KONTEXT Extra:
Stuttgarter Filmwinter startet mit "Mut zur Lüge"

Der Stuttgarter Filmwinter – Eröffnung am 18. Januar – steht in diesem Jahr ganz im Zeichen der Lüge. So ist es natürlich auch nicht der 300. Filmwinter, wie auf den quietschgelben Werbeplakaten zu lesen ist, sondern der 30. – immerhin. Bis 22. Januar sind im FITZ! in der Eberhardstrasse, im Haus der Geschichte, im Kunstbezirk, und im Theater tri-bühne experimentelle Filme und Medienkunst zu sehen und zu erleben bei diesem "bedeutendsten Festival Experimentalfilm im süddeutschen Raum ". So die Eigenwerbung und das ist natürlich keine Lüge. Wie in den vergangenen Jahren auch, sollen die anspruchsvollen und meist auch anstrengenden experimentellen Filmkunstwerke einer größeren Öffentlichkeit spielerisch näher gebracht werden. Damit der Nachwuchs an interessierten Zuschauern nicht ausbleibt, gibt es auch bei diesem Filmwinter im Zeichen der Lüge ein spezielles Programm für Kinder und Jugendliche mit Kurzfilmen, Workshops, Führungen. Das Programm und mehr gibt es unter www.filmwinter.de.


Jetzt doch ein Koalitionsausschuss zu Afghanistan

Vor Weihnachten hatten Grünen und CDU eine inhaltliche Aussprache über die Abschiebepraxis nach Afghanistan vermieden. Stattdessen wurde im Koalitionsausschuss vor allem darüber diskutiert, ob Grünen-Landeschef Oliver Hildenbrand es "schäbig" nennen darf, wenn sein CDU-Pendant, Innenminister Thomas Strobl, auch alte oder kranke Menschen abschieben will. Zur bisher einzigen Sammelabschiebung wurde ein Mann sogar aus einer Psychiatrischen Klinik geholt, dann allerdings doch nicht ins Flugzeug nach Kabul gesetzt.

Am kommenden Dienstag werden dieser und andere Fälle sowie die grundsätzliche Vorgehensweise im Koalitionsausschuss diskutiert. Die Grünen, die die Debatte durchgesetzt haben, erinnern an die geltenden Leitlinien des Landes zu Abschiebungen und Rückführungen, nach denen eine Einzelfallprüfung ohnehin zwingend ist. Bisher hatte sich Strobl gegen eine inhaltliche Behandlung der von ihm mitinitiierten verschärften Abschiebepraxis im Koalitionsausschuss ausgesprochen. Die Grünen gehen davon aus, dass die Leitlinien und damit die Einzelfallprüfung bestätigt werden.

Auf dem Tisch liegt auch ein Papier der sogenannten G-Länder, also aller Koalitionen, an denen Grüne beteiligt sind. Diesem zufolge muss gewährleistet sein, "dass Ausreisepflichtige keinen Schaden an Leben und Gesundheit nehmen". Die Regierungspartner in Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen "betonen eine Reihe von Grundlinien und Anforderungen bezüglich Rückführungen nach Afghanistan". Sie fordern die Bundesregierung aber auch auf, die Sicherheitslage in Afghanistan "erneut zu überprüfen". (14.1.2017)


Ein zweites Raumwunder für Geflüchtete

Engagement kann sich lohnen. Im September hatte Kontext über die Initiative der Künstlerin Martina Geiger-Gerlach berichtet, eine Wohnung in einem zum Abriss vorgesehenen Haus im Stuttgarter Stadtteil Steckfeld monatsweise Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig finden dort immer Ausstellungen statt, die Nachbarn und Interessierten Gelegenheit geben, Künstlern und Geflüchteten zwanglos zu begegnen. Nun hat der Vermieter, das katholische Siedlungswerk, der Künstlerin eine zweite Wohnung im selben Haus als Lernwohnung zur Verfügung gestellt, damit Geflüchtete, die im Trubel ihrer Unterkunft nicht zur Ruhe kommen, eine Rückzugsmöglichkeit finden. Zudem bleibt das Haus länger stehen: voraussichtlich zwei Jahre. Dem Siedlungswerk gefällt das Projekt so gut, dass Martina Geiger-Gerlach gefragt wurde, ob sie sich vorstellen könnte, im Quartiersraum des Neubauareals an Stelle des früheren Olgahospitals eine Aufgabe zu übernehmen. Und: Ihr Wohnungs-Projekt ist für den Stuttgarter Bürgerpreis der Bürgerstiftung vorgeschlagen worden. Am 20. Januar um 19 Uhr eröffnet in der Karlshofstraße 42 in Steckfeld die nächste Ausstellung mit Gemälden von Ivan Zozulya und dem DJ Roman Levin. Am 31. Januar wird die Entscheidung zum Bürgerpreis bekannt gegeben. Jeder kann mit abstimmen!


Der Gewitterwanderer im Glück

Mitte November hatte der 33-jährige Göppinger Schriftsteller Kai Bleifuß noch geschimpft wie ein Rohrspatz. Der promovierte Goethe-Experte rackert sich seit Jahren mit Schreiben ab. Fabrizierte zuletzt einen Roman über den Dichterfürsten und wie der so wäre, würde er in unserer Zeit leben. "Goethes Mörder" heißt das gute Stück. Gutes Zeug. Guter Mann. Das weiß auch Bleifuß selbst. Kontext gegenüber machte er keinen Hehl daraus, dass er sich selbst für einen ziemlich duften Typen hält. Doch bislang schlug ihm seitens des ganzen "Literaturzirkus" und der Verlage kalter Wind entgegen. Niemand wolle mehr ein Risiko eingehen. Literatur würde immer mehr unter ökonomischen Abwägungen betrachtet, konstatierte der resolute Literaturnerd. "Schreiben ist das Idiotischste, was man machen kann. Nicht schreiben aber auch."

Ein Bleifuß lässt sich aber nicht unterkriegen – und jetzt hat es gerappelt im Karton: Am vergangenen Sonntag sackte der Göppinger für seinen Text "Fünf Variationen auf das Unsagbare" den Autorenpreis "Irseer Pegasus 2017" ein. 150 Schriftsteller aus dem ganzen Land hatten sich mit ihren Werken beworben, doch Bleifuß hat den mit 2000 Euro dotierten Preis gewonnen. Neben ihm auf dem Siegertreppchen der Preisverleihung im Kloster Irsee im Allgäu strahlte David Krause aus Kerpen.

"Der glücklose Autor hatte endlich einmal Glück!", schrieb Goethe-Glücksbärchen Bleifuß voller Freude an Kontext, mit der Bitte unseren LeserInnen mitzuteilen, dass man am 27.1. ab 21:05 Uhr im BR2 sein Hörspiel "Pinball" senden werde. Machen wir doch gerne. (11.1.2017) 


Abstand halten von den Volksverrätern

Aus 594 Wörtern haben die Sprachwissenschaftler um die Darmstädter Professorin Nina Janich das Unwort des Jahres 2016 ausgesucht: "Volksverräter". Aus dem Erbe der NS-Diktatur werde das Wort von Pegida, AfD und anderen Rechtsaußen verwendet, um PolitikerInnen  zu diffamieren. Mit der Folge, dass das "ernsthafte Gespräch" und notwendige Diskussionen in der Gesellschaft abgewürgt würden, begründet die Jury. Auf den weiteren Plätzen folgen "postfaktisch", "Populismus", "Gutmensch" sowie eine "Armlänge Abstand". Mit in der fünfköpfigen Jury saß auch Kontext-Autor Stephan Hebel. (10.1.2016)


KONTEXT
per E-Mail:
Immer informiert:

Durch diese Anmeldung erhalten Sie regelmäßig immer mittwochs um 9 Uhr unsere neueste Ausgabe unkompliziert per E-Mail.

Datenschutz-Hinweis

Ausgabe 276
Kolumne

Kriegsgeheul

Von Peter Grohmann
Datum: 13.07.2016

"Kriegsgeheul!", schimpft Deutschlands beliebtester Politiker (jetzt einen Platz vor Kretschmann, laut Politbarometer). Frank-Walter meint mit Kriegs-Geheul nicht die Straßen in den Staaten, nicht Dallas. Dort kann ein kranker Krieger im T-Shirt und mit geschultertem Sturmgewehr am hellen Tag durch die Straßen laufen, ohne dass es besonders auffällt oder gar jemanden juckt – um anschließend weiße Polizisten abzuknallen.

"Der Knall ist das Schöne, aber man muss aufpassen, es kommt häufig zu einem Knalltrauma, und sie ist doch erst sechs!" sagt eine weiße junge Mutter und zieht ihrer Tochter den Lärmschutz über die Ohren, während das Kind noch zappelt beim Zielen. "Ruhig halten!", befiehlt die Mutti streng. Im informellen Schießclub von Dallas ist Genauigkeit beim Schuss das oberste Ziel. Urahne, Großmutter, Mutter und Kind in dumpfer Stube beisammen sind. Der Vater kauft inzwischen am Ständle nebenan Munition. Die neuesten Waffen – vom einfachen Colt übers Schnellfeuergewehr bis zum MG – kann die Familie kostenlos nutzen und testen – das Geld macht der Club mit dem Verkauf der Munition. Bei einer Schießübung mit der Familie ist die schnell mal 1000 Dollar los – manche lassen auch schon mal 2000 Dollar liegen. Ein teurer Spaß, den sich das farbige Lumpenproletariat von Dallas nie wird leisten können. Mutti Jessica schimpft auf Obama und lästert über die Gegner eines freien Waffenverkaufs. "Das kleine Vergnügen lassen wir uns nicht auch noch nehmen", sagt sie, "und es wäre zudem ein Verfassungsbruch!"

Nu ja ja, nu nee nee. Nur der Tod ist umsonst, das wusste schon meine Omi Glimbzsch in Zittau. Sie ist als Sozialdemokratin eine waschechte Populistin und freut sich über jedwedes Kriegsgeheul. Für die Region Zittau würde die Stationierung routinierter NATO-Truppen einen enormen politischen und volkseigenen Effekt haben – Lohn und Brot für die Arbeiterklasse. Das weiß sie natürlich, denkt aber vorerst nur über eine Petition via Change.org auf Facebook nach. Wir hingegen wissen: Wäre am Sonntag eine Volksabstimmung für die Wiederherstellung der DDR ohne Honecker und Stacheldraht, würde das Votum fifty-fifty ausgehen, und unsere ganzen Investitionen wären im Eimer. Allerdings stehen die meisten Wessis ja im Osten im Grundbuch – das ist beruhigend. Insoweit kann man nur auf freie Wahlen hoffen – demnächst in Österreich, Frankreich – und dann erst in den Staaten. Die Hoffnung, dass nichts knallt, stirbt zuletzt.

 

Peter Grohmann ist Kabarettist und Initiator des Bürgerprojekts Die AnStifter.


Gefällt Ihnen dieser Artikel?

Kommentare

Schwabe, 20.07.2016 13:06
Insbesondere die von Invinoveritas in seinem Kommentar genannten Personen (vielen Dank dafür Invinoveritas) sind durch ihre Funktion und damit durch ihre Verantwortung innerhalb ihrer bürgerlichen Parteien schuldig an der gegenwärtigen, brandgefährlichen Entwicklung - nicht nur gegenüber Russland.
Die beiden von mir folgenden Videohinweise belegen die brandgefährliche Situation beispielhaft.

Säbelrasseln: NATO rückt provokativ an russische Grenze vor
Quelle: ARD via YouTube
Das erschreckende Video (10:22 Min) dazu unter diesem Link:
https://www.youtube.com/watch?v=91CZ9f8DkYk

Die Clintons haben den Krieg zurück nach Europa gebracht (Jugoslawien, völkerrechtswidrig)
Willy Wimmers Brandrede gegen die US-Air Base Ramstein Willy Wimmer spricht zur Auftaktkundgebung des Protestwochenendes gegen die US Air Base Ramstein in der Versöhnungskirche in Kaiserslautern vor etwa 600 Zuhörern über Drohnenmorde und die Komplizenschaft der deutschen Bundesregierung, die permanent die eigene Verfassung und das Völkerrecht mit Füßen tritt, indem sie bei Mord, der von deutschem Boden koordiniert wird, bewusst wegschaut. Wimmer nimmt dabei kein Blatt vor den Mund.
Quelle: KenFM
Das Video (21:43 Min) dazu unter diesem Link:
https://www.youtube.com/watch?v=JZZM15lPhLE

"Ist doch schön, wenn dem Volk der Krieg mittels Fußball schmackhaft gemacht wird."
Ob dies eine Unterstellung ist oder nicht lieber Invinoveritas lassen Sie den Zuschauer am besten selbst entscheiden - jetzt evtl. mit geschärften Sinnen.
Hier nochmal der Werbespot mit Schweinsteiger:
http://www.sport1.de/boulevard/2016/05/werbespot-fuer-clash-of-kings-bastian-schweinsteiger-spielt-koenig

Selbst die Bundeswehr hat mittlerweile Werbespots, in denen sie ihre Soldaten (Kanonenfutter) mit Olympioniken vergleicht. Das hat für mich schon pathologische Züge!

Zum Schluss noch eine gutgemeinte und exklusive Leseempfehlung von mir an Sie Invinoveritas:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=34046

invinoveritas, 19.07.2016 15:43
@ Schwabe


Ihre These, hiesige "Bürgerliche" und Leitmedien seien schuld an Terror und Krieg, verrät blinde Voreingenommenheit und radikal einseitige Schuldzuweisung.

Dass "wir" alle möglichen Fehler machen und gemacht haben, ist ja nicht zu bestreiten. Aber wenn Sie so tun, als gäbe es keinerlei "hausgemachte" Ursachen in Ländern wie Afghanistan, Syrien oder Tunesien und als trügen in Europa aufgewachsene Attentäter keine eigene Verantwortung dafür, wenn sie mit ihrem Leben nicht zurechtkommen und bespielsweise der von Nizza ein gewalttätiger Kleinkrimineller wird, dann fehlt jede Voraussetzung für eine auch nur einigermaßen sinnvolle Debatte.

@Charlotte Rath

Es muss wahnsinnig schwer sein, bei der Sache zu bleiben. Es ging um die aberwitzige Behauptung, dem deutschen Volk solle Krieg mittels Fußball schmackhaft gemacht werden. Statt dem Urheber solchen demagogischen Unsinns auf die Zehen zu treten, beklagen Sie meine Wortwahl und fordern mich zu einem Vergleich der Friedensliebe der Herren Gauck und Eppler auf und zur Nennung von Vorstößen zum Thema Recht und militärische Gewalt. Thema verfehlt, Zeit verschwendet.

Schwabe, 19.07.2016 09:34
Originaltitel: Attentat de Nice
„Die zivilen und unschuldigen Opfer zahlen den Preis für einen Krieg, den sie nicht gewollt haben“
Veröffentlicht in: Länderberichte, Terrorismus

Gerhard Kilper, Ökonom, Kenner der französischen Sprache und Freund der NachDenkSeiten hat einen Artikel des französischen Philosophen und Essayisten Didier Martz übersetzt: „Das Attentat von Nizza“.

Dieser Text passt in die gesamte Debatte und trifft. Er trifft die Verantwortlichen. Auch den Großteil unserer Medien, die immer noch nicht den Ursachen der Gewalt und des Terrors nachgehen.

Die zivilen und unschuldigen Opfer zahlen den Preis für einen Krieg, den sie nicht gewollt haben

Was wir erleben ist Terrorismus. Der Terrorismus ist eine Waffe im Krieg.

„Der Krieg“ ist der Krieg, den unsere Regierungen der Reihe nach seit mehreren Jahrzehnten ohne Kriegserklärung in Afghanistan, in Libyen, im Irak, in Syrien und anderswo führen. Krieg wird auch indirekt dadurch von uns geführt, dass wir Waffen an potentiell kriegsführende Parteien verkaufen. Hunderttausende waren genauso unschuldige und zivile Opfer dieses „Krieges“.

Nach dem 13. November 2015 erklärte uns der Premierminister „Wir sind im Krieg“. Ein missbrauchtes „wir“, da „wir“ diesen Krieg nicht gewollt haben und auch unsere Abgeordneten haben ihn nicht gewollt, da sie ihn nicht als solchen erklärt haben.

Wir haben den Krieg ins Ausland getragen und der gleiche Premierminister ist jetzt darüber erstaunt, dass der Krieg sich in unserem Land in Form schmutziger Attentate manifestiert – obwohl er weiß, dass wir historisch von solch ungeheuerlichen Taten nicht verschont geblieben sind.

Nein Monsieur Cazeneuve, nein Herr Innenminister als Kriegsminister, „ich werde diesen Krieg nicht mitmachen“, wie das die Poeten so schön sagen.
Sie haben den Wind gesät und es ist nur schiere „Normalität“, dass sie auch selber die Ernte des gesäten Sturms einfahren.
Jedem sein ihm zukommendes Teil – außer dass es „uns“ Frauen, Kindern, Männern vorbehalten bleibt, am Ende dann die Zeche zu bezahlen.

Anmerkung von mir:
Krieg und Terror ist die Schuld der "Bürgerlichen (insbesondere "Merkel, Steinmeier, Gauck, Özdemir") und der (Leit)Medien.
Steinmeier würde sich mit seiner kürzlichen, einmaligen und richtigen Warnung vor dem "Säbelrasseln" nur dann glaubhaft machen wenn er diese Warnung so lange wie nötig öffentlichkeitswirksam bekräftigt. Tut er aber nicht!
"Bürgerliche" waren noch nie und werden auch nie bei wichtigen/weitreichenden (gesellschafts)politischen Entscheidungen auf der Seite der Bevölkerungsmehrheit stehen - was ist so schwer daran dies zu durchschauen und sich dann auch einzugestehen?
Es sei denn, das politische Kalkül zwingt die "Bürgerlichen" zum Handeln. So wie wir das bei Merkel nach der Atomkatastrophe in Japan erlebt haben - auch "Energiewende" genannt (was sie natürlich zugunsten der Atomlobby mittlerweile Stück für Stück und relativ unbemerkt wieder rückgängig macht).

CharlotteRath, 18.07.2016 18:27
@invino...
Eine gemäßigte Wortwal Ihrerseits fände ich überzeugender.
Herr Bundespräsident Gauck hat sich mindestens missverständlich geäußert, siehe: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-08/gauck-bundeswehr-militaereinsaetze-afghanistan-theologen

Halten Sie mal selbst die Rede von Herrn BP Gauck anlässlich der 50. Münchner Sicherheitskonferenz neben die Rede von Herrn Eppler anlässlich des 75.en Jahrestages des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion - wer davon fühlt sich aus Ihrer Sicht dem Frieden und der Völkerverständigung stärker verpflichtet?
http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Joachim-Gauck/Reden/2014/01/140131-Muenchner-Sicherheitskonferenz.html
https://drive.google.com/file/d/0ByxMIOjDlAHXbVJqUFBxd0VjM0NVTnZxSE1ZNEV6ZUdtT0dJ/view?pref=2&pli=1

Kennen Sie einen politischen Vorstoß von "Merkel, Steinmeier, Gauck, Özdemir", militärische Gewalt dem Recht zu unterwerfen? Beispielsweise den Vereinigten Staaten eine Anerkennung des Internationalen Strafgerichtshofs nahezulegen? Laut Herrn BP Gauck ist Deutschland ja ein "gleichberechtigter Partner" in der "Wertegemeinschaft" ...

Schwabe, 15.07.2016 11:37
Insbesondere die von Invinoveritas in seinem Kommentar genannten Personen (vielen Dank dafür Invinoveritas) sind durch ihre Funktion und damit durch ihre Verantwortung innerhalb ihrer bürgerlichen Parteien schuldig an der gegenwärtigen, brandgefährlichen Entwicklung - nicht nur gegenüber Russland.
Die beiden von mir folgenden Videohinweise belegen die brandgefährliche Situation beispielhaft.

Säbelrasseln: NATO rückt provokativ an russische Grenze vor
Quelle: ARD via YouTube
Das erschreckende Video (10:22 Min) dazu unter diesem Link:
https://www.youtube.com/watch?v=91CZ9f8DkYk

Die Clintons haben den Krieg zurück nach Europa gebracht (Jugoslawien, völkerrechtswidrig)
Willy Wimmers Brandrede gegen die US-Air Base Ramstein Willy Wimmer spricht zur Auftaktkundgebung des Protestwochenendes gegen die US Air Base Ramstein in der Versöhnungskirche in Kaiserslautern vor etwa 600 Zuhörern über Drohnenmorde und die Komplizenschaft der deutschen Bundesregierung, die permanent die eigene Verfassung und das Völkerrecht mit Füßen tritt, indem sie bei Mord, der von deutschem Boden koordiniert wird, bewusst wegschaut. Wimmer nimmt dabei kein Blatt vor den Mund.
Quelle: KenFM
Das Video (21:43 Min) dazu unter diesem Link:
https://www.youtube.com/watch?v=JZZM15lPhLE

"Ist doch schön, wenn dem Volk der Krieg mittels Fußball schmackhaft gemacht wird."
Ob dies eine Unterstellung ist oder nicht lieber Invinoveritas lassen Sie den Zuschauer am besten selbst entscheiden - jetzt evtl. mit geschärften Sinnen.
Hier nochmal der Werbespot mit Schweinsteiger:
http://www.sport1.de/boulevard/2016/05/werbespot-fuer-clash-of-kings-bastian-schweinsteiger-spielt-koenig

Selbst die Bundeswehr hat mittlerweile Werbespots, in denen sie ihre Soldaten (Kanonenfutter) mit Olympioniken vergleicht. Das hat für mich schon pathologische Züge!

Zum Schluss noch eine gutgemeinte und exklusive Leseempfehlung von mir Invinoveritas:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=34046

invinoveritas, 14.07.2016 17:31
@Schwabe

"Ist doch schön, wenn dem Volk der Krieg mittels Fußball schmackhaft gemacht wird."

Ihre Unterstellungen, Verehrtester, sind hanebüchen. Wer in diesem Land will bitte Krieg? Wem könnten Sie so etwas ins Gesicht sagen, ohne knallrot zu werden? Merkel, Steinmeier, Gauck, Özdemir? Sie wissen doch - wenn nicht, umso schlimmer -, dass das eine dreiste, beleidigende Unwahrheit ist. Mit ihr wollen Sie - wie üblich in Ihren eintönigen demagogischen Litaneien - dem zum zigsten Mal beschworenen Establishment aus Kartellparteien, Lügenpresse und konservativ-neoliberalem Bürgertum am Zeuge flicken - um Ihr Süppchen zu kochen. Das Süppchen gibt sich links, progressiv, sozial, menschenfreundlich. Ist aber grässlich dünn und abgestanden und schmeckt widerlich schon beim Hinsehen.

Schwabe, 14.07.2016 13:15
Wie hat es Charlotte Rath sinngemäß treffend formuliert: Der Ginko-Setzling ist gut für die symbolische Symbolpolitik.
Wichtig für die Öffentlichkeit sind m.E. jedoch ganz andere Dinge, wie z.B. das neue Video mit Schweinsteiger. Ist doch schön wenn dem Volk (insbesondere der Jugend) Krieg mittels Fußball schmackhaft gemacht wird.
Hier der Link:
http://www.sport1.de/boulevard/2016/05/werbespot-fuer-clash-of-kings-bastian-schweinsteiger-spielt-koenig

CharlotteRath, 13.07.2016 14:58
Lieber Herr Grohmann,

in diesen Tagen toppt das Leben die kabarettistische Leistung:

Während Bundeswehreinsätzen im Innern der Weg gebahnt, der Wehretat um das Doppelte aufgestockt und deutsche Waffen an despotische Regimes geliefert werden, während Deutschland seine Truppenstärke vor Libyen und in Afghanistan erhöht, während deutsche Soldaten nicht nur an der Grenze zu Russland sondern auch im südchinesischen Meer unter US-Flagge manövern …
derweil pflanzt Bürgermeister Werner Wölfle (Grüne) als „Mayor for Peace“ im Andenken an die Hiroshima-Opfer einen Gingko-Setzling auf der Rathaus-Dachterrasse. Und praktiziert so symbolische Symbol-Politik, weil das Mini-Bäumchen nicht einmal in der Öffentlichkeit zu sehen ist - geschweige denn von den Kommandanten der Einsatzzentralen EUCOM und AFRICOM auf Stuttgarter Gemarkung.

Manfred Fröhlich, 13.07.2016 13:48
Überraschende Perspektiven: Nein, nicht die waschechte sozialdemokratische Populistin mit dem Gag über eine Volksabstimmung zum DDRexit; aber Frank-Walter warnt populistisch vor Kriegsgeheul und verschleiert worum es geht: Kriege beginnen planmässig, hier mitten unter uns. - GEFECHT (Übung), Drecksack, April 2016, S.1

Kommentar hinzufügen




CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.


* Pflichtfeld!

Letzte Kommentare:

Ausgabe 303 / Dann klopft mal schön / a.weisshaupt, 19.01.2017 15:54
beim wort "fake-news" denke ich an die öffentlich rechtlichen zwangsgebühreneintreiber und an die mainstreammedien, die mir gerne jederzeit was von faulen griechen, bösen putins, gefährlichen rechten und sonstigen feindbildern...

Ausgabe 303 / Den Säcken ans Geld / adabei, 19.01.2017 14:15
Wer redet hier von Neid? Es geht um Gerechtigkeit. „Armut und Reichtum sind Zwillinge“, sagt schon ein albanisches Sprichwort. Oder anders, also "sachlich", wie Bolgheri verlangt: Da wir alle aus einem begrenzten, globalen Vorrat...

Ausgabe 303 / Anti-Christen / Bolgheri, 19.01.2017 13:08
@Herr Steiner, sowohl britische als auch chinesische Regierungsbehörden haben Reisewarnungen für Deutschland herausgegeben, diese Reisewarnungen bestehen weiterhin. Diese Warnungen kommen nicht von ungefähr. Und diese Warnungen sind...

Ausgabe 303 / Kein Platz für Heuschrecken / Bernd Oehler, 19.01.2017 12:15
@Anja Schmitt: Ich habe nicht behauptet, dass in den Projekte nur Kreditgeber wohnen - dass das genaue Gegenteil der Fall sei, dürfen Sie gerne mit Zahlen untermauern. Über das Modell habe ich mich recht genau informiert, ich habe...

Ausgabe 303 / "Der Kalte Krieg ist zurück" / Peter S., 19.01.2017 11:48
Ich glaub das Buch lese ich. Gorbatschow haben wir enorm viel zu verdanken. Aber er war naiv dem Westen zu vertrauen. Auch ohne UdSSR und warschauer Pakt wurde aggressiv expandiert. Ob es zu spät ist die NATO abzuschaffen weiss ich nicht....

Ausgabe 303 / Den Säcken ans Geld / Bolgheri, 19.01.2017 11:13
Neid ist nie ein guter Ratgeber für eine sachliche Auseinandersetzung mit Themen.

Ausgabe 303 / Anti-Christen / Bolgheri, 19.01.2017 10:51
Fakt ist, die Parteien CDU, CSU, SPD, GRÜNE, FDP haben den Krieg nach Deutschland zurückgebracht. Fakt ist, dass der erste Angriffskrieg mit deutscher Beteiligung seit dem 2. Weltkrieg durch eine Rot-Grüne Regierung mit eifrigster...

Ausgabe 303 / Dann klopft mal schön / Blinkfeuer, 19.01.2017 09:51
Nur bei fb wird beobachtet oder auch bei der NATO- Show, ARD, 20:00h täglich?

Ausgabe 303 / Jeder Zehnte am Abgrund / Liane, 19.01.2017 00:12
Es erschreckt mich, wie sehr auch das grünlinksliberale BildungsBiedermeierBürgertum auf die marktradikale Chimäre aufgesessen ist: survival the fittest, jeder ist seines Glückes Schmied, wer nicht kämpft hat verloren, homo...

Ausgabe 303 / Jeder zweite Baum – ein fürstlicher / Zaininger, 18.01.2017 23:34
Lieber Peter Fackelmann, ich stimme grundsätzlich mit Ihnen überein, aber bitte sprachlich korrekt: die heutigen "Durchlauchten" und "Königlichen Hoheiten" (seit 1918 als Titel abgeschafft, von unterwürfigen Figuren immer noch so...

Die KONTEXT:Wochenzeitung lebt vor allem von den kleinen und großen Spenden ihrer Leserinnen und Leser.