KONTEXT Extra:
Jetzt doch ein Koalitionsausschuss zu Afghanistan

Vor Weihnachten hatten Grünen und CDU eine inhaltliche Aussprache über die Abschiebepraxis nach Afghanistan vermieden. Stattdessen wurde im Koalitionsausschuss vor allem darüber diskutiert, ob Grünen-Landeschef Oliver Hildenbrand es "schäbig" nennen darf, wenn sein CDU-Pendant, Innenminister Thomas Strobl, auch alte oder kranke Menschen abschieben will. Zur bisher einzigen Sammelabschiebung wurde ein Mann sogar aus einer Psychiatrischen Klinik geholt, dann allerdings doch nicht ins Flugzeug nach Kabul gesetzt.

Am kommenden Dienstag werden dieser und andere Fälle sowie die grundsätzliche Vorgehensweise im Koalitionsausschuss diskutiert. Die Grünen, die die Debatte durchgesetzt haben, erinnern an die geltenden Leitlinien des Landes zu Abschiebungen und Rückführungen, nach denen eine Einzelfallprüfung ohnehin zwingend ist. Bisher hatte sich Strobl gegen eine inhaltliche Behandlung der von ihm mitinitiierten verschärften Abschiebepraxis im Koalitionsausschuss ausgesprochen. Die Grünen gehen davon aus, dass die Leitlinien und damit die Einzelfallprüfung bestätigt werden.

Auf dem Tisch liegt auch ein Papier der sogenannten G-Länder, also aller Koalitionen, an denen Grüne beteiligt sind. Diesem zufolge muss gewährleistet sein, "dass Ausreisepflichtige keinen Schaden an Leben und Gesundheit nehmen". Die Regierungspartner in Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen "betonen eine Reihe von Grundlinien und Anforderungen bezüglich Rückführungen nach Afghanistan". Sie fordern die Bundesregierung aber auch auf, die Sicherheitslage in Afghanistan "erneut zu überprüfen". (14.1.2017)


Ein zweites Raumwunder für Geflüchtete

Engagement kann sich lohnen. Im September hatte Kontext über die Initiative der Künstlerin Martina Geiger-Gerlach berichtet, eine Wohnung in einem zum Abriss vorgesehenen Haus im Stuttgarter Stadtteil Steckfeld monatsweise Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig finden dort immer Ausstellungen statt, die Nachbarn und Interessierten Gelegenheit geben, Künstlern und Geflüchteten zwanglos zu begegnen. Nun hat der Vermieter, das katholische Siedlungswerk, der Künstlerin eine zweite Wohnung im selben Haus als Lernwohnung zur Verfügung gestellt, damit Geflüchtete, die im Trubel ihrer Unterkunft nicht zur Ruhe kommen, eine Rückzugsmöglichkeit finden. Zudem bleibt das Haus länger stehen: voraussichtlich zwei Jahre. Dem Siedlungswerk gefällt das Projekt so gut, dass Martina Geiger-Gerlach gefragt wurde, ob sie sich vorstellen könnte, im Quartiersraum des Neubauareals an Stelle des früheren Olgahospitals eine Aufgabe zu übernehmen. Und: Ihr Wohnungs-Projekt ist für den Stuttgarter Bürgerpreis der Bürgerstiftung vorgeschlagen worden. Am 20. Januar um 19 Uhr eröffnet in der Karlshofstraße 42 in Steckfeld die nächste Ausstellung mit Gemälden von Ivan Zozulya und dem DJ Roman Levin. Am 31. Januar wird die Entscheidung zum Bürgerpreis bekannt gegeben. Jeder kann mit abstimmen!


Der Gewitterwanderer im Glück

Mitte November hatte der 33-jährige Göppinger Schriftsteller Kai Bleifuß noch geschimpft wie ein Rohrspatz. Der promovierte Goethe-Experte rackert sich seit Jahren mit Schreiben ab. Fabrizierte zuletzt einen Roman über den Dichterfürsten und wie der so wäre, würde er in unserer Zeit leben. "Goethes Mörder" heißt das gute Stück. Gutes Zeug. Guter Mann. Das weiß auch Bleifuß selbst. Kontext gegenüber machte er keinen Hehl daraus, dass er sich selbst für einen ziemlich duften Typen hält. Doch bislang schlug ihm seitens des ganzen "Literaturzirkus" und der Verlage kalter Wind entgegen. Niemand wolle mehr ein Risiko eingehen. Literatur würde immer mehr unter ökonomischen Abwägungen betrachtet, konstatierte der resolute Literaturnerd. "Schreiben ist das Idiotischste, was man machen kann. Nicht schreiben aber auch."

Ein Bleifuß lässt sich aber nicht unterkriegen – und jetzt hat es gerappelt im Karton: Am vergangenen Sonntag sackte der Göppinger für seinen Text "Fünf Variationen auf das Unsagbare" den Autorenpreis "Irseer Pegasus 2017" ein. 150 Schriftsteller aus dem ganzen Land hatten sich mit ihren Werken beworben, doch Bleifuß hat den mit 2000 Euro dotierten Preis gewonnen. Neben ihm auf dem Siegertreppchen der Preisverleihung im Kloster Irsee im Allgäu strahlte David Krause aus Kerpen.

"Der glücklose Autor hatte endlich einmal Glück!", schrieb Goethe-Glücksbärchen Bleifuß voller Freude an Kontext, mit der Bitte unseren LeserInnen mitzuteilen, dass man am 27.1. ab 21:05 Uhr im BR2 sein Hörspiel "Pinball" senden werde. Machen wir doch gerne. (11.1.2017) 


Abstand halten von den Volksverrätern

Aus 594 Wörtern haben die Sprachwissenschaftler um die Darmstädter Professorin Nina Janich das Unwort des Jahres 2016 ausgesucht: "Volksverräter". Aus dem Erbe der NS-Diktatur werde das Wort von Pegida, AfD und anderen Rechtsaußen verwendet, um PolitikerInnen  zu diffamieren. Mit der Folge, dass das "ernsthafte Gespräch" und notwendige Diskussionen in der Gesellschaft abgewürgt würden, begründet die Jury. Auf den weiteren Plätzen folgen "postfaktisch", "Populismus", "Gutmensch" sowie eine "Armlänge Abstand". Mit in der fünfköpfigen Jury saß auch Kontext-Autor Stephan Hebel. (10.1.2016)


Sichere Herkunftsstaaten: Kretschmann schon lange für längere Liste

Winfried Kretschmann hat sich mit jüngsten Äußerungen zur Einstufung von Marokko, Tunesien und Algerien als sichere Herkunftsländer derart in die Nesseln gesetzt, dass sich sein Staatsministerium zu einer "Klarstellung" aufgerufen sah. Tatsächlich handelt es sich um einen durchsichtigen Versuch der Schadensbegrenzung. Der grüne Regierungschef hatte auf Anfrage der "Rheinischen Post" in einer Stellungnahme zur aktuellen Sicherheitsdebatte erklärt: "Die kriminelle Energie, die von Gruppierungen junger Männer aus diesen Staaten ausgeht, ist bedenklich und muss mit aller Konsequenz bekämpft werden." Zugleich sprach er sich für die Aufnahme der drei Maghreb-Staaten auf die Liste sicherer Herkunftsländer aus: "Baden-Württemberg wird der Ausweitung zustimmen, sofern die Bundesregierung das Ansinnen in den Bundesrat einbringt."

Die Wirkung beider Sätze im Zusammenhang sind ihm und "meinen Leut", wie er seine engsten Mitarbeiter gern nennt, offenbar entgangen. Jedenfalls stellte "das Staatsministerium klar, dass die signalisierte Zustimmung weder aus aktuellem Anlass beschlossen wurde, noch ihre Begründung in der Gewaltbereitschaft mancher Gruppen junger Männer aus diesen Ländern hat". Vielmehr sei die Entscheidung "schon im Frühsommer 2016 nach einem langen Abwägungsprozess, in dem vor allem der Frage nachgegangen wurde, ob es angesichts der Menschenrechtssituation in den besagten Ländern vertretbar wäre, diese zu sicheren Herkunftsländern zu erklären (...), als sich die Bundesregierung dem Ministerpräsidenten gegenüber bereit erklärte, in einer Protokollerklärung festzuhalten, Personen aus sogenannten vulnerablen Gruppen wie Homosexuellen, verfolgten Journalisten, religiösen Minderheiten mit gleicher Sorgfalt zu prüfen wie Flüchtlinge aus sonstigen Ländern". Das Staatsministerium sagt allerdings nichts dazu, ob die Forderung erfüllt wurde und warum das Thema nicht längst endgültig ausgetreten ist. Denn laut dem Bundesamt für Flüchtlinge und Migration werden die drei Länder in der Statistik überhaupt nicht mehr einzeln ausgewiesen, weil die Zahl der einreisenden Asylbewerber so niedrig ist. Und bereits 2015 gehörten die drei Staaten nicht zu jenen zehn Ländern, aus denen die meisten Flüchtlinge nach Deutschland kamen. (5.1.2017)


KONTEXT
per E-Mail:
Immer informiert:

Durch diese Anmeldung erhalten Sie regelmäßig immer mittwochs um 9 Uhr unsere neueste Ausgabe unkompliziert per E-Mail.

Datenschutz-Hinweis

Ausgabe 149
Gesellschaft

Wer zerstört die Natur?

Von Susanne Stiefel
Datum: 05.02.2014
Antonietta F. hat Bäume im Stuttgarter Rosensteinpark mit weißen Kreuzen bemalt. Als Zeichen für die Zerstörung der Grünanlage durch das Bahnprojekt Stuttgart 21. Demnächst steht sie vor Gericht. Vorgeworfen wird ihr, das Erscheinungsbild der historischen Parkanlage "erheblich verändert" zu haben.

Eigentlich wollte Antonietta F. einmal Richterin werden. Die Frau mit italienischen Wurzeln hat sich dann doch für den Erzieherinnenberuf entschieden. Nun wird die ehemalige Leiterin des deutsch-italienischen Kindergartens demnächst selbst vor dem Kadi stehen, ohne Anwalt, denn dafür gibt die schmale Haushaltskasse der Witwe mit ihren drei Kindern das Geld nicht her. Den Strafbefehl über 400 Euro akzeptieren will die 50-Jährige auf keinen Fall. "Ich habe nichts Strafbares getan", sagt Antonietta F.

Am Nachmittag des 3. November 2012 war Antonietta F. in den Rosensteinpark aufgebrochen, um, wie sie sagt, "mit meiner Aktion mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und auf die Stadtzerstörung durch das Unsinnsprojekt S 21 hinzuweisen". Bestückt mit einem Eimer Kalkfarbe kennzeichnete die S-21-Gegnerin 63 Bäume mit einem weißen Totenkreuz. Sie diskutierte mit Spaziergängern und Passanten, "die oftmals nicht wussten, dass auch am Rosensteinpark für S 21 Bäume fallen sollen". Sie diskutierte auch mit den zwei Polizisten, die bald kamen, um ihre Personalien aufzunehmen. Zum Prozess am 12.2. im Amtsgericht Bad Cannstatt sind diese Beamten als Zeugen geladen.

Antonietta F. wird "gemeinschädliche Sachbeschädigung" vorgeworfen in Zusammenwirken mit Rüdiger N. und weiteren nicht ermittelten Personen. Das liest sich im schönsten Juristendeutsch im Strafbefehl dann so: "Die Angeklagte versah ... im Rosensteinpark im Bereich zwischen dem Schloss Rosenstein, der Wilhelma und der Neckartalstraße mehrere Bäume mittels weißer Farbe ... jeweils mit einem Kreuz in der Größe zwischen 30 x 50 cm und 50 x 70 cm und in einer Strichbreite von ungefähr 8 cm ... Eine solche Anbringung von Farbe auf die oberste Rindenschicht ist zwar für den Baum nicht schädlich, jedoch wurde dadurch das Erscheinungsbild des Teilbereichs Rosensteinpark, bei dem es sich um eine historische Parkanlage handelt, die der Erholung der Bevölkerung dient, erheblich verändert."

Erhebliche Veränderungen im Erscheinungsbild wird es in der Tat geben, vor allem jedoch mit dem Fortschreiten der Bauarbeiten für Stuttgart 21. Das zeigt schon die Schlammwüste im Mittleren Schlossgarten, wo bereits vor zwei Jahren 170 Bäume dem Milliardenprojekt der Bahn weichen mussten. Wovor Antonietta F. mit ihrer symbolischen Aktion warnen wollte, ist nun Wirklichkeit geworden: Im Rosensteinpark will die Bahn in der sogenannten vegetationsfreien Zeit bis Ende Februar 2014 insgesamt 110 Bäume fällen. Man fühlt sich an Bertolt Brechts "Dreigroschenoper" erinnert, die Sache mit dem Einbruch und der Gründung einer Bank, und möchte fragen: Was ist das Bemalen eines Baumes gegen das Fällen eines Baumes?

Der Rosensteinpark in Bad Cannstatt gilt als der größte englische Landschaftspark Südwestdeutschlands. Er gehört dem Land Baden-Württemberg, besitzt die höchste Hasendichte Deutschlands (98,9 Exemplare auf 100 Hektar) und steht außerdem unter Denkmalschutz. Das baden-württembergische Wirtschaftsministerium hat den von der Bahn beantragten Fällarbeiten bereits zugestimmt. Die Bäume müssen weichen, weil auf der Fläche nahe der Ehmannstraße soll ein Zugkreuzungsbauwerk? entstehen soll. 

Antonietta F. will nicht klein beigeben. "Was wiegt eigentlich schwerer?", fragt sie sich, "die Zerstörung einer Stadt oder das Bemalen von Bäumen?". Sie akzeptiert weder die verhängten 400 Euro Strafe, noch die Kosten von 1311,98 Euro, die dem Land laut Strafbefehl durch das "händisches Enfernen" der Kreuze entstanden sind, und erstattete ihrerseits Strafanzeige gegen das Land Baden-Württemberg wegen Betrugs. Ob die Kreuze nun mit einer trockenen Bürste in weniger als fünf Minuten entfernt werden können, wie Ferri behauptet, oder nicht: Mutet es nicht bizarr an, dass mit Paragraphen gegen eine Frau vorgegangen wird, die in einer symbolischen Aktion Bäume bemalte, während gleichzeitig Bäume im Rosensteinpark abgehackt werden? Hannes Breucker, Direktor des Amtsgericht Bad Cannstatt, will sich vor dem Prozess inhaltlich nicht äußern: "Es besteht immer noch die Möglichkeit, dass Frau F. den Einspruch gegen den Strafbefehl zurücknimmt und es gar nicht zum Prozess kommt."

Doch die Frau, die als Kind Richterin werden wollte, denkt nicht daran. "Ich habe die Hoffnung nicht verloren, dass vor Gericht die Gerechtigkeit siegt." Der Prozess vor dem Amtsgericht in Bad Cannstatt findet am 12. Februar statt.

Der Rosensteinpark in Bad Cannstatt gilt als der größte englische Landschaftspark Südwestdeutschlands. Er gehört dem Land Baden-Württemberg, besitzt die höchste Hasendichte Deutschlands (98,9 Exemplare auf 100 Hektar) und steht außerdem unter Denkmalschutz. Das baden-württembergische Wirtschaftsministerium hat den von der Bahn beantragten Fällarbeiten bereits zugestimmt. Die Bäume müssen weichen, weil auf der Fläche nahe der Ehmannstraße ein Tunnel entstehen soll.

Antonietta F. will nicht klein beigeben. "Was wiegt eigentlich schwerer", fragt sie sich, "die Zerstörung einer Stadt oder das Bemalen von Bäumen?" Sie akzeptiert weder die verhängten 4oo Euro Strafe noch die Kosten von 1311,98 Euro, die dem Land laut Strafbefehl durch das "händisches Enfernen" der Kreuze entstanden sind, und erstattete ihrerseits Strafanzeige gegen das Land Baden-Württemberg wegen Betrugs. Ob die Kreuze nun mit einer trockenen Bürste in weniger als fünf Minuten entfernt werden können, wie F. behauptet, oder nicht: Mutet es nicht bizarr an, dass mit Paragrafen gegen eine Frau vorgegangen wird, die in einer symbolischen Aktion Bäume bemalte, während gleichzeitig Bäume im Rosensteinpark abgehackt werden? Hannes Breucker, Direktor des Amtsgerichts Bad Cannstatt, will sich vor dem Prozess inhaltlich nicht äußern: "Es besteht immer noch die Möglichkeit, dass Frau F. den Einspruch gegen den Strafbefehl zurücknimmt."

Doch die Frau, die als Kind Richterin werden wollte, denkt nicht daran. "Ich habe die Hoffnung nicht verloren, dass vor Gericht die Gerechtigkeit siegt." Der Prozess vor dem Amtsgericht in Bad Cannstatt findet am 12. Februar, 13.15 Uhr statt.

Sechs Tage nach Erscheinen dieses Artikels und zwei Tage vor Prozessbeginn wurde das Verfahren gegen Antonietta F. und Rüdiger N. wegen geringer Schuld eingestellt. Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Gericht haben sich darauf geeinigt, dass Antonietta F. ihre Strafanzeige gegen Unbekannt zurückzieht und die Kreuze von den Bäumen abwischt. Anders als im Strafbefehl behauptet, ist das bisher nicht geschehen.  

 

 


Gefällt Ihnen dieser Artikel?

Kommentare

Klaus Neumann, 20.02.2014 23:51
nochmals @ unbekannten Verfasser

"Klaus Neumann, 10.02.2014 02:29 Sie schreiben:, 11.02.2014 10:27
"Ich denke aber es wird in diesem Fall eher zu einer Einstellung des Verfahrens statt eines Freispruchs kommen, so dass Antonietta auf ihren Anwaltskosten sitzen bleibt "

Nun steht aber im Beitrag:

"Nun wird die ehemalige Leiterin des deutsch-italienischen Kindergartens demnächst selbst vor dem Kadi stehen, ohne Anwalt, denn dafür gibt die schmale Haushaltskasse der Witwe mit ihren drei Kindern das Geld nicht her."

Wäre es nicht sinnvoll, wenigstens den Beitrag, welchen man kommentiert, vorher einmal zu lesen?

Eine Einstellung des Verfahrens gegen Antonietta F. wäre übrigens nur mit deren Zustimmung möglich."

Da Sie so genau sind, muss ich zu dem zuvor gesagten spezifizieren: ich bin in meinem Beitrag vor wenigen Minuten davon ausgegangen, dass das Verfahren nach einer Verhandlung eingestellt wird. Alles Gesagte gilt selbstverständlich auch für den Fall, dass das Verfahren ohne Verhandlung eingestellt wird. Und das ist hier wohl geschehen.

Dann schreiben Sie: "Eine Einstellung des Verfahrens gegen Antonietta F. wäre übrigens nur mit deren Zustimmung möglich."

Ich wusste nicht, dass der oder hier die Beklagte als Richter in eigener Sache in jedem Fall mitwirken kann. Man lernt eben nie aus!

So viel ich weiss wurde hier ein Deal seitens der Staatsanwaltschaft vorgeschlagen: Antonietta verzichtet auf die Strafanzeige wegen Betruges, dann zieht auch die Staatsanwaltschaft zurück. Die Einstellung des Verfahrens hätte hier dann der Richter wegen StPO 153 Abs. 2 verfügt, dann und nur in diesem Fall könnte (!) Frau F. an der Einstellung des Verfahrens mitgewirkt gewirkt haben.

Ich weiss jetzt nicht, was genau gelaufen ist. Kommt bei dieser Sachlage auch nicht mehr darauf an.

Die erfolgsverwöhnte Neckarstrasse (Utz Claasen z.B.) mag übrigens Deals, die ihr auch mal Recht geben: Gangolf Stocker wurde einmal von dieser Seite vorgeschlagen, doch der Staatsanwaltschaft in einem bestimmten Fall Recht zu geben, dafür würden dann alle anderen Klagen gegen ihn fallen gelassen. Auf einem orientalischen Bazar geht es ehrlicher zu.

Klaus Neumann, 20.02.2014 22:46
An den werten Verfasser dieser Zeilen:

"Klaus Neumann, 10.02.2014 02:29 Sie schreiben:, 11.02.2014 10:27
"Ich denke aber es wird in diesem Fall eher zu einer Einstellung des Verfahrens statt eines Freispruchs kommen, so dass Antonietta auf ihren Anwaltskosten sitzen bleibt "

Nun steht aber im Beitrag:

"Nun wird die ehemalige Leiterin des deutsch-italienischen Kindergartens demnächst selbst vor dem Kadi stehen, ohne Anwalt, denn dafür gibt die schmale Haushaltskasse der Witwe mit ihren drei Kindern das Geld nicht her."

Wäre es nicht sinnvoll, wenigstens den Beitrag, welchen man kommentiert, vorher einmal zu lesen?"

Danke. Sie haben völlig recht. Ich selbst brauche vor Gericht keinen Anwalt. Ich setzte das aber hier voraus und habe daher den Text an dieser Stelle für mich rational überlesen und in meinem Beitrag entsprechend nieder gelegt. Und das war, wie Sie scharfsinnig völlig zu recht festgestellt haben, falsch. Kann passieren. Mea culpa, mea maxima culpa. Es gibt eben immer aufmerksame Leser, die die Sache auf den Punkt bringen. Hans König oder Paul Peter, darf ich vermuten.

Nun ist es aber nicht so, dass keine Kosten anfallen, wenn man sich keinen Anwalt nimmt. Denn Antonietta, und damit komme ich zum zweiten Teil meiner Ausführung, den Sie mir mit meinem Fehler gerne streichen wollen, hat trotzdem Kosten. Denn man muss sich für eine solche Posse die Zeit nehmen, man hat Fahrtkosten, auch Dokumentationskosten, nehme ich an. Die seelische Belastung in diesem Fall wegen der Höhe der dräuend im Raum stehenden Kosten in der finanziellen Situation Antoniettas nicht zu rechnen, gesteigert dadurch, dass man sich keinen Anwalt leisten kann, um den Anspruch abzuwehren.

Ich persönlich würde so etwas als seelische Grausamkeit werten und die kann durchaus bei Gericht auch in einem Geldwert veranschlagt werden. Mir ist da ein schon länger zurück liegender Versicherungsfall bekannt, bei dem die Versicherung diesen erlittenen seelischen Schaden des Versicherungsnehmers zur Bezahlung des Schadens, den dieser geltend gemacht hatte und den zu zahlen die Versicherung sich lange mit fadenscheinigen Gründen geweigert hatte, oben drauf zu bezahlen hatte. Aber eine Neckarstrasse kann man da ja nicht belangen für eine begangene seelische Grausamkeit, die hier ohne Zweifel vorliegt, sofern ein Richter das so sieht. Im Ländle wird sich da nach meinem Kenntnisstand keiner finden. Aber bitte, ich kenne nicht alle Urteile. Das kann niemand. Daher lasse ich mich zu meiner Überraschung aber vor allem grossen Freude über einen Richter mit Charakter gerne in diesem Punkt unterrichten. Und was nicht ist kann ja auch noch werden, nicht wahr?

Heribert, 11.02.2014 12:22
....einfach mal diesen Link zum Foto ansehen - es zeigt um was es ging
und GEHT.....

http://www.parkschuetzer.de/assets/statements/168332/original/Herbst_2013.jpg?1391728926

Klaus Neumann, 10.02.2014 02:29 Sie schreiben:, 11.02.2014 10:27
"Ich denke aber es wird in diesem Fall eher zu einer Einstellung des Verfahrens statt eines Freispruchs kommen, so dass Antonietta auf ihren Anwaltskosten sitzen bleibt "

Nun steht aber im Beitrag:

"Nun wird die ehemalige Leiterin des deutsch-italienischen Kindergartens demnächst selbst vor dem Kadi stehen, ohne Anwalt, denn dafür gibt die schmale Haushaltskasse der Witwe mit ihren drei Kindern das Geld nicht her."

Wäre es nicht sinnvoll, wenigstens den Beitrag, welchen man kommentiert, vorher einmal zu lesen?

Eine Einstellung des Verfahrens gegen Antonietta F. wäre übrigens nur mit deren Zustimmung möglich.

Heribert, 10.02.2014 12:52
Man kann jedem Menschen, der Gemeinschädliches mit eigenen Augen sehen will, dazu raten, das Amtsgericht Bad Cannstatt am Mittwochmittag über die in naher Zukunft gemeinnützlich abzureissenden Fußgängerbrücken Elefantensteg und Holzbrücke anzusteuern. Die Verwüstung im Landschaftsschutzgebiet am Hang zwischen Schloss Rosenstein und Wilhelma steht dank des gemeinnützlichen Gestattungsvertrags mit Nils Schmid (SPD) noch bevor. Auch Hannes Breucker, Direktor des Amtsgerichts Bad Cannstatt, kann und sollte sich mit einem fünfminütigem Spaziergang ein eigenes Bild machen. Eine der ganz wenigen bisher schönen Stellen der 'Stadt am Fluß' radika(h)l zerstört, der Fußgänger- und Fahrradverkehr zwischen Stuttgart und Cannstatt wird halt über eine sechsspurige Autobrücke abgewickelt und der Feinstaub gemeinnützlich in den Lungen abgelagert...

Tief durchatmen senkt auch die Belastung am Neckartor.....

https://www.google.com/maps/preview/place/Amtsgericht+Stuttgart+-+Bad+Cannstatt/@48.8037155,9.2190902,16z/data=!4m2!3m1!1s0x4799c523270c2835:0x5db1a50204b77304?hl=de

FernDerHeimat, 10.02.2014 11:53
"Narrenhände beschmieren Tisch und Wände"

Und jetzt trollt Herr "König" unter wechselnden Nicks weiter, weil man ihn durchschaut hat.

Narrenhände beschmieren Tisch und Wände, 10.02.2014 10:00
.... und - wie man sieht - auch Bäume.

Klaus Neumann, 10.02.2014 02:29
@ „Hans König, 06.02.2014 23:22
Klaus Neumann, 06.02.2014 22:18

"Sie können mir glauben, dass ich kein Zwangsgeld in der beschriebenen Sache aufgebrummt bekomme von jenen, denen Sie hier Rechtsstaatlichkeit andichten. Warum wohl, werter Herr König? "

Das dürfte wohl daran liegen, dass Sie gemäß § 20 StGB schuldunfähig sind. "

Danke an den Mod, dass solches durchging, weil eine solche Erkrankung einer Behandlung bedarf, obgleich in diesem Fall komplett therapieresistent.

Und Dank auch an Herrn König für diesen Beitrag seiner tiefgründigen Selbstdarstellung. Jeder Forist darf sich dank solcher Hilflosigkeiten über die menschliche aber auch argumentative Ebene eine Herrn König seine eigene Meinung bilden.


Sie dürfen sich dann am Donnerstag über den Freispruch freuen als Beleg dafür, dass Ihr Rechtsstaat einmal mehr vernünftig und mit Augenmass funktioniert. Und wissen Sie, ich glaube genau aus diesem Grund wurde dieser "Fall" auch inszeniert, als es sich so ergab: die Gegner sollen da, wo es nichts kostet genau wie beim Versammlungsrecht, das angeblich von Dr. Eckstein und Herrn v. Hermann verletzt worden war, auch einmal ein Häppchen hingeworfen bekommen und sich mal richtig in dem Staat, wie er Ihnen gefällt, gut und daheim fühlen dürfen.

Ich denke aber es wird in diesem Fall eher zu einer Einstellung des Verfahrens statt eines Freispruchs kommen, so dass Antonietta auf ihren Anwaltskosten sitzen bleibt und der Landeskasse ausser den Verfahrenskosten, die mit dem Richtergehalt usw. so oder so anfallen, keine weiteren Kosten entstehen. Der eigentlich tiefere Sinn der Einstellung solcher Verfahren, deren Urteile in der Revision kassiert würden. Denn jeder Richter weiss, was er seinem Dienstherrn schuldet, der ihn mit Gehältern korrumpiert, die einige nicht verdient haben. Wie zum Beispiel jene richterliche VGH-Halbwelt, die das Urteil zur Leistungsfähigkeit von S21 im Jahre 2006 ganz rechtsstaatlich mit drei „Gut“achtern in eigener Sache begründet hat. Nun, Prof. Martin, der noch eine wissenschaftliche Karriere aufgrund seines Alters vor sich hat, ist inzwischen von seinen Aussagen von damals abgerückt, was aber das BVerfG nicht daran gehindert hat, sich genau auf dieses Urteil in einem aktuellen Urteil im Zusammenhang mit S21 zu beziehen.

Doch zurück, warum Einstellung des Verfahrens. Ich habe genau solches letztes Jahr in einer Auseinadersetzung mit einer Kommune, die die Verwaltungsvorschriften für ein Verkehrszeichen nicht eingehalten hat, so dass eine ertragreiche Eurofalle besteht, in die ich als Ortsfremder hineingetappt war, erlebt, die Einstellung des Verfahrens, bei der so etwas wie ein Rest am Beschuldigten hängen bleibt, obgleich die Schuld für meine Verkehrsübertretung auch heute noch nachweislich bei der Kommune liegt. Ergebnis dieser Einstellung des Verfahrens gegen mich wegen einer schuldlosen Verkehrsübertretung: die ertragreiche Eurofalle für die Kommune bleibt auch nach einer Teilverbesserung der Situation durch den Verkehrausschuss der betreffenden Kommune auf meine „Anregung“ hin (an Unverfrorenheit wohl nicht zu überbieten!!!!) bestehen. Die mehrere Tausend Euro teure korrekte Nachrüstung nach Vorschrift für das Verkehrszeichen kann unterbleiben und ich bleibe auf meinen Kosten sitzen. Anwalt habe ich keinen gebraucht. Wegen der Schuldunfähigkeit. Sie, verehrter Herr König, haben es ja oben mit dem zutreffenden Paragraphen aus dem Strafgesetzbuch exakt zutreffend benannt.

Genau auf diese Weise hält sich der Rechtsstaat, auf den Sie sich mit dem Ihnen von Ihrem Herrgott zugewiesenen Verstand berufen, sein Nest sauber. Und so, wie im Moment die Vernetzungen in der Exekutive funktionieren, haben und behalten Sie immer das Recht des dort sitzenden durchschnittlichen Zynikers. Sie dürfen sich daher in Ihrem Verstand voll bestätigt fühlen. Das muss aber, wenn S21 als der Betrug auffliegt, der er ist, nicht so bleiben. Wenn das Päckchen einmal voll geöffnet sein wird, machen zynische Herabsetzungen, wie die, mit denen Sie im Moment arbeiten, in der Öffentlichkeit keinen Sinn mehr. Menschen wie Sie wechseln dann die Farbe. Und sind wieder oben auf. Das aber wird dieses Mal so nicht sein. Dieses Mal sind die Feudalzeiten vorbei. Könige dürfen abdanken. Endgültig. Die Natur ist wütend. Sie werden sehen, was ich meine.

Cindy, 09.02.2014 10:48
Wer zahlt eigentlich solche absurden Verfahren, etwa der bei Herrn Gscheidle in Lohn und Brot stehende Herr König, dessen absurden Äusserungen ganz genau denen des Herrn Gscheidle ähneln?
Warum muß eigentlich für derartige Prozesse mal wieder der Steuerzahler herhalten. Diejenigen, die auf solche unterirdischen Ideen kommen so schwachsinnige Prozesse anzustrengen sollten mit ihrem Privateinkommen dafür geradestehen. Nehmt lieber mal die wirklichen Verbrecher in die Pflicht und sorgt dafür, daß die feinen Herrschaften endlich im Knast landen!!!!!!!!!!

Jogi, 09.02.2014 09:04
@HaHaHa,....
"Würde es Ihnen als Gebäudeeigentümer oder PKW-Besitzer denn gefallen, wenn andere ihre Kunstfreiheit an Ihrer Fassade oder Ihrem PKW ausüben?"
Da kann ich nur sagen: Wenn es dem Schutz des Gebäudes bzw. des PKW`s vor Zerstörung dient und die ausgeübte Kunstfreiheit ansonsten das Objekt nicht beschädigt - Ja!
Außerdem hinkt Ihr Beispiel insofern, als ein Gebäude oder ein PKW i.d.R. einer Einzelperson gehört.

FernDerHeimat, 09.02.2014 06:36
"Hahaha, witzig wie die (Schein-)"Demokraten" hier nach Zensur schreien"

Schau an, Herr "König" traut sich schon nicht mehr unter diesem Nick zu posten...

Didi, 09.02.2014 02:09
"lach"! Ich liebe mittlerweile diese Publikation namens "Kontext". Aber dieser Artikel war doch hoffentlich Satire? In Kombination mit dem Video wäre das zumindest zu wünschen. Es wirkt alles schon sehr befremdlich - gelinde ausgedrückt. Hoffentlich hat die Dame keine Holztüren und Holzmöbel. Oder Parkett? Oder gar einen Holzofen? Da würde ich dann sehr gerne auf ihre Türen, Möbel, Parkett oder Brennholz Kreuzchen malen. Würde die Kontext mir bitte die Adresse der Dame mitteilen - Danke! Würde dann auch meine "Aktion" auf Video erklären und mich z.Bsp. als "Aktivist" gegen den ausufernden Irrsinn outen.

Friedhelm Heibach, 08.02.2014 23:29
Betr.: Antonietta F. und der gekreuzigte Baum, Kontext 149



Liebe Frau Antoinetta F.

Aus rheinischer Sicht haben sie dem Stuttgarter Rosensteinpark eine nachhaltige Stimme verliehen und ihn "erheblich" aufgewertet!
Dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken.

Der Stuttgarter Justiz wünsche ich ganz dringend, am 23. Feb. viele helle Momente.
Auf jeden Fall zünde ich dazu von hier aus, auch ein Lichtlein an.

Alles Gute für Sie aus Köln
Friedhelm Heibach








Auf jeden Fall, brennt bei mir hier in Köln am Rhein, am Mittwoch

auf jeden Fall stelle ich für die kluge und mutige Frau Antoinette
um die Mittagszeit des 12.Feb. eine Kerze auf.

Ulrich Frank, 08.02.2014 19:20
Frau F. soll eine "gemeinschädliche" Tat begangen haben: es mutet skurril an wie abwaschbare Markierungen zu einem Delikt an der Allgemeinheit aufgeblasen werden vor allem angesichts dessen was, wie im Artikel hervorgehoben, sonst noch in diesem Park angerichtet wird und werden soll. Die angestrengte Überdehnung "gemeinschädlich" verweist allerdings auf besonders unselige Zeiten deutscher völkisch-wabriger Rechtssprechung. Aber Frau F. hat bezeichnenderweise offensichtlich gegen Systeminteressen Position bezogen, und jetzt schießt die juristische Tortenkanone mit voller Kraft. Der Spatz, für den dies allerdings gefährlich werden könnte, hat den Fehler begangen, nicht auf der "richtigen" Seite zu stehen bzw. sich nicht rechtzeitig aus dem Staub zu machen.

Wer dagegen auf der "richtigen" Seite steht, darf praktisch tagtäglich - auch in dieser Stadt - nicht nur gute Praxis, sondern auch ungestraft existierende Gesetze und Regelungen verletzen. Es könnte hier eine ganze Anzahl von Fällen mit erheblicherem Sanktionspotential aufgeführt werden, für welche sich weder Polizei noch Behörden und Ämter noch die Politik interessieren - sie haben es sich schon angewöhnt, sich nicht für Anliegen der Bürger - und oft nicht einmal für ihnen auferlegte Pflichten - interessieren zu müssen.

Wo also anderweitig in der BRD Verfassung, Gesetze und Regelungen nur Makulatur sind und man nonchalant rechtsbrüchig darauf verweisen kann, daß "es andere auch so machen" (nur z.B. Winfried Kretschmann zur verfassungswidrigen Finanzierung von Stuttgart 21), da soll jetzt wieder ein aufwendiger Prozess aufgezogen werden von der Stuttgarter Justiz mit geladenen Zeugen und "Recht" gesprochen werden, "im Namen des Volkes".

Daß diese Floskel "im Namen des Volkes" rein gar nichts bedeutet hinsichtlich ausgeführter Gerechtigkeit und nicht einmal hinsichtlich juristischer Sorgfalt (siehe die Fälle Wörtz und Mollath, in denen auch Interessen im Spiel waren wie andere Fälle in denen deutsche Staatsanwälte und Richter alles andere als das ihnen aufgetragene Ziel der Wahrheitsfindung im Sinn hatten) muß nicht unterstrichen werden.

Es kann dann kaum verwundern wenn hier ein Herr König, von welchem man in anderweitigen Kommentaren nicht sehr viel mehr zu Stuttgart 21 zu lesen bekommt als "jetzt geht's endlich los", sich in derartige Finessen des Rechts einarbeitet - um Recht zu haben.

Das Studium des Rechts könnte, vom eingeengt rechthaberischen Sinn und eigenartig blinder Auffassung als Selbstzweck mit vorgeschobenen Kollektivinteressen welcher hierzulande in einr schlechten Tradition zu oft zutage tritt, auch ohne weiteres an Fachhochschulen zurückverlegt werden.

Hahaha, witzig wie die (Schein-)"Demokraten" hier nach Zensur schreien,, 08.02.2014 16:51
wenn Beiträge nicht ihrer Meinung entsprechen.

Heribert:

Wenn die Kunstfreiheit und das Recht auf freie Meinungsäußerung auf / an fremden Eigentum ausgeübt wird, ist es schon richtig, zu prüfen, ob eine Sachbeschädigung vorliegt.

Würde es Ihnen als Gebäudeeigentümer oder PKW-Besitzer denn gefallen, wenn andere ihre Kunstfreiheit an Ihrer Fassade oder ihrem PKW ausüben?

Wie bigott sich ein Großteil der Schreiber hier gebärdet, ist schon erschreckend.

Jogi, 08.02.2014 13:35
@Heribert
wie geil ist das denn :-) !!
Bin auch dafür das diese Arbeiten (wie in der freien nicht regulierten Marktwirtschaft so üblich) an den billigsten Bieter (wohlgemerkt nicht an den günstigsten - das symbolisiert u.a. den Unterschied zwischen regulierter und deregulierter Marktwirtschaft) vergeben werden.
Ich glaube das auf die Erstellung eines Leistungsverzeichnisses in diesem Fall aufgrund der überschaubaren Tätigkeit und um die öffentliche Verwaltung nicht finanziell zu strapazieren verzichtet werden kann ;-).
Man kann sie auch mit ihren eigenen Waffen konfrontieren - ein so einfacher wie genialer Einwand Heribert.

Heribert, 08.02.2014 09:56
Artikel 5 des Grundgesetzes
(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.
(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.

Antonietta hat (oben sehr hübsch sichtbar) die Kunstfreiheit und das Grundrecht, ihre Meinung bildhaft zu äußern in Anspruch genommen.

Wenn das Verändern der Ansicht des Parks wirklich stafwürdig und gemeinschädlich sein sollte - im mittleren Schloßgarten und ganz aktuell am Rosensteinpark wurden und werden unter Polizeischutz nicht wiedergutzumachende Schäden verursacht.
Wenn alle dafür Verantwortlichen ebenfalls bestraft werden glaube ich wieder an die Stuttgarter Justiz.

Und - freie Marktwirtschaft - ich entferne fachmännisch eigenhändig den Kalk für 1200 Euro und spende die Einnahme an Antonietta - die Bilder haben ihre Wirkung getan, sind fotografiert und gesichert....

DANKE ANTONIETTA UND KONTEXT AUS GANZEM HERZEN

FernDerHeimat, 08.02.2014 05:24
@Markus Hitter:

Dass IP-Adressen (meistens) dynamisch vergeben werden, ist kein Geheimnis. Aber das macht gar nichts.

Denn an dem Umstand, dass diese Störer häufig immer aus demselben IP-Adressbereich bzw. Knoten kommen, können auch sie nichts ändern.

Mal ganz davon zu schweigen, dass für eine Anzeige (z.B. wegen übler Nachrede oder Beleidigung) durchaus auch schon die Uhrzeit samt IP-Adresse ausreichen kann.

Und das Risiko gehen die gar nicht gern ein. (Erst recht nicht in Anbetracht solcher Seiten wie z.B. "TrollWatch".)

Markus Hitter, 08.02.2014 00:39
Da das meiste ohnehin schon off-topic ist:

- IP-Adresse offenlegen bringt nicht viel, auch Werbeagenturen können sich einen DSL-Anschluss legen lassen.

- Wäre Hans König ein Profi, wäre er wesentlich geschickter.

- IP-Sperren bringen nichts, bekanntlich ändert sich bei der Telekom die Adresse alle 24 Stunden.

- Auch ich halte das redigieren für die einzige bekannte Möglichkeit, eine lebendige, gleichzeitig sachliche Diskussion zu erlauben. Sehen kann man das z.B. hier: http://www.zeit.de/gesellschaft/2014-02/alice-schwarzer-steuerhinterziehung-doppelmoral?commentstart=1#cid-3351007 Freilich, das braucht ein paar Sekunden mehr als einfaches "löschen" klicken.

- Das löschen bzw. nichtzulassen einzelner Posts wird erfahrungsgemäss erheblich stärker als Zensur empfunden. Denn da weiss man nicht so genau was los ist, also schiessen die Gerüchte ins Kraut.

Bin auch ein Viel-Kommentierer :-)

Bevor ich's vergesse: Antonietta, ich drück' Dir die Daumen.

Uwe Mannke, 07.02.2014 22:39
Zunähst einmal hat Antonietta einen politischen Akt der öffentlichen dramatischen Meinungsäußerung und des Protestes vollbracht, um diejenigen Menschen zu informieren und seelisch wachzurütteln, die das Treiben bei S21 nicht durchschauen. Dafür erst einmal danke.

Würden wir davon ausgehen können, dass S21 dem überwiegenden öffentlichen Interesse dient (siehe Volksabstimmung und wie es zu dieser kam) , dann wäre der Rosensteinpark eben ein Erholungsgebiet, bis zu dem Tag an dem das öffentliche Interesse aus diesem Gebiet partiell eine Baustelle macht und hinterher Fläche sowie schöne Bäume fehlen. Antonietta hätte dann den Erholungsuchenden den Anblick der noch eine Weile stehenden Bäume zumindest ein bisschen erschwert.

Nun weiß eine demokratische Minderheit, dass das angebliche überwiegende öffentliche Interesse auf nachgewiesen falschen Angaben beruht und erschlichen wurde. Die Empörung über die zu erwartende Bestrafung von Antonietta muss umgewandelt werden in eine hohe Bereitschaft, sich für die Wiederherstellung der Rechtsstaatlichkeit in diesem Land einzusetzen. Das beginnt damit, dass einzusehen ist, dass bestimmt Rechtsnormen ihre allgemeine Gültigkeit behalten müssen, egal wer sie verletzt. Es ist zu untersuchen, wie es zu den S21-Verträgen und zu dem Baurecht der Bahn kam. Das war nur durch gewisse Formen der Korruption bzw. durch das Außerkraftsetzen gesetzlicher Regelungen möglich. Es handelt sich also um systematisches und schweres Unrecht, das bisher nicht verfolgt wird.

Hierzu ist die symbolisch-politische Handlung von Antonietta ein notwendiger und unverzichtbarer Hinweis. Die Unterstützung von Antoniette muss auch darin bestehen, diesen Zusammenhang in das Bewusstsein der Bevölkerung zu heben.

Kommentar hinzufügen




CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.


* Pflichtfeld!

Letzte Kommentare:

Ausgabe 303 / Anti-Christen / Rolf Steiner, 18.01.2017 10:55
"Grün aus Verantwortung" – nein „Grün aus Verantwortungslosigkeit!“ Kretschmanns dürre Worte zeugen davon. Und wir wissen jetzt, dass er sich von der CDU über den Tisch ziehen lässt, doch unfähig bleibt, dies zuzugeben. Wer...

Ausgabe 303 / Dann klopft mal schön / Jürgen Falkenstein, 18.01.2017 10:09
https://correctiv.org/correctiv/aufsichtsrat-ethikrat/ https://correctiv.org/correctiv/foerderer/ https://correctiv.org/correctiv/finanzen/ Damit ist ja wohl sichergestellt, daß da nix passieren wird, was unsere Eliten verärgern...

Ausgabe 303 / "Der Kalte Krieg ist zurück" / RB001, 18.01.2017 10:09
Heinz Greiner - Für wahr, nomen est omen.

Ausgabe 303 / Dann klopft mal schön / Marie, 18.01.2017 10:08
@Schwabe Dazu: https://correctiv.org/correctiv/finanzen/ Eine tolle Wertsteigerung von Schraven und Humborg, oder? Offenlegung der Bruttogehälter der Geschäftsführung und Chefredaktion 2015 David Schraven: 111.038 Euro Dr....

Ausgabe 303 / Kein Platz für Heuschrecken / Karl Heinz Siber, 18.01.2017 09:44
Tja, Stuttgart scheint wohl ein Peter Glotz'scher Großtanker zu sein, der seinen trägen Kurs weiterfährt, egal welcher Kapitän am Ruder steht. Man hatte ja irgendwie gehofft, dass mit OB Kuhn ein Ruck durch Stuttgart gehen würde. So...

Ausgabe 303 / Dann klopft mal schön / Schwabe, 18.01.2017 09:24
Ausgerechnet „Correctiv“ soll Facebook von Falschmeldungen befreien? Da wird doch der Bock zum Gärtner gemacht! Die Debatte um „Fake-News“, also Falschmeldungen, auf Facebook nimmt kein Ende. Nun soll ausgerechnet das...

Ausgabe 303 / Kein Bock auf Partei / Dr. Diethelm Gscheidle, 18.01.2017 08:15
Sehr geehrte Damen und Herren, bitte beachten Sie, dass Studiengebühren sehr redlich sind! Sie setzen einen Anreiz für die größtenteils faulen Studenten, endlich ihr Studium durchzuziehen. Außerdem haben ausgebildete Akademiker ein...

Ausgabe 303 / "Der Kalte Krieg ist zurück" / Heinz Greiner, 18.01.2017 08:03
Herr Alt bleibt seiner Linie treu . Gegen die , deren Politik er im SWF und der ARD schon stützte kein Wort . Wie bei seiner Sonnenseite , schön allgemein bleiben und auf der richtigen Seite . In Alter wird mancher aus der...

Ausgabe 302 / Hilfe für Snowdens Helfer / Florian S. Müller, 17.01.2017 21:14
Den Vortrag von Sönke Iwersen beim 33C3 ist unter diesem Link anzuschauen und runterzuladen: https://media.ccc.de/v/33c3-8416-the_untold_story_of_edward_snowden_s_escape_from_hong_kong#video&t=830 Am Anfang gab es technische...

Ausgabe 302 / Eliten mit Sehschwäche / Renate Knapper, 16.01.2017 12:10
Hallo Kontext-Redaktion, Ich finde es super, dass ihr das Thema reich/arm zum Schwerpunkt machen wollt. Und dass ihr gleich in BaWü anfangt und v.a. auch Namen nennt. Bitte weiter so!! Hoch spannend ist in meinen Augen auch die Aussage...

Die KONTEXT:Wochenzeitung lebt vor allem von den kleinen und großen Spenden ihrer Leserinnen und Leser.