim liegt, fünf Meter Luftlinie, Krautheimer Tugend auf der einen Seite, Sodom und Gomorra auf der anderen. Bei Facebook hatte die "Identitäre Bewegung" eine Gruppe gegen die "Asylbetrüger" gegründet: "Jetzt geht's auch bei uns los. Wir sagen NEIN zum HEIM!!!!"

Als sie in Waldshut ein Foto von Ali Hassan machten für seine Aufenthaltsgestattung, veröffentlichte die örtliche Zeitung in Krautheim den Leserbrief einer Zwanzigjährigen: "Ich habe Angst! Ich frage mich, ob ich mich bald nicht mehr alleine aus dem Haus trauen kann." Eine rund zehnköpfige Bürgerinitiative hatte einen Anwalt beauftragt, der die Unterbringung prüfen sollte, und der Bürgermeister bat in einer Stellungnahme seine Bürger "um Verständnis, dass die Stadt gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in einem privaten Anwesen rechtlich nichts unternehmen kann". Drei Monate hat Ali Hassans Flucht gedauert. Auf dem Foto, das sie in Waldshut gemacht haben, sieht er unendlich müde aus. In Krautheim kochte derweil die Volksseele.

Vor acht Wochen ist Ali Hassan in Krautheim angekommen. Oben zogen die Pakistaner ein. Ein Investor hat das Anwesen gekauft, und als die Flüchtlinge von den EU-Außengrenzen auch auf deutsche Dörfer verteilt wurden, hat er es dem Landratsamt vermietet, und keiner wusste davon, nicht mal der Bürgermeister, behauptet er selbst, es habe nur "inoffizielle Hinweise" gegeben, das da womöglich etwas "auf uns zukomme".

Krautheimer Idyll. Der Ort besteht auf neun Teilorten, der Kern hat 2000 Einwohner.
Krautheimer Idyll. Der Ort besteht auf neun Teilorten, der Kern hat 2000 Einwohner.

Die Bürger von Krautheim sagen, genau das sei das Problem. Das es keiner gewusst haben will. Der Landrat nicht, der Bürgermeister, kein Gemeinderat. Dass alle ihre Kommunalpolitiker die Köpfe einzogen und dachten, der Kelch ginge an ihnen vorüber, bis eine Nachbarin von einem Bauarbeiter zufällig erfuhr, dass da "40 junge Männer" in die Birkenallee einziehen sollten. 40!, sagt die Nachbarin, immer noch entsetzt. Selbst wenn man die freiwillige Feuerwehr von Krautheim mit 40 Mann zwei Wochen in dieses Haus quetschen würde, würde es irgendwann Zoff geben. Außerdem: Wer wusste denn, dass das keine drogenabhängigen, kriminellen, saufenden Schläger sein würden? Was, sagt sie, weiß man in Krautheim schon über Syrien und Pakistan, außer dem, was im Fernsehen kommt? Nichts! Woher auch? Als der Streit auf seinem Höhepunkt kochte, hatte der evangelische Pfarrer in die Morgenandacht einen Text eines Kollegen aufgenommen. Es ging um den Libanon, den Nachbarstaat zu Syrien, in den über eine Million Syrer geflüchtet sind. "Von den Libanesen lernen?", beginnt der Text. "Ja, das können wir Deutschen, wir Europäer." 

Jutta Kobald, Fotografin und bereits aus der SPD ausgetreten, bevor sich der Ortsverein ins politische Nirwana verabschiedete, sitzt auf der Terrasse der Birkenalle an einem großen, grünen Plastiktisch. Mithilfe einiger Krautheimer Frauen hat sie die Unterschriften- und Flugblattaktion gegen die Überbelegung des neuen Asylbewerberheims, den Bürgermeister und den Landrat organisiert. Heute sagt sie, das Problem seien weniger die Asylbewerber gewesen, sondern mehr die Kommunikationspolitik des Rathauses und das Haus, das zu klein sei für 40 Mann. Einige im Ort sagen, dieses Flugblatt und die Unterschriftensammlung der Kobalds hatten schon den Anstrich von "überall anders, nur nicht hier".

Als die Bewerber schließlich doch nicht "überall anders", sondern eben "hier" und erst einmal nur mit 14 Mann anstatt mit 40 einzogen, packte das Mädchen, das den Leserbrief geschrieben hatte, einen Obstkorb, ein bisschen Mut und die Frau Mama als Beschützerin ein und stattete den neuen Nachbarn einen Besuch ab. Jutta Kobald und ihre Damen standen neugierig mit selbst gebackenem Kuchen auf der Schwelle der Birkenallee, um die Stimmungslage der Neuankömmlinge zu checken. Etwas skeptisch anfangs, weil keiner von ihnen wusste, ob man Moslems nun die Hand gibt oder nicht oder ob sie überhaupt mit Frauen sprechen würden, die keine Kopftücher tragen. Der Bürgermeister hatte zudem eine Vorstellungsrunde organisiert, damit sich alle kennenlernen, ein runder Tisch, an dem Ali, der Dolmetscher, aufstand, sich bedankte für Obst und Kuchen und die Gastfreundschaft und dann sagte, er wünsche sich eine gute Nachbarschaft und bitte keinen Streit. Auch deshalb machen die 14 Männer jeden Samstag Kehrwoche.

Bayern-München und Pakistan in Krautheim.
Bayern-München und Pakistan in Krautheim.

Nach ein paar Tagen zerschlug in einer Nacht ein Stein ein Fenster der Birkenallee und landete in der Küche. Wer den Stein auf das Asylbewerberheim geworfen hat, weiß keiner so genau. Und eigentlich will es auch keiner wissen, denn für diesen Stein schämen sich die Krautheimer. Eigentlich schämen sich viele in diesem Ort sowieso. Für die aufgebrachte Bürgerversammlung im Vorfeld, die Unterschriftenaktion, bevor auch nur ein einziger Syrer im Ort angekommen war. Auch die Facebook-Seite "NEIN zum HEIM!!!!" ist mittlerweile gelöscht. Viele Krautheimer waren erschrocken, dass aus bösen Worten auch Taten werden können.

Norman Weyrosta ist ein ruhiger, freundlicher Mann mit stubbeligem, grauem Haar. Er hat die Unterschriftenliste auch mit gezeichnet, weil er es menschenunwürdig fand, 40 Männer auf 200 Quadratmeter mit zwei Toiletten zu pferchen. Aber er sei auch entsetzt, gewesen über die knallharten Äußerungen der Dorfbewohner auf der Bürgerversammlung. Wer da was genau gesagt hat, erzählt er nicht. "Lange her", sagt er. Wie der Steinwurf. Fast vergessen. Mittlerweile gibt es kaum noch jemanden in diesem Ort, der die Asylbewerber aus der Birkenallee als störend empfinden würde. 

Weyrosta ist der Leiter des Eduard-Knoll-Wohnzentrums, einer Einrichtung für insgesamt rund 80 Menschen mit Behinderung. Sahid und Ali arbeiten bei ihm, 80 Stunden im Monat sind erlaubt. Ein Rollstuhlfahrer kommt um die Ecke gedüst, "Sahid, wann spielen wir wieder Räuber und Gendarm?", ruft er. "Bald", sagt Sahid, er lacht und drückt den Mann herzlich. Seine Bewohner kennen das mit dem Ausgegrenztsein, sagt Norman Weyrosta. Deshalb klappe das so gut. Die Toleranz der Krautheimer haben auch sie sich hart erarbeiten müssen.

Mittlerweile fast Kumpels: Mohammed Sharif al Hejazi, Norman Weyrosta und Ali Hassan (v.l.).
Mittlerweile fast Kumpels: Mohammed Sharif al-Hejazi, Norman Weyrosta und Ali Hassan (v. l.).

Zwei der Syrer singen mittlerweile im Chor. Der katholische Pfarrer hat Honig und Tee vorbeigebracht, der evangelische hat eine Handvoll "unserer Jungs" zum Maibaumstellen am Ort mitgenommen, und als sie ihn dort gefragt haben, wer die denn seien, sagte er: "Syrische Freunde." Jutta Kobald und ihre Frauen haben zwei Hände voll Helfer organisiert, die an drei Nachmittagen die Woche beim Deutschlernen helfen – zusätzlich zum Deutschkurs am Morgen. Sie haben Fahrräder gesammelt, bringen Kleidung, manchmal Kaffee vorbei, eine Nähmaschine, weil einer der Syrer ein Schneider ist. Sie sind mit ihnen nach Schwäbisch Hall gefahren zur Stadtführung. Eine Nachbarin kommt nachmittags immer mit dem Hund vorbei und fragt, ob einer mitspazieren möchte. Dann zeigen sie auf Bäume und Schilder und Wege, und lernen die Worte dazu. Kürzlich haben die Kurden im Ort zum Championsleague-Spiel in ihr Dönerrestaurant eingeladen. Jeden Tag ein Event. Manche sagen, es sei ein bisschen viel des Guten, ja beinahe Bevormundung. Jutta Kobald sagt, sie arbeite momentan an einem Plan, damit nicht jeder in die Birkenallee käme, wann er grade Lust habe.

Nun scheint sich die Krautheimer Geschichte zu wiederholen. Jutta Kobald hat schon wieder eine Unterschriftenaktion und einen Brief an den Landrat vorbereitet, weil demnächst weitere 14 Flüchtlinge in Krautheim ankommen sollen. Wenn das der Fall sei, seien "unsere bisherigen Integrationsbemühungen gefährdet", schreibt sie.

Norman Weyrosta hat diesmal nicht unterschrieben. Manchmal sitzt er nach Feierabend mit Ali Hassan bei einem Bier. "Jeder von diesen Menschen", sagt er, "hat ein großes Päckchen auf den Schultern zu tragen. Und wir in Krautheim haben eine Menge Platz. Da könnten wir locker 100 Asylbewerber aufnehmen und nicht nur 28."


Gefällt Ihnen dieser Artikel?
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!

Kommentare

Hartmann Ulrich, 17.05.2014 18:45
Bezeichnend ist nicht nur, daß der Artikel die Stadt Krautheim partout als Hintertupfingen darstellen möchte, bezeichnend ist auch, daß nur von Krautheim die Rede ist - weil es dort Auseinandersetzungen gab. Daß es in der Umgebung - und wahrscheinlich an vielen Stellen im Land - Ortschaften gibt, wo Asylbewerber in diesen Tagen wie selbstverständlich willkommen geheißen wurden, ist keine Erwähnung wert. Es paßt eben nicht zu dem Bild von den Dorfdeppen, die erst einmal lernen müssen, was Menschenwürde heißt.
Krautheim hat übrigens nie zu Hohenlohe gehört, auch wenn es jetzt im Hohenlohekreis liegt. Hohenlohisch heißt es nicht "Kinnas", sondern "Kiind".

Holger, 17.05.2014 12:04
ach Gott, ein Gutmenschen Blog ! Nun dass es Syrer im Miment nicht leicht haben möchte ich hier nicht anzweifeln, es sollte aber jeder mal darüber nachdenken wer dafür verantwortlich ist, nämlich nicht Asad, sonder die USA und ihre Geo-Politik. Mein Gott sind Sie alle wirklich immer noch so naiv und denken die"Amis" und die "Nato" sind die Guten ? Sie tun mir leid. Außerdem, gehen Ihre "Freunde" auch wieder nach hause wenn der von der CIA bezahlte Konflikt vorbei ist; und helfen sie dann ihr Land wieder aufzubauen, oder bleiben sie lieber hier, bei all den schönen Sozialleistungen ? Und welche gründe haben Pakistanis hier zu sein ? Der einzige mir einfallende Grund sind die tausende Angriffe von US-Drohnen auf die Zivilbevölkerung ! Und, alle schön CDU und SPD Wähler hier ? Warum sagen Gabriel und Merkel dann nicht dass USA damit aufhören soll ? Ach so ja, der internationale Terrorismuss, nicht wahr, nein, auch der wurde von CIA ausgebildet und bis heute finanziert. Auch in einem 2000 Seelen Ort sollte es Internet geben heutzutage, also informieren Sie sich und werfen Sie die Bildzeitung weg, schalten Sie den Fernseher aus, vor allem bei der Tagesschau. Jeder von Ihnen kennt doch bestimmt Peter Scholl Latour oder ? Suchen Sie doch mal im Internet nach einem Fernsehauftritt wo er die Wahrheit über USA/NATO und den Westen sagt. Und dann, suchen Sie weiter nach Informationen, suchen Sie auch nach Christoph Hörstel, ehemaliger ARD Korrspondent im Ausland und seinen Beweggründen dies Mainstreammedien zu verlassen. INFORMIEREN SIE SICH ! Sie sind es Ihren Kindern und Enkelkindern schuldig.

Schwabe, 15.05.2014 17:57
Ich habe den Artikel nur aufgrund der beiden Kommentare der "Krautheimerinnen" gelesen!
Ich finde nicht das die Krautheimer unverhältnismäßig schlecht wegkommen und darüber hinaus die Bemühungen der Krautheimer um Integration großartig und die Kehrwoche der Asylanten spitze :-) !
Ich finde, der Artikel zeichnet ein authentisches Gesicht einer deutschen ländlichen Dorfgemeinschaft die mit so etwas konfrontiert wird. Deren Sorgen, Nöte, Ängste - Gefühle auf und ab. Der Artikel zeigt nichts wofür sich die Krautheimer m.E. schämen müssten - im Gegenteil!

Was mir viel mehr Sorgen macht, ist das gemeinschaftliche, sicherlich heimlich abgesprochene Vorgehen der Gemeinde mit dem profitgierigen Investor! Der Investor kassiert sicherlich für ein Zweifamilienhaus überhöhte Mieten vom Sozialamt (also von uns), schreibt das Gebäude hoch/schnell ab und wird die Instandhaltung vernachlässigen (Vermutung von mir)!

Rolf Steiner, 15.05.2014 17:43
Ich möchte den Menschen, die in Krautheim und anderswo für Flüchtlinge ehrenamtlich arbeiten, ein großes Lob aussprechen. Sie sind der Schlüssel für eine gute Ausgangssituation, dass sich die bei uns Schutz Suchenden einigermaßen wohl fühlen, dass sie Deutsch lernen können und dass ihre Kinder von unserem Schulsystem soviel mit nehmen können wie irgend möglich. Garten- und Grenzzäune werden von Menschen errichtet, die Angst vor anderen Mitmenschen haben und denen ein paar Blicke über den Zaun nicht schaden können. Der Weg zum "Anderen" beginnt mit einem menschlichen Blick und einem freundlichen Wort.

Tillupp, 15.05.2014 17:06
Danke für diesen hoffnungsgebenden Artikel. Wenn wir es erst einmal gelernt haben, dass wir die Menschen hier Willkommen heißen, ihnen deutsch beibringen und ggf. ausbilden, zumindest aber Arbeiten lassen (sobald sie deutsch können, aber erst dann, als Ansporn), dann wird diese Saat in Jahren aufgehen, wenn sie als Botschafter zwischen Deutschland und ihren Heimatländern mithelfen die deutschen Waren in ihre Heimatländer zu exportieren, oder Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Natürlich muss man wissen, dass nicht alle die kommen hochbegabt sind, dass vielleicht auch unter ihnen Rassisten und Nationalisten sind, oder Kriminelle (so wie unter uns Deutschen auch). Aber sehr viele von ihnen sind die Eliten Ihrer Länder. Jedem sollte man seine Chance geben sich zu integrieren.

Jutta Kobald, 14.05.2014 23:39
Kleine Korrekturen zum Bericht von Anna Hunger "Nur ein Steinwurf"

Es gab und gibt keine Anti-Asylbewegung in Krautheim !
Im Flugblatt wurden offene Fragen gestellt. Wie kann es sein, dass Bürgermeister, Stadtrat und die Bevölkerung nicht im Vorfeld informiert wurden. Warum hat die Stadt kein Gebäude zur Verfügung gestellt um die Asylbewerber menschenwürdig unterzubringen? Warum hat ein Privatinvestor das Gebäude gekauft, schon mit der Absicht es dem Landratsamt zu vermieten.
Diese Fragen waren uns wichtig. Das auch wir in Krautheim Asylbewerber aufnehmen müssen und auch sollen ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Wir haben uns nur dagegen gewehrt, dass 40 Personen in einem 2- Familien- Haus mit 2 WC's und 2 Duschen eingepfercht werden.
Nachdem wir einen Rechtsanwalt eingeschalten hatten der unter anderem die Nutzungsänderung für dieses Gebäude anmahnte hat der Gemeinderat selbst ein Gutachten in Auftrag gegeben und da kam heraus, dass maximal 28 Personen in diesem Gebäude untergebracht werden können.
Diese Leute, die sich von Anfang an für die menschenwürdige Unterbringung von Asylbewerbern eingesetzt haben werden jetzt als "Speerspitze einer Anti-Asylbewegung" diffamiert.
Erstaunt hat uns auch die Aussage in dem Bericht, dass neben dem vom Landratsamt organisierten Deutsch Unterricht auch von uns zusätzlich Unterricht erteilt wird. Es entsteht der Eindruck wir würden uns einmischen. Fakt ist der Unterricht vom Landratsamt geht nur 4 Wochen. Unser Unterricht schließt sich an und wurde mit dem offiziellen Deutsch Lehrer abgesprochen. Wir sind sicher, dass niemand innerhalb 4 Woche die deutsche Sprache erlernen kann, dies aber die wichtigste Grundlage für eine Integration der Asylbewerber ist.
Wir haben keinen Plan erstellt, damit nicht jeder in die Birkenallee kommen kann wie er will, sondern damit die Leute sinnvoll eingeteilt werden können, die den Deutschkurs weiterführen.
Das die Menschen in der Birkenallee "angerückt" waren hatte nur den einzigen Grund weil Frau Hunger am Anfang ihrer Recherche meinte sie brauche auch Bilder für Ihren Bericht und wir annahmen, dass sie eventuell ein Gruppenbild machen möchte. Da hätte man die angeblichen "Asylgegner" aber friedlich mit den Asylbewerbern auf einem Bild gesehen. War wahrscheinlich nicht gewünscht.
Der Brief an den Landrat, indem wir ihm über die bisherigen Integrationsmaßnahmen informiert haben liegt ihnen vor. Kein Mensch hat allerdings angekündigt "schon wieder eine Unterschriftenaktion" zu starten.
Es gibt in Krautheim durchaus mehr als einen Edeka und einen alten Bahnhof. (Schmalspurbahn, seit vielen Jahren außer Betrieb). Penny, Lidl, 2 Metzgereien, 2 Bäckereien, Schuhgeschäft, Schreibwaren, Wolle-Laden, Bastelladen, Malerzubehör, Fotostudio, Kosmetikstudio, Arzt, Zahnarzt, Tierarzt, Kindergärten Grund-u. Hauptschule, Werkrealschule, Realschule, 2 Industriebetriebe, Handwerksbetriebe, Tankstelle. Wir glauben, dass der Eindruck erweckt werden sollte, Holzzäune, Rosenhecken und Brett vor dem Kopf. So sollen die Krautheimer Bürger anscheinend wahr genommen werden.
Was meine ehemalige Mitgliedschaft in der SPD betrifft, so bin ich schon vor mehr als 15 Jahren ausgetreten und nicht erst, als sich der Ortsverein ins "Nirvana" verabschiedet hat.
Wir sind nur Bürger, die sich nicht gerne überrumpeln lassen sondern aktiv zur Gestaltung ihrer Heimat beitragen möchten. Da gehört auch die Integration von Asylbewerbern dazu. Dies muss im einem Umfang geschehen in dem Integration auch wirklich durchführbar ist.
Wir bedauern es sehr, dass Bürgern, die sich wirklich um Menschen kümmern und sorgen unterstellt wird Ausländerfeindlich zu sein. Solche Artikel tragen ganz bestimmt nicht zum vermehrtem Engagement der Bürger bei.

Zaininger, 14.05.2014 14:22
Aus welchen Gründen kaufen Schlepper Boote, laden sie voll mit Flüchtlingen und schicken sie über das Mittelmeer?
Nächstenliebe? Nein, Profitgier!
Aus welchen Gründen kaufen Leute leerstehende Häuser, auch mitten in Wohngebieten, ohne ausreichende Ausstattung und bringen dort in Absprache mit dem Bürgermeister aber ohne Gespräche mit den Anwohnern Flüchtlinge unter?
Nächstenliebe? Nein, Profitgier!
Und dieses Vorgehen war Auslöser für die anfänglichen Proteste der betroffenen Krautheimer/innen.

Sabine Maurer, 14.05.2014 14:01
Richtigstellung über einige Stellen im Artikel " Nur ein Steinwurf"

Wir waren nicht entsetzt über die Asylsuchenden sondern über die Art und Weise wie mit der Bevölkerung speziell rund um das Anwesen Birkenallee 6 umgegangen wird.
Wir wurden im Vorfeld weder von der Gemeinde noch vom Landratsamt über das Vorhaben " 40 junge Männer ( Asylsuchende)
in einem zwei Familien Haus unterzubringen informiert.

Deshalb wurde ein Brief mit einer Unterschriftenliste an den Landrat geschickt mit der Bitte uns umfassend und schnellstmöglich über das Vorhaben zu informieren.
Darin wurden auch unsere Bedenken die wir hatten vorgebracht.

Die Informationsveranstaltung war auf Einladung des Bürgermeisters an die nahe angrenzenden Nachbarn veschickt worden. Wir haben dann in einer Flugblattaktion alle Krautheimer zu dieser Informationsveranstaltung eingeladen.
Jutta Kobald und auch alle anderen die sich an dieser Aktion beteiligt haben waren keineswegs die "Speerspitze der Anti Asylbewerber Bewegung "da es so etwas gar nicht gegeben hat. Wir fühlten uns verpflichtet für die Asylbewerber und auch für uns dafür zu kämpfen das wir :
a.) nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden mit denen wir dann leben müssen
b,) die Asylsuchenden nicht wie Hühner in einen Stall gepfercht werden. Jeder Hund hat laut Gesetz mehr Platz zur Verfügung als Asylbewerber.

Krautheim liegt auch nicht zwischen Zweiflingen und Bad Mergentheim, was mit dem Problem aber nichts zu tun hat.

Wir haben ausser dem Götz bestimmt auch noch andere Denkwürdige Ereignisse in Krautheim, aber die Asylbewerber gehören für uns nicht dazu. Denkwürdig ist für den Bürgermeister und den Landrat vielleicht das sich ein paar Wenige aus Krautheim gegen die Willkür die manchmal bei solchen Themen herrscht gewehrt haben.

Mit manchen Aussagen die während der Informationsveranstaltung gefallen sind waren auch wir nicht sehr glücklich und sie haben uns bestärkt unseren Plan die Asylbewerber zu unterstützen und gegebenenfalls auch zu schützen.

Die Flugblattaktion war nie gegen die Asylbewerber gerichtet und es ist unverständlich für mich wie sie solche falschen Aussagen machen können.
Auch von "überall anders nur nicht hier "war bei uns nie die Rede.

Auch die" Wiederholung der Geschichte" ist so nicht richtig den der erwähnte Brief an den Landrat soll nur aufzeigen das die Integration gut klappt und wir immer noch Bedenken haben 28 Menschen in diesem Haus unterzubringen. Der Brief wurde von allen unterschrieben die mithelfen den Asylbewerbern Deutsch beizubringen und sie ein wenig in Krautheim zu integrieren.

Es stimmt das wir in Krautheim eine Menge Platz haben um Asylbewerber aufzunehmen, aber nicht alle in einem Haus und nicht ohne das die Gemeindeverwaltung auch ihren Teil der Integration beiträgt.

Ich habe mich eigentlich gefreut, als ich hörte das sich eine Journalistin für unsere " Jungs" und unsere freiwillige Integrationshilfe interessiert.
Ich hatte bei dem Besuch und dem Gespräch in der Birkenallee auch nicht das Gefühl das wir falsch verstanden wurden.

Dieser Artikel beweist mir in Zukunft vorsichtig zu sein wem ich Informationen gebe und mit wem ich spreche über dieses Projekt.

Man wird sehr schnell in eine Ecke gedrängt in die man nicht gehört und es werden Sachen abgedruckt die so nicht wahr sind.

Norman Weyrosta, 14.05.2014 02:09
Nur ein paar Anmerkung des freundlichen des Mannes mit dem strubbeligem grauen Haar :

Ich habe das Flugblatt damals nicht unterschrieben, weil mir eine positive Aussage dazu gefehlt hat, dass es unsere Verpflichtung ist Asylbewerber aufzunehmen und für deren Integration zu Sorgen.

Ich trinke auch gerne mit Ali Hassan und den anderen Asylbewerbern ein Bier, aber nicht in der Asylbewerberunterkunft, sondern bei regelmäßigen Zusammenkünften mit den Menschen mit Behinderung in unserem Wohnzentrum.

Nicht nur Krautheim könnte/müsste mehr Asylbewerberaufnehen, sondern ganz Deutschland. Was wir im Vergleich zum Libanon, zu Jordanien, aber auch der Türkei leisten , ist beschämend

Kommentar hinzufügen




CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.


* Pflichtfeld!

Letzte Kommentare:

Ausgabe 287 / Holy Hooligans / Paul, 29.09.2016 18:06
Möglicherweise muss ich denen entschlossen entgegentreten, die uns unterstellen, wir handelten aus rein menschlichen Beweggründen. Wir sind zwar Menschen, doch wir kämpfen nicht mit menschlichen Mitteln. Wir setzen die mächtigen Waffen...

Ausgabe 287 / Gefährliche Toleranz / Rolf Gehrmann, 29.09.2016 13:46
Gut, dass Salzborn versucht, die Geschichte der Radikalisierung des rechten Milieus aufzuarbeiten. Was bei ihm allerdings immer eine Leerstelle bleibt, ist die spezifische Feindbilderklärung des rechten Alltagsbewußtseins, die sich...

Ausgabe 287 / Holy Hooligans / Zaininger, 29.09.2016 00:29
Danke für den Bericht. Da weiß man doch wenigstens, was für Armeen von Betern und Knalltüten auf Gottes Acker so unterwegs sind und sich für allerlei Unsinn erwecken lassen.

Ausgabe 287 / Gefährliche Toleranz / sahofman, 28.09.2016 20:58
Ich kann dem Kommentator E-F Harmsen nur zustimmen. Als Tochter eines ehemaligen KZ-Häftlings habe ich deshalb die große Sorge, dass sich die gleiche Situation anbahnt wie 1933 - die Bilder gleichen sich zu sehr!

Ausgabe 178 / Politsekte unbeobachtet / Ansgar, 28.09.2016 18:47
Die waren ja sogar den Nazis zu krude und darum ironischerweise auch NS-verfolgt. Nun ist Religion eine heikle Sache. Die Frage ist, welche Gefahr heute von dieser Sekte ausgeht.

Ausgabe 248 / Annington heißt jetzt Vonovia / Klaus, 28.09.2016 18:25
In der Tat, der Service ist tatsächlich ziemlich schlecht, Reparaturmeldungen werden tagelang ignoriert! Egal, ob man diese telefonisch oder per Kontaktformular meldet!

Ausgabe 287 / So soll es nicht seyn / Horst Ruch, 28.09.2016 17:03
.....und dieser Befehlshaber zur Parkzerstörung am 30. 09.2010 schämt sich nicht einmal. Im Gegenteil, er strebt einen neuen (wichtigen)Posten in der Politik an....

Ausgabe 284 / Ein bisschen Schweiz gefällig? / Timo Sperber, 28.09.2016 16:21
Bisher war ich immer sehr angetan von den Inhalten in Kontext und auch von ihrer Qualität. Aber bei obigem Artikel über direkte Demokratie in der Schweiz würd ich nur sagen "Thema verfehlt" & zwar ziemlich ! Nur kurz (teils schrieben...

Ausgabe 287 / Riskant, aber richtig / Rolf Steiner, 28.09.2016 16:10
2 Fraktionen der AfD - und d o p p e l t vom Steuerzahler abkassieren. Wie sagte doch Vormann Fiechtner von der Alternative für Baden-Württemberg (ABW) zu der von Strobl und Kretschmann neu geschaffenen Staatssekretärsstelle:...

Ausgabe 287 / Unterirdische Leistung / Philipp Horn, 28.09.2016 15:15
@Schwarzwaelder:Aber er ist fertig.Was Murks 21 wohl nie wird!

Die KONTEXT:Wochenzeitung lebt vor allem von den kleinen und großen Spenden ihrer Leserinnen und Leser.
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!