Und es heißt Abschied nehmen: Vom Bonatzbau bleibt nur die Fassade. XY Abschiedsbilder gibt es per Klick aufs Bild.

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Freunde des Turmforums müssen jetzt ganz stark sein.

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Im Juli 2018 riefen Volker Lösch (links) und Walter Sittler zum Schwabenstreich ...

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... da war ordentlich was los.

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Der Schlemmergrill wurde erfolgreich entkernt.

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Akkurate Darstellung des baustellenbedingten S-Bahn-Chaos': Welchem Pfeil soll man vertrauen?

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Ein Glück: Wer sich die Zumutung Deutsche Bahn ersparen möchte, findet hier ein Auto.

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Ausgabe 437
Schaubühne

Willkommen im Geisterbahnhof

Von Oliver Stenzel
Fotos: Jens Volle
Datum: 14.08.2019
Unklar ist zwar immer noch, wann, wie und ob Stuttgart 21 einmal fertig wird. Doch der Hauptbahnhof wird schon jetzt entkernt: Für ein neues Hotel und eine Shopping Mall müssen sämtliche Geschäfte aus dem Bonatzbau weichen. Jetzt ist jahrelanger Leerstand angesagt.

Zweifellos gibt es auch Menschen, die sich freuen, dass alle Geschäfte raus müssen aus dem Bonatzbau, und dass hier, im Innenbereich des Hauptbahnhofsgebäudes, entstehen soll, worauf ganz Stuttgart sicher sehnlichst wartet: Ein neues Vier-Sterne-Hotel und eine weitere Shopping Mall. Freuen dürfte sich etwa Clemens Tönnies, zuletzt wegen rassistischer Äußerung unter Beschuss geratener Fleischbaron und Aufsichtsratschef des Fußballvereins Schalke 04. Denn das hier geplante Hotel gehört zur Kette "Me and all Hotels", an der Tönnies' Family Group beteiligt ist.

Okay, ob sich Tönnies nicht sowieso rund um die Uhr freut, weil er laut US-Magazin "Forbes" auf Platz 1349 der reichsten Menschen der Welt steht, ihm die Hälfte der deutschen Lebensmittelindustrie gehört und er trotz Beteiligung an Cum-Ex-Geschäften trickreich um eine dreistellige Millionenstrafe herumkam, wissen wir natürlich nicht. Keinen Zweifel gibt es aber an der bonatzbaubedingten Freude bei "Me and all Hotels". Auf deren Seite wird der kommende neue Standort auf einem ungeahnten Euphorielevel angekündigt. Ein Auszug: "Wir gehen nach Stuttgart – YEAH JIPPIE YEAH – In drei gläserne! Etagen, in den historischen Bonatzbau am Hauptbahnhof." Zentraler und spektakulärer gehe es kaum, denn die drei Etagen würden, heißt es da, "ins historische Drumherum integriert und auf ein Shopping-Center gesetzt." Und weiter, im Wortlaut: "Auch die Fassaden und alten Schalterhallen bleiben erhalten. Das wird der Hammer! Die me and all lounge wird riiiesig. Und es wird ein me and all businesscenter mit 10 Boardrooms für Meetings für bis zu 12 Teilnehmer geben. On top of all. Wir sind ja jetzt schon ein bisschen geflasht."

Ein bisschen geflasht, allerdings im eher negativen Sinne, waren in den vergangenen Tagen auch viele Bahnreisende, die offenbar noch gar nicht wussten, dass zu Stuttgart 21 nicht nur die Transformation des Kopfbahnhofs in eine tiefergelegte Tunnelhaltestelle gehört. Sondern auch die investorenfreundliche Umwidmung früherer Bahnhofsräumlichkeiten. Der Denkmalschutz hielt sich wie sonst auch bei S 21 vornehm zurück und der Stuttgarter Gemeinderat – selbst die Projektkritiker – ließen die Baupläne fürs Hotel ohne jede Diskussion passieren (Kontext berichtete im Juli 2017).

Der Nabel Schwabens ist eine Art Euro-Disneyland

Die Rede vom "historischen Drumherum", in das der Hotelbau integriert werden soll, ist bezeichnend. Schon vor bald 10 Jahren, am 2. Oktober 2009, wählte der Architektur-Kritiker Nicolai Ourousoff in der "New York Times" das Beispiel Stuttgart 21 als "besonders perverse Geste des 'Fassadismus' – einer Lieblingsmethode von Bürokraten und Bauunternehmern, im Rahmen derer ein paar architektonische Elemente bewahrt werden, während der Rest des Gebäudes plattgemacht wird ("is bulldozed" heißt es im Original)".

Den S-21-Fassadismus geißelte auch der Konzept-Künstler Joseph Kosuth – genau der, der 1993 im Auftrag der Deutschen Bahn das Hegel-Zitat " . . . daß diese Furcht zu irren schon der Irrtum selbst ist" in Leuchtschrift über der Pfeilerhalle des Bonatzbaus angebracht hatte. 2010 sagte der in einem Interview: "Selbst wenn etwas nicht vollständig abgerissen wird, so lässt man in der Regel nur die Fassade stehen und baut dahinter praktische Gebäude. Das ist ein rückschrittliches Architekturverständnis. Architektur hat die Psychologie eines Ortes zu konservieren, dadurch ist es uns Menschen möglich, eine Verbindung herzustellen zu den Menschen, die vor uns dagewesen sind. Durchbricht man diese Logik, indem man nur die Fassade stehen lässt, verändert man die Städte, in denen wir leben, in eine Art Euro-Disneyland."

Nun ist ein rückschrittliches Architekturverständnis, wie es Kosuth moniert, für Vermarkter und Investoren nicht unbedingt die relevanteste aller Kategorien. Die Anstrengungen, ihren Fassadismus im Falle des Bonatzbaus als Fortschritt zu camouflieren, sind dennoch beachtlich. Auf der von der DB betriebenen Seite "der-neue.de" ist in einer wahren Euphemismen-Rallye die Rede von der "Modernisierung des Bonatzbaus" und vom "neuen Bonatzbau". Dieser werde sich "wieder den Herausforderungen einer immer mobileren Gesellschaft anpassen und doch bleiben, was er ist: das moderne Stadttor Stuttgarts und der Nabel Schwabens." Das hätte selbst Ex-OB Wolfgang Schuster nicht schöner formulieren können.

Damit die Modernisierung des Schwabennabels für Reisende nicht mit allzu vielen Unannehmlichkeiten verbunden ist, wird die Deutsche Bahn noch bis zum kommenden Sonntag, dem 18. August, Mitarbeiter einsetzen, die sie "Baustellenbuddys" nennt. Sie sind erkennbar "an ihren leuchtend roten Kapuzenpullovern" und sollen Passagiere durchs Chaos lotsen. Jedenfalls ein paar Tage lang. Ab Januar 2020 sollen dann auch die Bauarbeiten im Bonatzbau beginnen (und ein paar Jahre dauern). Bis dahin wird es dort zwar keine Läden und Geschäfte mehr geben, aber das Gebäude diene weiterhin als Aufenthaltsfläche. Immerhin: "Die WC-Anlage und die Schließfächer finden Kunden noch bis Mitte Oktober [2019] im Bonatzbau", teilt das Unternehmen mit. Leider schreibt die Bahn nicht dazu, wie sie die sanitäre Frage in den Folgemonaten beantworten will. 

Viele Proteste gegen S 21 fanden hier, im Bonatzbau, statt, am vergangenen Montag vielleicht der letzte: Da strömten die Teilnehmer der 476. Montagsdemo noch einmal in die große Bahnhofshalle, machten ihrem Unmut über das Bahnverbuddelungs- und Immobilienprojekt Luft. Und verabschiedeten sich von der inneren Struktur des Baus – das historische Drumherum bleibt ja.


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21 Kommentare verfügbar

  • F. Fischer
    vor 2 Tagen
    Seltsam. Ein angeblicher Jupp faselt ständig von Selbtsreflektion. Hmm? Vielleicht sollte er bei sich und seinen kläglichen Tiraden beginnen. Klar, daß so ein "Held" nicht mit Klarnamen auftritt.
  • Bernie
    vor 2 Tagen
    Was wohl unsere neue Haltestelle für einen Namen bekommt nachdem sie ja durch Sondergenehmigung wg. zu starker Neigung nicht mehr Bahnhof heißen darf.
    Zum schrägen Bonatz vieleicht oder ganz im Sinne der Investoren Bonatz Mall.
    Wie kann man an so einem Scheiß überhaupt noch was positives sehen außer daß ein paar Geldsäcketaschen mit unserem Geld gefüllt werden.
    Wir werden uns mal nach Deutschlands oder gar Europas bestfunktionierendstem Bahnhof zurücksehnen. Zumindest die die auf die Bahn angewiesen sind.
  • Jupp
    vor 4 Tagen
    Ich freue mich auf den sanierten Bonatzbau. Die Entwürfe sind sehr gelungen.
    Wenn gebaut wird, gehört in einer saturierten Gesellschaft das Jammern während der Bauphase dazu.

    Kann Kontext eigentlich auch einmal einen kritischen Artikel in eigener Sache schreiben?
    Immerhin sind jetzt fast alle Tunnels gebaut. Der Tiefbahnhof befindet sich schon im Hochbau.
    Das Mineralwasser, der Hauptaufreger des Protestes und Inhalt unzähliger Kontextartikel, hat keinen Schaden genommen.
    Der Fernsehturm ist nicht gekippt.
    Das Kernerviertel ist nicht ins Tal gerutscht.
    Die Parkbäume haben das Grundwassermanagement schadlos überstanden.

    S21 biegt auf die Zielgerade, ohne dass die düsteren Prophezeiungen Wahrheit wurden.
    Zu kritischem Journalismus gehört doch auch die Reflexion. Oder gilt hier das Motto: "Was interessiert mich mein Geschreibe von gestern"?
    • Jörg Tauss
      vor 4 Tagen
      Die #s21 - Versteher Marke @Jupp haben einfach Humor.... Oder sind total plemplem.. Ich schwanke noch... :)
    • Martina Auer
      vor 4 Tagen
      Ich freue mich nicht auf den "sanierten" Bonatzbau. Weil es diesen nicht mehr gibt. Wäre die S21-Sekte ehrlich und konsequent gewesen, hätte sie auch die restlichen Teile der Bonatz-Hülle abgerissen. Nun, sie hat sich für die subtile Variante entschieden - fast alles abreißen, und sagen der "Bonatzbau steht ja noch da" und wird "saniert".

      Mein Vorschlag: Auch das Neue Schloss am Schlossplatz "sanieren". Also erst mal die hässlichen Seitenflügel platt machen (das wunderschöne Hauptgebäude bliebe ja stehen), und jenes wunderschöne Hauptgebäude dann entkernen und eine Shopping-Mall und ein mehrstöckiges Hotel mit Glasfassaden integrieren.

      Ich freue mich auf den "Umbau" und die "Sanierung" des Neuen Schlosses.
    • Peter Kurtenacker
      vor 4 Tagen
      > Der Tiefbahnhof befindet sich schon im Hochbau.

      Richtig in Stuttgart entsteht ein neuer Berg als Tiefbau getarnt. Ob die Leute später da so begeister sind bezweifele ich schon einmal.
      Aber selbst ein Befürworter sollte sofort sehen das die Bodenplatte keineswegs fertig ist. Das sind vermutlich noch unter 50% der Gesamtfläche. Und die Einhaltung von Takten und Abpumpen in Abschnitten usw. fand nie statt. Das Ding war schon immer eine Gesamtlüge, nicht nur beim Geld.
      Und wer im SWR "Baumeister Pradel" ansah konnte sogar einmal Pfusch am Bau direkt mitverfolgen. Ich erinnere an die Szene mit den runden Durchgangstunnel. Ein absoluter Murks wie mir auch ein Kollege bestätigte.
      Aber Pradel sagte ja so schön: Da müssen wir spachteln.
      Die Gegner haben das bis heute nicht verstanden, das ihnen hier etwa in Bildern dokumentiert wurde was sie vorher vermuteten.
      Persönlich würde mich interessieren was bei der ersten Stütze los war. Beim unteren Teil waren die Farbunterschied oben nach den Ausschalen sehr markant. Anscheinend gab es Probleme beim Einbringen des Betons. Auffällig ist auch der Farbunterschied zu den anderen Stützen. Anscheint wurde da schwer nachgebessert.
      Am meisten Spott über Pradel kam wegen der Aussage das man es einmal mit einer Sauerstoffdusche versuchen sollte, damit die Stütze weißer wird. Kommentar von Bauingenieur zu mir "Haben sie davon jemals am Bau so etwas gehört?".
      Anderseits hat er indirekt verraten das sie irgend etwas in den Beton gemischt haben was oxydiert und so weis wird.
      Na ja, Prof.Dr.Bernd Hillenmeier ist Betonfachmann, was auch ich nicht bezweifele. Und solange der mitmacht gehe ich davon aus das die Sache einigermaßen funktioniert
    • Jupp
      vor 4 Tagen
      Jetzt mal Butter bei die Fische: Wann treten die düsteren Prognosen denn ein? Die Tunnels sind fast fertig. Der Tiefbahnhof ist sehr weit fortgeschritten. Man sieht schon die Bahnsteige und Kelchstützen.
      Wann kommt denn jetzt das Ende des Mineralwassers? Der Protest hat doch fleißig Flugblätter in den Mineralbändern verteilt und das Ende des Bäderbetriebes vorhergesagt. Kontext hat unzählige Artikel von "Experten" zum Thema verfasst.
      Wann kippt der Fernsehturm?
      Wann nimmt das Grundwasser den Schaden?
      Wann verenden die Parkbäume?
      Wann rutscht das Kernerviertel in die Stadt?
      Die Liste der düsteren Prophezeiungen ist unerschöpflich.

      War das alles nur eine Panikkampagne?

      Die Antwort ist klar. Ja.

      Das die Kontextleser nach Strich und Faden angeschmiert wurden ist denen aber auch gleichgültig. Jetzt, wird halt über die Farbe des Betons echauffiert.

      Die Empörung ist immer gleich.

      Schade, dass man nicht den Mut besitzt sich selbst zu reflektieren.
      Stellt keiner in der Redaktion oder bei den Lesern infrage, warum die angekündigten Katastrophen ausgeblieben sind?
    • Peter Kurtenacker
      vor 4 Tagen
      > Die Tunnels sind fast fertig.

      Ein großer Teil ja.
      Beim fertigen Leonberger Engelbergtunnel weis man inzwischen was schief lief, dauert auch einige Zeit.
      Schon vor Beginn von S21 hatte mir ein Bauingenieur einmal erzählt was alles jedes Jahr im Wagenburgtunnel gemacht wird. Die haben sogar einen "Nebentunnel" um die Wartungen durchführen zu können. Die fehlen auch als Fluchtmöglichkeit bei S21.
      Und es gibt ja schon einen Hinweis das vermutlich in den bergmännischen Tunnel mit nicht sauberen Zement gearbeitet wurden. Das werden wir alles im Laufe der Jahre endgültig erfahren.
      Aus den Bauchgefühl: Bei der Gesamtlänge aller Tunnel bis Ulm wird es irgendwo immer ein Problem geben.
      Und dann wird man Tunnel sperren müssen. Da es fast immer nur 2 Röhren sind wird man die Züge nur durch eine im Wechsel führen. Ich bin mir fast sicher das die Planung für Ausweichstellen in der Schublade liegen.
      Und die vorausgesagte Leistungsfähigkeit ist höchstens kurzfristig bei optimalen Bedingungen gegeben.
      So ein kompliziertes System funktioniert auch in anderen technischen Bereichen nie hundertprozentig.

      > Der Tiefbahnhof ist sehr weit fortgeschritten. Man sieht schon die Bahnsteige und Kelchstützen.
      Leider ja. Aber man sieht einige Dinge immer noch nicht.
      Ich bin gespannt wenn in den Kelchstützen die Stege integrierend werden. Da findet man nirgendwo einen Hinweis wie das klappen soll. Hier liegt für mich auch der Grund verborgen warum die Betonstege nur die Brandklasse F30 erreichen. Die sind garantiert nicht brennbar. Irgendetwas ist faul.
      Als Bautechniker nehme ich sehr wohl die Änderungen zur Kenntnis gegenüber der Ursprungsplanung. Am leichtesten zu sehen: Ein Medienkanal in der Mitte der Stege statt zwei an der Seite. Bin ich vermutlich mit daran Schuld, weil ich die EBA daraufhin wies das da brennendes Öl fliesen könnte.

      > Wann kommt denn jetzt das Ende des Mineralwassers?
      Müssen wir leider noch etwas warten. Aber ich weiß von einen Gelogen das sie sehr wohl die mineralwasser führende Schicht angreifen mussten. Andeutung sind auch in offiziellen Unterlagen.
      Als Hinweis möge die PFA 1.1 11.PÄ Anlage Umwelterklärung dienen:
      Frage 5c Findet das Vorhaben in .. geschützten Landschaftsbestandteile, .. wurde nein angekreuzt.
      Ist wegen Mineralwasser so nicht richtig.
      Frage 5d ist dann der volle Witz. Dort steht ausdrücklich Wasserschutzgebiet. Nein angekreuzt.
      Aber die geänderte Gründung wurde genehmigt. Und die wussten das die Pfähle nicht automatisch ihre Tragfähigkeit erreichen können. Zusatzpfähle waren für diesen Fall vorgesehen. Mir fiel keiner auf, bei den im Kreis stach das förmlich ins Auge. Welch ein Zufall!
      Aus den Gedächtnis heraus weiß ich das in den Unterlagen noch einige Sachen sind.
      Da braucht es aber viel mehr Fachleute.
      Die Proler haben lediglich das Glück das die Linken die Fachleute vertrieben haben. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, das die Wahrheit herauskommt.

      > das Ende des Bäderbetriebes vorhergesagt.
      Na, wann wird den Mineralbad Berg wiedereröffnet?
      Ich könnte wetten: Da geht es nicht nur um die Baukosten.
      Berg müsste am meisten betroffen sein, wegen der Nähe zu S21.

      > Wann verenden die Parkbäume?
      Die umgepflanzten sind doch schon weitestgehend tot?
      Die restlichen Fragen wird die Zeit beantworten.
      Wobei die Bauleute bis jetzt auch zugegebener Maßen sehr viel Glück hatten.
      Aber die feiern ja auch das jährlichen beim Fest der heiligen Barbara.
      Selbst die Katholische Kirche hat sie aus der Liste der Heiligen gestrichen.
      (siehe Wikipedia)
      Aber im pietistischen Stuttgart feiern wir das trotzdem immer noch. Macht eigentlich Pfarrer Bräuchle da noch mit?
      Vielleicht geschieht ja hier das Wunder mit den Fluchtweg durch den Spalt im Berg.
      Wer in Stuttgart wohnt wird fast automatisch etwas Abergläubig. Erleichtert einen das Leben. Täglich "Glück gehabt"
    • Real Ist
      vor 4 Tagen
      Die ganzen prognostizierten Schäden, die bisher nur teilweise eingetreten sind (Häuserschäden am Kernerplatz, m.W.erst ein zerstörter Baum durch das GWM, drei bekannte Wassereintritte in Tunnels) kann man erst nach Bauende beurteilen, m.E. besteht eine große Gefahr für die Mineralquellen, der gefährlichste Bauabschnitt des Nesenbachdükers wurde noch nicht in Angriff genommen, erst dannach wird sich zeigen, ob ich Recht habe.

      Dennoch glaube ich als S21-Gegner, dass das Projekt unabhängig von noch eintretenden Schäden nicht mehr zu stoppen ist, bei eventuell starken Quellungen werden Bypasstunnel gebohrt, zurückgehende Schüttungen der Mineralquellen halte ich für längst eingepreist und werden längstmöglichst verheimlicht.

      Selbstreflektierung vermisse ich bei allen Akteuren, die ausnahmslos sehr schlechte Figuren abgeben, Planer sind raffgierig und unfähig, Proler glaubten alle Heilsversprechen, Politiker haben jegliche Glaubwürdigkeit verloren, Medien haben sich als willfährige Erfüllungsgehilfen für Machthaber entpuppt, S21-Gegner wollen bis heute nicht einsehen, dass sie selbst als Gesamtbewegung versagt haben und deshalb das Projekt nicht stoppen konnten, die Chancen waren da und wurde vergeigt.

      Um ihre Frage nach Panikmache zu beantworten, ja, auch das gab und gibt es, man hätte sich stur auf S21 und die wichtigsten Punkte konzentrieren sollen, ohne nebenbei auch noch alle Probleme der Welt lösen zu wollen.
    • Fritz Hirschmann
      vor 3 Tagen
      Eines fehlt noch, lieber Jupp, in deiner ok-Liste:

      S21 kostet - wie von den Befürwortern versprochen -, maximal 4,5 Milliarden und wird auf die Sekunde genau pünktlich fertig, so dass man heute schon die erste Fahrkarte von Paris nach Bratislava reservieren kann! Ob man dann aber in Stuttgart im Tiefbahnhof zusteigen kann ...?
    • Martina Auer
      vor 3 Tagen
      Wann gehts denn nun los mit dem "Umbau" des Neuen Schlosses und mit der "Aufwertung" zu einem Hotel?

      Das Ding gehört dringend "modernisiert", schließlich ist es schon über 200 Jahre alt. Was sollen nur die Münchner von uns denken?
    • Peter Kurtenacker
      vor 3 Tagen
      > Das Ding gehört dringend "modernisiert", schließlich ist es schon über 200 Jahre alt
      Stimmt so nicht.
      Das Schloss wurde auch ausgebombt und es waren fast nur die Fassaden stehengeblieben.
      Nach den Abriss des Prinzenpalais (heutige Stadtgalerie) protestierte die Bevölkerung massiv gegen die Stadtverwaltung. Danach wurde man vorsichtiger und baute neben den neuen Schloss auch einiges wieder auf.
      Es gab früher erfolgreichen Protest von bürgerlicher Seite wie man sieht.
      Wegen der heutigen Nutzung erfolgen hier auch regelmäßig eine Modernisierung.
    • Martina Auer
      vor 2 Tagen
      Es spielt keine Rolle, ob das Neue Schloss innen bereits einmal erneuert wurde. Oder ob das bei der Markthalle oder beim Alten Schloss so war.

      Mein Kommentar soll vielmehr die Frage aufwerfen, ob es sein muss, eines der wenigen verbliebenen historischen Gebäude zu schleifen und zu verstümmeln, denkmalgeschützt dazu, um den Bahnverkehr zu Gunsten von Umsatz und Gewinn für die Bau- und Finanzindustrie und für eine fragwürdige, weitere Innenstadtverdichtung für mind. 10-15 Milliarden Euro zu verkleinern und störanfällig zu machen.

      Zu @ Jupp:

      Dann mal Butter bei die Fische.
      - Der Bahnverkehr wird nicht verdoppelt, die Kapazität (!) auch nicht um 30% erhöht sondern verringert.
      - S21 kostet nicht 2,45 Mrd. Euro und war nicht in 2008 fertig. Auch nicht zur geplanten Stuttgart-Olympiade und nicht 2019.
      - Die Ausstiegskosten lagen nicht, wie von Drexler gelogen, bei 3 Mrd. Euro.
      - Die Kostenberechnung von V&R stimmt mit der des BRH überein und war korrekt.
      - Das Gleisvorfeld konnte unter rollendem Rad saniert werden.
      - Im Kernerviertel u.a. Orten gab und gibt es Häuserrisse. Das benachbarte Bohrloch wurde klammheimlich zugeschüttet.
      - Es gab mindestens 3 Wassereintritte.
      - Der Kopfbahnhof bewältigt den Bahnverkehr auch seit 2010 (entgegen der Lügen).
      - Der Tunnelbrand einer Baumaschine konnte nicht an Ort und Stelle gelöscht werden und hat 6 Stunden gedauert.
      - Man merkt von den Bauarbeiten oben was, obwohl unten gebaut wird.
      - Es sind mehrere versetzte Parkbäume verendet. Ausgleichsmaßnahmen fürs illegale Abholzen finden im Mussenbachtal statt (bei Remseck).
      - Auch und gerade ohne S21 lässt sich ein S-Bahn-Ringschluss bauen (entgegen der Lüge im Neuhausener Amtsblatt).
      - Die ″wegen S21″ versprochene S-Bahn in Göppingen ist kein Thema mehr.

      War das alles nur Bauernfängerei?

      Die Antwort ist klar. Ja. Die Liste der Heilsversprechen ist unerschöpflich.

      Die Leser der StZN wurden nach Strich und Faden angeschmiert. Auch von den steuerfinanzierten S21-Lobbyschreibern in den Kommentaren.
    • Peter Kurtenacker
      vor 2 Tagen
      Kleiner Nachtrag zu den Stützen: Schaut einmal die Ausgangsplanung genau an.

      Ovale Stützenschalen, die aus den Boden geschwungen "gleichmäßig" zur Decke führen.
      Außerdem extrem dünn, sollten angeblich einmal d=30cm werden.

      Die Wirklichkeit: Unten immer ein gleich großer Stützenfuss, der keineswegs eine gleichmäßig geschwungene Stütze ergibt.
      Zur Dicke = schaut es vor Ort an. Die Schalen sind angeblich ca.60cm.

      Der obere Teil muss die unterschiedlichen Deckenhöhen aufnehmen.
      Deswegen wird das bei mehreren Stützen erst richtig auffallen, das sie oben "gestaucht" hintereinander aussehen.
      Gleichzeitig muss oben das Loch immer gleichgroß sein.
      Die Innenbilder des S21-Bahnhofes sind längst Makulatur.

      Und die Dinger sind inzwischen kreisrund!
      Auf den alten Vorgaben ist deutlich die ovale Form zu sehen.
      Das ganze Thema kann man erst jetzt, wo man es sieht, einigen verständlich machen.
      So etwas glaubt einen vorher niemand.

      Bei neueren Bildern sah ich das sie inzwischen die Architektur anpassen.
      Fällt anscheinend niemand mehr auf, das sie schon gewaltig am ändern sind.

      Ich überlegte mir inzwischen auch einmal wie das auf die Luftzirkulation Einfluss nimmt.
      Da war ja einmal etwas mit den runden Kühltürmen, die zu glatt waren.
      Wobei ich natürlich auch nicht annehme das der Bau deswegen einstürzt.
      Nur da müsste einiges überprüft werden. Wird aber nicht geschehen.
      Wird bestimmt ein irres Gefühl wenn ein Zug einfährt und dann der "Wind" durch die Halle geht. Die natürliche Lüftung ist ja Bestandteil der Planung.

      Wer als Befürworter immer noch glaubt das der fertige Bahnhof aussieht wie auf den ersten Präsentationen, glaubt auch an den Osterhasen und Weihnachtsmann.
  • J.Frahm
    vor 5 Tagen
    Wie man zu den Zügen nach der jetzt erfolgten Schließung des Bonatz-Baues kommt, das wird noch nicht einmal durch die Stuttgarter Zeitung vermittelt, obwohl die heute eine aufwändige DB-Grafik veröffentlichen!
    • Peter Kurtenacker
      vor 5 Tagen
      Stimmt so nicht. Im Gegenteil: Manchmal sind die vielen Mails die über Tiefbauamt - DIPH kommen mir fast zu viel. Diese Mails bekommen auch einige beim sogenannten Widerstand. Ebenso muss die Presse etwas bekommen.
      Über https://www.stuttgart.de/baustellenkalender kommt man zu http://www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/aktuell/
      Unter Pressemitteilung wird man auch fündig. Und im Amtsblatt gibt es auch Hinweise. Interessiert halt niemanden.
      Auch der letzte Gegner von S21 hat eigentlich was besseres zu tun. Ist aber nichts spezielles bei S21, betrifft alle Baustellen.
  • Peter Kurtenacker
    vor 5 Tagen
    Der Umbau des Bonatzbaues war spätestens seit Dezember 2017 durch die 17.Planänderung PFA 1.1 bekannt und dokumentiert. Hat damals niemand interessiert. Ich wurde von Seiten der Ing.22 sogar darauf hingewiesen wie unwichtig das sei. Seit den ist der Kontakt zu ihnen beendet.
    SÖS/Linke wies ich darauf hin das damit ja eigentlich auch die Betriebserlaubnis der Klettpassage erlischt. Die haben das vermutlich nicht einmal verstanden.
    Die Fluchtwege der Klettpassage sind teilweise in den Bonatzbau und werden zum Teil gesperrt.
    Da müssten eigentlich Übergangslösungen und spätere Fluchtkonzepte benannt werden. Davon gibt es keine Unterlagen. Und zum Teil Aufgabe der Stadt Stuttgart.
    Abenteuerlich ist das Fluchtkonzept wenn es im neuen Bahnhof brennt und die Leute sollen durch den neuen Bonatzbau flüchten. Dann soll der neue Bonatzbau vorher in weniger als 5 Minuten geräumt sein!
    Wer die Unterlagen der 17.Pä ansieht kommt aus den Staunen nicht heraus. Das Hotel ist als Leichtkonstruktion weitestgehend in F30 geplant! Ich benutze hier die alte Bezeichnung F30, die neuen Unterlagen sind erstaunlich genau, was die Sache nur verschlimmert. Die Gründung ist zum Beispiel vor den Hintergrund des Streites um den Turm nur als abenteuerlich zu bezeichnen.
    Nebenher: Die zukünftige Lage der Bahnhofsmission betrachte ich als Behinderter als große Frechheit. Die ist ungefähr wo heute das Hotel im Nordflügel ist. Schön abseits, ja nicht sichtbar.
    In einen neuen Zeitungsbericht wurde vor kurzen geschrieben das der letzte Rammpfahl eingebracht wurde. Im Artikel ein Bild der Bewehrung eines Bohrpfahls. In den Änderungen zur PFA 1.1 ist auch ausführlich enthalten das die Gründung von Rammpfählen auf Bohrpfähle umgestellt wird. Beim Bohren "rammen" die auch ein wenig. Auch hier sieht man deutlich, es versteht niemand mehr was da wirklich geschieht. Für mich selber ist dieser Pfahl das Eingeständnis, das Ding wird um jeden Preis fertig gebaut.
    Ich könnte jetzt noch von einigen Dingen berichten wo sich sogar Bauingenieure am Kopf kratzen.
    Nur das ist alles Sinnlos. Verkehrsminster Hermann macht es richtig. Lasst den Schrott fertig werden und verweigert jegliche weitere Zahlung.
    Auch ein kastrierter Restkopfbahnhof hätte ein Reiseproblem: Er müsste auch einen Gelände stehen, wo die Bahn ein Gebäude mit anderen Funktionen geplant hat. Das Ende dieses ganzen Herummurkse werde ich nicht mehr erleben.
    Da es eh nur noch um Politik und nicht mehr um sinnvolle Planung geht, betrachte ich das ganze von der Seitenlinie.
    Das nächste Hornberger Schießen wird der Umweltschutz.
    Und "Angst" im weitesten Sinne macht mir die AfD. Die werden leider zulegen.
    Nicht zuletzt wegen des kompletten Versagen der Linken Ideologen. Die haben immer noch nicht verstanden das Techniker usw. inzwischen nichts mehr von Politik hören wollen. Für mich nachvollziehbar.
    • Markus Hitter
      vor 5 Tagen
      Interessiert, nicht interessiert, ... irgendwann sind Menschen erschöpft vom Aufbegehren gegen den ständigen investorengetriebenen Dumpfsinn und Frevel. Es ist ja nicht so, dass wohlüberlegte Zukunftsaussichten wie Umstieg 21 eine nennenswerte Debatte ausgelöst hätten.

      Die Deutsche Bahn macht, was sie will, die Ignoranten im Gemeinderat winken das ungesehen durch. Sie bejubeln das sogar, weil sie in röhrenden Baggern, aushärtendem Beton und Ersatz von Lebensqualität durch Kommerzqualität noch immer "Fortschritt" erkennen. Dabei stehen die Zeichen der Zeit längst und unübersehbar in eine ganz andere Richtung.

      So ist es wenig verwunderlich, dass das "niemanden" interessiert hat. Die Nachricht war schon da, doch mehr als ein Aufstöhnen hat sie nicht ausgelöst.

      Dass das Werk von Paul Bonatz jetzt zu einem Disneyland-Feature verkrüppelt wird, ist eben so. Viel mehr Sorgen bereitet mir, dass der inzwischen deutlich absehbaren Katastrophe am Hauptbahnhof nicht etwa Verbesserungen der Konzepte, der Planungsweisen oder der Bürgerbeteiligung folgen, sondern nur noch absurdere Zukunftsvisionen wie das Rosensteinviertel. Das ewige Mantra von "mag sein, dass das nicht so toll geworden ist, doch in Zukunft ..." ist ungebrochen, daran hangelt man sich seit mindestens 40 Jahren von einem Desaster zum Nächsten durch. Und es gibt keine Anzeichen auf Besserung.
  • Barbara Dedie
    vor 5 Tagen
    "der Nabel Schwabens"
    Heidenei aber au. Eine leere Hülle, mit Kommerz gefüllt.
    So habe ich mir das Schwobaländle eigentlich nicht vorgestellt, und auch nicht erlebt.
    Aber da das den Globus umkreisende Kapital ja einen Landeplatz braucht, steht S 21 als neuer BER ja nichts im Wege,
    • Jens Steffen
      vor 5 Tagen
      Wahre Worte liebe Barbara, das Kapital braucht einen Landeplatz. Aber bitte schaut euch doch alle mal um. Diese "alte" Welt gibt es nicht mehr. Es gibt unzählige Beispiele, eine Gruppe Mädels machen heute ihren Junggesellinen-Abschied nicht mehr in der Stammkneipe sondern in Barcelona oder New York. Eine junge Familie fliegt während ihrer Elternzeit für 3 Monate nach Thailand. Junge Senioren fliegen nachdem sie ihren letzten Arbeitstag gehabt haben erstmal für 6 Wochen nach Südamerika. Ich arbeite im Tourismus, ich weiss was heute in der Branche passiert. Und genauso läuft es mit Bauprojekten für Einkaufsmalls. Aber wie funktioniert den heute das Einkaufen, man probiert es im Ladengeschäft an und kauft es via Internet. Nie vergessen, das Kapital kommt von uns!!
    • Peter Kurtenacker
      vor 5 Tagen
      Vor allen: Wollen wir wetten das da "Mehrkosten" entstehen, die von Land und Stadt mitbezahlt werden. Oder habe ich die Gegenrechnung übersehen, das die sogar S21 mit finanziert?
      Anscheinend haben sie sogar vor das geplante Hotel zu verkaufen???
      So etwas stelle ich mir rechtlich schwierig vor. So eine Art Eigentumswohnung im Bahnhof? Also im Bundeseigentum?
      Außerdem ist der Bahnhof ja ein "Bundesgebäude" und unterliegt damit nur bedingt der Landesbauordnung.
      Dieses rechtliche Gemurkse, auch in Hinblick auf die Klettpassage ist eine Geschichte für sich. Klettpassage gehört zum großen Teil der Stadt, aber S-Bahn den Bund.

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