KONTEXT Extra:
Kretschmann Schirmherr für 199 kleine Helden

Ihr Dokumentarfilm hat bei drei Kinderfilmfestivals Preise abgeräumt, zuletzt in Chicago. Klar, dass sich die Regisseurin Sigrid Klausmann über diese Auszeichnungen freut. Seit Jahren begleitet die Stuttgarterin für ihr Filmprojekt "199 kleine Helden" Kinder weltweit auf ihrem Schulweg. Sie redet mit ihnen über ihre Ängste und Wünsche und darüber, wie sich die kleinen Protagonisten die Zukunft vorstellen. Daraus hat Klausmann den preisgekrönten Dokumentarfilm "Nicht ohne uns!" gemacht. Bereits diesen Sonntag (4.12.) wird er im Stuttgarter Metropol Kino gezeigt (16 Uhr), der offizielle Kinostart ist am 19. Januar.

Dass Stuttgart so früh dran ist, liegt mit daran, dass der Stuttgarter OB Fritz Kuhn die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen hat. Zusammen mit der Schauspielerin Senta Berger, die sich nun allerdings altersbedingt zurückzieht. Demnächst werden Sigrid Klausmann und ihre kleinen Helden neue Schirmeltern bekommen: Winfried Kretschmann und Hannelore Kraft, die Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Beide Länder unterstützen die kleinen Helden über ihre Landesfilmförderung.

Die Stuttgarter Preview am Sonntag wird ein Familienfest werden. Die Regisseurin Sigrid Klausmann wird ebenso vor Ort sein wie ihr Mann Walter Sittler (Produzent) und die Tochter Lea. Die Musikerin hat den Titelsong zum Film der Mutter komponiert. (2.12.2016)


Im Hajek-Haus soll wieder Feuer brennen

Das Trauerspiel um das Hajek-Haus mag jetzt zumindest die Fraktion SÖS/Linke/Plus nicht mehr mit ansehen. Sie will, per Antrag im Stuttgarter Gemeinderat, dass die Stadt das Kultur-Denkmal "vor dem Verfall" rettet. Wie in Kontext ausführlich berichtet steht die Villa an der Hasenbergsteige 65 seit dem Tod des Bildhauers (2005) leer. Vor fünf Jahren kaufte sie der Möbelfabrikant Markus Benz und ließ sie – Denkmalschutz hin oder her – entkernen. Das wiederum gefiel den behördlichen Denkmalschützern nicht, die sich auf den Gerichtsweg machten, bis heute ohne Ergebnis.

Und seitdem rottet das Haus in bester Halbhöhenlage vor sich hin. Die kulturpolitische Sprecherin der Fraktionsgemeinschaft, Guntrun Müller-Enßlin, vermutet, dass der Möbelmensch auf einen Abriss, und damit eine "verdeckte Immobilienspekulation" hin arbeitet. Stadträtin Laura Halding-Hoppenheit erinnert an die Tradition des Hauses, in dem auch schon Willy Brandt Rotwein trank. Die Villa sei ein Treffpunkt für Menschen gewesen, die etwas bewegen wollten, und dieses "Feuer muss weiter brennen", sagt sie.(30.11.2016)


Das Geschäft mit Waffen läuft

Heckler & Koch hat einen Großauftrag erhalten und wird französische Soldaten aller drei Teilstreitkräfte ab 2017 zehn Jahre lang mit 100 000 Sturmgewehren vom Typ HK 416 ausstatten. Es soll um ein Volumen von 300 Millionen Euro gehen. Der Rüstungsauftrag, heißt es in Paris, werde "die soliden Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich im Verteidigungssektor und besonders in der Rüstungsindustrie" stärken. Die Nachbarn stehen also auf der Liste der sogenannten "grünen Länder", denn – immerhin – nur die sollen weiter beliefert werden.

Am Montagmorgen wurde bekannt, dass der Oberndorfer Waffenhersteller Neugeschäfte allein mit Staaten abschließen will, die demokratisch und nicht korrupt sind. Nach einer Meldung der Deutsche-Presse-Agentur würden damit Kunden wie Saudi-Arabien, Mexiko, Brasilien, Indien oder die Türkei wegfallen. Alte Aufträge sollen allerdings abgewickelt werden, gerade auch mit den Saudis. Das Unternehmen wartet aktuell auf die Genehmigung deutscher Behörden zur Ausfuhr unter anderen von Bauteilen für eine Gewehrfabrik.

Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte bei seinem Auftritt kürzlich auf dem Bundesparteitag der Grünen in Münster ausdrücklich die Politik in der Pflicht gesehen: "Wohin wir exportieren, das muss die Politik entscheiden." Zugleich machte er klar, dass es für sein Unternehmen um 3500 von 100 000 Trucks gehe. Appelle, freiwillig auf deren Verkauf zu verzichten, verhallten bisher ungehört. (28.11.2016)


Bahnchef Grube mag Stuttgart 21 nicht mehr

Da rennt der Mann jahrelang rum und erzählt, wie großartig der Tiefbahnhof ist - und jetzt? Jetzt sagt Rüdiger Grube laut "Spiegel": "Ich habe Stuttgart 21 nicht erfunden und hätte es auch nicht gemacht". Nun wird schon spekuliert, ob es vielleicht ein Doppelgänger war, der diesen Satz beim Bundesverband Führungskräfte Deutscher Bahnen gesprochen hat, oder hier ein Fall von Persönlichkeitsspaltung vorliegt? Aber nein, es war der leibhaftige Grube.

Auf die Reaktionen all seiner Freunde darf man gespannt sein. Vorneweg auf jene seiner Chefin Angela Merkel, die mit S 21 die Zukunftsfähigkeit Deutschlands verband. Oder auf die von Teufel, Oettinger, Mappus, Gönner usw., die stets vor dem Abseits warnten, sollte der unterirdische Bahnhof nicht kommen. Nur der amtierende Ministerpräsident Kretschmann kann heimlich sagen, dass er auch schon immer dagegen war. (25.11.2016)


S 21: Kein neuer Deal mit der Bahn

Das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart zeigen der Deutschen Bahn die kalte Schulter und wollen die sogenannte Verjährungshemmungsvereinbarung nicht unterzeichnen. Damit versuchte die Bahn eine frühzeitige Entscheidung darüber zu vermeiden, ob sie eine Beteiligung von Stadt, Land und Region an den Mehrkosten des Milliardenprojekts einklagt. Alle Partner sollten einer Verlängerung der Verjährung für mögliche Ansprüche der Bahn auf zusätzliche Gelder für Stuttgart 21 zustimmen. Für die Stadt Stuttgart schlägt die Verwaltung dem Gemeinderat vor, diese Verlängerung abzulehnen. Endgültig entschieden wird am 8. Dezember.

"Die Vertragspartner sind der Auffassung, dass die DB Bauherrin ist und dass die Vertragspartner begrenzte und vor allem freiwillige Zuwendungen gewähren", erläuterte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) den mit der Stadt abgestimmten Standpunkt. Man werde sich "grundsätzlich auch gemeinsam gegen die Bahn verteidigen". Das Land sei mit der Stadt und der Region der Ansicht, "dass es ein falsches Signal wäre, eine Vereinbarung zu unterzeichnen, weil die Vertragspartner die Ansprüche der DB für unbegründet halten".

Hermann erwartet jetzt eine vergleichsweise schnell eingereichte Klage, aber "viel länger hätte die DB ohnehin nicht gewartet". Denn bis zu einem letztinstanzlichen Urteil würden voraussichtlich mehrere Jahre vergehen, nach der Prognose des Minister werden aber "in ungefähr drei Jahren die vertraglichen Finanzierungsbeiträge der Vertragspartner erschöpft sein". Im Finanzierungsvereinbarung zu Stuttgart 21 ist der Kostenrahmen inklusive Risikopuffer auf 4,526 Milliarden Euro begrenzt. Bei weiteren Kostensteigerungen sind, unter Nutzung der Sprechklauseln, Gespräche vorgesehen. Im März 2013 hat der DB-Aufsichtsrat den Finanzierungsrahmen auf 6,526 Milliarden Euro erhöht und zugleich die Projektpartner aufgefordert, über weitere Beiträge zu verhandeln. Das lehnen diese allerdings strikt ab. (24.11.2016)


KONTEXT
per E-Mail:
Immer informiert:

Durch diese Anmeldung erhalten Sie regelmäßig immer mittwochs um 9 Uhr unsere neueste Ausgabe unkompliziert per E-Mail.

Datenschutz-Hinweis

Ausgabe 246
Wirtschaft

Mehr Sprit im Gebirge

Von Winfried Wolf
Datum: 16.12.2015
Keine guten Nachrichten für Daimler & Co. Wenn die Klimakonferenz ernst macht, kann der Betrug bei VW die ganze Branche erschüttern. Weil alle Hersteller beim Spritverbrauch schummeln. Eine Studie besagt, dass dadurch der Beitrag zur Erderwärmung um 50 Prozent höher liegt.

Dasselbe Institut ICCT (International Council on Clean Transportation), das den VW-Diesel-Skandal öffentlich gemacht hat, arbeitet seit mehreren Jahren an der Enthüllung eines weit umfassenderen Betrugs. Ein Betrug, über den kaum berichtet, der gewissermaßen mit dröhnendem Schweigen begleitet wird. Alle Leute mit Kraftfahrzeugbrief wissen: Die offiziellen Angaben zum Spritverbrauch liegen unter dem realen Verbrauch. Doch das ICCT – und daran anknüpfend die Deutsche Umwelthilfe (DUH) – gehen weiter. Aufgedeckt wird, dass die Lücke zwischen den offiziellen Angaben und dem tatsächlichen Spritverbrauch von Jahr zu Jahr größer wird.

Kluft zwischen den tatsächlichen CO2-Emissionen und den CO2-Emissionen nach Herstellerangaben 2001-2014; spezifiziert nach Geschäftswagen und Privat-PKW. Grafiken: Lunapark21, 32/2015
Kluft zwischen den tatsächlichen CO2-Emissionen und den Herstellerangaben 2001-2014; spezifiziert nach Geschäftswagen und Privat-PKW. Quelle: ICCT

Diese Schere öffnet sich insbesondere seit die EU erste verpflichtende Vorgaben zur Reduktion der CO2-Emissionen bei Pkw beschlossen hat. Zuvor gab es – großzügig ignorierte – "Selbstverpflichtungen" der Autobranche. Dabei ist wichtig zu wissen: Anders als im Fall der bei Dieselgate entscheidenden Stickoxid-Emissionen (NOx) entwickeln sich die CO2-Emissionen exakt parallel mit dem Kraftstoffverbrauch. 

Die Öffnung der Schere sieht im Grundsatz wie folgt aus: Vor knapp 15 Jahren lagen der reale Verbrauch eines durchschnittlichen Pkw – und damit die realen CO2-Emissionen – um rund acht Prozent über den Angaben der Hersteller. Bis 2014 stieg diese Diskrepanz auf rund 40 Prozent. Wenn also 2001 ein Hersteller einen Spritverbrauch von 7,5 Liter Benzin im Durchschnitt angab, so schluckte der Motor im tatsächlichen Straßenverkehr 8,1 Liter auf 100 Kilometer Distanz. Wenn der gleiche Hersteller heute einen Verbrauch von 5,8 Liter auf 100 Kilometer nennt, dann liegt der reale Verbrauch ebenfalls bei 8,1 Liter.

Es handelt sich bei dieser wachsenden Kluft um einen Durchschnittstrend. Bei Diesel-Pkw und bei Geschäftswagen ist die Schere noch mehr geweitet. Bei kleineren und bei privat genutzten Autos ist sie etwas kleiner (Grafiken 1 und 3), was damit zusammenhängt, dass "privat" sparsamer gefahren wird. Besonders springt ins Auge, dass die teuren Mittelklassewagen (etwa Pkw von Daimler und Audi) besonders große Divergenzen aufweisen (Grafik 2).

Wie Grafik 1, für Daimler und Audi spezifiziert.
Wie Grafik 1, für Daimler und Audi spezifiziert.

Wie erklären die Betroffenen diese Diskrepanz? Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) versucht es in der "Süddeutschen Zeitung" (11. 11. 2015) so: "Die Laborsituation (gemeint: Prüfstand) unterscheidet sich von der realen Fahrsituation. Auf der Straße haben Sie Staus, unterschiedliche Witterungsbedingungen und Steigungen. Da gibt es halt mal niedrige, mal höhere Werte, je nach dem, wie Sie fahren." Kurz gesagt: Schuld sind die Fahrer! Die zwei Nachfragen, die der Interviewer hätten stellen müssen, lauten: Warum werden Staus, unterschiedliche Witterung und Steigungen in dem Zyklus, der auf dem Prüfstand gefahren wird, nicht angemessen berücksichtigt? Warum steigt die Diskrepanz zwischen den offiziellen Werten und dem realen Verbrauch im Straßenverkehr von Jahr zu Jahr? 

Am 2. November 2015, im Verkehrsausschuss des Bundestags, äußerte sich ein VDA-Vertreter wie folgt: "Das Nutzungsverhalten des Autofahrers wirkt sich erheblich auf Verbrauch und Emissionen aus. Wer viel im Gebirge (!) unterwegs ist, öfters einmal schneller auf der Autobahn fährt oder viele Komfortfunktionen nutzt, der verbraucht eben mehr als andere. 'Den' einen Fahrzeugverbrauch gibt es auf der Straße nicht." (Dr. Ulrich Eichhorn; Protokoll Verkehrsausschuss des Bundestags).

Bleibt die Frage, wie die Ergebnisse der ICCT, die im Übrigen alle Hersteller – auch solche mit Firmensitz in den USA – in ähnlicher Weise treffen, zustande kamen? Die Antwort: Es handelt sich um die systematische Auswertung von Daten, die in Europa von bekannten Fachzeitschriften mit eigenen Testfahrten und durch Unternehmen, die das "Flottenmanagement" von Dienstwagen bilanzieren, über einen langen Zeitraum gesammelt und dokumentiert wurden. Die Studie fasst die Daten von insgesamt 600 000 Pkw zusammen, resultierend aus elf unterschiedlichen Einzelstudien und Datensammlungen. Sie ist damit repräsentativ und überzeugend.

Die Studie lässt drei Schlussfolgerungen zu. Erstens entzieht die Autoindustrie mit der belegten systematischen Verfälschung den Staaten dutzende Milliarden Euro jährlich. Allein im Fall der Niederlande, wo es eine entsprechende Hochrechnung gibt, beträgt der auf diese Weise zustande kommende Steuerausfall 3,4 Milliarden Euro pro Jahr. Zweitens zahlt, laut ICCT, ein durchschnittlicher Pkw-Fahrer im Jahr 430 Euro mehr für den Sprit – verglichen mit den Angaben der Hersteller. Und drittens verschwindet so der Beitrag zum Klimaschutz, von dem die Autoindustrie seit mehr als einem Jahrzehnt spricht.

Wie Grafik 1, für Diesel- und Benzin-Pkw differenziert.
Wie Grafik 1, für Diesel- und Benzin-Pkw differenziert.

Die Konzerne behaupten, in Europa sei es seit 2002 bei einem durchschnittlichen Neuwagen zu einem Rückgang der CO2-Emissionen in Höhe von 27 Prozent gekommen; der Ausstoß je Pkw sei von 170 Gramm CO2 je Kilometer auf 123 Gramm gesunken. Laut ICCT-Rechnung gab es jedoch lediglich eine Reduktion von acht Prozent (auf 168 g/km). Berücksichtigt man die weiter deutlich vergrößerte Pkw-Flotte, so gab es selbst in Europa keinen Rückgang der CO2-Emissionen des Straßenverkehrs. Und weltweit einen fortgesetzten massiven Anstieg. Wohlgemerkt: Bei VW-Dieselgate geht es um acht Millionen Pkw einer einzelnen, wenn auch weltweit führenden Automarke und um deutlich höhere – stark gesundheitsschädigende – Stickoxidemissionen als offiziell angegeben. Im Fall der von Jahr zu Jahr größer werdenden Kluft zwischen dem offiziell ausgewiesenen Spritverbrauch beziehungsweise den offiziell angegebenen CO2-Emissionen und den tatsächlichen Werten geht es um die Weltflotte Pkw. Also um jährlich rund 75 Millionen produzierte Neufahrzeuge und um einen Beitrag des Straßenverkehrs zur Erderwärmung, der bis zu 50 Prozent höher liegt als offiziell ausgewiesen.

Angaben nach: White Paper, From Laboratory to Road. A 2015 Update of official and "real world" fuel consumption and CO2 values for passenger cars in Europe, Verfasser: Uwe Tietge, Nikiforos Zacharof, Peter Mock, Vicente Franco, John German, Anup Bandivadekar (alle ICCT), Norbert Ligterink (TNO) und Udo Lambrecht (IFEU).


Gefällt Ihnen dieser Artikel?

Kommentare

Reduzierung, 21.12.2015 09:15
@nettelbeck
Ich fragte: was sagt eure Lebenserfahrung?
Sie stecken wieder den Kopf ins Internet.
Raus aus dem Netz und Birne an!
In meinem persönlichen Fuhrpark haben die Verbräuche stetig abgenommen. Bei steigender Leistung.
Früher ein alter Bulli mit 50PS und 125 km/h bei einem Verbrauch vin 14Litern verbleitem Benzin ohne Katalysator. Heute 140 PS und 180km/h unzähligen Airbags und schwerer Sicherheitsausstattung etcpp. und ich schaffe weniger als 7 Liter und was hinten raus kommt ist zwar keine Bergluft aber mehrfach gefiltert. Ich kann heute mit meiner Nase erkennen, ob ein Diesel eine nen DPF hat oder nicht.
Jetzt kann ich wieder in der virtuellen Welt verschwinden und lesen, dass das reale Leben nicht stimmt.
Und nein, es ist nicht alles gut. Die Menschen lieben den Individualverkehr. Und der ist heute noch mit zu vielen Emissionen behaftet.
Mit Verschwörungstheorien löst man aber keine Probleme.
Was soll das gelaber, dass es bei den Verbräuchen und bei den Emissionen keine Fortschritte gab?

Ulrich Frank, 19.12.2015 20:29
Anschließend an den Beitrag zum Artikel von Horst Ruch, 17.12.2015 20:52 wäre zu sagen: jede Hoffnung auf Besserung von Seiten der insbesondere deutschen Premium-Autohersteller ist verfrüht und hat kaum Substanz. Gleichzeitig zum Abschluß des Klimagipfels in Paris fand in Stuttgart, der unseligen Geburtstadt des Automobils, das Daimler-Benz Riesenspektakel stars & cars statt. Wegen zweier Tage wurde Rasen im Stadion zugeteert, für den Wiederaufbau mußten 240 Ballen Kunstrasen aus Mecklenburg-Vorpommern herbeigekarrt werden - wahrscheinlich nicht mit der Bahn.

In den Köpfen der meisten Autohersteller und insbesondere von Daimler-Benz ist die Notwendigkeit der unmittelbaren Veränderung noch nicht angekommen. Ebensowenig in der Presse. Kritik am Spektakel gab es m.W. nicht. Schaltet doch Daimler Riesenanzeigen.

Man muß sich einfach darüber im Klaren sein, daß Hersteller, Vorstände usw., auch Politiker, um ihre Ziele zu erreichen, auch auf Kosten der Allgemeinheit und der zukünftigen Überlebenschancen, OHNE DIE GERINGSTEN HEMMUNGEN LÜGEN.

Von der "Bundesregierung" ist ebensowenig zu erwarten. Was die "Beliebtheit" Frau Merkels nichts anhaben kann. Der Deutsche weiß da zu trennen, sagte Volker Pispers. Hauptsache er darf fahren. Die aktuell vorgeschlagene Umstrukturierung der Bahn von Seiten des Herr Grube, der lies und staune, "mangels Besserem" an der Spitze des Konzerns blieb), in deren Gefolge ein noch größerer Teil des Transportverkehrs von der Scheine auf die Strasse gelagert wurde bereits abgenickt. Klima ist in der BRD ein Thema von der Art der Klimakanzlerin. Wenn die Bürger nicht eingreifen - und davon ist nichts zu sehen - wird nichts Entscheidendes passieren solange noch Zeit dazu ist.

Nettelbeck, 19.12.2015 09:21
Wo ist das Problem? (fragt ein Leser namens "Reduzierung")

Dass Autofahrer die Nicht-Autofahrer abzocken, ist das Problem!

Mit regulär 1000 EURO pro Jahr subventioniert jeder Haushalt den Automobilverkehr = Durchschnittswert:
D. h. X000 €/Jahr zahlen Nicht-Autofahrende Normalverdiener - das ist heute in Großstädten die Mehrheit - jährlich für die Dreck-, Lärm- und Knochenbrecherschleudern ihrer Nachbarn.

Irregulär kommen jetzt nochmals X000 €/Jahr Steuerbetrug (=Subventionsbetrug) hinzu.

Und in welcher verlogenen Motorwelt-Zeitschrift wäre dieses zu lesen gewesen (? behauptet Dieter Kief), was tatsächlich Winfried Wolf auf den Punkt bringt:
-- Wenn also 2001 ein Hersteller einen Spritverbrauch von 7,5 Liter Benzin im Durchschnitt angab, so schluckte der Motor im tatsächlichen Straßenverkehr 8,1 Liter auf 100 Kilometer Distanz.
-- Wenn der gleiche Hersteller heute einen Verbrauch von 5,8 Liter auf 100 Kilometer nennt, dann liegt der reale Verbrauch ebenfalls bei 8,1 Liter.

Mit meinen Worten: Dass die Autofahrer sich an allen Ecken und Enden abzocken lassen (wollen), weiß jeder.

Dieter Kief, 18.12.2015 22:20
Öha, die angegebenen Verbräuche sind zu niedrig: Das sei eine Neuigkeit usw.
Wer je in Zeitschriften wie die Automobil-Revue oder Rallye&Racing oder auch in seine örtliche Tageszeitung geschaut und einen Autotest gelesen hat, weiß das aber schon ewig...Ich glaub in der Auto Motor & Sport haben sie den Hinweis noch nie ausgelassen. Erscheint die nicht in - öh : Stuttgart? - Winfried Wolf könnte das ja mal recherchieren - - ob er dann immer noch behauptet, es gebe einen Skandal, über den kaum berichtet werde?

Außerdem soll es Leute geben, die mit weniger fortkommen.

Tja und die ZweitkommentatorIn vom 18. 12. liegt wohl ganz richtig mit ihren Überlegungen in Sachen USA: sagt dieser Tage immerhin Werner Sinn in einem ganz informativen Interview im Konstanzer Südkurier.

Reduzierung, 18.12.2015 07:03
Und was sagt eure Lebenserfahrung?
In den 90ern mit dem T2-Bulli bei Tempo 125 ein Durchschnittsverbrauch von 14 Litern.
Heute 8 Liter bei 160 km/h.
Damals der Golf1 10 Litee mit 60PS.
Heute der Golf 7 mit 140PS und 5,5 Liter Verbrauch.
Nicht im Labor sondern im wahren Leben.
Beide Fahrzeuge haben eine Reichweite von >1000 km bei gleichem Tankvolumen von damals.

Wo ist das Problem?
Wem das noch zuviel ist, der kann aktuell aus zig verschiedenn deutschen Hybriden und E-Fzgen wählen.
Selbst Porsche hat einige Pluginhybride im Angebot.

Warum muss man immer alles schlecht reden was aus D kommt? Es gibt keine besseren Produkte. Deshalb versucht der Ami eine Anti-D Kampagne. Um seine Spritmonster zu schützen. Und hier gibt es noch Applaus.

Horst Ruch, 17.12.2015 20:52
.....dafür haben wir in Deutschland das Kraftfahrzeug Bundesamt. So steht zwar" Europäische Gemeinschaft Bundesprepublik Deutschland " als übergeordnete Behörde im Titel zur Zulassungsbescheinigung im Kraftfahrzeugbrief. Ich denke, diese Behörde ist in etwa so gesteuert, wie der Bundesrechnungshof. Was nicht sein darf, kann nicht sein. Wird also nicht veröffentlicht. Einzig die Lobbyisten - in diesem Fall unter Wissmann- haben eben in unsrer Politik das Sagen, auch wenn es sich um eine Behörde (Körperschaft des öffentlichen Rechts) handelt. "Mutti" findet das ganz toll, war es zu DDR -Zeiten fast unmöglich solche "Schummeleien" gesellschaftsfähig zu machen.
Selbst juristische Auseinandersetzungen wegen außergewöhnlicher Abweichung der Verbrauchswerte wurden von "Gerichten" immer zugunsten der Hersteller beurteilt. Seit Jahren. Nicht in Honolulu, nein, in der ach so demokratischen Bundesrepublik. Jetzt endlich hat sich Frontal 21 mit dem Thema befaßt. Nicht nur VW, nein fast alle Hersteller haben sich so durchgeschimmert.

Kommentar hinzufügen




CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.


* Pflichtfeld!

Letzte Kommentare:

Ausgabe 297 / Intellektuell prügeln / Wolf Reineck, 07.12.2016 22:30
Sicherlich lässt sich über vieles diskutieren was Frau Wagenknecht und ihre Interviewerinnen erzählen . Aber mit welcher selbstherrlichen Arroganz da einige Leser verbal gegen Frau Wagenknecht vorgehen ist schon erstaunlich und zeugt...

Ausgabe 297 / Intellektuell prügeln / Klaus Ammann, 07.12.2016 22:16
Eine Stimme aus der Schweiz: Hätten wir doch auch solche gescheiten Politiker bei uns, leider sind die so rar wie im Deutschen Bundestag. S.W. hat sich über die Jahre zu einer wichtigen Stimme der Mitte entwickelt. Leider ist nur allzu...

Ausgabe 297 / Bauers Uni-Maut / Jona Gold, 07.12.2016 21:32
Die FDP mit Fahrrad halt.... ....wobei. Nicht mal mehr Fahrrad.

Ausgabe 297 / Der ewige Lehrer / Dr. Uwe Prutscher, 07.12.2016 20:38
DANKE DR.ERHARD EPPLER für Ihre Lebensleistung innerhalb und außerhalb Ihrer SPD, die es im Kern schon lange nicht mehr gibt. Nachdem sie die Lohnabhängigen an das Kapital verraten hat, waren und sind Sie zum sehr einsamen Rufer in der...

Ausgabe 297 / Intellektuell prügeln / Gela, 07.12.2016 20:06
Liebe Frau Hunger, liebe Frau Wolf, Ihr Interview hat mich mächtig enttäuscht. Ich habe kürzlich das Buch von Sahra Wagenknecht "Reichtum ohne Gier" gelesen und hätte mir gewünscht, dass Sie mit ihr über ihre sozialpolitischen...

Ausgabe 297 / Intellektuell prügeln / Kornelia, 07.12.2016 19:20
Was für ein schlechter, polemischer ups populistischer stil! Allein das großBild ist eine Unverschämtheit! Kein Wunder dass die Linke und damit leider auch links denkende Menschen über 5% kaum hinauskommen! In BW bei 3%...

Ausgabe 297 / Der erfundene Grüne / Zaininger, 07.12.2016 18:26
... und für Kommentatoren wie einen "Stefan", faker aus dem völkisch-rassistischen Block und andere ist das doch ein gefundenes Fressen: Grüne richten Jugendliche zu Internetspürhunden ab, entwickeln die Stasi fort und planen dumme...

Ausgabe 297 / Intellektuell prügeln / Dr. Dierk+Helmken, 07.12.2016 18:13
Welch große Toleranz Sarah zeigt gegenüber den teilweise wirklich nervenden und unzumutbaren Fragen der Interviewerinnen. Im Bundestag war Sarah bei Ihrer Rede zum Etat der Kanzlerin wirklich großartig und gnadenlos. Dass sie auch ...

Ausgabe 297 / "Ich hab' da einen Syrer" / Dr. Diethelm Gscheidle, 07.12.2016 16:26
Sehr geehrte Damen und Herren, was für eine vortreffliche Idee, Asylbewerber als Lehrlinge einzusetzen! Ich werde dies sofort meinem redlichen Schwager vorschlagen, denn nachdem wir unseren letzten unredlichen Lehrling aus gut...

Ausgabe 297 / Der erfundene Grüne / Stefan, 07.12.2016 15:10
Alles in allem doch eine sehr lustige Geschichte und irgendwas wird immer hängenbleiben. Auch witzig, dass sich die Verbotsexperten der grünen Partei einen "Internetspürhund" halten, da wären manche Stasichefs neidisch gewesen.

Die KONTEXT:Wochenzeitung lebt vor allem von den kleinen und großen Spenden ihrer Leserinnen und Leser.