KONTEXT Extra:
NSU-Prozesskosten bei etwa 50 Millionen Euro

Nach 313 Verhandlungstagen äußert sich Beate Zschäpe erstmals selbst im NSU-Prozess und gibt sich als geläutert - neue Erkenntnisse über die Morde liefert ihre Aussage allerdings nicht. Immerhin weiß die Presse nun, wie ihre Stimme klingt. Die Süddeutsche Zeitung findet: "klar, tief, weich, mit leichtem thüringischen Einschlag".

Wann der Marathonprozess (verhandelt wird seit Mai 2013) zu einem Ende kommen wird, scheint aktuell völlig unklar. Sicher ist hingegen: Mit jedem weiteren Verhandlungstag steigen die Kosten für das Verfahren. Und bald könnten diese über 50 Millionen Euro liegen. Im September 2013 sagte Karl Huber, damaliger Präsident des Oberlandesgerichts München, gegenüber dem Münchner Merkur, er schätze die Kosten des Verfahrens auf 150 000 Euro pro Verhandlungstag. Dies sei eine gewaltige Summe, "vor allem, wenn man bedenke, dass die Opfer oder Hinterbliebenen keinen einzigen Euro bekommen haben".

Eine Sprecherin des Oberlandesgerichts bestätigt gegenüber Kontext, dass sich an der Kostenschätzung "im Wesentlichen nichts geändert" habe. Somit liegen die geschätzten Kosten aktuell bei etwa knapp 47 Millionen Euro. Die Sprecherin betont allerdings, dass es bislang noch keine genaue Kalkulation gibt - diese erstelle man erst nach Abschluss des Verfahrens. Dann wird die Rechnung an den Bund gestellt. (29.9.2016)


Blitzschnell gegen die AfD

Grüne, CDU, SPD und FDP wollen mit einer blitzschnell auf den Weg gebrachten Gesetzesänderung das Ansinnen der beiden AfD-Gruppierungen unterlaufen, einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum  Linksextremismus in Baden-Württemberg durchzusetzen. Am kommenden Mittwoch wird der Landtag in erster und zweiter Lesung endgültig eine Änderung des Untersuchungsausschussgesetzes beschließen. Danach können weiterhin zwei Fraktionen das Minderheitenrecht zur Kontrolle von abgeschlossenem Regierungshandeln wahrnehmen, allerdings nur, wenn ihre Mitglieder nicht ein- und derselben Partei angehören. Nach der vorliegenden Tagesordnung wird die gespaltene AfD ihren Antrag unter Punkt zwei einbringen. Es folgt aber keine Abstimmung, sondern eine Überweisung an den Ständigen Ausschuss. Endgültig wird sich der Landtag am 12. Oktober mit dem Begehr befassen, mit dem unter anderem unterstellt wird, dass Linksextreme im Südwesten öffentliche Gelder bekommen. Dann ist allerdings das Gesetz geändert, und die Möglichkeit zur Antragstellung entfallen. Auch die Rechtsexperten der anderen vier Fraktionen schließen nicht aus, dass die AfD deshalb vor den Verfassungsgerichtshof zieht.


Übers Ohr gehauen

Martin Schreier war jahrelang freier Journalist und Fotograf für den Reutlinger General Anzeiger (GEA) und bekam nicht einmal den ihm zustehenden Mindestlohn. Dann hat er sich einen Anwalt genommen und sich die Kohle erstritten – Kontext hat berichtet. Am  Mittwoch, 21.9.,  um 19:30 Uhr,  berichtet der resolute Journalist zusammen mit dem ehemaligen Gewerkschaftssekretär Gerhard Manthey zum Thema „Wie Zeitungsverleger freie Journalisten übers Ohr hauen“ im Stuttgarter Clara-Zetkin-Haus. Sie werden ihre Erfahrungen teilen und erklären, wie sich Betroffene wehren können. Neben der skandalösen Tatsache, dass viele Zeitungsverlage Mindesthonorarvorgaben missachten, wehren sich nämlich viel zu wenig JournalistInnen gegen diese Zustände. (20.09.2016)


Das Schicksal der Jesidinnen in der Geißstraße

Die Stuttgarter Stiftung Geißstraße lädt für den morgigen Dienstag (20.9., 19 Uhr) zu einer Veranstaltung über "Das Schicksal der Jesidinnen". Zu Gast ist Michael Blume, der im Auftrag der Landesregierung weibliche und stark traumatisierte Opfer des IS medizinisch und psychologisch betreut hat. Im vergangenen Jahr waren 1000 Jesidinnen nach Baden-Württemberg gekommen. Blume war als Religionswissenschaftler und Referatsleiter im Staatsministerium mit der Leitung des Projekts betraut. "Eigentlich ist Michael Blume ein Beamter. Dass er in den Irak geflogen ist, um die Frauen dort rauszuholen, ist einfach eine anrührende Geschichte", erzählt Geschäftsführer Michael Kienzle. Nach dem Vortrag gibt es außerdem noch den SWR-Beitrag "Samias Rettung - Neue Heimat" zu sehen - ein Film über eine junge Jesidin in einem Flüchtlingslager im Nordirak. (19.9.2016)


Demo wie zu besten Zeiten

Stuttgart lebt – wie einst zu den Hochzeiten von S 21. Wie der BUND meldet, waren 40 000 Demonstranten auf den Beinen, um gegen TTIP und CETA zu protestieren. 320 000 seien es insgesamt in sieben deutschen Städten gewesen. Viele Junge dabei, viele Organisatoren, die aufgerufen haben, von Attac über den BUND, Gewerkschaften, Menschenrechtler, Friedensfreunde, Wohlfahrtsverbände bis zu Kirchen. Sogar fünf SPD-Fähnchen waren zu sehen. Und: Die Demo hat endlich mal wieder Laune gemacht. Auch dank Körpa Klauz ("Widerstand muss Spaß machen"), der auf der Bühne den Einheizer gab.

Artikel zu TTIP und CETA in der aktuellen Kontext:

Bundesweite Demos

Die Fronten bröckeln

Stolperstein CETA

Mehr dazu in der kommenden Kontext-Ausgabe.


KONTEXT
per E-Mail:
Immer informiert:

Durch diese Anmeldung erhalten Sie regelmäßig immer mittwochs um 9 Uhr unsere neueste Ausgabe unkompliziert per E-Mail.

Datenschutz-Hinweis

"Die Otto-Brenner-Stiftung will keine harte gesellschaftliche Debatte." Albrecht Müller im Mai 2013 in Stuttgart. Fotos: Joachim E. Röttgers

"Die Otto-Brenner-Stiftung will keine harte gesellschaftliche Debatte." Albrecht Müller im Mai 2013 in Stuttgart. Fotos: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 231
Debatte

"Die hohe Schule der Manipulation"

Von Josef-Otto Freudenreich (Interview)
Datum: 02.09.2015
Grobe Geschütze fährt Albrecht Müller gegen die Otto-Brenner-Stiftung (OBS) und ihren Autor Wolfgang Storz auf. Beide stützten eine neoliberale Politik und verteufelten alle, die sie zur Gegenöffentlichkeit zählten, sagt der Herausgeber der "Nachdenkseiten" im Kontext-Interview. Er sei aber keineswegs verbittert.

Herr Müller, warum regt Sie das Arbeitspapier zum Netzwerk "Querfront" eigentlich so sehr auf? Es geht selbst von einer "begrenzten Reichweite" seiner Erkenntnisse aus.

Weil es Teil einer Kampagne ist, die gegen jene läuft, die für Gegenöffentlichkeit stehen. Mit dem Kampfbegriff der "Querfront" sollen die Friedensbewegung und die Mahnwachen diskreditiert werden. Und grundsätzlich geht es darum, eine neoliberale Politik zu stützen. Das hat schon immer besser geklappt, wenn deren Kritiker von links kritisiert werden, nach dem Motto: Wer Linke und Linksliberale beeindrucken will, muss Träger der Parolen aus ebendiesem Lager finden und nutzen. Erhard Eppler und Günter Grass haben das für die Agenda 2010 erledigt, Joschka Fischer und Rudolf Scharping für den Kriegseinsatz der Bundeswehr in Jugoslawien. Und jetzt kommt die gewerkschaftseigene Otto-Brenner-Stiftung (OBS).

Einspruch: Weder die OBS noch ihr Autor standen bisher im verschwörerischen Verdacht, neoliberal zu sein.

Die Otto-Brenner-Stiftung will keine harte gesellschaftliche Debatte in Deutschland und keine Kritik an den USA. Für sie sind wir alle Antiamerikaner, wenn wir zum Beispiel sagen, die Flüchtlinge von heute haben etwas mit den Kriegen von früher zu tun. Lieber finanziert die Stiftung eine "Studie", in der alle, die sie zur Gegenöffentlichkeit zählt, stigmatisiert und verteufelt werden. Ohne für jeden Betroffenen einen Beweis zu liefern. Und dann sagt sie noch, dass alle diese bösen Menschen die Verhältnisse in Deutschland und in der EU zu wenig loben. Für sie ist die Welt im Großen und Ganzen in Ordnung, eigentlich braucht sie keine Gegenöffentlichkeit. Das ist grotesk. Ich könnte auch sagen, mit diesem Text ist die OBS eine Unterorganisation der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).

"Hier geht es um Lähmung und Aufspaltung des linken Spektrums."
"Hier geht es um Lähmung und Aufspaltung des linken Spektrums."

Sie wissen, dass die INSM einst vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall gegründet wurde. Insoweit ist das starker Tobak.

Nein, ich habe nur gelernt, analytisch zu denken. Hier geht es um Lähmung und Aufspaltung des linken Spektrums. Das läuft parallel zu den Diskussionen in der Linkspartei, die sich um Europa, den Euro und Griechenland drehen. Die Fragen im Hintergrund beziehen sich immer auf das Verhältnis zu den USA, die nicht kritisiert werden dürfen, auf die Militärpolitik und den neuen Ost-West-Konflikt. Unter anderem deshalb wird Daniele Ganser, der ein NATO-Kritiker ist, flugs zu dieser "Querfront" gezählt. Dasselbe gilt für Lars Mährholz, der die Mahnwachen der Friedensbewegung begründet hat, und für Ken Jebsen, dem vorgeworfen wird, Antisemit und Verschwörungstheoretiker zu sein. Wo sind die Belege in der "Studie"?

Jebsen durfte auch schon an Ihrem Tisch sitzen, an dem wir jetzt reden. Das ist auch in Ihrem eigenen Laden umstritten.

Das stimmt, muss aber ausgehalten werden. Jebsen hat Interviews gemacht mit dem ausgewiesenen Rüstungsgegner Jürgen Grässlin, mit dem taz-Mitbegründer Mathias Bröckers, mit dem Tübinger Professor Rainer Rothfuß, mit den Publizisten Jürgen Roth und Werner Rügemer, mit dem CDU-Politiker Willy Wimmer und mit mir. Und was steht dann in der "Studie"? Albrecht Müller, prominenter linker Buchautor und einer der Herausgeber der linken "Nachdenkseiten", gibt Ken Jebsen, "den viele für einen Verschwörungstheoretiker und Antisemiten halten", ein langes Interview. Also gehöre ich auch dazu. Das ist die hohe Schule der Manipulation.

Wolfgang Storz hat Sie gegenüber Kontext ausdrücklich ausgenommen.

Nett von ihm, aber das ändert nichts an seiner manipulativen Vorgehensweise. Hat er den Text entsprechend korrigiert?

Er hat es im Kontext-Interview betont. Für ihn ist Udo Ulfkotte ein Mann der "Querfront".

Mit Ulfkotte will ich nichts zu tun haben, genau so wenig wie mit dem Kopp-Verlag. Aber ist es falsch, wenn Ulfkotte von "gekauften Journalisten" spricht? Das habe ich schon in meiner Bonner Zeit erlebt, als die SPD einem Journalisten 600 000 Mark bezahlt hat. Für freundliche Artikel von Februar bis November 1969.

Storz sagt, er suche eine gemeinsame Medienöffentlichkeit, einen gesellschaftlichen Diskurs, in dem niemand ausgegrenzt wird. Das klingt doch vernünftig.

Was für ein Quatsch! Gemeinsam mit der "Bild"-Zeitung vielleicht? Wenn die schreibt, die Griechen sollen ihre Akropolis verkaufen – wo soll hier eine Basis sein? Darf ich an Paul Sethe erinnern, der gesagt hat, dass die Pressefreiheit die Freiheit von 200 reichen Leuten ist? Und dann schreibt der Geschäftsführer der Otto-Brenner-Stiftung, Jupp Legrand, in seinem Vorwort, die traditionellen Medien hätten sich der "Aufgabe der Qualitätssicherung und Orientierung" zu stellen. Da verzweifelt man ob der Einfalt der Autoren.

Medien sind nicht nur die "Bild"-Zeitung. Da gibt's noch einen Jakob Augstein, Arno Luik, Heribert Prantl, Dietrich Krauss, das Netzwerk Recherche und so weiter.

Ich bestreite doch gar nicht, dass es auch noch gute Journalisten gibt. Aber man muss auch sehen, dass es diese Journalisten sind, die die Glaubwürdigkeit der bürgerlichen Medien erhöhen. Das macht Arno Luik mit dem "Stern", Jakob Augstein mit dem "Spiegel", Dietrich Krauss mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Dann müsste ich gegen Heribert Prantls innen- und rechtspolitische Texte sein, nur weil die "Süddeutsche Zeitung" ein Kampagnenblatt ist. Bin ich aber nicht. Ich bewundere die genannten Kollegen.

"Mit dem Wissen wächst der Zweifel, sagte schon Goethe."
"Mit dem Wissen wächst der Zweifel, sagte schon Goethe."

Wir könnten jetzt auch einwenden, dass der Job des Journalisten kein leichter ist. Die Welt ist unübersichtlich und der Arbeitsplatz in hohem Maße gefährdet.

Alles richtig. Ich weiß, wie hoch der Druck auf dem Arbeitsmarkt ist, und ich habe großes Verständnis für jüngere Kolleginnen und Kollegen, die sich hier durchkämpfen müssen. Wir hatten den Kopf frei, weil wir kein Problem hatten, einen guten Job zu finden, selbst mit einem mittelmäßigen Examen. Aber das heißt doch nicht, dass ich diese wunderbaren Hauptmedien gesundbeten muss.

Da fällt uns doch der schöne Satz des Kabarettisten Volker Pispers ein: Wenn man weiß, wer der Böse ist, hat der Tag Struktur.

Mit dem Wissen wächst der Zweifel, sagte schon Goethe. Und da ich ein bisschen über politische Zusammenhänge weiß, glaube ich vieles nicht, was andere Leute glauben. Was mich sehr bedrückt, ist, dass viele Menschen nicht sehen, dass der Tag auch noch ganz andere Seiten hat. Ich könnte auch sagen, wenn ich in den Garten gehe, hat der Tag eine Struktur. Dort könnte ich den ganzen Tag nach meinem Basilikum schauen. Ich sehe nicht nur die Potenz des Kritischen, das ist nicht mein ganzes Leben. Wenn mir mal jemand schreibt, ich sei zu verbittert, dann trifft mich das, weil es nicht stimmt.

Also lassen Sie uns doch einmal positiv, konstruktiv und zuversichtlich sein.

Mein Vater hat mich gelehrt, mit der ersten Frage und Antwort nicht zufrieden zu sein. Ich habe dadurch das doppelte Fragen gelernt. So sind im Übrigen auch die "Nachdenkseiten" entstanden. Aber lesen Sie mal nach, was ich nach der Wahl in Griechenland geschrieben habe. Dass es jetzt die Chance gibt, in einem Land Europas das Zusammenleben so zu organisieren, dass die Gewinner nicht immer die Gleichen sind. Keine Privatisierung, soziale Sicherung, aktive Beschäftigungspolitik und so weiter. Alles positiv und konstruktiv. Das hat aber nichts genutzt. Der Wählerwille der Griechen wurde mit einem Tritt aus Berlin in den Orkus versenkt.

Wie wär's, wenn Sie einfach mal über Ihren Garten schreiben würden.

Das ist bei mir derzeit schwierig, weil ich wirklich Angst vor einem Krieg zwischen dem Westen und Russland habe. Ich habe den Zweiten Weltkrieg noch erlebt und bin über die Kriegsgegnerschaft politisiert worden. Das macht mich weniger lustig. Wenn ich aufwache und an die Möglichkeit eines Krieges denke, dann hat der Tag zunächst eine Struktur. Das bestimmt mich und meine Arbeit sehr. Aber glücklicherweise gibt es dann auch anderes.

 

Albrecht Müller (77) war Planungschef im Kanzleramt bei Willy Brandt und Helmut Schmidt. Von 1987 bis 1994 saß der gebürtige Heidelberger für die SPD im Bundestag. 2003 gründete er zusammen mit Wolfgang Lieb, dem einstigen Regierungssprecher von Johannes Rau, die "Nachdenkseiten". Müllers Bücher tragen die programmatischen Titel "Reformlüge", "Machtwahn", "Meinungsmache". Er lebt im pfälzischen Pleisweiler in einer Wasserburg.

Unter der Überschrift "Unterste Schublade – eine sogenannte Studie der Otto-Brenner-Stiftung über das angebliche Netzwerk 'Querfront'" hat Albrecht Müller einen ausführlichen Text zu dem Streit verfasst.


Gefällt Ihnen dieser Artikel?
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!

Kommentare

era, 18.09.2015 19:05
Mich interessiert, ob jemand inhaltlich argumentiert. Man kann erkennen, in Kommentaren, wie in den Aussagen des Interviewer oder des Interviewten, ob der betreffende sich für Inhalte und Argumente des anderen interessieren und sich argumentativ damit auseinandersetzen.
Beziehungsgeflechte nachmalen gehört nicht dazu. Wer mit wem, wann und wo, sind Themen, die dazu genutzt werden, Personen zu diffamieren, lächerlich zu machen und Rufmord zu betreiben, damit man sich nicht inhaltlich mit ihren Aussagen auseinandersetzen muß. Solche Hinweise dienen der Ablenkung.
Ob Aussagen antisemitisch, antiamerikanisch oder sonstwas sind, erkenne ich nicht am Bekanntenkreis der Person, sondern indem ich mir die Aussagen anhöre.
Leider dient das obige Interview nur bedingt einem sachlichen Austausch. Vor allem das Bestehen gegen Ende auf "etwas Konstruktiven" ist ein weinerliches Stilmittel. Ich finde das oft in vielen Zeitungen und Radiosendungen. Das ist Kindergarten und Schülerzeitung. Es klingt wie der Wunsch eines kindlichen Gemütes, von der Realität bitte nicht soviel mitbekommen zu müssen.
Fazit: Schade. Weniger Weinerlichkeit. Mehr argumentaiver Austausch. Gerne Kritik an Herrn Müller.
Kommentare werden besser, wenn man auf der Sachebene bleibt und weniger Tratsch verbreitet.

Ulf J. Froitzheim, 15.09.2015 14:33
Wenn hier jemand ein Troll ist, dann der "Strauch" und nicht "invinoveritas".
Dass Ken Jebsen der Künstlername eines Mannes mit persischem Vater ist, stand laut Versionsgeschichte vom ersten Eintrag an in der Wikipedia (2013). Wäre dieser Eintrag von ihm selbst geschrieben, bekäme man allein deshalb schon Zweifel an seiner Zurechnungsfähigkeit. Tatsächlich hat die TAZ schon 2004 (!) über den damals noch allseits beliebten Moderator freundlich geschrieben und das mit dem Künstlernamen erwähnt:

http://www.taz.de/1/archiv/?dig=2004/03/08/a0313

Man muss auch kein Broder-Fan sein, um zu erkennen, dass es nicht schlau ist, sich die hitzköpfige Evelyn Hecht-Galinski als Kronzeugin zu wählen. Die Dame hat einen veritablen Track Record für cholerische Ausfälle, bei denen ihr jeder Maßstab für den Gegenstand ihrer Kritik entgleitet, und für ihr Talent, sich die falschen Freunde zu suchen.
Ein Hinweis noch zu "Skylars" Mährholz: Dieser gehörte Anfang der Nullerjahre zum Dunstkreis des inzwischen verstorbenen Berliner Unternehmers Torsten Witt und seines "Vereins Junger Journalisten" (VJJ), dessen Mitglieder keine Berufsjournalisten sein mussten. Witt, zeitweise Mitarbeiter der Jungen Freiheit, Gründer einer Pennäler-Verbindung und Mitglied der Landsmannschaft Thuringia, riss 2004 die Macht im Brandenburger Journalistenverband an sich und schanzte Gefolgsleuten anschließend Posten im Berliner Journalistenverband zu. Auch Witt war beleidigt, wenn ihn jemand rechtsradikal nannte. Nun ja.

http://www.burks.de/witt/witt2.jpg

someonesdaughter, 08.09.2015 10:32
"Heinz Greiner, 05.09.2015 18:45
Wahrscheinlich ist der Weintrinker ja unheilbar . "

Aha. Und was macht man mit "Unheilbaren", was schlagen Sie vor? Euthanasie? Oder einfach wegsehen, ins Lager?

@KONTEXT: Ihre Kommentarspalten sind inzwischen so etwas wie eine Wortmülldeponie für Spinner, Querfront-Apologeten und das, was Gabriel als "Pack" bezeichnete. Ist das Absicht?

heinz, 07.09.2015 13:00
Interessanterweise kann man jetzt sogar auf den NDS selbst lesen, dass einer der in der Studie erwähnten, Werner Rügemer, rechte Ressentiments bedient:
"Es fällt auf, dass auch produktive Investitionen der USA in Deutschland in schlechtem Licht erscheinen.
Anders denn als Unterjochung kann Rügemer Aktivitäten amerikanischen Kapitals in Deutschland offenbar
gar nicht sehen. Damit knüpft er an eine schlechte, deutsche Tradition an:
"Auch die amerikanische Anlagenpolitik im Gefolge des Dawes
-Plans aus dem Jahre 1924 wurde in dieser Logik stark kritisiert, ungeachtet dehttp://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/150907-kruhsert-zu-ruegemer-nds-150905.pdhttp://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/150907-kruhsert-zu-ruegemer-nds-150905.pdr Tatsache, dass sie die Basis für die wirtschaftliche Prosperität der „Goldenen Zwanziger” darstellte. Nachdem die Reparationsfrage gelöst worden war, hatten amerikanische Geschäftsleute systematisch ihren
Anteil an der deutschen Wirtschaft ausgebaut
–amerikanische Kredite flossen nach Deutschland, amerikanische Gesellschaften kauften deutsche Firmen auf oder investierten in diese. Insgesamt konnte so der amerikanische Anteil an der deutschen Wirtschaft beträchtlich wachsen. Von der Rechten wurde der Dawes
-Plan deshalb als Komplott zur „Versklavung” Deutschlands denunziert. Dabei wurden „Bilder und Schlagworte verwandt, die später sowohl von der nationalsozialistischen Publizistik als auch von linksradikaler Seite aufgegriffen wurden."
http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/150907-kruhsert-zu-ruegemer-nds-150905.pdf

Heinz Greiner, 05.09.2015 18:45
Wahrscheinlich ist der Weintrinker ja unheilbar .

H. Müller hat mit seinen Büchern Großes geleistet .
Meinungsmache könnte Lehrbuch für die Schulen werden .
Er, H. Wimmer , H. Todenhöfer und H. Rügemer engagieren sich wie wenige im Sinne der Interessen der deutschen Bevölkerung .
Die NDS sind das erfolgreichste und best gemachte zivilisatorische Medienprojekt in diesem unserem Lande .
Dafür verdienen die Herren höchste Anerkennung .

Kämen die Medien dem nach , was ihr zivilisatorische Aufgabe ist , bräuchte es die NDS nicht , gäbe es sie vermutlich auch nicht . Versagte die Politik nicht allparteienübergreifend an nahezu allen Aufgaben , könnten die Herren ihren Ruhestand und die Freude an den Enkeln geniessen .

So wie die Lage leider ist , treibt sie die Sorge um .
Sie handeln .

Dank und Respekt verdienen sie jeden Tag aufs Neue .
H. Storz hingegen verdient Mitleid , es hat nicht zu mehr gelangt , er wird's selbst wissen .

Schwabe, 04.09.2015 14:35
@Christian Bader
für mich sind Sie ein Scheinheiliger!

Funaki, 03.09.2015 21:58
Stefan Gärtner hat in seinen Texten für die Titanic wiederholt auf die Unterschiede zwischen linker und rechter Medienkritik hingewiesen, u.a. hier:
http://www.titanic-magazin.de/news/gaertners-kritisches-sonntagsfruehstueck-nichts-als-die-wahrheit-7325/

Bei den Besuchern und Köpfen der Montagsmahnwachen scheint es sich tatsächlich in großer Zahl um Leute zu handeln, die an eine Absprache Mächtiger in Hinterzimmern glauben - Bilderberger, Freimaurer, wer auch immer. Ob ein Austausch und eine Zusammenarbeit mit den Leuten auf den Montagsmahnwachen trotzdem fruchtbar sein kann und die Leute nur den richtigen Input brauchen? Ich verliere da langsam meine Hoffnung. Pedram Shahyar und Jutta Ditfurth stehen ja bei diesem Thema für die gegensätzlichen linken Positionen. Grundsätzlich sind die empörten und engagierten Leute auf der Straße das Interessante, das Elsässer nochmal irgendwann von seinem Film runterkommen sollte darf bezweifelt werden. Warum irgendjemand es wichtig finden könnte ihn oder Jebsen einer größeren Öffentlichkeit bekannt zu machen kann ich nicht nachvollziehen.

Christian Bader, 03.09.2015 18:00
mit dem Gespräch bin ich gar nicht glücklich. die Verletzbarkeit und Sensibilität Herrn Müllers wird greifbar, aber der Interviewer hat eigene Interessen und versucht deshalb, den Interviewpartner lächerlich zu machen, anstatt ihn kritisch zu befragen; deshalb gibt es wenig neue Erkenntnisse für die Leser/innen und einiges an Hilflosigkeit auf Seiten von Herrn Müller und ich frage mich, warum Herr Freudenreich die Mühe auf sich genommen hat, die Wasserburg heimzusuchen.
das Problem der "Studie" scheint mir zu sein, dass sie ihr Instrumentarium nicht ausreichend benennt und nicht alle Aussagen belegt, dabei aber eine Meinung vermittelt und somit Kritik auf sich zieht, da ihr ein Erkenntnisinteresse unterstellt werden muss.

Idahoe, 03.09.2015 16:41
@invinoveritas
Sie sind kein Wissenschaftler. Die von der OBS vorgestellte Kurzstudie ist kein Arbeitspapier. Auch eine Kurzstudie hat ein Mindestmaß an Merkmalen, die eingehalten werden sollten, um als solche zu gelten. Das ist nachweislich nicht der Fall.

Das einzige, was Herr Storz mit seiner Kurzstudie bewiesen hat, ist die Tatsache, daß er die Technik des WorldWideWeb und die Hyperlinks nicht verstanden hat.

Aufgrund Ihrer eigenen hier nachzulesenden Aussagen trifft dies auch auf Sie zu.

So einfach ist das.

Fx, 03.09.2015 16:19
Schön, dass Sie ausgerechnet Volker Pispers zitieren, Herr Freudenreich. Dieser wäre nämlich nach den höchst fragwürdigen Kriterien der OBS-Studie ebenfalls Mitglied der Querfront, denn bei deren vermeintlichem Dachverband "alternativ.tv" sind neben Videos mit Ken Jebsen, Willy Wimmer oder Albrecht Müller auch mehrere Pispers-Videos veröffentlicht. Neben Videos von Pelzig und Georg Schramm!

Und es finden sich dort auch Videos von drei Bundestagsabgeordneten der Linkspartei, darunter sogar Gregor Gysi.

Gehörten die also alle der Querfront an? Dass Herr Storz die genannten Kabarettisten und Politiker durch Nichterwähnung geschont hat, ist wohl v.a. ihrer Bekanntheit zu verdanken - oder einer grottenschlechten Recherche. Jedenfalls zeigt sich hier, wie willkürlich diese Verschwörungstheorie (!) einer herbei phantasierten Querfront konstruiert wurde.

invinoveritas, 03.09.2015 15:00
Wenn Albrecht Müller ausgerechnet W. Storz und der Otto-Brenner-Stiftung vorwirft, ihnen gehe es mit diesem Papier "darum, neoliberale Politik zu stützen", so ist das absurd und von jeder Fairness weit entfernt.
Diffamierend auch die Polemik, die OBS sei mit diesem Arbeitspapier Unterorganisation der INSM geworden.

Und so jemand behauptet, Storz seinerseits habe verteufelt und stigmatisiert, und ausgerechnet so jemand lamentiert wenig später über Lähmung und Aufspaltung des linken Spektrums!

So etwas kann man im Übrigen nur behaupten, wenn man die Studie entweder gar nicht gelesen oder nur durch einen sehr dichten Schleier von Voreingenommenheit wahrgenommen hat. Sonst würde man bemerken, dass deren zentrale Aussage nicht einmal die inhaltliche Kritik an diesem "Netzwerk" ist, sondern zwei relativ wertfreie Feststellungen, nämlich 1. Die Autoren dort haben Erfolg und repräsentieren relevante Minderheitenmeinungen in der Bevölkerung und 2. Die etablierten Medien müssen darauf reagieren mit einer Ausweitung ihrer Perspektiven, unter Berücksichtigung solcher Minderheitenmeinungen.

Lesen müsste man halt können. So behauptet die Studie entgegen Herrn Strauchs falscher Unterstellung auch gar nicht, Ken Jebsen sei Antisemit, sondern sagt an zwei Stellen, er werde von anderen, z.B. Henryk M. Broder, für einen solchen gehalten. Und dann heißt es: "Das wird von Jebsen bestritten."

Eine gewollte Irreführung durch den Herrn Strauch.

Im Übrigen: Wenn man weiß, dass Jebsen die Regierung Israels "faschistisch" nennt und ihr vorwirft, sie arbeite an der "Endlösung der Palästinenserfrage", dann wird man zumindest sagen dürfen, er spiele mit begrifflichen Versatzstücken, die den Völkermord der Nazis an den Juden durch Gleichsetzung mit der Politik des Judenstaats relativieren oder relativieren sollen.

Für Albrecht Müllers Verachtung der hiesigen "Leitmedien" - schon dieser modische schräge Kampfbegriff ist daneben - gibt es Belege wie Sand am Meer, sämtlich nachzulesen in den nds. Kleines Beispiel, vom 15.5.2014, diese Aussage Müllers zu seiner aberwitzigen These, die deutschen Medien seien "gleichgeschaltet": "Honeckers Machtapparat zum einen und PR-Geld und PR-Aktivitäten der Finanzwirtschaft, der Verbände, der Bundesbank, der NATO und der EU (sind) in der Wirkung das Gleiche, in den Methoden formal unterschiedlich." Zu Deutsch: Ob DDR-Medien oder BRD-Medien, da drehst du doch die Hand nicht rum, die einen waren so uniform wie die andern.
Wer anno 2014 so etwas behauptet, ist entweder ein von Stasi-Resten bezahlter Desinformationsagent - das glaube ich aber nicht von Helmut Schmidts einstigem Wahlkampfleiter Albrecht Müller -, oder er hat sich von der Realität weitestgehend verabschiedet.

Rosemarie Kirschmann, 03.09.2015 14:15
Hallo, Herr Freudenreich,
meine prinzipielle Wertschätzung Ihnen gegenüber ist nach der Lektrüre der letzten drei Aussagen Ihres Interviews mit Albrecht Müller zu einer großen Irritation geworden. Sie banalisieren die Gedanken und Analysen von Herrn Müller, die es wert sind, aufgegriffen und vertieft zu werdne. Es erschreckt mich sehr, wie sie bei Themen dieser Tragweite von Krieg und Frieden und gegenüber einem Menschen mit der politischen Erfahrung Albrecht Müllers einfach ausweichen und herumblödeln. Ich bin einfach geschockt und erwarte von Kontext eigentlich eine andere Ersthaftigkeit. Schon das kritiklose Weiterreichen des Storztextes hat mich an der Seriosität von Kontext zweifeln lassen, und nun das ...
Mit überaus besorgten Grüßen
R.Kirschmann

Peter S., 03.09.2015 11:52
Für die Amerikaversteher unter uns lohnt sich doch mal die Rede von George Friedman dieses Jahr in Chicago anzuhören.
Und was Amerika schon immer tat um die einzige Gefahr für die US Dominanz zu bekämpfen.

heinz, 03.09.2015 11:44
Immerhin hat Müller auf einen Goebbelsvergleich verzichtet, wie er es bei Gustav Horn und Stefan Hebel gemacht hat. Das muss man wohl schon als Fortschritt sehen.

Bernhard Meyer, 03.09.2015 11:19
@ Strauch
Sie haben den Weinseligen schön als Troll entlarvt.
Also behandeln wir ihn artgerecht: ignorieren.

strauch, 03.09.2015 10:51
@invinoveritas

Das ist wieder das übliche gebashe ohne eine Grundlage. Wenn Herr Müllker Unfug redet, dann belegen Sie das doch mal z.B. anhand dieses Interviews. Sie behaupten das einfach ohne ein Beleg.
Storz Arbeit hat keine befunde, sondern Behauptungen. z.B. Ken Jebsen sei Antisemit, ich konnte dafür im Internet keinen Beweise finden. Auch in Wikipedia wird oft nur zu Spiegel verlinkt die auch nur wieder behaupten. Liest man den Brief an Broder von Jebsen, ist da ebenfalls kein Antisemitismus, selbst die Tochter des ehemaligen Vorsitzenden des Zentralrad der Juden spricht Jebsen davon frei: http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=20248

Wenn man dann die von Ihnen geschrieben Achse sucht mit Elsässer und Afd und Pegida, findet man wirklich viel, aber vorallem viele Behauptungen und wenig belege. Und wenn sich jemand von etwas frei spricht wird dies einfach ignoriert. Einmal den rechts oder antisemit Stempel...... den wird keiner mehr los, die Behauptung reicht sogar. Da steht in Wikipedia etwas von einem Twitter Eintrag wo Jebsen Bushido "unterstützt" ich konnte den Twitter Eintrag oder dessen Wortlaut nirgends finden. Der "richtige" Name von Jebsen in Wikipedia wird als Quelle mit Spiegel verlinkt. Jebsen selbst sagt er hab den erfunden und eingetragen. Wahrscheinlich bassiert der Spiegel Artikel von Wikipedia und man hat den Zirkelschluss.

Albrecht Müller hat auch keine Verachtung für die Leitmedien, auf den NDS werden auch regelmäßig die Artikel verlinkt. Auch hier fehlen mal ein paar Belege. Vorallem für die Bildzeitung wäre ich da mal sehr gespannt.

Wenn man sich bei den Amerikanern anschaut wieviel der Wirtschaft von der Rüstungsindustrie abhängt ( http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/321557/USRustungsindustrie_Das-grosse-Geld-mit-dem-Krieg ), dann kann man sich vorstellen das die USA kein Interesse am Frieden in der Welt haben, das würde einem Wirtschaftszusammenbruch gleich kommen. Von daher ist die Überlegung wie stecken die USA in den Konflikten dieser Welt drin durchaus berechtigt. Vieles haben die Amerikaner inzwischen ja auch selber zugeben. z.B. den Putsch 53 im Iran. Woher der Iran z.B. F16 Kampfflugzeuge hat oder das im Krieg im Afghanistan Amerikanische Hubschrauber von Amerikanischen Waffen runtergeholt wurde, kommt auch nicht von irgendwo her. Sondern das die Amis überall mitmischten wo es nur ging. Das hat auch nichts mit Geschichte neu schreiben zu tun. Ändern wird sich die Geschichte dadurch nicht, man erfährt aber vielleicht mal mehr über die Zusammenhänge.

@HartH, wenn invinoveritas nicht polemisiert, was macht er denn bitte dann? Kritisch hinterfragen mit Sätzen wie: "wie Albrecht Müller seit geraumer Zeit bestimmte Journalisten und sogenannte "Leitmedien" eimerweise mit Verachtung und hanebüchenen Unterstellungen überschüttet"? Das ist genau das was in dem Satz selber steht eine hanebüchenen Unterstellung.

Andreas Hauser, 03.09.2015 00:00
Respekt vor Albrecht Müller und seinen Nachdenkseiten. Ich stimme ihm in allen Punkten zu. Eine Beschönigung oder Beschwichtigung des neoliberlaen Irrsinn darf von einer gewerschaftlichen Stifung nicht unwidersprochen bleiben. Das mitleidige Gesatammele von Wolfgang Storz liest sich ja geradezu wie eine Geschichte nach dem Motto "betroffene Hunde bellen".
Lieber Herr Storz, Einsicht und Korrektur ist hier angesagt!

HartH, 02.09.2015 21:02
@invinoveritas: Danke für den Beitrag. Hat Hand und Fuß und ist damit einer der immer weniger werdenden Kontext-Kommentare, der nicht polemisiert.

Heinz Greiner, 02.09.2015 19:00
wir wärs denn hochverehrter/e? vino veritas mal mit einem Schluck Aqua ?

invinoveritas, 02.09.2015 17:15
Nein, das Interview mit Albrecht Müller ist alles andere als eine Wohltat: Er redet viel zu viel Unfug. Ohnehin ist es ein starkes Stück, dass ausgerechnet er, der auf den Nachdenkseiten jeden Linken, der aus der von ihm definierten Reihe tanzt, kurzerhand als "neoliberal", "früher mal kritisch" etc. abwatscht und ausgrenzt, dem Herrn Storz Stigmatisierung und Verteufelung vorwirft.

Streng genommen ist das versuchter Rufmord. Denn Storz' Arbeit kommt zwar zu kritischen Befunden hinsichtlich der von links nach rechts reichenden "Querfront", rechtfertigt einen solchen Vorwurf aber in keinster Weise.

Wenn man außerdem bedenkt, wie Albrecht Müller seit geraumer Zeit bestimmte Journalisten und sogenannte "Leitmedien" eimerweise mit Verachtung und hanebüchenen Unterstellungen überschüttet, dann wirkt sein Aufschrei über die OBS-Studie nur noch grotesk.

Und schließlich: Die ist halt peinlich, auch für ihn. Man ziehe sich beispielsweise sein von viel gegenseitigem Wohlwollen und Verständnis getragenes YouTube-Gespräch mit Ken Jebsen rein, mache sich ferner kundig über die Achse Jebsen/Jürgen Elsässer/ Kopp-Verlag/ Udo Ulfkotte, stolpere dabei über Stichworte wie Pegida und AfD - und male sich dann aus, was Albrecht Müller etwa über Claus Kleber schriebe, wenn der sich in vergleichbar schlechter Gesellschaft tummelte.

P.S. Albrecht Müller ruft in den nds gern und kontinuierlich als Kronzeugen für die unsäglichen Umtriebe der USA Willy Wimmer auf, unter Kohl CDU-Verteidigungsstaatssekretär. Auch auf YouTube (4. Minute) kann man denselben Herrn Wimmer sagen hören - natürlich in einer Runde mit Ken Jebsen und Daniele Ganser -, dass man mal neu über die tieferen Gründe der beiden Weltkriege (also auch des zweiten) nachdenken müsse. Und zwar im Lichte der Erkenntnis, dass es die USA seit 1871 immer nur darauf angelegt hätten, Deutschland und Russland in Konfrontation zu bringen.

Bisher war man davon ausgegangen, dass die braune Verbrecherbande der Welt diesen Krieg bescherte. Aber offenbar wollen Willy Wimmer und Albrecht Müller dessen Geschichte neu schreiben - weil der Erzschurke auf dieser Welt nun mal Amerika sein muss, immer und überall.

Es gibt Leute, die halten so etwas für eine kritische Sicht auf die Welt.

Kommentar hinzufügen




CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.


* Pflichtfeld!

Letzte Kommentare:

Ausgabe 287 / Gefährliche Toleranz / peter-paul klinger, 01.10.2016 19:11
ich lese regelmässig kontext und begrüsse ausdrücklich die veröffentlichung des artikels "gefährlicher toleranz". der herr professor salzborn beschreibt seehr treffend die situation und die gefährlichkeit der zeit. seit ich in...

Ausgabe 287 / Gefährliche Toleranz / W.Wagner, 01.10.2016 13:55
Samuel Salzborn hat völlig recht, wenn er schreibt, dass der Rechtsextremismus wieder viel zu oft toleriert wird. Die Frage ist nur wieso wieder. Erinnern wir uns nicht mehr an die Republikaner oder an die Schill Partei, die in...

Ausgabe 287 / Holy Hooligans / M. Stocker, 01.10.2016 09:23
@Paul Ihr Beitrag erklärt beispielhaft, warum aufgeklärte und friedliebende Menschen in unendlicher Distanz zu Kirchen und religiösen Sekten leben. Und nein, wir unterstellen Ihnen keinesfalls, dass Sie aus menschlichen Beweggründen...

Ausgabe 287 / Riskant, aber richtig / M. Stocker, 01.10.2016 09:06
Ich halte die Initiative der Baden-Württembergischen Allparteien-Koalition für gefährlich und schädlich. Wie die Autorin schon geschrieben hat, überschüttet die AfD die CDU mit Häme dafür, dass sie die Wähler, die den...

Ausgabe 248 / Annington heißt jetzt Vonovia / Manu, 30.09.2016 23:19
Vonovia ist eine Firma die nicht geht. Der eine weiß nicht was der andere macht. Sie haben viel Altenwohnungen wo man einfach trotzdem drei Monate Kündigungsfrist hat. Finde ich persönlich nicht okay da es bei alten Leuten schnell...

Ausgabe 287 / Schönrechnen für Fortgeschrittene / by-the-way, 30.09.2016 20:50
Ich kann es nur immer wieder sagen: höchste Zeit, diesen Herrn Bahnvorstand juristisch zu bejagen und zur Strecke zu bringen. Mt seinen öffentlich getätigten Aussagen zu den Kosten für Stuttgart 21 hat der sich doch schon "um Kopf...

Ausgabe 287 / Holy Hooligans / Rolf Steiner, 30.09.2016 15:55
Will Dein Gott, dass fundamentalistische Christen eine Zwangsherrschaft à là Islamistischer Staat errichten? Und Menschen anderen Glaubens in widerwärtigster Weise "bezwungen" werden? Gerade in den USA sind alle rückwärts...

Ausgabe 287 / Riskant, aber richtig / Georg, 30.09.2016 09:27
Parlamentarier bilden Fraktionen, nicht Parteien. Wir sind es nur nicht gewohnt :)

Ausgabe 287 / König mit Migrationshintergrund / Zaininger, 29.09.2016 23:13
Wo sind wir, dass ein 80-jähriger norwegischer Monarch bei klarerem Verstand ist, als 20 bis 30% deutscher Normalbürger? Migrationshintergrund, ob aus Dänemark, England, Oberschlesien, Togo oder Syrien hilft offensichtlich - zumindest...

Ausgabe 287 / Behinderung kostet / Klaus, 29.09.2016 22:37
Die letzte Antwort entlarvt doch die beschränkte Sicht. In welchem Land geht es denn Menschen mit Behinderung in ihrer Gesamtheit wirklich besser als in Deutschland?

Die KONTEXT:Wochenzeitung lebt vor allem von den kleinen und großen Spenden ihrer Leserinnen und Leser.
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!