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Auch Hermann will Maut verzögern

Wenn es nach den Grünen geht, wird die Landesregierung gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz oder dem Saarland versuchen, die Einführung der PKW-Maut über den Bundesrat noch zu verzögern oder gar zu verhindern. Verkehrsminister Winne Hermann kündigte einen entsprechenden Vorstoß an. Er habe bereits im Verkehrsausschuss des Bundesrats Position bezogen und insbesondere kritisiert, dass "die Grenzregionen schwer tangiert sind, ausgerechnet in Zeiten, in denen wir den europäischen Geist betonen wollen". Die "Bürokratie-Maut" passe nicht in die Zeit. Außerdem würden Milliarden eingenommen, Milliarden an deutsche Autofahrer wieder zurückgegeben und "vielleicht bleiben ein paar Millionen übrig".

Saarland, Rheinland-Pfalz oder NRW wollen den Vermittlungsausschuss zwischen Bundesrat und Bundestag anrufen, nachdem letzterer die Maut am Freitag beschlossen hat. Das Gesetz ist allerdings nicht zustimmungspflichtig, weshalb die Einführung der Maut auf diesem Wege lediglich verzögert werden kann. Allerdings könnte Verzögerung am Ende auch das Scheitern bedeuten, weil womöglich nach der Bundestagswahl im September die Karten ganz neu gemischt werden, und die CSU bisher bekanntlich die einzige Partei ist, die die Maut wirklich will. (24.3.2017)


Aras legt sich mit Erdogan an

Die Stuttgarter Grünen-Abgeordnete und Landtagspräsidentin Muhterem Aras hat die deutschtürkische Community aufgefordert, sich mit dem Verfassungsreferendum am 16. April kritisch auseinanderzusetzen. Von den Imamen wünscht sich die Stimmenkönigin ihrer Partei bei den Landtagswahlen 2016, dass die "in den Freitagspredigten zu einem respektvollen und fairen Umgang miteinander aufrufen und die hier geltenden Werte von Meinungs-, Presse- und Religionsfreiheit entschieden weitergeben". Sie selber verzichte derzeit auf Reisen in die Türkei, "weil ich nicht weiß, ob ich mich dort frei bewegen könnte". Zugleich müssten sich Demokraten weigern, sich zu Feinden der Türkei machen zu lassen. Aras nutzte eine Landtagsdebatte zum 60. Geburstag der EU auch zu scharfer Krtik am türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, weil der "auf das Infamste" gebaute Brücken wieder einreißen und die Gesellschaft spalten wolle. Von den Vertretern AKP-naher Institutionen erwartet die Grüne eine öffentliche Distanzierung von den "die Opfer verhöhnenden Nazivorwürfen". Im Südwesten dürfen insgesamt rund 230 000 Türken am Referendum teilnehmen – und zwar vorab: Die Wahl beginnt bereits am 27. März und endet am 9. April. (22.3.2017)

Mehr zum Thema: "Meister der Feindbilder", "Unverschämt und dumm"


Stuttgart 21: Aktionsbündnis warnt Aufsichtsrat

Drei Tage vor einer Sitzung des DB-Aufsichtsrats verlangt das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 erneut eine "faktenehrliche Bestandsaufnahme". Sollte sich der Aufsichtsrat wieder um die Auseinandersetzung drücken oder gar unbeirrt den Weiterbau beschließen, so Eisenhart von Loeper, schädige er wider besseres Wissen das Vermögen der Deutschen Bahn AG. "Das würde", erklärt der Bündnissprecher weiter, "den Tatbestand der Untreue erfüllen." Eine strafrechtliche Aufarbeitung sei die Konsequenz; darauf habe das Bündnis zuletzt am 11. März 2017 den Aufsichtsrat per Brief hingewiesen.

Ihren Appell richten die Stuttgart-21-Gegner nicht nur an den Vorsitzenden des Aufsichtsrats Utz-Hellmuth Felcht, sondern auch an den designierten Vorstandsvorsitzenden Richard Lutz. Als erstes sei "eine Bestandsaufnahme der ungelösten Probleme und hohen Risiken notwendig, die sich an den Realitäten und nicht an den Gesichtswahrungsproblemen der politisch Verantwortlichen orientiert". Von Loeper argumentiert damit, dass sich das Projekt "jenseits aller wirtschaftlichen Rationalität bewegt", und mit dem weiter offenen Brandschutz. Außerdem solle der Aufsichtsrat "endlich zur Kenntnis nehmen, dass sich die DB mit S 21 einen Dauerengpass für viel Geld baut, der den Bahnverkehr behindert und den viel beschworenen Deutschlandtakt im Südwesten irreversibel unmöglich macht". Nach der Devise "Politik beginnt mit der Kenntnisnahme der Realität" will das Aktionsbündnis den neuen Bahnchef zu Gesprächen einladen, bei denen sie ihm auch die von der Bürgerbewegung entwickelten Alternativen zum Weiterbau erläutern wollen. Deren "ernsthafte Prüfung" wünscht sich nach einer repräsentativen Umfrage von infratest dimap in Baden-Württemberg sogar eine Mehrheit der Projektbefürworter. (19.3.2017)

Mehr zum Thema: "Bahnfeinde im Bahnvorstand"


IHK will nicht mehr gegen Kakteen polemisieren

Auch ein Vergleich kann ein Erfolg sein: Vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart akzeptierte die IHK Region Stuttgart die Feststellung, dass sie in der Vergangenheit mit Angriffen gegen die IHK-Rebellen der Kaktus-Initiative ihre Kompetenz überschritten hat. Stein des Anstoßes waren zwei IHK-Pressemitteilungen, in denen Hauptgeschäftsführer Andreas Richter gegen die Kakteen polemisiert habe, so Kaktus-Mitglied Klaus Steinke, der in der Folge Klage eingereicht hatte.

Konkret einigten sich die Streitparteien am heutigen Donnerstag, den 16. März, auf folgenden Vergleich: Die IHK Region Stuttgart erklärt, "dass ohne Beratung und Beschlussfassung durch die Vollversammlung keine weiteren öffentlichen Äußerungen der IHK und ihrer Organe über Binnenkonflikte, die keine wirtschaftspolitischen Positionen betreffen, abgegeben werden", und dass es den beiden strittigen Pressemitteilungen "an einer solchen Beratung und Beschlussfassung mangelte". Außerdem trägt die IHK trägt die Kosten des Verfahrens von 5000 Euro.

Für Steinke ist es "ein gutes Ergebnis, weil es die Transparenz innerhalb der IHK stärkt, und weil es deutlich die Frage artikuliert, was Geschäftsführer und Präsident dürfen und was nicht". Zwar wäre es, so Steinke, spannend gewesen, wenn das Gericht in einem Urteil Grundsatzregeln für die Öffentlichkeitsarbeit der IHK aufgestellt hätte. Aber er sei mit dem Vergleich zufrieden, "weil es mir in der Sache nicht darum geht, zu siegen, sondern eine Veränderung innerhalb der IHK zu bewirken". Zudem habe das Ergebnis, so hofft Steinke, auch "eine Signalwirkung auf andere IHKs".

Die Kaktus-Initiative, 2011 gegründet, kritisierte in den letzten Jahren immer wieder intransparente Wahlverfahren und die offizielle Pro-Haltung der IHK zu Stuttgart 21. (16.3.2017)

Mehr zum Thema: "Rebellen im Weinberghäusle" und "Die IHK wackelt nicht".


Afghanistan-Rückkehrer bekommt zweimonatiges Arbeitsvisum

Es ist ein kleines Wunder. Denn trotz der mannigfaltigen Unterstützung in den vergangenen Wochen, glaubten nicht viele seiner Freunde wirklich daran, dass der Zahnarzt Ahmad Shakib Pouya, der in einem französischen Krankenhaus in Herat gearbeitet hat, zurück in die Bundesrepublik kommen kann. Pouya war in seiner früheren Heimat von den Taliban bedroht, floh 2010 nach Deutschland. Hier war er einer der Hauptdarsteller in der vielbeachten Produktion der Mozart-Oper "Zaide" und hatte eine doppelte Zusage auf Festanstellung – vom Münchner Gärtnerplatztheater und der IG Metall. Dennoch wurde er zur Abschiebung vorgesehen, weshalb er am 20. Januar 2017 ausreiste. Seither machten seine Unterstützer vom im Mai 2014 gegründeten Stuttgarter Verein "Zuflucht Kultur. Entweder. Oder. Frieden." bundesweit auf sein Schicksal aufmerksam. Auch mit einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), mit der Bitte um "ein Visum und ein langfristiges Bleiberecht als wertvoller Bürger unseres Landes".

Jetzt kam die gute Nachricht. Der 33-Jährige kann für zwei Monate zurück nach Deutschland. Mitausschlaggebend dürfte ein Schreiben von Georg Podt gewesen sein, dem Intendanten des kommunalen Münchner Kinder- und Jugendtheaters "Schauburg", der Pouya in einer Neuinszenierung von Rainer Werner Fassbinders "Angst essen Seele auf" als Hauptdarsteller besetzt hat. Die Proben sollen in der kommenden Woche beginnen, Premiere wird am 22. April sein. Mitte Mai läuft das Visum aus. Pouya will gemeinsam mit dem Verein die Zeit nutzen, um das angestrebte dauerhafte Bleiberecht zu bekommen. Die Chancen stehen angesichts der 2015 eigentlich gelockerten Regelungen gar nicht so schlecht. Allerdings werden die nach den Erkenntnissen von Pro Asyl oder dem Flüchtlingsrat viel zu selten von den Behörden angewandt.


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Drei von 60 000, die im März 2011 gegen das Atomkraftwerk Neckarwestheim demonstrierten. Foto: Joachim E. Röttgers

Drei von 60 000, die im März 2011 gegen das Atomkraftwerk Neckarwestheim demonstrierten. Foto: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 310
Politik

Neue Freunde der Kernkraft

Von Jürgen Lessat
Datum: 08.03.2017
In wenigen Tagen jährt sich die Nuklearkatastrophe von Fukushima zum sechsten Mal. Doch der Schrecken des Super-GAUs verblasst: Nicht nur für Rechtspopulisten, auch für einen Gewerkschaftsboss führt die Energiewende ins eigentliche Verderben. Mit den Fakten nehmen es beide nicht sehr genau.

Mako Oshidori scheint rast- und ruhelos. Die japanische Journalistin reist quer durch Deutschland, um auf Einladung von Kirchengemeinden und Bürgerinitiativen Vorträge zu halten. Über den größten anzunehmenden Unfall, der laut Ingenieuren und Politik eigentlich nie hätte passieren dürfen. Oshidori spricht über die Nuklearkatastrophe von Fukushima, die Japan nach dem verheerenden Tsunami vom 11. März 2011 heimsuchte.

"Ich will Informationen verbreiten, um die Menschen wachzurütteln", sagt Oshidori, aus der die Worte auch beim Auftritt im Ludwigsburger Staatsarchiv Ende Februar nur so sprudeln, wenn sie über zunehmende Erkrankungen von Schilddrüsenkrebs berichtet. Oder wenn sie von den Problemen erzählt, mit denen die Tokyo Electric Power Company Holding (Tepco) bis heute im zerstörten Kernkraftwerk kämpft. Trotz des ernsten Themas lacht ihr Publikum zwischendurch, wenn auch nur ungläubig. Immer dann, wenn die Journalistin erzählt, wie hilflos die Behörden auf die radioaktive Verseuchung weiter Landstriche reagieren. "Die Regierung rät Bauern, sich bei der Feldarbeit öfters die Nase zu putzen", erzählt sie. Schnäuzen hilft also gegen aufgewirbelte Radionuklide.

Informiert rastlos über Fukushima und die Folgen: die japanische Journalistin Mako Oshidori. Foto: Kontext
Informiert rastlos über Fukushima und die Folgen: die japanische Journalistin Mako Oshidori. Foto: Kontext

Oshidori ist auf Vortragsreise, auch weil die Erinnerung an die Nuklearkatastrophe immer mehr zu verblassen droht. Obwohl erst vor wenigen Tagen neue Hiobsbotschaften aus Fukushima durchsickerten. Tepco musste einen Roboter aus dem Reaktor Nr. 2 abziehen, nachdem dessen Kamera kein Bild mehr zeigte. Das Unternehmen vermutet, dass hohe Strahlung den Ausfall verursachte. Sie soll eine Belastung von etwa 650 Sievert pro Stunde erreicht haben, genug, um einen Menschen binnen Sekunden zu töten. Das wäre der höchste gemessene Wert seit dem Unfall vor sechs Jahren. Vermutlich sei Brennmaterial durch den Druckbehälter geschmolzen, sagt Tepco.

Angst vor Strahlung ist in Japan unerwünscht

In Japan versucht die liberaldemokratische Regierung unter Ministerpräsident Shinzō Abe alles, um das Unglück vergessen zu machen, so Oshidori. Die Strategie scheint aufzugehen, denn ein Großteil der Bevölkerung interessiere sich kaum noch für Strahlenwerte und Kontamination. Das Thema ist auch bei den Medien durch. Wo früher hunderte von Journalisten zu Pressekonferenzen von Behörden oder dem Betreiber kamen, verlieren sich heute eine Handvoll Kollegen. Und wer zu neugierig auf die wahren Folgen der Kernschmelzen ist, wird eingeschüchtert. "Mir folgte ein Spion", schildert Oshidori eine Folge ihrer Recherchen. "Das Hochtechnologieland Japan will der Welt zeigen, dass ein Atomunfall beherrschbar ist und längst nicht so schlimm wie ein Atombombenabwurf." Zudem starten in drei Jahren die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio. "Angst vor der Strahlung zu zeigen, ist unerwünscht", sagt Mako Oshidori.

Auch in Deutschland scheint das Unglück in Vergessenheit zu geraten. Zwar reagierte die Bundesregierung am schnellsten und weitreichendsten auf die Katastrophe am anderen Ende der Welt. Drei Tage nachdem der Tsunami die Reaktoren überschwemmt hatte, beschloss das schwarz-gelbe Kabinett unter Führung der Physikerin Angela Merkel (CDU) zunächst ein Moratorium für die sieben ältesten Atomkraftwerke sowie den Pannenreaktor Krümmel. Am 30. Juni 2011 entschied der Bundestag mit großer Mehrheit, die erst im Herbst 2010 beschlossene Laufzeitverlängerung zu kassieren sowie nach und nach aus der Kernenergie auszusteigen und die Energiewende zu beschleunigen. Derzeit sind in Deutschland noch acht AKWs in Betrieb. Ende 2022 sollen die letzten, Emsland, Isar 2 und Neckarwestheim 2, vom Netz gehen.

AfD will Laufzeitverlängerung

Während alle im Bundestag vertretenen Parteien bis heute hinter dem Atomausstieg stehen, rudern Rechtspopulisten zurück. In ihrem Grundsatzprogramm verspricht die Alternative für Deutschland (AfD) wieder Atomkraft für Deutschland. Die Ausstiegsbeschlüsse von 2002 und 2011 seien überhastet, sachlich unbegründet und wirtschaftlich schädlich, behauptet die Partei.

Reaktor in Neckarwestheim: Die AfD findet Atomkraft toll. Foto: Joachim E. Röttgers
Reaktor in Neckarwestheim: Die AfD findet Atomkraft toll. Foto: Joachim E. Röttgers

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), mit dessen Hilfe der Ausbau von klimafreundlichen Energien wie Windkraft und Photovoltaik möglich wurde, sei Ursache allen Übels. Aus AfD-Sicht gehört es sofort abgeschafft. "Das EEG und die Energiewende gefährden die Stromversorgung. Sie treiben technisch bedingt den Strompreis hoch. Windenergieanlagen zerstören das Bild unserer Kulturlandschaften und sind überdies für Vögel eine tödliche Gefahr", heißt es im Programm. Durch die Abschaltung der Reaktoren steige die Gefahr von Blackouts, was den Wirtschaftsstandort bedrohe. Beweise für die Schwarzmalerei? Fehlanzeige.

Stattdessen empfiehlt sich die AfD den Wählern als einzige Atompartei Deutschlands: Den noch in Betrieb befindlichen "weltweit sichersten Kernkraftwerken" hierzulande wolle man übergangsweise eine Laufzeitverlängerung gestatten. Auch für das Handling des hochradioaktiven Atommülls haben die Rechtspopulisten eine verblüffend einfache Lösung: Statt weiter nach einem zentralen Endlager zu suchen, in dem der strahlende Müll für eine Million Jahre sicher für Mensch und Umwelt entsorgt ist, favorisiert die AfD die Möglichkeit, radioaktive Reststoffe "dezentral, zugänglich und katalogisiert in gesicherten Orten einzulagern". Damit sei jederzeit der Zugriff gesichert, um sie mit technischem Fortschritt wieder aufbereiten zu können

Von AKW-Fans wieder ausgegraben: der schnelle Brüter

Das ist keine Besonderheit der AfD, dieser Denkansatz ist unter AKW-Fans weltweit verbreitet. Sie glauben, dass neue Reaktortypen der Atomenergie bald zur Renaissance verhelfen. Die Hoffnungen konzentrieren sich unter anderem wieder auf den Schnellen Brüter, einen Reaktortyp, der sich mit abgebrannten Brennelementen beladen lässt. Optimisten bezeichnen ihn deshalb auch als Öko-Reaktor, der durch dieses Recycling die Atommüllprobleme der Welt zumindest wesentlich verkleinern könne.

Heute ein Vergnügungspark: der schnelle Brüter in Kalkar. Foto: gemeinfreiin Kalkar wurde 1991 nach der Fertigstellung wegen Sicherheitsbedenken aufgegeben, heute ist das Gelände ein Vergnügungspark. Foto: gemeinfrei
Heute ein Vergnügungspark: der schnelle Brüter in Kalkar. Foto: gemeinfrei

Anderseits hat die Brütertechnologie gravierende Nachteile. Wegen der hohen Energiedichte bedarf es als Kühlmittel flüssigen Natriums, das sich jedoch bei Kontakt mit Wasser entzündet. Schon geringe Luftfeuchtigkeit reicht aus, um einen schwer löschbaren Brand auszulösen. Vor allem aber "erbrütet" dieser Reaktortyp Plutonium – der Stoff, aus dem Atombomben sind.

Jahrelang wurde auch in Deutschland am Schnellen Brüter in Kalkar gebaut. Wegen der enorm hohen Kosten, ausgegeben waren bereits 7 Milliarden D-Mark, und erheblicher Sicherheitsbedenken wurde der fertige Reaktor 1991 dennoch aufgegeben. Heute befindet sich auf dem Gelände ein Vergnügungspark. Weltweit sind derzeit nur zwei Schnelle Brüter im russischen Kernkraftwerk Beloyarsk im Leistungsbetrieb. In Indien soll jedoch dieses Jahr ein neuer Brüter-Prototyp ans Netz gehen.

Beinahe-Blackout durch Dunkelflaute?

Die Fürsprecher fossiler Energien schossen sich in diesem Winter zudem mit einem neuen Schlagwort auf die Energiewende ein: Dunkelflaute, was den Ausfall von Wind- und Solarparks bei Windstille und bedecktem Himmel meint. Daran arbeitete sich auch ein führender Gewerkschafter ab: Michael Vassiliadis, Chef der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IGBCE). Wegen Dunkelflaute habe am 24. Januar 2017 die Stromversorgung "nur mit Mühe aufrecht erhalten werden können", behauptete Vassiliadis vor wenigen Tagen. Deutschland sei am Blackout vorbeigeschrammt, weil die Energieversorger "auch noch das letzte Reservekraftwerk" ans Netz nahmen, zitiert die "Rheinische Post" den Gewerkschaftsboss: "Kohle, Gas und Kernkraft hielten das Land quasi im Alleingang unter Strom."

Befürchtet Blackouts: Michael Vassiliadis, Chef der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IGBCE), im Bild bei einer Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung im September 2010. Foto: Stephan Röhl, CC-BY-SA 2.0
Befürchtet Blackouts: Michael Vassiliadis, Chef der Gewerkschaft IGBCE. Foto: Stephan Röhl, CC BY-SA 2.0

Genau wie die AfD argumentiert auch Vassiliadis mit Unsummen, die erneuerbare Energien angeblich kosten. "Für Strom mit einem Marktwert von 100 Milliarden Euro sind seit dem Beginn der Energiewende gut 500 Milliarden Euro an Förderungen und Verbindlichkeiten angefallen", rechnete Vassiliadis laut "Westfälische Nachrichten" vor. Allein die EEG-Umlage, über die die Stromkunden den Löwenanteil der Energiewende bezahlen, habe schon mehr Geld gekostet als alle Kohlesubventionen der vergangenen 60 Jahre zusammen, behauptet er. Deutschland müsse sich deshalb Gedanken über die Alternativen zu den alternativen Energien machen – über Hochtechnologien wie künstliche Fotosynthese und Kernfusion.

Nun mag man dem Gewerkschaftsboss zu Gute halten, dass er für den Weiterbetrieb der Braunkohlekraftwerke und damit den Erhalt von Arbeitsplätzen kämpft. Nur sollte er sich dabei an Fakten halten. Auf Kontext-Nachfrage verneinte die Bundesnetzagentur nämlich eine Blackout-Gefahr für Deutschland: "Es stehen seit Jahren jederzeit ausreichend Erzeugungsreserven bereit. Auch im aktuellen Winter wurden sie bislang nicht vollständig abgerufen", so Olaf Peter Eul, der Sprecher der Behörde.

37 Milliarden Euro Subventionen für Kohlestrom

Und was die Kosten betrifft, vergleicht Vassiliadis Äpfel mit Birnen. Nach einer Studie des Forums Ökologisch-soziale Marktwirtschaft im Auftrag von Greenpeace Energy haben Stein- und Braunkohle seit 1970 mit insgesamt 422 Milliarden Euro an staatlichen Förderungen profitiert, gefolgt von Atomenergie mit rund 219 Milliarden Euro. Erneuerbare Energien wurden erst seit Mitte der 1990er Jahre mit insgesamt rund 102 Milliarden Euro gefördert. Der Internationale Währungsfond (IWF) bezifferte die Höhe der Kohlesubventionen in Deutschland allein im Jahr 2015 auf 37,2 Milliarden Euro, was 457 Euro pro Kopf entspricht. Im selben Jahr wurde Strom aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse mit 27,5 Milliarden Euro über das EEG vergütet.

Auf Kontext-Nachfrage rückt IGBCE-Sprecher Lars Ruzic die "Halbe-Billion"-Behauptung seines Chefs zurecht. Sie berücksichtige nicht nur die bereits seit dem Jahr 2000 gezahlten EEG-Vergütungen für regenerativ erzeugten Strom, sondern beinhalte auch die noch für die nächsten zwanzig Jahre prognostizierten EEG-Kosten. Bislang erhalten die Betreiber von Solar-, Wind-, Wasser- und Biomassekraftanlagen eine auf 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung. Allerdings wird seit 2017 zumindest für größere Anlagen die Vergütungshöhe nicht wie bisher staatlich festgelegt, sondern durch Ausschreibungen ermittelt – die EEG-Umlage wird deshalb künftig stetig sinken.

Durch Kohlekraft sterben in Europa jährlich Zehntausende

Außer Acht lassen die Anhänger fossiler Energien stets die Gefahren der Kohleverstromung. Nach einer Studie der Health & Enviroment Alliance, einem Zusammenschluss europäischer Umweltverbände, tragen Deutschlands Kohlekraftwerke maßgeblich zur Luftverschmutzung in Europa bei.

Windräder und Kohlekraftwerk im niedersächsischen Mehrum. Foto: Crux, CC-BY-SA 2.5
Windräder und Kohlekraftwerk im niedersächsischen Mehrum. Foto: Crux, CC BY-SA 2.5

Geschätzt 2500 Menschen starben allein im Jahr 2013 im europäischen Ausland an Schadstoffen aus deutschen Kraftwerken. Zugleich bekam Deutschland zusätzlich zur selbstproduzierten Luftverschmutzung durch Kohlekraftwerke auch die meiste dreckige Luft aus den Nachbarländern ab. In der Summe gab es deshalb laut Studie bundesweit im Jahr 2013 mehr als 3500 vorzeitige Todesfälle. Und europaweit seien rund 23 000 Menschen durch dreckige Luft aus Kohlekraftwerken gestorben. Den Gesundheitssystemen seien durch die Todesfälle sowie durch Herz- und Lungenkrankheiten als Folgen der Luftverschmutzung Kosten von bis zu 62,3 Milliarden Euro entstanden – Zahlen, die die Gegner der Energiewende vermutlich weniger gerne anführen.


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Kommentare

Johannes B., 11.03.2017 14:54
Eine Energieerzeugung ohne Beeinflussung der Umwelt oder ohne Risiken gibt es nicht. Risiken müssen statistisch korrekt erfasst und danach abgewogen werden. Leider ist der Mensch intuitiv sehr schlecht in der Bewertung von Risiken. Beispielsweise geht er das große alltägliche Risiko des Straßenverkehrs jeden Tag mehrfach ein. Schwer zu beziffernde Risiken wie die eines GAUs, die dann auch noch mit einer hohen technischen Verständnishürden versehen sind, werden dagegen gerne überschätzt. Hier hilft nur wissenschaftliche Bildung.
Die Verschleierungstaktiken der Japanischen Regierung sind nicht akzeptabel, sind aber kein Grund eine technische Lösung deshalb zu verdammen. Ich bin für eine drastische Reduzierung von Atomkraftwerken weltweit, aber mit einer Verteufelung einer Technolgie à la "Atomkraft? nein danke" ist niemandem geholfen.
Zum Thema "End"lager, welches laut Gesetzt auf 1 000 000 Jahre Sicherheit gewährleisten soll. Würde ich als Geologe wünschen, dass sich die Diskutanten hier einmal diese Zeitskala vor Augen führen um die es geht. Das Mittelalter ist gerade mal 1 000 Jahre her (sehr grobe Rundung). Die Diskussion sollte meiner Meinung nach für Konzepte geöffnet werden, die eine Umlagerung von Atommüll möglich macht und unter gewissen Bedingungen auch vorschreibt. Hier muss ein Vertrag über Generationen gezeichnet werden, darum kommen wir leider nicht mehr herum. Diese Fakten wurden bereits geschaffen. Einfach verbuddeln und vergessen wird nicht funktionieren. (Wenn dies einer AfD-Forderung ähnelt, dann ist dies vielleicht die einzige sinnvolle Forderung der AfD, die ich bisher gehört habe)

Für die Zukunft würde ich mir eine Rationalisierung der Diskussion zur zukünftigen Energieerzeugung wünschen. Jede Technologie hat andere Beschränkungen, Vorteile und Nachteile. Ein sinnvoler Mix muss gefunden werden, bestenfalls über Ländergrenzen hinweg.

Hans Vogler, 11.03.2017 11:12
Sehr geehrte Damen und Herren!
Von Atomkraftbefürwortern wird immer wieder die Klimaneutralität hervorgehoben.
Diese Annahme ist Grund falsch.
Der Abbau von Uran, die Herstellung der Brennstäbe, der Bau eines Kernkraftwerkes und die damit verbundenen Transporte verursachen eine Unmenge an CO2.
Beim Betrieb eines AKWs gehen 2/3 der Energie durch Abwärme verloren und etwa 6 % des gewonnenen Stroms wird für den Betrieb der Atomanlage verbraucht.
Zu den Kosten ist zu sagen, dass laut Umweltbundesamt pro erzeugter Kilowattstunde Nebenkosten von rund 11 Eurocent verursacht werden, die nicht vom Verursacher getragen werden, sondern als versteckte Umlage auf die Allgemeinheit abgeladen wird.
Ich kenne Niemanden, der den stark strahlenden Atommüll in einem Endlager unter sich vergraben wissen will.
Außerdem gäbe es ohne Atomkraftwerke keine Atombomben.
Genau das ist der wirkliche Grund, warum Hinkley Point nur mit ausufernden Subventionen gebaut werden soll. Von den Kosten her würde es nie gebaut ohne diesen Hintergrund, da es nicht konkurrenzfähig betrieben werden kann.
Ein Ausstieg aus den restlichen 8 AKWs in Deutschland wäre ohne jeden Verlust an Versorgungssicherheit und Betriebssicherheit der Netze problemlos möglich. Wir würden uns unnötige Kosten und Probleme mit Betrieb der AKWs und Entsorgung des weiteren Atommülls sparen.

Dr. Diethelm Gscheidle, 09.03.2017 14:22
Sehr geehrte Damen und Herren,

leider wird in diesem Artikel sehr einseitig gegen die absolut umweltfreundliche, weil komplett emissionsfreie, Kernenergie Stimmung gemacht. So sehr ich der AfD seit dem Austritt des löblichen Herrn Lucke kritisch gegenüberstehe (u.a. weil sie etwas gegen den redlichen Islam hat, der für Anstand, Sitten und Moral in der Gesellschaft steht, da er z.B. dafür sorgt, dass die Mägdelein sich keusch verschleiern und die Frauen ihrem redlichen, hart arbeitenden Ehemann dienen), so sehr befürworte ich deren Haltung zur redlichen und umweltfreundlichen Kernenergie!

Umweltfeindlich sind dagegen bekanntlich die sogenannten "alternativen" Energien:
* Wasserkraftwerke verschandeln die Landschaft und haben durch die hässlichen Stauseen einen immensen Flächenverbrauch!
* Windräder schreddern Vögel und sind durch den ständigen Surr-Ton und damit einhergehenden Tinnitus eine Gefahr für die Volksgesundheit!
* Gezeiten-Kraftwerke sorgen für Fisch-Sterben!
* Geothermie-Bohrungen führen zu Hangrutschungen und vernichten damit das Hab und Gut der Menschen.
* Die Herstellung von Solarzellen kostet einen immensen Verbrauch von wertvollem Frischwasser!
* Bio-Kraftstoffe verbrauchen wertvolle Ackerflächen, die dann nicht mehr dazu verwendet werden können, unser Volk mit Nahrung zu versorgen.

Bei diesen klar gegen die Energiewende sprechenden Fakten frage ich mich, warum unser ansonsten doch recht redlicher Bundeskanzler, Herr Angela Merkel, immer noch nicht auf die mit Abstand umweltfreundlichste Energieform setzt: Die redliche Kernkraft! Diese Energieform ist mindestens so umweltfreundlich wie die Verwendung lokaler Produkte (z.B. ein schnieker Porsche aus lokaler Produktion) oder das hochredliche Umweltschutzprojekt "Stuttgart 21"!

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Diethelm Gscheidle
(überzeugter Umweltschützer, Verkehrswissenschaftler & Dipl.-Musikexperte)

P.S.: Kohlekraft ist Sozen-Energie und daher ebenfalls abzulehnen.

Andreas G, 09.03.2017 11:26
@Peter
1. In Deutschland ist der Strom für Industriekunden nicht teuer. Die EEG ist auch nur deshalb für Privatkunden so teuer, weil sie die Diferenz des günstigen Kohlestroms zum akzeptalen Wind und Sonnenstrom (nicht mehr als 10 Cent bei Neuanlagen) misst)
2. Gaskraftwerke lassen sich ökonomisch und ökologisch schnel hoch und runterfahren - Kohle und tomkraftwerke nicht
3. Dezentrale Energieversorgung mit Kraftwärmekopplung (heizen müssen wir weiterhin) ist aus meiner Sicht eine ökonomische Lösung. Kohlekraftwerke braucht kein Mensch.

Friedrich Riemer, 09.03.2017 04:41
Es gibt nicht nur die beiden russischen Schnellen Brüter, sondern auch das französische Kernkraftwerk Creys-Malville, das auch Superphénix genannt wird: dies ist auch ein Schneller Brüter

Peter S., 08.03.2017 11:29
Wenn man mal die religiöse Sicht beiseite schiebt erkennt man, daß es leider keine Energieerzeugung und Nutzung ohne Nebenwirkung gibt. Das gilt nicht nur beim Strom.
Die sogenannte "Energiewende", welche eigentlich nur eine Stromerzeugungswende ist, scheint mir aber als gutes Beispiel einer Gutmeiner-Idee.
Ein Blick auf die Qualifikationen der Teilnehmer der Ethikkommision, welche nach Fukushima die Merkel'sche Atomwende unterfütterten, ist hilfreich.
Auch nach vielen Informationen zum Thema ist es schwer alle Argumente zu bewerten. Schon allein die Gewichtung der Themen ist meist eine sehr persönliche.
Einige Trends welche ich erkenne sind wie folgt.
- Politikern und eher einseitig informierte Bürgern hypen alles was "alternative Energie" ist und verdrängen die Kehrseiten.
- Wissenschaftler (Ingenieure) und Ökonomen beurteilen das meist anders (Biosprit, Mais etc). Lebensmittel anbauen um daraus Strom zu machen ist ökologisch und ökonomisch dumm.
- eine stabile und flächendeckende Stromversorgung ist mit Alternativen nicht zu machen. Klassische Kraftwerke müssen deswegen immer 100% Reserve bereitstellen und werden durch rauf und runterfahren ökologisch und ökonomisch auch schlechter als im Dauerbetrieb.
- Kein Industrieland der Welt mach das, was Deutschland macht. Alle setzen u.a. auf Atom, auch wenn uns das nicht gefällt. Sind alle anderen Länder dumm und Geisterfahrer? Warum machen die es anders?
- Das EEG in Deutschland sorgt für den (zweit?) teuersten Strom in Europa. Vermutlich sogar auf der Welt. Wenn wir durch Wind und Sonne zuviel produzieren, müssen wir für die Strom-Entsorgung an unsere Nachbarn bezahlen. Wenn wir zu wenig haben, kaufen wir unseren Strom wieder gegen Geld zurück.
- Ein Ausstieg aus der kurz zuvor verlängerten Atomzeit wegen einer Überflutung der am Meer gelegenen (Not)Stromversorgung ist für einer Physikerin eine seltsame Schlussfolgerung.
- Wer gestern "Die Anstalt" gesehen hat, weiss um die Abgase eines E-Kfz per Kohlekraftwerk. Der kW Preis pro 100 km ist übrigens auch sehr happig. Eine flächendeckende Steckdosenversorgung vor jedem Haus (d.h. i.d.R. auf der Strasse) ist ein wirklich nettes Konjunkturprogramm.

Es gibt noch viele andere Facetten zu betrachten (Ursachen des Klimawandel der letzen 1 Mio Jahre und heute), aber das sprengt einen Kommentar.

Horst Ruch, 08.03.2017 09:39
....wenn das hoffentlich kein Fake darstellt, 23000 Menschen sind in Europa allein durch subventionierten Kohlekraftwerksdreck gestorben....dazu zigtausende wegen Feinstaub....und Abertausende wegen Lobbyunterstützten Stickoxid. Ja, daheim sterben die Leut' weil' s auch noch Raucher sind. Dabei gipfelt die Alterspyramide in Renten-versicherungstechnisch (er)schwindelte Höhen.....
Was denn nun? Glücklicherweise ?1000% ?weniger Tote, als durch die Waffen im letzten Weltkrieg. Nicht eingerechnet Amerikas Atomexport nach Nagasaki und Hiroshima. Japan hat auch mit Fukoshima nichts dazu gelernt. Subventionen für die "schnellen Brüter" als Fortsetzung, "nein Danke", was auch für die AFD gilt.

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Fußgängerstegle ... eine echt schwäbische Lösung. München hat sich einen Park gegönnt, um zwei voneinander getrennte Stadtteile über eine große Straße hinweg zusmmenzuführen: https://de.wikipedia.org/wiki/Petuelpark Mit...

Ausgabe 312 / Die unheiligen Apostel / Bruno Neidhart, 23.03.2017 09:51
Selbstverständlich bräuchte Stuttgart in dieser Kulturecke einen Fußgängersteg. Möglichst als breite Grünbrücke. Dies hat weder mit Sozialwohnungen, noch mit Kitas zu tun. Es ist eine andere, ebenso stadtbildende Ebene.

Ausgabe 312 / Afrika kommt / Dr. Diethelm Gscheidle, 23.03.2017 09:24
Sehr geehrte Damen und Herren, selbstverständlich ist es äußerst wichtig, Entwicklungshilfe zu betreiben - und das geht natürlich jeden Einzelnen von uns an. Als bekennender und praktizierender Katholik ist mir die Entwicklungshilfe...

Ausgabe 66 / Gnadenlose Bank / Gerald Wiegner, 22.03.2017 22:45
Das ist eine traurige, aber wahre Geschichte. Ich habe mit Herrn Nusser telefoniert und möchte noch folgende Ergänzung machen. Herr Nusser war ein langjähriges Genossenschaftsmitglied. Genossenschaften sind gesetzlich verpflichtet...

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