KONTEXT Extra:
Korntal: Opfervertreter verlangen mehr Engagement der Landeskirche

Die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der evangelischen Brüdergemeinde Korntal ist unterbrochen. Die Opfervertreter verlangen einstimmig, dass sich Frank Otfried July endlich entscheidend einbringt. "Wir werden nicht mehr mit den Brüdern sprechen", so Netzwerk-Sprecher Detlev Zander. Jetzt müsse "der Oberhirte, also der Bischof, ran". Im Betroffenen-Netzwerk organisiert, werfen mehr als 300 ehemalige Heimkinder der Brüdergemeinde vor, in den 1950er- bis 1980er-Jahren in deren zwei Einrichtungen sexuell missbraucht, misshandelt und gedemütigt worden zu sein.

Dass mehr Engagement von July gefordert wird, ist nicht neu. Im Sommer 2016 hatte einer der Betroffenen in einem langen Schreiben an den Landesbischof appelliert: "Die Kir¬che ist mit in der Verantwortung und wenn Sie als Oberhirte weiter schweigen, machen Sie sich persönlich schuldig. Die Heimopfer warten auf ein klärendes Wort von Ihnen." Denn die Korntaler Fürsorge habe "einen menschlichen Scherbenhaufen hinterlassen". (20.02.2017)


NSU-Ausschuss will weitere Akten

Der zweite parlamentarische Untersuchungsausschuss zum "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) geht auf die Suche nach zusätzlichen Akten, um dessen Verbindungen nach Baden-Württemberg besser auszuleuchten. Die Abgeordneten meinen, beim Generalbundesanwalt und/oder im Bundesamt für Verfassungsschutz fündig werden zu können. Beauftragt ist Bernd von Heintschel-Heinegg. Der Rechtswissenschaftler war schon für den ersten Ausschuss des Landtags und als Sonderermittler auch für den Bundestag tätig.

Zurückgestellt wurde in diesem Zusammenhang die Ladung von Mike Markus Friedel. Vor allem der NSU-Experte Hajo Funke hatte immer wieder darauf gedrängt, dass der gebürtige Sachse gehört wird. Dessen Name stand auf der sogenannten Garagenliste, die 1998 in Jena sichergestellt, aber erst mit großer zeitlicher Verzögerung detailliert ausgewertet wurde. Vor fast zwanzig Jahren zog er nach Heilbronn. "Markus Friedel war mit 'Erbse' (V-Mann), Torsten Ogertschnig, zusammen im Ländle im Gefängnis", schreibt Funke. Und von Friedel habe "Erbse" seine Kenntnisse über den NSU und Mundlos.

Bei einer Veranstaltung der "Anstifter" im Stuttgarter Kunstverein hat Rainer Nübel, der im ersten Ausschuss als Sachverständiger aufgetreten war, erneut von den Abgeordneten verlangt, sich ernsthafter mit der Anwesenheit ausländischer Geheimdienste am 25. April 2007 in Heilbronn zu befassen. An diesem Tag waren die Polizistin Michèle Kiesewetter ermordet und ihr Kollege Martin Arnold schwer verletzt worden. Der zweite Ausschuss hat bereits mehrere Zeugen vernommen. Jetzt ist ein Bericht beim Bundesnachrichtendienst angefordert.

Die nächste Ausschusssitzung beginnt am Freitag, den 24. Februar, um 9.30 Uhr im Landtag. Zwei Kriminalbeamtinnen sollen Auskünfte über die rechte Szene geben und die Verbindungen des NSU in den Südwesten. Geladen sind außerdem drei Zeuginnen, die Kontakt zu Beate Zschäpe gehabt haben sollen.

Auch die weiteren Sitzungstermine bis zur parlamentarischen Sommerpause sind festgelegt: 20. März, 28. April, 15. Mai, 19. Juni und der 17. Juli 2017.

Mehr zum Thema: "Geheimdienste im Fokus", "Eh-wurscht-Akten" 


WKZ liest mit

Anfang Januar hatte der Waiblinger Lokalhistoriker und Anstifter Ebbe Koegel sich darüber beschwert, dass das Land dem Firmengründer Andreas Stihl eine Kunstmedaille gewidmet hat. "Andreas Stihl war ein überzeugter Nazi, NSDAP-Mitglied seit 1933, seit 1935 SS-Mitglied mit dem Rang eines Hauptsturmführers (seit 1939)", schrieb er an Finanzministerin Edith Sitzmann. Die Waiblinger Kreiszeitung (WKZ) schwieg dazu - bis Kontext den Fall am 25. Januar aufgriff. Nun erschien am 11. Februar ein zweiseitiges Extra mit ausdrücklichem Bezug auf den Kontext-Artikel. Der Redakteur Peter Schwarz zitiert darin aus der 100-seitigen Entnazifizierungsakte. Die beiden Kinder Stihls, der langjährige IHK-Präsident Hans Peter Stihl und seine Schwester Eva Mayr-Stihl wurden befragt. Die Recherche ergibt, wie die WKZ selbst schreibt, ein "außerordentlich schillerndes Bild."

Der Redakteur zitiert mehrere Fremdarbeiter - den Begriff Zwangsarbeiter meidet er - die sich im Verfahren positiv über Stihl geäußert haben. Ein Slowake berichtet, Stihl habe einem Freund geholfen zu fliehen, der sich den Partisanen anschließen wollte. Ein Jugoslawe meinte, der Patriarch habe sich "mit großer Empörung geäußert über die Gemeinheit und den Terror des dritten Reiches", ein Holländer, er habe "gelitten, als er sehen musste, wie schmutzig dieses System war, und konnte doch nicht mehr von demselben weg." Der Betriebsrat sagte dagegen aus, Stihl sei "100 Prozent Nationalsozialist" gewesen, habe "mehrere seiner Lehrlinge zum Eintritt in die SS" bewogen und Regimekritiker als "Eiterbeulen" bezeichnet, denen er "in die Fresse" schlagen wolle. (16.2.2017)


Wüstenjubiläum: Fünf Jahre Parkräumung

Vor genau fünf Jahren, am 14. Februar 2012, räumten rund 2500 Polizeibeamte das Protestcamp der Stuttgart-21-Gegner im Mittleren Schlossgarten. Drei Tage später waren rund 180 teils bis zu 300 Jahre alte Bäume gefällt oder (ein kleiner Teil der jüngeren) verpflanzt, und einer der ehemals schönsten innerstädtischen Parks Deutschlands hatte sich in eine Schlammwüste verwandelt.

Zum fünften Jahrestag der Parkräumung wollen die Parkschützer am heutigen Dienstag daran erinnern, mit einer Versammlung und Kundgebung an der Lusthausruine im Mittleren Schlossgarten um 17 Uhr. Es soll Reden, Musik und Gedichte geben, anschließend einen Demozug durch die Königstraße.

Kontext hat damals mit einer Reportage von der Parkräumung berichtet – und danach immer wieder von der erstaunlich langen Untätigkeit oder auch von Baufortschritt vorgaukelnden Alibi-Arbeiten. (14.2.2017)


Jörg Meuthen weiter an Björn Höckes Seite

Im vergangenen Sommer hatte der AfD-Rechtsaußen Björn Höcke seinen Bundesparteichef als "meinen verehrten Freund" begrüßt. Und Jörg Meuthen rückte sich selbst, auf dem Kyffhäuser-Treffen, zu dem ihn die Ultras geladen hatte, in die Nähe der besonders weit rechts stehenden parteiinternen Gruppierung "Der Flügel": Er wolle gar nicht als liberaler Kopf der Partei bezeichnet werden, sondern er stehe für "ein gemeinsames Wertefundament". Da hatte Höcke gerade alle anderen Parteien in Deutschland für "inhaltlich entartet" erklärt. Der Schulterschluss hält auch aktuell: Meuthen stellt sich gegen den Rausschmiss, den – wie am Montag bekannt wurde – der Bundesvorstand gegen den Thüringer Landes- und Fraktionschef anstrengt.

Nicht zum ersten Mal. Denn Höcke sollte 2015 schon einmal mit einem Verfahren überzogen werden. Da ging es ebenfalls um eine rassistische Rede, um Aussagen wie, man könne "nicht jedes einzelne NPD-Mitglied als extremistisch einstufen" und um den Vorwurf, Höcke schreibe unter Pseudonym für NPD-Publikationen. Meuthen äußerte sich reichlich schwammig, nahm für sich in Anspruch "als erster aus dem Bundesvorstand scharf reagiert zu haben". Zugleich erklärte er allerdings, dass Höckes "Äußerungen ohne weiteres als rassistisch interpretiert werden können – wobei man darüber diskutieren kann, ob sie es tatsächlich sind". Hans-Olaf Henkel, damals noch AfD-Mitglied, konterte unmissverständlich: "Herr Meuthen ist für mich ein klassischer Schattenboxer." Nach außen tue er immer wieder so, als würde er sich gegen den rechtsnationalen Flügel stellen, nach innen agiere er völlig anders. (13.2.2017)


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Ausgabe 276
Wirtschaft

Krach beim "Kaktus"

Von Susanne Stiefel
Datum: 13.07.2016
Wie halten Sie's mit der AfD? Das müssen sich die Rebellen von "Kaktus" fragen lassen, die der Stuttgarter Industrie- und Handelskammer mächtig Dampf gemacht haben. Im Zuge der Wahlen bei der IHK wächst die Unsicherheit.

Sie verstehen sich als die Guten. Ausgelöst durch den Streit um die IHK-Flagge, die unverhohlen für Stuttgart 21 warb, haben sich die Rebellen 2011 zu einer Initiative mit klaren Forderungen zusammengeschlossen: gegen die Zwangsmitgliedschaft und für mehr Transparenz und Demokratie in der Loge der organisierten Wirtschaft. Seitdem quälen sie insbesondere Hauptgeschäftsführer Andreas Richter, der das Gewohnte bevorzugt und gerne zurückkeilt. Mit dem Hinweis zum Beispiel, die Kakteen seien im Esoterikfach zu Hause.

2012 rüttelten die "Kaktus"-Gründer Klaus Steinke, Clemens Morlok, Thomas Albrecht und Lisa Werle (v. l. n. r.) am Zaun zum Weinberghäusle der IHK. Foto: Joachim E. Röttgers
2012 rüttelten die "Kaktus"-Gründer Klaus Steinke, Clemens Morlok, Thomas Albrecht und Lisa Werle (v. l. n. r.) am Zaun zum Weinberghäusle der IHK. Foto: Joachim E. Röttgers

Nun wird seit 4. Juli (bis zum 26. Juli) gewählt, und zwar die neue Vollversammlung, das oberste Gremium der IHK. Und "Kaktus"-Sympathisant Ulrich Stähle ist verunsichert. Aufgeschreckt hat den Vorstand von Stadtmobil eine Diskussion im Oktober vergangenen Jahres. Im Mailverteiler ging es hoch her zwischen den Kakteen, von Grenzen ziehen gegen rechts war die Rede, von einem gemeinsamen Menschen- und Gesellschaftsbild, das hinausgehen müsse über die Ablehnung von Stuttgart 21 und der IHK-Zwangsmitgliedschaft und mit einer Hetze gegen Flüchtlinge nicht vereinbar sei.

Auslöser der Grundsatzdebatte war der Bio-Gemüsegroßhändler Hansjörg Schrade. 2011 war er auf der "Kaktus"-Liste in die IHK-Vollversammlung gerutscht – als Grüner. Inzwischen ist der evangelische Freikirchler zur AfD gewechselt und hat einen kruden populistischen Blog ("Die Wähler sind frei") aufgemacht. Dort lobt der Reutlinger Seitenwechsler die "Demo für alle", wettert gegen Multikulti, die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Merkel und die EU-Zahlungen an Griechenland. Mit AfDlern wolle er nicht auf einer gemeinsamen Liste stehen, entschied Stadtmobil-Chef Stähle und zog seine Kandidatur zurück. Heute fragt er sich, ob er überhaupt noch "Kaktus" wählen kann. Und er ist nicht der Einzige.

Kaktus des Anstoßes: Bio-Gemüsegroßhändler Hansjörg Schrade. Foto: Joachim E. Röttgers
Kaktus des Anstoßes: Bio-Gemüsegroßhändler Hansjörg Schrade. Foto: Joachim E. Röttgers

Derzeit weilt Schrade für drei Monate auf einer Schweizer Alp, sticht Disteln und beantwortet abends nach 21 Uhr, wenn die Kühe gemolken sind, sogar Mails. "Mit der Politik habe ich abgeschlossen, in der Hinsicht, dass ich mich nicht mehr öffentlich äußern möchte", antwortet er auf Kontext-Anfrage. Als seine AfD-Mitgliedschaft im vergangenen Jahr zum Politikum wurde, hat Schrade die "Kaktus"-Gruppe verlassen. Er habe damit, schreibt er, für eine "selbst verordnete Säuberungswelle" gesorgt.

Das bestätigt auch Clemens Morlok, aktiver "Kaktus" der ersten Stunde und einer der Sprecher. Der Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsmathematik betont: "Die Kaktusliste ist jetzt AfD-frei." Auch einstige Unterstützer wie der Münchinger Maschinenbauer René Engelhardt, der nicht in den "Refugee Hype" einstimmen wollte, und die Salacher Weinhändlerin Tina James ("Wir können nicht in guter alter Hippiemanier fremde Menschen willkommen heißen" ) hätten sich von der Gruppe "entfernt".

Vergangenen Oktober, als die Flüchtlingsdebatte intern aufbrach, hat Morlok einen syrischen Jungen in seine Familie aufgenommen. Will sagen, fremdenfeindliche Äußerungen liegen ihm fern. "Aber wie sollen wir denn eine Grenze ziehen?", fragt er und verweist auf die Struktur seiner Organisation.

Die "Kaktus"-Initiative ist weder eine Partei noch eine Wahlliste. Jeder, der kandidiert, tut es als Einzelperson. Die Rebellen kämpfen für eine bessere IHK, das ist der kleinste gemeinsame Nenner. Für Ulrich Stähle ist das zu wenig. Für ihn kann es "keine politische Gemeinschaft mit Repräsentanten der AfD geben". Vor fünf Jahren hat er noch unbesehen jedem auf der "Kaktus"-Liste Vertrauen und seine Stimme geschenkt. Nun ist er vorsichtiger geworden.


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Kommentare

Mac, 14.07.2016 14:19
@MU
Ja jetzt dank Kontext weiß ich das.
Finde es auch gut, dass die Kakteen sich von solchen Leuten getrennt haben, aber dummerweise hab ich meine Kreutzchen bei der Wahl schon gemacht und habe neben 3 Kakteen auch noch Herrn Schrade gewählt, da ich dachte er gehört zu den Kakteen.
Ein drittes Mal (nach 2012 und nun 2016) würde ich ihn nicht nochmal wählen.

MU, 14.07.2016 12:28
@Mac: Hansjörg Schrade ist nicht mehr Mitglied der Kaktus-Initiative und kandidiert aus freien Stücken als einzelne Person - wie so viele andere - für die IHK Vollversammlung. Steht ja sogar im Artikel...

Mac, 14.07.2016 02:15
@Kornelia
Hansjörg Schrade ist ja nicht weg vom Fenster, sondern er steht auf der Wahlliste der IHK.
Mir war nicht ganz klar ob er jetzt noch zu den Kakteen gehört oder nicht. Schön wenn die Kakteen das in der Zwischenzeit geregelt haben.


https://www.stuttgart.ihk24.de/blob/sihk24/Ueber_uns/downloads/3345624/38c13e602041cde0192ad2d3e7e611fe/Bewerberlisten-fuer-die-Wahl-zur-Vollversammlung-data.pdf

Kornelia, 13.07.2016 18:42
Einfach nur: Beifall für die Kaktusse!
Ich finde es toll wie ihr seit Jahren "David gegen Goliath" kämpft. Dafür meinen Respekt!

Und was diese unsägliche braune Keule, die mittlerweile von den von mir genannten LiRechten hervorgeholt wird: verdammt!

@Morlock: ja ich finde es auch bemerkenswert, wann und wie welche Vorwürfe laut werden!

Sensibilisiert wurde ich bei der causa jens löwe, immer bei wichtigen terminen ( demothemen, VArce, OB wahlen, Lt wahlen) wurde "plötzlich" rechts und afd entdeckt!
Merkwürdig..... aber erfolgreich..... ein alpha Männeken Streiter weniger! Und mit ihm viele Freunde!
Kurz vor der Wahl dann das merkwürdige Hopfensitz Telefonat...
Mittendrin der QuerfrontSchuss- gegen nachdenkseiten!
Und jetzt jemanden wiederbeleben, der schon komplett wech vom Fenster ist, warum?
Merkwürdig und nicht meine Welt!

Clemens Morlok, 13.07.2016 15:03
Wie? „Krach beim Kaktus“?
Bei unserer Initiative setzten wir uns mit Themen auseinander, wir streiten uns, wir unterstützen uns und ganz wichtig „Wir respektieren uns“.
Es gibt -glaub ich- keinen Menschen, mit dem ich immer einer Meinung bin. Ich kann mich dann mit diesem Meinungsunterschied befassen. Ich kann Meinungen ändern oder stehen lassen. Solange gegenseitiger Respekt gelebt wird, werde ich keinen verstoßen. Vielleicht bin ich zu „gutgläubig“ – aber solange Argumente ausgetauscht werden ruht die Gewalt.
Die Äußerungen von Hansjörg Schrade waren bei „Den Anstiftern“ im Oktober 2015 angeprangert worden.
Das Thema AFD wurde bei uns – nach kurzer Auseinandersetzung – als erledigt betrachtet und wir haben uns Ziele für unsere IHK-Arbeit erarbeitet. Wir stehen alle für:
Beitragsgerechtigkeit, sinnvolle Mittelverwendung, Transparenz und Mitbestimmung und die Abschaffung der Zwangsmitgliedschaft. – detaillierter auf unserer Webseite www.kaktusinitiative.de nachzulesen.
Wir sind kein Verein und keine Partei. Es gibt keine definierte Struktur und auch keine Gewissensprüfung für Unternehmer, die sich für diese Ziele einsetzen. Wer bin ich, dass ich über andere urteilen könnte? Ich hab mich damals schon gegen den Radikalenerlass empört und finde eine Gesinnungsprüfung auch weiterhin sehr kritisch und möchte da auch niemanden nachspionieren. Oder wurde bei Unterschriftenaktionen gegen TTiP, S21… geprüft, welcher Partei die Unterschreibenden angehören?
Es verwundert, dass Kontext diese Inhalte erst ein ¾ Jahr nach der Veröffentlichung bei den Anstiftern thematisiert und dann zufälligerweise auch noch während der laufenden Wahl.
Ich bin gegen Extremismus – egal von welcher Seite. Und ich möchte mich nicht auf dieselbe Stufe stellen wie die Rechten, die Andersdenkende, Andershandelnde, Andersaussehende ausgrenzen und verunglimpfen.
Wie Frau Stiefel schreibt – wählt und schaut Euch genau an, wen ihr wählt. Und dann entscheidet nach den Argumenten.

SK, 13.07.2016 11:37
Dass ich in meinem Leben nochmal die AfD verteidigen würde, hätte ich auch nicht gedacht! Aber die Diskussion, eingestielt von dem bedauerlichen Artikel, geht doch wohl komplett am Thema vorbei! Natürlich muss dem rechten Populismus und Simpilfizismus aus meiner Sicht entschieden begegnet werden. Aber genauso wie sich die Presse zu Recht auf die Pressefreiheit beruft, so dürfen sich auch Rechte (wie fast alle anderen auch) auf ihre Meinungsfreiheit und Parteifreiheit berufen. Die Afd ist beim Kaktus NICHT hoffähig, sowenig wie bei Kontext. Die Positionen und Personen konnten sich nicht entfalten und haben sich aus freien Stücken und in eigener Entscheidung (!!!) zurückgezogen - eines Rauswurfes hat es nicht bedurft.
Wenn Frau Stiefel ihren persönlichen Feldzug gegen Hansjörg Schrade weiterführen möchte, dann wirft das eher ein schlechtes Bild auf sie als Journalistin. Inhaltliche Arbeit sieht anders aus!
Wofür steht nochmal die Kaktus-Initiative?
Richtig, gegen Wirtschaftsklüngel, Geldverschwendung und Zwangsmitgliedschaft. Darum geht es beim Kaktus, darum geht es bei der IHK.

Ulrich Scheuffele, 13.07.2016 10:56
@CM 6:19 Uhr

dies ist der Ton, mit der die AfD gegen die Presse schießt. Auch mir gefällt nicht alles, was die Mainstreampresse so von sich gibt. Allerdings ist die KONTEXT ein Leuchtturm in der Presselandschaft und hier hat man auch die Möglichkeit seine eigene Meinung zu sagen. Für mich ist der Artikel 5, der die Freiheit der Presse schütz ein hohes Gut und Kommentare wie von CM erinnern mich an eine Zeit, die ich nicht mehr erleben möchte. Weiter so Susanne Stiefel, deine Artikel sind Spitze und wenn sie manchmal ein paar Leuten weh tun, was soll es.

Olaf-Christian Pressel, 13.07.2016 10:53
Danke Peter.

MU, 13.07.2016 10:32
Ich kann mich 100%ig dem Leserbrief von Peter Schweizer anschließen. Wenn es Kontext Spaß macht, die Wahlen bei der IHK auf den Umgang mit ehemaligen (!) AfD-Mitgliedern und Sympathisanten bei der Kaktus-Initiative zu reduzieren - toll! (Ironie aus) Die AfD ist innerhalb der IHK kein Thema, und - wer weiß das schon genau - vielleicht sitzen in der Vollversammlung und anderen Gremien möglicherweise einige Mitglieder, Sympathisanten oder Wähler der AfD?! Wurde dort mal recherchiert?? Beispielsweise bei der Gruppierung, die mit dem Slogan "Für eine starke IHK" wirbt? Oder der neuen Initiative junger Unternehmer? Sicher nicht!
Aber der Kaktus-Initiative, die sich mit Themen wie Transparenz, Mittelver(sch)wendung, Demokratie, neuen Wirtschaftsformen, Infrastrukturthemen etc. auseinandersetzt, bereits seit vier Jahren beständige - ehrenamtliche! - Arbeit leistet und diese dort einbringt, wird deswegen während der gerade stattfindenden Wahl ans Bein gepinkelt. Lieber schlägt man sich also auf die Seite der "Weiter-so-Fraktion", die sich bei diesen Spielchen mancher "Gutmenschen" (und hier - obwohl selber einer - meine ich das genau in dem negativen Sinn, der zuweilen unterstellt wird) zu Lasten ihrer Gegner genüsslich die Hände reibt! Da sind wir wieder einmal beim Thema "Divide et impera", weswegen Gruppierungen oder Parteien, die etwas anderes wollen, in unserem Land nie etwas werden und nachhaltig verändern können - weil ihnen aus den scheinbar eigenen Reihen nicht Wohlwollen und Unterstützung sondern nur Kritik und der "Muss-zum-Heiligenschein-und Vollkommenheit" zuteil und erlaubt werden. Nur Anprangerung und Polemik, keine ehrliche Auseinandersetzung und konstruktive Kritik und offene Recherche. Schade, dass es bei den Wahlen zur IHK nun in erster Linie um Parteipolitik und nicht die wirklich inhaltlich zu bearbeitenden Themen der IHK geht! Die scheinen die Redaktion des Kontext - trotz häufiger Nachfrage der Kaktus-Initiative - nicht zu interessieren, obwohl es hier mehr wie genug zum Anprangern gäbe! Nachdem ich nun also weiß, wie Kontext redaktionell arbeitet, werde ich künftig die Artikel hier in einem völlig anderen Licht sehen!

CM, 13.07.2016 06:19
Ihr Artikel ist schlecht, unseriös und alles andere als objektiv. Solchen Journalismus sollte man verbieten. Smirblattmanie

Peter Schweizer, 13.07.2016 00:36
Als Mitglied der Kaktus-initiative bin ich entsetzt, wie hier versucht wird, unsere Ansinnen und unsere Arbeit hinters “rechte” Licht zu führen. Ich habe den oben beschriebenen Vorgang “live" erlebt und stelle fest, dass man sich hier nicht fragen muss, ob die Kakteen ein Problem mit der AfD haben, sondern eher wieviel die Kontextredaktion für dieses wohlfeine Wahlkampfgeplänkel im Sinne der IHK-Oberen bekommen hat.

Ja, es gab diese Diskussion – und es gab drei, zwischenzeitlich ehemalige Mitglieder, die sich entsprechend geäußert haben. Festzuhalten bleibt aber – und hier scheint die Recherche und Aufarbeitung interner Mails recht schlampig von statten gegangen zu sein, dass die Diskussion nach 2 Tagen mehr oder weniger durch und erledigt war.

Zwei von 1460 Tagen, die die Kakteen nun für eine bessere IHK kämpfen, reichen aber für Kontext aus, der gesamten Bewegung rechtes Gedankengut oder einen laxen Umgang mit der AfD zu unterstellen. Sorry Leute, das ist Bild-Zeitungs-Niveau und einfach nur miserabel und reisserisch aufgemacht. Schnell mal zwei Leute angerufen und noch einen Bericht rausgehauen, ob dieser Schaden anrichtet, weil tendenziös oder nicht – völlig wurscht. Wir von Kontext sind die Guten und dürfen das.

Wie lange hat sich die Redaktion oder der Vorstand von Kontext eigentlich mit der Frage beschäftigt, ob die eigenen Unterstützer vielleicht bisweilen mit der AfD sympathisieren? Sicherlich gibt es mehr als drei, die ihr Kreuz bei der letzten Wahl an der rechten Stelle gemacht haben. Ist Kontext jetzt rechts, bzw. gibt es Krach in der Redaktion? Kann man das nicht zu Recht unterstellen? Wie fühlt sich das an? Nicht gut, oder?

Die Kaktus-Initiative hat nicht mehr oder weniger Probleme mit AfDlern, Autonomen oder anderen Arschlöchern und Wichtigtuern wie jeder Verein, jede Partei, jede Online-Zeitung oder auch die IHK selbst.

Es gibt – und darauf bin ich stolz – deswegen keinen "Krach" beim Kaktus! Und nur weil sich das besser liest als – “Problem wurde innerhalb von zwei Tagen im letzten Jahr gelöst – zurück zur inhaltlichen Arbeit”, muss man sich nicht auf das Klickbait-Niveau einer Hoffington Post reduzieren und Menschen vorverurteilen, nur weil es einem in die Schlagzeile passt.

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