Gute Lektüre: Kontext-Leserin bei der Großdemo am vergangenen Samstag. (Bei Klick auf den Pfeil geht's zur Slideshow.) Foto: Kostas Koufogiorgos

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Ausgabe 116
Editorial

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Von unserer Redaktion
Datum: 19.06.2013

Das Massaker von Sant'Anna di Stazzema im Jahr 1944 beschäftigt die Menschen, denn bis heute saß keiner der SS-Schergen, die daran beteiligt waren, für diese Tat je in einem Gefängnis. Jetzt erhalten die Überlebenden Enio Mancini und Enrico Pieri den Stuttgarter Friedenspreis des Bürgerprojekts Die Anstifter. Kontext gratuliert.

Die beiden Italiener setzen sich seit vielen Jahren dafür ein, dass die Gräueltat nicht vergessen wird. So haben sie in dem toskanischen Dorf ein Museum aufgebaut und die juristische Aufarbeitung des Verbrechens vorangetrieben. Enrico Pieri kam deshalb kürzlich nach Stuttgart, um bei der Generalstaatsanwaltschaft eine Beschwerde gegen die Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen die mutmaßlichen Täter durch Oberstaatsanwalt Bernhard Häußler abzugeben. Der Leiter der Abteilung 1 der Stuttgarter Staatsanwaltschaft hatte zuvor zehn Jahre ermittelt. Die Beschwerde wurde mittlerweile zurückgewiesen. Kontext hat über das Massaker und die juristische Auseinandersetzung seit Sommer 2012 immer wieder berichtet.

In dem toskanischen Bergdorf ist die Freude über die Preisverleihung groß. "Wir glauben, dass die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit die Voraussetzung für eine echte Versöhnung ist", erklärten Mancini und Pieri. "Deshalb werden wir weiter versuchen, auch in der deutschen Justiz für Wahrheit und Gerechtigkeit einzutreten."

Der mit 5000 Euro dotierten Preis wird mittlerweile im elften Jahr verliehen. Der Preis wird im Rahmen der Friedensgala am 10. November 2013 im Theaterhaus Stuttgart übergeben.

Um die Stuttgarter Justiz, diesmal die NS-Justiz, geht es am Mittwoch, den 19. Juni, auch in einer anderen Sache. Die Anstifter wollen die Filmemacherin Carmen Eckardt ab 17.30 Uhr zum Justizgebäude in der Urbanstraße 20 begleiten, wo in der Nazizeit ein Fallbeil stand, das mehrere Hundert Menschen in den Tod befördert hatte. Unter ihnen Viktor Kunz, der Urgroßvater von Carmen Eckardt. Wir befassen uns mit diesem Thema in dieser Ausgabe ("Tod durchs Fallbeil").

1994 wurde an der Mauer neben dem Treppenaufgang zum Haupteingang des Justizgebäudes eine Inschrift für die Opfer der NS-Justiz angebracht. Dort solle der ehemalige Verwaltungsrichter und Initiator des Mahnmals, Fritz Endemann, am 19. Juni ab 17.30 Uhr eine kurze Ansprache halten. Doch das ist nach Angaben der Anstifter einen Tag zuvor untersagt worden. Die Gruppe könne sich aber auf der gegenüberliegenden Seite der Straße treffen. Eine Sprecherin des Landgerichts erklärte, zum konkreten Fall können sie nichts sagen, generell wünsche man Veranstaltungen dieser Art aber aus Sicherheitsgründen auf dem Platz vor der Gericht nicht. Genehmigungsbehörde sei aber die Stadt Stuttgart.

Ein Sprecher der Stadt bestätigte, dass der "Versammlungsbescheid" nur für die gegenüberliegende Straßenseite ausgesprochen worden sei, da das Landgericht, Besitzer des Platzes, den Gerichtsbetrieb beeinträchtigt gesehen habe. Ab 18.30 Uhr findet ein Gespräch mit Carmen Eckardt und Fritz Endemann im Gebäude des Württembergischen Kunstvereins (Schlossplatz, Eingang Stauffenbergstraße) statt – über Stuttgart, die Justiz, über Gerechtigkeit und die Probleme, einen Film zu drehen.

Auch die Stuttgart-21-Gegner mussten mit dem Ordnungsamt der Stadt Stuttgart schon diverse Sträuße ausfechten. Am vergangenen Samstag traf sich die Protestgemeinde wieder einmal auf dem Stuttgarter Schlossplatz. Samt Live-Schaltung zum besetzten Gezi-Park in Istanbul, der nur zwei Stunden später gewaltsam geräumt wurde.

Kontext war auf dem Schlossplatz ebenso vertreten – mit einem eigenen Stand, an dem Redakteure und Vorstandmitglieder das Projekt erklärten, Soli-Abonnenten warben und unsere achtseitige Printausgabe mit Schwerpunkt S 21 verteilten. Den Abend in Bildern gibt's über diesem Text als Foto-Slideshow! Zustimmung gab es auch für einen Video-Clip, an dem zwei Kontext-Macher beteiligt waren, Oliver Stenzel, der die Karikatur beisteuerte, und Hermann Abmayr (Buch/Regie). Der Clip heißt "Die Sauna-Connection".

 


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