KONTEXT Aktuelles:
Menschenfresser Hartmannsweilerkopf

Fr., 1.8.2014: Der Hartmannsweilerkopf ist in diesen Tagen in aller Munde. Über den Vogesen-Gipfel, den die Überlebenden des Ersten Weltkriegs den Menschenfresser nannten, hat Kontext-Autor Max Fastus einen sehenswerten Film gedreht:
www.kontextwochenzeitung.de/schaubuehne/171/der-berg-den-sie-menschenfresser-nannten-2319.html


SWR bleibt standhaft gegen Daimler

Do., 31.7.2014: Der SWR zeigt sich kämpferisch: Der Sender streitet weiter für seinen Film „Hungerlohn am Fließband“, obwohl Daimler einem Vergleich nicht abgeneigt ist. Es gehe um die „Glaubwürdigkeit des SWR“, verkündete dessen Anwalt heute vor dem Landgericht Stuttgart. Der Autokonzern will die weitere Ausstrahlung der verdeckten Leiharbeit-Reportage verbieten lassen, weil er sie für rechtswidrig hält. Beide Parteien müssen sich bis zum 29. August erklären. Begleitet war die Verhandlung von Protesten von Daimler-Mitarbeitern, die das Unternehmen kritisierten. Kontext hat über den Vorgang ebenfalls berichtet (http://www.kontextwochenzeitung.de/wirtschaft/113/hungerlohn-unterm-stern-464.html) und ordnet den Grundsatzstreit in der kommenden Ausgabe ein.


Kretschmann: "Alles Menschenmögliche getan"

Mi., 30.7.2014: Update zu "Das Zahnfleisch vom Knochen geschossen"

Heute als Zeuge im Wasserwerfer-Prozess: Werner B., 72, der vom Wasserstrahl im Gesicht getroffen wurde, aber zum Glück keine bleibenden Schäden erlitten hat; er stand 30 Meter abseits vom Geschehen allein mit seinem Fahrrad auf einer Wiese, als er „ohne jede Vorwarnung“ angegriffen wurde. Zuvor hatte der Ingenieur den ebenfalls dort den Polizeieinsatz beobachtenden Winfried Kretschmann angesprochen und aufgefordert, endlich etwas zu unternehmen. Der damalige Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag und heutige Ministerpräsident habe geantwortet, er habe „schon alles Menschenmögliche unternommen“. Unter anderem habe er den damaligen Innenminister Rech auf dem Handy angerufen und den Abbruch des Einsatzes gefordert. Rech habe ihm geantwortet, es sei alles rechtmäßig und werde fortgesetzt.


Wasserwerfer-Artikel lässt sich wieder öffnen

Mi., 30.7.2014: Einige Zeit während der Nacht hat sich der Artikel "Das Zahnfleisch vom Knochen geschossen" nicht öffnen lassen. Wir forschen noch nach den Gründen. Aber Hauptsache ist: Jetzt tut's wieder!


Korntal heute im SWR

Die., 29.7.2014: Nicht nur die neue Kontext-Ausgabe beschäftigt sich mit der Aufarbeitung der Korntaler Heimgeschichte. Auch das SWR-Fernsehen blickt nach Korntal: Heute um 21.45 Uhr in der Landesschau aktuell geht es um die neu gegründete Opferhilfe vor Ort. Engagierte Bürger aus der Zivilgesellschaft wollen ehemalige Heimkindern der Evangelischen Brüdergemeinde unterstützen. Vergangene Woche berichteten vier Männer und eine Frau von ihrem Heim-Martyrium in den 60er Jahren und den Folgen für ihr Leben.

Außerdem hat das Fernsehteam das ehemalige Heimkind Detlev Zander, der die Evangelische Brüdergemeinde auf Schmerzensgeld verklagen will, durch Korntal begleitet. Der Film wird morgen in der „Landesschau“ ab 18.45 Uhr zu sehen sein.


Wasserwerfer-Beamte wollen Aussage verweigern

Die., 29.7.2014: Von zehn als Zeugen in den Stuttgarter Wasserwerfer-Prozess geladenen Angehörigen der Biberacher Wasserwerfer-Staffel wollen acht nicht aussagen. Sie haben beantragt, von ihrem Auskunftsverweigerungsrecht Gebrauch machen zu dürfen. Aus Angst, sich bei einer wahrheitsgemäßen Aussage selbst belasten zu müssen. Über ihren Antrag, daher vom Erscheinen befreit zu werden, hat das Gericht noch nicht entschieden. Die beiden Beamten, die aussagen wollen, müssen sich solche Sorgen nicht machen. Sie sind bereits rechtskräftig verurteilt, zu jeweils sieben Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung sowie 6000 und 4000 Euro Geldauflage. Noch Schlimmeres kann ihnen nicht mehr passieren.
Mehr dazu ab Mitternacht in der neuen Ausgabe.


Schorlau und Steinfest Kopf an Kopf

Sa., 26.7.2014: In unserem Autotest der etwas anderen Art in der aktuellen Ausgabe liefern sich die beiden Schriftsteller ein Kopf-an-Kopf-Rennen in der Publikumsgunst. Zur Stunde hat Heinrich Steinfests Text "Im Silberwal" knapp mehr Leser gefunden als Wolfgang Schorlaus "Niemand dreht sich um". Vorn bei den Klickzahlen liegt aber Ingo Lazis Film über die Testfahrt der "Rasenden Literaten".


Reizgas im Wasserwerfer?

Do., 24.7.2014: Hatten die Wasserwerfer am "Schwarzen Donnerstag" doch Reizgas beigemischt? Ein bemerkenswerter Kommentar zum Prozessbericht in der aktuellen Ausgabe lässt einiges erahnen. Der Schreiber war auf eigene Initiative hin als Notarzt im Schlossgarten.
www.kontextwochenzeitung.de/gesellschaft/173/aufpassen-auf-die-laterne


Schöffe im WaWe-Prozess ausgetauscht

Di., 22.7.2014: Im Wasserwerfer-Prozess am Landgericht Stuttgart ist ein weiterer Schöffe ausgetauscht worden. Wie die Vorsitzende Richterin Manuela Haußmann mitteilte, bestehe "begründete Besorgnis der Befangenheit". Der Schöffe soll sich nach Kontext-Information abfällig über verletzte Opfer der Schlossgarten-Räumung am "Schwarzen Donnerstag" geäußert haben.


Exklusiv: Befangenheitsantrag im Wasserwerfer-Prozess

Mo., 21.7.2014. Im Wasserwerfer-Prozess vor dem Stuttgarter Landgericht gibt es erneut einen Befangenheitsantrag gegen einen Schöffen, diesmal gegen Schöffe Reinhold B.. Der ehemalige Berufsschullehrer soll am vergangenen Freitag nach Ende der Verhandlung auf den Anwalt des Nebenklägers Dietrich Wagner zugegangen sein und diesem unaufgefordert seine Ansichten über die Vorgänge am "Schwarzen Donnerstag" mitgeteilt haben. Unter anderem soll B. gesagt haben, wer sich in Gefahr begebe, müsse sich nicht wundern, wenn es nicht gut gehe. 
Nebenkläger Wagner wurde am "Schwarzen Donnerstag" durch den Wasserwerfer-Einsatz schwer verletzt und verlor fast sein gesamtes Augenlicht. Wagners Bild mit den blutenden Augen ging um die Welt.
Weiter verhandelt wird morgen (22.7., ab 9 Uhr) bis zur Prüfung des Ablehnungsantrags anstelle von Reinhold B. mit dem letzten verbliebenen Ersatzschöffen. Schon vor Prozessbeginn war eine Schöffin auf Antrag der Staatsanwaltschaft und eines Verteidigers abgelehnt worden.
Aktueller Kontext-Bericht zum Prozess: Video-Schocker vom Wasserwerfer


"Schwarzer Donnerstag": Polizeipräsident a.D. unter Verdacht

Fr., 18.07.2014: Staatsanwaltschaft Stuttgart leitet Ermittlungsverfahren gegen Stuttgarts Polizeipräsident a.D. Siegfried Stumpf ein. Tatverdacht: fahrlässige Körperverletzung im Amt. Stumpf soll als Einsatzleiter während der Räumung des Schlossgartens am Nachmittag des 30.9.2010 nicht eingeschritten sein, als Wasserwerfer gezielte Wasserstöße in Kopfhöhe auf Demonstranten abgaben. Derzeit stehen zwei Polizisten wegen ähnlicher Vorwürfe vor dem Landgericht. Bei der brutalen Räumaktion für das Bahnprojekt Stuttgart 21 wurden Hunderte Demonstranten verletzt.
siehe: Wasserwerferprozess, 2. U-Ausschuss Schwarzer Donnerstag


Die schnellste Bürgerinitiative Deutschlands

Der kleine Ort Gruibingen am Rande des maroden Albaufstiegs ist seit vielen Jahren verkehrsgeplagt. Hunderte Stau- und Autobahnflüchtlinge schieben sich Woche für Woche durch das Dorf. Kürzlich ist den Gruibingern kollektiv der Kragen geplatzt. Das "Aktionsbündnis Gegenverkehr" servierte den Verkehrsverantwortlichen und Autobahnflüchtlingen mit Traktoren, Liegestühlen und einer Ziegenherde eine saftige Antwort auf nicht abreißen wollende Blechlawinen. Und sie hatte Erfolg! Eine Fotoreportage über die Gemeinde mit der wohl schnellsten Bürgerinitiative Deutschlands. Ab 00:00 Uhr hier online. (15.07.2014)


Der Sparkassen-Schneider wird sich grämen

Bei der Biberacher Landratswahl hat sein Kandidat knapp verloren. Matthias Frankenberg (CDU) unterlag dem parteilosen Amtsinhaber Heiko Schmid mit 27 zu 31 Stimmen im dritten Wahlgang. Wie Kontext in dieser Ausgabe berichtet, hat sich Peter Schneider, schwarzer Ex-Landrat und Chef des Sparkassenverbandes, mächtig für Frankenberg ins Zeug gelegt. Knapp daneben ist eben auch daneben. Unseren Artikel zum Thema lesen Sie hier. (11.07.2014)


Gangolf Stocker und Peter Grohmann

Den S-21-Proteststrategen Stocker verfolgt die Stuttgarter Staatsanwaltschaft seit Jahren. Grohmann den Vater der „Anstifter“ lässt sie links liegen, obwohl er Morddrohungen erhalten hat. Grohmann hatte sich in Kontext für ein multikulturelles Schulfest ausgesprochen. Mehr dazu hier.


China meets Kontext

Acht Journalistinnen und Journalisten aus dem Reich der Mitte waren heute bei Kontext zu Gast. Auf Einladung der Robert-Bosch-Stiftung halten sie sich derzeit in Deutschland auf. Ihr Interesse gilt dem spendenfinanzierten Journalismus und damit Kontext, als einem der Pioniere. Wer gleich geschaltete Positionen erwartet hatte, wurde enttäuscht. Mit ihren kritischen Fragen („Sind Sie schon einmal verklagt worden?“, „Gab es Druck von der Politik?“) verwickelten sie Kontext-Redakteurin Susanne Stiefel in eine lebendig-lange Diskussion und brachten damit ihren gemeinsamen Fußballtermin (Deutschland-Frankreich) in Gefahr. Zum Schluss wünschten sie dem „idealistischen Projekt“ alles Gute.


Der König weint

Unser erstes Crowdfunding ist am Montag erfolgreich zu Ende gegangen. Zur Finanzierung des nächsten Kontext-Buches "Der König weint" kamen 6523 Euro zusammen.
Wir sagen ein herzliches Dankeschön an 169 Unterstützer!
Das Buch wird in der letzten Juli-Woche erscheinen. Kampagne bei Startnext


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Ausgabe 127
Medien

"Wir sind unentbehrlich"

von Anna Hunger (Interview)
Datum: 04.09.2013 (Update: 11.07.2014)
Thomas Brackvogel ist Geschäftsführer der Neuen Pressegesellschaft in Ulm, des Verlags, der die "Südwest Presse" herausgibt. Ulrich Becker ist der Chefredakteur. Beide sind mit ihrem Blatt auf dem Weg in die Zukunft. Aber wie geht die? Ein Gespräch über journalistische Hybris, Glaubwürdigkeit, Tweets und den Leser, das unbekannte Wesen.

Herr Brackvogel, Sie haben 2009 in einem Interview gesagt: "Wir müssen die Zeitung nicht neu erfinden, sondern besser machen und nicht nur auf Online starren." Ihre Haltung vier Jahre später?

Thomas Brackvogel: Das sage ich immer noch, wenn auch modifizierter. Zeitung machen ist eine publizistische Tätigkeit, und die hat verschiedene Ausgabeformen: Print, Online, Tablet, E-Paper. Was wir dafür brauchen, sind gute Journalisten, Unabhängigkeit, Wahrhaftigkeit, Recherchesicherheit. Und ein vernünftiges publizistisches Grundverständnis. Journalisten müssen Überzeugungstäter sein. Das ist nicht papiergebunden. Wenn der Leser die Botschaft in Granit gemeißelt will, kriegen er sie auf Granitplatten – wenn er bereit ist, dies zu bezahlen.

Ulrich Becker: Es geht darum, im Netz mit der gleichen Akkuratesse zu arbeiten wie im Print. Wir müssen dem Leser und dem User zu verstehen geben, dass "Süddeutsche", "Spiegel" oder "Südwest Presse" journalistische Qualität auf allen Kanälen bieten.

Was macht Sie unentbehrlich als "Südwest Presse"? 

Brackvogel: Die Unentbehrlichkeit ist längst ein Gattungsthema geworden, ganz unabhängig von der "Südwest Presse". Wir müssen als Gesellschaft darüber nachdenken, ob wir Tageszeitungen noch brauchen. Brauchen wir überhaupt Journalismus? Es heißt ja, "die Nachricht, die für mich wichtig ist, erreicht mich schon irgendwann". Da wünsche ich viel Glück und gutes Wetter. Ich bin überzeugt: Wenn wir eine Gesellschaft haben wollen, die weiterhin freiheitlich organisiert und bürgerrechtlich orientiert funktionieren soll, kommen wir ohne einen spezialisierten Beruf, der genau das tut, was wir als Journalisten machen, nicht aus. Dinge sichten, bewerten: Das macht uns unentbehrlich. Der Schaden, den eine Gesellschaft hätte, wenn diese Gattung verloren ginge, wäre immens.

Thomas Brackvogel: "Brauchen wir Journalisten?" Foto: Joachim E. Röttgers
Thomas Brackvogel: "Brauchen wir Journalisten?" Foto: Joachim E. Röttgers

Ist das nicht journalistische Hybris? 

Brackvogel: Hybris ist es, wenn ein einzelner Journalist sagt, ohne mich geht die Welt unter.

Merkt der Leser, dass der Journalist in seiner Einordnung und Bewertung unentbehrlich ist?

Brackvogel: Es mag sein, dass es nicht genügend Leser tun. Aber ich glaube, dass die Welt deutlich schlechter und unser Gemeinwesen anders funktionieren würde, gäbe es keine Journalisten. Journalismus hat nicht ohne Grund das Verfassungsprivileg, das man sich übrigens verdienen muss. Was haben Journalisten und Medien nach 1945 erreicht, und lässt sich das ersetzen durch eine reine Netzdemokratie ohne ausgebildete Journalisten? Ich glaube nicht. Neben der Schwarmintelligenz steht die gleiche Chance zu ungeheurer Schwarmdummheit. Als wir im Internet die Kommentierungen und Tweets in der Diskussion um Günther Grass verfolgt haben, sind Kommentare geschrieben worden, für die man sich schämen muss. Bestimmte Dinge darf man unter unserer Marke einfach nicht publizieren, da muss jemand drüber wachen. Wenn Online-Journalismus also nicht nach denselben Grundsätzen funktioniert wie Printjournalismus, wird er überhaupt nicht funktionieren. Dass sich Journalisten aber auch der Zeit anpassen müssen, auch im Printbereich, ist keine Frage.

Becker: Das große Problem ist, dass der Journalismus in den Printredaktionen extrem traditionsbehaftet ist. Wenn wir zu dem Punkt kommen, anzuerkennen, dass die Denkweise von Online Print erneuern kann und nicht Printredakteure irgendwie und nebenher auch online machen, kriegen wir eine erneuerte, moderne Zeitung hin. Unentbehrlich macht uns, dass wir wissen, was in unserer Region, in unserem Umfeld passiert. Unser Markenkern sind das Land Baden-Württemberg, unsere Gemeinden und Städte, die wir mit unseren Regionalausgaben bedienen.

Der "Donaufisch", ein Ulmer Blog, das gegen Sie anschreibt, meint, die "Südwest Presse" habe keine kritische Distanz gegenüber der Ulmer Politik, sie würde den Bürgermeister verehren und Stuttgart 21 hochschreiben. Wie wichtig ist Glaubwürdigkeit?

Becker: Wenn wir sie verspielen, haben wir ein Problem. Aber in einer Stadt, in der es nur eine große Tageszeitung gibt, tritt man immer irgendjemandem auf die Füße. Beim Thema S 21 haben wir uns, vor meinem Amtsantritt, in einem heißen Diskussionsprozess zu einer einheitlichen Meinung durchgerungen, die sich weniger mit dem Bahnhof, sondern mit der Strecke auseinandersetzt. Wir haben uns klar dazu bekannt, dass wir diese Strecke für wichtig halten, weil sie verkehrstechnisch und ökologisch für Ulm wichtig ist. Wir müssen auf die Kosten schauen, klar, aber darüber berichten wir auch. Das ist auch Glaubwürdigkeit: Wir haben glaubwürdig vermittelt, warum wir dafür sind.

Ulrich Becker: "Wir saßen zu lang auf dem hohen Ross." Foto: Joachim E. Röttgers
Ulrich Becker: "Wir saßen zu lang auf dem hohen Ross." Foto: Joachim E. Röttgers

Brackvogel: Es steht jeder Redaktion und jedem Verlag zu, bestimmte Positionen zu Stuttgart 21 zu setzen. Ich finde, man darf, nein, man muss sogar zu seinen Positionen stehen. 

Die "Stuttgarter Zeitung" hat ihre Haltung zu Stuttgart 21 jede Menge Abonnenten gekostet. 

Brackvogel: Na ja, so schlimm ist es auch nicht. Aber wenn man den Kurs wechselt, weil ein paar Leser ihr Abo kündigen, verliert man seine Glaubwürdigkeit. Da muss man ruhig bleiben, nicht so hektisch reagieren. Die Leser kommen schon wieder zurück, wenn die Zeitung wirklich gut ist. Und – wenn ich mir das erlauben darf zu sagen: Stuttgart 21 ist ein Thema, das unheimlich polarisiert. Egal, was Sie machen, Sie machen es letztlich immer auch falsch.

Wenn ich mir Ihre Website anschaue, sehe ich viel Blaulicht.

Brackvogel: Man findet uns im Web als E-Zeitung, komplett identisch mit der gedruckten Zeitung. Und auf unserer Website gibt es eine ganze Reihe von seriösen, journalistischen Themen, auch ohne Blaulicht.

Ja, ganz weit unten. 

Brackvogel: Wir hatten hier ein Schlüsselerlebnis. Der stellvertretende Chefredakteur hat von seiner Wohnung aus eine Rauchsäule fotografiert, ein Auto, das auf dem Autobahnzubringer gebrannt hat. Das klickstärkste Bild auf der Seite. Es gibt offensichtlich ein Bedürfnis der Nutzer nach Themen, die guter seriöser Journalismus, wie Sie es vielleicht nennen würden, nicht gern bedient. Aber zu sagen, wir entziehen uns dem Wunsch des Lesers, geht auch nicht. Wer sind wir, das tun zu wollen? Es wäre auf der anderen Seite aber auch ein Fehler, eine Zeitung, entschuldigen Sie, Herr Becker, ausschließlich dem Boulevard zu überlassen.

Becker: Wenn Sie nur nach den Nutzungszahlen gehen würden, hätten Sie sogar einen reinen Boulevardjournalismus. Die Frage ist doch, wie seriös und glaubhaft bereite ich das auf. Man hat im Internet die schnelle Information, und die ist halt oftmals auch Blaulicht, das erzeugt Reichweite und hat so einen gewissen Vorrang vor dem Hintergründigen. Die Bedürfnisse der User im Netz sind anders als die der Menschen, die jetzt noch eine Zeitung kaufen. Die haben ein anderes Informationsverständnis.

Brackvogel: Ich erinnere mich an einen Tag, an dem die Redaktion mit großem Schrecken festgestellt hat, dass der klickstärkste Text eine Reportage über Westerwelle war. Nicht vorstellbar eigentlich, ein langes Stück. Über die FDP und dann auch noch über Westerwelle. Niemand hätte das gedacht. 

Becker: Mollath hat auch extrem gut funktioniert. Das hat die Leute bewegt, ganz egal was wir veröffentlicht haben. Also funktionieren Nähe, die Angst vor einem Überwachungsstaat, was macht der Staat mit mir, persönliches Schicksal. Da ist die Sozialreportage aus den Fernen des chilenischen Hochlands zwar gut, aber vielleicht nicht mehr zeitgemäß. In Print können Sie das noch lesen, weil Sie sich da freuen, wenn Sie ein solches Stück entdecken. Aber online wählen die Leser aus, was Sie wissen wollen. Darauf muss man eingehen. Vielleicht saßen wir zu lange auf dem hohen Ross. Wir müssen sehen, dass wir die Bedürfnisse der Leser erfüllen. Online ist eine große Chance, mehr über unsere Leser zu erfahren. Das war bisher schwer möglich.

Brackvogel: Eigentlich ist es eine tolle Zeit für Journalisten, weil man plötzlich so viele Instrumente und Mittel an die Hand bekommt. Von der Zeitung über das Tablet, über Online-Auftritte, über Tweets. Journalisten haben hoffentlich alle ein gewisses Sendungsbewusstsein, und für jemanden, der sich für ein Thema zuständig fühlt und begeistert, sind all diese Möglichkeiten doch großartig.

Aber irgendwie klappt das noch nicht richtig in den Verlagshäusern. Vor allem in den lokalen. Was steht dem im Weg? 

Becker: Bei regionalen Abonnementzeitungen sitzen oft Menschen, die sehr lange in diesem Modell gearbeitet haben. Die müssen nun umdenken, das fällt schwer und geht nicht so schnell, wie man sich das vielleicht wünschen würde. Plötzlich bekommt man sofort eine Reaktion auf einen Text und muss reagieren, das ist anstrengend, ein ganz anderes Arbeiten.

Brackvogel: Es ist aber keine Frage des Alters. Diese Haltung ist sehr bequem. Ich selbst bin näher an 60 als an 50 und halte mich nicht für überbordend innovativ. Aber ich kann mit diesen Medien umgehen und mich für sie begeistern. Gerade ein Journalist muss sich auf Neues einlassen. Im Moment kämpft Verdi wieder verstärkt für die Altersstaffel, weil Redakteure angeblich immer erfahrener werden, je älter sie sind. Das passt nun gar nicht zu dem Glauben, je älter ein Redakteur wird, desto weniger ist er für neue Medien zuständig. Man kann doch nicht sagen, die Welt ändert sich, aber für mich gilt das nicht. Da ist man als Journalist an der falschen Stelle. Dann muss man ins Archiv gehen oder Akten verwalten. 

Wie stehen Sie zu den kommenden Tarifverhandlungen? Gibt's mehr Geld bei der "Südwest Presse"? 

Brackvogel: Ich stehe voll und ganz hinter der Linie des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), bin ein großer Verfechter des Flächentarifs und halte nichts davon, dass es eine Spaltung in Landestarife gibt. Meine persönliche Meinung als Geschäftsführer dieses Unternehmens ist, dass die Tarifverhandlungen an unserer Unternehmenswirklichkeit vorbeigehen. Ich wäre froh, wir würden viel öfter darüber diskutieren, wie wir die journalistische Wirklichkeit in ein vernünftiges Tarif-Gefüge bringen, und uns nicht mehr so sehr mit einer Hand in der Zeit des Bleisatzes festhalten. 

Und Ihre Online-Redaktion?

Brackvogel: Ist in einer eigenen Gesellschaft, die ist nicht im Tarif. Darüber diskutieren wir schon. Ich kann mich nicht hinstellen und eine multimediale Redaktion fordern, und, wenn dann der Schritt ins Multimediale gegangen wird, sagen, das machen wir in drei verschiedenen Firmen, und davon sind zwei nicht tarifgebunden. Aber erklären Sie mir bitte, warum ich heute neue Bereiche aufstellen soll, die in Tarifgefüge gebunden sind aus einer Zeit, die nicht mehr die heutige ist? 

Becker: Im Grunde geht es um eine wirkliche Verzahnung. Das heißt nicht, dass der Printredakteur zur eierlegenden Wollmilchsau wird, sondern dass sich die Redaktionen öffnen für eine andere Denke. Da geht es darum, dass Teams zusammen überlegen, wie sie ein Thema im Print spielen und Online, mit Videos oder Bildergalerien. Das können wir nicht mit einer redaktionellen Zweiklassengesellschaft machen. Redakteure, egal ob Print oder Online, müssen dann in Einkommen und Status auf der gleichen Stufe stehen.

Brackvogel: Wenn wir die Online-Redakteure in den Tarif heben, dann ist das für uns richtig viel Geld. Das Geld fehlt dann in der technischen Entwicklung. Gleichzeitig müssen wir uns überlegen, wie wir dieses Haus nach vorn bekommen. Aber ich will auch nicht, dass Redakteure bei mir im Büro stehen, die sich weigern, ihre Texte für Online freizugeben, weil das nicht im Tarifvertrag steht. Ich will es am Geld nicht scheitern lassen. Aber es müssen halt alle mitmachen.

Ab Oktober wird es eine Bezahlschranke geben für Ihre Website. Wie wird die aussehen?

Brackvogel: Sehr weich: 20 Klicks sind frei, dann kommt die Bezahlschranke. Und wir bieten die elektronische Zeitung, also das E-Paper (E-Zeitung), zum gleichen Preis wie die gedruckte Zeitung an. Übrigens: Bei digitaler Veröffentlichung sparen wir zwar Druckkosten, Papier und Austräger, andererseits haben wir siebenstellige Investitionskosten im Digitalbereich. Das wird schnell übersehen. Diesen Weg müssen alle Zeitungsverlage gehen, auch wenn keiner heute weiß, ob es am Ende funktioniert. Wir selbst haben in Crailsheim ein Druckzentrum hingestellt, das 22 Millionen Euro gekostet hat. Da weiß ich sicher, das es kostendeckend ist. Wir glauben also auch noch an die alte Technik.

Wir sprechen die ganze Zeit über Digitalisierung, und Sie bauen ein neues Druckzentrum?

Brackvogel: Ich kann diese Katastrophenstimmung in der Branche nicht teilen. Das nervt mich sogar. Unsere Auflagenentwicklung ist nicht schön, aber noch leidlich gut. Wir haben gesehen, dass die "New York Times" extrem erfolgreich ist mit einer Kombi aus Online-Angebot und Sonntags- oder Samstagszeitung. Wir werden ein ähnliches Angebot testweise auf den Markt bringen. Klar gesagt: Wir bieten das journalistische Produkt "Südwest Presse" auf allen Kanälen an.


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Kommentare

Ulrich Werner+Schulze, 18.09.2013 16:37
Brackvogel hin, Brackvogel her, und auch das Donaufischlein mal gewendet: die entscheidende Passage des Interviews stammt von Brackvogel: sie lautet: "Meine persönliche Meinung als Geschäftsführer dieses Unternehmens ist, dass die Tarifverhandlungen an unserer Unternehmenswirklichkeit vorbeigehen. Ich wäre froh, wir würden viel öfter darüber diskutieren, wie wir die journalistische Wirklichkeit in ein vernünftiges Tarif-Gefüge bringen, und uns nicht mehr so sehr mit einer Hand in der Zeit des Bleisatzes festhalten". Da hat TB recht, denn es sieht so aus, als mache ver.di sie selben Fehler wie einst die Gewerkschaft Druck & Papier mit dem unsäglichen RTS-Tarifwerk - ein Zementbrocken am Fuße aller weiteren Verträge, der jede vernünftige Gestaltungsmöglichkeit der Setzer, Drucker und der Redakteure später erdrückte. Schreibt ein gelernter Setzer und langjähriger CvD, der seit 1974 für fasr 30 Jahre die Entwicklung selbst erlebte, durchlitt, in Teilen mit gestalten konnte.

Stephan Buck, 05.09.2013 22:43
Ich will keine Tageszeitung, die bei einem bestimmten Thema selbst Position bezieht und sich damit zur politischen Macht aufspielt, sondern ich will eine Zeitung, die möglichst objektiv berichtet und keine Kampagnen fährt. Die Aussagen hier sprechen doch Bände: " Beim Thema S 21 haben wir uns, vor meinem Amtsantritt, in einem heißen Diskussionsprozess zu einer einheitlichen Meinung durchgerungen, die sich weniger mit dem Bahnhof, sondern mit der Strecke auseinandersetzt. Wir haben uns klar dazu bekannt, dass wir diese Strecke für wichtig halten, weil sie verkehrstechnisch und ökologisch für Ulm wichtig ist. Wir müssen auf die Kosten schauen, klar, aber darüber berichten wir auch. Das ist auch Glaubwürdigkeit: Wir haben glaubwürdig vermittelt, warum wir dafür sind."
Vor der VA wurde in der Zeitung zugunsten der Nein- Kampagne gelogen, dass sich die Balken bogen: Der Gipfel, bzw. journalistische Tiefpunkt war wenige Tage vor der Volksabstimmung erreicht, als der Flyer der Ulmer Ja-Zum-Ausstieg-Kampagne als Panikmache diffamiert wurde: http://www.swp.de/ulm/lokales/ulm_neu_ulm/Volksabstimmung-Die-Panikmacher;art4329,1220360 Inzwischen wissen wir alle, dass der Inhalt keine Panikmache, sondern eher vorsichtige Zukunftsbeschreibung war. Aber ich frage mich diesbezüglich seither, ob wir wirklich noch in einer pluralistischen Gesellschaft leben, wenn es ein einziges Prinmedium in der Region gibt, welches seine Leser lenken und leiten will. Die große letzte Hoffnung sind die Socail Networks und Online- Medien wie z.B. Kontext, die den Etablierten hoffentlich ihre verfettete Selbstgefälligkeit austreiben werden.

donaufisch, 05.09.2013 13:06
Zum Kommentar von "jetztredichklartext":

Danke. Ein guter Tipp. Ich hätte da auch noch einen: SWP - vor allem die Ulmer Lokalausgabe mit den Artikeln des Lokalchefs - eignet sich ganz hervorragend, um Endiviensalat frisch zu halten.

jetztredichklartext, 05.09.2013 09:57
Erstaunlich wie hier ein Mantelredaktionsschef von Pressevielfalt und Glaubwürdigkeit redet.

Nein, mich hat die Südwestpresse als Kunden der Tageszeitung nicht verloren.

Jedesmal wenn ich Fenster putze, kaufe ich so ein Druckwerk. Ich kann es allen empfehlen. Kein Putzlappen wischt so streifenfrei wie die Tageszeitung.

donaufisch, 04.09.2013 17:25
Einige Denkweisen und Ziele von zwei führenden Leuten der Südwest Presse werden durch dieses Interview deutlich. Um nur einen Aspekt herauszugreifen - die umfängliche und exponierte Berichterstattung über Unfälle, Katastrophen, Verbrechen in der Online-Ausgabe der SWP.

Während Thomas Brackvogel zunächst den hoffnungslosen Versuch unternimmt, zu bestreiten, dass das „Blaulicht“ viel Raum einnehme („auf unserer Webseite gibt es eine ganze Reihe von seriösen ...Themen“), ändert er – auf Nachhaken - seine Argumentation: er gibt zu, dass die These stimmt, und verkauft die überbordende Berichterstattung über Boulevardthemen als verständnisvolles Eingehen auf Wünsche der Leser: „Aber zu sagen, wir entziehen uns dem Wunsch des Lesers, geht auch nicht. Wer sind wir, das tun zu wollen?“

Da ist der Chefredakteur Ulrich Becker ehrlicher, wenn er unumwunden einräumt, dass die SWP in der Onlineausgabe nicht auf seriöse, gründliche und kenntnisreiche Berichterstattung setzt: „...Blaulicht, das erzeugt Reichweite und hat … Vorrang vor dem Hintergründigen... online wählen die Leser aus, was sie wissen wollen. Darauf muss man eingehen.“

Ich frage mich:

Wie lässt sich Brackvogels hoher Anspruch, guter Journalismus („unabhängig, wahrhaftig und sicher in der Recherche“) sei unverzichtbar für das Funktionieren einer „freiheitlich organisierten“ und „bürgerrechtlich orientierten“ Gesellschaft mit Boulevardjournalismus vereinbaren, der doch nur darauf aus ist, die niederen Instinkte des Menschen zu bedienen und die Umsätze des Verlages zu erhöhen?

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