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Kretschmann Schirmherr für 199 kleine Helden

Ihr Dokumentarfilm hat bei drei Kinderfilmfestivals Preise abgeräumt, zuletzt in Chicago. Klar, dass sich die Regisseurin Sigrid Klausmann über diese Auszeichnungen freut. Seit Jahren begleitet die Stuttgarterin für ihr Filmprojekt "199 kleine Helden" Kinder weltweit auf ihrem Schulweg. Sie redet mit ihnen über ihre Ängste und Wünsche und darüber, wie sich die kleinen Protagonisten die Zukunft vorstellen. Daraus hat Klausmann den preisgekrönten Dokumentarfilm "Nicht ohne uns!" gemacht. Bereits diesen Sonntag (4.12.) wird er im Stuttgarter Metropol Kino gezeigt (16 Uhr), der offizielle Kinostart ist am 19. Januar.

Dass Stuttgart so früh dran ist, liegt mit daran, dass der Stuttgarter OB Fritz Kuhn die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen hat. Zusammen mit der Schauspielerin Senta Berger, die sich nun allerdings altersbedingt zurückzieht. Demnächst werden Sigrid Klausmann und ihre kleinen Helden neue Schirmeltern bekommen: Winfried Kretschmann und Hannelore Kraft, die Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Beide Länder unterstützen die kleinen Helden über ihre Landesfilmförderung.

Die Stuttgarter Preview am Sonntag wird ein Familienfest werden. Die Regisseurin Sigrid Klausmann wird ebenso vor Ort sein wie ihr Mann Walter Sittler (Produzent) und die Tochter Lea. Die Musikerin hat den Titelsong zum Film der Mutter komponiert. (2.12.2016)


Im Hajek-Haus soll wieder Feuer brennen

Das Trauerspiel um das Hajek-Haus mag jetzt zumindest die Fraktion SÖS/Linke/Plus nicht mehr mit ansehen. Sie will, per Antrag im Stuttgarter Gemeinderat, dass die Stadt das Kultur-Denkmal "vor dem Verfall" rettet. Wie in Kontext ausführlich berichtet steht die Villa an der Hasenbergsteige 65 seit dem Tod des Bildhauers (2005) leer. Vor fünf Jahren kaufte sie der Möbelfabrikant Markus Benz und ließ sie – Denkmalschutz hin oder her – entkernen. Das wiederum gefiel den behördlichen Denkmalschützern nicht, die sich auf den Gerichtsweg machten, bis heute ohne Ergebnis.

Und seitdem rottet das Haus in bester Halbhöhenlage vor sich hin. Die kulturpolitische Sprecherin der Fraktionsgemeinschaft, Guntrun Müller-Enßlin, vermutet, dass der Möbelmensch auf einen Abriss, und damit eine "verdeckte Immobilienspekulation" hin arbeitet. Stadträtin Laura Halding-Hoppenheit erinnert an die Tradition des Hauses, in dem auch schon Willy Brandt Rotwein trank. Die Villa sei ein Treffpunkt für Menschen gewesen, die etwas bewegen wollten, und dieses "Feuer muss weiter brennen", sagt sie.(30.11.2016)


Das Geschäft mit Waffen läuft

Heckler & Koch hat einen Großauftrag erhalten und wird französische Soldaten aller drei Teilstreitkräfte ab 2017 zehn Jahre lang mit 100 000 Sturmgewehren vom Typ HK 416 ausstatten. Es soll um ein Volumen von 300 Millionen Euro gehen. Der Rüstungsauftrag, heißt es in Paris, werde "die soliden Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich im Verteidigungssektor und besonders in der Rüstungsindustrie" stärken. Die Nachbarn stehen also auf der Liste der sogenannten "grünen Länder", denn – immerhin – nur die sollen weiter beliefert werden.

Am Montagmorgen wurde bekannt, dass der Oberndorfer Waffenhersteller Neugeschäfte allein mit Staaten abschließen will, die demokratisch und nicht korrupt sind. Nach einer Meldung der Deutsche-Presse-Agentur würden damit Kunden wie Saudi-Arabien, Mexiko, Brasilien, Indien oder die Türkei wegfallen. Alte Aufträge sollen allerdings abgewickelt werden, gerade auch mit den Saudis. Das Unternehmen wartet aktuell auf die Genehmigung deutscher Behörden zur Ausfuhr unter anderen von Bauteilen für eine Gewehrfabrik.

Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte bei seinem Auftritt kürzlich auf dem Bundesparteitag der Grünen in Münster ausdrücklich die Politik in der Pflicht gesehen: "Wohin wir exportieren, das muss die Politik entscheiden." Zugleich machte er klar, dass es für sein Unternehmen um 3500 von 100 000 Trucks gehe. Appelle, freiwillig auf deren Verkauf zu verzichten, verhallten bisher ungehört. (28.11.2016)


Bahnchef Grube mag Stuttgart 21 nicht mehr

Da rennt der Mann jahrelang rum und erzählt, wie großartig der Tiefbahnhof ist - und jetzt? Jetzt sagt Rüdiger Grube laut "Spiegel": "Ich habe Stuttgart 21 nicht erfunden und hätte es auch nicht gemacht". Nun wird schon spekuliert, ob es vielleicht ein Doppelgänger war, der diesen Satz beim Bundesverband Führungskräfte Deutscher Bahnen gesprochen hat, oder hier ein Fall von Persönlichkeitsspaltung vorliegt? Aber nein, es war der leibhaftige Grube.

Auf die Reaktionen all seiner Freunde darf man gespannt sein. Vorneweg auf jene seiner Chefin Angela Merkel, die mit S 21 die Zukunftsfähigkeit Deutschlands verband. Oder auf die von Teufel, Oettinger, Mappus, Gönner usw., die stets vor dem Abseits warnten, sollte der unterirdische Bahnhof nicht kommen. Nur der amtierende Ministerpräsident Kretschmann kann heimlich sagen, dass er auch schon immer dagegen war. (25.11.2016)


S 21: Kein neuer Deal mit der Bahn

Das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart zeigen der Deutschen Bahn die kalte Schulter und wollen die sogenannte Verjährungshemmungsvereinbarung nicht unterzeichnen. Damit versuchte die Bahn eine frühzeitige Entscheidung darüber zu vermeiden, ob sie eine Beteiligung von Stadt, Land und Region an den Mehrkosten des Milliardenprojekts einklagt. Alle Partner sollten einer Verlängerung der Verjährung für mögliche Ansprüche der Bahn auf zusätzliche Gelder für Stuttgart 21 zustimmen. Für die Stadt Stuttgart schlägt die Verwaltung dem Gemeinderat vor, diese Verlängerung abzulehnen. Endgültig entschieden wird am 8. Dezember.

"Die Vertragspartner sind der Auffassung, dass die DB Bauherrin ist und dass die Vertragspartner begrenzte und vor allem freiwillige Zuwendungen gewähren", erläuterte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) den mit der Stadt abgestimmten Standpunkt. Man werde sich "grundsätzlich auch gemeinsam gegen die Bahn verteidigen". Das Land sei mit der Stadt und der Region der Ansicht, "dass es ein falsches Signal wäre, eine Vereinbarung zu unterzeichnen, weil die Vertragspartner die Ansprüche der DB für unbegründet halten".

Hermann erwartet jetzt eine vergleichsweise schnell eingereichte Klage, aber "viel länger hätte die DB ohnehin nicht gewartet". Denn bis zu einem letztinstanzlichen Urteil würden voraussichtlich mehrere Jahre vergehen, nach der Prognose des Minister werden aber "in ungefähr drei Jahren die vertraglichen Finanzierungsbeiträge der Vertragspartner erschöpft sein". Im Finanzierungsvereinbarung zu Stuttgart 21 ist der Kostenrahmen inklusive Risikopuffer auf 4,526 Milliarden Euro begrenzt. Bei weiteren Kostensteigerungen sind, unter Nutzung der Sprechklauseln, Gespräche vorgesehen. Im März 2013 hat der DB-Aufsichtsrat den Finanzierungsrahmen auf 6,526 Milliarden Euro erhöht und zugleich die Projektpartner aufgefordert, über weitere Beiträge zu verhandeln. Das lehnen diese allerdings strikt ab. (24.11.2016)


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Lieblingsmotiv Märtyrer: Barbara Padron Hernandez in ihrem Atelier.

Lieblingsmotiv Märtyrer: Barbara Padron Hernandez in ihrem Atelier.

Ausgabe 251
Kultur

Die Geister, die ich nie rief

Von Elena Wolf
Fotos: Joachim E. Röttgers
Datum: 20.01.2016
Mit ihrer Band Submarien spielte sie in jedem namhaften Club in Stuttgart. Mit 20 Jahren stellte sie in der Kunsthalle Kornwestheim aus. Barbara Padron Hernandez brennt für ihre Kunst. Seit sie ihre Heimat Kuba verlassen hat, kämpft die Künstlerin mit dem Alltag in Deutschland – und mit den Geistern ihrer Vergangenheit.

"Klack, klack, klack" macht es bereits im Treppenhaus. Mit jedem Stockwerk wird das Geräusch lauter. Es kommt aus der Wohnung von Barbara Padron Hernandez hoch oben im fünften Stock des Altbaus, besser gesagt aus ihrer Schaffenshöhle. Die Tür steht offen, eine Stimme ruft: "Komm rein, ich muss das hier nur noch schnell fertig machen." Die 34-Jährige sitzt in Jogginghose und Tanktop auf dem Parkett ihres Ateliers und spannt eine Leinwand auf einen Holzrahmen, der fast so groß ist wie sie selbst. "Klack, klack, klack" macht der Tacker wieder stechend laut. Klack-zack ist man mittendrin in Hernandez' Welt, direkt und ohne Aufwärmphase.

Malen nach Qualen.
Malen nach Qualen.

Ringsherum stehen etwa 15 bis 20 Gemälde unterschiedlicher Größe. Fertige und unfertige. Kleine und große. Ihr größtes Bild ist 2,80 Meter hoch und 2,50 Meter breit. Es heißt "Verschwörung" und zeigt Adolf Hitler inmitten einer grotesken, surrealen Szene aus Tänzern, Kindern, Tieren und einer dreckig grinsenden Frau im schwarzen Cape. "Meistens male ich Menschen, mit denen ich zusammengewohnt habe", bemerkt Hernandez selbst überrascht, lacht und kämpft weiter mit dem Holzrahmen. Mit Hitler hat sie zwar nicht zusammengewohnt, die grinsende Frau auf dem imposanten Acrylgemälde hingegen ist ihre Exfreundin. Auf einem anderen Gemälde tanzen eine Frau und ein Mann mit verzerrten Gesichtern einen "Liebeskampf". Ein weiteres Bild zeigt das Porträt eines kleinen blond gelockten Mädchens. "Der Vater von der Kleinen war heroinabhängig", sagt Hernandez. Erst fotografiert sie das Model, dann wird es auf Leinwand in eine traumartige Szene eingefügt, die sie spontan assoziiert.

"Mich interessieren Menschen, die es nicht einfach haben. Märtyrer. Menschen im Lebens-Struggle", sagt die Künstlerin, die schneller denkt, als ihr Mund reden kann. Spanisch, Englisch, Deutsch – wenn sie redet, scheint eine Sprache nicht genügend Wörter zu besitzen, um sich auszudrücken. Ihre Hände sind dabei ständig in Bewegung, suchen einen festen Gegenstand, als müsse sie sich an ihm festhalten – oder einen Rhythmus auf ihm trommeln. Hernandez ist getrieben, wirkt müde und hat dennoch eine Energie, die einen schwindlig werden lässt. Neben dem Atelier liegt das Schlafzimmer, das eigentlich ein Musikzimmer ist, eines mit Bett, Klavier, Mikrofon, Gitarre und verschiedenen Effektgeräten. Alles griffbereit, falls Hernandez' im Schlaf eine Idee überfällt.

In der Küche wirbelt die junge Frau wild zwischen Kühlschrank und Herd hin und her, schnattert, wirft mit der einen Hand Gnocchi ins sprudelndes Salzwasser, während sie mit der anderen Hand nach einem Sahnebecher angelt und mit dem Knie eine Schublade zustößt. "Ich kann essen, so viel ich will, ich werde immer dünner – auch obenrum", sagt Hernandez, fasst sich mit beiden Händen an die Brüste und kichert. Der Stress sei schuld, dass sie so abgemagert sei, gut findet sie das nicht. Und tatsächlich: Hernandez ist erschöpft. Kann nicht mehr, sagt sie. Eigentlich. Dann lacht sie wieder herzlich über ihre schwarze Katze, die bettelnd am Tischbein sitzt, und maunzt zurück.

Das Kreuz mit der Kunst.
Das Kreuz mit der Kunst.

Auch auf der Bühne scheint sie zerrissen zwischen Agonie und Lebenslust. Mit ihrer Rockband Submarien spielte sie sich durch proppenvolle Clubs in Stuttgart, hatte zahlreiche Auftritte in England und Schweden und gewann 2006 den renommierten Deutschen Rockpreis des Deutschen Rock-&-Pop-Musikverbands. Der ganz große Durchbruch blieb jedoch aus, 2009 trennte sich die Band. Zahlreiche Band-Aufkleber mit Hernandez' skizziertem Gesicht erinnern heute noch in vielen Clubs an die Stuttgarter Vorzeige-Band. Aufzuhören kam für Hernandez jedoch nie in die Tüte. "Ich muss Musik machen, damit ich malen kann, und malen, damit ich Musik machen kann", sagt sie am Küchentisch ihrer Schaffenshöhle, als hätte sie es sich selbst nie so ausgesucht.

Wenn man heute auf ein Konzert ihrer aktuellen Postrock-Band Swim Bird Fly geht, versteht man, dass die zierliche Frau mit den schwarzen Endloshaaren nicht anders kann. Wenn sie auf der Bühne steht, ist der Raum mit purer Energie aufgeladen. Sie stampft, schreit, faucht und lacht, stülpt ihr Innersten nach außen und singt jeden Ton dennoch so perfekt intoniert, als ginge es um ihr Leben. Leidenschaft zwischen mindestens drei Oktaven. Im Publikum andächtiges Schweigen. Gänsehaut im Nacken. Offene Münder. Hernandez' dunkle Stimme hat eine Wahrhaftigkeit, die berührt. Selbst wenn man nicht direkt versteht, dass es in ihren englischen Texten um Pädophilie, Hilflosigkeit, Enttäuschung, Verrat, aber auch um Liebe geht, transportiert sie etwas, das sofort ins Herz trifft. In den Medien wird sie oft mit Björk oder Patti Smith verglichen. Ihre CD-Release-Show im Dezember vergangenen Jahres im Club Schocken in Stuttgart war rammelvoll, die Kohle für die Plattenproduktion sei jetzt schon wieder drin. Eigentlich läuft es gut. Eigentlich.

Hernandez sammelt Erinnerungen an der Kühlschranktür.
Hernandez sammelt Erinnerungen an der Kühlschranktür.

Mit 20 Jahren war Hernandez plötzlich da – wie aus dem Nichts. In Stuttgart. Sie sei "ein Naturtalent", das die damaligen Kunsthallen-Betreiber in Kornwestheim, Bernd Mack und Dagmar Jerichow, "zufällig in Stuttgart entdeckten", als sie noch einen Job als Kellnerin hatte. So hieß es in regionalen Zeitungen über ihre erste Ausstellung. Man wundert sich über Hernandez' Ausdruckskraft und ihre emotionale Darstellung, attestiert ihr eine ungewöhnliche Reife für ihr Alter. Es folgt ein Stipendium an der privaten Kunstschule "P.Art", danach studiert sie an der Stuttgarter Akademie der Bildenden Künste. Dort eckt sie mit ihren Bilder an, bricht das Studium ab. "Ich hatte 2005 ein riesiges Acryl gemalt, auf dem Jesus zusammen mit lauter Mickymäusen war. Mein Professor meinte, dass ich so was nicht bringen könnte, wegen den Mohammed-Karikaturen", sagt Hernandez, und die Zornesfalten zwischen den Augenbrauen vertiefen sich. "Die haben alle Schiss anzuecken, niemand traut sich was in Stuttgart." Schon damals dominierten Körper – auch ihr eigener – ihre Bilder. Oft nackt, manchmal pornografisch, immer mit Tiefgang.

Ihre Bilder werden von Familien ebenso gekauft wie von Anwälten oder Cafébetreibern. Jüngst stellte sie auf der 20. "Kuboshow" in Herne aus, einer der wichtigsten Kunstmesse für junge, internationale Künstler in Deutschland. Doch weil das Geschäft mit der Kunst mal mehr, mal weniger gut läuft, arbeitet sie nebenbei als Sound-Designerin für eine Stuttgarter Videofirma. Oft hält sie die Zerrissenheit zwischen Alltagswahnsinn und dem künstlerischen Schaffensdrang kaum aus. Das mag in der Lebensrealität des Künstlers an sich liegen. Doch das ist es nicht allein.

Barbara Padron Hernandez war nicht plötzlich da. Bevor sie auf dem Stuttgarter Radar auftauchte, lebte sie fast zwanzig Jahre auf Kuba. Ihre Zeit dort war geprägt von Missbrauch, Prostitution, Armut und Gewalt. "Das ist normal auf Kuba", sagt Hernandez beim Essen in ihrer Küche, als würde sie den Plot eines Films widergeben. Doch das Erlebte sitzt tief unter der Haut. Mit zehn Jahren verkauft sie Bohnen, um die Familie zu unterstützen, singt für ihre Mutter, später für Touristen in Hotelbars, ein Immobilienmakler aus Miami will sie im legendären Nachtclub Tropicana in Havanna groß rausbringen, aus ihr die Jennifer Lopez Kubas machen. Ihr damaliger Freund bringt sie nach Stuttgart. Nach mehrmaliger Verlängerung ihres Visums darf sie wegen "Verdacht auf Antikommunismus" nicht mehr nach Kuba zurück. Nun ist die damals 19-Jährige gefangen zwischen den Welten. "Ich fühlte mich wie ein Baum in der Königstraße – in Beton gegossen", sagt Hernandez. Sie arbeitet als Kellnerin und beginnt, Porträts von Cafébesuchern zu zeichnen. So lernt sie auch Musiker kennen, versucht sich in R-'n'-B- und Blues-Projekten, bis sie auf Submarien stößt.

Barbara Padron Hernandez sitzt am Küchentisch ihrer Wohnung, schiebt sich eine Gabel Gnocchi in den Mund, während sie von diesem Leben zwischen den Welten erzählt. Die Katze maunzt, das Handy brummt alle paar Minuten. "Ständig wollen Leute bei mir vorbeikommen, die glauben wohl, ich chille die ganze Zeit." Hernandez tippt genervt auf ihrem Handy herum. Kurz vor Mitternacht kommt eine Freundin vorbei. Nein zu sagen ist nicht Hernandez' Stärke.

Stillleben mit Terpentin: Rauchen verboten!
Stillleben mit Terpentin: Rauchen verboten!

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Kommentare

Andreas Schmitt, 10.02.2016 18:53
Interessant, was so manche Kommentatoren hier in Aussagen hineininterpretieren (antikommunistische Gruselstory) und aufgrund von Urlaubserfahrungen die Lebenserfahrungen anderer in Frage stellen.

Iris Koch, 09.02.2016 14:07
Mich wundert ebenfalls, dass die KIndheit der Künstlerin auf Kuba von "Missbrauch, Prostitution, Armut und Gewalt" geprägt gewesen sein soll. VOR der Revolution galt Havanna als exotisches Rotlichtviertel und Bordell für amerikanische Touristen, DANACH aber nicht mehr! Bei meinen eigenen Besuchen auf Kuba war von Prostitution und Gewalt ebenfalls nichts zu sehen - anders als in den meisten anderen Ländern Süd- und Mittelamerikas. Überdies frage ich mich, wie es zugehen kann, dass ausgerechnet ein "Immobilienmakler aus Miami" die Künstlerin im Tropicana in Havanna "groß herausbringen" wollte... ???

peter nowak, 28.01.2016 01:50
"Ihre Zeit dort war geprägt von Missbrauch, Prostitution, Armut und Gewalt. "Das ist normal auf Kuba", sagt Hernandez beim Essen in ihrer Küche, als würde sie den Plot eines Films widergeben."
Genau, wie auswendig gelernt von ihren Soufleueren. Denn was sie beschreibt, war normal im Kuba vor 1959. Nach der Revoluton war Missbrauch, Prostitution, Armut und Gewalt in Kuba keinesfalls mehr normal.

Es ist schon erstaunlich, dass die Redakteurin diese antikommunistische Gruselstory nicht kritisch hinterfragt.
Entweder ist diese Künstlerin nur naiv oder sie arbeitet bewußt gegen die kubanische Revolution.


mit kollegialen Grüssen
Peter Nowak

Sandra Artzinger, 24.01.2016 10:46
Ich erlebe Bild und Ton als eine bittersüße Zerrissenheit mit sehr viel Liebe, Schmerz und Sehnsucht .... Liebe im Wesen.... dieser Artikel bestätigt mich in meinem seltsamen Gefühl von Verbundenheit... wunderbar!

lo siento, 23.01.2016 14:11
Der Gesang nah an Björk, die Bilder nah am Kitsch ... Mir fehlt da etwas Substanz und eigener Charakter.

Christian Petersohn, 22.01.2016 20:21
Ich habe mir aufgrund des Artikels die Swim, Bird, Fly CD "Fake Safe" gekauft und bin begeistert. Ich hoffe auf weitere Live-Gigs in der Region. Ich habe bereits fulminante Auftritte in den Wagenhallen und beim Umsonst & Draußen gesehen.

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