KONTEXT Extra:
Auch Hermann will Maut verzögern

Wenn es nach den Grünen geht, wird die Landesregierung gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz oder dem Saarland versuchen, die Einführung der PKW-Maut über den Bundesrat noch zu verzögern oder gar zu verhindern. Verkehrsminister Winne Hermann kündigte einen entsprechenden Vorstoß an. Er habe bereits im Verkehrsausschuss des Bundesrats Position bezogen und insbesondere kritisiert, dass "die Grenzregionen schwer tangiert sind, ausgerechnet in Zeiten, in denen wir den europäischen Geist betonen wollen". Die "Bürokratie-Maut" passe nicht in die Zeit. Außerdem würden Milliarden eingenommen, Milliarden an deutsche Autofahrer wieder zurückgegeben und "vielleicht bleiben ein paar Millionen übrig".

Saarland, Rheinland-Pfalz oder NRW wollen den Vermittlungsausschuss zwischen Bundesrat und Bundestag anrufen, nachdem letzterer die Maut am Freitag beschlossen hat. Das Gesetz ist allerdings nicht zustimmungspflichtig, weshalb die Einführung der Maut auf diesem Wege lediglich verzögert werden kann. Allerdings könnte Verzögerung am Ende auch das Scheitern bedeuten, weil womöglich nach der Bundestagswahl im September die Karten ganz neu gemischt werden, und die CSU bisher bekanntlich die einzige Partei ist, die die Maut wirklich will. (24.3.2017)


Aras legt sich mit Erdogan an

Die Stuttgarter Grünen-Abgeordnete und Landtagspräsidentin Muhterem Aras hat die deutschtürkische Community aufgefordert, sich mit dem Verfassungsreferendum am 16. April kritisch auseinanderzusetzen. Von den Imamen wünscht sich die Stimmenkönigin ihrer Partei bei den Landtagswahlen 2016, dass die "in den Freitagspredigten zu einem respektvollen und fairen Umgang miteinander aufrufen und die hier geltenden Werte von Meinungs-, Presse- und Religionsfreiheit entschieden weitergeben". Sie selber verzichte derzeit auf Reisen in die Türkei, "weil ich nicht weiß, ob ich mich dort frei bewegen könnte". Zugleich müssten sich Demokraten weigern, sich zu Feinden der Türkei machen zu lassen. Aras nutzte eine Landtagsdebatte zum 60. Geburstag der EU auch zu scharfer Krtik am türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, weil der "auf das Infamste" gebaute Brücken wieder einreißen und die Gesellschaft spalten wolle. Von den Vertretern AKP-naher Institutionen erwartet die Grüne eine öffentliche Distanzierung von den "die Opfer verhöhnenden Nazivorwürfen". Im Südwesten dürfen insgesamt rund 230 000 Türken am Referendum teilnehmen – und zwar vorab: Die Wahl beginnt bereits am 27. März und endet am 9. April. (22.3.2017)

Mehr zum Thema: "Meister der Feindbilder", "Unverschämt und dumm"


Stuttgart 21: Aktionsbündnis warnt Aufsichtsrat

Drei Tage vor einer Sitzung des DB-Aufsichtsrats verlangt das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 erneut eine "faktenehrliche Bestandsaufnahme". Sollte sich der Aufsichtsrat wieder um die Auseinandersetzung drücken oder gar unbeirrt den Weiterbau beschließen, so Eisenhart von Loeper, schädige er wider besseres Wissen das Vermögen der Deutschen Bahn AG. "Das würde", erklärt der Bündnissprecher weiter, "den Tatbestand der Untreue erfüllen." Eine strafrechtliche Aufarbeitung sei die Konsequenz; darauf habe das Bündnis zuletzt am 11. März 2017 den Aufsichtsrat per Brief hingewiesen.

Ihren Appell richten die Stuttgart-21-Gegner nicht nur an den Vorsitzenden des Aufsichtsrats Utz-Hellmuth Felcht, sondern auch an den designierten Vorstandsvorsitzenden Richard Lutz. Als erstes sei "eine Bestandsaufnahme der ungelösten Probleme und hohen Risiken notwendig, die sich an den Realitäten und nicht an den Gesichtswahrungsproblemen der politisch Verantwortlichen orientiert". Von Loeper argumentiert damit, dass sich das Projekt "jenseits aller wirtschaftlichen Rationalität bewegt", und mit dem weiter offenen Brandschutz. Außerdem solle der Aufsichtsrat "endlich zur Kenntnis nehmen, dass sich die DB mit S 21 einen Dauerengpass für viel Geld baut, der den Bahnverkehr behindert und den viel beschworenen Deutschlandtakt im Südwesten irreversibel unmöglich macht". Nach der Devise "Politik beginnt mit der Kenntnisnahme der Realität" will das Aktionsbündnis den neuen Bahnchef zu Gesprächen einladen, bei denen sie ihm auch die von der Bürgerbewegung entwickelten Alternativen zum Weiterbau erläutern wollen. Deren "ernsthafte Prüfung" wünscht sich nach einer repräsentativen Umfrage von infratest dimap in Baden-Württemberg sogar eine Mehrheit der Projektbefürworter. (19.3.2017)

Mehr zum Thema: "Bahnfeinde im Bahnvorstand"


IHK will nicht mehr gegen Kakteen polemisieren

Auch ein Vergleich kann ein Erfolg sein: Vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart akzeptierte die IHK Region Stuttgart die Feststellung, dass sie in der Vergangenheit mit Angriffen gegen die IHK-Rebellen der Kaktus-Initiative ihre Kompetenz überschritten hat. Stein des Anstoßes waren zwei IHK-Pressemitteilungen, in denen Hauptgeschäftsführer Andreas Richter gegen die Kakteen polemisiert habe, so Kaktus-Mitglied Klaus Steinke, der in der Folge Klage eingereicht hatte.

Konkret einigten sich die Streitparteien am heutigen Donnerstag, den 16. März, auf folgenden Vergleich: Die IHK Region Stuttgart erklärt, "dass ohne Beratung und Beschlussfassung durch die Vollversammlung keine weiteren öffentlichen Äußerungen der IHK und ihrer Organe über Binnenkonflikte, die keine wirtschaftspolitischen Positionen betreffen, abgegeben werden", und dass es den beiden strittigen Pressemitteilungen "an einer solchen Beratung und Beschlussfassung mangelte". Außerdem trägt die IHK trägt die Kosten des Verfahrens von 5000 Euro.

Für Steinke ist es "ein gutes Ergebnis, weil es die Transparenz innerhalb der IHK stärkt, und weil es deutlich die Frage artikuliert, was Geschäftsführer und Präsident dürfen und was nicht". Zwar wäre es, so Steinke, spannend gewesen, wenn das Gericht in einem Urteil Grundsatzregeln für die Öffentlichkeitsarbeit der IHK aufgestellt hätte. Aber er sei mit dem Vergleich zufrieden, "weil es mir in der Sache nicht darum geht, zu siegen, sondern eine Veränderung innerhalb der IHK zu bewirken". Zudem habe das Ergebnis, so hofft Steinke, auch "eine Signalwirkung auf andere IHKs".

Die Kaktus-Initiative, 2011 gegründet, kritisierte in den letzten Jahren immer wieder intransparente Wahlverfahren und die offizielle Pro-Haltung der IHK zu Stuttgart 21. (16.3.2017)

Mehr zum Thema: "Rebellen im Weinberghäusle" und "Die IHK wackelt nicht".


Afghanistan-Rückkehrer bekommt zweimonatiges Arbeitsvisum

Es ist ein kleines Wunder. Denn trotz der mannigfaltigen Unterstützung in den vergangenen Wochen, glaubten nicht viele seiner Freunde wirklich daran, dass der Zahnarzt Ahmad Shakib Pouya, der in einem französischen Krankenhaus in Herat gearbeitet hat, zurück in die Bundesrepublik kommen kann. Pouya war in seiner früheren Heimat von den Taliban bedroht, floh 2010 nach Deutschland. Hier war er einer der Hauptdarsteller in der vielbeachten Produktion der Mozart-Oper "Zaide" und hatte eine doppelte Zusage auf Festanstellung – vom Münchner Gärtnerplatztheater und der IG Metall. Dennoch wurde er zur Abschiebung vorgesehen, weshalb er am 20. Januar 2017 ausreiste. Seither machten seine Unterstützer vom im Mai 2014 gegründeten Stuttgarter Verein "Zuflucht Kultur. Entweder. Oder. Frieden." bundesweit auf sein Schicksal aufmerksam. Auch mit einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), mit der Bitte um "ein Visum und ein langfristiges Bleiberecht als wertvoller Bürger unseres Landes".

Jetzt kam die gute Nachricht. Der 33-Jährige kann für zwei Monate zurück nach Deutschland. Mitausschlaggebend dürfte ein Schreiben von Georg Podt gewesen sein, dem Intendanten des kommunalen Münchner Kinder- und Jugendtheaters "Schauburg", der Pouya in einer Neuinszenierung von Rainer Werner Fassbinders "Angst essen Seele auf" als Hauptdarsteller besetzt hat. Die Proben sollen in der kommenden Woche beginnen, Premiere wird am 22. April sein. Mitte Mai läuft das Visum aus. Pouya will gemeinsam mit dem Verein die Zeit nutzen, um das angestrebte dauerhafte Bleiberecht zu bekommen. Die Chancen stehen angesichts der 2015 eigentlich gelockerten Regelungen gar nicht so schlecht. Allerdings werden die nach den Erkenntnissen von Pro Asyl oder dem Flüchtlingsrat viel zu selten von den Behörden angewandt.


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Ausgabe 276
Kolumne

Kriegsgeheul

Von Peter Grohmann
Datum: 13.07.2016

"Kriegsgeheul!", schimpft Deutschlands beliebtester Politiker (jetzt einen Platz vor Kretschmann, laut Politbarometer). Frank-Walter meint mit Kriegs-Geheul nicht die Straßen in den Staaten, nicht Dallas. Dort kann ein kranker Krieger im T-Shirt und mit geschultertem Sturmgewehr am hellen Tag durch die Straßen laufen, ohne dass es besonders auffällt oder gar jemanden juckt – um anschließend weiße Polizisten abzuknallen.

"Der Knall ist das Schöne, aber man muss aufpassen, es kommt häufig zu einem Knalltrauma, und sie ist doch erst sechs!" sagt eine weiße junge Mutter und zieht ihrer Tochter den Lärmschutz über die Ohren, während das Kind noch zappelt beim Zielen. "Ruhig halten!", befiehlt die Mutti streng. Im informellen Schießclub von Dallas ist Genauigkeit beim Schuss das oberste Ziel. Urahne, Großmutter, Mutter und Kind in dumpfer Stube beisammen sind. Der Vater kauft inzwischen am Ständle nebenan Munition. Die neuesten Waffen – vom einfachen Colt übers Schnellfeuergewehr bis zum MG – kann die Familie kostenlos nutzen und testen – das Geld macht der Club mit dem Verkauf der Munition. Bei einer Schießübung mit der Familie ist die schnell mal 1000 Dollar los – manche lassen auch schon mal 2000 Dollar liegen. Ein teurer Spaß, den sich das farbige Lumpenproletariat von Dallas nie wird leisten können. Mutti Jessica schimpft auf Obama und lästert über die Gegner eines freien Waffenverkaufs. "Das kleine Vergnügen lassen wir uns nicht auch noch nehmen", sagt sie, "und es wäre zudem ein Verfassungsbruch!"

Nu ja ja, nu nee nee. Nur der Tod ist umsonst, das wusste schon meine Omi Glimbzsch in Zittau. Sie ist als Sozialdemokratin eine waschechte Populistin und freut sich über jedwedes Kriegsgeheul. Für die Region Zittau würde die Stationierung routinierter NATO-Truppen einen enormen politischen und volkseigenen Effekt haben – Lohn und Brot für die Arbeiterklasse. Das weiß sie natürlich, denkt aber vorerst nur über eine Petition via Change.org auf Facebook nach. Wir hingegen wissen: Wäre am Sonntag eine Volksabstimmung für die Wiederherstellung der DDR ohne Honecker und Stacheldraht, würde das Votum fifty-fifty ausgehen, und unsere ganzen Investitionen wären im Eimer. Allerdings stehen die meisten Wessis ja im Osten im Grundbuch – das ist beruhigend. Insoweit kann man nur auf freie Wahlen hoffen – demnächst in Österreich, Frankreich – und dann erst in den Staaten. Die Hoffnung, dass nichts knallt, stirbt zuletzt.

 

Peter Grohmann ist Kabarettist und Initiator des Bürgerprojekts Die AnStifter.


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Kommentare

Schwabe, 20.07.2016 13:06
Insbesondere die von Invinoveritas in seinem Kommentar genannten Personen (vielen Dank dafür Invinoveritas) sind durch ihre Funktion und damit durch ihre Verantwortung innerhalb ihrer bürgerlichen Parteien schuldig an der gegenwärtigen, brandgefährlichen Entwicklung - nicht nur gegenüber Russland.
Die beiden von mir folgenden Videohinweise belegen die brandgefährliche Situation beispielhaft.

Säbelrasseln: NATO rückt provokativ an russische Grenze vor
Quelle: ARD via YouTube
Das erschreckende Video (10:22 Min) dazu unter diesem Link:
https://www.youtube.com/watch?v=91CZ9f8DkYk

Die Clintons haben den Krieg zurück nach Europa gebracht (Jugoslawien, völkerrechtswidrig)
Willy Wimmers Brandrede gegen die US-Air Base Ramstein Willy Wimmer spricht zur Auftaktkundgebung des Protestwochenendes gegen die US Air Base Ramstein in der Versöhnungskirche in Kaiserslautern vor etwa 600 Zuhörern über Drohnenmorde und die Komplizenschaft der deutschen Bundesregierung, die permanent die eigene Verfassung und das Völkerrecht mit Füßen tritt, indem sie bei Mord, der von deutschem Boden koordiniert wird, bewusst wegschaut. Wimmer nimmt dabei kein Blatt vor den Mund.
Quelle: KenFM
Das Video (21:43 Min) dazu unter diesem Link:
https://www.youtube.com/watch?v=JZZM15lPhLE

"Ist doch schön, wenn dem Volk der Krieg mittels Fußball schmackhaft gemacht wird."
Ob dies eine Unterstellung ist oder nicht lieber Invinoveritas lassen Sie den Zuschauer am besten selbst entscheiden - jetzt evtl. mit geschärften Sinnen.
Hier nochmal der Werbespot mit Schweinsteiger:
http://www.sport1.de/boulevard/2016/05/werbespot-fuer-clash-of-kings-bastian-schweinsteiger-spielt-koenig

Selbst die Bundeswehr hat mittlerweile Werbespots, in denen sie ihre Soldaten (Kanonenfutter) mit Olympioniken vergleicht. Das hat für mich schon pathologische Züge!

Zum Schluss noch eine gutgemeinte und exklusive Leseempfehlung von mir an Sie Invinoveritas:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=34046

invinoveritas, 19.07.2016 15:43
@ Schwabe


Ihre These, hiesige "Bürgerliche" und Leitmedien seien schuld an Terror und Krieg, verrät blinde Voreingenommenheit und radikal einseitige Schuldzuweisung.

Dass "wir" alle möglichen Fehler machen und gemacht haben, ist ja nicht zu bestreiten. Aber wenn Sie so tun, als gäbe es keinerlei "hausgemachte" Ursachen in Ländern wie Afghanistan, Syrien oder Tunesien und als trügen in Europa aufgewachsene Attentäter keine eigene Verantwortung dafür, wenn sie mit ihrem Leben nicht zurechtkommen und bespielsweise der von Nizza ein gewalttätiger Kleinkrimineller wird, dann fehlt jede Voraussetzung für eine auch nur einigermaßen sinnvolle Debatte.

@Charlotte Rath

Es muss wahnsinnig schwer sein, bei der Sache zu bleiben. Es ging um die aberwitzige Behauptung, dem deutschen Volk solle Krieg mittels Fußball schmackhaft gemacht werden. Statt dem Urheber solchen demagogischen Unsinns auf die Zehen zu treten, beklagen Sie meine Wortwahl und fordern mich zu einem Vergleich der Friedensliebe der Herren Gauck und Eppler auf und zur Nennung von Vorstößen zum Thema Recht und militärische Gewalt. Thema verfehlt, Zeit verschwendet.

Schwabe, 19.07.2016 09:34
Originaltitel: Attentat de Nice
„Die zivilen und unschuldigen Opfer zahlen den Preis für einen Krieg, den sie nicht gewollt haben“
Veröffentlicht in: Länderberichte, Terrorismus

Gerhard Kilper, Ökonom, Kenner der französischen Sprache und Freund der NachDenkSeiten hat einen Artikel des französischen Philosophen und Essayisten Didier Martz übersetzt: „Das Attentat von Nizza“.

Dieser Text passt in die gesamte Debatte und trifft. Er trifft die Verantwortlichen. Auch den Großteil unserer Medien, die immer noch nicht den Ursachen der Gewalt und des Terrors nachgehen.

Die zivilen und unschuldigen Opfer zahlen den Preis für einen Krieg, den sie nicht gewollt haben

Was wir erleben ist Terrorismus. Der Terrorismus ist eine Waffe im Krieg.

„Der Krieg“ ist der Krieg, den unsere Regierungen der Reihe nach seit mehreren Jahrzehnten ohne Kriegserklärung in Afghanistan, in Libyen, im Irak, in Syrien und anderswo führen. Krieg wird auch indirekt dadurch von uns geführt, dass wir Waffen an potentiell kriegsführende Parteien verkaufen. Hunderttausende waren genauso unschuldige und zivile Opfer dieses „Krieges“.

Nach dem 13. November 2015 erklärte uns der Premierminister „Wir sind im Krieg“. Ein missbrauchtes „wir“, da „wir“ diesen Krieg nicht gewollt haben und auch unsere Abgeordneten haben ihn nicht gewollt, da sie ihn nicht als solchen erklärt haben.

Wir haben den Krieg ins Ausland getragen und der gleiche Premierminister ist jetzt darüber erstaunt, dass der Krieg sich in unserem Land in Form schmutziger Attentate manifestiert – obwohl er weiß, dass wir historisch von solch ungeheuerlichen Taten nicht verschont geblieben sind.

Nein Monsieur Cazeneuve, nein Herr Innenminister als Kriegsminister, „ich werde diesen Krieg nicht mitmachen“, wie das die Poeten so schön sagen.
Sie haben den Wind gesät und es ist nur schiere „Normalität“, dass sie auch selber die Ernte des gesäten Sturms einfahren.
Jedem sein ihm zukommendes Teil – außer dass es „uns“ Frauen, Kindern, Männern vorbehalten bleibt, am Ende dann die Zeche zu bezahlen.

Anmerkung von mir:
Krieg und Terror ist die Schuld der "Bürgerlichen (insbesondere "Merkel, Steinmeier, Gauck, Özdemir") und der (Leit)Medien.
Steinmeier würde sich mit seiner kürzlichen, einmaligen und richtigen Warnung vor dem "Säbelrasseln" nur dann glaubhaft machen wenn er diese Warnung so lange wie nötig öffentlichkeitswirksam bekräftigt. Tut er aber nicht!
"Bürgerliche" waren noch nie und werden auch nie bei wichtigen/weitreichenden (gesellschafts)politischen Entscheidungen auf der Seite der Bevölkerungsmehrheit stehen - was ist so schwer daran dies zu durchschauen und sich dann auch einzugestehen?
Es sei denn, das politische Kalkül zwingt die "Bürgerlichen" zum Handeln. So wie wir das bei Merkel nach der Atomkatastrophe in Japan erlebt haben - auch "Energiewende" genannt (was sie natürlich zugunsten der Atomlobby mittlerweile Stück für Stück und relativ unbemerkt wieder rückgängig macht).

CharlotteRath, 18.07.2016 18:27
@invino...
Eine gemäßigte Wortwal Ihrerseits fände ich überzeugender.
Herr Bundespräsident Gauck hat sich mindestens missverständlich geäußert, siehe: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-08/gauck-bundeswehr-militaereinsaetze-afghanistan-theologen

Halten Sie mal selbst die Rede von Herrn BP Gauck anlässlich der 50. Münchner Sicherheitskonferenz neben die Rede von Herrn Eppler anlässlich des 75.en Jahrestages des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion - wer davon fühlt sich aus Ihrer Sicht dem Frieden und der Völkerverständigung stärker verpflichtet?
http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Joachim-Gauck/Reden/2014/01/140131-Muenchner-Sicherheitskonferenz.html
https://drive.google.com/file/d/0ByxMIOjDlAHXbVJqUFBxd0VjM0NVTnZxSE1ZNEV6ZUdtT0dJ/view?pref=2&pli=1

Kennen Sie einen politischen Vorstoß von "Merkel, Steinmeier, Gauck, Özdemir", militärische Gewalt dem Recht zu unterwerfen? Beispielsweise den Vereinigten Staaten eine Anerkennung des Internationalen Strafgerichtshofs nahezulegen? Laut Herrn BP Gauck ist Deutschland ja ein "gleichberechtigter Partner" in der "Wertegemeinschaft" ...

Schwabe, 15.07.2016 11:37
Insbesondere die von Invinoveritas in seinem Kommentar genannten Personen (vielen Dank dafür Invinoveritas) sind durch ihre Funktion und damit durch ihre Verantwortung innerhalb ihrer bürgerlichen Parteien schuldig an der gegenwärtigen, brandgefährlichen Entwicklung - nicht nur gegenüber Russland.
Die beiden von mir folgenden Videohinweise belegen die brandgefährliche Situation beispielhaft.

Säbelrasseln: NATO rückt provokativ an russische Grenze vor
Quelle: ARD via YouTube
Das erschreckende Video (10:22 Min) dazu unter diesem Link:
https://www.youtube.com/watch?v=91CZ9f8DkYk

Die Clintons haben den Krieg zurück nach Europa gebracht (Jugoslawien, völkerrechtswidrig)
Willy Wimmers Brandrede gegen die US-Air Base Ramstein Willy Wimmer spricht zur Auftaktkundgebung des Protestwochenendes gegen die US Air Base Ramstein in der Versöhnungskirche in Kaiserslautern vor etwa 600 Zuhörern über Drohnenmorde und die Komplizenschaft der deutschen Bundesregierung, die permanent die eigene Verfassung und das Völkerrecht mit Füßen tritt, indem sie bei Mord, der von deutschem Boden koordiniert wird, bewusst wegschaut. Wimmer nimmt dabei kein Blatt vor den Mund.
Quelle: KenFM
Das Video (21:43 Min) dazu unter diesem Link:
https://www.youtube.com/watch?v=JZZM15lPhLE

"Ist doch schön, wenn dem Volk der Krieg mittels Fußball schmackhaft gemacht wird."
Ob dies eine Unterstellung ist oder nicht lieber Invinoveritas lassen Sie den Zuschauer am besten selbst entscheiden - jetzt evtl. mit geschärften Sinnen.
Hier nochmal der Werbespot mit Schweinsteiger:
http://www.sport1.de/boulevard/2016/05/werbespot-fuer-clash-of-kings-bastian-schweinsteiger-spielt-koenig

Selbst die Bundeswehr hat mittlerweile Werbespots, in denen sie ihre Soldaten (Kanonenfutter) mit Olympioniken vergleicht. Das hat für mich schon pathologische Züge!

Zum Schluss noch eine gutgemeinte und exklusive Leseempfehlung von mir Invinoveritas:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=34046

invinoveritas, 14.07.2016 17:31
@Schwabe

"Ist doch schön, wenn dem Volk der Krieg mittels Fußball schmackhaft gemacht wird."

Ihre Unterstellungen, Verehrtester, sind hanebüchen. Wer in diesem Land will bitte Krieg? Wem könnten Sie so etwas ins Gesicht sagen, ohne knallrot zu werden? Merkel, Steinmeier, Gauck, Özdemir? Sie wissen doch - wenn nicht, umso schlimmer -, dass das eine dreiste, beleidigende Unwahrheit ist. Mit ihr wollen Sie - wie üblich in Ihren eintönigen demagogischen Litaneien - dem zum zigsten Mal beschworenen Establishment aus Kartellparteien, Lügenpresse und konservativ-neoliberalem Bürgertum am Zeuge flicken - um Ihr Süppchen zu kochen. Das Süppchen gibt sich links, progressiv, sozial, menschenfreundlich. Ist aber grässlich dünn und abgestanden und schmeckt widerlich schon beim Hinsehen.

Schwabe, 14.07.2016 13:15
Wie hat es Charlotte Rath sinngemäß treffend formuliert: Der Ginko-Setzling ist gut für die symbolische Symbolpolitik.
Wichtig für die Öffentlichkeit sind m.E. jedoch ganz andere Dinge, wie z.B. das neue Video mit Schweinsteiger. Ist doch schön wenn dem Volk (insbesondere der Jugend) Krieg mittels Fußball schmackhaft gemacht wird.
Hier der Link:
http://www.sport1.de/boulevard/2016/05/werbespot-fuer-clash-of-kings-bastian-schweinsteiger-spielt-koenig

CharlotteRath, 13.07.2016 14:58
Lieber Herr Grohmann,

in diesen Tagen toppt das Leben die kabarettistische Leistung:

Während Bundeswehreinsätzen im Innern der Weg gebahnt, der Wehretat um das Doppelte aufgestockt und deutsche Waffen an despotische Regimes geliefert werden, während Deutschland seine Truppenstärke vor Libyen und in Afghanistan erhöht, während deutsche Soldaten nicht nur an der Grenze zu Russland sondern auch im südchinesischen Meer unter US-Flagge manövern …
derweil pflanzt Bürgermeister Werner Wölfle (Grüne) als „Mayor for Peace“ im Andenken an die Hiroshima-Opfer einen Gingko-Setzling auf der Rathaus-Dachterrasse. Und praktiziert so symbolische Symbol-Politik, weil das Mini-Bäumchen nicht einmal in der Öffentlichkeit zu sehen ist - geschweige denn von den Kommandanten der Einsatzzentralen EUCOM und AFRICOM auf Stuttgarter Gemarkung.

Manfred Fröhlich, 13.07.2016 13:48
Überraschende Perspektiven: Nein, nicht die waschechte sozialdemokratische Populistin mit dem Gag über eine Volksabstimmung zum DDRexit; aber Frank-Walter warnt populistisch vor Kriegsgeheul und verschleiert worum es geht: Kriege beginnen planmässig, hier mitten unter uns. - GEFECHT (Übung), Drecksack, April 2016, S.1

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