KONTEXT Extra:
NSU-Ausschuss will weitere Akten

Der zweite parlamentarische Untersuchungsausschuss zum "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) geht auf die Suche nach zusätzlichen Akten, um dessen Verbindungen nach Baden-Württemberg besser auszuleuchten. Die Abgeordneten meinen, beim Generalbundesanwalt und/oder im Bundesamt für Verfassungsschutz fündig werden zu können. Beauftragt ist Bernd von Heintschel-Heinegg. Der Rechtswissenschaftler war schon für den ersten Ausschuss des Landtags und als Sonderermittler auch für den Bundestag tätig.

Zurückgestellt wurde in diesem Zusammenhang die Ladung von Mike Markus Friedel. Vor allem der NSU-Experte Hajo Funke hatte immer wieder darauf gedrängt, dass der gebürtige Sachse gehört wird. Dessen Name stand auf der sogenannten Garagenliste, die 1998 in Jena sichergestellt, aber erst mit großer zeitlicher Verzögerung detailliert ausgewertet wurde. Vor fast zwanzig Jahren zog er nach Heilbronn. "Markus Friedel war mit 'Erbse' (V-Mann), Torsten Ogertschnig, zusammen im Ländle im Gefängnis", schreibt Funke. Und von Friedel habe "Erbse" seine Kenntnisse über den NSU und Mundlos.

Bei einer Veranstaltung der "Anstifter" im Stuttgarter Kunstverein hat Rainer Nübel, der im ersten Ausschuss als Sachverständiger aufgetreten war, erneut von den Abgeordneten verlangt, sich ernsthafter mit der Anwesenheit ausländischer Geheimdienste am 25. April 2007 in Heilbronn zu befassen. An diesem Tag waren die Polizistin Michèle Kiesewetter ermordet und ihr Kollege Martin Arnold schwer verletzt worden. Der zweite Ausschuss hat bereits mehrere Zeugen vernommen. Jetzt ist ein Bericht beim Bundesnachrichtendienst angefordert.

Die nächste Ausschusssitzung beginnt am Freitag, den 24. Februar, um 9.30 Uhr im Landtag. Zwei Kriminalbeamtinnen sollen Auskünfte über die rechte Szene geben und die Verbindungen des NSU in den Südwesten. Geladen sind außerdem drei Zeuginnen, die Kontakt zu Beate Zschäpe gehabt haben sollen.

Auch die weiteren Sitzungstermine bis zur parlamentarischen Sommerpause sind festgelegt: 20. März, 28. April, 15. Mai, 19. Juni und der 17. Juli 2017.

Mehr zum Thema: "Geheimdienste im Fokus", "Eh-wurscht-Akten" 


WKZ liest mit

Anfang Januar hatte der Waiblinger Lokalhistoriker und Anstifter Ebbe Koegel sich darüber beschwert, dass das Land dem Firmengründer Andreas Stihl eine Kunstmedaille gewidmet hat. "Andreas Stihl war ein überzeugter Nazi, NSDAP-Mitglied seit 1933, seit 1935 SS-Mitglied mit dem Rang eines Hauptsturmführers (seit 1939)", schrieb er an Finanzministerin Edith Sitzmann. Die Waiblinger Kreiszeitung (WKZ) schwieg dazu - bis Kontext den Fall am 25. Januar aufgriff. Nun erschien am 11. Februar ein zweiseitiges Extra mit ausdrücklichem Bezug auf den Kontext-Artikel. Der Redakteur Peter Schwarz zitiert darin aus der 100-seitigen Entnazifizierungsakte. Die beiden Kinder Stihls, der langjährige IHK-Präsident Hans Peter Stihl und seine Schwester Eva Mayr-Stihl wurden befragt. Die Recherche ergibt, wie die WKZ selbst schreibt, ein "außerordentlich schillerndes Bild."

Der Redakteur zitiert mehrere Fremdarbeiter - den Begriff Zwangsarbeiter meidet er - die sich im Verfahren positiv über Stihl geäußert haben. Ein Slowake berichtet, Stihl habe einem Freund geholfen zu fliehen, der sich den Partisanen anschließen wollte. Ein Jugoslawe meinte, der Patriarch habe sich "mit großer Empörung geäußert über die Gemeinheit und den Terror des dritten Reiches", ein Holländer, er habe "gelitten, als er sehen musste, wie schmutzig dieses System war, und konnte doch nicht mehr von demselben weg." Der Betriebsrat sagte dagegen aus, Stihl sei "100 Prozent Nationalsozialist" gewesen, habe "mehrere seiner Lehrlinge zum Eintritt in die SS" bewogen und Regimekritiker als "Eiterbeulen" bezeichnet, denen er "in die Fresse" schlagen wolle. (16.2.2017)


Wüstenjubiläum: Fünf Jahre Parkräumung

Vor genau fünf Jahren, am 14. Februar 2012, räumten rund 2500 Polizeibeamte das Protestcamp der Stuttgart-21-Gegner im Mittleren Schlossgarten. Drei Tage später waren rund 180 teils bis zu 300 Jahre alte Bäume gefällt oder (ein kleiner Teil der jüngeren) verpflanzt, und einer der ehemals schönsten innerstädtischen Parks Deutschlands hatte sich in eine Schlammwüste verwandelt.

Zum fünften Jahrestag der Parkräumung wollen die Parkschützer am heutigen Dienstag daran erinnern, mit einer Versammlung und Kundgebung an der Lusthausruine im Mittleren Schlossgarten um 17 Uhr. Es soll Reden, Musik und Gedichte geben, anschließend einen Demozug durch die Königstraße.

Kontext hat damals mit einer Reportage von der Parkräumung berichtet – und danach immer wieder von der erstaunlich langen Untätigkeit oder auch von Baufortschritt vorgaukelnden Alibi-Arbeiten. (14.2.2017)


Jörg Meuthen weiter an Björn Höckes Seite

Im vergangenen Sommer hatte der AfD-Rechtsaußen Björn Höcke seinen Bundesparteichef als "meinen verehrten Freund" begrüßt. Und Jörg Meuthen rückte sich selbst, auf dem Kyffhäuser-Treffen, zu dem ihn die Ultras geladen hatte, in die Nähe der besonders weit rechts stehenden parteiinternen Gruppierung "Der Flügel": Er wolle gar nicht als liberaler Kopf der Partei bezeichnet werden, sondern er stehe für "ein gemeinsames Wertefundament". Da hatte Höcke gerade alle anderen Parteien in Deutschland für "inhaltlich entartet" erklärt. Der Schulterschluss hält auch aktuell: Meuthen stellt sich gegen den Rausschmiss, den – wie am Montag bekannt wurde – der Bundesvorstand gegen den Thüringer Landes- und Fraktionschef anstrengt.

Nicht zum ersten Mal. Denn Höcke sollte 2015 schon einmal mit einem Verfahren überzogen werden. Da ging es ebenfalls um eine rassistische Rede, um Aussagen wie, man könne "nicht jedes einzelne NPD-Mitglied als extremistisch einstufen" und um den Vorwurf, Höcke schreibe unter Pseudonym für NPD-Publikationen. Meuthen äußerte sich reichlich schwammig, nahm für sich in Anspruch "als erster aus dem Bundesvorstand scharf reagiert zu haben". Zugleich erklärte er allerdings, dass Höckes "Äußerungen ohne weiteres als rassistisch interpretiert werden können – wobei man darüber diskutieren kann, ob sie es tatsächlich sind". Hans-Olaf Henkel, damals noch AfD-Mitglied, konterte unmissverständlich: "Herr Meuthen ist für mich ein klassischer Schattenboxer." Nach außen tue er immer wieder so, als würde er sich gegen den rechtsnationalen Flügel stellen, nach innen agiere er völlig anders. (13.2.2017)


NSU-Ausschuss: Schon wieder eine tote Zeugin

In seiner nächsten Sitzung wollte der NSU-Untersuchungsausschuss des Landtags eine Zeugin hören, die in den Neunzigerjahren vermutlich zu einer Gruppierung von Rechtsextremisten im Raum Ludwigsburg gehörte. Und sie stand im persönlichen Austausch mit der Neonazi-Szene in Jena und Chemnitz. 1996 soll die Frau sich auch mit Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos getroffen haben und später mit einem aus Thüringen stammenden und in Baden-Württemberg lebenden Mitveranstalter diverser deklarierter Konzerte rechtsextremer Skinheadbands, darunter auch der Band "Noie Werte".

Allerdings ist die Zeugin seit einigen Tagen tot. Ihr Leichnam wurde eingeäschert, ehe der Ausschuss Aufklärung verlangen konnte. "Ich habe dem Justizministerium sofort mitgeteilt", so der Vorsitzende Wolfgang Drexler (SPD), "dass wir großes Interesse daran haben, zu erfahren, ob die Zeugin eines natürlichen Todes gestorben ist und Fremdeinwirkung oder Fremdverschulden bei ihrem Tod ausgeschlossen werden kann." Am Donnerstag teilte das Ministerium mit, dass an der Leichenschau "wohl auch ein forensisch erfahrener Mediziner" mitgewirkt habe. Die Abgeordneten wollen sich jetzt in ihrer nächsten Sitzung am 24. Februar 2017 mit dem Fall befassen. Er sei sicher, so Drexler, "dass die weiteren Abklärungen ebenso wie die Information des Ausschusses und der Öffentlichkeit mit der gebotenen vollständigen Gründlichkeit, Sorgfalt und Umsicht durch die zuständigen Behörden betrieben werden", nicht zuletzt, weil "die Behörden ihre Lektionen gelernt haben".

Ende März 2015 war die 20-jährige Melisa M., eine frühere Freundin des im September 2013 auf dem Cannstatter Wasen verbrannten rechten Aussteigers Florian Heilig, überraschend verstorben, nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft Karlsruhe als Folge eine Motocross-Unfalls. "Es dürfte sich aus dem unfallbedingten Hämatom im linken Knie ein Thrombus gelöst und letztlich die Embolie verursacht haben", hieß es damals in der Pressemitteilung. Auch ein technisches Gutachten zum Zustand ihrer Maschine wurde vorgelegt - ohne Hinweise auf technische Manipulation. Ein knappes Jahr später hatte sich ihr Verlobter Sascha W. das Leben genommen. (10.2.2017)

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Ausgabe 276
Kolumne

Kriegsgeheul

Von Peter Grohmann
Datum: 13.07.2016

"Kriegsgeheul!", schimpft Deutschlands beliebtester Politiker (jetzt einen Platz vor Kretschmann, laut Politbarometer). Frank-Walter meint mit Kriegs-Geheul nicht die Straßen in den Staaten, nicht Dallas. Dort kann ein kranker Krieger im T-Shirt und mit geschultertem Sturmgewehr am hellen Tag durch die Straßen laufen, ohne dass es besonders auffällt oder gar jemanden juckt – um anschließend weiße Polizisten abzuknallen.

"Der Knall ist das Schöne, aber man muss aufpassen, es kommt häufig zu einem Knalltrauma, und sie ist doch erst sechs!" sagt eine weiße junge Mutter und zieht ihrer Tochter den Lärmschutz über die Ohren, während das Kind noch zappelt beim Zielen. "Ruhig halten!", befiehlt die Mutti streng. Im informellen Schießclub von Dallas ist Genauigkeit beim Schuss das oberste Ziel. Urahne, Großmutter, Mutter und Kind in dumpfer Stube beisammen sind. Der Vater kauft inzwischen am Ständle nebenan Munition. Die neuesten Waffen – vom einfachen Colt übers Schnellfeuergewehr bis zum MG – kann die Familie kostenlos nutzen und testen – das Geld macht der Club mit dem Verkauf der Munition. Bei einer Schießübung mit der Familie ist die schnell mal 1000 Dollar los – manche lassen auch schon mal 2000 Dollar liegen. Ein teurer Spaß, den sich das farbige Lumpenproletariat von Dallas nie wird leisten können. Mutti Jessica schimpft auf Obama und lästert über die Gegner eines freien Waffenverkaufs. "Das kleine Vergnügen lassen wir uns nicht auch noch nehmen", sagt sie, "und es wäre zudem ein Verfassungsbruch!"

Nu ja ja, nu nee nee. Nur der Tod ist umsonst, das wusste schon meine Omi Glimbzsch in Zittau. Sie ist als Sozialdemokratin eine waschechte Populistin und freut sich über jedwedes Kriegsgeheul. Für die Region Zittau würde die Stationierung routinierter NATO-Truppen einen enormen politischen und volkseigenen Effekt haben – Lohn und Brot für die Arbeiterklasse. Das weiß sie natürlich, denkt aber vorerst nur über eine Petition via Change.org auf Facebook nach. Wir hingegen wissen: Wäre am Sonntag eine Volksabstimmung für die Wiederherstellung der DDR ohne Honecker und Stacheldraht, würde das Votum fifty-fifty ausgehen, und unsere ganzen Investitionen wären im Eimer. Allerdings stehen die meisten Wessis ja im Osten im Grundbuch – das ist beruhigend. Insoweit kann man nur auf freie Wahlen hoffen – demnächst in Österreich, Frankreich – und dann erst in den Staaten. Die Hoffnung, dass nichts knallt, stirbt zuletzt.

 

Peter Grohmann ist Kabarettist und Initiator des Bürgerprojekts Die AnStifter.


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Kommentare

Schwabe, 20.07.2016 13:06
Insbesondere die von Invinoveritas in seinem Kommentar genannten Personen (vielen Dank dafür Invinoveritas) sind durch ihre Funktion und damit durch ihre Verantwortung innerhalb ihrer bürgerlichen Parteien schuldig an der gegenwärtigen, brandgefährlichen Entwicklung - nicht nur gegenüber Russland.
Die beiden von mir folgenden Videohinweise belegen die brandgefährliche Situation beispielhaft.

Säbelrasseln: NATO rückt provokativ an russische Grenze vor
Quelle: ARD via YouTube
Das erschreckende Video (10:22 Min) dazu unter diesem Link:
https://www.youtube.com/watch?v=91CZ9f8DkYk

Die Clintons haben den Krieg zurück nach Europa gebracht (Jugoslawien, völkerrechtswidrig)
Willy Wimmers Brandrede gegen die US-Air Base Ramstein Willy Wimmer spricht zur Auftaktkundgebung des Protestwochenendes gegen die US Air Base Ramstein in der Versöhnungskirche in Kaiserslautern vor etwa 600 Zuhörern über Drohnenmorde und die Komplizenschaft der deutschen Bundesregierung, die permanent die eigene Verfassung und das Völkerrecht mit Füßen tritt, indem sie bei Mord, der von deutschem Boden koordiniert wird, bewusst wegschaut. Wimmer nimmt dabei kein Blatt vor den Mund.
Quelle: KenFM
Das Video (21:43 Min) dazu unter diesem Link:
https://www.youtube.com/watch?v=JZZM15lPhLE

"Ist doch schön, wenn dem Volk der Krieg mittels Fußball schmackhaft gemacht wird."
Ob dies eine Unterstellung ist oder nicht lieber Invinoveritas lassen Sie den Zuschauer am besten selbst entscheiden - jetzt evtl. mit geschärften Sinnen.
Hier nochmal der Werbespot mit Schweinsteiger:
http://www.sport1.de/boulevard/2016/05/werbespot-fuer-clash-of-kings-bastian-schweinsteiger-spielt-koenig

Selbst die Bundeswehr hat mittlerweile Werbespots, in denen sie ihre Soldaten (Kanonenfutter) mit Olympioniken vergleicht. Das hat für mich schon pathologische Züge!

Zum Schluss noch eine gutgemeinte und exklusive Leseempfehlung von mir an Sie Invinoveritas:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=34046

invinoveritas, 19.07.2016 15:43
@ Schwabe


Ihre These, hiesige "Bürgerliche" und Leitmedien seien schuld an Terror und Krieg, verrät blinde Voreingenommenheit und radikal einseitige Schuldzuweisung.

Dass "wir" alle möglichen Fehler machen und gemacht haben, ist ja nicht zu bestreiten. Aber wenn Sie so tun, als gäbe es keinerlei "hausgemachte" Ursachen in Ländern wie Afghanistan, Syrien oder Tunesien und als trügen in Europa aufgewachsene Attentäter keine eigene Verantwortung dafür, wenn sie mit ihrem Leben nicht zurechtkommen und bespielsweise der von Nizza ein gewalttätiger Kleinkrimineller wird, dann fehlt jede Voraussetzung für eine auch nur einigermaßen sinnvolle Debatte.

@Charlotte Rath

Es muss wahnsinnig schwer sein, bei der Sache zu bleiben. Es ging um die aberwitzige Behauptung, dem deutschen Volk solle Krieg mittels Fußball schmackhaft gemacht werden. Statt dem Urheber solchen demagogischen Unsinns auf die Zehen zu treten, beklagen Sie meine Wortwahl und fordern mich zu einem Vergleich der Friedensliebe der Herren Gauck und Eppler auf und zur Nennung von Vorstößen zum Thema Recht und militärische Gewalt. Thema verfehlt, Zeit verschwendet.

Schwabe, 19.07.2016 09:34
Originaltitel: Attentat de Nice
„Die zivilen und unschuldigen Opfer zahlen den Preis für einen Krieg, den sie nicht gewollt haben“
Veröffentlicht in: Länderberichte, Terrorismus

Gerhard Kilper, Ökonom, Kenner der französischen Sprache und Freund der NachDenkSeiten hat einen Artikel des französischen Philosophen und Essayisten Didier Martz übersetzt: „Das Attentat von Nizza“.

Dieser Text passt in die gesamte Debatte und trifft. Er trifft die Verantwortlichen. Auch den Großteil unserer Medien, die immer noch nicht den Ursachen der Gewalt und des Terrors nachgehen.

Die zivilen und unschuldigen Opfer zahlen den Preis für einen Krieg, den sie nicht gewollt haben

Was wir erleben ist Terrorismus. Der Terrorismus ist eine Waffe im Krieg.

„Der Krieg“ ist der Krieg, den unsere Regierungen der Reihe nach seit mehreren Jahrzehnten ohne Kriegserklärung in Afghanistan, in Libyen, im Irak, in Syrien und anderswo führen. Krieg wird auch indirekt dadurch von uns geführt, dass wir Waffen an potentiell kriegsführende Parteien verkaufen. Hunderttausende waren genauso unschuldige und zivile Opfer dieses „Krieges“.

Nach dem 13. November 2015 erklärte uns der Premierminister „Wir sind im Krieg“. Ein missbrauchtes „wir“, da „wir“ diesen Krieg nicht gewollt haben und auch unsere Abgeordneten haben ihn nicht gewollt, da sie ihn nicht als solchen erklärt haben.

Wir haben den Krieg ins Ausland getragen und der gleiche Premierminister ist jetzt darüber erstaunt, dass der Krieg sich in unserem Land in Form schmutziger Attentate manifestiert – obwohl er weiß, dass wir historisch von solch ungeheuerlichen Taten nicht verschont geblieben sind.

Nein Monsieur Cazeneuve, nein Herr Innenminister als Kriegsminister, „ich werde diesen Krieg nicht mitmachen“, wie das die Poeten so schön sagen.
Sie haben den Wind gesät und es ist nur schiere „Normalität“, dass sie auch selber die Ernte des gesäten Sturms einfahren.
Jedem sein ihm zukommendes Teil – außer dass es „uns“ Frauen, Kindern, Männern vorbehalten bleibt, am Ende dann die Zeche zu bezahlen.

Anmerkung von mir:
Krieg und Terror ist die Schuld der "Bürgerlichen (insbesondere "Merkel, Steinmeier, Gauck, Özdemir") und der (Leit)Medien.
Steinmeier würde sich mit seiner kürzlichen, einmaligen und richtigen Warnung vor dem "Säbelrasseln" nur dann glaubhaft machen wenn er diese Warnung so lange wie nötig öffentlichkeitswirksam bekräftigt. Tut er aber nicht!
"Bürgerliche" waren noch nie und werden auch nie bei wichtigen/weitreichenden (gesellschafts)politischen Entscheidungen auf der Seite der Bevölkerungsmehrheit stehen - was ist so schwer daran dies zu durchschauen und sich dann auch einzugestehen?
Es sei denn, das politische Kalkül zwingt die "Bürgerlichen" zum Handeln. So wie wir das bei Merkel nach der Atomkatastrophe in Japan erlebt haben - auch "Energiewende" genannt (was sie natürlich zugunsten der Atomlobby mittlerweile Stück für Stück und relativ unbemerkt wieder rückgängig macht).

CharlotteRath, 18.07.2016 18:27
@invino...
Eine gemäßigte Wortwal Ihrerseits fände ich überzeugender.
Herr Bundespräsident Gauck hat sich mindestens missverständlich geäußert, siehe: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-08/gauck-bundeswehr-militaereinsaetze-afghanistan-theologen

Halten Sie mal selbst die Rede von Herrn BP Gauck anlässlich der 50. Münchner Sicherheitskonferenz neben die Rede von Herrn Eppler anlässlich des 75.en Jahrestages des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion - wer davon fühlt sich aus Ihrer Sicht dem Frieden und der Völkerverständigung stärker verpflichtet?
http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Joachim-Gauck/Reden/2014/01/140131-Muenchner-Sicherheitskonferenz.html
https://drive.google.com/file/d/0ByxMIOjDlAHXbVJqUFBxd0VjM0NVTnZxSE1ZNEV6ZUdtT0dJ/view?pref=2&pli=1

Kennen Sie einen politischen Vorstoß von "Merkel, Steinmeier, Gauck, Özdemir", militärische Gewalt dem Recht zu unterwerfen? Beispielsweise den Vereinigten Staaten eine Anerkennung des Internationalen Strafgerichtshofs nahezulegen? Laut Herrn BP Gauck ist Deutschland ja ein "gleichberechtigter Partner" in der "Wertegemeinschaft" ...

Schwabe, 15.07.2016 11:37
Insbesondere die von Invinoveritas in seinem Kommentar genannten Personen (vielen Dank dafür Invinoveritas) sind durch ihre Funktion und damit durch ihre Verantwortung innerhalb ihrer bürgerlichen Parteien schuldig an der gegenwärtigen, brandgefährlichen Entwicklung - nicht nur gegenüber Russland.
Die beiden von mir folgenden Videohinweise belegen die brandgefährliche Situation beispielhaft.

Säbelrasseln: NATO rückt provokativ an russische Grenze vor
Quelle: ARD via YouTube
Das erschreckende Video (10:22 Min) dazu unter diesem Link:
https://www.youtube.com/watch?v=91CZ9f8DkYk

Die Clintons haben den Krieg zurück nach Europa gebracht (Jugoslawien, völkerrechtswidrig)
Willy Wimmers Brandrede gegen die US-Air Base Ramstein Willy Wimmer spricht zur Auftaktkundgebung des Protestwochenendes gegen die US Air Base Ramstein in der Versöhnungskirche in Kaiserslautern vor etwa 600 Zuhörern über Drohnenmorde und die Komplizenschaft der deutschen Bundesregierung, die permanent die eigene Verfassung und das Völkerrecht mit Füßen tritt, indem sie bei Mord, der von deutschem Boden koordiniert wird, bewusst wegschaut. Wimmer nimmt dabei kein Blatt vor den Mund.
Quelle: KenFM
Das Video (21:43 Min) dazu unter diesem Link:
https://www.youtube.com/watch?v=JZZM15lPhLE

"Ist doch schön, wenn dem Volk der Krieg mittels Fußball schmackhaft gemacht wird."
Ob dies eine Unterstellung ist oder nicht lieber Invinoveritas lassen Sie den Zuschauer am besten selbst entscheiden - jetzt evtl. mit geschärften Sinnen.
Hier nochmal der Werbespot mit Schweinsteiger:
http://www.sport1.de/boulevard/2016/05/werbespot-fuer-clash-of-kings-bastian-schweinsteiger-spielt-koenig

Selbst die Bundeswehr hat mittlerweile Werbespots, in denen sie ihre Soldaten (Kanonenfutter) mit Olympioniken vergleicht. Das hat für mich schon pathologische Züge!

Zum Schluss noch eine gutgemeinte und exklusive Leseempfehlung von mir Invinoveritas:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=34046

invinoveritas, 14.07.2016 17:31
@Schwabe

"Ist doch schön, wenn dem Volk der Krieg mittels Fußball schmackhaft gemacht wird."

Ihre Unterstellungen, Verehrtester, sind hanebüchen. Wer in diesem Land will bitte Krieg? Wem könnten Sie so etwas ins Gesicht sagen, ohne knallrot zu werden? Merkel, Steinmeier, Gauck, Özdemir? Sie wissen doch - wenn nicht, umso schlimmer -, dass das eine dreiste, beleidigende Unwahrheit ist. Mit ihr wollen Sie - wie üblich in Ihren eintönigen demagogischen Litaneien - dem zum zigsten Mal beschworenen Establishment aus Kartellparteien, Lügenpresse und konservativ-neoliberalem Bürgertum am Zeuge flicken - um Ihr Süppchen zu kochen. Das Süppchen gibt sich links, progressiv, sozial, menschenfreundlich. Ist aber grässlich dünn und abgestanden und schmeckt widerlich schon beim Hinsehen.

Schwabe, 14.07.2016 13:15
Wie hat es Charlotte Rath sinngemäß treffend formuliert: Der Ginko-Setzling ist gut für die symbolische Symbolpolitik.
Wichtig für die Öffentlichkeit sind m.E. jedoch ganz andere Dinge, wie z.B. das neue Video mit Schweinsteiger. Ist doch schön wenn dem Volk (insbesondere der Jugend) Krieg mittels Fußball schmackhaft gemacht wird.
Hier der Link:
http://www.sport1.de/boulevard/2016/05/werbespot-fuer-clash-of-kings-bastian-schweinsteiger-spielt-koenig

CharlotteRath, 13.07.2016 14:58
Lieber Herr Grohmann,

in diesen Tagen toppt das Leben die kabarettistische Leistung:

Während Bundeswehreinsätzen im Innern der Weg gebahnt, der Wehretat um das Doppelte aufgestockt und deutsche Waffen an despotische Regimes geliefert werden, während Deutschland seine Truppenstärke vor Libyen und in Afghanistan erhöht, während deutsche Soldaten nicht nur an der Grenze zu Russland sondern auch im südchinesischen Meer unter US-Flagge manövern …
derweil pflanzt Bürgermeister Werner Wölfle (Grüne) als „Mayor for Peace“ im Andenken an die Hiroshima-Opfer einen Gingko-Setzling auf der Rathaus-Dachterrasse. Und praktiziert so symbolische Symbol-Politik, weil das Mini-Bäumchen nicht einmal in der Öffentlichkeit zu sehen ist - geschweige denn von den Kommandanten der Einsatzzentralen EUCOM und AFRICOM auf Stuttgarter Gemarkung.

Manfred Fröhlich, 13.07.2016 13:48
Überraschende Perspektiven: Nein, nicht die waschechte sozialdemokratische Populistin mit dem Gag über eine Volksabstimmung zum DDRexit; aber Frank-Walter warnt populistisch vor Kriegsgeheul und verschleiert worum es geht: Kriege beginnen planmässig, hier mitten unter uns. - GEFECHT (Übung), Drecksack, April 2016, S.1

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