KONTEXT Extra:
Fahrverbote beschlossen – Nordost-Ring vom Tisch

Wie ein Gespenst geisterte seit Wochen ein vor fast 40 Jahren beerdigtes Verkehrsprojekt durch die Debatte um Feinstaubalarmtage und Fahrverbote in der Landeshauptstadt: der Nordost-Ring. Jetzt hat Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) allen Spekulationen eine Absage erteilt. Auch deswegen, weil die Baumaßnahme entgegen den Behauptungen von Teilen der CDU keineswegs bereits im Bundesverkehrswegeplan steht. "Dort geht es um neun Kilometer der B 29", so Hermann nach dem heutigen Kabinettsbeschluss zu Fahrverboten ab 1.1.2018 an Feinstaubtagen, den schlussendlich auch die CDU-Landtagsfraktion mittrug.

Prompt gab es Lob von Umwelt- und Naturschützern. Hermann habe erkannt, so die BUND-Landesvorsitzende Brigitte Dahlbender, "wenn nicht zeitnah effiziente Maßnahmen greifen, so werden die Gerichte die Entscheidungen zum Schutze der Bürger*innen treffen und die Politik das Heft aus der Hand geben müssen". Die Stuttgarter CDU ist noch nicht ganz so weit. Für den Kreisvorsitzenden Stefan Kaufmann sind Fahrverbote weiterhin "politisch klar abzulehnen". Und er träumt von Nordost-Ring: Jetzt gelte es "endlich neue Verkehrsprojekte wie den Nord-Ost-Ring auf den Weg zu bringen". Hermann machte dagegen deutlich, dass das nach dem eben erst in Kraft gesetzten Bundesverkehrswegeplan gar nicht möglich ist. 

In den Sechzigern und Siebzigern waren zwei Varianten durchdacht worden: eine größere mit einem Autobahnzubringer bei Mundelsheim und eine kleinere etwa auf der Gemarkungsgrenze zwischen Waiblingen und Fellbach. Schon damals vertraten Verkehrswissenschaftler allerdings die Ansicht, dass ein Ringschluss rund um Stuttgaart weniger die Stadt, sondern die Autobahnen im Westen und Süden entlasten würde.


Korntal: Opfervertreter verlangen mehr Engagement der Landeskirche

Die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der evangelischen Brüdergemeinde Korntal ist unterbrochen. Die Opfervertreter verlangen einstimmig, dass sich Frank Otfried July endlich entscheidend einbringt. "Wir werden nicht mehr mit den Brüdern sprechen", so Netzwerk-Sprecher Detlev Zander. Jetzt müsse "der Oberhirte, also der Bischof, ran". Im Betroffenen-Netzwerk organisiert, werfen mehr als 300 ehemalige Heimkinder der Brüdergemeinde vor, in den 1950er- bis 1980er-Jahren in deren zwei Einrichtungen sexuell missbraucht, misshandelt und gedemütigt worden zu sein.

Dass mehr Engagement von July gefordert wird, ist nicht neu. Im Sommer 2016 hatte einer der Betroffenen in einem langen Schreiben an den Landesbischof appelliert: "Die Kirche ist mit in der Verantwortung und wenn Sie als Oberhirte weiter schweigen, machen Sie sich persönlich schuldig. Die Heimopfer warten auf ein klärendes Wort von Ihnen." Denn die Korntaler Fürsorge habe "einen menschlichen Scherbenhaufen hinterlassen". (20.02.2017)


NSU-Ausschuss will weitere Akten

Der zweite parlamentarische Untersuchungsausschuss zum "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) geht auf die Suche nach zusätzlichen Akten, um dessen Verbindungen nach Baden-Württemberg besser auszuleuchten. Die Abgeordneten meinen, beim Generalbundesanwalt und/oder im Bundesamt für Verfassungsschutz fündig werden zu können. Beauftragt ist Bernd von Heintschel-Heinegg. Der Rechtswissenschaftler war schon für den ersten Ausschuss des Landtags und als Sonderermittler auch für den Bundestag tätig.

Zurückgestellt wurde in diesem Zusammenhang die Ladung von Mike Markus Friedel. Vor allem der NSU-Experte Hajo Funke hatte immer wieder darauf gedrängt, dass der gebürtige Sachse gehört wird. Dessen Name stand auf der sogenannten Garagenliste, die 1998 in Jena sichergestellt, aber erst mit großer zeitlicher Verzögerung detailliert ausgewertet wurde. Vor fast zwanzig Jahren zog er nach Heilbronn. "Markus Friedel war mit 'Erbse' (V-Mann), Torsten Ogertschnig, zusammen im Ländle im Gefängnis", schreibt Funke. Und von Friedel habe "Erbse" seine Kenntnisse über den NSU und Mundlos.

Bei einer Veranstaltung der "Anstifter" im Stuttgarter Kunstverein hat Rainer Nübel, der im ersten Ausschuss als Sachverständiger aufgetreten war, erneut von den Abgeordneten verlangt, sich ernsthafter mit der Anwesenheit ausländischer Geheimdienste am 25. April 2007 in Heilbronn zu befassen. An diesem Tag waren die Polizistin Michèle Kiesewetter ermordet und ihr Kollege Martin Arnold schwer verletzt worden. Der zweite Ausschuss hat bereits mehrere Zeugen vernommen. Jetzt ist ein Bericht beim Bundesnachrichtendienst angefordert.

Die nächste Ausschusssitzung beginnt am Freitag, den 24. Februar, um 9.30 Uhr im Landtag. Zwei Kriminalbeamtinnen sollen Auskünfte über die rechte Szene geben und die Verbindungen des NSU in den Südwesten. Geladen sind außerdem drei Zeuginnen, die Kontakt zu Beate Zschäpe gehabt haben sollen.

Auch die weiteren Sitzungstermine bis zur parlamentarischen Sommerpause sind festgelegt: 20. März, 28. April, 15. Mai, 19. Juni und der 17. Juli 2017.

Mehr zum Thema: "Geheimdienste im Fokus", "Eh-wurscht-Akten" 


WKZ liest mit

Anfang Januar hatte der Waiblinger Lokalhistoriker und Anstifter Ebbe Koegel sich darüber beschwert, dass das Land dem Firmengründer Andreas Stihl eine Kunstmedaille gewidmet hat. "Andreas Stihl war ein überzeugter Nazi, NSDAP-Mitglied seit 1933, seit 1935 SS-Mitglied mit dem Rang eines Hauptsturmführers (seit 1939)", schrieb er an Finanzministerin Edith Sitzmann. Die Waiblinger Kreiszeitung (WKZ) schwieg dazu - bis Kontext den Fall am 25. Januar aufgriff. Nun erschien am 11. Februar ein zweiseitiges Extra mit ausdrücklichem Bezug auf den Kontext-Artikel. Der Redakteur Peter Schwarz zitiert darin aus der 100-seitigen Entnazifizierungsakte. Die beiden Kinder Stihls, der langjährige IHK-Präsident Hans Peter Stihl und seine Schwester Eva Mayr-Stihl wurden befragt. Die Recherche ergibt, wie die WKZ selbst schreibt, ein "außerordentlich schillerndes Bild."

Der Redakteur zitiert mehrere Fremdarbeiter - den Begriff Zwangsarbeiter meidet er - die sich im Verfahren positiv über Stihl geäußert haben. Ein Slowake berichtet, Stihl habe einem Freund geholfen zu fliehen, der sich den Partisanen anschließen wollte. Ein Jugoslawe meinte, der Patriarch habe sich "mit großer Empörung geäußert über die Gemeinheit und den Terror des dritten Reiches", ein Holländer, er habe "gelitten, als er sehen musste, wie schmutzig dieses System war, und konnte doch nicht mehr von demselben weg." Der Betriebsrat sagte dagegen aus, Stihl sei "100 Prozent Nationalsozialist" gewesen, habe "mehrere seiner Lehrlinge zum Eintritt in die SS" bewogen und Regimekritiker als "Eiterbeulen" bezeichnet, denen er "in die Fresse" schlagen wolle. (16.2.2017)


Wüstenjubiläum: Fünf Jahre Parkräumung

Vor genau fünf Jahren, am 14. Februar 2012, räumten rund 2500 Polizeibeamte das Protestcamp der Stuttgart-21-Gegner im Mittleren Schlossgarten. Drei Tage später waren rund 180 teils bis zu 300 Jahre alte Bäume gefällt oder (ein kleiner Teil der jüngeren) verpflanzt, und einer der ehemals schönsten innerstädtischen Parks Deutschlands hatte sich in eine Schlammwüste verwandelt.

Zum fünften Jahrestag der Parkräumung wollen die Parkschützer am heutigen Dienstag daran erinnern, mit einer Versammlung und Kundgebung an der Lusthausruine im Mittleren Schlossgarten um 17 Uhr. Es soll Reden, Musik und Gedichte geben, anschließend einen Demozug durch die Königstraße.

Kontext hat damals mit einer Reportage von der Parkräumung berichtet – und danach immer wieder von der erstaunlich langen Untätigkeit oder auch von Baufortschritt vorgaukelnden Alibi-Arbeiten. (14.2.2017)


KONTEXT
per E-Mail:
Immer informiert:

Durch diese Anmeldung erhalten Sie regelmäßig immer mittwochs um 9 Uhr unsere neueste Ausgabe unkompliziert per E-Mail.

Datenschutz-Hinweis

Ausgabe 126
Gesellschaft

Todesfalle S-Bahnhof

Von Jürgen Lessat
Datum: 28.08.2013
Stuttgarts S-Bahn ist aus dem Takt geraten. Experten warnen vor noch chaotischeren Zuständen, wenn 2014 die Bahn beginnt, den Trog für den Tiefbahnhof Stuttgart 21 auszuheben: Tausende Pendler müssen sich dann in Stuttgarts größter S-Bahn-Station durch zu enge Treppenhäuser zwängen, die leicht zu Todesfallen werden können.

Als im Jahr 1978 die Stuttgarter S-Bahn aufs Gleis gestellt wurde, konnte sich niemand vorstellen, welchen Ansturm das Schnellbahnsystem einmal erlebt. Heute nutzen an Werktagen rund 360 000 Fahrgäste die sechs auf die Stuttgarter City zulaufenden Linien S 1 bis S 6 sowie die vor Kurzem eröffnete Tangentiallinie S 60. Rein rechnerisch ist damit jeder Stuttgarter – vom Säugling bis zum Senior – jeden zweiten Tag mit der S-Bahn unterwegs.

Vielen Fahrgästen ist die Freude am S-Bahn-Fahren zuletzt vergangen. Die Züge sind oft verspätet, immer wieder fallen Verbindungen aus. Beim Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) häufen sich die Beschwerden über verpasste Anschlüsse und längere Reisezeiten. Tatsächlich sank die Drei-Minuten-Pünktlichkeit 2012 auf einen neuen Negativrekord. Zur Hauptverkehrszeit (HVZ) fuhr jede vierte S-Bahn (24,7 Prozent) dem Fahrplan um mehr als drei Minuten hinterher. 2004 war nur etwa jeder zehnte Zug derart unpünktlich (11,8 Prozent). Seit Jahren verletzt die Deutsche Bahn damit den Verkehrsvertrag mit dem Auftraggeber, dem Verband der Region Stuttgart. Dieser toleriert nur einen Verspätungsanteil von 8,5 Prozent.

Das Magazin "Eisenbahn Revue International" hat in seiner Juni-Ausgabe die Situation des Stuttgarter Schnellbahnsystems ausführlich analysiert. Das renommierte Fachblatt identifiziert einerseits strukturelle Schwachstellen im Netz als Grund der Unzuverlässigkeit. Vor allem frisst aber der Erfolg seine Kinder: Je mehr Fahrgäste die S-Bahn nutzen, umso länger braucht der Fahrgastwechsel, was zu längerem Halten als geplant an den Stationen führt. Zusätzlich sorgt der Türmechanismus der modernen S-Bahn-Baureihen 423 und 430 für Verspätungen: Blockiert ein Fahrgast die Lichtschranke, schließt die Tür nicht. Vor allem in der unterirdischen Station Hauptbahnhof, der Haltestelle mit den meisten Umsteigern, fahren die Bahnen in der Rushhour verspätet ab. Da sich S 1 bis S 6 durch den unterirdischen Innenstadttunnel zwängen müssen, schaukelt sich so eine Verspätung schnell bis durch das ganze Netz auf.

Weitere Wege, mehr verpasste Anschlüsse

Und die Zukunft sieht noch düsterer aus. "Mit dem Bau von Stuttgart 21 droht das Chaos", prophezeit die "Eisenbahn Revue International". Ein Grund: Im Herbst sollen im Stuttgarter Hauptbahnhof die Bahnsteige der Fernbahn um 120 Meter ins Gleisvorfeld verschoben werden, um Platz für die Baugrube des Tiefbahnhofs zu schaffen. Dadurch verlängern sich die Wege der Pendler zwischen Regional- und Fernzügen sowie S-Bahn von bislang maximal 600 auf künftig bis zu 800 Meter. Der verantwortliche DB-Bahnhofsmanager Sven Hantel hatte im Stuttgarter Gemeinderat sowie im Verkehrsausschuss der Region eine verlängerte Übergangszeit von vier Minuten zwar erwähnt, die Folgen aber wohlweislich verschwiegen. "Die fahrplanmäßige Übergangszeit wird von neun auf 13 Minuten erhöht, was bei unveränderten Fahrplänen zahlreiche Anschlüsse kosten wird", schreibt das Fachblatt – Pendler müssten sich auf längere Reisezeiten einstellen.

Gefährlicher Andrang auf Stuttgarts Schnellbahn. Foto: DB
Gefährlicher Andrang auf Stuttgarts Schnellbahn. Foto: DB

Noch größere Probleme deuten sich an, wenn in der Bahnhofshalle der Aushub des Tiefbahnhoftrogs beginnt. Nach mehrjähriger Verschiebung soll dies Mitte 2014 der Fall sein. Sobald die Bagger losschaufeln, fällt die direkte Treppenverbindung von der Fernbahnsteighalle an Gleis 3 hinunter in die unterirdische S-Bahn-Station (siehe Bild ganz oben) ersatzlos weg. Mehreren Zehntausend Pendlern bleibt dann nur der Umweg über den rolltreppenlosen Mittelausgang des Hauptbahnhofs durch eine unterirdische Verteilerebene der Stadtbahnhaltestelle Klett-Passage, an dessen Ende ein kleiner Abgang hinunter zur S-Bahn führt. "Die Umsteiger müssen sich über eine nicht einmal drei Meter breite Treppe und eine Rolltreppe hinunter auf den S-Bahnsteig zwängen", kritisiert das Fachblatt. Zudem mündeten Treppe und Rolltreppe an der engsten Stelle des Bahnsteigbereichs in der unterirdischen Station. Die Menschenmassen, die sich dort zur Hauptverkehrszeit drängen, würden unweigerlich zu Staueffekten führen. "Aussteigende Fahrgäste können den Zug nicht verlassen, weil der Bahnsteig von den gegenläufigen Fahrgastströmen regelrecht verstopft ist", heißt es in dem Bericht. Die Folge sind noch längere Haltezeiten der Züge, was die Stuttgarter S-Bahn noch unpünktlicher und unzuverlässiger als schon heute machen wird, prophezeit das Magazin.

Harmlose Stolperer lösen Katastrophen aus

Neben Verspätungen könnte die neue Wegeführung durch den Stuttgarter Hauptbahnhof auch zu Sicherheitsproblemen führen, wie Recherchen von Kontext ergaben. So warnt der Panikforscher Michael Schreckenberg von der Universität Duisburg-Essen vor einem gefährlichen Flaschenhals durch den zu engen Treppenabgang. "Wenn an dieser Stelle zu hohe Dichten entstehen, wird es kritisch", sagt Schreckenberg. Im Gedränge könnten einzelne Reisende zu drücken und schubsen beginnen, um schneller auf den Bahnsteig zu kommen. Die Dichte würde sich dadurch weiter erhöhen, was wiederum im Treppenbereich zu Stürzen führen könne. "Die Leute sehen die Stufen nicht mehr und fallen, was wiederum den Druck auf weiter unten Stehende erhöht", erläutert Schreckenberg eine verhängnisvolle Kettenreaktion. Derartige Phänomene liefen immer nach demselben Schema ab, so zuletzt beim Love-Parade-Unglück in Duisburg am 24. Juli 2010, bei dem 21 Menschen im Gedränge getötet und 541 zum Teil schwer verletzt wurden. Harmlose Stolperer lösten auch im Dezember 1999 eine Katastrophe in Innsbruck aus. Fünf Menschen wurden zu Tode getrampelt, 39 weitere zum Teil schwer verletzt, nachdem während einer Veranstaltung im Skistadion mehrere Personen auf dem abschüssigen Gelände ausgerutscht und gestürzt waren. "Das Fatale ist: Solche Situationen entstehen in kürzester Zeit und sind räumlich begrenzt. Eine Leitstelle hat keine Chance, rechtzeitig einzugreifen", so Schreckenberg.

Bei der Präsentation der neuen Wegeführung im Stuttgarter Hauptbahnhof Anfang des Jahres im Stadtrat und im Verkehrsausschuss der Regionalversammlung betonte die Bahn zwar, alle Sicherheitsnachweise hinsichtlich Brandschutz und Evakuierung erbracht zu haben. Auch sei die Leistungsfähigkeit der neuen Passagierwege analysiert und nachgewiesen worden. Zugleich gestand die Bahn aber ein, dass der bestehende enge S-Bahn-Abgang schon heute in der Hauptverkehrszeit überlastet ist. "Treppe 5 hat bereits eine Qualitätsstufe 'E' und wird nicht angesetzt", heißt es wörtlich in der Präsentation, die Bahnhofsmanager Sven Hantel den politischen Gremien vorstellte. Übersetzt: Über diese Treppenabgang können keine weiteren Pendler geschleust werden, weil bereits "gegenseitige Behinderungen auftreten und die Kapazität erreicht" ist. Zudem geht die Bahn in ihrer Präsentation davon aus, dass nahezu die Hälfte der Pendler freiwillig längere Umwege über weniger belastete Zugänge in der Großen Schalterhalle sowie in der Klett-Passage (Treppe 6) nehmen. "Menschen sehen zwar Leithinweise, befolgen sie aber häufig nicht, sondern nehmen weiter den kürzesten Weg", kritisiert Stauforscher Schreckenberg.

Auch die Umleitungsstrecke ist überlastet

Die als Alternative präsentierte Treppe 6 in der Klett-Passage, gleich dimensioniert wie die bereits überlastete Treppe 5, besitzt heute die Qualitätsstufe C ("Die freie Geschwindigkeitswahl ist eingeschränkt, die Verkehrsdichte erreicht ein spürbares Maß"). Die zusätzlichen Pendlerströme während des Trogaushubs werden auch sie auf Stufe E und damit an ihre Kapazitätsgrenze bringen. "Aufgrund der starken Belastung in der HVZ sind zusätzliche Maßnahmen hinsichtlich Wegeleitung und Reisendenlenkung notwendig und vorgesehen", gestand Hantel vor den Gremien ein. Details nannte er damals jedoch nicht.

Wie die Bahn die täglichen Pendlermassen während der Bauzeit von Stuttgart 21 jahrelang sicher vom Zug zur S-Bahn bringen will, bleibt weiter ein Geheimnis. Eine Kontext-Anfrage ließ das S-21-Kommunikationsbüro bis Redaktionsschluss unbeantwortet.


Gefällt Ihnen dieser Artikel?

Kommentare

Rüdiger Bächtle, 08.11.2013 07:25
Da sieht man mal, wie schlecht recherchiert wird.
Es gibt in Stuttgart nicht nur einen Abgang hinunter zu S-Bahn mit 3M Breite sondern deren 3! Und es gibt auch noch zusätzlich 2 Rolltreppen die von dieser Verteilerebene hinunter bzw. Hinauf zur S-Bahn führen. Auch gibt es einen Abgang mit Rolltreppen zu dieser Verteilerebene im Arnulf-Klett-Platz. Hauptsache man schreibt was dagegen obwohl. An offensichtlich nicht die Lokalität kennt. Wie der Laufweg allerdings von 600 auf 800 Meter sich erhöht, wenn die Verlegung der Bahnsteige um 120m erfolgt ist, wurde auch nicht plausibel dargelegt. Schaut man sich den Verkehrsstrom einmal an, der über die wegfallende Verbindung zu den Zügen im Kopfbahnhof führt gegenüber den. Die die anderen 3 auf nehmen, so wird diese zusätzliche Belastung für diese anderen Aufgänge keine nennenswerte Mehrbelastung darstellen.

ars, 29.08.2013 23:53
Und dazwischen sind Gehbehinderte, auch mit Rollatoren....

Peter Schwabe, 29.08.2013 22:25
Der Flaschenhals bei den Rolltreppen wird noch dadurch verschlimmert die Spaßvögel von der SSB/DB oben an den Rolltreppen die Raucherpunkte einerichtet haben. Es stehen immer rauchende Menschen an diesen Stellen so das wenn man oben ankommt immer durch die Raucher und die Rauchschwaden muß.

laus Wilcke, 29.08.2013 17:52
Es ist das Prinzip der Wurstmühle: Unten werden die Partikel zusammengepresst, aber der Antrieb am langen Hebel, weit entfernt von allen Problemen ist das Geld, das zuerst mit der Baustelle und danach mit Grundstücken in Stuttgart gemacht wird. Präsentiert wird uns das alles auf der demokratischen Grundlage des weiterhin lebendigen CDU-Wirtschafts-Wir-sind-Fortschritt-Filzes.

Fred Strassner, 29.08.2013 01:18
About S21
The most abundent things in the Universe are Hydrogen and Stupitity.

Fred Strassner, 29.08.2013 01:15
Vernunft ist wie ein Deoderant.Die Leute die es noetig brauchen verwenden es nie.(Common sense is like deoderant.the people who need it most,never use it.)
If voting could really change things,it would be illegal.

Cathrin, 28.08.2013 20:42
@Max Gruber
warum ist doch klar. Es werden schon einige mitverdienen am ganzen Debakel für die Steuerzahler.
Und sie fahren ja auch nicht selber Bahn sondern Dienstwagen und müssen sich damit nicht auseinandersetzen.

Claus Schöttle, 28.08.2013 12:43
Liebe Pendler, bedankt euch bei euren Landsleuten in Hohenlohe, Oberschwaben, im Remstal, in Ulm und um Ulm herum und sonstigen schwarzen Gebieten für dies wundervolle Desaster. Wann kommt euer Aufschrei? Ich meine nicht nur Gebruddel, nein, Aufschrei! Wie leidensfähig seid ihr? Ich empfehle bei den kommenden Wahlen diejenigen zu wählen, die S21 nicht befürworten. Ihr könnt auch demonstrieren kommen, speziell am 30.09. zur Montagsdemo (gleichzeitig 3. Jahrestag der Schlacht im Schlossgarten). Ihr werdet erleben, dass der Nahverkehr regelmäßig zusammenbrechen wird und zig Tausende von Euch zu spät zu Ihrer Arbeitsstätte kommen. Aber das haben eure Firmenbosse so gewollt (Stihl, Daimler, BOSCH und viele andere), auch die IHK will das so, Und keine Bange, eure Arbeitsplätze sind sicher, weil kein Fachpersonal der Welt in die Region Stuttgart kommen mag. Und wenn, dann nur überredet durch ein immens hohes Gehalt. Aber dafür sind eure Chefs zu geizig. Sie dachten immer, S21 kostet sie nichts, sondern sie profitieren davon. Profit, Gier, das war in deren Hirnen. Jetzt aber kommt alles anders und eine saftige Langzeit-Rechnung dazu. Aber bitte keine Wehklagen, ihr bekommt alles, was die Mehrheit wollte! Und dazu zählten viele von euch. Wie lange noch?

Dorothea Geiges, 28.08.2013 10:47
Wenn es nicht schon genügend andere Gründe gäbe, S21 nicht zu bauen - diese Situation wäre doch schon hinreichend! Aber "unsere" Politiker und "unsere" Bahnleute fahren eben selber nie mit der S-Bahn.

Susanne Jallow, 28.08.2013 10:18
"Menschen sehen zwar Leithinweise, befolgen sie aber häufig nicht, sondern nehmen weiter den kürzesten Weg" - Sowas aber auch - da folgen die Leute einfach nicht den Anwisungen, sondern denken selbst. Womöglich auch, weil Sie es eilig und nicht den ganzen Tag Zeit haben? Dieser Bahn-Dilletantismus in fast allen Belangen dieses Projekts ist wirklich nur noch sehr schwer zu ertragen - zumal er immer wieder Gefahr für Leib und Leben in sich birgt - und das keinen der Verantwortlichen interessiert.

Max Gruber, 28.08.2013 08:18
Man sieht es, unsere Politiker lernen es einfach nicht, warum? Keine Ahnung!

Kommentar hinzufügen




CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.


* Pflichtfeld!

Letzte Kommentare:

Ausgabe 308 / Zum Weinen / Cornelia Marcus, 22.02.2017 16:06
Heute abend (22.2), 19 Uhr, in der Geschäftsstelle SÖS (Arndtstr.29 im Westen) sehr gute Infos dazu von Tom Adler "Wohnen in Stuttgart" Meine Bitte : Doch noch reichlich Initiative von unten zeigen - über den Bürgerhaushalt Stuttgart...

Ausgabe 308 / Wenn Kunst verschimmelt / Kunstfreundin aus+Berlin, 22.02.2017 14:41
Nun auch noch die Kunst die verschimmelt..Keine Mitarbeiter/in, keine Kunst, keine gescheites Museumscafé - dann kann man den Laden ja zumachen..Vielleicht erregt das mehr Aufmerksamkeit. Die reine Schikane der Mitarbeiter/in am...

Ausgabe 308 / Die Kahlschlag-Gartenschau / Rita Winter, 22.02.2017 14:07
Ihren Angaben zufolge lebt Martin Walser in Überlingen, was längst nicht mehr der Fall ist, da er seit geraumer Zeit in München residiert. Und was die Bäume angeht, wird mir ganz schlecht. Immer und immer wieder lassen es die Bürger...

Ausgabe 308 / Die Kahlschlag-Gartenschau / Monika Spiller, 22.02.2017 14:03
Es ist eine himmelschreiende Kulturschande, was hier an Zerstörungswerk durch Amtsträger angerichtet wird, die von außerhalb kommen und alsbald auch wieder gehen und die keinen Funken Sensibilität für den Charme dieser Stadt mit ihrer...

Ausgabe 308 / Macht mal nen Punkt! / Thomas Ott, 22.02.2017 13:53
~769.000 Kilometer von der Erde zum Mond und zurück.

Ausgabe 308 / Die Kahlschlag-Gartenschau / Bernd Kruczek, 22.02.2017 12:40
Wenn man das liest bleibt einem die Luft weg. Nur weiter so Überlinger Stadtverwaltung, so treibt man Wähler in die Arme der AfD

Ausgabe 307 / Sitzen verboten / U.M., 22.02.2017 12:35
Beim Lesen mancher Kommentare entsteht für Außenstehende der Eindruck, frustrierte Mitarbeiter wagen im Schutz der Anonymität des Internets "Vorgesetzten-Bashing". Dabei überschreiten sie allerdings Grenzen, indem sie sich beleidigend...

Ausgabe 308 / Macht mal nen Punkt! / Beate Siek, 22.02.2017 12:20
Genial! Dieses Satzbau-Wunder hat mir den Tag gerettet :-) Vielen Dank dafür! Dieses Editorial ist deutlich humoriger als sämtliche Büttenreden und Kappen jeder Karnevals-Saison.

Ausgabe 308 / Späte Einsicht / Rolf Steiner, 22.02.2017 11:56
Kretschmann sollte endlich mal, wie Luther schon sagte, "das Maul aufmachen!" Wenn auch schon die beiden großen Kirchen und die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler (SPD), die Abschiebepraxis deutlich...

Ausgabe 308 / Die Kahlschlag-Gartenschau / Julius Hauck, 22.02.2017 11:47
Es ist für mich nicht verständlich wie man derart Ignorant gegenüber der Seele einer Stadt sein kann. Überlingen lebt von deiner Beschaulichkeit und den vielen Jahren in der die Stadt gewachsen ist. Dazu gehören auch, vielleicht sogar...

Die KONTEXT:Wochenzeitung lebt vor allem von den kleinen und großen Spenden ihrer Leserinnen und Leser.
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!