KONTEXT Extra:
Auch Hermann will Maut verzögern

Wenn es nach den Grünen geht, wird die Landesregierung gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz oder dem Saarland versuchen, die Einführung der PKW-Maut über den Bundesrat noch zu verzögern oder gar zu verhindern. Verkehrsminister Winne Hermann kündigte einen entsprechenden Vorstoß an. Er habe bereits im Verkehrsausschuss des Bundesrats Position bezogen und insbesondere kritisiert, dass "die Grenzregionen schwer tangiert sind, ausgerechnet in Zeiten, in denen wir den europäischen Geist betonen wollen". Die "Bürokratie-Maut" passe nicht in die Zeit. Außerdem würden Milliarden eingenommen, Milliarden an deutsche Autofahrer wieder zurückgegeben und "vielleicht bleiben ein paar Millionen übrig".

Saarland, Rheinland-Pfalz oder NRW wollen den Vermittlungsausschuss zwischen Bundesrat und Bundestag anrufen, nachdem letzterer die Maut am Freitag beschlossen hat. Das Gesetz ist allerdings nicht zustimmungspflichtig, weshalb die Einführung der Maut auf diesem Wege lediglich verzögert werden kann. Allerdings könnte Verzögerung am Ende auch das Scheitern bedeuten, weil womöglich nach der Bundestagswahl im September die Karten ganz neu gemischt werden, und die CSU bisher bekanntlich die einzige Partei ist, die die Maut wirklich will. (24.3.2017)


Aras legt sich mit Erdogan an

Die Stuttgarter Grünen-Abgeordnete und Landtagspräsidentin Muhterem Aras hat die deutschtürkische Community aufgefordert, sich mit dem Verfassungsreferendum am 16. April kritisch auseinanderzusetzen. Von den Imamen wünscht sich die Stimmenkönigin ihrer Partei bei den Landtagswahlen 2016, dass die "in den Freitagspredigten zu einem respektvollen und fairen Umgang miteinander aufrufen und die hier geltenden Werte von Meinungs-, Presse- und Religionsfreiheit entschieden weitergeben". Sie selber verzichte derzeit auf Reisen in die Türkei, "weil ich nicht weiß, ob ich mich dort frei bewegen könnte". Zugleich müssten sich Demokraten weigern, sich zu Feinden der Türkei machen zu lassen. Aras nutzte eine Landtagsdebatte zum 60. Geburstag der EU auch zu scharfer Krtik am türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, weil der "auf das Infamste" gebaute Brücken wieder einreißen und die Gesellschaft spalten wolle. Von den Vertretern AKP-naher Institutionen erwartet die Grüne eine öffentliche Distanzierung von den "die Opfer verhöhnenden Nazivorwürfen". Im Südwesten dürfen insgesamt rund 230 000 Türken am Referendum teilnehmen – und zwar vorab: Die Wahl beginnt bereits am 27. März und endet am 9. April. (22.3.2017)

Mehr zum Thema: "Meister der Feindbilder", "Unverschämt und dumm"


Stuttgart 21: Aktionsbündnis warnt Aufsichtsrat

Drei Tage vor einer Sitzung des DB-Aufsichtsrats verlangt das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 erneut eine "faktenehrliche Bestandsaufnahme". Sollte sich der Aufsichtsrat wieder um die Auseinandersetzung drücken oder gar unbeirrt den Weiterbau beschließen, so Eisenhart von Loeper, schädige er wider besseres Wissen das Vermögen der Deutschen Bahn AG. "Das würde", erklärt der Bündnissprecher weiter, "den Tatbestand der Untreue erfüllen." Eine strafrechtliche Aufarbeitung sei die Konsequenz; darauf habe das Bündnis zuletzt am 11. März 2017 den Aufsichtsrat per Brief hingewiesen.

Ihren Appell richten die Stuttgart-21-Gegner nicht nur an den Vorsitzenden des Aufsichtsrats Utz-Hellmuth Felcht, sondern auch an den designierten Vorstandsvorsitzenden Richard Lutz. Als erstes sei "eine Bestandsaufnahme der ungelösten Probleme und hohen Risiken notwendig, die sich an den Realitäten und nicht an den Gesichtswahrungsproblemen der politisch Verantwortlichen orientiert". Von Loeper argumentiert damit, dass sich das Projekt "jenseits aller wirtschaftlichen Rationalität bewegt", und mit dem weiter offenen Brandschutz. Außerdem solle der Aufsichtsrat "endlich zur Kenntnis nehmen, dass sich die DB mit S 21 einen Dauerengpass für viel Geld baut, der den Bahnverkehr behindert und den viel beschworenen Deutschlandtakt im Südwesten irreversibel unmöglich macht". Nach der Devise "Politik beginnt mit der Kenntnisnahme der Realität" will das Aktionsbündnis den neuen Bahnchef zu Gesprächen einladen, bei denen sie ihm auch die von der Bürgerbewegung entwickelten Alternativen zum Weiterbau erläutern wollen. Deren "ernsthafte Prüfung" wünscht sich nach einer repräsentativen Umfrage von infratest dimap in Baden-Württemberg sogar eine Mehrheit der Projektbefürworter. (19.3.2017)

Mehr zum Thema: "Bahnfeinde im Bahnvorstand"


IHK will nicht mehr gegen Kakteen polemisieren

Auch ein Vergleich kann ein Erfolg sein: Vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart akzeptierte die IHK Region Stuttgart die Feststellung, dass sie in der Vergangenheit mit Angriffen gegen die IHK-Rebellen der Kaktus-Initiative ihre Kompetenz überschritten hat. Stein des Anstoßes waren zwei IHK-Pressemitteilungen, in denen Hauptgeschäftsführer Andreas Richter gegen die Kakteen polemisiert habe, so Kaktus-Mitglied Klaus Steinke, der in der Folge Klage eingereicht hatte.

Konkret einigten sich die Streitparteien am heutigen Donnerstag, den 16. März, auf folgenden Vergleich: Die IHK Region Stuttgart erklärt, "dass ohne Beratung und Beschlussfassung durch die Vollversammlung keine weiteren öffentlichen Äußerungen der IHK und ihrer Organe über Binnenkonflikte, die keine wirtschaftspolitischen Positionen betreffen, abgegeben werden", und dass es den beiden strittigen Pressemitteilungen "an einer solchen Beratung und Beschlussfassung mangelte". Außerdem trägt die IHK trägt die Kosten des Verfahrens von 5000 Euro.

Für Steinke ist es "ein gutes Ergebnis, weil es die Transparenz innerhalb der IHK stärkt, und weil es deutlich die Frage artikuliert, was Geschäftsführer und Präsident dürfen und was nicht". Zwar wäre es, so Steinke, spannend gewesen, wenn das Gericht in einem Urteil Grundsatzregeln für die Öffentlichkeitsarbeit der IHK aufgestellt hätte. Aber er sei mit dem Vergleich zufrieden, "weil es mir in der Sache nicht darum geht, zu siegen, sondern eine Veränderung innerhalb der IHK zu bewirken". Zudem habe das Ergebnis, so hofft Steinke, auch "eine Signalwirkung auf andere IHKs".

Die Kaktus-Initiative, 2011 gegründet, kritisierte in den letzten Jahren immer wieder intransparente Wahlverfahren und die offizielle Pro-Haltung der IHK zu Stuttgart 21. (16.3.2017)

Mehr zum Thema: "Rebellen im Weinberghäusle" und "Die IHK wackelt nicht".


Afghanistan-Rückkehrer bekommt zweimonatiges Arbeitsvisum

Es ist ein kleines Wunder. Denn trotz der mannigfaltigen Unterstützung in den vergangenen Wochen, glaubten nicht viele seiner Freunde wirklich daran, dass der Zahnarzt Ahmad Shakib Pouya, der in einem französischen Krankenhaus in Herat gearbeitet hat, zurück in die Bundesrepublik kommen kann. Pouya war in seiner früheren Heimat von den Taliban bedroht, floh 2010 nach Deutschland. Hier war er einer der Hauptdarsteller in der vielbeachten Produktion der Mozart-Oper "Zaide" und hatte eine doppelte Zusage auf Festanstellung – vom Münchner Gärtnerplatztheater und der IG Metall. Dennoch wurde er zur Abschiebung vorgesehen, weshalb er am 20. Januar 2017 ausreiste. Seither machten seine Unterstützer vom im Mai 2014 gegründeten Stuttgarter Verein "Zuflucht Kultur. Entweder. Oder. Frieden." bundesweit auf sein Schicksal aufmerksam. Auch mit einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), mit der Bitte um "ein Visum und ein langfristiges Bleiberecht als wertvoller Bürger unseres Landes".

Jetzt kam die gute Nachricht. Der 33-Jährige kann für zwei Monate zurück nach Deutschland. Mitausschlaggebend dürfte ein Schreiben von Georg Podt gewesen sein, dem Intendanten des kommunalen Münchner Kinder- und Jugendtheaters "Schauburg", der Pouya in einer Neuinszenierung von Rainer Werner Fassbinders "Angst essen Seele auf" als Hauptdarsteller besetzt hat. Die Proben sollen in der kommenden Woche beginnen, Premiere wird am 22. April sein. Mitte Mai läuft das Visum aus. Pouya will gemeinsam mit dem Verein die Zeit nutzen, um das angestrebte dauerhafte Bleiberecht zu bekommen. Die Chancen stehen angesichts der 2015 eigentlich gelockerten Regelungen gar nicht so schlecht. Allerdings werden die nach den Erkenntnissen von Pro Asyl oder dem Flüchtlingsrat viel zu selten von den Behörden angewandt.


KONTEXT
per E-Mail:
Immer informiert:

Durch diese Anmeldung erhalten Sie regelmäßig immer mittwochs um 9 Uhr unsere neueste Ausgabe unkompliziert per E-Mail.

Datenschutz-Hinweis

Lehrersohn mit Out-of-Bed-Look: Christian Lindner. Foto: FDP

Lehrersohn mit Out-of-Bed-Look: Christian Lindner. Foto: FDP

Ausgabe 302
Politik

Du, Du, Du

Von Johanna Henkel-Waidhofer
Datum: 11.01.2017
Dass die Liberalen holzen, drohen und taktieren auf der Stuttgarter Opernbühne, hat Tradition. Was sich Christian Lindner zu Dreikönig 2017 leistete, sprengte den Rahmen des Üblichen. Mit einem großen „Du, Du, Du“ will der FDP-Chef zurück in den Bundestag.

Eine erfreuliche Nachricht zuerst: Gleich zu Beginn seines Auftritts erinnerte der 38-Jährige nicht nur an Guido Westerwelle, Hans-Dietrich Genscher und Walter Scheel, sondern auch an Hildegard Hamm-Brücher mit dem pauschalen Bekenntnis, er hätte "gerne gesehen, wenn sie uns in diesem Jahr begleitet hätten", und dem Versprechen, die Arbeit "in ihrem Sinne fortzusetzen". Die linksliberale Hamm-Brücher, die ihr Parteibuch 2002 im Streit mit Jürgen Möllemann um dessen antisemitische Untertöne zurückgab, würde Letzteres sicher nicht für sich gelten lassen. Vermutlich hätte sie Lindner die Leviten gelesen, weil es ihr immer auf Anstand und Moral als Grundvoraussetzungen verantwortlicher Politik ankam. In Lindners langer Rede spielten die keine Hauptrolle. Umso bemerkenswerter die Begeisterung im Parkett und auf den Rängen.

Lehrersohn Lindner, der die Partei 2013 nach dem Ausscheiden aus dem Bundestag vom glücklosen Philipp Rösler übernommen hatte, übte sich lieber darin, "die Merkel-CDU, die SPD und die Grünen" als "kaum unterscheidbar" in einen einzigen Sack zu stecken. Und dann auf ihn einzuprügeln, weil "moralisch überheblich, staatsgläubig, gleichmacherisch". Natürlich soll im Gegenzug seine FDP umso heller glänzen, als Partei "für die vernünftige Mitte". Die Grünen dürfen dann doch noch mal raus aus dem Sack, aber nur, um ihr Fett ganz besonders abzukriegen. Lindner will "die Republik nicht allein lassen mit der grünen Hegemonie", zu Grüns fällt ihm nichts Anderes ein als erhobener Zeigefinger, Planwirtschaft (!), Ideologie und das "Streben nach absoluter Gleichheit und Nivellierung aller gesellschaftlichen und individuellen Unterschiede".

Ein Geisterfahrer im Opernhaus

Der Geisterfahrer an der FDP-Spitze redet aber nicht nur die politischen Gegner schlecht, sondern gleich das ganze Land. Die Bundesrepublik hat aus seiner schrägen Perspektive lauter "verlorene Jahre" hinter sich und komme "nicht vom Fleck, wenn sie sich von jedem Widerspruch Ideen zerstören lässt". Als Beispiel dient dem Mann, der sich mit 19 den ersten Porsche kaufte und zu dessen Vita 2001 eine Bauchlandung als Start-up-Unternehmer gehört, ausgerechnet der famose Einfall, Autobahnen zu privatisieren. Dass der zügig und "öffentlich kaputt" gemacht wurde, gefällt ihm gar nicht.

Einmal in Fahrt, koffert der Magister der Politikwissenschaften sogar jene an, die eigentlich als Zielgruppe ausgemacht sind: "Wer mit der jetzigen Lage zufrieden ist und sie für so selbstverständlich hält wie frische Brötchen in der Bäckerei, der gibt sich einer Wohlstandshalluzination hin." Wozu nicht passen will, dass er an anderer Stelle Optimismus als etwas hinstellt, das heutzutage als "größte Provokation" empfunden werde. Aber es passt ja ohnehin nicht mehr viel zusammen in diesem Weltbild, das sich an Eltern stößt, wenn die nachmittags aus eigener Initiative Klassenräume streichen. "Es macht die Menschen zornig, wenn sie zum gruppendynamisch wertvollen Renovierungsnachmittag in die marode Grundschule eingeladen werden", wütet der Hauptmann der Reserve.

Eingeführt hat den harschen Ton im Großen Haus der Württembergischen Staatstheater Vorvorgänger Guido Westerwelle. Und er sah sich damit, wie er einmal ausführte, zumindest in der Nachkriegstradition des Treffens, das auf das Jahr 1866 zurückgeht. Ganz falsch lag er damit nicht. Schon der Remstal-Liberale Reinhold Maier verstand einiges davon, zum Beispiel, wenn er Konrad Adenauer attackierte. Spätere Vorsitzende wie Erich Mende, Scheel oder Genscher bliesen hier munter das liberale Horn. Immerhin galt aber immer der Grundsatz, dass, wer austeilt, einstecken können muss.

Der Unterschied zwischen Lindner und Gauland: das Outfit

Selbst den setzten prominente Parteifreunde 2017 außer Kraft. Anders als viele Kommentatoren, die Lindners Philippika gegen fast alle und fast jeden weichspülten als sogenannten kämpferischen Auftritt, redete CDU-Generalsekretär Peter Tauber, nicht ohne Eigennutz und mit Blick auf Schwarz-Grün, Tacheles: Lindners "selbstherrliches Auftreten" erinnere an den stellvertretenden AfD-Parteichef Alexander Gauland, und der Unterschied bestehe darin, "dass er statt eines abgewetzten Tweed-Sakkos einen überteuerten Maßanzug trägt". Kaum war diese Nachricht in der Welt, meldeten sich empörte FDP-Veteranen. Der Anzugvergleich sei "blöde", rügte der frühere Bundesaußenminister und Parteichef Klaus Klinkel, und die Regierungsarbeit aus der Opposition heraus zu kritisieren, sei Lindners gutes Recht. "Sachlich und in einer angemessenen Form" tue er das. Obwohl in Stuttgart Ohrenzeuge der Lindnerschen Auslassungen, hatte Kinkel wohl nicht mitbekommen, wie sich sein Bundesvorsitzender über den Rechtsstaat lustig machte, der angeblich falsche Prioritäten setzt: "Wehe, die Parkuhr ist abgelaufen, wehe, die Steuererklärung wird zu spät abgegeben; wehe, man sortiert den Müll falsch; wehe, man baut auf Sylt eine Sandburg, das ist verboten – Stolpergefahr. Das ist kein Witz: Das ist Deutschland."

Auch Hans-Ulrich Rülke, immer angriffslustiger FDP-Fraktionschef im baden-württembergischen Landtag, sprang Lindner sogleich bei und wies Taubers Äußerung als "übergriffig, geschmacklos und diffamierend" zurück. Lindner verkörpere "wie kaum ein Zweiter Demokratie und Rechtsstaat", von Tauber hingegen wisse man, was für ein Mensch der sei. Soweit das opernhafte Tremolo, nun aber das politisch Bemerkenswerte, da doch die FDP möglichst nicht nur wieder in den Bundestag, sondern am liebsten in der nächsten Bundesregierung sitzen will. Aus Rülkes Sicht zeigt Taubers Attacke einmal mehr, "dass die Merkel-CDU kein attraktiver Koalitionspartner für die Rechtsstaatspartei FDP ist, weil Merkel es sich zum Prinzip gemacht hat, Verträge und geltendes Recht mit Füßen zu treten".

Rülke und sein Tandempartner, Landeschef Michael Theurer, sehen die Partei auf gutem Wege. Bei der Landtagswahl im vergangenen März gab es ja immerhin im alten Stammland 8,3 Prozent. "Es geht ums Ganze", verkündete Theurer auf der Opernbühne. Und das heißt nichts weniger als: "In was für einem Land wollen wir leben? Sachorientiert, offen, pragmatisch oder aber protektionistisch? Autoritär und dirigistisch oder liberal? Planwirtschaftlich oder marktwirtschaftlich?" Allein die FDP denke "den Staat vom Einzelnen her". Theurer will den "Aufstand der Maßvollen", schmettert ein "Steht auf, wenn ihr Liberale seid" ins Publikum, was viele am Ende tatsächlich tun. Und Lindner will das "Du, Du, Du", das "große Du" in den Mittelpunkt der anstehenden Wahlkämpfe stellen, weil "immer nur noch im Plural gedacht wird". Nicht das "Wir" entscheide, nein, "jetzt geht es mal um Dich. Um Dein Recht, im Hier und Jetzt glücklich zu werden." "Demut", sagte Hildegard Hamm-Brücher einmal, sei ihr als Politikerin "ein ewig sprudelnder Kraftquell" gewesen. Aber wahrscheinlich gilt das nur für Frauen, die in der FDP keine Rolle mehr spielen.


Gefällt Ihnen dieser Artikel?
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!

Kommentare

hp. blomeier, 13.01.2017 12:42
dieser gesangsvereinsdirektor braucht wohl mal wieder einen
porsche.
hp

adabei, 12.01.2017 16:09
Du, Du, Du: Nur Du bist wichtig!
Also wenn jeder sein „Recht, im Hier und Jetzt glücklich zu werden“ durchsetzen kann, dann - so der FDP-Glaubenssatz - müssten wir ja alle glücklich sein. Das klingt nach der neoliberalen Logik: Wenn alle Länder auf dem Globus (wie wir tüchtigen Deutschen), mehr exportieren als importieren, dann müsste es auch allen gut gehen.
Vielleicht reicht der Horizont des Jungspunds Lindner, dem die Alt-Liberalen jetzt gerührt applaudieren, einfach noch nicht über seinen persönlichen Tellerrand hinaus, um wachsende globale Probleme zu erkennen. Zu ihrer Lösung braucht es dringender als je zuvor ein WIR, von dem die Gesellschaften leider noch sehr weit entfernt sind. Dass der kleine Christian aber nur das DU, also sein kleines Glück im Blick hat, zeigt eigentlich nur, wie gestrig er und seine „neue“ FDP ist. Unterwegs mit dem Porsche im Rückwärtsgang…

Fritz, 11.01.2017 11:28
FDP? Eine Partei dieses Namens ist mir (in der Öffentlichkeit) immer noch unbekannt!

Was haben die eigentlich in der Opposition gemacht, daß man sie wieder wählen soll? Ihre liberalen Ideale vertreten die doch schon seit 1982 nicht mehr.

era, 11.01.2017 10:21
"Du, du und du". Im Klartext heißt das wieder, wer nicht schnell genug läuft, nicht hoch genug springt, wird wieder am Arsch der Gesellschaft bleiben.
Das juckt jemanden, der das Leben nur vom Sonnendeck aus kennenlernt und nur von dort auf die Welt schauen will, nicht.

Schlimm wäre es, wenn Lindner mit seinen Rattenfängerslogans bei vielen Erfolg hätte, die durch Autosuggestion, Einbildung und Nach-Oben-Identifizierung ebenfalls den Blick vom Sonnendeck toll finden, obwohl sie im Mittelklassedeck oder gar in der Kabine/Innenraum ohne Bullauge liegen. Von den Maschinisten oder Heizern gar nicht gesprochen.

Dass die von Lindners Betörungspolitik soviel haben werden wie sonst auch - nämlich den weiteren sozialen Abstieg - werden einige zu spät merken.
Die anderen gar nicht. DENN:
Es wird immer die geben nach denen man dann nach unten treten wird können. Flüchtlinge, Terroristen, HartzIVler wer auch immer - für die Verarschten eine Beschäftigungstherapie, damit sie nicht klar über die Ursachen ihrer Misere nachdenken.
Und auch Lindners Partei wird fleißig mitmachen, Sündenböcke zu suchen und medial auszuschlachten.
Denn niemand soll auf die Idee kommen, die Leute auf dem Sonnendeck sollten mal zur Rechenschaft gezogen werden.

Politik fürs obere 1 Prozent. Wie es leibt und lebt.

Kommentar hinzufügen




CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.


* Pflichtfeld!

Letzte Kommentare:

Ausgabe 312 / Die unheiligen Apostel / CharlotteRath, 27.03.2017 09:08
@Kornelia: „Und gibt es eigentlich Statistiken wieviel Volkseigentum in den letzten 20Jahren von hinten durchs Auge in Privateigentum gewaschen wurde?“ Ein aktuelles Beispiel: In dieser Woche will die Große Koalition das Gesetz...

Ausgabe 312 / Lautes Schweigen / Barolo, 26.03.2017 17:19
@Schwabe, warum "Klaus-Dieter Fritsche 2013 aufgrund seiner Verdienste bei der Pannenserie im NSU-Skandal"? NSU war doch keine Pannenserie, hat doch bis heute perfekt funktioniert ;-) Das den Bürgern präsentierte Bild von massenhaften...

Ausgabe 311 / "Sie haben übrigens Verwandte in Israel" / Monika Reckert, 26.03.2017 16:14
Seit fast 10 Jahren besuche ich mit Schulklassen der Horber Berufsschule im Fach Religion die wechselnden Ausstellungen im Museum jüdischer Betsaal, die jüdischen Friedhöfe in Rexingen und Mühlen, auch Stolpersteinspaziergänge...

Ausgabe 312 / Reiche auf der Flucht / Schwabe, 26.03.2017 11:34
Mir klingt das nach "Reichtum trifft (Haupt)Steuerzahler" - und rümpft die Nase.

Ausgabe 312 / Lipps Liste / Schwabe, 26.03.2017 10:30
Ob nun ein Lothar Letsche Ziegler der sich verkämpft hat (solche Beamte gibt es auch heute noch) oder ein Hans-Ulrich Sckerl der Versprechen einfach aussitzt oder ein Winfried Kretschmann als Hansguckindieluft - alles sind...

Ausgabe 312 / Lautes Schweigen / Schwabe, 26.03.2017 10:09
NSU vs. NSA wie sich die Dinge ähneln! Zuerst sind die Verantwortlichen "entsetzt", "schockiert" gar (auch) "Opfer". Wenn die Öffentlichkeit das nicht mehr glaubt war es ne Panne die in mehreren Akten inszeniert/aufgeführt wird bis...

Ausgabe 312 / Kritik und Klausur / era, 26.03.2017 08:47
Ich finde es erstaunlich, wenn man aufgefordert wird, "den Mut zu haben" seine Meinung öffentlich zu vertreten. Herr Koppold hat nur einige Basics zu den betreffenden Akteuren in den Artikel geschrieben, die absolut notwendig sind, um ein...

Ausgabe 312 / Afrika kommt / Bernd Engelking, 25.03.2017 16:13
Die beste Entwicklungshilfe ist die die nicht notwendig ist. Hören wir doch erst mal auf, durch unsere Handelspolitik mit den subventionierten Billigprodukten und den EPA-Knebelabkommen die Wirtschaften dieser Länder zu...

Ausgabe 311 / Blut und Hoden / brigitte gegner, 25.03.2017 14:43
ich bin froh über diese interessante, differenzierte und überzeugende darstellung. dank an rupert koppold, dass er seinen journalistischen auftrag so ernst nimmt.

Ausgabe 312 / Ächzen im Maschinenraum / Hertle, 25.03.2017 09:25
Der Artikel ist gut. Frage: warum kein Hinweis auf das Buch: "Das Ende der Megamaschine - Geschichte einer scheiternden Zivilisation"? Nicht alle wohn im Raum Stuttgart und können die Transformationstagung vom 24. bis 26. besuchen -...

Die KONTEXT:Wochenzeitung lebt vor allem von den kleinen und großen Spenden ihrer Leserinnen und Leser.
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!