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Ein Zeichen für Europa

Über Stuttgart wehen EU-Flaggen! Mit der Verkündung des amtlichen Endergebnisses der Volksabstimmung in Großbritainnien über den Austritt aus der EU werden auf der Villa Reitzenstein und dem Neuem Schloss in Stuttgart europäische Flaagen gehisst. Die grün-schwarze Koalition möchte damit ein Zeichen für Europa setzen. "Wir wollen unsere proeuropäische Haltung deutlich zeigen", so Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Die gehöre in Baden-Württemberg "zur Staatsräson". Als "überzeugten Europäer" treffe ihn die Entscheidung der Briten "ganz persönlich ins Mark". Europa sei in den Grundfesten erschüttert.


AfD-Fraktion schließt Gedeon vorerst nicht aus

Die Zerreißprobe in der "Alternative für Deutschland" (AfD) ist aufgeschoben. Ihr Bundesvorsitzender Jörg Meuthen, zugleich Chef der baden-württembergischen Landtagsfraktion, hatte am Dienstag jedenfalls keine erforderliche Zweidrittelmehrheit für den Ausschluss von Wolfgang Gedeon. Über die Äußerungen Gedeons, Anhänger der antisemitischen "Protokolle der Weisen von Zion", wird jetzt statt dessen ein Gutachten bei drei Fachleuten in Auftrag gegeben – von Religionswissenschaftlern ist die Rede, ein Experte soll jüdischen Glaubens sein –, um die von Meuten selbst erhobenen Antisemitismus-Vorwürfe gegen den Singener Mediziner zu überprüfen. Der lässt vorerst seine Mitgliedschaft in der Fraktion ruhen und wird im Plenarsaal auch einen neuen Platz erhalten.

Fraktionsgeschäftsführer Bernd Grimmer erklärte nach den dreistündigen Beratungen, die für einen Ausschluss notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit sei nicht klar gewesen und etwa ein Drittel der Abgeordneten nicht bereit gewesen, Meuthen zu folgen. Sie schätzten den Stellenwert von Meinungsfreiheit höher ein als den einer "politisch korrekten Ausdrucksweise". Sollte die Fraktion nach der Sommerpause und der Bewertung des Gutachtens abermals nicht bereit sein, dem von Meuthen seit Tagen vehement verlangten Antrag auf Ausschluss Gedeons zuzustimmen, bleibt der dabei, seinerseits die Fraktion verlassen zu wollen. Außerdem gibt es Gerüchte, dass eine Handvoll Abgeordneter Gedeon – im Falle seines Ausschlusses – nicht allein gehen lassen, sondern mit ihm aus der Fraktion ausscheiden wolle.

Nicht nur im Internet tobt seit Tagen eine heftige Auseinandersetzung über den künftigen Kurs der Partei, die sich zur Retterin Deutschlands ernannt hat. Meuthens Co-Vorsitzende auf Bundesebene Frauke Petry hat sich öffentlich gegen ihn gestellt, ist damit aber im Bundesvorstand isoliert. Zahlreiche Mitglieder des rechten Flügels verlangen von dem Kehler Wirtschaftsprofessor, von sich aus die AfD zu verlassen. "Die Bewegung muss sich von Volksverrätern wie Meuthen trennen", postet ein Thorsten Baeuml. Und weiter: "Linksversiffte Gutmenschen braucht die Bewegung nicht! Ein Krebsgeschwür wird auch entfernt, so lange es noch geht und Meuthen hat sich zur Selbstoperation verdonnert. Gut so!" Den Ausdruck "linksversifft" hatte Meuthen selbst vor Wochen benutzt, ihn allerdings auf die ganze Bundesrepublik bezogen.


S 21: BUND verlangt "Öffnung in Richtung Kombi-Lösung"

Der BUND Baden-Württemberg hat am Montag ein Positionspapier zu Stuttgart 21 vorgelegt, um "konstruktive Lösungen aus der Sackgasse" aufzuzeigen. Im Mittelpunkt steht der "Einstieg in eine Kombi-Lösung". Wie die Landesvorsitzende Brigitte Dahlbender erläutert, könnten damit "einerseits die Kosten und Risiken von Stuttgart 21 deutlich gesenkt und andererseits finanzielle Spielräume zur Realisierung eines tatsächlich zukunftsfähigen Bahnknotenpunkts gewonnen werden". Außerdem sieht das Konzept vor, auf den unterirdischen Flughafenbahnhof zu verzichten und stattdessen einen oberirdischen Halt beim Messeparkhaus zu errichten. Zudem soll die Gäubahn über die bestehende Panoramabahn oberirdisch in den Hauptbahnhof geführt werden und "die Zuführungsstrecken zum Hauptbahnhof und die Wendlinger Kurve sollen leistungsfähig ausgebaut werden".

Dahlbender, die für die Tiefbahnhofgegner 2010 in der Schlichtung saß, nennt S 21 ein "auch heute noch in ganz wesentlichen Teilen weder vollständig geplantes noch vollständig genehmigtes Projekt". Es gebe weiterhin keine qualifizierten Aussagen zu Kosten und zum Zeitablauf. Für die SPD-Politikerin und Ulmer Gemeinderätin steht fest, dass deutlich mehr als acht Bahnsteiggleise unverzichtbar sind für einen Großknoten Stuttgart und eine Entmischung der S-Bahn, des Regional- und des Fernverkehrs. Eine nachhaltige Mobilitätswende müsse sich an den Wünschen der Bahnkunden und der tatsächlichen Verkehrsströme orientieren, "und das bedeutet einen Einstieg in die Diskussion einer Kombi-Lösung".

Mehr dazu unter diesem Link.


Jetzt offiziell: Kefer geht späestens im Herbst 2017

Von einem "Eingeständnis des Scheiterns" sprechen die Parkschützer, von "großem Respekt und Wertschätzung" der Aufsichtsratsvorsitzende der DB Utz-Hellmuth Felcht. Auf jeden Fall wirft der für Stuttgart 21 zuständige Bahnvorstand Volker Kefer das Handtuch. Er stehe für eine Verlängerung seines im September 2017 auslaufenden Vertrags nicht zur Verfügung, teilte er dem Aufsichtsrat am Mittwochvormittag mit. Möglicherweise wird er, wenn seine Nachfolge geregelt ist, den Konzern aber schon deutlich früher verlassen. Hier werde kein "Bauer geopfert", so der Sprecher der Parkschützer Matthias von Herrmann. Vielmehr nehme sich ein "allzu stolzer Turm selbst aus dem Spiel": Der für Stuttgart 21 verantwortliche oberste Bahnmanager ziehe "nun offenbar seine persönliche Notbremse vor dem sicheren Aufprall auf dem Prellbock eines baulich, finanziell und kommunikativ völlig unkontrolliert taumelnden Projekts". Kefer ist seit 2009 bei der Deutschen Bahn und galt lange Zeit als möglicher Nachfolger von Bahnchef Rüdiger Grube, dessen Stellvertreter er auch ist. Kritisiert wird intern vor allem, dass der frühere Siemens-Vorstand den Aufsichtsrat zu spät über die Kostenexplosionen und die immer neuen Risiken bei Stuttgart 21 informiert hat.

Insider in Berlin sehen auch Grube selber nicht mehr sicher im Sattel, weil der nicht nur das nach seinen vielzitierten Worten "bestgerechnete" Milliardenprojekt nie wirklich in den Griff bekommen hat. Matthias von Herrmann erinnert an des marode, dringend sanierungsbedürftige Schienennetz und daran, dass trotz der groß angekündigten fernverkehrsoffensive nicht einmal mehr 78 Prozent der Züge pünktlich fahren: "Wir brauchen endlich wieder eine gute zuverlässige Bahn statt Tunnelwahn." Zum Vergleich: In der Schweiz treffen knapp 97 Prozent der Züge pünktlich im Bahnhof ein. (15.6.2017)


Hermann kritisiert S-21-Befürworter scharf

Der grüne Verkehrsminister Winne Hermann wirft den Befürworter von Stuttgart 21 "in der Politik und bei der Bahn" vor, jahrelang die Kosten heruntergerechnet und die Risiken des Milliardenprojekts nicht ernst genommen zu haben. Jetzt zeige sich immer mehr, wie richtig die Kritiker gelegen hätten. Als Beispiel nennt der S-21-Gegner seit Mitte der Neunziger im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk den Tunnelbau. Zehn Jahre sei über die Schwierigkeiten in dem Gestein diskutiert worden, das die Bahn aktuell für einen Teil der Kostensteigerungen verantwortlich mache.

Der DB wirft er zudem vor, die Glaubwürdigkeit zu "zerstören", wenn an die Landesregierung "kurz vor der Veröffentlichung dieser neuen Dinge beruhigende fünf Zeilen" geschickt würden, dass letztendlich alles in Ordnung sei. "Und dann liest man einen Tag später, es wird wieder teurer, und es wird wieder später", so Hermann weiter. Das mache misstrauisch. Einem Ausstieg erteilt er dennoch eine Absage: Die Bevölkerung habe "keinen Ausstieg beschlossen", und seitdem sei es für jeden in der Regierung Pflicht, das Projekt zu begleiten und zu befördern.


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Die Bahn präsentiert sich nach außen als Hochglanzunternehmen. Foto: DB AG

Die Bahn präsentiert sich nach außen als Hochglanzunternehmen. Foto: DB AG

Ausgabe 198
Wirtschaft

Bahnprivatisierung 3.0

Von Winfried Wolf
Datum: 14.01.2015
Aktuell spricht viel dafür: Die Bundesregierung plant im neuen Jahr 2015 einen dritten Anlauf zur Bahnprivatisierung. Voraussichtlich in der Weise, dass bei der Transport-Holding DB ML (Deutsche Bahn Mobility Logistics) private Investoren als Anteilseigner mit bis zu 24,9 Prozent einsteigen.

Dass es eine solche DB ML gibt, ist nur Bahninsidern bekannt. Dass dieses Unternehmen bald wichtiger als die Deutsche Bahn AG sein könnte, dürfte auch bei vielen Insidern Verwunderung auslösen. Und dass man die Bildung der DB ML vor sieben Jahren als einen Akt der Verschwörung zum Ausverkauf von Volksvermögen bezeichnen muss, dürfte von vielen als Spinnerei abgetan werden. Doch genau darum handelt es sich.

Aber im Inneren des Unternehmens sieht es ganz anders aus. Foto: Joachim E. Röttgers
Aber im Inneren des Unternehmens sieht es ganz anders aus. Foto: Joachim E. Röttgers

Eigentlich sollte vor einem Jahrzehnt die Privatisierung der DB AG als integrierter Konzern stattfinden: Die Transportgesellschaft (mit Personennah-, -fern- und Güterverkehr) und die Infrastruktur (Netz und Bahnhöfe) sollten als Einheit teilprivatisiert werden. Dieses Vorhaben scheiterte bereits Ende 2007 aufgrund heftiger Proteste in der Öffentlichkeit und weil sich auf dem SPD-Parteitag Ende Oktober 2007 eine deutliche Mehrheit gegen jede Bahnprivatisierung ausgesprochen hatte.

Der harte Kern der Bahnprivatisierer – darunter der damalige Bahnchef Hartmut Mehdorn, der damalige Transnet-Gewerkschaftschef Norbert Hansen (der dafür mit einem Bahnvorstandsjob belohnt wurde), der damalige Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee und der damalige Bahnvorstand Otto Wiesheu – erarbeiteten darauf konspirativ einen Plan B: Am 6. Februar 2008 wurde die an sich unbedeutende Bahntochter Stinnes AG, in der Logistik und ein Teil des Schienengüterverkehrs gebündelt waren, in "Deutsche Bahn Mobility Logistics – DB ML AG" umbenannt.

Gleichzeitig wurden – ebenfalls weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit – die drei Bahntöchter DB Regio AG (Nahverkehr), DB Reise & Touristik (heute DB Fernverkehr AG) und Schenker (Logistik) in diese AG eingebracht. Über Nacht verachtfachte sich der Umsatz dieser AG; aus einer Stieftochter des Bahnkonzerns wurde eine hochkarätige Subholding, die heute mehr als 90 Prozent des Umsatzes des gesamten Bahnkonzerns erbringt und unter deren Dach rund 75 Prozent aller Konzernarbeitsplätze oder 221 500 von 296 000 DB-AG-Jobs gebündelt sind (Zahlen entsprechend der 2013er-Bilanz).

Trotz des Scheiterns des "integrierten Börsengangs" und obgleich damals laut repräsentativen Umfragen mehr als 70 Prozent der deutschen Bevölkerung jede Art Bahnprivatisierung ablehnten, fasste der Bundestag im Mai 2008 mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD einen folgenschweren Beschluss: "So bald wie möglich" sollten 24,9 Prozent der DB ML AG an private Investoren veräußert werden. Zwar musste im September 2008 auch diese Form der Bahnprivatisierung abgeblasen werden. Dazu trugen verschiedene Faktoren bei – so ein vorausgegangener harter Streik der GDL, der anhaltende Widerstand in der Öffentlichkeit gegen jede Bahnprivatisierung, maßgeblich vom Bündnis "Bahn für Alle" getragen, der spektakuläre Bruch einer ICE-Achse am 7. Juli 2008 in Köln und nicht zuletzt der weltweite Finanzcrash. 

Doch der Bundestagsbeschluss vom Mai 2008 hat bis heute Gültigkeit. Vor allem aber besteht die im Februar 2008 neu geschaffene Struktur der Deutschen Bahn AG bis zum heutigen Tag weiter – eine Struktur mit einer Konzernholding, einer Subholding DB ML AG, unter deren Dach fünf weitere Aktiengesellschaften, die wiederum mehr als 500 selbstständige Unternehmen kontrollieren. Und schließlich getrennt von der DB ML und direkt der Konzern-Holding zugeordnet, die Infrastrukturgesellschaften in Form zweier Aktiengesellschaften (Netz und Bahnhöfe) und einer GmbH.

Diese komplexe Struktur, die mit enormen Extrakosten für Overhead und Bilanzierung verbunden ist, macht nur Sinn als Dauerangebot zum Einstieg von Investoren. Und so argumentieren ja auch die jeweiligen Bundesregierungen und die Bahnspitze seit 2008: Die Bahnprivatisierung bleibe grundsätzlich aktuell. Um diese umzusetzen, bedürfe es keines neuen Bundestagsbeschlusses mehr.

In den vergangenen Jahren allerdings ließen Bahn-Top-Leute und maßgebliche Vertreter der Bundesregierung verlauten, ein neuerlicher "Börsengang der Bahn" sei "nicht aktuell". Dabei wird immer mit dem Trick gearbeitet, dass damit lediglich ein klassischer Börsengang ausgeschlossen wird: Geplant ist ein Börsengang mit Börsenprospekten und öffentlicher Mitteilung des Aktienkurses für die Erstemission. Es geht ausschließlich um den Einstieg privater Investoren, eine Privatisierungsform, die nicht öffentlich ist, um nicht zu sagen, die im Geheimen vorbereitet und vollzogen wird.

Regelmäßige Roadshows in Peking, Hongkong und Singapur

Das wesentliche Ziel – Privatisierung der Eisenbahn – wurde nie aufgegeben. So äußerte beispielsweise Rüdiger Grube am 7. November 2009 in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": "Der Zeitpunkt für eine Privatisierung wird wieder kommen, gar keine Frage." Eineinhalb Jahre später präzisierte Richard Lutz, als Finanzvorstand die Nummer zwei im Konzern, dass "wir in Absprache mit der Bundesregierung 24,9 Prozent des Transportbereichs an die Börse" bringen sollen. Weiter Lutz: "Wir reden über maximal 25 Prozent an der Mobility Logistics AG, also [an] den Transportaktivitäten. Das hätte nichts mit einem Ausverkauf [...] zu tun."

Lutz plapperte damals in der "Börsen-Zeitung" (5. 2. 2011) auch aus, dass die Bahn-Oberen regelmäßig und systematisch im Ausland solche private Investoren zwecks Einstieg suchen: "Auf unseren Roadshows im Ausland findet das Schlechtreden der Bahn-Entwicklung nicht statt. [...] Im September [2011] werden wir wieder vier Stationen [mit Roadshows; d. Red.] haben: In Tokio, in Peking, Hongkong und Singapur besuchen wir Staatsfonds und Pensionsfonds. Das machen wir seit 2002. Vor allem in Japan [...] fragen uns die Anleger immer wieder, wann wir endlich an die Börse gehen." 

Als Ende 2013 der neue Koalitionsvertrag bekannt wurde, konnte man in der "FAZ" (28. 11.) lesen: "Für die Schiene legen sich Union und SPD fest: Einen Börsengang der Bahn soll es nicht geben." Das Gegenteil ist der Fall. Festgehalten wurde in diesem Dokument: "Wir stehen zum integrierten Konzern DB AG. Die Eisenbahninfrastruktur ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und bleibt in der Hand des Bundes." In Bayern würde man sagen, es handle sich hier um eine "hinterfotzige" Formulierung. Denn mit der expliziten Betonung der Infrastruktur wird die Privatisierung der DB ML ihren Transporttöchtern ausdrücklich offengehalten.

Bahnchef Rüdiger Grube. Foto: Martin Storz
Bahnchef Rüdiger Grube. Foto: Martin Storz

Nun gab es Ende 2014 einige Aufregung, als ein für den Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG bestimmtes Papier zur Abschaffung ("Weiterentwicklung") der BahnCard 50 an die Öffentlichkeit drang. Dieses Projekt steht durchaus auch im Zusammenhang mit der Bahnprivatisierung. Weitgehend unbemerkt blieb jedoch ein nochmals deutlicherer Hinweis auf die Aktualität der Bahnprivatisierung. Im November wurde publik, dass in der damals vorliegenden Fassung des Berichts der Bundesregierung über die Beteiligungen des Bundes festgestellt wurde: "Sofern es die Situation des Unternehmens [Deutsche Bahn AG] zulässt, das Marktumfeld stabil und der Kapitalmarkt für eine schrittweise, ertragsorientierte Privatisierung der Transport- und Logistiksparte aufnahmebereit ist, kann eine Beteiligung privater Investoren [an der DB ML; d. Verf.] wieder geprüft werden." ("Handelsblatt", 11. 11. 2014). Die Bundesregierung dementierte den Satz nicht, nahm diesen jedoch aus der Endfassung des Berichts wieder heraus. Unvorstellbar ist, dass er versehentlich in den Bericht geriet.

Wiesheu und Pofalla: Personalentscheidungen mit Blick auf den Börsengang

Bei einem Vergleich der Projekte Bahnbörsengang 2005 und Bahnprivatisierung 2015 springen einem zwei auffallend ähnliche Personalien in die Augen. Ende 2005 wurde bekannt, dass Otto Wiesheu in den Vorstand der Deutschen Bahn aufrücken würde. Zu Recht hieß es, der Mann werde damit dafür belohnt, dass er zuvor als bayerischer Wirtschafts- und Verkehrsminister einen Zehn-Jahres-Nahverkehrsvertrag Bayerns mit der Deutschen Bahn AG vereinbarte, der für den Bahnkonzern äußerst vorteilhaft war. In Wirklichkeit ging es um mehr.

Wiesheu hatte nach der Bundestagswahl vom September 2005 als Vertreter der Unionsparteien den Wirtschafts- und Verkehrsteil des Koalitionsvertrags ausgehandelt. Er hatte persönlich darauf hingewirkt, dass das Ziel Bahnbörsengang in diesem Vertrag festgehalten wurde. Aufseiten der SPD war es im übrigen Gerhard Schröder, der Noch-Kanzler, gewesen, der auf diese Zielsetzung hingearbeitet hatte. Im Übrigen wurde bald darauf die russische Staatsbahn RZB als möglicher Investor bei der Deutschen Bahn genannt.

Ronald Pofalla. Foto: slomifoto/Wikipedia
Ronald Pofalla. Foto: slomifoto/Wikipedia

Anfang Januar gab es in allen relevanten Medien Berichte über den ehemaligen Kanzleramtsminister Ronald Pofalla, der am 2. Januar bei der Deutschen Bahn AG den Top-Job eines "Generalbevollmächtigten" antrat und der bald darauf einen Vorstandsposten erhalten soll. Zu Recht wurde dabei argumentiert, Pofalla werde auf diese Weise dafür belohnt, dass er im März 2013 erheblich zum Ja des Bahn-Aufsichtsrats bei den Mehrkosten für Stuttgart 21 beitrug. Auch dies scheint zu kurz gesprungen. Pofalla war 2010 maßgeblich an der Personalie Utz-Hellmuth Felcht als neuer Aufsichtsratschef der DB AG beteiligt: Felcht hatte noch nie mit Bahn und Logistik zu tun. Er ist im Finanzsektor, Abteilung Heuschrecken, engagiert und aktiv im Top-Management OEP (One Equity Partners), der Finanztochter der US-Bank JP Morgan. Er ist damit für eine Bahnprivatisierung prädestiniert. Pofalla war auch führend beteiligt an der Ausarbeitung des neuen Koalitionsvertrags mit der zitierten Hintertür-Formulierung für eine Bahnprivatisierung. In Zukunft könnte er als Sonderagent Ihrer Majestät der Kanzlerin eine Scharnierfunktion zwischen Bundeskanzleramt und DB AG beim neuen Versuch einer Bahnprivatisierung bekommen.

Das Zeitfenster für einen dritten Anlauf zur Bahnprivatisierung ist allerdings äußerst klein. Es schließt sich im Herbst 2016. Die Parteien der großen Koalition – insbesondere die SPD – wollen das Thema aus dem Bundestagswahlkampf 2017 heraushalten. Sie wissen: Eine sehr große Mehrheit in der Bevölkerung lehnt jede Form einer Bahnprivatisierung weiter ab.

 

Winfried Wolf gründete im November 2014 die "Streikzeitung  Ja zum Arbeitskampf der GDL  Nein zum Tarifeinheitsgesetz", von der bislang drei Ausgaben erschienen (www.pro-gdl-streik14.de). Bernhard Knierim und WInfriedWolf veröffentlichten im Mai 2014 bei Schmetterling (Stuttgart) das Buch "Bitte umsteigen! 20 Jahre Bahnreform".


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Kommentare

Martin Werner, 09.05.2015 19:10
Die Bahn ist Volkseigentum !!!!!!!!!!!
Das darf die Bundesregierung nicht einfach so verschärbeln in vielen Ländern wie in Großbritannien hat Die Privatisierung nur schaden angerichtet.

Snyderman, 19.01.2015 23:03
leider wird die idee der demokratie durch die (angebliche) globalisierung auch bei der bahn unterlaufen:
die db hat eine aufgabe, und darauf können wir uns sicher alle verständigen. die politik sagt aber, liebe bahn, du musst konkurrenzfähig sein im internationalen wettbewerb (was für ein schwachsinn). und was tun die bahnchefs: leistungen kürzen, strecken stilllegen, mitarbeiter und lieferanten auspressen, in den medien nebelkerzen werfen, sonstwo in der welt bahnstrecken bauen, und abgehalfterte politiker als lobbyisten engagieren. das naheliegende ist, die bahn darauf zu verpflichten, als db (noch sind sie in staatsbesitz = uns allen verantwortlich) nur in deutschland aktivitäten entfalten zu dürfen. die db hat in z.B. ho-chi-min-city nichts verloren. Aus.
Schrecklich, dass diese Berliner Kasper bzw. MdB da noch nicht einen Riegel vorgeschoben haben.

Klaus Stegmeier, 18.01.2015 17:24
Diese Herrschaften dienen nicht mehr unseren Interessen (von wegen zum Wohle des Vokes). Es ist einfach nur noch zum Kotzen. Die Bahn wird von uns Steuerzahlern am Leben gehalten, weil wir sie eigentlich als ökologisches Fortbewegungsmittel benötigen. Und Jetzt das. Haben die denn nicht das Beispiel Großbritannien vor Augen? Auch dort wurde die Bahn privatisiert und wurde immer schlechter. Die SPD war mal eine Partei der Arbeitnehmer und wechselt jetzt komplett die Seiten (für mich nicht mehr wählbar).

Schwabe, 18.01.2015 11:35
Erstens kann ich das von Ihnen "hat nicht mehr so toll geklappt" nicht nachvollziehen (hab ich anders in Erinnerung) und zweitens halte ich"hat nicht mehr so toll geklappt" für etwas dünn um das verschleudern von Volksvermögen zu rechtfertigen und die Qualität zu verschlechtern.
Schauen Sie sich die Bahn heute doch einmal an: In älteren Zügen - z.B. im Nahverkehr - nennt sich das, was früher die bequeme 2. Klasse war heute 1. Klasse, die Züge inkl. S-Bahnen und auch IC`s sind oft sehr verdreckt, Unpünktlichkeit die seinesgleichen sucht und keine Abstimmung mit dem privaten (Anschluss)Busverkehr (langes warten, oft in Kälte und Schnee), ständige Fahrpreiserhöhungen trotz sinkender Qualität, Stellenabbau in einem (sozial) unerträglichen/unverantwortlichen Maße (von der Politik mit getragen, aber ansonsten wegen jedem Arbeitsplatz schreien), alles ausgetragen auf dem Rücken der jetzt überlasteten Mitarbeiter und dem Bahnkunden der diese Chaos auch noch bezahlt, Schließung von Bahnhöfen und damit im Winter auch kein Wärmebereich mehr, undundund .
Der Bahn geht es nicht um Wettbewerb in Ihrem Sinne Herr Hitter (Sitzabstand und schön gefedert etc.), sondern um eine (Monopol)Stellung zum Gelddrucken - siehe Energiewirtschaft (in Händen weniger gieriger privaten Großkonzernen/Aktionären) und/oder Gesundheitswesen (Krankheit als Ware, 1.Klasse Patienten und gesetzlich versicherte).
Prüfen Sie Herr Hitter welche Privatbahnen die Steigungen und Tunnels von $21 (auch auf die Schwäbische Alb) auf absehbare Zeit nutzen können bzw. aus technischen Gründen nicht nutzen können.
Und ich wiederhohle mich gerne, aus der Sicht der Geldelite, unserer Großkonzerne und unseren willfährigen Politikern mag dies alles persönliche Vorteile mit sich bringen die als Fortschritt für alle dargestellt werden. Aus der Sicht der Mehrheit der Bevölkerung, stellt sich dies meines Erachtens ganz anders dar (siehe mein Kommentar vom 15.01.2015 16:48).

Ich persönlich erkenne parallelen zwischen dem sozialen Abstieg/der sozialen Not vieler hart arbeitenden einzelnen Menschen/Familien in Deutschland die schon lange nicht mehr in der Lage sind sich etwas anzusparen bzw. von Altersarmut betroffen sind (ca. 40% !!!) und der Bevölkerung insgesamt. Früher wurden die von der Bevölkerung und den Betrieben erwirtschafteten Steuern mit dazu verwendet das Allgemeinwohl zu finanzieren (Unterhaltung, Ausbau von Krankenhäusern, des Bahnverkehrs etc.). Heute wird das Allgemeinwohl privatisiert/verkauft, wird immer teuerer und gleichzeitig schlechter (für den Normalbürger) und es gehört der Bevölkerung nicht mal mehr. Siehe Gesundheitswesen, Öfentlich Nah- und Fernverkehr, Energieversorgung,etc.. Wir die gemeine Bevölkerung finanzieren nach wie vor alles, es bleibt aber nichts mehr hängen sondern wandert in die Taschen weniger (Poloitiker, Aktionäre, Manager, Unternehmensberater, etc.). So betreibt man den sozialen Abstieg und damit gleichzeitig den Ausverkauf einer Gesellschaft - alles scheinbar zum Wohle von uns Bürgern. Weder für den Arbeitnehmer noch für die Bevölkerung bleibt noch etwas hängen. Die Mehrheit ist nur noch am zahlen und verdienen tun wenige andere. Das ist "marktkonforme Demokratie".

Markus Hitter, 16.01.2015 20:00
@Schwabe

Ja, wünschen würde ich mir das auch so. Doch es ist auch nicht zu übersehen, dass wir diesen Wunsch über 100 Jahre lang erfüllt hatten und es besonders zuletzt, also in den 1980er und 1990er Jahren, nicht mehr so toll geklappt hat. Mit den Ausschreibungen klappt es im Nahverkehr deutlich besser, auch wenn das in BaWü bislang kaum zu bemerken ist.

In der Pfalz fährt jetzt z.B. der Süwex, das ist 1.-Klasse-Niveau in der 2. Klasse. Ordentlich Sitzabstand, Steckdosen, gute Polsterung, gute Federung. Die Schwarzwaldbahn ist halb öffentlich, halb DB Regio und macht durch ihre Pünktlichkeit auf sich aufmerksam. Weiter im Norden gibt es Anbieter wie HKX mit ausserordentlich günstigen Fernverkehrspreisen, die eigentlich nur durch die immensen Trassenpreise ins Schleudern kommen. Ein gewisser Wettbewerb scheint also vor Allem den Kunden gut zu tun, sogar wenn die Anbieter in der öffentlichen Hand sind. Nur: mit _Allem_ in der öffentlichen Hand gibt es eben keinen Wettbewerb.

Index, 16.01.2015 16:54
Also wenn ich den Artikel richtig verstanden habe,
- arbeiten Bahnfunktionäre
- und die Parteien der Bundesregierung daran,
- gegen den Willen der Mehrheit
- für die Interessen einer totalen Minderheit
- rein aus Profitgründen
- durch "kreative Umstrukturierung"
- und das in Hinterzimmern möglichst an der Öffentlichkeit vorbei
- doch eine Privatisierung eines Großteils der DB AG
- und damit genau genommen eine nicht legitimierte Veräußerung von milliardenschweren Volksvermögens
- in einem äußert sensiblen Themenbereich (nat. Transportwesen)
durchzudrücken?
Und Merkels NSA-Hampelmann Pofalla ist der flotte Außendienstmitarbeiter?

Wenn das alles so stimmt, frage ich mich, in welchem Staat Afrikas wir eigentlich leben, bzw. ob man diesen Horrorfundus an Politikern und hochbezahlten Funktionären, der zu beklagen ist, nicht schleunigst in die Provinz abwählen kann.

Im Übrigen kann man nur ausgesprochen dankbar für den Artikel sein!

Schwabe, 15.01.2015 16:48
@Markus Hitter
Jede Art der Privatisierung von Vermögen das dem Gemeinwohl dient bzw gehört ist schlecht.
Denn dadurch wird Volksvermögen umgewidmet und zukünftiges Steuergeld umverteilt.
Was ist so schlimm an einer pünktlichen, bürgerfreundlichen und flächendeckenden Bahn in öffentlicher Hand die durch moderate, für jeden erschwingliche Fahrpreise und mit Steuergeldern (auch von Konzernen) kostendeckend betrieben wird?!
Für den "normalen, durchschnittlichen" Menschen - und dazu zähle ich die Mehrzahl der Bevölkerung in Deutschland - hat dies m.E. keinerlei Nachteile. Oder kennen Sie welche?
Der Blick unserer Geldelite, der Profitwirtschaft oder unserer willfährigen Politiker mag ein anderer sein.

Markus Hitter, 15.01.2015 13:04
Wenn ich den Artikel richtig verstanden habe, könnte man das auch als eine Vorbereitung der Trennung von DB Netze und dem Rest verstehen. Unter dem Aspekt ist eine Privatisierung der logistischen Teile vielleicht gar nicht so schlecht:

- Im Nahverkehr hat man inzwischen eine Menge Erfahrung gesammelt, wie man Verkehre guter Qualität ausschreibt. Es gibt eine ganze Reihe Wettbewerber, die DB Regio wird mehr und mehr zu einem Anbieter unter Vielen.

- Gehört diese DB ML nur noch teilweise der bundeseigenen DB AG, wird die Versuchung nachlassen, Verkehre durch überhöhte Trassenpreise im Konzern zu halten. Es wird attraktiver werden, auch nicht-DB-Unternehmen fahren zu lassen.

- Es gibt schon jetzt Unternehmen, die sich im Fernverkehr versuchen. Die freuen sich über eine Schwächung der staatlichen Unterstützung der DB ML.

- Klappt das dann immer noch nicht, lässt sich das Ausschreibungsmodell aus dem Nahverkehr auch auf den Fernverkehr übertragen. Dann natürlich nicht von den Ländern, sondern vom Bund ausgeschreiben.

- Im Güterverkehr gilt Entsprechendes. Auch da gibt es bereits einen "brauchbaren" Wettbewerb.

Bei Post und Telekom hat das, anders als bei der Bahn, mit der Privatisierung ja auch geklappt. Der Unterschied: die hatten kein Monopol auf die Infrastruktur. Der Fehler würde behoben werden, bliebe die DB Netze, anders als die Logistik, zu 100% Staatseigentum.

Hajö, 14.01.2015 20:17
Strippenziehen gehört zum Geschäft. Und doch überrascht es mich immer wieder aufs Neue, wenn dies transparent gemacht wird. Es gab einmal die sogenannte Deutschland AG, das hieß, dass die großen (Aktien-)Unternehmen unter einander über Aufsichtsratsmandate eng verfochten waren und wesentlich die (Industrie-)Politik gestaltet haben.

Heute sind die Verschränkungen zw. Industrie und Politik maßgeblicher. Manch ein Politiker scheint seine Nachpolitikzeit sehr langfristig vorzubereiten und den Rahmen dafür abzustecken, so er/sie die Möglichkeit dazu hat. U.a. diese Dinge zu zeigen, halte ich für die Aufgabe der vierten "Gewalt". Leider lese ich davon viel zu wenig in der Mainstreampresse - aus Angst der Verlagsleitungen? Nur kleine Organe wie "Kontext" oder die "Nachdenkseiten" Bürsten noch gegen den Strich.

Meine Hochachtung Herr Wolf, prima Kontext!

Schwabe, 14.01.2015 20:06
Bei den Namen Utz-Hellmuth Felcht insbesondere in Verbindung mit JP Morgan fällt mir automatisch der Begriff "Plutokratie" ein (Herrschaft des Geldes).

Hierzu ein Auszug aus einem sehr bemerkenswerten Buch ("Wiederkehr der Hasardeure", ISBN 978-3-943007-07-7):
Dem angelsächsischen "Finanzadel" war es im Verlauf der letzten 400 Jahre gelungen, der ganzen Welt sein Währungs- und Geldsystem "überzustülpen". Dieses System stellt sich - auf einen simplen Nenner gebracht - wie folgt dar: Je mehr Kredite Staat und Wirtschaft aufnehmen, desto größer deren Abhängigkeit vom Kapitalgeber. Heutzutage mischen die durch und durch angelsächsisch geprägten Ratingagenturen zusätzlich als "Steuergröße" mit, die mit einer drohenden Herabstufung der Bonität ganze Länder erzittern lassen können.
Ganz im Sinne der Plutokraten ist es, stets neue Spekulationsblasen entstehen zu lassen, die, sobald sie platzen, von ihnen genutzt werden können, um gigantische Realvermögen umzuverteilen. Zu ihren Gunsten, versteht sich - zuletzt so geschehen in der Finanzkrise 2007. Und doch bleibt dieses System für den Nichteingeweihten völlig intransparent. Henry Kissinger spricht in diesem Zusammenhang überraschend deutliche Worte: "Wer das Öl kontrolliert, der beherrscht die Staaten - wer die Nahrungsmittel kontrolliert, der beherrscht die Völker - und wer das Geld kontrolliert, der beherrscht die Welt.".
Der Unternehmer Henry Ford fand es gut "das die Menschen der Nation (USA - Anmerkung von mir) unser Banken- und Geldsystem nicht verstehen. Würden sie es nämlich, so hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.". Doch diese Gefahr hatten die Gebrüder Rothschild schon am 28.Juni 1863 für vernachlässigbar gehalten: "Die Wenigen, die das (Finanz) System verstehen, werden dermaßen an seinen Profiten interessiert oder so abhängig von seinen Vorzügen sein, dass aus ihren Reihen niemals eine Opposition hervorgehen wird (Ronald Pofalla?). Die große Masse der Leute aber, geistig unfähig zu begreifen, wird ihre Last ohne Murren tragen, vielleicht sogar ohne je Verdacht zu schöpfen, dass das System ihnen feindlich ist." Und vom Gründer der Rothschild-Banken-Dynastie, Mayer Amschel Rothschild (1744-1812), ist überliefert: "Gib mir die Kontrolle über das Geld einer Nation, und es interessiert mich nicht, wer ihre Gesetze macht.".

Diese Aussagen sind heute so aktuell wie früher!

Peter S., 14.01.2015 13:40
Tolle Hintergrundinformation aus dem Abgrund unserer Politiker und Heuschrecken.
Da verstehe ich nun sehr gut, dass man die teure Bahn Infrastruktur gerade vergammeln lässt. Denn wenn diese im Staatsbesitz bleibt, werden wir da sehr viele Steuer-Milliarden reinpumpen müssen.
Da gewinnt Grubes Jammern nach mehr Geld (vom Staat) für die Infrastruktur eine ganz andere Bedeutung.
Wollen wir wetten, dass ein extrem hoher Bonus für Grube bei einer "Teilprivatisierung" rausspringt?

Das hat Mehdorn damals echt geärgert, dass er den Bonus nicht abgreifen konnte.

Mal sehen ob die schlafenden Medien dieses Thema nun auch aufgreifen.

Tillupp, 14.01.2015 11:34
Mit Steuergeldern wurde da etwas aufgebaut, und sobald es funktioniert wird es an "Investoren" verscherbelt damit die Finanzeliten sich daran gesund stoßen können bzw. damit sie es herunter wirtschaften. Was keine Gewinne macht wird abgestoßen, und investiert wird dann nur noch wenn es von allen Seiten Fördergelder regnet. Wahrscheinlich zahlen Straßenbauunternehmer, LKW-Hersteller und LKW-Spediteure am Meisten für die Aktien um den Gütertransport auf der Schiene peu-à-peu so unattraktiv wie möglich zu machen. Auch EU und WTO arbeiten da EU- bzw. weltweit systematisch an der Ent-Sozialisierung. Aufpassen, letztendlich ist es eine Enteignung der Bürger und Steuerzahler!

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Ausgabe 273 / Trumps Luftnummer / Blender, 25.06.2016 00:10
@Müller: "Prinzipiell sind Hochhäuser die ökologischte Art...." Da haben Sie vielleicht sogar Recht, aber nur, weil sich Insekten wie Kakerlaken und Bettwanzen, Bakterien woe Legionellen und Viren wie Varizellen oder Masern in einem...

Ausgabe 273 / Wer eine Grube gräbt / Blender, 24.06.2016 23:47
Das einzig Richtige wäre die bereits gebauten Tunnelröhren für den Autoverkehr zu nutzen um die Autos zweispurig und kreuzungsfrei aus der Stadt bzw. auf die A8/A81 zu bringen, den Kopfbahnhof zu modernisieren, und im Park nach Vorbild...

Ausgabe 273 / Wer eine Grube gräbt / Blender, 24.06.2016 23:35
Ich vermisse die an dieser Stelle das so oft von Alias @Müller geäußerte Hohelied auf die deutsche Ingenieurskunst. Aber Kostensteigerungen und Zeitverzögerungen von S21/22/23/.. wegen unerwartet gefundenem Gipskeuper ließen Menschen...

Ausgabe 273 / Wer eine Grube gräbt / Fred Heine, 24.06.2016 21:04
Peter S., 23.06.2016 15:46 "@Fred Heine, wollten Sie mir nicht noch eine Antwort geben aus der letzten Woche? Stichwort "Täuschung und Lüge"?" Ich stehe zu dem, was ich sage. Auch mit meinem Namen. Das bringt mich bisweilen in eine...

Ausgabe 273 / Jeden Tag ein guter Freund / noch ein Insider, 24.06.2016 18:17
Wem die halbe Wahrheit reicht, der kann diesen Artikel (und auch die zugehörigen Beiträge auf seemoz und bei der StZ) getrost weiter feiern. Jeder sieht, was er sehen will, gell... Absurd, dass ausgerechnet diese Zeitgenossen das Schild...

Ausgabe 273 / Jeden Tag ein guter Freund / holger reile, 24.06.2016 14:30
Werter Dieter Kief, Tut mir leid - aber ich habe Ihre Texte noch nie verstanden, und den schon gleich gar nicht. Ich habe vielmehr den Eindruck, dass Sie bei Ihrem jahrzehntelangen Bemühen, aufgepumpte Intellektualität mit Witz zu...

Ausgabe 273 / Trumps Luftnummer / Horst Ruch, 24.06.2016 13:09
.....Glücklicherweise gibt es @ Müller, einer der wenigen Optimisten unter den Kommentatoren. Er kennt die Welt wie kein anderer bei Kontext. Leider vermisse ich öfters seinen Realitätsverlust zu Stuttgarts Stadtgestaltung. Die lose ...

Ausgabe 273 / Wer eine Grube gräbt / Horst Ruch, 24.06.2016 12:26
Ich hoffe es war ironisch gedacht...@ ophir, gut daß es nicht nur "Gutmenschen" sondern auch Optimisten gibt. Allerdings jene, die den ganzen Tag vor lauter Freude die Realität aus den Augen verlieren, da ist es besser die Notbremse zu...

Ausgabe 273 / "Gysi ist top" / Emily W., 24.06.2016 11:11
Also das würde ich an Gysis Stelle aber nicht auf mir sitzen lassen! In jeder Hand eine Flug-Schoko-Torte würde ich mich den beiden stinkreaktionären und ziemlich geschäftstüchtigen Extremquerfrontlern nähern... :-)

Ausgabe 273 / Wer eine Grube gräbt / ophir, 24.06.2016 07:44
@ adabei, 23.06.2016 11:45: Einfach grotesk, Ihr Vergleich mit anno 1933. Soll mal wieder die "Nazi-Keule" geschwungen werden? Lächerlich! Mehrheit bleibt Mehrheit! Basta!

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