Macht & Markt
Prügel von allen Seiten. Mit seinem Satz, die LBBW sei eine "kriminelle Vereinigung", hat Hannes Rockenbauch einen Sturm der Empörung ausgelöst. Was aber steckt dahinter? Offensichtlich die Absicht der Konsensdemokraten, den SÖS-Stadtrat und S-21-Aktivisten auszugrenzen und unwählbar zu machen. Nur: das Spiel wird so nicht funktionieren. Ein Kommentar von Josef-Otto Freudenreich. > zum Artikel
Überall in Deutschland zieht die Piratenpartei bei Wahlen in die Landtage ein – dabei hat die sehr junge Partei noch gar kein klares Profil. Im Januar 2006 entstand in Schweden die erste Piratenpartei. Einige Monate später zogen deutsche Internetaktivisten nach und gründeten in Berlin eine Schwesterpartei. Seitdem lässt sich eine Erfolgsgeschichte beobachten, die sich auch in Wahlergebnissen niederschlägt – zuletzt acht Prozent in NRW: Auf einmal werden Menschen zu Parteimitgliedern, die zuvor einen großen Bogen um alles machten, was ansatzweise mit dem etablierten Parteiensystem zu tun hatte. Warum? Wir haben mit einer Reihe von Piraten gesprochen.  > zum Artikel
Von diesem Jahr an, und bis 2014, will das Unternehmen Daimler unter der Bezeichnung E-Car2go sukzessive 300 elektrisch betriebene Leihfahrzeuge der Marke Smart im Stadtgebiet aufstellen. Der Energieversorger EnBW stellt dafür 150 Ladestationen bereit. Der Beginn einer nachhaltigen Mobilität? > zum Artikel
Die Börse Stuttgart kämpft mit sich selbst. Sie hat manch riskante Unternehmensanleihe von schwäbischen Mittelständlern als solides Investment für Privatanleger platzieren lassen, aber damit auch manchen Zocker aufs Parkett gelockt. Was früher als solide verkauft wurde, ist urplötzlich und ganz offiziell "spekulativ". Aber mit Provisionen wird blendend verdient, nur Otto Normalverbraucher hat ein Problem. > zum Artikel
Wenn die verfeindeten Atommächte Indien und Pakistan Raketen testen, zuckt die Welt zusammen. Wie im vergangenen Monat. Erst feuerte Indien eine atomwaffenfähige Rakete ab, eine Woche später Pakistan. Woher stammt die Bombe? Jetzt freigegebene US-Dokumente nähren den Verdacht, das frühere Kernforschungszentrum Karlsruhe könnte 1978 eine unrühmliche Rolle gespielt haben.  > zum Artikel
Ali Schmeißner war einmal einer der prominentesten Köpfe der schwäbischen Grünen. Doch Ende der 80er-Jahre riss ihn die Spielsucht in den Abgrund. Heute, wo seine einstigen Weggefährten in Baden-Württemberg auf dem Gipfel ihres Erfolges stehen, lebt der alte Fundi als Hartz-IV-Empfänger in Tübingen. > zum Artikel
Der Verkauf des Baumaschinenherstellers Putzmeister in Aichtal an den chinesischen Sany-Konzern hatte für Aufsehen gesorgt. Doch das ist erst der Anfang. > zum Artikel
Die Zeitungsbranche beklagt schon seit geraumer Zeit den Mangel an Zustellern. Mit einer in der Branche aufsehenerregenden Aktion will die in Leutkirch im Allgäu erscheinende "Schwäbische Zeitung" dem Problem zu Leibe rücken: Die Redakteure sollen ihr frisch gedrucktes Produkt selbst zum Leser bringen. > zum Artikel
Wenn es um die Einhaltung der EU-Feinstaub-Richtline geht, bleiben dem Stuttgarter Regierungspräsidium eigentlich nur zwei Optionen: den Autoverkehr auf den Hauptstraßen drastisch reduzieren oder ein neues Gerichtsverfahren. Die bisherige Devise hieß: das Problem vor sich her schieben. Dass das noch lange so weitergeht, erscheint fraglich. > zum Artikel
Stimmt es, was behauptet wird? Soll etwas unter den Teppich gekehrt werden? Wer hat womöglich Dreck am Stecken? Recherchen der Kontext-Redaktion kom- men der Wahrheit wenigstens manchmal – nicht immer – ein Stückchen näher.  > zum Artikel
Mit "Gottes Segen" auf dem Bahnhof ist Claus Schmiedel zumindest kurzfristig berühmt geworden. Die einen haben den Kopf geschüttelt, die anderen den Beleg gehabt, dass der SPD-Fraktionschef der härteste S-21-Fan ist. Im Interview mit Kontext überrascht der Politrambo mit der Aussage, er sei ein "ausgesprochen friedliebender Mensch". > zum Artikel
Winfried Kretschmann ist seit einem Jahr im Amt. Üblich wäre jetzt, eine Bilanz seiner Zeit als Ministerpräsident zu ziehen. Die Kontext:Wochenzeitung macht das nicht, sondern geht zurück in die Siebziger, zurück zum "Tunnelblick, der sich jeder Realität verweigert". Der 63-Jährige meint damit seine Mao-Phase, in der er als Verfassungsfeind nicht verbeamtet werden sollte. Am Ende hat ihm der Protest gegen den Tunnelbahnhof zur Macht verholfen.  > zum Artikel
Der Bürgerprotest müsse weiterleben, die CDU sich vor ihm fürchten und sein Gegner begreifen, dass er sich um einen hochpolitischen Job und nicht "für eine Werbeagentur" bewerbe. Man sieht: der OB-Kandidat greift an, ohne mangelndes Selbstbewusstsein. Im Kontext-Interview appelliert der Grüne Fritz Kuhn an die S-21-Gegner, sich weiter um die Stadt zu kümmern, und verspricht der Bürgergesellschaft, sie "mindestens genau so wichtig" zu nehmen "wie den Daimler". > zum Artikel
Die Schlammschlacht beginnt. Das ist kein Satz von Kontext, sondern von Andreas Renner, der OB von Stuttgart werden will. Er soll einen falschen Titel führen. Nun prüft der Staatsanwalt, und der CDU-Politiker hat alle Hände voll zu tun, den Vorwurf zu entkräften. Aber halt: der "Abschussversuch" ist nicht alles. Renner spricht mit Kontext auch über S 21, seine Bischofsbeleidigung und seine Gegenkandidaten. > zum Artikel
Deutschlands größter Verlag für Verschwörungstheorien sitzt in Rottenburg am Neckar. Gegründet von einem ehemaligen Polizisten. Jochen Kopp verlegt Bücher über Außerirdische, über Freimaurer oder die angebliche jüdische Weltverschwörung, Der Kopp-Verlag kann die 68er-Bewegung nicht leiden und Linke sowieso nicht. Nun will er expandieren. Das scheint kaum einen zu stören. Außer Albert Bodenmiller, Vorsitzender der Rottenburger Fraktionsgemeinschaft BFH, "Bürgerfreundliche Heimat"/Die Linke. Er findet, der Kopp-Verlag sei ein "brauner Fleck" in der Bischofsstadt. > zum Artikel
Wie macht man aus einer großen Katastrophe eine kleine? Fragt sich LBBW-Chef Hans-Jörg Vetter und mit ihm die Spitze Stuttgarter Kommunalpolitiker. Hinter den Kulissen des Rathaus streiten sie sich wie die Kesselflicker um den Verkauf der 21 000 Wohnungen an die Patrizia AG. Die Kontext:Wochenzeitung druckt exklusiv die Originaltöne von Schuster & Co. aus 60 Seiten Geheimprotokoll. Das vertrauliche Dokument gibt tiefe Einblicke ins Hinterzimmer der Macht. > zum Artikel
Patrizia ist nicht überall erwünscht: Ähnlich wie in Baden-Württemberg muss in Bayern die marode Landesbank zehntausende Wohnungen verscherbeln. Ein Verkauf an einen Immobilienhai allerdings scheint undenkbar, für die CSU wäre das politischer Selbstmord. > zum Artikel
Die mysteriöse Aktien- gesellschaft hört auf den Namen Patrizia und hält ein weltweit verschach- teltes Firmengeflecht. Projekt "Carl" und die 21 000 LBBW-Immobilien waren ihr größter Coup. Ein Exminister war behilflich. > zum Artikel
Heuschrecke frisst 21 000 Wohnungen. Unter diesem Kampfbegriff wird der zweitgrößte Wohnungsdeal der Republik verhandelt. In Verschiss geraten ist die LBBW, die grün-rote Regierung und Stuttgarts Bürgermeister Föll. Die Staatskanzlei sagt, Föll (CDU) habe sie "in den Schlamassel" geritten, der keilt zurück gegen Politik und Bankchef Vetter. Szenen aus einem Stück, das unter den Codewörtern Panther und Tiger läuft.  > zum Artikel
Man sollte Sebastian Turner nicht danach fragen, ob er in einem Schloss wohnt. Dann wird er richtig fuchsig ("Ich habe nur ein Fahrradschloss"). Aber das ist auch nicht wichtig. Erhellender ist, in welche Reihe bedeutender Oberbürgermeister er sich stellt und wie er ein solcher werden will. Als parteiloser Kandidat der Stuttgarter CDU, die sich mit dem Politikwissenschaftler und Werbeprofi echte Siegchancen ausrechnet, wenn im Oktober gewählt wird. Im Interview mit der Kontext:Wochenzeitung zurrt Turner schon mal zwei Positionen fest: für Stuttgart 21 und gegen die Grünen. > zum Artikel
Beim VfB Stuttgart durfte die Göttinger Gruppe 1997 Sponsor sein. Das hatte sie groß und salonfähig gemacht. Viel Politprominenz hatte sich einspannen lassen. Danach sorgten die Göttinger Finanzhaie für den größten Anlageskandal der Republik. Der Fall mit 100 000 Geschädigten, einer Milliarde Euro Schaden und vielen Wurzeln im Schwäbischen beschäftigt bis heute die Gerichte. Erst unlängst verurteilte der BGH einen involvierten Exminister zu Schadenersatz. > zum Artikel
Verbale Aufrüstung zum Stuttgarter D-Day. Mancher Gegner von Stuttgart 21 glaubt bei der Polizei "Kriegserklärungen" herauszuhören. Und die Beamten sind in ihrer Wortwahl auch nicht zimperlich. Sie verpassen manchen Gegnern das Etikett "Hassbürger". > zum Artikel
"Ich habe gekämpft und verloren", sagt Winfried Kretschmann im Interview mit der Kontext:Wochenzeitung. Mehr als zehn Jahre habe er mit „Herzblut und innerster Überzeugung“ gegen S 21 gestritten. Doch jetzt müsse er das Projekt durchsetzen. Das bereite ihm Pein, sei aber sein "Dienst an der Demokratie". In dem sehr persönlichen Gespräch bekennt der grüne Ministerpräsident, dass sein Amt "härter ist, als ich dachte". Sein Glaube gebe ihm jedoch die Gewissheit, dass "ich als Mensch nicht gescheitert bin, wenn ich als Politiker scheitere". Zuletzt war er in Exerzitien im Kloster Maria Laach.  > zum Artikel
In Stuttgart sind schon viele Tunnel gebaut worden. Selten lief das ohne Probleme ab, es gab sogar schon Tote. Besonders das Wasser machte immer wieder Ärger, weil es in Stuttgart direkt unter dem Erdboden fließt. Nun werden mit dem geplanten Tiefbahnhof S 21 viele weitere Kilometer Tunnel dazukommen – wenn sich die nötigen Bauunternehmen finden. Der Blick nach vorne wie zurück zeigt, warum viele Unternehmen zögern. > zum Artikel
Die alten Bäume verschwinden. Bald wird es den Stuttgarter Mittleren Schlossgarten nicht mehr geben. Der Tiefbahnhof kommt, die Polizei plant nach Kontext-Informationen in der Nacht zum 6. Februar einen Großeinsatz. Der Schlichterspruch von Heiner Geißler, Bäume zu versetzen, aber nicht zu fällen, diese Empfehlung ist keinen Pfifferling mehr wert. Der Originalplan der Deutschen Bahn zeigt: Rot wird gefällt, gelb versetzt. Vielleicht stoppt der Verwaltungsgerichtshof Mannheim die Arbeiten noch, wenn eine BUND-Eingabe Erfolg hat. Vielleicht. Sicher ist aber: das Abholzen der uralten Platanen trifft die Projektgegner ins Herz. > zum Artikel
Es war die Nacht, vor der alle Angst hatten. Wird die verbale Aggression im Vorfeld sich bei der Räumung des Schlossgartens in Kämpfen entladen? In den frühen Morgenstunden am Mittwoch räumten Polizisten den Stuttgarter Park. Damit fiel das letzte Symbol des Widerstands gegen Stuttgart 21. Die heraufbeschworenen Hassbürger waren dort jedenfalls nicht anzutreffen.  > zum Artikel
Dass es im Stuttgarter Rotlichtviertel brodelt, ist kein Geheimnis. Seit Langem beschweren sich Bewohner und Gewerbetreibende über wachsende Gewalt, illegale Puffs und den damit einhergehenden Verfall des Leonhardsviertels. Daran ist die Stadt nicht unschuldig. Schließlich hat sie vor einigen Jahren selbst Häuser verkauft, in denen sich jetzt Bordelle befinden. Nun soll eine Vergnügungssteuer helfen. > zum Artikel
Wir waren drin. Im heiß umstrittenen Bett der Polizei, als sie am vergangenen Freitag das Gelände vor dem Südflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofs räumte. Ein Kontext-Team (Fotograf und Reporter) wurde in einer Besprechung auf den Einsatz vorbereitet, wartete mit den Polizisten im Mannschaftsbus und eilte mit einer Hundertschaft durch den Bahnhof bis hin zum Südflügel. Dort froren nicht nur die Demonstranten, sondern auch die anderen Kontext-Reporter, die sich vor Ort ein Bild machen wollten: eine ein- und ausgebettete Reportage. > zum Artikel
Noch in dieser Woche wird der Abriss des Südflügels beginnen. Wann genau, das wurde jedoch nicht bekannt gegeben. Damit werden erneut Fakten geschaffen, wo anderswo weiterhin Unsicherheit herrscht. Monatelang hat die Polizei den D-Day geplant, an dem Südflügel und die Bäume im Schlossgarten fallen sollen. Doch dann kam ein nicht allzu hübsch anzusehender Geselle, klein und krabbelnd, aber selten und daher wertvoll für die Natur: der Juchtenkäfer. > zum Artikel
Polizeipräsident Thomas Züfle wünscht sich, dass der S-21-Konflikt "dauerhaft und unaufgeregt" beigelegt werden kann. Wenn er die Wahl hätte, würde er am liebsten "keinen Demonstranten und Blockierer anfassen", sagt er im Interview mit der Kontext:Wochenzeitung. An diesen Worten wird er sich messen lassen müssen, wenn der Südflügel in den nächsten Tagen fällt. Davon unberührt bleibt sein Verhältnis zur Deutschen Bahn: "Es ist nervig." > zum Artikel
Das Krebsforum Stuttgart sieht sich vom SWR verunglimpft. Der Sender hatte unter dem Titel "Scharlatane und Pseudowissenschaftler" über den gemeinnützigen Verein berichtet und ihm vorgeworfen, dass er Heilungsversprechen abgebe. Das Krebsforum hat den Ministerpräsidenten eingeschaltet.  > zum Artikel