KONTEXT Extra:
Korntal: Opfervertreter verlangen mehr Engagement der Landeskirche

Die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der evangelischen Brüdergemeinde Korntal ist unterbrochen. Die Opfervertreter verlangen einstimmig, dass sich Frank Otfried July endlich entscheidend einbringt. "Wir werden nicht mehr mit den Brüdern sprechen", so Netzwerk-Sprecher Detlev Zander. Jetzt müsse "der Oberhirte, also der Bischof, ran". Im Betroffenen-Netzwerk organisiert, werfen mehr als 300 ehemalige Heimkinder der Brüdergemeinde vor, in den 1950er- bis 1980er-Jahren in deren zwei Einrichtungen sexuell missbraucht, misshandelt und gedemütigt worden zu sein.

Dass mehr Engagement von July gefordert wird, ist nicht neu. Im Sommer 2016 hatte einer der Betroffenen in einem langen Schreiben an den Landesbischof appelliert: "Die Kir¬che ist mit in der Verantwortung und wenn Sie als Oberhirte weiter schweigen, machen Sie sich persönlich schuldig. Die Heimopfer warten auf ein klärendes Wort von Ihnen." Denn die Korntaler Fürsorge habe "einen menschlichen Scherbenhaufen hinterlassen". (20.02.2017)


NSU-Ausschuss will weitere Akten

Der zweite parlamentarische Untersuchungsausschuss zum "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) geht auf die Suche nach zusätzlichen Akten, um dessen Verbindungen nach Baden-Württemberg besser auszuleuchten. Die Abgeordneten meinen, beim Generalbundesanwalt und/oder im Bundesamt für Verfassungsschutz fündig werden zu können. Beauftragt ist Bernd von Heintschel-Heinegg. Der Rechtswissenschaftler war schon für den ersten Ausschuss des Landtags und als Sonderermittler auch für den Bundestag tätig.

Zurückgestellt wurde in diesem Zusammenhang die Ladung von Mike Markus Friedel. Vor allem der NSU-Experte Hajo Funke hatte immer wieder darauf gedrängt, dass der gebürtige Sachse gehört wird. Dessen Name stand auf der sogenannten Garagenliste, die 1998 in Jena sichergestellt, aber erst mit großer zeitlicher Verzögerung detailliert ausgewertet wurde. Vor fast zwanzig Jahren zog er nach Heilbronn. "Markus Friedel war mit 'Erbse' (V-Mann), Torsten Ogertschnig, zusammen im Ländle im Gefängnis", schreibt Funke. Und von Friedel habe "Erbse" seine Kenntnisse über den NSU und Mundlos.

Bei einer Veranstaltung der "Anstifter" im Stuttgarter Kunstverein hat Rainer Nübel, der im ersten Ausschuss als Sachverständiger aufgetreten war, erneut von den Abgeordneten verlangt, sich ernsthafter mit der Anwesenheit ausländischer Geheimdienste am 25. April 2007 in Heilbronn zu befassen. An diesem Tag waren die Polizistin Michèle Kiesewetter ermordet und ihr Kollege Martin Arnold schwer verletzt worden. Der zweite Ausschuss hat bereits mehrere Zeugen vernommen. Jetzt ist ein Bericht beim Bundesnachrichtendienst angefordert.

Die nächste Ausschusssitzung beginnt am Freitag, den 24. Februar, um 9.30 Uhr im Landtag. Zwei Kriminalbeamtinnen sollen Auskünfte über die rechte Szene geben und die Verbindungen des NSU in den Südwesten. Geladen sind außerdem drei Zeuginnen, die Kontakt zu Beate Zschäpe gehabt haben sollen.

Auch die weiteren Sitzungstermine bis zur parlamentarischen Sommerpause sind festgelegt: 20. März, 28. April, 15. Mai, 19. Juni und der 17. Juli 2017.

Mehr zum Thema: "Geheimdienste im Fokus", "Eh-wurscht-Akten" 


WKZ liest mit

Anfang Januar hatte der Waiblinger Lokalhistoriker und Anstifter Ebbe Koegel sich darüber beschwert, dass das Land dem Firmengründer Andreas Stihl eine Kunstmedaille gewidmet hat. "Andreas Stihl war ein überzeugter Nazi, NSDAP-Mitglied seit 1933, seit 1935 SS-Mitglied mit dem Rang eines Hauptsturmführers (seit 1939)", schrieb er an Finanzministerin Edith Sitzmann. Die Waiblinger Kreiszeitung (WKZ) schwieg dazu - bis Kontext den Fall am 25. Januar aufgriff. Nun erschien am 11. Februar ein zweiseitiges Extra mit ausdrücklichem Bezug auf den Kontext-Artikel. Der Redakteur Peter Schwarz zitiert darin aus der 100-seitigen Entnazifizierungsakte. Die beiden Kinder Stihls, der langjährige IHK-Präsident Hans Peter Stihl und seine Schwester Eva Mayr-Stihl wurden befragt. Die Recherche ergibt, wie die WKZ selbst schreibt, ein "außerordentlich schillerndes Bild."

Der Redakteur zitiert mehrere Fremdarbeiter - den Begriff Zwangsarbeiter meidet er - die sich im Verfahren positiv über Stihl geäußert haben. Ein Slowake berichtet, Stihl habe einem Freund geholfen zu fliehen, der sich den Partisanen anschließen wollte. Ein Jugoslawe meinte, der Patriarch habe sich "mit großer Empörung geäußert über die Gemeinheit und den Terror des dritten Reiches", ein Holländer, er habe "gelitten, als er sehen musste, wie schmutzig dieses System war, und konnte doch nicht mehr von demselben weg." Der Betriebsrat sagte dagegen aus, Stihl sei "100 Prozent Nationalsozialist" gewesen, habe "mehrere seiner Lehrlinge zum Eintritt in die SS" bewogen und Regimekritiker als "Eiterbeulen" bezeichnet, denen er "in die Fresse" schlagen wolle. (16.2.2017)


Wüstenjubiläum: Fünf Jahre Parkräumung

Vor genau fünf Jahren, am 14. Februar 2012, räumten rund 2500 Polizeibeamte das Protestcamp der Stuttgart-21-Gegner im Mittleren Schlossgarten. Drei Tage später waren rund 180 teils bis zu 300 Jahre alte Bäume gefällt oder (ein kleiner Teil der jüngeren) verpflanzt, und einer der ehemals schönsten innerstädtischen Parks Deutschlands hatte sich in eine Schlammwüste verwandelt.

Zum fünften Jahrestag der Parkräumung wollen die Parkschützer am heutigen Dienstag daran erinnern, mit einer Versammlung und Kundgebung an der Lusthausruine im Mittleren Schlossgarten um 17 Uhr. Es soll Reden, Musik und Gedichte geben, anschließend einen Demozug durch die Königstraße.

Kontext hat damals mit einer Reportage von der Parkräumung berichtet – und danach immer wieder von der erstaunlich langen Untätigkeit oder auch von Baufortschritt vorgaukelnden Alibi-Arbeiten. (14.2.2017)


Jörg Meuthen weiter an Björn Höckes Seite

Im vergangenen Sommer hatte der AfD-Rechtsaußen Björn Höcke seinen Bundesparteichef als "meinen verehrten Freund" begrüßt. Und Jörg Meuthen rückte sich selbst, auf dem Kyffhäuser-Treffen, zu dem ihn die Ultras geladen hatte, in die Nähe der besonders weit rechts stehenden parteiinternen Gruppierung "Der Flügel": Er wolle gar nicht als liberaler Kopf der Partei bezeichnet werden, sondern er stehe für "ein gemeinsames Wertefundament". Da hatte Höcke gerade alle anderen Parteien in Deutschland für "inhaltlich entartet" erklärt. Der Schulterschluss hält auch aktuell: Meuthen stellt sich gegen den Rausschmiss, den – wie am Montag bekannt wurde – der Bundesvorstand gegen den Thüringer Landes- und Fraktionschef anstrengt.

Nicht zum ersten Mal. Denn Höcke sollte 2015 schon einmal mit einem Verfahren überzogen werden. Da ging es ebenfalls um eine rassistische Rede, um Aussagen wie, man könne "nicht jedes einzelne NPD-Mitglied als extremistisch einstufen" und um den Vorwurf, Höcke schreibe unter Pseudonym für NPD-Publikationen. Meuthen äußerte sich reichlich schwammig, nahm für sich in Anspruch "als erster aus dem Bundesvorstand scharf reagiert zu haben". Zugleich erklärte er allerdings, dass Höckes "Äußerungen ohne weiteres als rassistisch interpretiert werden können – wobei man darüber diskutieren kann, ob sie es tatsächlich sind". Hans-Olaf Henkel, damals noch AfD-Mitglied, konterte unmissverständlich: "Herr Meuthen ist für mich ein klassischer Schattenboxer." Nach außen tue er immer wieder so, als würde er sich gegen den rechtsnationalen Flügel stellen, nach innen agiere er völlig anders. (13.2.2017)


KONTEXT
per E-Mail:
Immer informiert:

Durch diese Anmeldung erhalten Sie regelmäßig immer mittwochs um 9 Uhr unsere neueste Ausgabe unkompliziert per E-Mail.

Datenschutz-Hinweis

Bei Starkregen überflutungsgefährdet: die Klettpassage. (Zur Schaubühne auf das Bild klicken.)

Bei Starkregen überflutungsgefährdet: die Klettpassage. (Zur Schaubühne auf das Bild klicken.)

Noch ohne Rohrverbindung: das Oberhaupt des Cannstatter Dükers.

Noch ohne Rohrverbindung: das Oberhaupt des Cannstatter Dükers.

Von der anderen Seite: Bauarbeiten für den Cannstatter Düker, der im ersten Halbjahr 2016 hätte fertig sein sollen.

Von der anderen Seite: Bauarbeiten für den Cannstatter Düker, der im ersten Halbjahr 2016 hätte fertig sein sollen.

Pittoreskes Rohrwirrwarr beim Grundwassermanagement.

Pittoreskes Rohrwirrwarr beim Grundwassermanagement.

Nicht ganz so weiß wie in der Visualisierung und schwer herzustellen: Teil einer Kelchstütze. 28 davon sollen das Bahnhofsdach einmal stützen.

Nicht ganz so weiß wie in der Visualisierung und schwer herzustellen: Teil einer Kelchstütze. 28 davon sollen das Bahnhofsdach einmal stützen.

Hat eigentlich nichts in einem Mineralwasserschutzgebiet zu suchen: Dieseltank für ein Notstromaggregat.

Hat eigentlich nichts in einem Mineralwasserschutzgebiet zu suchen: Dieseltank für ein Notstromaggregat.

Kürzlich betonierte "Sauberkeitsschicht" in Baufeld 16. Die herausragenden Stahlstäbe gehören zu den in den Boden gerammten Gründungspfählen.

Kürzlich betonierte "Sauberkeitsschicht" in Baufeld 16. Die herausragenden Stahlstäbe gehören zu den in den Boden gerammten Gründungspfählen.

Baugrube beim früheren Gleisvorfeld: Sollte Stuttgart 21 noch gestoppt werden, könnte man hier auf zwei Ebenen ein Parkdeck und einen Busbahnhof einrichten, sagen die Ingenieure.

Baugrube beim früheren Gleisvorfeld: Sollte Stuttgart 21 noch gestoppt werden, könnte man hier auf zwei Ebenen ein Parkdeck und einen Busbahnhof einrichten, sagen die Ingenieure.

Freigelegter Tempel? Ne. Zulauf für den Hauptsammler West, einen der drei großen Abwassersammler. Im Hintergrund: die übrig gebliebene Front der ehemaligen Bahndirektion H 7.

Freigelegter Tempel? Ne. Zulauf für den Hauptsammler West, einen der drei großen Abwassersammler. Im Hintergrund: die übrig gebliebene Front der ehemaligen Bahndirektion H 7.

Kein Licht am Ende des Tunnels, aber immerhin hinterm Kran auf dem nördlichen Bahnhofsvorplatz.

Kein Licht am Ende des Tunnels, aber immerhin hinterm Kran auf dem nördlichen Bahnhofsvorplatz.

Wandelnde Lexika: Wolfgang Kuebart (li.) und Hans Heydemann von der Gruppe Ingenieure 22 führen um die Baustelle.

Wandelnde Lexika: Wolfgang Kuebart (li.) und Hans Heydemann von der Gruppe Ingenieure 22 führen um die Baustelle.

Ausgabe 275
Schaubühne

Alles im Lot im Loch?

Von Oliver Stenzel
Fotos: Joachim E. Röttgers
Datum: 06.07.2016
Was sieht man eigentlich auf dem Baustellenareal von Stuttgart 21? Wo sind Probleme und Verzögerungen erkennbar? Und was könnte man mit den Baugruben anfangen, falls das Projekt doch noch gestoppt wird? Antworten darauf sollen alternative Baustellenführungen der Gruppe Ingenieure 22 liefern, am heutigen Mittwoch steigt die erste. Für Kontext gab es eine Vorab-Begehung.

Trocken ist's heute, die Sonne brutzelt, und vom Südausgang des Bonatzbaus steigt der Staub von Baumaschinen aus dem großen Loch auf, das einmal der Mittlere Schlossgarten war. Es braucht nur wenige Schritte, um einen ersten Hinweis darauf zu finden, was eines der zentralen Probleme des Tunnelbahnhofprojekts Stuttgart 21 ist: Wasser. Gegenüber dem Zugang zur Klettpassage liegt in einer Mulde ein Betonwürfel von der Größe eines Einfamilienhauses. "Das ist das Oberhaupt des Cannstatter Dükers", erklärt Wolfgang Kuebart, Physiker und Mitglied der S-21-kritischen Gruppe Ingenieure 22. Als Gegenpol zu den offiziellen Führungen des S-21-Projektbüros bietet die Gruppe ab dem heutigen Mittwoch regelmäßig eine alternative Baustellenführung an, und Kuebart gibt gemeinsam mit dem Ingenieur Hans Heydemann vorab ein paar Einblicke, was die Besucher erwartet.

Der Cannstatter Düker, so erfahren wir, gehört neben dem Nesenbachdüker und dem Hauptsammler West zu den großen Abwassersammlern der Stuttgarter Innenstadt. Deren bisheriger Lauf wird durch den geplanten Tiefbahnhof zerschnitten und muss daher umgeleitet und unter dem Bahnhofstrog hindurchgeführt werden. Abgesehen von den Problemen, die diese Umleitung bereitet, weil sie den Mineralwasser führenden Schichten bedenklich nahe kommt, sei völlig unklar, ob die Kapazität der neuen Leitungen bei Starkregen überhaupt reiche. Ergäbe sich schon dadurch potenziell eine größere Hochwassergefahr, erklären die beiden Fachmänner, werde diese noch gewaltig dadurch gesteigert, dass der Trog des fertigen Bahnhofs eben nicht nur in die Tiefe, sondern auch in die Höhe geht und einen bis zu sechs Meter hohen Wall an der engsten Stelle des Talkessels bilden wird.

Wolfgang Kuebart und Hans Heydemann von den Ingenieuren 22.
Wolfgang Kuebart und Hans Heydemann von den Ingenieuren 22.

"Das Wasser kann nicht mehr wie bisher über den Schlossgarten ablaufen, sondern staut sich auf und könnte die Klettpassage und den Tiefbahnhof überschwemmen", sagt Heydemann. Der Ingenieur beschäftigt sich schon seit Jahren mit diesem Problem und ist ein wandelndes Lexikon, was mögliche Tiefbahnhof-Überschwemmungen angeht. Detailliert erklärt er das Risiko anhand der Geländehöhen und zerpflückt die offiziellen Aussagen, die es vom zuständigen Projektbüro dazu gibt. Nicht nur angesichts der jüngsten Überschwemmungen im Land kann einem da etwas mulmig zumute werden. 

Unerwartete Probleme und Alibihandlungen

Handelt es sich hier um potenzielle Risiken in der Zukunft, zeigt die Führung aber auch an vielen konkreten Stellen, dass auch beim aktuellen Baufortgang längst nicht alles so im Lot ist, wie es das Projektbüro gerne verkündet. Dass etwa beim besagten Oberhaupt des Cannstatter Dükers noch große runde Öffnungen an den Seiten, aber keine zulaufenden Rohre zu sehen sind, bestätigt einmal mehr, wie wenig belastbar schon die kurzfristigen Planungen des Projekts sind. Im vergangenen September kündigte die Bahn in einer Pressemitteilung noch an, "der neue Kanal soll in der ersten Jahreshälfte 2016 in Betrieb genommen werden".

Die ist vorbei. Ein betriebsfertiger neuer Kanal ist auch mit viel Wohlwollen nicht in Sichtweite. Dafür sind die Arbeiten an anderen Stellen der Baustelle schon erkennbar weiter gediehen. "Weiter als beim Nesenbachdüker, obwohl man den viel dringender bräuchte", so Kuebart. 

Ohne den fertigen Nesenbachdüker nämlich, dessen Bau wegen der schwierigen Geologie noch einige ungelöste Probleme bereithält, kann die Bodenplatte des Bahnhofs gar nicht betoniert werden. Momentan sieht man von ihm nicht viel mehr als zwei Rohrelemente, die einsam auf dem Gelände des ehemaligen Landespavillons herumstehen. Letztlich auch okay. Das Düker-Oberhaupt kann ohnehin erst gebaut werden kann, wenn die Stadtbahnhaltestelle Staatsgalerie verlegt ist, was noch mindestens zwei Jahre dauern soll.

Und was wiederum die Betonierung jener sogenannten Sauberkeitsschicht in Baufeld 16, die kürzlich als erster Schritt beim Bau der Bahnhofs-Grundplatte gepriesen wurde, vollends zur Baufortschritt vorgaukelnden Alibihandlung macht. Kuebart weist auf das Gelände neben jener Sauberkeitsschicht: "Schwarzbrauner, torfiger Boden, mit dem man wohl nicht gerechnet hatte und der noch komplett ausgetauscht werden muss, weil er nicht hält." Was zusätzlich dauern wird. 

Immer noch möglich: Alternativen zum Weiterbau

Doch in der auf zwei Stunden angesetzten Führung wollen die Ingenieure 22 nicht nur auf Probleme hinweisen, die den Bau verzögern, verteuern und riskant machen. Sondern auch auf Alternativkonzepte, falls Stuttgart 21 noch gestoppt würde. "Wir wollen aufzeigen, welche Alternativen auch beim jetzigen Stand der Bauarbeiten noch umsetzbar sind", so Kuebart.

Peter Dübbers, Enkel des Bahnhofsarchitekten Paul Bonatz, will diese Konzepte bei der Führung genauer erläutern. So könnte man die bereits ausgehobene Grube unterhalb der ehemaligen, versetzten Prellböcke dafür nutzen, auf zwei Ebenen zum einen ein Parkdeck einzurichten, zum anderen den Zentralen Omnibus-Bahnhof (ZOB) wieder zurückzuholen, der mit Baubeginn von S 21 in die Stadtperipherie verbannt wurde. Das danach wieder nach hinten verlegte Gleisfeld könnte ein halb transparentes Solardach bekommen, die abgerissenen Seitenflügel des Bahnhofsgebäudes in modernisierter Form, aber mit deutlichen Reminiszenzen an ehemalige Proportionen und Fassadengliederung wieder aufgebaut werden (eine Bildergalerie zu dem Konzept gibt's unter diesem Link).

Großes Loch: die Baustelle.
Großes Loch: die Baustelle.

Auch an anderen Stellen bedeute ein Ausstieg aus dem Projekt keinen stadtplanerischen Stillstand. So könnten auch für das sogenannte C-Areal am Nordbahnhof, momentan komplett mit Baulogistik belegt, umgehend Wohnungen geplant werden. Und die könnte die Stadt dringend brauchen.

Die Idee zu den Führungen ist den Ingenieuren nicht etwa mit den jüngst eingeräumten Kostensteigerungen und Terminverzögerungen des Projekts entstanden, sondern schon im vergangenen Jahr. "Wir haben da schon ein paar Führungen für die Mahnwache gemacht. Von dieser kam auch die Idee, das nun öffentlich als alternative Führungen anzubieten", so Kuebart. Auch um aufmunternd in die Protestbewegung gegen Stuttgart 21 hineinzuwirken. "Viele von uns sind in eine Art stille Opposition gegangen", sagt Kuebart. Die Führungen sollen zeigen, was immer noch möglich ist. An Ideen mangelt es jedenfalls nicht.

 

Info:

Alternative S-21-Baustellenführung, Mittwoch, 6. Juli, 3. August, 7. September, jeweils 17–19 Uhr, Treffpunkt: Südausgang des Hauptbahnhofs.

Eine detaillierte Vorstellung der Alternativkonzepte erfolgt unter dem Motto "Umstieg 21 Baustellen umnutzen" am 15. Juli, von 17 bis 19 Uhr im Gewerkschaftshaus (Willi-Bleicher-Str. 20, Großer Saal, Stuttgart-Mitte).


Gefällt Ihnen dieser Artikel?
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!

Kommentare

Müller, 12.07.2016 18:05
@Herr Ruch
Vielen Dank. Ich bin gerne das Salz. Und ich freue mich sehr, dass es hier Leute gibt die andere Meinungen ertragen können. Respekt!

Zu Ihrem Beitrag weiter unten:
Die voraussichtlichen weiteren Kostensteigerungen sind natürlich eine Katastrophe.
Da hat man als Proler keine Gegenargumente. Da bin ich echt platt.
Bei den anderen Punkten bin ich aber auch platt.
Stresstest nicht bestanden? Leistungsfähigkeit von 8x4=32?
Da ist wieder diese trotzige Haltung der schlechten Verlierer.
Stresstest gefordert. Auditor ausgewählt. Stresstest bestanden.
Fertig. Außer dieser seltsamen Seite von einen Chemiker oder so gibt es niemanden der auf diese tolle 8*4-Formel kommt. Das ist albern.
Planfeststellungen: Bei keinem Großprojekte sind alle Bereiche beim Baubeginn planfestgestellt. Das wäre auch bei K21 nicht so.

Muss jetzt weiter. Gruß Müller

Horst Ruch, 11.07.2016 14:53
....Vergeudete Zeit ? ...nein ....@demokrator, ob Lohnschreiber oder nicht, nur so können wir "verknöcherten Gegner" erst erfahren, wie die simple Denke der Fortschrittsfanatiker gestrickt ist.. Es wär' jammerschade, wenn alle Kommentatatoren sich nur gegenseitig mit der gleichen Meinung im eigenen Saft beglücken würden. So Schreiber wie @Müller bringen da ein bisschen Pfeffer und Salz in die Sprichwörtliche Suppe S21....würden diese sich nicht nur anonym zu erkennen geben. Weiter... @ Schwabe .....nehmen wir z.B. Oettinger, mein Beispiel Nr. 3, und lesen heute in der Stgt. Zeitung -8 Jahre nach seinem Deal "Finanzierungsvertrag S21"-, 3 Jahre nach seinem eingefädelten 20 Mia-EU-Finanzierungsdeal für die Erweiterung des Atiomkraftwerks Cattenom, -angeblich zum Anreiz des Verbleibs Goßbrittaniens in der EU- er wieder manipuliert mit der Atomlobby in Ungarn, dann erschließt sich allmählich der Kreis, der EU-AG innerhalb derer wir regiert werden....deswegen andere Meinungen bleiben wichtig. "wir" könnten uns ja auch mal getäuscht haben.

Schwabe, 11.07.2016 12:02
4.Die Staatsverbrecher
(und der Ausverkauf der deutschen Infrastruktur - S 21 ist da ein Beispiel von vielen)
Mit an verbohrter Sturheit grenzender Hartnäckigkeit halten alle Bundesregierungen von Gerhard Schröder bis Angela Merkel an ihrem Ziel fest, große Teile der deutschen Infrastruktur, vor allem aber die Autobahnen, zu privatisieren. Dass selbst der Bundesrechnungshof und alle Landesrechnungshöfe dagegen Sturm laufen, ist ihnen völlig egal.
Man kann das auch deutlicher ausdrücken: Die Bundesregierung betreibt den Ausverkauf der gesamten Infrastruktur und will noch bis Jahresende mit dem gesamten Autobahnnetz anfangen. Die Steuerzahler haben einst Riesensummen dafür aufgebracht, um die Objekte zu finanzieren. Bald sollen sie für’n Appel und’n Ei in die Hände von Wirtschaftsunternehmen fallen. Und selbst wenn aus den Privatisierungsplänen diesmal doch nichts werden sollte, weil sich etwa in Kreisen der SPD zu starker Widerstand regen sollte, so halten alle interessierten Kreise weiterhin an ihren Privatisierungsplänen so lange weiter hartnäckig fest, bis sie am Ende doch durchgesetzt werden können.
Dann können die privaten Investoren den Bürgern noch einmal gewaltige Beträge abknöpfen und in die eigenen Taschen stecken. Man kann es drehen wie man will, in den repräsentativen Demokratien haben die Bürger immer die Arschkarte und müssen zahlen. Sie sind und bleiben die Dukatenesel, die als Einzige immer zur Verfügung stehen, wenn Dukaten gebraucht werden. Und Esel sind sie auch, wenn sie das immer mit sich machen lassen.
Was erstaunt, ist die von parteipolitischen Orientierungen völlig unabhängige Beharrlichkeit aller Bundesregierungen. Ob die nun eher links-grün (na ja, was die so links nennen) oder eher konservativ-liberal oder konservativ-sozialdemokratisch sind: Sie alle betreiben seit den 1970er Jahren und verstärkt wieder seit den 1990er Jahren den Ausverkauf des Staatseigentums mit nachgerade krimineller Energie.
Dahinter könnte man mit Mühe noch Spuren ökonomischer Vernunft entdecken, wenn die Investoren die gesamte Summe bezahlen würden, die auch die Steuerzahler im Verlauf vieler Jahre für die Objekte aufgebracht haben. Das ist aber nicht der Fall. Sie zahlen nur einen minimalen Bruchteil. Schon allein deshalb ist die Rede vom Ausverkauf der deutschen Infrastruktur gerechtfertigt.
Nach den Plänen der Bundesregierung soll das gesamte deutsche Autobahnnetz teilprivatisiert werden. Dazu wird eine Autobahngesellschaft gegründet, an der private Investoren etwas weniger als die Hälfte der Anteile übernehmen können.
Quelle: Telepolis

Blender, 11.07.2016 11:36
@Müller's Frage: wann wird K21 fertig?
K21 ist schon fertig, der Kopfbahnhof funktioniert trotz S21 Demontage/ bzw. Sabotage weiterhin recht gut. Mit etwas Kosmetik wird K21 bei laufendem Betrieb dann auch noch hübsch.

Demokrator, 10.07.2016 18:54
@Horst Ruch:

Sie vergeuden (leider) Ihre Zeit jemandem mit Fakten zu kommen, der gar kein Interesse daran hat!

Wenn Sie die entsprechenden Artikel bzw. Kommentare auf der STZ/STN lesen, dann kommen Ihnen die Sprüche bzw. Agitationsmasche unseres "Freundes" mehr als bekannt vor.

Da scheint's wohl auch eine "Agentur" zu geben.

Horst Ruch, 10.07.2016 15:17
.....S21 wird gebaut, Fertigstellung statt 2019 voraussichtlich 2025.
.....S21 wird gebaut, Leistungsfähigkeit statt 48 Zügen voraussichtlich 32
.....S21 wird gebaut, Gesamtkosten laut Oettinger's Finanzierungsvertag v. 30.03.2009 statt 3 076 Mia €. bereits davor vom Bundesrechnungshof am 30.10.2008 für falsch erklärt. Alljährlich sukzessive auf momentan 10 Mia € gesteigert. Mangels Planung kein Ende der Kosten gesichert.
.....S21 wird gebaut, obwohl Stresstest nicht bestanden
.....S21 wird gebaut, obwohl Planfeststellungen unvollständig.
.....S21 wird gebaut, obwohl erst das Enrwurfskonzept von Ingenhoven/Frei Otto vorliegt, dieses jedoch nicht den Bahnvorschriften entspricht.
.....S21 wird gebaut, obwohl die Steckenplanung der DB AG erst nach der VA v. 27.11.2011 zur Durchführung begonnen wird.
......S21 wird gebaut, obwohl es nur für Teilbereiche gültige Pläne gibt.
.....S.21 wird gebaut, obwohl die Wirtschaftlichkeit für die DB AG nie gegeben ist. Das eigenwirtschaftliche Projekt also nur durch Subventionen den Betrieb aufrecht erhalten kann.
.....S21 wird gebaut, weil die Lenkungskreislenker die "kritischen" Begleiter als anspruchslose Laien übertölpeln.
.....S21 wird gebaut, weil EX OB Schuster zur (verlogenen) VA die Ausstiegskosten/Schadenersatzkosten auf ein mit 100€-Scheinen aufgebauten Turm " berechnet" hat, der 25 mal höher wäre, wie der Jetzige Bahnhofsturm.
.....S21 wird gebaut, damit sich das Merkel-Deutschland nicht vor Griechenland blamieren muß.
.....S21 die unendliche Geschichte, in der der staatlich unterstützte Lügenspparat die Hauptrolle spielt...... Gleichwohl es natürlich auch Gewinner gibt, die im Dunklen...Haifisch...deren Zähne....usw. Und so fort......als kleiner Ausschnitt dem Fortschrittsgläubigen @ Müller gewidmet.....wohlwissend, daß die Expeditionen ins Weltall weitaus größere Summen verschlingen. Der feine Unterschied: es werden vorher keine Behauptungen aufgestellt, die nie zu erfüllen sind.

Andreas Spreer, 10.07.2016 14:23
@Müller.
Dass die Frage nach dem Fertigstellungstermin unsinnig ist, habe ich versucht zu erklären. Genauso können Sie auch fragen, wann ihr Auto fertiggestellt ist.
Dass Sie danach nicht fragen dürfen, ist eine von diesen Unwahrheiten.
Sie dürfen auch nach den anderen Sachen fragen und haben schon 100 Mal die Antworten bekommen. Die Anbindung an die Neubaustrecke: Im Zweifelsfall so wie bisher, über die bestehenden Gleise im Neckartal. Die Kosten: Ein Bruchteil der jetzt geplanten. Usw.
Dass m. E. unter den gegebenen Umständen ein Kombibahnhof eine gar nicht so schlechte Lösung wäre, eine, die den Konflikt vielleicht nicht lösen, aber doch zumindest entschärfen könnte, steht auf einem anderen Blatt.

Schwabe, 10.07.2016 11:39
Mit dem Umstieg auf K 21 bekommt Baden-Württemberg einen fortschrittlichen, leistungsfähigen und lichtdurchfluteten oberirdischen Bahnhof als moderne Verkehrsdrehscheibe. Und auf dem Weg dahin wird der von der Tunnelblickfraktion verstümmelte Kopfbahnhof immer noch besser seinen Job machen als es das unterirdische S 21 mit seinen 8 Gleisen je könnte.
Darüber hinaus kostet K 21 mehrere Milliarden Euro weniger und auf dem C-Areal am Nordbahnhof, welches die Bahn derzeit als S 21 - Logistikfläche blockiert, könnten sofort ca. 1.000 dringend benötigte Wohnungen für Gering- und Mittelverdiener erstellt werden.

Müllw, 09.07.2016 16:38
.....@Müller
Welchen argumentativen Zweck verfolgen Sie eigentlich mit Ihrer Frage nach einem möglichen Fertigstellungstermin von K21?.....

Ich denke man sollte halt so ehrlich sein und Montags den K-Befürwortern sagen, dass den Fertigstellungstermin fast niemand erleben wird.

Und wenn bei k21 der Fertigstellungstermin eine so untergeordnete Rolle spielt, dass man nicht mal danach fragen darf, warum gibt es dann so einen Shitstorm wenn man bei S21 erfährt dass man vielleicht erst 2023 fertig wird?

Man darf nicht fragen was K21 ist. Wie die NBS angebunden wird. Was es kostet. Und ganz verboten ist die Frage wann es fertig sein soll.

Seltsames Verhalten von Menschen die doch immer die Informationspolitik der Bahn kritisieren.

Andreas Spreer, 09.07.2016 14:08
Nochmal @Müller: Anderes Beispiel. Sie wohnen doch sicher auch in einem Haus. Das wurde irgendwann mal gebaut. Und irgendwann und immer wieder mal muss es renoviert werden. Und wann ist bei dem der Fertigstellungstermin? Darauf werden wir wohl nie eine Antwort bekommen, weil das eine unsinnige Frage ist. Genauso verhält es sich mit Ihrer Frage nach dem Fertigstellungstermin von K21.

Kornelia, 08.07.2016 18:58
Wichtige Grundregelungen einer Demokratie!
1.die Bürgerbewegung kriegt keine fachgerechte Knete aus dem Sàckle, keine bezahlten Zeitdebutate, keine sonstigen Umsonstes..., deswegen ist eine gleichwertige "ihr müßt Leistungen erbringen" Forderung absolut daneben!

2. Und was viel wichtiger ist: der Souverän muss nicht Alternativmodelle basteln, kochen, fertigstellen, nur weil er massenhaft Fehler bei den Vorhabenträgern und/oder den Angestellten entdeckt! Oder weil er einfach etwas anderes will!

Stellen Sie sich vor, Sie fahren Ihr Auto in die Werkstatt, der Mechaniker kriegt 100 Euro pro Stunde plus Materialkosten, dann holen Sie Ihr Auto ab und nach 100 Metern "rien ne va plus"
Schieben Sie dann Ihr Auto nach Hause, Arbeitskittel an, und Reperatur selber machen?
Meine Vermutung: Sie stauchen den bezahlten AutomechanikerSäckel zusammen und fordern "kostenlose" Uberstunden, oder?
Sie sind Chef und bestellen eine neues Marketing Konzept, nun finden Sie das verwendete blau total daneben....entwickeln Sie dann ein anderes Konzept, um dann der PR Firma zu verdeutlichen, dass Sie blau doof finden?
Nein!

Schon beim Faktencheck dachte ich: chapeau, Geißler, ....
hat der doch "unsere" Jungs bei den eitlen Eiern gepackt und sie ihr Modell darstellen lassen!

Vergleiche sind immer gut und ein geschicktes Manöver, um von Fehlern abzulenken.
Und so konnte dann die Welt ein -eigentlich von der Sache her -undemokratisches Spiel beiwohnen:
Niemals darf ein demokratisch geführter Widerstand davon abhängen, ob der Sonicht-sager ein eigenes Projekt erstellt hat- ehrenamtlich!
Sonst könnten ja nur Eliten an einer Demokratie teilnehmen!

DDR 89: zurück zum Ursprung, die haben vergessen ein schlüssiges Neu-Konzept abzuliefern?
Friedensdemos 80er: zurück auf kalter Krieg weil Gegenkonzept fehlte!

Wenn aber seit Jahrhunderten der Souverän ehrenamtlich eigene Ideen entwickelt, eigene Konzepte erstellt, dann ist diese aktive Machergesellschaft ein Gewinn für jede Gemeinschaft!

Aber niemals darf daraus ein "muss" entstehen!

Also: die Vorhabenträger sind seit 20Jahren am basteln,
die Politiker seitdem am begleiten, die Verwaltokratie am verwalten, die Medien am (aus)schwärmen, die PR Agenturen am hohlschwätzen.... alle mehr oder weniger vom Souverän super gut bezahlt für jeden Sesselfurz.... doch die bislang erbrachte Leistung ist beschämend!
Wahrscheinlich würden diese ohne monatliche Zuwendungen nicht mal das Klo finden!

Aber der Geisslersche Trick hat und kann immer noch wunderbar vom Planungsversagen ablenken!

D. Hartmann, 08.07.2016 16:14
Fakt ist, Stuttgart verfügt bereits über einen leistungsfähigen Hauptbahnhof (, auch wenn dieser inzwischen einen ziemlich verwahrlosten Eindruck macht). Mit dem laufenden Neubau (S2x) wurde keine Erhöhung der Kapazität geplant. Seine Leistungsfähigkeit wird unter der des Kopfbahnhofs im Zustand der 60er Jahre liegen.

Somit besteht überhaupt kein Zeitdruck bei der Fertigstellung eines neuen Hauptbahnhofs (wo und in welcher Form auch immer, ob K21 oder Cannstatt-Untertürkheim). Es kann also in aller Ruhe und Gründlichkeit geplant werden.

@ Müller:
Welchen argumentativen Zweck verfolgen Sie eigentlich mit Ihrer Frage nach einem möglichen Fertigstellungstermin von K21?

Sie fordern doch nicht wirklich die Fertigstellung von S2x nach dem Motto: „Koste es, was es wolle“? (Derzeit schon wirtschaftlich nicht mehr vertretbare 6,5 Mrd. EUR)

Gut 1 Mrd. EUR hat der 2015 fertiggestellte neue Hauptbahnhof in Wien gekostet. Dieser verfügt über eine deutlich höhere Kapazität als S2x.

Für ca. 2 Mrd. EUR hat man in Zürich bis 2015 den alten Kopfbahnhof ertüchtigt. Dieser ist ebenfalls deutlich leistungsfähiger als S2x (seit 2014 in Betrieb: 4 neue Durchgangsgleise im Untergrund).

Warum also für S2x in Stuttgart mehr ausgeben als in Wien oder Zürich?
Am Ende (wann ist noch offen) mind. 5 Mrd. (vielleicht sogar über 10 Mrd. EUR) mehr als in wirtschaftlich vergleichbaren Nachbarländern!
Wie ist das zu rechtfertigen?

Weil in Baden-Württemberg schon jede Bahnstrecke elektrifiziert ist, auf jeder (gebührenfreien) Bahnhofstoilette schon goldene Wasserhähne hängen, und in den Kitas pro Kind mind. 2 Erzieher/Innen vorhanden sind, die überdies noch besser als die Facharbeiter beim Daimler bezahlt werden ….

Eine seltsame Welt dieses Land.

PeterPan, 08.07.2016 01:07
Die Kosten interessieren die (große) Politik nicht. Da gehts um die politische Existenz und die (ohnehin unrettbar verlorene) Glaubwürdigkeit. Es geht um Gesichtsverlust und ums Recht haben. Die Pro-Seite kann unmöglich zugeben, dass sie das alles hat geschehen lassen und dass die Contra-Seite oft allzu Recht hatte, wenn sie Murks! rief. Oder LGNPCK!

Für den Bau-Stop geht es nicht um Geld, nicht um Gleise oder Leistung in der Spitzenstunde. Allein der politische Vorteil ist entscheidend. Und nur wer den für sich wittert wäre bereit dieses Fass aufzumachen. Und genau deshalb machen es auch die GRÜNEN nicht. Das wäre ihr politischer Suizid. Es zwickt gewaltig in allen Mühlen.

Alle wissen dass da großer Murks fabriziert wird, dass BER dereinst daneben verblassen wird. Es juckt sie nicht. Die sogenannten VERANTWORTLICHEN. Es sind nämlich keine.
Die Steuerzahler sind verantwortlich. Sie allein tragen (finanzielle) Konsequenzen, sie allein zahlen. Stadt, Land, Bund, Europa: Alles Steuertöpfe. Wer aber verdient? - Eben.

Müller, 07.07.2016 20:03
@schwabe und Co.
Schon verstanden. K21 wird super.
Nur... Was ist K21?
Bis wann können die Pläne zu den Planfeststelllungs- und Anhörungsverfahren vorliegen ?
K21 hat heute die planerische Reife von S21 in den 80ern. Es existiert nichts. Bildchen, Ideen, Vorschläge. ..
Erstellt von den Parkschützern.

Da jammert man jahrelang über die ach so schlimme Infopolitik der Bahn. Aber auf der Gegnerseite existiert faktisch nichts.

Mir ist klar, dass ich auf die Frage nach einem möglichen Fertigstellungstermin von K21 niemals eine Antwort bekommen werde. Die Antwort würde alle Träume zerstören.

Andreas Spreer, 07.07.2016 15:46
Herr/Frau/Kind Müller sollte nach England schauen. Dort mussten gerade die obersten Unwahrheitenerzähler vor dem Brexit ihre Hüte nehmen. Und Tony Blair steht wegen seinen Unwahrheiten vor dem Irakkrieg ohne Hosen da. Das ist vielleicht der beste Weg, sich zu wehren: Unwahrheiten widersprechen, und wenn sie noch so dreist wiederholt werden. Damit die Erzähler sehen, wie es für sie endet. Leider total langweilig.
In diesem Sinne Danke,, @Schwabe!

Schwabe, 07.07.2016 14:00
Mit dem Umstieg auf K 21 bekommt Baden-Württemberg einen fortschrittlichen, leistungsfähigen und lichtdurchfluteten oberirdischen Bahnhof als moderne Verkehrsdrehscheibe. Und auf dem Weg dahin wird der von der Tunnelblickfraktion verstümmelte Kopfbahnhof immer noch besser seinen Job machen als es das unterirdische S 21 mit seinen 8 Gleisen je könnte.
Darüber hinaus kostet K 21 mehrere Milliarden Euro weniger und auf dem C-Areal am Nordbahnhof, welches die Bahn derzeit als S 21 - Logistikfläche blockiert, könnten sofort ca. 1.000 dringend benötigte Wohnungen für Gering- und Mittelverdiener erstellt werden.

Müller, 06.07.2016 19:05
Ja, schöne Bilder zum Ausstieg.
Da hat sicher jemand ne Woche am Fotoshop gearbeitet.

Aber die Gegners wollen doch nicht nur billige Hochglanzfotole machen.

Wie sieht das Szenario denn aus? Vor dem Volksentscheid hat man gelogen, dass man K21 sofort bauen könnte. Tut man dies nun wieder?

Nichts kann man in D sofort bauen.

Spielen wir das absurde Szenario mal durch:

S21 wird gestoppt.
Die politische Rückabwicklung bis zum Go vin K21:
2 Jahre.
K21 wird geplant. Abschnitt HBF, Gleiserweiterung Richtung Cannstatt, Neckartal, Anbindung NBS bei Wendlingen, das sind viele KM neue Trassen, Tunnels znd viele Brücken. Durch Parks, Streuobstwiesen , an Wohngebieten etc.
5 jahre Ausführungsplanung.
5 jahre Planfeststellung
2 Jahre lokalpatriotische Proteste (siehe Steg in Kernen)

Wenn es gut läuft beginnt der Bau in 15 Jahren. Es sind die gleichen Menschen beteiligt die heute S21 planen, genehmigen bauen etc.

Da kommt keine Fee und macht aus den Bildchen Realität.

Bauzeit 10 Jahre.

Früheste Inbetriebnahme 2040. Optimistisch.

Rudolf Schwarz, 06.07.2016 19:00
Baut doch den neuen Bahnhof klimafreundlich nach Untertürkheim. Da sind doch alle Anschlüsse, Schiene, Straße, ÖPNV schon da. Und Platz hat's da auch genug für einen Fernbusbahnhof etc. Alles beisammen auf einem Gebiet. Der bisherige Hauptbahnhof kann/muss reduziert als Stadtbahnhof erhalten bleiben. Fahrzeit UT bis Stadtbahnhof = 5 Minuten. Die Kultur hätte ihre Freude dran - und Platz für ein schönes Konzerthaus.

Peter S., 06.07.2016 14:57
Die Simulation eines modernisierten Kopfbahnhofes bei dem Link ist beeindruckend.
Integriert sehr viel was schon gemacht wurde.
Dann hätten wir sicherlich einen super schönen und funktionalen Bahnhof.
Dagegen sieht die schräge Tiefhaltestelle ganz schön alt aus.

Horst Ruch, 06.07.2016 13:03
....Führungen mit Kuebart und Heydemann ok, geht es hier um die technische und funktionelle Problematik....Wie nun gerade W. Hermann im Radio-Interview gesagt hat, dann ist alleinig die VA v. 27.11.2011 für die Kosten verbindlich. Funktion und Technik interessieren ihn offensichtlich nicht. Das Land zahle maximal den Anteil von knapp 1 Mia. Aus und fertig. Da die VA -trotz ständiger Dementis- keine Rechtskraft besitzt, brauch die DBAG sich natürlich nicht um solche "Kinkerlitzchen" kümmern.
Ob der Steuerzahler von BW zur Kasse gebeten wird oder von Berlin ist letztlich Wurst. "Geld liegt wie Heu auf der Straße", ein Ausspruch von Heiner Geißler im Zusammenhang zu S21, also von einem, der schon immer alles wußte. So läßt sich auch die Gleichgültigkeit der Teilnehmer des letzten Lenkungskreises deuten; man könnte gerade meinen, daß OB Kuhn nach dem Ende seiner Amtszeit durch sein Verhalten noch ein kleines Zubrot durch die DB AG erwarten darf, wie alle abgetretenen "Lenker" im Jahre 2021.
Ist Gleichgültigkeit strafbar?

Kommentar hinzufügen




CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.


* Pflichtfeld!

Letzte Kommentare:

Ausgabe 307 / Entfesselte Kettenhunde / GelA, 20.02.2017 18:42
Was ist denn nun der grundsätzliche Unterschied zwischen der Denke von Trump (Denken kann man das ja nicht nennen), der alles verachtet und verdammt, was ihm nicht paßt und dieser Verallgemeinerung von @era und anderen, die alles in...

Ausgabe 307 / Pforzheim – Stadt der Extreme / Henny Deckmann, 20.02.2017 18:05
Das ist aber ein sehr negativer Bericht. So kenne ich meine Heimatstadt nicht.

Ausgabe 307 / Verbote werden kommen / Schwabe, 20.02.2017 16:50
@Feinstaub "es geht hier nicht um neoliberale Rohstoffverteilungskriege." Doch, genau darum geht es! Wo ist Ihr sachliches Argument das es nicht so ist? Sie sind jemand der diese ursächlichen Zusammenhänge von Öl-Verteilungskriegen,...

Ausgabe 307 / Entfesselte Kettenhunde / Rolf Steiner, 20.02.2017 15:17
Erst kürzlich - 17.2.17 - musste das Bundeskriminalamt ein Fake der AfD-Vorsitzenden Petry deutlich korrigieren. Sie behauptete, dass das BKA verlauten ließ, Flüchtlinge wären krimineller als Deutsche. Das BKA zeigte Petrys Fake auf...

Ausgabe 307 / Sitzen verboten / F. Stirling, London, 20.02.2017 14:54
Die Totenruhe ist gestört Die wiederkehrenden Erschütterungen am Grabe von Sir James Frazer Stirling, die vor einigen Jahren in London zu zahlreichen Vermutungen Anlass gab, scheinen nun eine plausible Erklärung zu finden: sie...

Ausgabe 307 / Kritik ist Lüge / Rolf Steiner, 20.02.2017 14:42
Wie armselig dieser Gorka "diskutiert", zeigt das Interview des BBC-Journalisten Evan Devis, das seit 16.2.17 im Netz ist und auch bei Stefan Niggemeier angesehen werden kann: https://twitter.com/niggi/status/832475880622428161 Ein...

Ausgabe 307 / Kritik ist Lüge / Rolf Steiner, 20.02.2017 14:21
Als anständiger Demokrat sollte man sich gegen die mit Flüchtlingshetze, Fremden- und Europa-Feindlichkeit sich nicht gerade zurückhaltenden vom Kopp-.Verlag vertriebenen Publikationen deutlich positionieren. Schädliche Angriffe auf...

Ausgabe 306 / "Die Ungerechtigkeit schreit zum Himmel" / Stefan Elbel, 20.02.2017 11:33
Laut der Bundesregierung geht es den Menschen in Deutschland so gut wie noch nie? Sind das nicht Fake-News? Diese Bundesregierung will es einfach nicht wahrhaben. Sie lobt sich selber, die geringste Arbeitslosenquote seit Jahren zu...

Ausgabe 307 / Schlagstock und Stimmvieh / Peter Meyerholt, 20.02.2017 08:00
kannitverstan: irgendein afrikanischer künstler kann doch jederzeit ein kunstprojekt in der stadt realisieren. kunst ist frei. da ist sicherlich eine amt davor, und damit das ganze nicht umkippt, auch der tüv. aber sonst? das hat...

Ausgabe 307 / Verbote werden kommen / Feinstaub, 20.02.2017 07:19
Lieber Herr Schwabe, es geht hier nicht um neoliberale Rohstoffverteilungskriege. Und ich werde mit meiner Kreativität wohl kaum innerhalb eines Jahres das Infrastrukturproblem einer pulsierenden Metropolregion lösen. Vielleicht...

Die KONTEXT:Wochenzeitung lebt vor allem von den kleinen und großen Spenden ihrer Leserinnen und Leser.
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!