KONTEXT Extra:
Stuttgarter Filmwinter startet mit "Mut zur Lüge"

Der Stuttgarter Filmwinter – Eröffnung am 18. Januar – steht in diesem Jahr ganz im Zeichen der Lüge. So ist es natürlich auch nicht der 300. Filmwinter, wie auf den quietschgelben Werbeplakaten zu lesen ist, sondern der 30. – immerhin. Bis 22. Januar sind im FITZ! in der Eberhardstrasse, im Haus der Geschichte, im Kunstbezirk, und im Theater tri-bühne experimentelle Filme und Medienkunst zu sehen und zu erleben bei diesem "bedeutendsten Festival Experimentalfilm im süddeutschen Raum ". So die Eigenwerbung und das ist natürlich keine Lüge. Wie in den vergangenen Jahren auch, sollen die anspruchsvollen und meist auch anstrengenden experimentellen Filmkunstwerke einer größeren Öffentlichkeit spielerisch näher gebracht werden. Damit der Nachwuchs an interessierten Zuschauern nicht ausbleibt, gibt es auch bei diesem Filmwinter im Zeichen der Lüge ein spezielles Programm für Kinder und Jugendliche mit Kurzfilmen, Workshops, Führungen. Das Programm und mehr gibt es unter www.filmwinter.de.


Jetzt doch ein Koalitionsausschuss zu Afghanistan

Vor Weihnachten hatten Grünen und CDU eine inhaltliche Aussprache über die Abschiebepraxis nach Afghanistan vermieden. Stattdessen wurde im Koalitionsausschuss vor allem darüber diskutiert, ob Grünen-Landeschef Oliver Hildenbrand es "schäbig" nennen darf, wenn sein CDU-Pendant, Innenminister Thomas Strobl, auch alte oder kranke Menschen abschieben will. Zur bisher einzigen Sammelabschiebung wurde ein Mann sogar aus einer Psychiatrischen Klinik geholt, dann allerdings doch nicht ins Flugzeug nach Kabul gesetzt.

Am kommenden Dienstag werden dieser und andere Fälle sowie die grundsätzliche Vorgehensweise im Koalitionsausschuss diskutiert. Die Grünen, die die Debatte durchgesetzt haben, erinnern an die geltenden Leitlinien des Landes zu Abschiebungen und Rückführungen, nach denen eine Einzelfallprüfung ohnehin zwingend ist. Bisher hatte sich Strobl gegen eine inhaltliche Behandlung der von ihm mitinitiierten verschärften Abschiebepraxis im Koalitionsausschuss ausgesprochen. Die Grünen gehen davon aus, dass die Leitlinien und damit die Einzelfallprüfung bestätigt werden.

Auf dem Tisch liegt auch ein Papier der sogenannten G-Länder, also aller Koalitionen, an denen Grüne beteiligt sind. Diesem zufolge muss gewährleistet sein, "dass Ausreisepflichtige keinen Schaden an Leben und Gesundheit nehmen". Die Regierungspartner in Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen "betonen eine Reihe von Grundlinien und Anforderungen bezüglich Rückführungen nach Afghanistan". Sie fordern die Bundesregierung aber auch auf, die Sicherheitslage in Afghanistan "erneut zu überprüfen". (14.1.2017)


Ein zweites Raumwunder für Geflüchtete

Engagement kann sich lohnen. Im September hatte Kontext über die Initiative der Künstlerin Martina Geiger-Gerlach berichtet, eine Wohnung in einem zum Abriss vorgesehenen Haus im Stuttgarter Stadtteil Steckfeld monatsweise Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig finden dort immer Ausstellungen statt, die Nachbarn und Interessierten Gelegenheit geben, Künstlern und Geflüchteten zwanglos zu begegnen. Nun hat der Vermieter, das katholische Siedlungswerk, der Künstlerin eine zweite Wohnung im selben Haus als Lernwohnung zur Verfügung gestellt, damit Geflüchtete, die im Trubel ihrer Unterkunft nicht zur Ruhe kommen, eine Rückzugsmöglichkeit finden. Zudem bleibt das Haus länger stehen: voraussichtlich zwei Jahre. Dem Siedlungswerk gefällt das Projekt so gut, dass Martina Geiger-Gerlach gefragt wurde, ob sie sich vorstellen könnte, im Quartiersraum des Neubauareals an Stelle des früheren Olgahospitals eine Aufgabe zu übernehmen. Und: Ihr Wohnungs-Projekt ist für den Stuttgarter Bürgerpreis der Bürgerstiftung vorgeschlagen worden. Am 20. Januar um 19 Uhr eröffnet in der Karlshofstraße 42 in Steckfeld die nächste Ausstellung mit Gemälden von Ivan Zozulya und dem DJ Roman Levin. Am 31. Januar wird die Entscheidung zum Bürgerpreis bekannt gegeben. Jeder kann mit abstimmen!


Der Gewitterwanderer im Glück

Mitte November hatte der 33-jährige Göppinger Schriftsteller Kai Bleifuß noch geschimpft wie ein Rohrspatz. Der promovierte Goethe-Experte rackert sich seit Jahren mit Schreiben ab. Fabrizierte zuletzt einen Roman über den Dichterfürsten und wie der so wäre, würde er in unserer Zeit leben. "Goethes Mörder" heißt das gute Stück. Gutes Zeug. Guter Mann. Das weiß auch Bleifuß selbst. Kontext gegenüber machte er keinen Hehl daraus, dass er sich selbst für einen ziemlich duften Typen hält. Doch bislang schlug ihm seitens des ganzen "Literaturzirkus" und der Verlage kalter Wind entgegen. Niemand wolle mehr ein Risiko eingehen. Literatur würde immer mehr unter ökonomischen Abwägungen betrachtet, konstatierte der resolute Literaturnerd. "Schreiben ist das Idiotischste, was man machen kann. Nicht schreiben aber auch."

Ein Bleifuß lässt sich aber nicht unterkriegen – und jetzt hat es gerappelt im Karton: Am vergangenen Sonntag sackte der Göppinger für seinen Text "Fünf Variationen auf das Unsagbare" den Autorenpreis "Irseer Pegasus 2017" ein. 150 Schriftsteller aus dem ganzen Land hatten sich mit ihren Werken beworben, doch Bleifuß hat den mit 2000 Euro dotierten Preis gewonnen. Neben ihm auf dem Siegertreppchen der Preisverleihung im Kloster Irsee im Allgäu strahlte David Krause aus Kerpen.

"Der glücklose Autor hatte endlich einmal Glück!", schrieb Goethe-Glücksbärchen Bleifuß voller Freude an Kontext, mit der Bitte unseren LeserInnen mitzuteilen, dass man am 27.1. ab 21:05 Uhr im BR2 sein Hörspiel "Pinball" senden werde. Machen wir doch gerne. (11.1.2017) 


Abstand halten von den Volksverrätern

Aus 594 Wörtern haben die Sprachwissenschaftler um die Darmstädter Professorin Nina Janich das Unwort des Jahres 2016 ausgesucht: "Volksverräter". Aus dem Erbe der NS-Diktatur werde das Wort von Pegida, AfD und anderen Rechtsaußen verwendet, um PolitikerInnen  zu diffamieren. Mit der Folge, dass das "ernsthafte Gespräch" und notwendige Diskussionen in der Gesellschaft abgewürgt würden, begründet die Jury. Auf den weiteren Plätzen folgen "postfaktisch", "Populismus", "Gutmensch" sowie eine "Armlänge Abstand". Mit in der fünfköpfigen Jury saß auch Kontext-Autor Stephan Hebel. (10.1.2016)


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Ausgabe 276
Wirtschaft

Krach beim "Kaktus"

Von Susanne Stiefel
Datum: 13.07.2016
Wie halten Sie's mit der AfD? Das müssen sich die Rebellen von "Kaktus" fragen lassen, die der Stuttgarter Industrie- und Handelskammer mächtig Dampf gemacht haben. Im Zuge der Wahlen bei der IHK wächst die Unsicherheit.

Sie verstehen sich als die Guten. Ausgelöst durch den Streit um die IHK-Flagge, die unverhohlen für Stuttgart 21 warb, haben sich die Rebellen 2011 zu einer Initiative mit klaren Forderungen zusammengeschlossen: gegen die Zwangsmitgliedschaft und für mehr Transparenz und Demokratie in der Loge der organisierten Wirtschaft. Seitdem quälen sie insbesondere Hauptgeschäftsführer Andreas Richter, der das Gewohnte bevorzugt und gerne zurückkeilt. Mit dem Hinweis zum Beispiel, die Kakteen seien im Esoterikfach zu Hause.

2012 rüttelten die "Kaktus"-Gründer Klaus Steinke, Clemens Morlok, Thomas Albrecht und Lisa Werle (v. l. n. r.) am Zaun zum Weinberghäusle der IHK. Foto: Joachim E. Röttgers
2012 rüttelten die "Kaktus"-Gründer Klaus Steinke, Clemens Morlok, Thomas Albrecht und Lisa Werle (v. l. n. r.) am Zaun zum Weinberghäusle der IHK. Foto: Joachim E. Röttgers

Nun wird seit 4. Juli (bis zum 26. Juli) gewählt, und zwar die neue Vollversammlung, das oberste Gremium der IHK. Und "Kaktus"-Sympathisant Ulrich Stähle ist verunsichert. Aufgeschreckt hat den Vorstand von Stadtmobil eine Diskussion im Oktober vergangenen Jahres. Im Mailverteiler ging es hoch her zwischen den Kakteen, von Grenzen ziehen gegen rechts war die Rede, von einem gemeinsamen Menschen- und Gesellschaftsbild, das hinausgehen müsse über die Ablehnung von Stuttgart 21 und der IHK-Zwangsmitgliedschaft und mit einer Hetze gegen Flüchtlinge nicht vereinbar sei.

Auslöser der Grundsatzdebatte war der Bio-Gemüsegroßhändler Hansjörg Schrade. 2011 war er auf der "Kaktus"-Liste in die IHK-Vollversammlung gerutscht – als Grüner. Inzwischen ist der evangelische Freikirchler zur AfD gewechselt und hat einen kruden populistischen Blog ("Die Wähler sind frei") aufgemacht. Dort lobt der Reutlinger Seitenwechsler die "Demo für alle", wettert gegen Multikulti, die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Merkel und die EU-Zahlungen an Griechenland. Mit AfDlern wolle er nicht auf einer gemeinsamen Liste stehen, entschied Stadtmobil-Chef Stähle und zog seine Kandidatur zurück. Heute fragt er sich, ob er überhaupt noch "Kaktus" wählen kann. Und er ist nicht der Einzige.

Kaktus des Anstoßes: Bio-Gemüsegroßhändler Hansjörg Schrade. Foto: Joachim E. Röttgers
Kaktus des Anstoßes: Bio-Gemüsegroßhändler Hansjörg Schrade. Foto: Joachim E. Röttgers

Derzeit weilt Schrade für drei Monate auf einer Schweizer Alp, sticht Disteln und beantwortet abends nach 21 Uhr, wenn die Kühe gemolken sind, sogar Mails. "Mit der Politik habe ich abgeschlossen, in der Hinsicht, dass ich mich nicht mehr öffentlich äußern möchte", antwortet er auf Kontext-Anfrage. Als seine AfD-Mitgliedschaft im vergangenen Jahr zum Politikum wurde, hat Schrade die "Kaktus"-Gruppe verlassen. Er habe damit, schreibt er, für eine "selbst verordnete Säuberungswelle" gesorgt.

Das bestätigt auch Clemens Morlok, aktiver "Kaktus" der ersten Stunde und einer der Sprecher. Der Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsmathematik betont: "Die Kaktusliste ist jetzt AfD-frei." Auch einstige Unterstützer wie der Münchinger Maschinenbauer René Engelhardt, der nicht in den "Refugee Hype" einstimmen wollte, und die Salacher Weinhändlerin Tina James ("Wir können nicht in guter alter Hippiemanier fremde Menschen willkommen heißen" ) hätten sich von der Gruppe "entfernt".

Vergangenen Oktober, als die Flüchtlingsdebatte intern aufbrach, hat Morlok einen syrischen Jungen in seine Familie aufgenommen. Will sagen, fremdenfeindliche Äußerungen liegen ihm fern. "Aber wie sollen wir denn eine Grenze ziehen?", fragt er und verweist auf die Struktur seiner Organisation.

Die "Kaktus"-Initiative ist weder eine Partei noch eine Wahlliste. Jeder, der kandidiert, tut es als Einzelperson. Die Rebellen kämpfen für eine bessere IHK, das ist der kleinste gemeinsame Nenner. Für Ulrich Stähle ist das zu wenig. Für ihn kann es "keine politische Gemeinschaft mit Repräsentanten der AfD geben". Vor fünf Jahren hat er noch unbesehen jedem auf der "Kaktus"-Liste Vertrauen und seine Stimme geschenkt. Nun ist er vorsichtiger geworden.


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Kommentare

Mac, 14.07.2016 14:19
@MU
Ja jetzt dank Kontext weiß ich das.
Finde es auch gut, dass die Kakteen sich von solchen Leuten getrennt haben, aber dummerweise hab ich meine Kreutzchen bei der Wahl schon gemacht und habe neben 3 Kakteen auch noch Herrn Schrade gewählt, da ich dachte er gehört zu den Kakteen.
Ein drittes Mal (nach 2012 und nun 2016) würde ich ihn nicht nochmal wählen.

MU, 14.07.2016 12:28
@Mac: Hansjörg Schrade ist nicht mehr Mitglied der Kaktus-Initiative und kandidiert aus freien Stücken als einzelne Person - wie so viele andere - für die IHK Vollversammlung. Steht ja sogar im Artikel...

Mac, 14.07.2016 02:15
@Kornelia
Hansjörg Schrade ist ja nicht weg vom Fenster, sondern er steht auf der Wahlliste der IHK.
Mir war nicht ganz klar ob er jetzt noch zu den Kakteen gehört oder nicht. Schön wenn die Kakteen das in der Zwischenzeit geregelt haben.


https://www.stuttgart.ihk24.de/blob/sihk24/Ueber_uns/downloads/3345624/38c13e602041cde0192ad2d3e7e611fe/Bewerberlisten-fuer-die-Wahl-zur-Vollversammlung-data.pdf

Kornelia, 13.07.2016 18:42
Einfach nur: Beifall für die Kaktusse!
Ich finde es toll wie ihr seit Jahren "David gegen Goliath" kämpft. Dafür meinen Respekt!

Und was diese unsägliche braune Keule, die mittlerweile von den von mir genannten LiRechten hervorgeholt wird: verdammt!

@Morlock: ja ich finde es auch bemerkenswert, wann und wie welche Vorwürfe laut werden!

Sensibilisiert wurde ich bei der causa jens löwe, immer bei wichtigen terminen ( demothemen, VArce, OB wahlen, Lt wahlen) wurde "plötzlich" rechts und afd entdeckt!
Merkwürdig..... aber erfolgreich..... ein alpha Männeken Streiter weniger! Und mit ihm viele Freunde!
Kurz vor der Wahl dann das merkwürdige Hopfensitz Telefonat...
Mittendrin der QuerfrontSchuss- gegen nachdenkseiten!
Und jetzt jemanden wiederbeleben, der schon komplett wech vom Fenster ist, warum?
Merkwürdig und nicht meine Welt!

Clemens Morlok, 13.07.2016 15:03
Wie? „Krach beim Kaktus“?
Bei unserer Initiative setzten wir uns mit Themen auseinander, wir streiten uns, wir unterstützen uns und ganz wichtig „Wir respektieren uns“.
Es gibt -glaub ich- keinen Menschen, mit dem ich immer einer Meinung bin. Ich kann mich dann mit diesem Meinungsunterschied befassen. Ich kann Meinungen ändern oder stehen lassen. Solange gegenseitiger Respekt gelebt wird, werde ich keinen verstoßen. Vielleicht bin ich zu „gutgläubig“ – aber solange Argumente ausgetauscht werden ruht die Gewalt.
Die Äußerungen von Hansjörg Schrade waren bei „Den Anstiftern“ im Oktober 2015 angeprangert worden.
Das Thema AFD wurde bei uns – nach kurzer Auseinandersetzung – als erledigt betrachtet und wir haben uns Ziele für unsere IHK-Arbeit erarbeitet. Wir stehen alle für:
Beitragsgerechtigkeit, sinnvolle Mittelverwendung, Transparenz und Mitbestimmung und die Abschaffung der Zwangsmitgliedschaft. – detaillierter auf unserer Webseite www.kaktusinitiative.de nachzulesen.
Wir sind kein Verein und keine Partei. Es gibt keine definierte Struktur und auch keine Gewissensprüfung für Unternehmer, die sich für diese Ziele einsetzen. Wer bin ich, dass ich über andere urteilen könnte? Ich hab mich damals schon gegen den Radikalenerlass empört und finde eine Gesinnungsprüfung auch weiterhin sehr kritisch und möchte da auch niemanden nachspionieren. Oder wurde bei Unterschriftenaktionen gegen TTiP, S21… geprüft, welcher Partei die Unterschreibenden angehören?
Es verwundert, dass Kontext diese Inhalte erst ein ¾ Jahr nach der Veröffentlichung bei den Anstiftern thematisiert und dann zufälligerweise auch noch während der laufenden Wahl.
Ich bin gegen Extremismus – egal von welcher Seite. Und ich möchte mich nicht auf dieselbe Stufe stellen wie die Rechten, die Andersdenkende, Andershandelnde, Andersaussehende ausgrenzen und verunglimpfen.
Wie Frau Stiefel schreibt – wählt und schaut Euch genau an, wen ihr wählt. Und dann entscheidet nach den Argumenten.

SK, 13.07.2016 11:37
Dass ich in meinem Leben nochmal die AfD verteidigen würde, hätte ich auch nicht gedacht! Aber die Diskussion, eingestielt von dem bedauerlichen Artikel, geht doch wohl komplett am Thema vorbei! Natürlich muss dem rechten Populismus und Simpilfizismus aus meiner Sicht entschieden begegnet werden. Aber genauso wie sich die Presse zu Recht auf die Pressefreiheit beruft, so dürfen sich auch Rechte (wie fast alle anderen auch) auf ihre Meinungsfreiheit und Parteifreiheit berufen. Die Afd ist beim Kaktus NICHT hoffähig, sowenig wie bei Kontext. Die Positionen und Personen konnten sich nicht entfalten und haben sich aus freien Stücken und in eigener Entscheidung (!!!) zurückgezogen - eines Rauswurfes hat es nicht bedurft.
Wenn Frau Stiefel ihren persönlichen Feldzug gegen Hansjörg Schrade weiterführen möchte, dann wirft das eher ein schlechtes Bild auf sie als Journalistin. Inhaltliche Arbeit sieht anders aus!
Wofür steht nochmal die Kaktus-Initiative?
Richtig, gegen Wirtschaftsklüngel, Geldverschwendung und Zwangsmitgliedschaft. Darum geht es beim Kaktus, darum geht es bei der IHK.

Ulrich Scheuffele, 13.07.2016 10:56
@CM 6:19 Uhr

dies ist der Ton, mit der die AfD gegen die Presse schießt. Auch mir gefällt nicht alles, was die Mainstreampresse so von sich gibt. Allerdings ist die KONTEXT ein Leuchtturm in der Presselandschaft und hier hat man auch die Möglichkeit seine eigene Meinung zu sagen. Für mich ist der Artikel 5, der die Freiheit der Presse schütz ein hohes Gut und Kommentare wie von CM erinnern mich an eine Zeit, die ich nicht mehr erleben möchte. Weiter so Susanne Stiefel, deine Artikel sind Spitze und wenn sie manchmal ein paar Leuten weh tun, was soll es.

Olaf-Christian Pressel, 13.07.2016 10:53
Danke Peter.

MU, 13.07.2016 10:32
Ich kann mich 100%ig dem Leserbrief von Peter Schweizer anschließen. Wenn es Kontext Spaß macht, die Wahlen bei der IHK auf den Umgang mit ehemaligen (!) AfD-Mitgliedern und Sympathisanten bei der Kaktus-Initiative zu reduzieren - toll! (Ironie aus) Die AfD ist innerhalb der IHK kein Thema, und - wer weiß das schon genau - vielleicht sitzen in der Vollversammlung und anderen Gremien möglicherweise einige Mitglieder, Sympathisanten oder Wähler der AfD?! Wurde dort mal recherchiert?? Beispielsweise bei der Gruppierung, die mit dem Slogan "Für eine starke IHK" wirbt? Oder der neuen Initiative junger Unternehmer? Sicher nicht!
Aber der Kaktus-Initiative, die sich mit Themen wie Transparenz, Mittelver(sch)wendung, Demokratie, neuen Wirtschaftsformen, Infrastrukturthemen etc. auseinandersetzt, bereits seit vier Jahren beständige - ehrenamtliche! - Arbeit leistet und diese dort einbringt, wird deswegen während der gerade stattfindenden Wahl ans Bein gepinkelt. Lieber schlägt man sich also auf die Seite der "Weiter-so-Fraktion", die sich bei diesen Spielchen mancher "Gutmenschen" (und hier - obwohl selber einer - meine ich das genau in dem negativen Sinn, der zuweilen unterstellt wird) zu Lasten ihrer Gegner genüsslich die Hände reibt! Da sind wir wieder einmal beim Thema "Divide et impera", weswegen Gruppierungen oder Parteien, die etwas anderes wollen, in unserem Land nie etwas werden und nachhaltig verändern können - weil ihnen aus den scheinbar eigenen Reihen nicht Wohlwollen und Unterstützung sondern nur Kritik und der "Muss-zum-Heiligenschein-und Vollkommenheit" zuteil und erlaubt werden. Nur Anprangerung und Polemik, keine ehrliche Auseinandersetzung und konstruktive Kritik und offene Recherche. Schade, dass es bei den Wahlen zur IHK nun in erster Linie um Parteipolitik und nicht die wirklich inhaltlich zu bearbeitenden Themen der IHK geht! Die scheinen die Redaktion des Kontext - trotz häufiger Nachfrage der Kaktus-Initiative - nicht zu interessieren, obwohl es hier mehr wie genug zum Anprangern gäbe! Nachdem ich nun also weiß, wie Kontext redaktionell arbeitet, werde ich künftig die Artikel hier in einem völlig anderen Licht sehen!

CM, 13.07.2016 06:19
Ihr Artikel ist schlecht, unseriös und alles andere als objektiv. Solchen Journalismus sollte man verbieten. Smirblattmanie

Peter Schweizer, 13.07.2016 00:36
Als Mitglied der Kaktus-initiative bin ich entsetzt, wie hier versucht wird, unsere Ansinnen und unsere Arbeit hinters “rechte” Licht zu führen. Ich habe den oben beschriebenen Vorgang “live" erlebt und stelle fest, dass man sich hier nicht fragen muss, ob die Kakteen ein Problem mit der AfD haben, sondern eher wieviel die Kontextredaktion für dieses wohlfeine Wahlkampfgeplänkel im Sinne der IHK-Oberen bekommen hat.

Ja, es gab diese Diskussion – und es gab drei, zwischenzeitlich ehemalige Mitglieder, die sich entsprechend geäußert haben. Festzuhalten bleibt aber – und hier scheint die Recherche und Aufarbeitung interner Mails recht schlampig von statten gegangen zu sein, dass die Diskussion nach 2 Tagen mehr oder weniger durch und erledigt war.

Zwei von 1460 Tagen, die die Kakteen nun für eine bessere IHK kämpfen, reichen aber für Kontext aus, der gesamten Bewegung rechtes Gedankengut oder einen laxen Umgang mit der AfD zu unterstellen. Sorry Leute, das ist Bild-Zeitungs-Niveau und einfach nur miserabel und reisserisch aufgemacht. Schnell mal zwei Leute angerufen und noch einen Bericht rausgehauen, ob dieser Schaden anrichtet, weil tendenziös oder nicht – völlig wurscht. Wir von Kontext sind die Guten und dürfen das.

Wie lange hat sich die Redaktion oder der Vorstand von Kontext eigentlich mit der Frage beschäftigt, ob die eigenen Unterstützer vielleicht bisweilen mit der AfD sympathisieren? Sicherlich gibt es mehr als drei, die ihr Kreuz bei der letzten Wahl an der rechten Stelle gemacht haben. Ist Kontext jetzt rechts, bzw. gibt es Krach in der Redaktion? Kann man das nicht zu Recht unterstellen? Wie fühlt sich das an? Nicht gut, oder?

Die Kaktus-Initiative hat nicht mehr oder weniger Probleme mit AfDlern, Autonomen oder anderen Arschlöchern und Wichtigtuern wie jeder Verein, jede Partei, jede Online-Zeitung oder auch die IHK selbst.

Es gibt – und darauf bin ich stolz – deswegen keinen "Krach" beim Kaktus! Und nur weil sich das besser liest als – “Problem wurde innerhalb von zwei Tagen im letzten Jahr gelöst – zurück zur inhaltlichen Arbeit”, muss man sich nicht auf das Klickbait-Niveau einer Hoffington Post reduzieren und Menschen vorverurteilen, nur weil es einem in die Schlagzeile passt.

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