Nach dem antisemitisch motivierten Terror in Halle demonstrierten am 3. November mehrere hundert Menschen auf dem Stuttgarter Schlossplatz. Foto: Oliver Willikonsky

Nach dem antisemitisch motivierten Terror in Halle demonstrierten am 3. November mehrere hundert Menschen auf dem Stuttgarter Schlossplatz. Foto: Oliver Willikonsky

Ausgabe 449
Gesellschaft

Der Nährboden wächst

Von Anton Maegerle
Datum: 06.11.2019
Die Reichspogromnacht jährt sich zum 81. Mal. Sie ist ein Anlass, vor dem wachsenden Antisemitismus auch in Baden-Württemberg zu warnen und die Rolle der AfD dabei genauer zu beleuchten.

In der Nacht des 9. November 1938 ermordeten die Nazis Hunderte von Juden, zerstörten Synagogen und Friedhöfe. Am Ende stand der Holocaust. 81 Jahre danach warnt der World Jewish Congress (WJC) wieder. Die Dachorganisation jüdischer Gemeinden und Organisationen aus mehr als 100 Ländern bezieht sich auf eine repräsentative Umfrage, die folgendes Ergebnis hat: Jeder vierte Deutsche hegt antisemitische Gedanken. 41 Prozent äußern die Meinung, Juden redeten zu viel über den Holocaust. Auch Aussagen, wie Juden hätten zu viel Macht in der Wirtschaft oder trügen die Verantwortung für die meisten Kriege auf der Welt, sind auf relativ große Zustimmung gestoßen.

Die Zahl der gemeldeten antisemitischen Straftaten in Deutschland nahm 2018 gegenüber 2017 um 19,6 Prozent zu. Es waren insgesamt 1799 Delikte. Die Polizeistatistik ordnet die Delikte überwiegend rechtsextremen Tätern zu. In 69 Fällen waren es Gewalttaten gegen Juden, bei denen mehr als 40 Menschen verletzt wurden. 27 Mal wurden jüdische Friedhöfe geschändet. "Der Nährboden für judenfeindliche Taten ist nach wie vor da im Land der Täter", betont Ronald S. Lauder, der Präsident des Jüdischen Weltkongresses. In Deutschland leben rund 200 000 Juden, etwa 96 000 von ihnen sind bei den jüdischen Gemeinden registriert.

In Baden-Württemberg ist die Anzahl antisemitischer Straftaten von 99 (2017) auf 136 im Jahr 2018 gestiegen. Die Steigerung entspricht 37,37 Prozent. Die Vorstandssprecherin der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs, Barbara Traub, spricht von einer "alarmierenden Zunahme antisemitischer Straftaten in unserem Bundesland".

Einen wachsenden Antisemitismus nehmen 65 Prozent der Deutschen wahr. Diesen bringen sie mit dem Erfolg rechtsextremer Parteien in Verbindung. So erzielte die AfD bei der Landtagswahl in Thüringen am 27. Oktober 23,4 Prozent und wurde zur zweitstärksten Kraft. Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, urteilte danach so: "Mit ihrer Stimme haben viele Wahlberechtigte eine Partei unterstützt, die seit Jahren mit ihrer Verharmlosung der NS-Zeit, ihrem offenen Nationalismus und dem von ihr geschürten Hass gegen Minderheiten, darunter auch die jüdische Gemeinschaft, den Nährboden für Ausgrenzung und rechtsextreme Gewalt bereitet."

Höcke bedient antisemitisches Gedankengut

Fakt ist, dass der thüringische AfD-Parteiführer Björn Höcke unterschwellig antisemitisches Gedankengut bedient. So äußerte er sich über den Philanthropen George Soros, einen Milliardär jüdischer Abstammung, der zivilgesellschaftliche Akteure in mehreren Ländern fördert, mit den Worten: "Die EU ist in ihrer heutigen Form nichts anderes als eine neoliberalistische Globalisierungsagentur, die den volkszerstörenden und als pervers zu bezeichnenden Ungeist eines George Soros exekutiert." In rechtsextremen Kreisen wird von Soros ein Bild gezeichnet, das den typischen antisemitischen Stereotypen von der angeblichen Weltverschwörung einer jüdischen Finanzelite entspricht.

Mitte Oktober 2019 wurde das Tauberbischofsheimer Wahlkreisbüro der baden-württembergischen AfD-Landtagsabgeordneten Christina Baum von Unbekannten mit Farbe beschmiert. Ihr Fraktionskollege Stefan Räpple kommentierte dies auf Facebook mit den Worten: "Man muss sich mal vorstellen, es wäre ein jüdisches Geschäft gewesen. Lichterketten, GEZ-Sondersendungen, Merkel wäre nach Tauberbischofsheim gereist und hätte Kränze niedergelegt, Sondersendungen wochenlang, es würde 1000 Fach vor der achso bösen AfD gewarnt... So aber waren die Opfer ja nur Deutsche, also Untermenschen, unwürdig betrauert oder geschützt zu werden." (Fehler im Original) Im ungehemmten Gossenjargon hetzt der Parlamentarier Räpple weiter: "Und noch eine Stufe drunter, die Tiere von der AfD, die man schlachten darf, die verleumdet und beleidigt werden dürfen, bis es nicht mehr dreckiger geht. Und die linken Ekel-Journalisten und die Pseudo-Kanzlerin lachen sich ins Fäustchen."

Und wieder scheitert das Ausschlussverfahren gegen Gedeon

Räpple ist ein politischer Weggefährte des fraktionslosen Landtagsabgeordneten Wolfgang Gedeon, eines Verfassers antisemitischer Hetzschriften. Ende Oktober hat ein AfD-Schiedsgericht entschieden, dass Gedeon Mitglied der AfD bleiben darf. Ein Parteiausschlussverfahren ist damit zum wiederholten Mal gescheitert. In Publikationen hat der Landtagsabgeordnete Gedeon Neonazis wie Horst Mahler und David Irving als "Dissidenten" verharmlost. Im Holocaust sieht der Landtagsabgeordnete eine "Zivilreligion des Westens". Christoph Heubner, Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz-Komitees, kritisierte die Entscheidung des AfD-Schiedsgerichts: "Die AfD zeigt wieder einmal ihr wahres Gesicht und Herr Gedeon bleibt da, wo er hingehört: In einer Partei, die immer mehr von rechtsextremen und antisemitischen Stimmen dominiert wird. Wahrscheinlich gehört mittlerweile auch Herr Gedeon zur Mitte der Partei, so wie Herr Höcke."

Brandanschlag?

Jäh unterbrochen, berichtete der "Schwarzwälder Bote" am 3. November, wurde das "Leonhard Cohen Project" in der Oberndorfer Klosterkirche – durch einen zischenden Feuerwerkskörper. Darauf rückte die Feuerwehr zu einem Großeinsatz aus, der Bürgermeister eilte herbei und die Kriminalpolizei stellte fest, dass der von Unbekannten ins Foyer geschleuderte Gegenstand geeignet gewesen wäre, einen Brand zu verursachen. Cohen-Interpret Peter Grohmann nimmt den Vorgang "sehr ernst", erkennt eine "neue antisemitische Welle". In der Vorstellung am 30. Oktober im Stuttgarter Theaterhaus hatte er gesagt: "Den heutigen Abend widmen wir den Opfern der Gewalt, allen, die auf der Strecke blieben, an den Grenzen zur Vergangenheit, in Auschwitz, den vergessenen Orten". (jof)

Der Attentäter von Halle, der rechtsextreme Stephan B., hat vor dem Ermittlungsrichter seinen Glauben an antisemitische Verschwörungstheorien offenbart. Die Juden, so behauptete er bei seiner Haftvorführung, strebten die Weltherrschaft an. Sie steckten hinter der US-Notenbank und der Europäischen Union. Auch die Grünen und die Linken seien durchsetzt mit Juden. Die Flüchtlingskrise sei ebenfalls von Juden gesteuert, so der Attentäter, dazu zähle auch der US-Finanzinvestor George Soros. Dieser habe Migranten hergelockt, um Deutschland in einen multikulturellen Staat zu verwandeln. In Halle hatte der militante Antisemit am 9. Oktober zwei Menschen getötet, nachdem er erfolglos versucht hatte, in die dortige Synagoge einzudringen. In dem Gebäude befanden sich 51 Juden, um Yom Kippur zu feiern.

Für bundesweites Entsetzen sorgte der AfD-Bundestagsabgeordnete Stephan Brandner, zugleich Vorsitzender des Justizausschusses im Bundestag. Brandner hatte im Kurznachrichtendienst Twitter im Zusammenhang mit dem Anschlag von Halle verabscheuungswürdige Botschaften gesendet. In einem Fall teilte Brandner einen Tweet, in dem gefragt wurde, warum Politiker nach dem Anschlag "mit Kerzen in Moscheen und Synagogen rumlungern". Der sächsische AfD-Landtagsabgeordnete Roland Ulbrich bezeichnete das versuchte Massaker als "Sachbeschädigung". Auf Facebook fragte er: "Was ist schlimmer, eine beschädigte Synagogentür oder zwei getötete Deutsche?"

Im Gefolge des Terrorakts in Halle meldete sich auch der Israel-Hasser Gedeon in einer Presseerklärung zu Wort: "Wenn mich jemand Antisemit nennt, aber nicht bereit ist, sich wenigstens ansatzweise mit dem zu beschäftigen, was ich wirklich sage und schreibe, sollte er besser sein Maul halten. Die Protagonisten der Hetze gegen mich, z. B. den Antisemitismusbeauftragten M. Blume aus Baden-Württemberg, fordere ich zu öffentlichen Podiumsdiskussionen auf, zu denen ich wann und wo auch immer bereit bin. Wer zu feige ist und dies verweigert, aber trotzdem glaubt, gegen mich weiter hetzen zu dürfen, ist für mich kein politischer Gegner, sondern ein Charakterschwein."

Antisemitismus ist zentraler Bestandteil des Rechtsextremismus

Die Synagoge in Halle stand nicht zum ersten Mal seit dem Terrorakt im Visier von Rechtsextremisten. Am 21. Oktober 2018 besudelten Unbekannte Teile des Jüdischen Friedhofs in Halle mit antisemitischen Abbildungen, darunter die Synagoge. Die Abbildungen zeigten zum Beispiel ein Gesicht mit spitzen Zähnen. Die herabwürdigende Darstellung von Juden mit spitzen Zähnen stammt aus der Zeit der NS-Diktatur. Mittels solcher Abbildungen sollten die angeblichen jüdischen Wesensmerkmale wie Raffsucht und Geldgier dargestellt sowie eine entmenschlichte Darstellung erreicht werden.

Antisemitismus ist ein elementarer Bestandteil des Rechtsextremismus: Für landesweite Schlagzeilen in Baden-Württemberg sorgten im Mai 2019 Anhänger der Neonazi-Kleinstpartei "Die Rechte" bei ihrem Auftritt in Pforzheim. Aus einem Kleinbus heraus skandierten sie nach dem Gebet von Gläubigen vor der Synagoge an der Emilienstraße: "Verlasst Deutschland". Der von der Stadt genehmigte Auftritt der Neonazis fand im Rahmen ihres hasserfüllten Wahlkampfs zur Europawahl statt. Rami Suliman, Vorsitzender der Pforzheimer Jüdischen Gemeinde, wertete die Neonazi-Aktion als "unerträgliche Provokation". Unweit der Synagoge hatten die Neonazis Plakate mit der Parole "Zionismus stoppen: Israel ist unser Unglück" angebracht. Dieser Spruch ist eine Abwandlung der antisemitischen Parole "die Juden sind unser Unglück!" des 1896 verstorbenen Historikers Heinrich von Treitschke. Die Parole wurde später zum Schlagwort des NS-Hetzblattes "Der Stürmer". Das Pforzheimer Stadtgebiet verschandelten die Neonazis mit Plakaten mit der Bekanntmachung "Wir hängen nicht nur Plakate!".

Auch die Terroristen des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) waren antisemitisch eingestellt. Am 26. März 1999 ging im Büro von Ignatz Bubis, dem damaligen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, in Frankfurt/Main ein sprengstoffverdächtiger Gegenstand ein. Dabei ein Blatt Papier mit der Aufschrift: "Um 11 Uhr geht die Bombe hoch". Die Briefbombenattrappe wurde vom Bundeskriminalamt (BKA) untersucht. Nach der Auswertung teilte das BKA den Landeskriminalämtern in Thüringen und Hessen mit Schreiben vom 30. März 1999 mit, dass es drei Tatverdächtige gebe: "Böhnhardt, Vorn: Uwe, geb: 01.10.1977 / Jena, 2. Mundlos, Vorn: Uwe, geb: 11.08.1973 / Jena, 3. Zschäpe, geb. Apel, Vorn: Beate, geb: 02.01.1975 / Jena".

Kontext schaut nach den Rechten

Wer sich als Alternative für Deutschland anpreist, muss Lösungen anbieten. Kontext lässt sich durch politische Nebelkerzen und dreiste Lügen nicht einlullen, sondern checkt die Fakten.

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9 Kommentare verfügbar

  • Hartmut Hendrich
    vor 5 Tagen
    Es ist schwer zu ertragen, dass der Antisemitismus hierzulande noch immer ein ernst zu nehmendes Problem darstellt. Lange glaubte ich, dass mit den letzten unverbesserlichen Nazis judenfeindliches Gedankengut auch ausstirbt. Wenn gelegentlich über Hakenkreuzschmierereien oder die Schändung jüdischer Friedhöfe berichtet wurde, konnte ich es nicht glauben, dass dahinter ideologische Verbohrtheit stecken würde. Ich nahm eher an, dass krawallmachenden kleingeistigen Jugendlichen bewusst war, damit das größtmögliche Empörungspotential erwecken zu können. Doch das war wohl eine zu naive Weltsicht.
    Mit den erfragten statistischen Zahlen habe ich hier, wie bei anderen Themen auch, meine Probleme: In meiner Umgebung kann ich mir nicht vorstellen, dass jeder Vierte antisemitische Gedanken hegt oder sie gar äußert. Da muss es aber anderswo ein stark gehäuftes Auftreten von Nazis geben.
    In dem Artikel finde ich ein Beispiel, wie man dem Problem ganz gewiss nicht bei kommt: Da hält man diesem schlimmen Demagogen Höcke vor, antisemitisches Gedankengut zu bedienen. Ja das tut er auch. Die Perfidie ist aber weniger das, was er über den George Soros sagt, sondern das, was er nicht sagt, das aber jeder Alt- oder Neunazi verstehen und implizieren soll: „ein Übelmann dieser Geldjude“ Da ist der Höcke aber kaum angreifbar, denn er hat`s ja nicht gesagt.
    Der Leser dieses Artikels ist aber arg verstört, wenn er lesen muß, das jener George Soros zum „Menschenfreund“ (das muss man mindestens zweimal lesen um zu glauben ,dass es da wirklich steht) deklariert wird. Und tatsächlich, in Wikipedia, wo er, wie man dort lesen kann, wohl reichlich gespendet hat, nennt man ihn einen Philanthropen. Über George Soros kann man zu ganz anderer Einschätzung kommen und ist dann beileibe kein Antisemit.
    • Jue.So Jürgen Sojka
      vor 4 Tagen
      @Hartmut Hendrich,
      Sie wollen wirklich behaupten, dass Sie die Fortsetzung der Völkerrechteverweigerung¹ nicht mitbekommen haben?!?
      In unserem Grundgesetz steht, seit der Zustimmung der West-Alliierten zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland, im GG Artikel 25 [Vorrang des Völkerrechts] …
      Mir ist kein Politiker / keine Politikerin bekannt, deren schriftliche oder mündliche Aussagen in Bezug zu den 30 Artikeln Völkerrecht erfolgen. Gleichwohl gibt es in unseren Organen der Gewaltenteilung die Verweigerung die Völkerrechte als Denk- und Handlungsgrundlage mit Leben zu erfüllen! [1]

      Die 1950er Jahre sind überaus Lehrreich darin, die Fortsetzung der NAZI-Handlungsweise zu konservieren und in kleinen Dosen wieder "volkstauglich" zu machen, gleich in der 2. Hälfte der 1940er Jahre damit beginnend!!! https://up.picr.de/35989294az.pdf zur ICC-Gründung 1919 und… in den Kommentaren:
      17.05.2016 um 17:01, um 19:41, 17.08.2016 um 13:20, 19.05.2018 um 11:11 und 28.07.2018 um 15:01
      Und auf trueten.de "Stuttgart: Neonazis müssen draußen bleiben" [2] meine Kommentare beginnend mit dem 21. April 2016 – Auszug:
      Die Aktualität dieses Beitrags von MoonChild am 21.01.2006 veröffentlicht, vor genau 10 ¼ Jahren!
      Also die "vergleichende Betrachtung" angestellt, mit heutigem:
      — So. 17.04.2016 AfD-Bundesprogrammparteitag: Behörden legen Gegenprotesten Steine in den Weg

      Völkerrechteverweigerung¹ - Weimarer Verfassung vom 11. Aug. 1919 Erster Hauptteil
      Aufbau und Aufgaben des Reichs
      Erster Abschnitt: Reich und Länder
      Art. 1 [Republik, Staatsgewalt] „Das Deutsche Reich ist eine Republik. Die Staatsgewalt geht vom Volke aus.“

      Art. 4 [Völkerrecht] „Die allgemein anerkannten Regeln des Völkerrechts gelten als bindende Bestandteile des deutschen Reichsrechts.“
      ***Aus Goldmann JURA – Deutsche Verfassungen 6. Auflage ISBN 3-442-08020-7***

      [1] GemO § 1 Begriff der Gemeinde
      „Die Gemeinde ist Grundlage und Glied des demokratischen Staates.“
      Einbürgerungsfeiern _ohne_ GG Art. 25 im Merkblatt "Bekenntnis zur freiheitlich demokratischen Grundordnung"
      21.07.2018 https://up.picr.de/37183844er.pdf
      17.06.2016 https://up.picr.de/35556543et.pdf

      [2] https://www.trueten.de/index.php?url=archives/103-Stuttgart-Neonazis-muessen-draussen-bleiben.html#feedback
  • Rolf Richard
    vor 6 Tagen
    Die Bekämpfung des Antisemitismus ist eines der ganz großen gesellschaftlichen Themen und gehört j e d e n Tag auf die Tagesordnung.

    In einem anständigen, vernunftbegabten Staatswesen wäre das schon deshalb eine Selbstverständlichkeit, weil es in einer Gesellschaft in der Antisemitismus eine Rolle spielt, gar keine Zukunft gibt. Denn wenn die Rationalität wie hier bei dem Antisemitismus, dem Fremdenhass, den Hetz- und Hasskommentaren so vor die Hunde geht, wird auch alles andere mit in den Abgrund gezogen. Und ganz schnell die Demokratie.
  • Steiner
    vor 6 Tagen
    Der aus dem Exil zurück gekehrte Staatsanwalt Fritz Bauer wusste damals schon, was heute jeder weiß, dass alle Ämter, bis hin zur „Organisation Gehlen“ – der Vorläuferorganisation des BND – mit Nazis durchsetzt waren und wie die "Herrschaften" sich gegenseitig schützten.

    Verbrecher wie Mengele konnten über die „Rattenlinie“ nach Südamerika entkommen. Genau so Eichmann und viele weitere Nazis. Andere machten bei uns in der BRD weiter Karriere und schafften es, als Ministerpräsidenten, Bundeskanzler und -minister, u.a. aber vor allem auch in der Wirtschaft zu reussieren.

    Dagegen sind dieser o.e. Räpple oder ein Gedeon samt dem anderen einschlägig bekannten Gesindel nur läppische, primitive und fünftklassige Figuren - wie die Bauern auf einem Nazischachbrett.
    • Die Lerche
      vor 3 Tagen
      Leider ist Ihre Aussage:

      "Andere machten bei uns in der BRD weiter Karriere und schafften es, als Ministerpräsidenten, Bundeskanzler und -minister, u.a. aber vor allem auch in der Wirtschaft zu reussieren."

      nicht ein Phänomen Westdeutschlands. Die Partei und das öffentliche Leben in der DDR, trotz oder gerade wegen des propagierten "Antifaschismus", waren von Altnazis durchsetzt. Siehe (höre) hierzu den Vortrag von Harry Waibel, gehalten im Hospitalhof:

      http://emafrie.de/audio-der-gescheiterte-antifaschismus-der-ddr/
  • Jue.So Jürgen Sojka
    vor 6 Tagen
    Der Nährboden – Wehret den Anfängen – Gedankengut vererbt!

    23. Sept. 2009 WELT KOMPAKT auf Seite 5: NPD schickt fremdenfeindliche Briefe an Politiker
    Kandidaten mit ausländischen Wurzeln diffamiert – Berliner Parteizentrale nach Beweisen durchsucht https://www.professors.wi.tum.de/fileadmin/w00bca/strategy/Press_clippings/Twitter-Studie_Welt_kompakt.pdf 7,07 MB
    Berlin – Wegen des Verdachts der Volksverhetzung hat die Berliner Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen die NPD eingeleitet. Grund ist ein einschüchternder Brief an Bundestagskandidaten ausländischer Abstammung, die zur Ausreise aufgefordert wurden. Das Schreiben eines angeblichen „Ausländerrückführungsbeauftragten“ löste Empörung bei SPD, Grünen, FDP und Linken aus und fachte die Debatte über ein NPD-Verbot neu an. …

    E-Mail 12. April 2012 https://up.picr.de/37174011lu.pdf Auszug:
    Stuttgarter Zeitung 03. Mai 1957, Seite 4
    *
    "Hitlers Gespenster im Gerichtssaal" .... Am Montag beginnt in München der Prozeß wegen
    der Erschießung Ernst Röhms
    *
    Heilbronn "Liberale Studenten warnen vor Rechtsradikalen"
    *
    *
    Stuttgarter Zeitung 08. Mai 1957, Seite 3
    Bemerkungen "Der Maulkorb" Strafrechtsänderungsnovelle
    *
    *
    Stuttgarter Zeitung 09. Mai 1957, Seite 4
    "Der Röhm-Prozeß wird zum historischen Seminar"
    Am dritten Verhandlungstag ..., ob am 30. Juni 1934 ein Staatsnotstand geherrscht hat
    *
    *
    Stuttgarter Zeitung 11. Mai 1957, Seite 7
    Niedrige Strafanträge "Röhm Prozeß"
    Staatsanwalt Weiß: "Der Putsch vom 30. Juni 1934 war eine Erfindung Hitlers"
    *
    Stuttgarter Zeitung 23. Mai 1957, Seite 2
    "Drei Länder gegen Maulkorbparagraphen" ... Vermittlungsausschuss ... an die "fatalen Vorschriften
    des sogenannten Heimtückegesetzes aus der NS-Zeit". Der Bundestag hatte dann einer Neufassung zugestimmt, wonach nur "wider besseres Wissen" verbreitete Unwahrheiten über die Bundeswehr bestraft werden sollen.
    *
  • Steiner
    vor 6 Tagen
    Widerwärtiger als Gedeon und seine Hilfsschreiber geht es bis jetzt noch nicht, aber die Gefahr deutlich vorhanden, dass diese Nazis sich ein neues Auschwitz herbeiwünschen. Die Angriffe auf Soros lassen dies deutlich erkennen.

    Der Titel "Charakterschwein", den dieser Antisemit Gedeon in Gebrauch nimmt, ziert jeden braunen Gesinnungeslumpen, der sich in der Öffentlichkeit als "wahrer Deutscher" stilisiert und seine Kritiker als "Maulhelden" diffamiert.

    Wie lange noch lassen die demokratischen Parteien zu, dass diese Verherrlicher der November-Verbrecher (9.11.1938) ihnen auf der Nase herum tanzen?

    Ich möchte auch sehr gerne wissen, ob und wie tief die braunen Verbrecher sich in manchen (?) Behörden eingenistet haben. Waren sie denn nach der deutschen Kapitulation 1945 plötzlich allesamt verschwunden und lupenreine "Demokraten" geworden?

    Denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um meinen Schlaf gebracht.........
  • Volkherr Zwey
    vor 1 Woche
    Sie schreiben: «Ihr Fraktionskollege Stefan Räpple kommentierte dies auf Facebook mit den Worten: „Man muss sich mal vorstellen, es wäre ein jüdisches Geschäft gewesen. Lichterketten, GEZ-Sondersendungen, Merkel wäre nach Tauberbischofsheim gereist und hätte Kränze niedergelegt, Sondersendungen wochenlang, es würde 1000 Fach vor der achso bösen AfD gewarnt... So aber waren die Opfer ja nur Deutsche, also Untermenschen, unwürdig betrauert oder geschützt zu werden. Und noch eine Stufe drunter, die Tiere von der AfD, die man schlachten darf, die verleumdet und beleidigt werden dürfen, bis es nicht mehr dreckiger geht. Und die linken Ekel-Journalisten und die Pseudo-Kanzlerin lachen sich ins Fäustchen.“»

    Was wollen Sie denn? Das ist weder antisemitisch noch falsch, was Stefan Räpple MdL da schreibt. Es stimmt jedes Wort. Leider!
    • Waldemar Grytz
      vor 1 Woche
      Stimmt da wirklich jedes Wort des Herrn Räpple?
      Deutsche Opfer von Gewalt würden im Falle eines Falles (den niemand wünschen kann) als Untermenschen gesehen, AfDler als Tiere und Journalisten, die sie zustimmend als linke Ekel und die Kanzlerin als Pseudo-solche bezeichnen, würden sich ins Fäustchen lachen? Ekelhaft Ihre Argumentation Herr Volkherr! Kümmern Sie sich doch mal um die "Nazis in Nadelstreifen" und die Völkischen in Ihren Reihen.

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