KONTEXT Extra:
S 21-Bürgerbegehren in der nächsten Runde

Bei neun Gegenstimmen und sechs Enthaltungen hat der Stuttgarter Gemeinderat die beiden Bürgerbegehren zu Stuttgart 21 abermals als rechtlich nicht zulässig abgelehnt. Hannes Rockenbauch, der Sprecher von SÖS/Linke-plus, bewertet die Darlegungen der Mehrheit als nicht schlüssig. Gerade die Tatsache, dass die Bahn jetzt vor Gericht ziehe, sei Beleg für den Entfall der "Geschäftsgrundlage zur Finanzierung von Stuttgart 21". Der Gutachter der Stadt, Christian Kirchberg, argumentiert mit Blick auf "Storno 21", dass eine Veränderung der Kostensituation nach dem Willen der Vertragspartner "gerade nicht zu einem Ausstieg aus dem Projekt führen sollte". Für diesen Fall sei vielmehr die Sprechklausel vereinbart worden, die aber nur das Land und die Bahn betrifft. Für das Bürgerbegehren "Ausstieg der Stadt Stuttgart aus S 21 aufgrund des Leistungsrückbaus" sieht Kirchberg ebenfalls keinen Wegfall, vielmehr "würde sich die Stadt vertragsbrüchig verhalten, wenn sie die Verträge kündigte". Die Leistungsfähigkeit des Schienenverkehrs - Hauptanliegen des angestrebten Bürgerbegehrens - falle nicht in die kommunale Zuständigkeit. Daher, so Kirchberg, "wäre die Stadt auch gar nicht berechtigt". Der Gemeinderat hatte die Bürgerbegehren im Sommer 2015 schon einmal abgelehnt. Die Initiatoren widersprachen. Mit der Mehrheit von 42 Stimmen wurde am Donnerstagabend festgesstelllt, "dass diesen Widersprüchen nicht abgeholfen werden kann", wie es in der Pressemitteilung der Stadt heißt. Nun würde die Entscheidung dem Regierungspräsidium Stuttgart vorgelegt. Gegen einen Widerspruch sei dann der Klageweg eröffnet. (09.12.2016)


Räuberpreis für Wolfgang Niedecken

Der Whistleblower Edward Snowden hat ihn verliehen bekommen, ebenfalls die Initiative "Wunsiedel ist bunt - nicht braun" für den Spendenmarsch "Rechts gegen Rechts". In diesem Jahr ging der "Widerstandspreis der Freunde der Räuberhöhle" an Wolfgang Niedecken, Frontmann von BAP – für mehr als 40 Jahre konsequenten Einsatzes für Toleranz und gegen Rechts.

Seit zwei Jahren verleiht die antifaschistische Gruppe rund um den Aktivisten Made Höld und die linke Szene-Kneipe "Räuberhöhle" in Ravensburg den Preis an Personen, die sich im Sinne einer bunten und gerechten Gesellschaft engagieren. Der Widerstandspreis selbst ist geklaut: Bis 2010 haben sich Rechtsradikale gegenseitig damit ausgezeichnet, dann kaperten Höld und seine Räuber die Auszeichnung von links.

Made Höld ist der wohl bunteste Hund in ganz Oberschwaben. Immer wieder machen er und seine Bande mit durchdachten und öffentlichkeitswirksamen Aktionen auf sich aufmerksam. Höld bewarb sich einmal als Landrat, um den Filz aufzuzeigen, der bei dieser Wahl vorherrscht. Er und seine Gruppe organisierten eine digitale Menschenkette gegen Rechts und boten Edward Snowden exterritoriales Asyl in ihrer Kneipe an. (8.12.2016)


Kretschmann Schirmherr für 199 kleine Helden

Ihr Dokumentarfilm hat bei drei Kinderfilmfestivals Preise abgeräumt, zuletzt in Chicago. Klar, dass sich die Regisseurin Sigrid Klausmann über diese Auszeichnungen freut. Seit Jahren begleitet die Stuttgarterin für ihr Filmprojekt "199 kleine Helden" Kinder weltweit auf ihrem Schulweg. Sie redet mit ihnen über ihre Ängste und Wünsche und darüber, wie sich die kleinen Protagonisten die Zukunft vorstellen. Daraus hat Klausmann den preisgekrönten Dokumentarfilm "Nicht ohne uns!" gemacht. Bereits diesen Sonntag (4.12.) wird er im Stuttgarter Metropol Kino gezeigt (16 Uhr), der offizielle Kinostart ist am 19. Januar.

Dass Stuttgart so früh dran ist, liegt mit daran, dass der Stuttgarter OB Fritz Kuhn die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen hat. Zusammen mit der Schauspielerin Senta Berger, die sich nun allerdings altersbedingt zurückzieht. Demnächst werden Sigrid Klausmann und ihre kleinen Helden neue Schirmeltern bekommen: Winfried Kretschmann und Hannelore Kraft, die Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Beide Länder unterstützen die kleinen Helden über ihre Landesfilmförderung.

Die Stuttgarter Preview am Sonntag wird ein Familienfest werden. Die Regisseurin Sigrid Klausmann wird ebenso vor Ort sein wie ihr Mann Walter Sittler (Produzent) und die Tochter Lea. Die Musikerin hat den Titelsong zum Film der Mutter komponiert. (2.12.2016)


Im Hajek-Haus soll wieder Feuer brennen

Das Trauerspiel um das Hajek-Haus mag jetzt zumindest die Fraktion SÖS/Linke/Plus nicht mehr mit ansehen. Sie will, per Antrag im Stuttgarter Gemeinderat, dass die Stadt das Kultur-Denkmal "vor dem Verfall" rettet. Wie in Kontext ausführlich berichtet steht die Villa an der Hasenbergsteige 65 seit dem Tod des Bildhauers (2005) leer. Vor fünf Jahren kaufte sie der Möbelfabrikant Markus Benz und ließ sie – Denkmalschutz hin oder her – entkernen. Das wiederum gefiel den behördlichen Denkmalschützern nicht, die sich auf den Gerichtsweg machten, bis heute ohne Ergebnis.

Und seitdem rottet das Haus in bester Halbhöhenlage vor sich hin. Die kulturpolitische Sprecherin der Fraktionsgemeinschaft, Guntrun Müller-Enßlin, vermutet, dass der Möbelmensch auf einen Abriss, und damit eine "verdeckte Immobilienspekulation" hin arbeitet. Stadträtin Laura Halding-Hoppenheit erinnert an die Tradition des Hauses, in dem auch schon Willy Brandt Rotwein trank. Die Villa sei ein Treffpunkt für Menschen gewesen, die etwas bewegen wollten, und dieses "Feuer muss weiter brennen", sagt sie.(30.11.2016)


Das Geschäft mit Waffen läuft

Heckler & Koch hat einen Großauftrag erhalten und wird französische Soldaten aller drei Teilstreitkräfte ab 2017 zehn Jahre lang mit 100 000 Sturmgewehren vom Typ HK 416 ausstatten. Es soll um ein Volumen von 300 Millionen Euro gehen. Der Rüstungsauftrag, heißt es in Paris, werde "die soliden Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich im Verteidigungssektor und besonders in der Rüstungsindustrie" stärken. Die Nachbarn stehen also auf der Liste der sogenannten "grünen Länder", denn – immerhin – nur die sollen weiter beliefert werden.

Am Montagmorgen wurde bekannt, dass der Oberndorfer Waffenhersteller Neugeschäfte allein mit Staaten abschließen will, die demokratisch und nicht korrupt sind. Nach einer Meldung der Deutsche-Presse-Agentur würden damit Kunden wie Saudi-Arabien, Mexiko, Brasilien, Indien oder die Türkei wegfallen. Alte Aufträge sollen allerdings abgewickelt werden, gerade auch mit den Saudis. Das Unternehmen wartet aktuell auf die Genehmigung deutscher Behörden zur Ausfuhr unter anderen von Bauteilen für eine Gewehrfabrik.

Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte bei seinem Auftritt kürzlich auf dem Bundesparteitag der Grünen in Münster ausdrücklich die Politik in der Pflicht gesehen: "Wohin wir exportieren, das muss die Politik entscheiden." Zugleich machte er klar, dass es für sein Unternehmen um 3500 von 100 000 Trucks gehe. Appelle, freiwillig auf deren Verkauf zu verzichten, verhallten bisher ungehört. (28.11.2016)


KONTEXT
per E-Mail:
Immer informiert:

Durch diese Anmeldung erhalten Sie regelmäßig immer mittwochs um 9 Uhr unsere neueste Ausgabe unkompliziert per E-Mail.

Datenschutz-Hinweis

"Die Otto-Brenner-Stiftung will keine harte gesellschaftliche Debatte." Albrecht Müller im Mai 2013 in Stuttgart. Fotos: Joachim E. Röttgers

"Die Otto-Brenner-Stiftung will keine harte gesellschaftliche Debatte." Albrecht Müller im Mai 2013 in Stuttgart. Fotos: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 231
Debatte

"Die hohe Schule der Manipulation"

Von Josef-Otto Freudenreich (Interview)
Datum: 02.09.2015
Grobe Geschütze fährt Albrecht Müller gegen die Otto-Brenner-Stiftung (OBS) und ihren Autor Wolfgang Storz auf. Beide stützten eine neoliberale Politik und verteufelten alle, die sie zur Gegenöffentlichkeit zählten, sagt der Herausgeber der "Nachdenkseiten" im Kontext-Interview. Er sei aber keineswegs verbittert.

Herr Müller, warum regt Sie das Arbeitspapier zum Netzwerk "Querfront" eigentlich so sehr auf? Es geht selbst von einer "begrenzten Reichweite" seiner Erkenntnisse aus.

Weil es Teil einer Kampagne ist, die gegen jene läuft, die für Gegenöffentlichkeit stehen. Mit dem Kampfbegriff der "Querfront" sollen die Friedensbewegung und die Mahnwachen diskreditiert werden. Und grundsätzlich geht es darum, eine neoliberale Politik zu stützen. Das hat schon immer besser geklappt, wenn deren Kritiker von links kritisiert werden, nach dem Motto: Wer Linke und Linksliberale beeindrucken will, muss Träger der Parolen aus ebendiesem Lager finden und nutzen. Erhard Eppler und Günter Grass haben das für die Agenda 2010 erledigt, Joschka Fischer und Rudolf Scharping für den Kriegseinsatz der Bundeswehr in Jugoslawien. Und jetzt kommt die gewerkschaftseigene Otto-Brenner-Stiftung (OBS).

Einspruch: Weder die OBS noch ihr Autor standen bisher im verschwörerischen Verdacht, neoliberal zu sein.

Die Otto-Brenner-Stiftung will keine harte gesellschaftliche Debatte in Deutschland und keine Kritik an den USA. Für sie sind wir alle Antiamerikaner, wenn wir zum Beispiel sagen, die Flüchtlinge von heute haben etwas mit den Kriegen von früher zu tun. Lieber finanziert die Stiftung eine "Studie", in der alle, die sie zur Gegenöffentlichkeit zählt, stigmatisiert und verteufelt werden. Ohne für jeden Betroffenen einen Beweis zu liefern. Und dann sagt sie noch, dass alle diese bösen Menschen die Verhältnisse in Deutschland und in der EU zu wenig loben. Für sie ist die Welt im Großen und Ganzen in Ordnung, eigentlich braucht sie keine Gegenöffentlichkeit. Das ist grotesk. Ich könnte auch sagen, mit diesem Text ist die OBS eine Unterorganisation der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).

"Hier geht es um Lähmung und Aufspaltung des linken Spektrums."
"Hier geht es um Lähmung und Aufspaltung des linken Spektrums."

Sie wissen, dass die INSM einst vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall gegründet wurde. Insoweit ist das starker Tobak.

Nein, ich habe nur gelernt, analytisch zu denken. Hier geht es um Lähmung und Aufspaltung des linken Spektrums. Das läuft parallel zu den Diskussionen in der Linkspartei, die sich um Europa, den Euro und Griechenland drehen. Die Fragen im Hintergrund beziehen sich immer auf das Verhältnis zu den USA, die nicht kritisiert werden dürfen, auf die Militärpolitik und den neuen Ost-West-Konflikt. Unter anderem deshalb wird Daniele Ganser, der ein NATO-Kritiker ist, flugs zu dieser "Querfront" gezählt. Dasselbe gilt für Lars Mährholz, der die Mahnwachen der Friedensbewegung begründet hat, und für Ken Jebsen, dem vorgeworfen wird, Antisemit und Verschwörungstheoretiker zu sein. Wo sind die Belege in der "Studie"?

Jebsen durfte auch schon an Ihrem Tisch sitzen, an dem wir jetzt reden. Das ist auch in Ihrem eigenen Laden umstritten.

Das stimmt, muss aber ausgehalten werden. Jebsen hat Interviews gemacht mit dem ausgewiesenen Rüstungsgegner Jürgen Grässlin, mit dem taz-Mitbegründer Mathias Bröckers, mit dem Tübinger Professor Rainer Rothfuß, mit den Publizisten Jürgen Roth und Werner Rügemer, mit dem CDU-Politiker Willy Wimmer und mit mir. Und was steht dann in der "Studie"? Albrecht Müller, prominenter linker Buchautor und einer der Herausgeber der linken "Nachdenkseiten", gibt Ken Jebsen, "den viele für einen Verschwörungstheoretiker und Antisemiten halten", ein langes Interview. Also gehöre ich auch dazu. Das ist die hohe Schule der Manipulation.

Wolfgang Storz hat Sie gegenüber Kontext ausdrücklich ausgenommen.

Nett von ihm, aber das ändert nichts an seiner manipulativen Vorgehensweise. Hat er den Text entsprechend korrigiert?

Er hat es im Kontext-Interview betont. Für ihn ist Udo Ulfkotte ein Mann der "Querfront".

Mit Ulfkotte will ich nichts zu tun haben, genau so wenig wie mit dem Kopp-Verlag. Aber ist es falsch, wenn Ulfkotte von "gekauften Journalisten" spricht? Das habe ich schon in meiner Bonner Zeit erlebt, als die SPD einem Journalisten 600 000 Mark bezahlt hat. Für freundliche Artikel von Februar bis November 1969.

Storz sagt, er suche eine gemeinsame Medienöffentlichkeit, einen gesellschaftlichen Diskurs, in dem niemand ausgegrenzt wird. Das klingt doch vernünftig.

Was für ein Quatsch! Gemeinsam mit der "Bild"-Zeitung vielleicht? Wenn die schreibt, die Griechen sollen ihre Akropolis verkaufen – wo soll hier eine Basis sein? Darf ich an Paul Sethe erinnern, der gesagt hat, dass die Pressefreiheit die Freiheit von 200 reichen Leuten ist? Und dann schreibt der Geschäftsführer der Otto-Brenner-Stiftung, Jupp Legrand, in seinem Vorwort, die traditionellen Medien hätten sich der "Aufgabe der Qualitätssicherung und Orientierung" zu stellen. Da verzweifelt man ob der Einfalt der Autoren.

Medien sind nicht nur die "Bild"-Zeitung. Da gibt's noch einen Jakob Augstein, Arno Luik, Heribert Prantl, Dietrich Krauss, das Netzwerk Recherche und so weiter.

Ich bestreite doch gar nicht, dass es auch noch gute Journalisten gibt. Aber man muss auch sehen, dass es diese Journalisten sind, die die Glaubwürdigkeit der bürgerlichen Medien erhöhen. Das macht Arno Luik mit dem "Stern", Jakob Augstein mit dem "Spiegel", Dietrich Krauss mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Dann müsste ich gegen Heribert Prantls innen- und rechtspolitische Texte sein, nur weil die "Süddeutsche Zeitung" ein Kampagnenblatt ist. Bin ich aber nicht. Ich bewundere die genannten Kollegen.

"Mit dem Wissen wächst der Zweifel, sagte schon Goethe."
"Mit dem Wissen wächst der Zweifel, sagte schon Goethe."

Wir könnten jetzt auch einwenden, dass der Job des Journalisten kein leichter ist. Die Welt ist unübersichtlich und der Arbeitsplatz in hohem Maße gefährdet.

Alles richtig. Ich weiß, wie hoch der Druck auf dem Arbeitsmarkt ist, und ich habe großes Verständnis für jüngere Kolleginnen und Kollegen, die sich hier durchkämpfen müssen. Wir hatten den Kopf frei, weil wir kein Problem hatten, einen guten Job zu finden, selbst mit einem mittelmäßigen Examen. Aber das heißt doch nicht, dass ich diese wunderbaren Hauptmedien gesundbeten muss.

Da fällt uns doch der schöne Satz des Kabarettisten Volker Pispers ein: Wenn man weiß, wer der Böse ist, hat der Tag Struktur.

Mit dem Wissen wächst der Zweifel, sagte schon Goethe. Und da ich ein bisschen über politische Zusammenhänge weiß, glaube ich vieles nicht, was andere Leute glauben. Was mich sehr bedrückt, ist, dass viele Menschen nicht sehen, dass der Tag auch noch ganz andere Seiten hat. Ich könnte auch sagen, wenn ich in den Garten gehe, hat der Tag eine Struktur. Dort könnte ich den ganzen Tag nach meinem Basilikum schauen. Ich sehe nicht nur die Potenz des Kritischen, das ist nicht mein ganzes Leben. Wenn mir mal jemand schreibt, ich sei zu verbittert, dann trifft mich das, weil es nicht stimmt.

Also lassen Sie uns doch einmal positiv, konstruktiv und zuversichtlich sein.

Mein Vater hat mich gelehrt, mit der ersten Frage und Antwort nicht zufrieden zu sein. Ich habe dadurch das doppelte Fragen gelernt. So sind im Übrigen auch die "Nachdenkseiten" entstanden. Aber lesen Sie mal nach, was ich nach der Wahl in Griechenland geschrieben habe. Dass es jetzt die Chance gibt, in einem Land Europas das Zusammenleben so zu organisieren, dass die Gewinner nicht immer die Gleichen sind. Keine Privatisierung, soziale Sicherung, aktive Beschäftigungspolitik und so weiter. Alles positiv und konstruktiv. Das hat aber nichts genutzt. Der Wählerwille der Griechen wurde mit einem Tritt aus Berlin in den Orkus versenkt.

Wie wär's, wenn Sie einfach mal über Ihren Garten schreiben würden.

Das ist bei mir derzeit schwierig, weil ich wirklich Angst vor einem Krieg zwischen dem Westen und Russland habe. Ich habe den Zweiten Weltkrieg noch erlebt und bin über die Kriegsgegnerschaft politisiert worden. Das macht mich weniger lustig. Wenn ich aufwache und an die Möglichkeit eines Krieges denke, dann hat der Tag zunächst eine Struktur. Das bestimmt mich und meine Arbeit sehr. Aber glücklicherweise gibt es dann auch anderes.

 

Albrecht Müller (77) war Planungschef im Kanzleramt bei Willy Brandt und Helmut Schmidt. Von 1987 bis 1994 saß der gebürtige Heidelberger für die SPD im Bundestag. 2003 gründete er zusammen mit Wolfgang Lieb, dem einstigen Regierungssprecher von Johannes Rau, die "Nachdenkseiten". Müllers Bücher tragen die programmatischen Titel "Reformlüge", "Machtwahn", "Meinungsmache". Er lebt im pfälzischen Pleisweiler in einer Wasserburg.

Unter der Überschrift "Unterste Schublade – eine sogenannte Studie der Otto-Brenner-Stiftung über das angebliche Netzwerk 'Querfront'" hat Albrecht Müller einen ausführlichen Text zu dem Streit verfasst.


Gefällt Ihnen dieser Artikel?

Kommentare

era, 18.09.2015 19:05
Mich interessiert, ob jemand inhaltlich argumentiert. Man kann erkennen, in Kommentaren, wie in den Aussagen des Interviewer oder des Interviewten, ob der betreffende sich für Inhalte und Argumente des anderen interessieren und sich argumentativ damit auseinandersetzen.
Beziehungsgeflechte nachmalen gehört nicht dazu. Wer mit wem, wann und wo, sind Themen, die dazu genutzt werden, Personen zu diffamieren, lächerlich zu machen und Rufmord zu betreiben, damit man sich nicht inhaltlich mit ihren Aussagen auseinandersetzen muß. Solche Hinweise dienen der Ablenkung.
Ob Aussagen antisemitisch, antiamerikanisch oder sonstwas sind, erkenne ich nicht am Bekanntenkreis der Person, sondern indem ich mir die Aussagen anhöre.
Leider dient das obige Interview nur bedingt einem sachlichen Austausch. Vor allem das Bestehen gegen Ende auf "etwas Konstruktiven" ist ein weinerliches Stilmittel. Ich finde das oft in vielen Zeitungen und Radiosendungen. Das ist Kindergarten und Schülerzeitung. Es klingt wie der Wunsch eines kindlichen Gemütes, von der Realität bitte nicht soviel mitbekommen zu müssen.
Fazit: Schade. Weniger Weinerlichkeit. Mehr argumentaiver Austausch. Gerne Kritik an Herrn Müller.
Kommentare werden besser, wenn man auf der Sachebene bleibt und weniger Tratsch verbreitet.

Ulf J. Froitzheim, 15.09.2015 14:33
Wenn hier jemand ein Troll ist, dann der "Strauch" und nicht "invinoveritas".
Dass Ken Jebsen der Künstlername eines Mannes mit persischem Vater ist, stand laut Versionsgeschichte vom ersten Eintrag an in der Wikipedia (2013). Wäre dieser Eintrag von ihm selbst geschrieben, bekäme man allein deshalb schon Zweifel an seiner Zurechnungsfähigkeit. Tatsächlich hat die TAZ schon 2004 (!) über den damals noch allseits beliebten Moderator freundlich geschrieben und das mit dem Künstlernamen erwähnt:

http://www.taz.de/1/archiv/?dig=2004/03/08/a0313

Man muss auch kein Broder-Fan sein, um zu erkennen, dass es nicht schlau ist, sich die hitzköpfige Evelyn Hecht-Galinski als Kronzeugin zu wählen. Die Dame hat einen veritablen Track Record für cholerische Ausfälle, bei denen ihr jeder Maßstab für den Gegenstand ihrer Kritik entgleitet, und für ihr Talent, sich die falschen Freunde zu suchen.
Ein Hinweis noch zu "Skylars" Mährholz: Dieser gehörte Anfang der Nullerjahre zum Dunstkreis des inzwischen verstorbenen Berliner Unternehmers Torsten Witt und seines "Vereins Junger Journalisten" (VJJ), dessen Mitglieder keine Berufsjournalisten sein mussten. Witt, zeitweise Mitarbeiter der Jungen Freiheit, Gründer einer Pennäler-Verbindung und Mitglied der Landsmannschaft Thuringia, riss 2004 die Macht im Brandenburger Journalistenverband an sich und schanzte Gefolgsleuten anschließend Posten im Berliner Journalistenverband zu. Auch Witt war beleidigt, wenn ihn jemand rechtsradikal nannte. Nun ja.

http://www.burks.de/witt/witt2.jpg

someonesdaughter, 08.09.2015 10:32
"Heinz Greiner, 05.09.2015 18:45
Wahrscheinlich ist der Weintrinker ja unheilbar . "

Aha. Und was macht man mit "Unheilbaren", was schlagen Sie vor? Euthanasie? Oder einfach wegsehen, ins Lager?

@KONTEXT: Ihre Kommentarspalten sind inzwischen so etwas wie eine Wortmülldeponie für Spinner, Querfront-Apologeten und das, was Gabriel als "Pack" bezeichnete. Ist das Absicht?

heinz, 07.09.2015 13:00
Interessanterweise kann man jetzt sogar auf den NDS selbst lesen, dass einer der in der Studie erwähnten, Werner Rügemer, rechte Ressentiments bedient:
"Es fällt auf, dass auch produktive Investitionen der USA in Deutschland in schlechtem Licht erscheinen.
Anders denn als Unterjochung kann Rügemer Aktivitäten amerikanischen Kapitals in Deutschland offenbar
gar nicht sehen. Damit knüpft er an eine schlechte, deutsche Tradition an:
"Auch die amerikanische Anlagenpolitik im Gefolge des Dawes
-Plans aus dem Jahre 1924 wurde in dieser Logik stark kritisiert, ungeachtet dehttp://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/150907-kruhsert-zu-ruegemer-nds-150905.pdhttp://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/150907-kruhsert-zu-ruegemer-nds-150905.pdr Tatsache, dass sie die Basis für die wirtschaftliche Prosperität der „Goldenen Zwanziger” darstellte. Nachdem die Reparationsfrage gelöst worden war, hatten amerikanische Geschäftsleute systematisch ihren
Anteil an der deutschen Wirtschaft ausgebaut
–amerikanische Kredite flossen nach Deutschland, amerikanische Gesellschaften kauften deutsche Firmen auf oder investierten in diese. Insgesamt konnte so der amerikanische Anteil an der deutschen Wirtschaft beträchtlich wachsen. Von der Rechten wurde der Dawes
-Plan deshalb als Komplott zur „Versklavung” Deutschlands denunziert. Dabei wurden „Bilder und Schlagworte verwandt, die später sowohl von der nationalsozialistischen Publizistik als auch von linksradikaler Seite aufgegriffen wurden."
http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/150907-kruhsert-zu-ruegemer-nds-150905.pdf

Heinz Greiner, 05.09.2015 18:45
Wahrscheinlich ist der Weintrinker ja unheilbar .

H. Müller hat mit seinen Büchern Großes geleistet .
Meinungsmache könnte Lehrbuch für die Schulen werden .
Er, H. Wimmer , H. Todenhöfer und H. Rügemer engagieren sich wie wenige im Sinne der Interessen der deutschen Bevölkerung .
Die NDS sind das erfolgreichste und best gemachte zivilisatorische Medienprojekt in diesem unserem Lande .
Dafür verdienen die Herren höchste Anerkennung .

Kämen die Medien dem nach , was ihr zivilisatorische Aufgabe ist , bräuchte es die NDS nicht , gäbe es sie vermutlich auch nicht . Versagte die Politik nicht allparteienübergreifend an nahezu allen Aufgaben , könnten die Herren ihren Ruhestand und die Freude an den Enkeln geniessen .

So wie die Lage leider ist , treibt sie die Sorge um .
Sie handeln .

Dank und Respekt verdienen sie jeden Tag aufs Neue .
H. Storz hingegen verdient Mitleid , es hat nicht zu mehr gelangt , er wird's selbst wissen .

Schwabe, 04.09.2015 14:35
@Christian Bader
für mich sind Sie ein Scheinheiliger!

Funaki, 03.09.2015 21:58
Stefan Gärtner hat in seinen Texten für die Titanic wiederholt auf die Unterschiede zwischen linker und rechter Medienkritik hingewiesen, u.a. hier:
http://www.titanic-magazin.de/news/gaertners-kritisches-sonntagsfruehstueck-nichts-als-die-wahrheit-7325/

Bei den Besuchern und Köpfen der Montagsmahnwachen scheint es sich tatsächlich in großer Zahl um Leute zu handeln, die an eine Absprache Mächtiger in Hinterzimmern glauben - Bilderberger, Freimaurer, wer auch immer. Ob ein Austausch und eine Zusammenarbeit mit den Leuten auf den Montagsmahnwachen trotzdem fruchtbar sein kann und die Leute nur den richtigen Input brauchen? Ich verliere da langsam meine Hoffnung. Pedram Shahyar und Jutta Ditfurth stehen ja bei diesem Thema für die gegensätzlichen linken Positionen. Grundsätzlich sind die empörten und engagierten Leute auf der Straße das Interessante, das Elsässer nochmal irgendwann von seinem Film runterkommen sollte darf bezweifelt werden. Warum irgendjemand es wichtig finden könnte ihn oder Jebsen einer größeren Öffentlichkeit bekannt zu machen kann ich nicht nachvollziehen.

Christian Bader, 03.09.2015 18:00
mit dem Gespräch bin ich gar nicht glücklich. die Verletzbarkeit und Sensibilität Herrn Müllers wird greifbar, aber der Interviewer hat eigene Interessen und versucht deshalb, den Interviewpartner lächerlich zu machen, anstatt ihn kritisch zu befragen; deshalb gibt es wenig neue Erkenntnisse für die Leser/innen und einiges an Hilflosigkeit auf Seiten von Herrn Müller und ich frage mich, warum Herr Freudenreich die Mühe auf sich genommen hat, die Wasserburg heimzusuchen.
das Problem der "Studie" scheint mir zu sein, dass sie ihr Instrumentarium nicht ausreichend benennt und nicht alle Aussagen belegt, dabei aber eine Meinung vermittelt und somit Kritik auf sich zieht, da ihr ein Erkenntnisinteresse unterstellt werden muss.

Idahoe, 03.09.2015 16:41
@invinoveritas
Sie sind kein Wissenschaftler. Die von der OBS vorgestellte Kurzstudie ist kein Arbeitspapier. Auch eine Kurzstudie hat ein Mindestmaß an Merkmalen, die eingehalten werden sollten, um als solche zu gelten. Das ist nachweislich nicht der Fall.

Das einzige, was Herr Storz mit seiner Kurzstudie bewiesen hat, ist die Tatsache, daß er die Technik des WorldWideWeb und die Hyperlinks nicht verstanden hat.

Aufgrund Ihrer eigenen hier nachzulesenden Aussagen trifft dies auch auf Sie zu.

So einfach ist das.

Fx, 03.09.2015 16:19
Schön, dass Sie ausgerechnet Volker Pispers zitieren, Herr Freudenreich. Dieser wäre nämlich nach den höchst fragwürdigen Kriterien der OBS-Studie ebenfalls Mitglied der Querfront, denn bei deren vermeintlichem Dachverband "alternativ.tv" sind neben Videos mit Ken Jebsen, Willy Wimmer oder Albrecht Müller auch mehrere Pispers-Videos veröffentlicht. Neben Videos von Pelzig und Georg Schramm!

Und es finden sich dort auch Videos von drei Bundestagsabgeordneten der Linkspartei, darunter sogar Gregor Gysi.

Gehörten die also alle der Querfront an? Dass Herr Storz die genannten Kabarettisten und Politiker durch Nichterwähnung geschont hat, ist wohl v.a. ihrer Bekanntheit zu verdanken - oder einer grottenschlechten Recherche. Jedenfalls zeigt sich hier, wie willkürlich diese Verschwörungstheorie (!) einer herbei phantasierten Querfront konstruiert wurde.

invinoveritas, 03.09.2015 15:00
Wenn Albrecht Müller ausgerechnet W. Storz und der Otto-Brenner-Stiftung vorwirft, ihnen gehe es mit diesem Papier "darum, neoliberale Politik zu stützen", so ist das absurd und von jeder Fairness weit entfernt.
Diffamierend auch die Polemik, die OBS sei mit diesem Arbeitspapier Unterorganisation der INSM geworden.

Und so jemand behauptet, Storz seinerseits habe verteufelt und stigmatisiert, und ausgerechnet so jemand lamentiert wenig später über Lähmung und Aufspaltung des linken Spektrums!

So etwas kann man im Übrigen nur behaupten, wenn man die Studie entweder gar nicht gelesen oder nur durch einen sehr dichten Schleier von Voreingenommenheit wahrgenommen hat. Sonst würde man bemerken, dass deren zentrale Aussage nicht einmal die inhaltliche Kritik an diesem "Netzwerk" ist, sondern zwei relativ wertfreie Feststellungen, nämlich 1. Die Autoren dort haben Erfolg und repräsentieren relevante Minderheitenmeinungen in der Bevölkerung und 2. Die etablierten Medien müssen darauf reagieren mit einer Ausweitung ihrer Perspektiven, unter Berücksichtigung solcher Minderheitenmeinungen.

Lesen müsste man halt können. So behauptet die Studie entgegen Herrn Strauchs falscher Unterstellung auch gar nicht, Ken Jebsen sei Antisemit, sondern sagt an zwei Stellen, er werde von anderen, z.B. Henryk M. Broder, für einen solchen gehalten. Und dann heißt es: "Das wird von Jebsen bestritten."

Eine gewollte Irreführung durch den Herrn Strauch.

Im Übrigen: Wenn man weiß, dass Jebsen die Regierung Israels "faschistisch" nennt und ihr vorwirft, sie arbeite an der "Endlösung der Palästinenserfrage", dann wird man zumindest sagen dürfen, er spiele mit begrifflichen Versatzstücken, die den Völkermord der Nazis an den Juden durch Gleichsetzung mit der Politik des Judenstaats relativieren oder relativieren sollen.

Für Albrecht Müllers Verachtung der hiesigen "Leitmedien" - schon dieser modische schräge Kampfbegriff ist daneben - gibt es Belege wie Sand am Meer, sämtlich nachzulesen in den nds. Kleines Beispiel, vom 15.5.2014, diese Aussage Müllers zu seiner aberwitzigen These, die deutschen Medien seien "gleichgeschaltet": "Honeckers Machtapparat zum einen und PR-Geld und PR-Aktivitäten der Finanzwirtschaft, der Verbände, der Bundesbank, der NATO und der EU (sind) in der Wirkung das Gleiche, in den Methoden formal unterschiedlich." Zu Deutsch: Ob DDR-Medien oder BRD-Medien, da drehst du doch die Hand nicht rum, die einen waren so uniform wie die andern.
Wer anno 2014 so etwas behauptet, ist entweder ein von Stasi-Resten bezahlter Desinformationsagent - das glaube ich aber nicht von Helmut Schmidts einstigem Wahlkampfleiter Albrecht Müller -, oder er hat sich von der Realität weitestgehend verabschiedet.

Rosemarie Kirschmann, 03.09.2015 14:15
Hallo, Herr Freudenreich,
meine prinzipielle Wertschätzung Ihnen gegenüber ist nach der Lektrüre der letzten drei Aussagen Ihres Interviews mit Albrecht Müller zu einer großen Irritation geworden. Sie banalisieren die Gedanken und Analysen von Herrn Müller, die es wert sind, aufgegriffen und vertieft zu werdne. Es erschreckt mich sehr, wie sie bei Themen dieser Tragweite von Krieg und Frieden und gegenüber einem Menschen mit der politischen Erfahrung Albrecht Müllers einfach ausweichen und herumblödeln. Ich bin einfach geschockt und erwarte von Kontext eigentlich eine andere Ersthaftigkeit. Schon das kritiklose Weiterreichen des Storztextes hat mich an der Seriosität von Kontext zweifeln lassen, und nun das ...
Mit überaus besorgten Grüßen
R.Kirschmann

Peter S., 03.09.2015 11:52
Für die Amerikaversteher unter uns lohnt sich doch mal die Rede von George Friedman dieses Jahr in Chicago anzuhören.
Und was Amerika schon immer tat um die einzige Gefahr für die US Dominanz zu bekämpfen.

heinz, 03.09.2015 11:44
Immerhin hat Müller auf einen Goebbelsvergleich verzichtet, wie er es bei Gustav Horn und Stefan Hebel gemacht hat. Das muss man wohl schon als Fortschritt sehen.

Bernhard Meyer, 03.09.2015 11:19
@ Strauch
Sie haben den Weinseligen schön als Troll entlarvt.
Also behandeln wir ihn artgerecht: ignorieren.

strauch, 03.09.2015 10:51
@invinoveritas

Das ist wieder das übliche gebashe ohne eine Grundlage. Wenn Herr Müllker Unfug redet, dann belegen Sie das doch mal z.B. anhand dieses Interviews. Sie behaupten das einfach ohne ein Beleg.
Storz Arbeit hat keine befunde, sondern Behauptungen. z.B. Ken Jebsen sei Antisemit, ich konnte dafür im Internet keinen Beweise finden. Auch in Wikipedia wird oft nur zu Spiegel verlinkt die auch nur wieder behaupten. Liest man den Brief an Broder von Jebsen, ist da ebenfalls kein Antisemitismus, selbst die Tochter des ehemaligen Vorsitzenden des Zentralrad der Juden spricht Jebsen davon frei: http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=20248

Wenn man dann die von Ihnen geschrieben Achse sucht mit Elsässer und Afd und Pegida, findet man wirklich viel, aber vorallem viele Behauptungen und wenig belege. Und wenn sich jemand von etwas frei spricht wird dies einfach ignoriert. Einmal den rechts oder antisemit Stempel...... den wird keiner mehr los, die Behauptung reicht sogar. Da steht in Wikipedia etwas von einem Twitter Eintrag wo Jebsen Bushido "unterstützt" ich konnte den Twitter Eintrag oder dessen Wortlaut nirgends finden. Der "richtige" Name von Jebsen in Wikipedia wird als Quelle mit Spiegel verlinkt. Jebsen selbst sagt er hab den erfunden und eingetragen. Wahrscheinlich bassiert der Spiegel Artikel von Wikipedia und man hat den Zirkelschluss.

Albrecht Müller hat auch keine Verachtung für die Leitmedien, auf den NDS werden auch regelmäßig die Artikel verlinkt. Auch hier fehlen mal ein paar Belege. Vorallem für die Bildzeitung wäre ich da mal sehr gespannt.

Wenn man sich bei den Amerikanern anschaut wieviel der Wirtschaft von der Rüstungsindustrie abhängt ( http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/321557/USRustungsindustrie_Das-grosse-Geld-mit-dem-Krieg ), dann kann man sich vorstellen das die USA kein Interesse am Frieden in der Welt haben, das würde einem Wirtschaftszusammenbruch gleich kommen. Von daher ist die Überlegung wie stecken die USA in den Konflikten dieser Welt drin durchaus berechtigt. Vieles haben die Amerikaner inzwischen ja auch selber zugeben. z.B. den Putsch 53 im Iran. Woher der Iran z.B. F16 Kampfflugzeuge hat oder das im Krieg im Afghanistan Amerikanische Hubschrauber von Amerikanischen Waffen runtergeholt wurde, kommt auch nicht von irgendwo her. Sondern das die Amis überall mitmischten wo es nur ging. Das hat auch nichts mit Geschichte neu schreiben zu tun. Ändern wird sich die Geschichte dadurch nicht, man erfährt aber vielleicht mal mehr über die Zusammenhänge.

@HartH, wenn invinoveritas nicht polemisiert, was macht er denn bitte dann? Kritisch hinterfragen mit Sätzen wie: "wie Albrecht Müller seit geraumer Zeit bestimmte Journalisten und sogenannte "Leitmedien" eimerweise mit Verachtung und hanebüchenen Unterstellungen überschüttet"? Das ist genau das was in dem Satz selber steht eine hanebüchenen Unterstellung.

Andreas Hauser, 03.09.2015 00:00
Respekt vor Albrecht Müller und seinen Nachdenkseiten. Ich stimme ihm in allen Punkten zu. Eine Beschönigung oder Beschwichtigung des neoliberlaen Irrsinn darf von einer gewerschaftlichen Stifung nicht unwidersprochen bleiben. Das mitleidige Gesatammele von Wolfgang Storz liest sich ja geradezu wie eine Geschichte nach dem Motto "betroffene Hunde bellen".
Lieber Herr Storz, Einsicht und Korrektur ist hier angesagt!

HartH, 02.09.2015 21:02
@invinoveritas: Danke für den Beitrag. Hat Hand und Fuß und ist damit einer der immer weniger werdenden Kontext-Kommentare, der nicht polemisiert.

Heinz Greiner, 02.09.2015 19:00
wir wärs denn hochverehrter/e? vino veritas mal mit einem Schluck Aqua ?

invinoveritas, 02.09.2015 17:15
Nein, das Interview mit Albrecht Müller ist alles andere als eine Wohltat: Er redet viel zu viel Unfug. Ohnehin ist es ein starkes Stück, dass ausgerechnet er, der auf den Nachdenkseiten jeden Linken, der aus der von ihm definierten Reihe tanzt, kurzerhand als "neoliberal", "früher mal kritisch" etc. abwatscht und ausgrenzt, dem Herrn Storz Stigmatisierung und Verteufelung vorwirft.

Streng genommen ist das versuchter Rufmord. Denn Storz' Arbeit kommt zwar zu kritischen Befunden hinsichtlich der von links nach rechts reichenden "Querfront", rechtfertigt einen solchen Vorwurf aber in keinster Weise.

Wenn man außerdem bedenkt, wie Albrecht Müller seit geraumer Zeit bestimmte Journalisten und sogenannte "Leitmedien" eimerweise mit Verachtung und hanebüchenen Unterstellungen überschüttet, dann wirkt sein Aufschrei über die OBS-Studie nur noch grotesk.

Und schließlich: Die ist halt peinlich, auch für ihn. Man ziehe sich beispielsweise sein von viel gegenseitigem Wohlwollen und Verständnis getragenes YouTube-Gespräch mit Ken Jebsen rein, mache sich ferner kundig über die Achse Jebsen/Jürgen Elsässer/ Kopp-Verlag/ Udo Ulfkotte, stolpere dabei über Stichworte wie Pegida und AfD - und male sich dann aus, was Albrecht Müller etwa über Claus Kleber schriebe, wenn der sich in vergleichbar schlechter Gesellschaft tummelte.

P.S. Albrecht Müller ruft in den nds gern und kontinuierlich als Kronzeugen für die unsäglichen Umtriebe der USA Willy Wimmer auf, unter Kohl CDU-Verteidigungsstaatssekretär. Auch auf YouTube (4. Minute) kann man denselben Herrn Wimmer sagen hören - natürlich in einer Runde mit Ken Jebsen und Daniele Ganser -, dass man mal neu über die tieferen Gründe der beiden Weltkriege (also auch des zweiten) nachdenken müsse. Und zwar im Lichte der Erkenntnis, dass es die USA seit 1871 immer nur darauf angelegt hätten, Deutschland und Russland in Konfrontation zu bringen.

Bisher war man davon ausgegangen, dass die braune Verbrecherbande der Welt diesen Krieg bescherte. Aber offenbar wollen Willy Wimmer und Albrecht Müller dessen Geschichte neu schreiben - weil der Erzschurke auf dieser Welt nun mal Amerika sein muss, immer und überall.

Es gibt Leute, die halten so etwas für eine kritische Sicht auf die Welt.

Kommentar hinzufügen




CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.


* Pflichtfeld!

Letzte Kommentare:

Ausgabe 297 / Friedensgeklingel aus Oberndorf / Schwabe, 09.12.2016 15:46
Sätze die man nicht oft genug wiederholen kann: "Alle 13 Minuten stirbt im Durchschnitt ein Mensch durch eine Kugel aus dem Lauf einer H&K-Waffe." "Cheflobbyist Volker Kauder (CDU) kann hier umso erfolgreicher hinter den Kulissen tätig...

Ausgabe 297 / Der erfundene Grüne / Gela, 09.12.2016 13:13
Ich glaub, ich bin im falschen Film, wenn ich die Kommentare lese! Da werden in einem Facebook-Account gezielt die Grünen mit einer Lügengeschichte denunziert, ein Grüner klärt das auf und wird daraufhin als "Internetspürhund " und...

Ausgabe 297 / Intellektuell prügeln / Schwabe, 09.12.2016 12:27
So kann ein Interview/Gespräch auch geführt werden! Video: Sahra Wagenknecht im Gespräch mit Albrecht Müller Schwerpunkt dieses Gesprächs ist die Suche nach einer gesellschaftspolitischen Alternative zum neoliberalen Modell. Es...

Ausgabe 297 / Intellektuell prügeln / Thomas Hörner, 09.12.2016 09:47
Ich kann mich der Kritik an der Interviewführung nur anschließen. Was sollen die läppischen Fragen nach "Superman" und "Hund oder Katze" ? Überlaßt dieses Niveau doch Euren "Kolleg/Innen" von STZN.

Ausgabe 297 / Auf Schmetterlingsflügeln / Zaininger, 08.12.2016 23:57
Wenn diese "Entscheidungsträger, Künstler und Wissenschaftler" dort, wo sie sich zur Finanzierung ihres täglichen Lebens mit z.T, verheerender Wirkung umtun, bemühten die Welt schöner und besser zu machen, bräuchten diese Heuchler...

Ausgabe 297 / Intellektuell prügeln / adabei, 08.12.2016 22:26
Fehlt eigentlich nur noch der „Querfront“-Vorwurf: Drehen wir doch die Sache doch einmal um: Hätte Frau Wagenknecht vielleicht solche Sätze fallen lassen sollen wie: "Es gibt keinerlei Kapazitätsgrenzen" oder "Wer Gastrecht...

Ausgabe 297 / Intellektuell prügeln / Applaus für Frau Dr. Wagenknecht, 08.12.2016 16:19
Wer sich angemessen mit S.W. und ihrer Politik auseinandersetzen möchte, höre doch die Bundestagsrede im O-Ton oder lese ihr aktuelles Buch „Reichtum ohne Gier“...

Ausgabe 297 / Intellektuell prügeln / Daniel Neuburg, 08.12.2016 14:35
@Jimmy: Was trifft auf Ihre Kommentare hier zu? a) Pauschalisierend b) Diffamierend c) Undifferenziert d) oder alles zusammen Mekrwürdig, dass die Rechte besonders im Westen (Frankreich) stark ist. Aber ich bin mir sicher,...

Ausgabe 297 / Intellektuell prügeln / Georg Frank, 08.12.2016 14:11
@Bernd Oehler: Habe ich behauptet, Sie würden dies tun? Ich habe so allgemein formuliert, wie Sie auch.

Ausgabe 297 / Intellektuell prügeln / Bernd Oehler, 08.12.2016 14:07
@Dr. Diethelm Gscheidle: Ihre redlichen Bemühungen in allen Ehren, aber Sie sehen doch, dass diese manchen Leuten komplett am Textverständnis vorbeigehen - um einen unredlichen Ausdruck zu vermeiden!

Die KONTEXT:Wochenzeitung lebt vor allem von den kleinen und großen Spenden ihrer Leserinnen und Leser.