KONTEXT Extra:
Korntal: Opfervertreter verlangen mehr Engagement der Landeskirche

Die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der evangelischen Brüdergemeinde Korntal ist unterbrochen. Die Opfervertreter verlangen einstimmig, dass sich Frank Otfried July endlich entscheidend einbringt. "Wir werden nicht mehr mit den Brüdern sprechen", so Netzwerk-Sprecher Detlev Zander. Jetzt müsse "der Oberhirte, also der Bischof, ran". Im Betroffenen-Netzwerk organisiert, werfen mehr als 300 ehemalige Heimkinder der Brüdergemeinde vor, in den 1950er- bis 1980er-Jahren in deren zwei Einrichtungen sexuell missbraucht, misshandelt und gedemütigt worden zu sein.

Dass mehr Engagement von July gefordert wird, ist nicht neu. Im Sommer 2016 hatte einer der Betroffenen in einem langen Schreiben an den Landesbischof appelliert: "Die Kir¬che ist mit in der Verantwortung und wenn Sie als Oberhirte weiter schweigen, machen Sie sich persönlich schuldig. Die Heimopfer warten auf ein klärendes Wort von Ihnen." Denn die Korntaler Fürsorge habe "einen menschlichen Scherbenhaufen hinterlassen". (20.02.2017)


NSU-Ausschuss will weitere Akten

Der zweite parlamentarische Untersuchungsausschuss zum "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) geht auf die Suche nach zusätzlichen Akten, um dessen Verbindungen nach Baden-Württemberg besser auszuleuchten. Die Abgeordneten meinen, beim Generalbundesanwalt und/oder im Bundesamt für Verfassungsschutz fündig werden zu können. Beauftragt ist Bernd von Heintschel-Heinegg. Der Rechtswissenschaftler war schon für den ersten Ausschuss des Landtags und als Sonderermittler auch für den Bundestag tätig.

Zurückgestellt wurde in diesem Zusammenhang die Ladung von Mike Markus Friedel. Vor allem der NSU-Experte Hajo Funke hatte immer wieder darauf gedrängt, dass der gebürtige Sachse gehört wird. Dessen Name stand auf der sogenannten Garagenliste, die 1998 in Jena sichergestellt, aber erst mit großer zeitlicher Verzögerung detailliert ausgewertet wurde. Vor fast zwanzig Jahren zog er nach Heilbronn. "Markus Friedel war mit 'Erbse' (V-Mann), Torsten Ogertschnig, zusammen im Ländle im Gefängnis", schreibt Funke. Und von Friedel habe "Erbse" seine Kenntnisse über den NSU und Mundlos.

Bei einer Veranstaltung der "Anstifter" im Stuttgarter Kunstverein hat Rainer Nübel, der im ersten Ausschuss als Sachverständiger aufgetreten war, erneut von den Abgeordneten verlangt, sich ernsthafter mit der Anwesenheit ausländischer Geheimdienste am 25. April 2007 in Heilbronn zu befassen. An diesem Tag waren die Polizistin Michèle Kiesewetter ermordet und ihr Kollege Martin Arnold schwer verletzt worden. Der zweite Ausschuss hat bereits mehrere Zeugen vernommen. Jetzt ist ein Bericht beim Bundesnachrichtendienst angefordert.

Die nächste Ausschusssitzung beginnt am Freitag, den 24. Februar, um 9.30 Uhr im Landtag. Zwei Kriminalbeamtinnen sollen Auskünfte über die rechte Szene geben und die Verbindungen des NSU in den Südwesten. Geladen sind außerdem drei Zeuginnen, die Kontakt zu Beate Zschäpe gehabt haben sollen.

Auch die weiteren Sitzungstermine bis zur parlamentarischen Sommerpause sind festgelegt: 20. März, 28. April, 15. Mai, 19. Juni und der 17. Juli 2017.

Mehr zum Thema: "Geheimdienste im Fokus", "Eh-wurscht-Akten" 


WKZ liest mit

Anfang Januar hatte der Waiblinger Lokalhistoriker und Anstifter Ebbe Koegel sich darüber beschwert, dass das Land dem Firmengründer Andreas Stihl eine Kunstmedaille gewidmet hat. "Andreas Stihl war ein überzeugter Nazi, NSDAP-Mitglied seit 1933, seit 1935 SS-Mitglied mit dem Rang eines Hauptsturmführers (seit 1939)", schrieb er an Finanzministerin Edith Sitzmann. Die Waiblinger Kreiszeitung (WKZ) schwieg dazu - bis Kontext den Fall am 25. Januar aufgriff. Nun erschien am 11. Februar ein zweiseitiges Extra mit ausdrücklichem Bezug auf den Kontext-Artikel. Der Redakteur Peter Schwarz zitiert darin aus der 100-seitigen Entnazifizierungsakte. Die beiden Kinder Stihls, der langjährige IHK-Präsident Hans Peter Stihl und seine Schwester Eva Mayr-Stihl wurden befragt. Die Recherche ergibt, wie die WKZ selbst schreibt, ein "außerordentlich schillerndes Bild."

Der Redakteur zitiert mehrere Fremdarbeiter - den Begriff Zwangsarbeiter meidet er - die sich im Verfahren positiv über Stihl geäußert haben. Ein Slowake berichtet, Stihl habe einem Freund geholfen zu fliehen, der sich den Partisanen anschließen wollte. Ein Jugoslawe meinte, der Patriarch habe sich "mit großer Empörung geäußert über die Gemeinheit und den Terror des dritten Reiches", ein Holländer, er habe "gelitten, als er sehen musste, wie schmutzig dieses System war, und konnte doch nicht mehr von demselben weg." Der Betriebsrat sagte dagegen aus, Stihl sei "100 Prozent Nationalsozialist" gewesen, habe "mehrere seiner Lehrlinge zum Eintritt in die SS" bewogen und Regimekritiker als "Eiterbeulen" bezeichnet, denen er "in die Fresse" schlagen wolle. (16.2.2017)


Wüstenjubiläum: Fünf Jahre Parkräumung

Vor genau fünf Jahren, am 14. Februar 2012, räumten rund 2500 Polizeibeamte das Protestcamp der Stuttgart-21-Gegner im Mittleren Schlossgarten. Drei Tage später waren rund 180 teils bis zu 300 Jahre alte Bäume gefällt oder (ein kleiner Teil der jüngeren) verpflanzt, und einer der ehemals schönsten innerstädtischen Parks Deutschlands hatte sich in eine Schlammwüste verwandelt.

Zum fünften Jahrestag der Parkräumung wollen die Parkschützer am heutigen Dienstag daran erinnern, mit einer Versammlung und Kundgebung an der Lusthausruine im Mittleren Schlossgarten um 17 Uhr. Es soll Reden, Musik und Gedichte geben, anschließend einen Demozug durch die Königstraße.

Kontext hat damals mit einer Reportage von der Parkräumung berichtet – und danach immer wieder von der erstaunlich langen Untätigkeit oder auch von Baufortschritt vorgaukelnden Alibi-Arbeiten. (14.2.2017)


Jörg Meuthen weiter an Björn Höckes Seite

Im vergangenen Sommer hatte der AfD-Rechtsaußen Björn Höcke seinen Bundesparteichef als "meinen verehrten Freund" begrüßt. Und Jörg Meuthen rückte sich selbst, auf dem Kyffhäuser-Treffen, zu dem ihn die Ultras geladen hatte, in die Nähe der besonders weit rechts stehenden parteiinternen Gruppierung "Der Flügel": Er wolle gar nicht als liberaler Kopf der Partei bezeichnet werden, sondern er stehe für "ein gemeinsames Wertefundament". Da hatte Höcke gerade alle anderen Parteien in Deutschland für "inhaltlich entartet" erklärt. Der Schulterschluss hält auch aktuell: Meuthen stellt sich gegen den Rausschmiss, den – wie am Montag bekannt wurde – der Bundesvorstand gegen den Thüringer Landes- und Fraktionschef anstrengt.

Nicht zum ersten Mal. Denn Höcke sollte 2015 schon einmal mit einem Verfahren überzogen werden. Da ging es ebenfalls um eine rassistische Rede, um Aussagen wie, man könne "nicht jedes einzelne NPD-Mitglied als extremistisch einstufen" und um den Vorwurf, Höcke schreibe unter Pseudonym für NPD-Publikationen. Meuthen äußerte sich reichlich schwammig, nahm für sich in Anspruch "als erster aus dem Bundesvorstand scharf reagiert zu haben". Zugleich erklärte er allerdings, dass Höckes "Äußerungen ohne weiteres als rassistisch interpretiert werden können – wobei man darüber diskutieren kann, ob sie es tatsächlich sind". Hans-Olaf Henkel, damals noch AfD-Mitglied, konterte unmissverständlich: "Herr Meuthen ist für mich ein klassischer Schattenboxer." Nach außen tue er immer wieder so, als würde er sich gegen den rechtsnationalen Flügel stellen, nach innen agiere er völlig anders. (13.2.2017)


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Ausgabe 112
Gesellschaft

Die Glaubensfabrik

Von Ana Bilandzija
Datum: 22.05.2013
Homosexualität ist im Gospel-Forum verboten, Comics sind Teufelszeug, Kritik ist tabu. Dafür verlangt die größte Freikirche Deutschlands, dass ihre Schäfchen ordentlich zahlen. Ist die Glaubensgemeinschaft in Stuttgart eine Sekte? Nein, sagen Spezialisten. Überzeugend klingt das nicht.

Alle machen mit: junge Frauen mit großen Ohrringen und alte Männer mit Hut. Wie in Ekstase summen sie in hohen Stimmen. Ein dicker Mann in kariertem Hemd singt in fremden Lauten, immer energischer, immer unkontrollierter. Eine ältere Dame mit kurzem schwarzem Haar kippt beinahe vornüber. Ihr Partner stützt sie und flüstert ihr etwas Aufmunterndes ins Ohr. "Jesus ist hier, spürt ihr ihn?" Pastor Wenz unterbricht die aufgelöste Stimmung. Manch einer öffnet wieder die Augen, als sei er aus einem Tagtraum erwacht. Diejenigen, die den Heiligen Geist gespürt haben, sollen nun nach vorne treten und ihre Gefühle mitteilen.

Es muss dieser Kick sein, der die Menschen Woche für Woche ins Gospel-Forum nach Stuttgart lockt.

Das Gospel-Forum ist die größte freikirchliche Gemeinde Deutschlands. Bis zu 4000 Menschen besuchen am Wochenende die Gottesdienste am Stuttgarter Pragsattel. Mehrmals im Jahr verlegt die Gemeinde ihre Gottesdienste in große Hallen, wie bei der "Holy Spirit Night" im Oktober 2012 in der Porsche-Arena. Etwa 6000 vorwiegend junge Besucher ließen sich in einer festivalähnlichen Atmosphäre vom Glauben treiben. Die heutige Jugend geht nicht wöchentlich mit Mama und Papa zur Kirche; doch wenn ihr das Sonntagsgebet als Event verkauft wird, feiert sie gerne mit.

Pastor Peter Wenz steht an der Spitze. Eine göttliche Eingebung sei es gewesen, damals, als er den Entschluss fasste, eine Gemeinde zu leiten, erzählt Wenz im Dokumentarfilm "Mein Erlöser lebt", der 2008 im SWR ausgestrahlt wurde.

Eigentlich wollte er bei der Bundeswehr Medizin studieren. 1984 übernahm er im Alter von 28 Jahren die Biblische Glaubensgemeinde (BGG) in Stuttgart, eine Freikirche, die etwas eingeschlafen war. Keine hundert Mitglieder besuchten damals den Gottesdienst. Knapp zehn Jahre später sind es 1000. Unter Wenz hüllt sich die Gemeinde in ein neues Gewand: Sie zieht 2001 in ein Industriegebäude in Feuerbach, das einer Sporthalle gleicht; statt traditioneller Lieder spielt eine Band eingängige Popsongs und prägnante Werbesprüche ("Wer's glaubt, wird selig") schmücken die Litfaßsäulen Stuttgarts. Die BGG nennt sich nun Gospel-Forum und freut sich – laut eigenen Angaben – über 4000 Besucher pro Woche.

Pastor Wenz: von Gott eingesetzt und nicht abwählbar

Pastor Peter Wenz ist Dreh- und Angelpunkt der Gemeinde. In einem Essay, der  1994 in einer Zeitschrift des Materialdiensts der Europäischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) erschienen ist, erklärt er, warum. "Ohne Leitung", schreibt er, "geht Gottes Volk zugrunde, lehrt uns die Heilige Schrift." Der Leiter müsse "von Gott gesetzt sein" und dürfe nicht "durch demokratische Wahl" bestimmt worden sein.

Im SWR-Film "Mein Erlöser lebt" geht der Gemeindeleiter noch weiter. Er erzählt von einer Begegnung mit Gott: "Peter, wenn ich dich als Pastor gesetzt habe, kann dich niemand absetzen."

Auf der Internetplattform Cleansed tragen Aussteiger und kritische Beobachter des Gospel-Forums Informationen über die Gemeinde zusammen. Dem von ihnen erstellen Organigramm zufolge ist Pressesprecher Jens Wätjen neben Peter Wenz der Einzige, der nach außen sprechen darf.

Diesen Mangel an Kontrolle findet Annette Kick problematisch. In traditionellen, evangelischen Gemeinden wie ihrer sind demokratische Strukturen der Standard. Die Pfarrerin berät als Weltanschauungsbeauftragte der Evangelischen Landeskirche Mitglieder, die Probleme mit religiösen Gruppierungen haben, und deren Angehörige. In vielen Gesprächen in ihrem Büro in Stuttgart ging es um die Trendgemeinde. Ihrer Erfahrung nach ist es schwierig bis unmöglich, Kritik an der Gemeinde anzubringen. Wenz werde von aktiven Mitgliedern nie infrage gestellt. Und das, obwohl sie in persönlichen Krisen keinen Halt in der Gemeinde, sondern die Schuld bei sich suchen müssen.

Das kann Marco Miljak bestätigen. Fünf Jahre lang war er Mitglied im Gospel-Forum. Doch der 35-Jährige hat der Freikirche vor zehn Jahren den Rücken gekehrt. Er fiel in ein Loch; es dauerte ungefähr sechs Jahre, bis er sich komplett von der Gemeinde löste. Der Aussteiger erzählt: "Es wäre niemand auf den Gedanken gekommen, Wenz' Predigten infrage zu stellen. Wer es doch tat, dem wurden göttliche Strafen angedroht. In Extremfällen Krankheiten oder der Tod geliebter Menschen."

Vonseiten des Gospel-Forums sei man mit der Kritik großzügiger, erinnert sich  Miljak. Das Privatleben der Anhänger werde ausführlich diskutiert. "Meinem Bruder wurde nahegelegt, seine Freundin zu verlassen, weil sie nicht gläubig war", sagt er, "und ich sollte meine Comics entsorgen, weil sie schwarze Magie und Hexerei propagieren würden."

Beide kamen dem Wunsch der "Ältesten", der Tonangeber der Hauskreise, nach. Für Miljak ist heute klar, dass das Gospel-Forum eine Sekte ist.

So weit würde Annette Kick nicht gehen, doch auch sie erkennt an manchen Stellen "sektiererische Züge" beim Gospel-Forum. Kritikunfähigkeit, undemokratische Strukturen, eine starke Leiterfigur, Heilsversprechen, ein umfassendes Portfolio an Freizeitangeboten: Der Einfluss auf Mitglieder wirkt von allen Seiten. Dennoch schätzt Kick die Macht des Gospel-Forums in der Gesellschaft als gering ein: "Die glauben zwar, dass ihr Einfluss groß sei, doch in Wirklichkeit ist das Gospel-Forum eine Nischengemeinde, von deren antimoderner Lehre die meisten modernen Menschen nichts halten", sagt sie.

Homosexualität, Abtreibung, Evolutionstheorie: Das darf nicht sein.

Aussteiger Miljak berichtet von mehreren Predigten, in denen sich die Pastoren gegen Homosexualität und Andersgläubige aussprachen. Abtreibung sei krank, die vielen kinderlosen Haushalte nicht gottgewollt – so Wenz in der Dokumentation "Alle sagen Amen".

Die Gottesdienste seien gar nicht das Problem, sagt die Weltanschauungsbeauftragte Annette Kick. Man müsse hinter die Kulissen blicken, in die Hauskreise gehen. Dort treffen sich Mitglieder wöchentlich in Privatwohnungen, wo sie beten, singen und diskutieren. Wer möchte, kann sein ganzes Leben in der Gemeinde verbringen – vom Fußballverein bis zur Eheberatung wird alles angeboten, was des Gläubigen Herz begehrt. 

Etwa 4500 Mitglieder zählt das Gospel-Forum laut Homepage. Darunter 1500 Kinder und Jugendliche. Sie alle haben eine Taufe und einen Glaubensgrundkurs hinter sich. Um sich ganz auf die Werte des Gospel-Forums konzentrieren zu können, sollen sie sich von bisherigen Gemeinden lösen und ihr Leben "rein machen", wie es in einer internen Anleitung heißt, die auf der Aussteiger-Plattform Cleansed veröffentlicht wurde.

Damit nicht genug – für Mitglieder gehört es zum guten Ton, im Bekanntenkreis und im Rahmen von Straßenaktionen zu missionieren. Und den Zehnten zu leisten – zehn Prozent des Bruttogehalts abzugeben. Dazu sei laut Miljak immer wieder aufgerufen worden. Wer der Empfehlung nicht nachkam, sei in seinem Hauskreis immer wieder darauf hingewiesen worden, dass es die Pflicht eines jeden guten Christen sei, das Geld zu überweisen. 

Miljak fand, dass der Einfluss des Glaubens auf sein Leben zu groß wurde. Nach fünf Jahren in der Gemeinde wagte er den Austritt. Sein Bruder und seine Mutter stiegen mit ihm aus, der Vater ist beim Glauben geblieben und gibt Bibelkurse im Namen des Gospel-Forums. Miljak bezeichnet sich heute als Agnostiker; sein Vater hat den Kontakt zur Familie abgebrochen. In der Fernsehsendung "Hof mit Himmel" berichtet Ante Miljak, wie der Glaube den Vater aus einer tiefen Depression rettete und die Patienten in dessen Zahnarztpraxis zurückbrachte. Miljak junior sagt, die Geschichte sei frei erfunden.

Sogenannte Wohlstandspredigten soll Wenz bis vor wenigen Jahren noch im Gospel-Forum gehalten haben. Wer brav glaubt und sein Leben dem Herrn widmet, soll demnach nicht nur Seelenfrieden erlangen, sondern auch Geld und Ansehen.

Wem es nicht gut ging, der habe nur nicht genug gebetet, wurde früher in der Gemeinde verkündet. In alten Videoaufnahmen ist von dämonischen Mächten und vom Teufel die Rede; in der Öffentlichkeit fällt das T-Wort kaum noch.

Die traditionellen Kirchen haben den Sprung ins digitale Zeitalter nicht geschafft. Das Gospel-Forum dagegen ist Medienprofi. "Super Godi gestern", schreibt Nutzerin Kerstin auf der Facebook-Fanseite der Gemeinde. Über 4000 Nutzer lesen mit. Alle Kanäle werden ausgeschöpft: Gottesdienst-Livestream auf der Homepage, Fotos von der letzten Afrikamission Pastor Wenz' auf Facebook, Einladung zur nächsten Ladies-Night unter dem Motto "Wertvoll". Der Glaube wird zur Großveranstaltung: alkoholfreier Prosecco, Manikürestand und rosa Leinwände. Es haben sich Frauen angemeldet aus Stuttgart, Ludwigsburg und München. Mit der Gemeinde wächst das Medieninteresse. Für solche Angelegenheiten hat die Freikirche einen eigenen Pressesprecher – Jens Wätjen. Medienberichte, in denen das Gospel-Forum angepriesen wird, verlinkt die Gemeinde auf Facebook. Wie die drei Beiträge, die der private Radiosender Antenne 1 im Jahr 2012 ausgestrahlt hat. Sie handeln von Peter Wenz und seinen "Heilungssuchenden" beziehungsweise vom "Sprachengebet" im Gospel-Forum. Bemerkenswert: Der Pressesprecher der Gemeinde, Jens Wätjen, ist zugleich Mediaberater von Antenne 1. 

Das Gospel-Forum will die ganze Region beeinflussen

Über seine Erfahrung mit den Medien sprach er in einem Vortrag beim CDU-Kreisverband in Heilbronn am 13. April 2010. "Wie Medien Meinung machen", lautete das Thema. Auf einer Veranstaltungseinladung wurde Wätjen als "Pressesprecher und Radioredakteur" angekündigt.

Sabine und Peter Wenz haben drei gemeinsame Kinder (Anm. der Red.: fälschlicherweise wurde die Zahl der Kinder in einer früheren Version des Textes mit vier angegeben.); zwei davon sind engagierte Gemeindemitglieder. Sohn Markus leitet die "Gospel-Youth", die Jugendversion des Gospel-Forums; Tochter Elisabeth die "Ladies-Night". Wenz junior stellt ein Familienfoto aus Afrika auf Facebook. 160 Personen gefällt das.

Nicht nur das Leben der Mitglieder, sondern die ganze Region will das Gospel-Forum positiv beeinflussen. In einer Predigt vor rund fünf Jahren Jahr sagte Wenz: "Warum sind die Politiker so gut drauf, warum hat Stuttgart die höchste Lebensqualität? Das hat nicht nur mit äußeren Bedingungen zu tun." Die Gemeinde rühmt sich mit "guten Kontakten" zu Stuttgarts ehemaligem Oberbürgermeister Schuster; der Regierungswechsel dürfte dem Gospel-Forum nicht gefallen haben.

Wenz baut seine charismatische Herrschaft immer weiter aus. 2007 übernimmt er die Leitung des "Kreises charismatischer Leiter", zudem ist er in der Leitung des D-Netzes, eines Netzwerks von rund 600 charismatischen Gemeinden in Deutschland. Das D steht laut der Homepage des Verbands für "Dienen, Demut und Dienstgaben".

Im Dezember 2012 wurde Peter Wenz in den Vorstand der Deutschen Evangelischen Allianz berufen. Damit spielt er nicht mehr nur in charismatischen Kreisen eine Rolle, sondern auch darüber hinaus im evangelikalen Bereich. Annette Kick findet, dass diese Annäherungen manchmal ein wenig zu schnell geschehen; und dass auch in den Reihen ihrer Kirche manche vor lauter Begeisterung über die positiven Seiten der Gemeinde deren Schattenseiten nicht sehen wollen.

Die aktuelle Baustelle der Macht: Der Sitz der Freikirchen im Rundfunkrat des SWR soll 2014 abgeschafft werden. Ein Vertreter des Islam darf sich über den Platz freuen. Das Gospel-Forum ruft im Internet zur Gegenwehr auf, in einer Petition kritisieren Mitglieder die Entscheidung. Der Entwurf für den neuen SWR-Staatsvertrag sieht diese Umverteilung vor. Die Freikirchen seien gesellschaftlich nicht relevant genug. Auch das Gospel-Forum nicht.


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Kommentare

Stinos, 03.02.2014 20:00
Gott ist kein Demokrat und daher kein Unterstützer eines demokratischen Systems. Ein Diplomat ist ER auch nicht. Ein Mensch ist ER auch nicht.

Gott ist so lebendig und fröhlich, daß neben IHM der lebendigste und fröhlichste Mensch wie ein Toter anmutet.

So ziemlich alle christlichen religionen haben sich ihren eigenen "Vorstellungsgott" kreiert, an den sie glauben wollen. Mit dem wahren Gott hat das nichts zu tun ;-). So viel zu dem.

Caro, 23.11.2013 22:11
Da ich 30 Jahre lang in Freikirchen "aufgewachsen" bin, kann ich den Inhalt dieses Artikels zum Großteil bestätigen und es wundert mich wieder einmal sehr, dass manche Christen es nicht schaffen, sachliche Kommentare zu kritischen Artikeln abzugeben. Sicherlich mag das ein oder andere nicht ganz den Tatsachen entsprechen - ich denke nicht, dass irgendeinem Gemeindemitglied je der Tod angedroht wurde - aber im Großen und Ganzen schildert der Artikel, wie Freikirchen (und damit nicht nur das Gospel Forum) funktionieren. Anstatt sich über Artikel dieser Art aufzuregen, täten einige Charismatiker gut daran, sich selbst mehr zu hinterfragen, d.h. sich zu fragen, ob das, was sie manchmal sagen und tun, eigentlich noch etwas mit ihrem Glauben an Jesus Christus zu tun hat.

Thomas, 15.08.2013 10:40
Ich finde den Artikel gut. Ich danke für die Darstellung.

Jürgen, 25.06.2013 11:31
Jupp - jetzt weiß ich nicht was der Autor überhaupt mit dem Christlichen Glauben am Hut hat - hört sich jetzt nicht gerade so an, als wie wenn er tatsächlich ein Nachfolger Jesu wäre. Klar - so kann man einige Dinge nicht verstehen - genau so wie ich nicht verstehen kann was oder wie diese E-Mail zum Empfänger kommt, wenn ich mich nicht damit beschäftige.
Wenn du mit Jesus 'ne Beziehung lebst, dann ist da was zwischen dir und ihm - du lernst ihn immer besser kennen in dem du liest was ihm wichtig ist, wie er gehandelt hat, und er wird sich dir äussern in Gedanken, Gefühlen und persönlichen Eindrücken - ist einfach so! Bei meiner Frau weiß ich ja auch mit der Zeit was oder wie sie denkt ohne dass sie redet - also! Dies wünsche ich dir - dem lieben Schreiber, dass du dies erfahren kannst. Und natürlich läuft auch in der Gemeinde nicht immer alles richtig - sorry, wir Christen sind Menschen auf dem Weg zu Gott - und immer noch Mensch. So auch in der BGG, manche Struktur kann/muss hinterfragt werden, wenn Menschen aber Gottes Geist spüren muss das nicht zwangsweise mit einer Sekte zu tun haben - sondern kann tatsächlich aus der Beziehung zu Gott kommen.

Kontext:Wochenzeitung Redaktion, 19.06.2013 17:53
Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Argumente sind nach nunmehr vierwöchiger Diskussion hinreichend ausgetauscht. Wir schließen daher dieses Forum. Danke fürs Mitmachen!

My Love+to+Jesus, 17.06.2013 11:05
@BJ hmmm Ja da ist was dran...Wenn man den Focus nur auf das Negative richtet, findet man immer ein Haar in der Suppe.
Finde es irgendwie in Zeiten wie diesen unpassend , olle Kamellen aus dem Keller zu graben, um Christen gezielt wieder ins falsche Licht zu rücken...Der Islam triumphiert
Das es Mißbrauch auch in jeder Kirche geben kann, ist Pastor Wenz sehr wohl bewusst .
Und gibt es in dieser Gemeinde nicht auch eine Gruppe, wo man inzwischen Mißbrauchsopfer aus anderen Gemeinden prof. therapiert ?
Sehr viele Opfer suchen sich unbewusst ihre Täter aus...und umgekehrt
lt. Betz Robert ist es das innere Kind, das nach Aufmerksamkeit schreit,
Kindheitstraumas, Eltern übernahmen keine Verantwortung
RAUS AUS DER OPFERRROLLE - Ein interessantes Thema
Gut ist, das es Stellen gibt, wo Menschen sich hinwenden können, wenn Dinge geschehen, die nicht in Ordnung sind und es sind nicht alle fähig Menschen zu führen oder zu betreuen. Das ist überall so...
Im Grunde genommen kann die Stadt Stuttgart froh sein, daß Menschen dank der derzeitigen Schieflage in der Wirtschaftskrise einen Ort haben, wo sie aufgefangen werden, denn uns sind viele Fälle bekannt, wo man inzwischen aus Verzweiflung schon an Selbstmord denkt.
Das sollte man auch mal berücksichtigen. Die Zeiten haben sich geändert und da wo Menschen sind passieren auch mal Fehler.
Wenn Pastor Wenz sich bisher nicht bereit erklärte, sich von labilen Personen und den Medien auch zum Opfer machen zu lassen sollte man das mal so hinnehmen und diese Sache nicht aufbauschen und das Unterlassungsschreiben seines Anwalts ins Haus flattert.
Nur wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt

BJ, 16.06.2013 22:48
Ich gehe seit ein paar Monaten selber ins Gospel Forum und erlebe genau das Gegenteil. Ich erlebe volle Freiheit, Heilungen und vor Allem viele positiven Menschen, die total natürlich sind. Mein Leben hat sich seither viel positiver entwickelt und es hat mir geholfen aus einer Krise zu kommen. Das ist meine persönliche Erfahrung. Wer schon mit Vorurteilen kommt, hat es allerdings schwer und geht leider leer aus – sowie die Autorin, schade!
Deshalb selber ausprobieren, am Besten ein paar mal und dann sich eine Meinung machen.

Frank, 16.06.2013 15:44
Dieser Arikel ist totaler Quatsch. Unsachlich, voller falscher Behauptungen. Mein Tipp: Selbst hingehen und sich ein eigenes Bild machen.

Mich würde interessieren, wer dieser Frau wieviel Geld bezahlt hat damit sie so einen Mist schreibt.

Das Gospel Forum pflegt einen engen und guten Kontakt zu verschiedenen Gruppen der Staatskirchen und zur Politik. So war der Alt-BM Schuster mehrmals dort zu Besuch!

My Love to Jesus, 16.06.2013 09:11
finde es eher unprofessionell ,solche Artikel nicht diskussieren zu koennen, denn irgend etwas muss ja da schief gelaufen sein im tollen Gospelforum. Die Geschichte von dem Behinderten Jungen ist schlimm,
doch auch er hat seinen Teil dazu beigetragen und die Verantwortung auf unprof. überforderte Frauen übertragen. Ihm hätte ein Fachmann helfen sollen, dann wäre es sicherlich nicht so dramatisch ausgeartet .
Gezielt gegen dieses Gospelforum zu agieren ist allerdings etwas unfair

denn viele Freikirchen haben so einen bitteren Beigeschmack auch spez. wie bereits oben genannt diese TOS in Tübingen. nach außen sieht alles lustig, fröhlich tralala aus, doch dieser Kuhhandel mit dem Opfer, damit Gott überreich segnet, Versprechenszettel
und massive Einschränkung von Persönlichkeiten, die man gerne durch den Kakao zieht, weil sie nicht demütig genug zu Kreuze kriechen und sich nicht genug wertlos und klein fühlen , macht doch irgendwie Angst...
Mein Versicherungsvertreter hatte die tollsten Stories erzählt, er ist ausgestiegen, zuviel Einschränkungen, zuviel Verbote, völlige Aufgabe seines Privatlebens, alles drehte sich nur noch fanatisch um diese Kirche...

Wort und Geist ist inzwischen auch teilweise aufgelöst, da hatte sogar das TV berichtet und viele Aussteiger klagten, wie sehr Menschen benutzt und religiös manipuliert und ausgebeutet wurden.

Wenz und Co scheinen strukturierter und alles ist ja nicht schlecht und sicherlich gibt es sehr viel nette Menschen unter den über 4.000 - Gott ist bestimmt toleranter als der Mensch, der Mensch macht eben seine eigenen Gesetze, um die Masse im Griff zu machen... Traurig, das ein Glaube soviel Irrglaube auslöst -
ALLGEMEIN: Gott sei Dank gibt es Aufklärungsberichte, was würde denn mancher religiöse Fanatiker noch alles mit seinen Schäfchen anstellen, wenn die ach so belämmerten Opfer schweigen...ohne das auf eine Person oder Kirche konkret zu beziehen

Michael, 15.06.2013 22:17
Gerade als Journalist merkt man sofort: Der Artikel von "Journalistin" Ana Bilandzija sagt mehr über die vorgeprägte und eingespurte Denk- und Gefühlswelt von Ana Bilandzija aus als über ihr vermeintliches "Reportageobjekt". Eine solide und sorgfältige Reportage liest sich ingesamt anders: ausgewogener, fairer, intellektuell redlicher. Menschen mit intaktem Wahrheitsgefühl ekelt es mittlerweile vor derart sensationslüsternem und quotengeilem Geschreibsel. Wen wundert es da noch, dass den Verlagshäusern die Abonnentenzahlen wegbrechen und die Leserschaft sich mehr und mehr in kompetenten, wahrheitsliebenden Blogs abseits des Mainstream informiert... ?

Liz, 15.06.2013 05:51
Ich bin seit 1986 im Gospel Forum und niemand hat mich je gefragt, ob oder mit welchem Betrag ich die Gemeinde unterstütze oder mich aufgefordert, dies zu tun. Das ist nur eine der Unwahrheiten, die diesen Artikel "auszeichnen". Ich würde mich schämen, wenn ich einen solch miserabel recherchierten Artikel in die Welt setzen würde.

Dass Peter Wenz der Dreh- und Angelpunkt der Gemeinde sei, ist ebenfalls Quatsch. Er teilt sich die Kanzel und die Verantwortung in der Gemeinde mit vielen anderen.

Und dass er nie in Frage gestellt wird, ist ebenso Blödsinn. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass er immer offen auf konstruktive Kritik reagiert -anders habe ich das in all den Jahren nie erlebt. Er ist auch in der Lage, sich zu entschuldigen. Ob das die Schreiberin dieses Artikels auch ist angesichts all dessen, was sie da nachprüfbar fehlerhaft verzapft hat, bleibt abzuwarten.

Was Marco Miljak anbetrifft - soweit ich informiert bin, hat sein Vater versucht, den Kontakt zu ihm aufrecht zu erhalten und es hat ihn sehr geschmerzt, dass Marco die Beziehung - nicht zuletzt auf Betreiben der Mutter hin - löste. Man sollte bei derart komplizierten Familiengeschichten (ich weiß in diesem Fall konkret, wovon ich spreche) immer beide Seiten hören.

Und dann noch die Kritik an der Ladies-Night. Hier wurden Frauen ermutigt, sich selbst zu sein. Die Schreiberin sollte sich mal lieber um Veranstaltungen wie GNTM kümmern, wo genau das Gegenteil geschieht.

My Love+to+Jesus, 12.06.2013 10:08
hmmm solche Geschichten sind natürlich unfassbar...
http://www.cleansed.de/gmstory0108a.php

My Love+to+Jesus, 11.06.2013 10:17
@Lena...jeder Mensch ist auf der Suche nach Liebe, und da der "sündige" Mensch oft mit Schuldgefühlen belastet ist und extrem religiöse Fanatiker dies gerne ausnutzen, wird so ein Sünder dank seiner Selbstzweifel ein leichtes Opfer für solche (frommen) Täter, die übrigens überall in unserer Gesellschaft zu finden sind und allzu gerne auch in solchen Freikirchen.
Das sogar geistliche Eltern, an die manche Alleinstehende Frau, in Hauskreisen, Bibelkreisen, Hauskirchen, Zellgruppen oder wie immer das der eine oder andere nennt, schon sexuell mißbraucht wurden, kommt selten zur Sprache. Das es auch Mißbrauch in Kirchen gibt, zeigte das Bsp. der kath. Kirche. Die Opfer schweigen oft aus Scham und wer würde es denn glauben, dann heißt es die oder der spinnt doch.
Liebe kannst Du nur in Dir selber finden und vergeben kannst nur DU Dir,
ansonsten wirst Du ein leichtes Opfer für diese Fingerzeiggesellschaft, die mit Bibelsprüchen Menschen einschüchtern und selbst soviel Mangel in sich tragen.
Ich finde es nicht lustig, sondern traurig, wenn Menschen sich geistig mißbrauchen lassen, obwohl das Zauberwort SELBSTLIEBE, SELBSTANNAHME und SELBSTRESPEKT heißt, das ehrt Gott am meisten. Nur wer sich selber liebt kann andere lieben, nur wer sich selber vergeben hat kann anderen vergeben, nur wer über seine Fehler oder auch über sein "normales" menschliches Versagen auch mal herzhaft lachen kann, ist in der Lage Menschen zu achten und zu ehren und zu verzeihen. Mit Liebe und Verständnis Menschen anstupsen und nicht fallen lassen, ihn wachsen zu lassen, sein Potenzial erkennen und fördern das zeichnet einen guten Führer, Coach, Therapeuten, Geistlichen aus. Das wird man selten in Freikirchen finden, denn hier stutzt man gerne Persönlichkeiten "artgerecht" zurecht und der liebe Gott wird in seinem Wirken auch noch eingeschränkt ;)
Wie gut das es den blutenden Jesus gibt, da kann man so richtig schön schaurig den Sündenbock zur Schau stellen

Profi, 10.06.2013 21:28
Es ist immer wieder interessant wieviel Lüge und Unwahrheiten in den Medien verfasst und von vielen Menschen leider für bare Münze genommen werden. Ich habe selbst einige Bekannte im Gospel-Forum und habe mir selbst ein gründliches Bild von der Gemeinde und ihrer Struktur gemacht. Da ich die christliche Gemeindelandschaft im In- und Ausland gerne beobachte weiß ich von was ich rede. Aus verschiedenen persönlichen Kontakten habe ich festgestellt, dass in das Gospel-Forum nicht nur kaputte oder schwache Menschen gehen, sondern Menschen aus allen Gesellschafts-Schichten vom erfolgreichen Arzt, zum Groß-Unternehmer, fleißigen Gärtner bis hin zur Hausfrau. Einfach die ganze Bandbreite unserer Gesellschaft ist dort vertreten. Von vielen habe ich persönlich gehört, dass sich ihr Leben durch eine verbindliche Mitgliedschaft im Gospel-Forum total zum Guten verändert hat. Viele sind dadurch nicht psychisch krank sondern im Gegenteil psychisch gesund geworden. Die Aussagen von den sogenannten Aussteigern von Cleansed und Miljak stelle ich total in Frage. Leider ist der Bericht überhaupt nicht neutral und offen gehalten, mit Verwendung sehr negativer Schlagwörter wie Ekstase, Tagtraum, Kick, Sekte, usw… spiegelt er eine sehr anti-christliche Haltung wider. Der “Bericht“ ist ein Armutszeugnis für journalistische Arbeit und gehört sofort aus dem Web genommen. Da ich selbst in diesem Bereich beruflich tätig war, muss ich soweit gehen und sagen, dass dies der unehrlichste und schlechteste Bericht ist, den ich seit langem gelesen haben. Keiner sollte diesem Bericht auch nur ein Funken Glauben schenken.

Jorge, 10.06.2013 17:38
Linke Spieser: Was der Bauer nicht kennt........
Habt Ihr keine besseren Journalisten?

Lena, 10.06.2013 02:00
Ich kenn die Gemeinde nicht, aber finds schon irgendwie lustig dass alles was in dem Artikel an der Gemeinde kritisiert wird, direkt aus der Bibel kommt.
Mmmhh... sind Gemeinden/Predigten nicht dafuer da, Menschen auf ihre Suenden aufmerksam zu machen???? Homosexualitaet, Abtreibungen... usw. - lest doch mal die Bibel!

My Love to Jesus, 09.06.2013 13:09
Kritik macht Dinge oft interessant! Heute verfolgte man über Livestream das Gospelforum. Voller Neugier was ist dran an der Kritik.
War etwas langweilig obwohl ein Gast aus USA da war. Pastor Wenz präsentierte stolz die Spenden für die JAM Hungerhilfe in Afrika. Er hat sein Ziel erreicht. Konkurrenz unter Kirchen nennt man das Ganze. Oder?
Nein danke, da machen WIR nicht mehr mit. Unter wahrer Gottesfurcht und Liebe zu IHM verstehen wir etwas anderes, als den Zynismus, die Kritikgeister und alles ins Lächerliche zu ziehen. Es puscht manche auf.
Sie brauchen den Kick, meinte man in unseren Kreisen.
Zudem jeder Erwachsene kann doch sicherlich auch Christliches Mobbing unterbinden und Anzeige erstatten wegen Mißbrauch, Nötigung und Unterdrückung. Da hilft eine Hetzkampagne selten, denn so blind wie manche sich in ihre heilige künstliche Scheinwelt flüchten, wachen die nie auf.

stefan, 09.06.2013 02:40
kinners: lebt euer leben ohne führer. folgt keinem, niemandem, nichts. macht was euch und euren lieben, der gesellschaft, zu gutem gereicht. lebt glücklich, nachhaltig und wirket.

Sunny, 08.06.2013 08:55
Liebe Frau Kick,

natürlich kann man Sie durchaus verstehen, wenn man ständig auf Sie zukommt mit Beschwerden und Sie diese Menschen schützen und warnen wollen. Ich kenne diese Gemeinde und auch ich lies mich von Aussteigern aufhetzen, fand dann natürlich auch einiges, was in meinen Augen falsch war. Doch als ich erst heute erfahren habe, daß Pastor Wenz diese Leute aufgrund vieler Beschwerden aus dieser Region abmahnte und zur Rede stellte, sehe ich ihn nicht mehr als das Ungeheuer, wie man ihn gerne darstellt.
Jeder ist verantwortlich sich als selbst-bewusste Person durchzusetzen und Möchtegern-Göttern in div. Hauskirchen Einhalt zu gebieten, wenn Grenzen der Intim- und Privatsphäre überschritten werden. Es ist zudem beschämend fremden Leuten das Intimleben offen legen zu müssen
Objektiv betrachtet hat sich die Gemeinde Ihre Kritik respektvoll angenommen und ich bin zwar kein Mitglied mehr, doch in den letzten Jahren positiv verändert.
Nachteile brachte es uns Mitgliedern damals vor allem, daß die Gemeinde als SEKTE bezeichnet wurde und man das am Arbeitsplatz und im Privatleben zu spüren bekam, Übrigens cleansed verbreitet zwar öffentlich Hetzkampagnen aus Ostdeutschland, spricht man ihn an, verweist er auf den Weltanschauungsdienst und schottet ab. hmmm das machte uns natürlich auch immer wieder sehr stutzig diese Reaktion

DermenschdenktundgottLacht., 07.06.2013 21:44
Ein sehr schlecht recherchiertes Pseudogedankensammelsurium.
Selbst jenen Menschen Menschen, die nicht mit dem sogenannten "Gofo" sympatisieren (wie ich) dürfte das auffallen, wenn sie aufmerksam denken können.
Ist die Autorin Ana Bilandzija eine Praktikantin?
Vielleicht sollte KONtext in Zukunft eher die Veröffentlichungen von ihr lesen und ihr positiv und unterstützend zur Seite stehen. Sie wird bestimmt irgendwann einmal eine gut denkende Schreiberin...

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