KONTEXT Extra:
Jetzt doch ein Koalitionsausschuss zu Afghanistan

Vor Weihnachten hatten Grünen und CDU eine inhaltliche Aussprache über die Abschiebepraxis nach Afghanistan vermieden. Stattdessen wurde im Koalitionsausschuss vor allem darüber diskutiert, ob Grünen-Landeschef Oliver Hildenbrand es "schäbig" nennen darf, wenn sein CDU-Pendant, Innenminister Thomas Strobl, auch alte oder kranke Menschen abschieben will. Zur bisher einzigen Sammelabschiebung wurde ein Mann sogar aus einer Psychiatrischen Klinik geholt, dann allerdings doch nicht ins Flugzeug nach Kabul gesetzt.

Am kommenden Dienstag werden dieser und andere Fälle sowie die grundsätzliche Vorgehensweise im Koalitionsausschuss diskutiert. Die Grünen, die die Debatte durchgesetzt haben, erinnern an die geltenden Leitlinien des Landes zu Abschiebungen und Rückführungen, nach denen eine Einzelfallprüfung ohnehin zwingend ist. Bisher hatte sich Strobl gegen eine inhaltliche Behandlung der von ihm mitinitiierten verschärften Abschiebepraxis im Koalitionsausschuss ausgesprochen. Die Grünen gehen davon aus, dass die Leitlinien und damit die Einzelfallprüfung bestätigt werden.

Auf dem Tisch liegt auch ein Papier der sogenannten G-Länder, also aller Koalitionen, an denen Grüne beteiligt sind. Diesem zufolge muss gewährleistet sein, "dass Ausreisepflichtige keinen Schaden an Leben und Gesundheit nehmen". Die Regierungspartner in Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen "betonen eine Reihe von Grundlinien und Anforderungen bezüglich Rückführungen nach Afghanistan". Sie fordern die Bundesregierung aber auch auf, die Sicherheitslage in Afghanistan "erneut zu überprüfen". (14.1.2017)


Ein zweites Raumwunder für Geflüchtete

Engagement kann sich lohnen. Im September hatte Kontext über die Initiative der Künstlerin Martina Geiger-Gerlach berichtet, eine Wohnung in einem zum Abriss vorgesehenen Haus im Stuttgarter Stadtteil Steckfeld monatsweise Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig finden dort immer Ausstellungen statt, die Nachbarn und Interessierten Gelegenheit geben, Künstlern und Geflüchteten zwanglos zu begegnen. Nun hat der Vermieter, das katholische Siedlungswerk, der Künstlerin eine zweite Wohnung im selben Haus als Lernwohnung zur Verfügung gestellt, damit Geflüchtete, die im Trubel ihrer Unterkunft nicht zur Ruhe kommen, eine Rückzugsmöglichkeit finden. Zudem bleibt das Haus länger stehen: voraussichtlich zwei Jahre. Dem Siedlungswerk gefällt das Projekt so gut, dass Martina Geiger-Gerlach gefragt wurde, ob sie sich vorstellen könnte, im Quartiersraum des Neubauareals an Stelle des früheren Olgahospitals eine Aufgabe zu übernehmen. Und: Ihr Wohnungs-Projekt ist für den Stuttgarter Bürgerpreis der Bürgerstiftung vorgeschlagen worden. Am 20. Januar um 19 Uhr eröffnet in der Karlshofstraße 42 in Steckfeld die nächste Ausstellung mit Gemälden von Ivan Zozulya und dem DJ Roman Levin. Am 31. Januar wird die Entscheidung zum Bürgerpreis bekannt gegeben. Jeder kann mit abstimmen!


Der Gewitterwanderer im Glück

Mitte November hatte der 33-jährige Göppinger Schriftsteller Kai Bleifuß noch geschimpft wie ein Rohrspatz. Der promovierte Goethe-Experte rackert sich seit Jahren mit Schreiben ab. Fabrizierte zuletzt einen Roman über den Dichterfürsten und wie der so wäre, würde er in unserer Zeit leben. "Goethes Mörder" heißt das gute Stück. Gutes Zeug. Guter Mann. Das weiß auch Bleifuß selbst. Kontext gegenüber machte er keinen Hehl daraus, dass er sich selbst für einen ziemlich duften Typen hält. Doch bislang schlug ihm seitens des ganzen "Literaturzirkus" und der Verlage kalter Wind entgegen. Niemand wolle mehr ein Risiko eingehen. Literatur würde immer mehr unter ökonomischen Abwägungen betrachtet, konstatierte der resolute Literaturnerd. "Schreiben ist das Idiotischste, was man machen kann. Nicht schreiben aber auch."

Ein Bleifuß lässt sich aber nicht unterkriegen – und jetzt hat es gerappelt im Karton: Am vergangenen Sonntag sackte der Göppinger für seinen Text "Fünf Variationen auf das Unsagbare" den Autorenpreis "Irseer Pegasus 2017" ein. 150 Schriftsteller aus dem ganzen Land hatten sich mit ihren Werken beworben, doch Bleifuß hat den mit 2000 Euro dotierten Preis gewonnen. Neben ihm auf dem Siegertreppchen der Preisverleihung im Kloster Irsee im Allgäu strahlte David Krause aus Kerpen.

"Der glücklose Autor hatte endlich einmal Glück!", schrieb Goethe-Glücksbärchen Bleifuß voller Freude an Kontext, mit der Bitte unseren LeserInnen mitzuteilen, dass man am 27.1. ab 21:05 Uhr im BR2 sein Hörspiel "Pinball" senden werde. Machen wir doch gerne. (11.1.2017) 


Abstand halten von den Volksverrätern

Aus 594 Wörtern haben die Sprachwissenschaftler um die Darmstädter Professorin Nina Janich das Unwort des Jahres 2016 ausgesucht: "Volksverräter". Aus dem Erbe der NS-Diktatur werde das Wort von Pegida, AfD und anderen Rechtsaußen verwendet, um PolitikerInnen  zu diffamieren. Mit der Folge, dass das "ernsthafte Gespräch" und notwendige Diskussionen in der Gesellschaft abgewürgt würden, begründet die Jury. Auf den weiteren Plätzen folgen "postfaktisch", "Populismus", "Gutmensch" sowie eine "Armlänge Abstand". Mit in der fünfköpfigen Jury saß auch Kontext-Autor Stephan Hebel. (10.1.2016)


Sichere Herkunftsstaaten: Kretschmann schon lange für längere Liste

Winfried Kretschmann hat sich mit jüngsten Äußerungen zur Einstufung von Marokko, Tunesien und Algerien als sichere Herkunftsländer derart in die Nesseln gesetzt, dass sich sein Staatsministerium zu einer "Klarstellung" aufgerufen sah. Tatsächlich handelt es sich um einen durchsichtigen Versuch der Schadensbegrenzung. Der grüne Regierungschef hatte auf Anfrage der "Rheinischen Post" in einer Stellungnahme zur aktuellen Sicherheitsdebatte erklärt: "Die kriminelle Energie, die von Gruppierungen junger Männer aus diesen Staaten ausgeht, ist bedenklich und muss mit aller Konsequenz bekämpft werden." Zugleich sprach er sich für die Aufnahme der drei Maghreb-Staaten auf die Liste sicherer Herkunftsländer aus: "Baden-Württemberg wird der Ausweitung zustimmen, sofern die Bundesregierung das Ansinnen in den Bundesrat einbringt."

Die Wirkung beider Sätze im Zusammenhang sind ihm und "meinen Leut", wie er seine engsten Mitarbeiter gern nennt, offenbar entgangen. Jedenfalls stellte "das Staatsministerium klar, dass die signalisierte Zustimmung weder aus aktuellem Anlass beschlossen wurde, noch ihre Begründung in der Gewaltbereitschaft mancher Gruppen junger Männer aus diesen Ländern hat". Vielmehr sei die Entscheidung "schon im Frühsommer 2016 nach einem langen Abwägungsprozess, in dem vor allem der Frage nachgegangen wurde, ob es angesichts der Menschenrechtssituation in den besagten Ländern vertretbar wäre, diese zu sicheren Herkunftsländern zu erklären (...), als sich die Bundesregierung dem Ministerpräsidenten gegenüber bereit erklärte, in einer Protokollerklärung festzuhalten, Personen aus sogenannten vulnerablen Gruppen wie Homosexuellen, verfolgten Journalisten, religiösen Minderheiten mit gleicher Sorgfalt zu prüfen wie Flüchtlinge aus sonstigen Ländern". Das Staatsministerium sagt allerdings nichts dazu, ob die Forderung erfüllt wurde und warum das Thema nicht längst endgültig ausgetreten ist. Denn laut dem Bundesamt für Flüchtlinge und Migration werden die drei Länder in der Statistik überhaupt nicht mehr einzeln ausgewiesen, weil die Zahl der einreisenden Asylbewerber so niedrig ist. Und bereits 2015 gehörten die drei Staaten nicht zu jenen zehn Ländern, aus denen die meisten Flüchtlinge nach Deutschland kamen. (5.1.2017)


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Ausgabe 131
Politik

Feuer unterm Bahnhofsdach

Von Jürgen Lessat
Datum: 02.10.2013
Stuttgart 21 bleibt brandgefährlich: Reisende können in Rauchgasen ersticken, wenn ein brennender Zug im Tiefbahnhof steht. Trotz zusätzlicher Fluchttreppenhäuser lässt sich die Bahnhofshalle im Brandfall nicht immer schnell genug evakuieren, kritisieren Stuttgarter Branddirektion und Regierungspräsidium das überarbeitete Brandschutzkonzept der Deutschen Bahn. Teile des Gutachtens seien sogar wissenschaftlich strittig.

Das Urteil der Experten fällt vernichtend aus: "Die sichere Entfluchtung des Tiefbahnhofs ist nicht gewährleistet." Auch das neue, überarbeitete Brandschutzgutachten der Bahn für Stuttgart 21, im März 2013 fertiggestellt und bislang unveröffentlicht, fällt durch. Schonungslos listen die Stuttgarter Feuerwehr und das Regierungspräsidum als Fachaufsichtsbehörde zahlreiche Mängel in einer zehnseitigen Stellungnahme auf. Das Dokument liegt Kontext vor. Der schwerwiegendste Vorwurf: In einem von vier simulierten Brandereignissen im geplanten Tunnelbahnhof breiten sich giftige Rauchgase schneller aus, als den Reisenden Zeit für eine sichere Evakuierung bleibt.

Die Schwachstelle im aktuellen Brandschutzkonzept ist das Szenario "Brand 4". Bei ihm kommt ein brennender Zug nahe dem südlichen Tunnelportal unter dem Verteilersteg C zu stehen. Brandgase würden die rund 400 Meter lange Bahnhofshalle innerhalb von 14 Minuten fast vollständig verrauchen. Zu schnell für alle Flüchtenden, denen die Luft zum Atmen in Kopfhöhe knapp wird. Denn im ungünstigsten Fall würde es 15,5 Minuten dauern, bis sich der letzte Reisende von den Bahnsteigen aus in Sicherheit gebracht hat, so das Ergebnis der Computersimulation. Es fehlen also anderthalb Minuten, die zahlreichen Menschen das Leben kosten können.

Brandszenarien in der Brandschutz-Simulation für Stuttgart 21
Brandszenarien in der Brandschutz-Simulation für Stuttgart 21

Wie vielen, sagt das Gutachten, das das renommierte Remscheider Brandschutzplanungsbüro Klingsch im Auftrag des S-21-Bauherrn Deutsche Bahn angefertigt hat, nicht. Das Simulationsergebnis wird lediglich als Negativresultat "- 1,5" dargestellt. Sicher ist: Anders als die Bauherrin Bahn bisher erhofft hat, lässt sich eine folgenschwere Brandkatastrophe im geplanten Tiefbahnhof auch nicht durch den zusätzlichen Einbau von acht Fluchttreppenhäusern ausschließen. Aber nicht nur deswegen läuten bei Berufsfeuerwehr und Regierungspräsidium die Alarmglocken. In ihrer Stellungnahme üben beide deutliche Kritik auch an den Prämissen, unter denen die Simulationen durchgeführt wurden.

Fluchtzeiten contra Verrauchungszeiten im geplanten Tiefbahnhof: Brand 4 negativ
Fluchtzeiten contra Verrauchungszeiten im geplanten Tiefbahnhof: Brand 4 negativ

Zwar komme der Simulationsdurchlauf bei Brand 4 nur bei der Gangart "weites" Gehen auf den Treppenaufgängen (stufenweises schräg versetztes Gehen) zu einer negativen Evakuierungszeit. Auch stimmen die Stuttgarter Experten zu, dass die Bahnhofshalle wesentlich schneller geräumt ist, wenn die Flüchtenden "eng" gehen, also auf den Treppen nebeneinander nach oben flüchten. In diesem Fall dauert die Evakuierung nur 9,5 Minuten. Dennoch: "Im Fall des Brand 4 gibt es trotz der zusätzlichen acht Fluchttreppenhäuser keine Pufferzeiten mehr", etwa "für unvorhersehbar und atypische Geschehensabläufe und unkalkulierbare Panikredaktionen", bemängeln Feuerwehr und Aufsichtsbehörde wörtlich.

Pikant ist zudem, dass die Stuttgarter Brandexperten offenbar dem Bahngutachter Wolfram Klingsch nicht alles glauben. Klingsch hatte auf Nachbohren der Stuttgarter während zurückliegender Sitzungen offenbar versichert, dass die Simulation Panikreaktionen der Flüchtenden mit ausreichender Pufferzeit berücksichtigt. "Eine Bestätigung des EBA (= Eisenbahnbundesamt, die Redaktion), dass diese Puffer bereits in den erhöhten Bemessungsgrundlagen enthalten sind, liegt bisher nicht vor", heißt es jedoch in der Stellungnahme. Stattdessen fordern Feuerwehr und Aufsichtsbehörde deutlich mehr Transparenz: "Wir halten es für zielorientiert, dass bei Brand 4 der Nachweis einer sicheren Evakuierung aller Personen nachgewiesen werden kann und zusätzlich ... ein Puffer einkalkuliert wird." Die hiesigen Fachleute halten einen zehnprozentigen Puffer für notwendig. Im Brandfall 4, bei "weitem" Gehen, müsste die Bahnhofshalle unter dieser Prämisse 17 Minuten lang bis in Kopfhöhe rauchfrei bleiben – was die vorgesehene Rauchschutztechnik bislang aber nur bei einem Brandszenario (Brand 2) gewährleistet.

Bahnhof menschenleer: trotz neuer Fluchttreppenhäuser dauert die Evakuierung des Tiefbahnhofs zu lang. Screenshot: Jo E. Röttgers
Bahnhof menschenleer: trotz neuer Fluchttreppenhäuser dauert die Evakuierung des Tiefbahnhofs zu lang. Screenshot: Jo E. Röttgers

Gefährliche Mängel sehen die Experten auch in der Fremdrettungsphase, in der Feuerwehrleute gehunfähige Personen, etwa Reisende in Rollstühlen oder Verletzte, retten sollen. Die Fremdrettung, ein heißes Thema schon während der Schlichtung im Herbst 2010, beginnt nach Bahn-Richtlinien 20 Minuten nach der Alarmierung. Weitere 15 Minuten muss die Bahnhofshalle bis in eine Höhe von 1,5 Meter nahezu rauchfrei  bleiben. Dies misslang der Bahn in der Simulation wiederum beim Brandszenario 4: Zugänge und Bahnsteige verrauchten bereits während der Rettungsphase. In der Realität hat das dramatische Folgen für Opfer und Retter. Feuerwehrleute müssen mit schwerer Atemschutzausrüstung auf die Bahnsteige vordringen, um dann im dichten Qualm mehr nach Opfern stochern als suchen zu können. Ohne Sicht geraten die Retter selbst in Gefahr, in der riesigen Anlage die Orientierung zu verlieren. Für "nicht akzeptabel" halten dies die Stuttgarter Brandexperten.

Feuerwehr zweifelt an Simulationsprogramm

In dem Dokument stellen die hiesigen Brandexperten die Simulationen zudem prinzipiell infrage. So habe das Gutachterbüro Klingsch ein Simulationsprogramm verwendet, dass bei der Evakuierung des Tiefbahnhofs nur Personendichten von maximal vier Personen pro Quadratmeter ausweise, so die Kritik. Denkbar sei im Brandfall auch deutlich mehr Gedränge auf Bahnsteigen und Treppen, was Brandschutzprofessor Wolfram Klingsch auf Nachfrage der Stuttgarter Experten offenbar selbst nicht ausschloss. Mehr Gedränge beschleunige sogar die Evakuierung, so Klingschs Einschätzung.

Das jedoch sieht die Stuttgarter Feuerwehr völlig anders: "Den Aussagen des Gutachters stehen andere wissenschaftliche Aussagen gegenüber", heißt es wörtlich. Vielmehr erwarten die hiesigen Brandschutzexperten bereits ab fünf Personen pro Quadratmeter ein so heftiges Gedränge, dass es kein Vor oder Zurück mehr gibt. Flüchtende würden sich sogar bis zu acht Minuten vor den Treppenaufgängen von den Bahnsteigen zu den Verteilerstegen oder vor den Fluchttreppenhäusern stauen. "Aufgrund der erheblichen Bedeutung dieser Simulation im Gesamtkonzept und der unterschiedlichen Aussagen des Gutachters und aus der Wissenschaft halten wir es für empfehlenswert, zur Verifikation der Ergebnisse eine zweite Simulation mit einem alternativen Programm durchzuführen", fordern Branddirektion und Regierungspräsidium ein weiteres Gutachten – von einem anderen Gutachter.

Zuverlässigkeit von Brandmeldesystem fraglich

Die hiesigen Brandschützer bezweifeln zudem, dass ein Brand im Tiefbahnhof schnell entdeckt und genau lokalisiert wird, was entscheidend die Selbst- und Fremdrettungsphase beeinflusst. Das Klingsch-Gutachten sieht ein automatisches Detektionssystem vor, das im Alarmfall die Entrauchung der Bahnhofshalle bereichsweise steuert. Die Feuerwehr bezweifelt jedoch die Zuverlässigkeit des automatisierten Brandmeldesystems. Sollte es zu einer Fehlalarmierung kommen, könnten die falschen Entlüfter anspringen und giftige Brandgase direkt auf flüchtende Menschen blasen. "Einen Nachweis dieser automatisierten Detektionstechnik gibt es bisher nicht", sagen die Brandschützer und fordern, die Funktionstüchtigkeit durch reale oder modellhafte Versuche in einem alternativen Aerodynamik-Gutachten zu belegen. Im Herbst 2012 hatte Bahnvorstand Volker Kefer noch eine neuartige Sprühvernebelungsanlage zur Rauchbekämpfung angekündigt. Von ihr ist jetzt keine Rede mehr. 

Ein neues Aerodynamik-Gutachten soll auch klären, ob der Straßburger Platz über der Bahnhofshalle, auf den die neu geplanten acht Fluchttreppenhäuser führen, tatsächlich weitgehend rauchfrei bleibt. Denn über die Lichtaugen des Tiefbahnhofs soll Rauch aus der Bahnhofshalle abziehen. Gutachter Klingsch geht davon aus, dass die Thermik den Rauch senkrecht  nach oben aufsteigen lässt. Die Stuttgarter Feuerwehr bezweifelt auch dies "aufgrund von Erfahrungswerten". Sie befürchtet vielmehr, dass sich der Rauch unter bestimmten Wettereinflüssen auf dem Platz und damit zwischen den Flüchtenden ausbreitet.

Das Brandschutzkonzept für den Tiefbahnhof Stuttgart 21 musste bereits mehrfach überarbeitet werden. Durch eine Neuregelung der einschlägigen Richtlinien des EBA wurde 2010 eine weiterentwickelte Brandschutzplanung notwendig. So musste das Konzept unter anderem an höhere Brandlasten angepasst werden. Auch erhöhte sich die Zahl der zu evakuierenden Personen von 10 000 auf 16 000. Die Stuttgarter Feuerwehr sah damals allein 31 kritische Punkte beim Brandschutz im Bahnhof und in den Tunnelstrecken. Im Oktober 2012 wurde das im Auftrag der Bahn angefertigte Gruner-Gutachten öffentlich, das schwere Mängel im bisherigen S-21-Brandschutzkonzept attestierte. Die Schweizer Experten stuften es unter anderem wegen der Evakuierungszeiten von bis zu 23 Minuten als nicht genehmigungsfähig ein. Die Bahn reagierte darauf mit der Ankündigung, acht zusätzliche Fluchttreppenhäuser in der Bahnsteighalle einbauen zu wollen.

Ihr aktuell überarbeitetes Brandschutzkonzept für den Tiefbahnhof Stuttgart muss sich die Bahn durch das Eisenbahn-Bundesamt genehmigen lassen. Im Genehmigungsverfahren zieht das EBA aus Personalmangel üblicherweise externen Sachverstand hinzu. Auf der aktuellen EBA-Liste der anerkannten Prüfer für den vorbeugenden baulichen Brandschutz steht auch ein intimer Stuttgart-21-Kenner: Professor Wolfram Klingsch.


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Kommentare

Klaus Neumann, 08.10.2013 23:34
Zitat Kontext: "Gutachter Klingsch geht davon aus, dass die Thermik den Rauch senkrecht nach oben aufsteigen lässt." Sicher kann sich bei einem Vollbrand eines Triebkopfes die unglaubliche Wärmleistung von 50 MW entwickeln, aber hier entsteht nicht eine grossflächige Thermik, so dass alle Glubschaugen oben der Entrauchung dienen können, sondern es entsteht ein ganz begrenzter enger Thermikschlauch über dem Barndherd, der sogar eine Luftzirkulation, die den Rauch nach unten drückt wahrscheinlich macht. Man kann das mit einem Versuch mit der Bratpfanne und überhitzen Öl selber in der Küche nachvollziehen. Das Zeugs drückt selbst dann nach unten, wenn der Ventilator zur Entrauchung eingeschaltet wurde, da der Ventilator (im Bahnhof dann das geöffnete Glubschauge) die aufsteigende Hitze nicht vollständig abziehen kann. Hier aber kommt noch ein möglicher Luftzug aus dem Tunnelsystem dazu, der den Rauch in Richtung Tunnels ziehen und damit auch zum grossen in Bodennähe halten kann. Ich jedenfalls habe jedem in der Familie verboten, nach Fertigstellung des Knotens irgendeinen Teil davon zu nutzen. Weder im Fern- Regional- oder Nahverkehr. Und das, was ich hier lese und ich mir an Gedanken machen muss bestätigt mich nur um ein weiteres Mal in meiner Meinung; das Ding ist im Fall der Fälle eine Todesfalle. Nicht nur für die Behinderten, die nach Kefer im Ernstfall von hilfsbereiten Menschen sicher nach oben getragen werden würden. Das war kein Witz. Das wurde so gesagt.

Rainer Scheithauer, 07.10.2013 20:18
Wenn ich nur die Hälfte dieses Sachverhaltes und der Einschätzungen richtig verstanden habe, geht mir langsam der Glaube an einen demokratischen Rechtsstaat verlohren.
Es ist an der Zeit, den Namen der Personen die diese Gutachten bzw. das positive Ergebnis unterschrieben haben bzw. unterschreiben werden, genauso wie die Management Verantwortlichen bei der Bahn und in den Ministerien festzuhalten.
Im Falle einer eintretenden Katastrophe ist jeder einzelne dieser Leute vor Gericht zur Verantwortung zu ziehen.
Die Anklage dürfte mindestens auf vorsätzliche Körperverletzung mit Todesfolge lauten.

Alfred, 05.10.2013 13:53
Sollte S 21 je fertig gestellt werden - wovon ich nicht ausgehe - und dort Züge fahren werden nach einem Brandfall die Überlebenden die Toten beneiden.

Ein Projektabbruch wird sich m.E. erst einstellen, wenn der Bau aus technischer Sicht zum Erliegen kommt und die am Filz Beteiligten sich am Ausstieg mehr Gewinn erhoffen.

tastenfreund, 05.10.2013 13:02
Solche ausführlichen Artikel wünscht man sich mal in der StZ oder den StN. Aber wie immer Fehlanzeige. Nur nicht zu viel kritische Details an die breite Öffentlichkeit geben. Peinlich für die Deutsche Bahn. Wer stopft ihr endlich ihr großes Maul, das sie ständig aufreißt und worüber die StZ und StN dann eifrig berichten?

duck soup, 04.10.2013 19:29
Wetten werden noch angenommen...
Die Betreiber reißen soviel ab und basteln solange am Bahnhof und dem MSG herum, bis alles komplett abgerissen werden muss (und der MSG durch das Grundwassermanagement trocken gelegt wird), so dass wertvollstes Bauland frei wird (samt dem dann nicht mehr benötigten Gleisvorfeld). Darauf lassen sich dann teure Immobilien bauen. Mit einer kleinen unterirdischen S-Bahn-Station (die womöglich feuergefährlich ist). Aber darauf kommt's dann auch nicht mehr an. Das Bauland war und ist es, was immer als Ziel anvisiert wurde.

Mozart, 02.10.2013 18:12
"Im Genehmigungsverfahren zieht das EBA aus Personalmangel üblicherweise externen Sachverstand hinzu. Auf der aktuellen EBA-Liste der anerkannten Prüfer für den vorbeugenden baulichen Brandschutz steht auch ein intimer Stuttgart-21-Kenner: Professor Wolfram Klingsch."

Dieser Tiefschrägbahnhof ist aus FILZ gebaut.

Ulrich Frank, 02.10.2013 17:45
Nachschrift: Von Koffern und anderem GEPÄCK welches im Normalfall von Bahnreisenden mitgeführt wird (wie auch von Hilfsmitteln wie Kofferkulis) und auf den Bahnsteigen dann ein erhebliches Fluchthindernis werden kann ist in diesem Gutachten wiedergebenden Bericht nichts zu lesen. Kann es denn sein daß diese zusätzlichen Hindernisse in den Gutachten gar nicht thematisiert werden? Oder wird REISEN OHNE GEPÄCK im unterirdischen Bahnhof PFLICHT?

Ulrich Frank, 02.10.2013 15:44
Die vorliegende Sachlage ist doch, an Deutlichkeit nicht mehr zu übertreffen, nur die einer vorprogrammierten Katastrophe. Wie bei höherer Personenanzahl pro Fläche und insbesondere Panikauslösern wie Rauchgasen noch ein garantiertes Vorwärtskommen möglich sein soll können nur PATHOLOGISCHE REALITÄTSVERWEIGERER - vom Schlage der Projektbetreiber und anscheinend auch der gefälligen Gutachter - ignorieren. Wer jemals in einer aufgestauten gepackten Menschenmenge gestanden hat weiß wie im Gedränge das Um- und Übereinanderfallen sofort die höchste Wahrscheinlichkeit hat. Da werden dann auch ein Ex-OB Herr Schuster oder Kotz oder Schmiedel oder eine Frau Blind - wie auch eine aktuelle, angeblich kritisch begleitende aber nur das Schweigen im Walde von sich gebende Stadtverwaltung - nicht mehr den projektgefälligen Gleichschritt vorgeben können sondern sich nur die befleckten Hände vergeblich in Unschuld waschen wollen. - Die Implikationen dieses Projektes sind hier nur auf eine weitere Weise schlicht und einfach KRIMINELL. Und diejenigen welche hier auf den Gedanken des Durchwinkens oder auch nur Durchgehenlassens kommen machen sich auf eben diese kriminelle Weise schuldig.

SvenS, 02.10.2013 10:36
Ein wichtiger Artikel. Ergänzend zwei Dinge:
Ingenhoven ist laut seiner Website (http://www.ingenhovenarchitects.com/de/projekte/hauptbahnhof-stuttgart.html#team) Generalplaner, d.h. vom Bauherrn für Architektur und Fachplanungen beautragt, und Klingsch ist sein Subplaner. Dementsprechend nicht unabhägig von ihm.
Und die acht Treppenhäuser waren auch im Gruner-Brief vor etwa einem Jahr schon enthalten und mindestens teilweise in den Simulationen berücksichtigt. Die Bahn hat sie dann in täuschender Absicht als neue Lösung der Probleme dargestellt. Der Artikel zeigt, dass keines der von Gruner genannten Probleme gelöst wurde. Also eine genehmigungsfähige Lösung mit dieser Architektur nicht möglich ist. Schon die Treppenhäuser verstellen den Raum. Mit weiteren Änderungen gehen noch die letzten verbliebenen Qualitäten des Entwurfs verloren.
So kommt's eben, wenn man gegen besseren Wissen einen Murks durchzuziehen versucht.

thomas a, 02.10.2013 10:01
Da die EBA-Brandschutzrichtlinie laut Bundesregierung und PfB von 8 Zügen ausgeht, muß auf folgenden Zusammenhang hingewiesen werden. Die halbschräge Tiefstation mit Deckel (wird nur Tiefbahnhof genannt, ist aber keiner) ist der tiefste Punkt im System. Da Rauchgase aufsteigen und hochgiftig sind, müssen die Züge im Brandfall dahin. Es dürfen logischerweise nicht mehr als 8 Züge im gesamten Tunnelsysten und "Tiefbahnhof" zusammen sein. Sind 8 Züge im Gesamtsystem ist der Abstand zwischen 2 Zügen also Zufahrtstunnel + Haltezeit + Abfahrtstunnel. Da werden schwerlich 32 Züge pro Stunde abzufertigen sein.
Doppelbelegungen sind im 49Züge/Stresstestfahrplan sowieso massenhaft vorhanden. Bei Verspätungen muß der Fahrdienstleiter laut SMA mit Gleisänderungen arbeiten. Dadurch könnten 2 Doppelbelegungen an einem Bahnsteig entstehen. Das beträffe dann Regiozüge die jeweils maximal 1250 Passagiere haben. Dadurch würden an diesem Bahnsteig 4 solcher Züge , also nicht 2 mal 1757 (3500) sondern 4 mal 1250 (5000) Zuginsassen zu evakuieren sein. Das sind nochmals 40% mehr. Diese 40 % Zuschlag muss dann nicht mal 4 für die obenliegende Verteilerebene genommen werden, aber die Bahnsteige für Regiozüge müssten von der Bahnsteigebene nochmals 40% mehr evakuieren. Ein anderer freier Bahnsteig nützt diesen Passagieren nichts. Und außerdem würden die aber dann endgültig nicht mehr auf die Bahnsteige passen.

Tippfehler, 02.10.2013 09:36
'für unvorhersehbar und atypische Geschehensabläufe und unkalkulierbare Panikredaktionen'

Panikreaktionen waren gemeint oder? Unter unakalkulierbarer Panikredaktion sehe ich die der StN ;)

thomas a, 02.10.2013 09:36
Die Zahl von 10 000 zu evakuierenden hat niemals existiert. Im Planfeststellungsbechluß von 2005 ca S.357 steht 16100 (das sind 15% für Umsteiger und Wartende). Noch schlimmer : Laut Staatssekretär Enak Ferlemann berechnet sich die Zahl der zu evakuierenden 8 Züge (1757 Fahrgäste max., siehe Pfb) mit 30 ! % Zuschlag für Umsteiger und andere noch Wartende (Antwort auf kleine Anfrage Harald Ebner,MdB u.A.). Daraus ergibt sich die Zahl von rund 18400 zu evakuierenden. Die DB behandelt anscheinend Vorschriften ob AEG oder EBA-Brandschutzvorschriften wie ihr Eigentum.

Luther Blissett, 02.10.2013 09:31
Ade Straßburger Platz....
Der Tiefbahnhof wird am Ende so aussehen wie der Hamburger Hauptbahnhof, nämlich ein offener Trog mit Stegen darüber. Da verraucht dann im Brandfall nichts und man kann in der gebotenen Ruhe die Flucht antreten.
Ansonsten kann man das Bohren der Tunnel gleich bleiben lassen - und das wird wohl kaum der Fall sein.

leo leowe, 02.10.2013 00:31
Ingenhoven hatte einen lichten weißen Zukunftsbahnhof geplant. Jetzt wird deutlich: Das war nur eine Simulation. -- In Wirklichkeit wird das eine schwarz-weiße Untergrundstation mit großen runden Oberlichtern, die notwendig sind, weil sie zur Entrauchung eingesetzt werden im Brandfall.

Wer weiß, wie der Bahnhof Berlin Mitte auf dem Plan aussah und wie er dann tatsächlich gebaut wurde, der kann sich heute schon ausmalen, wie hübsch-hässlich dieser neue U-Halt "Stuttgart Central" später aussehen wird in der Realität. Da kann eigentlich niemand wirklich hinwollen.

Herr Grube, bitte treten Sie doch endlich zurück von der Bahnsteigkante!
Der Zug für S21 ist eh schon längst abgefahren! -- Das wird nichts mehr.

Noch steht der Turm, noch funktioniert das Vorfeld, noch kann K21 modernisiert und optimiert werden. -- Oben Bleiben!

# leo loewe

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