KONTEXT Extra:
Jetzt doch ein Koalitionsausschuss zu Afghanistan

Vor Weihnachten hatten Grünen und CDU eine inhaltliche Aussprache über die Abschiebepraxis nach Afghanistan vermieden. Stattdessen wurde im Koalitionsausschuss vor allem darüber diskutiert, ob Grünen-Landeschef Oliver Hildenbrand es "schäbig" nennen darf, wenn sein CDU-Pendant, Innenminister Thomas Strobl, auch alte oder kranke Menschen abschieben will. Zur bisher einzigen Sammelabschiebung wurde ein Mann sogar aus einer Psychiatrischen Klinik geholt, dann allerdings doch nicht ins Flugzeug nach Kabul gesetzt.

Am kommenden Dienstag werden dieser und andere Fälle sowie die grundsätzliche Vorgehensweise im Koalitionsausschuss diskutiert. Die Grünen, die die Debatte durchgesetzt haben, erinnern an die geltenden Leitlinien des Landes zu Abschiebungen und Rückführungen, nach denen eine Einzelfallprüfung ohnehin zwingend ist. Bisher hatte sich Strobl gegen eine inhaltliche Behandlung der von ihm mitinitiierten verschärften Abschiebepraxis im Koalitionsausschuss ausgesprochen. Die Grünen gehen davon aus, dass die Leitlinien und damit die Einzelfallprüfung bestätigt werden.

Auf dem Tisch liegt auch ein Papier der sogenannten G-Länder, also aller Koalitionen, an denen Grüne beteiligt sind. Diesem zufolge muss gewährleistet sein, "dass Ausreisepflichtige keinen Schaden an Leben und Gesundheit nehmen". Die Regierungspartner in Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen "betonen eine Reihe von Grundlinien und Anforderungen bezüglich Rückführungen nach Afghanistan". Sie fordern die Bundesregierung aber auch auf, die Sicherheitslage in Afghanistan "erneut zu überprüfen". (14.1.2017)


Ein zweites Raumwunder für Geflüchtete

Engagement kann sich lohnen. Im September hatte Kontext über die Initiative der Künstlerin Martina Geiger-Gerlach berichtet, eine Wohnung in einem zum Abriss vorgesehenen Haus im Stuttgarter Stadtteil Steckfeld monatsweise Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig finden dort immer Ausstellungen statt, die Nachbarn und Interessierten Gelegenheit geben, Künstlern und Geflüchteten zwanglos zu begegnen. Nun hat der Vermieter, das katholische Siedlungswerk, der Künstlerin eine zweite Wohnung im selben Haus als Lernwohnung zur Verfügung gestellt, damit Geflüchtete, die im Trubel ihrer Unterkunft nicht zur Ruhe kommen, eine Rückzugsmöglichkeit finden. Zudem bleibt das Haus länger stehen: voraussichtlich zwei Jahre. Dem Siedlungswerk gefällt das Projekt so gut, dass Martina Geiger-Gerlach gefragt wurde, ob sie sich vorstellen könnte, im Quartiersraum des Neubauareals an Stelle des früheren Olgahospitals eine Aufgabe zu übernehmen. Und: Ihr Wohnungs-Projekt ist für den Stuttgarter Bürgerpreis der Bürgerstiftung vorgeschlagen worden. Am 20. Januar um 19 Uhr eröffnet in der Karlshofstraße 42 in Steckfeld die nächste Ausstellung mit Gemälden von Ivan Zozulya und dem DJ Roman Levin. Am 31. Januar wird die Entscheidung zum Bürgerpreis bekannt gegeben. Jeder kann mit abstimmen!


Der Gewitterwanderer im Glück

Mitte November hatte der 33-jährige Göppinger Schriftsteller Kai Bleifuß noch geschimpft wie ein Rohrspatz. Der promovierte Goethe-Experte rackert sich seit Jahren mit Schreiben ab. Fabrizierte zuletzt einen Roman über den Dichterfürsten und wie der so wäre, würde er in unserer Zeit leben. "Goethes Mörder" heißt das gute Stück. Gutes Zeug. Guter Mann. Das weiß auch Bleifuß selbst. Kontext gegenüber machte er keinen Hehl daraus, dass er sich selbst für einen ziemlich duften Typen hält. Doch bislang schlug ihm seitens des ganzen "Literaturzirkus" und der Verlage kalter Wind entgegen. Niemand wolle mehr ein Risiko eingehen. Literatur würde immer mehr unter ökonomischen Abwägungen betrachtet, konstatierte der resolute Literaturnerd. "Schreiben ist das Idiotischste, was man machen kann. Nicht schreiben aber auch."

Ein Bleifuß lässt sich aber nicht unterkriegen – und jetzt hat es gerappelt im Karton: Am vergangenen Sonntag sackte der Göppinger für seinen Text "Fünf Variationen auf das Unsagbare" den Autorenpreis "Irseer Pegasus 2017" ein. 150 Schriftsteller aus dem ganzen Land hatten sich mit ihren Werken beworben, doch Bleifuß hat den mit 2000 Euro dotierten Preis gewonnen. Neben ihm auf dem Siegertreppchen der Preisverleihung im Kloster Irsee im Allgäu strahlte David Krause aus Kerpen.

"Der glücklose Autor hatte endlich einmal Glück!", schrieb Goethe-Glücksbärchen Bleifuß voller Freude an Kontext, mit der Bitte unseren LeserInnen mitzuteilen, dass man am 27.1. ab 21:05 Uhr im BR2 sein Hörspiel "Pinball" senden werde. Machen wir doch gerne. (11.1.2017) 


Abstand halten von den Volksverrätern

Aus 594 Wörtern haben die Sprachwissenschaftler um die Darmstädter Professorin Nina Janich das Unwort des Jahres 2016 ausgesucht: "Volksverräter". Aus dem Erbe der NS-Diktatur werde das Wort von Pegida, AfD und anderen Rechtsaußen verwendet, um PolitikerInnen  zu diffamieren. Mit der Folge, dass das "ernsthafte Gespräch" und notwendige Diskussionen in der Gesellschaft abgewürgt würden, begründet die Jury. Auf den weiteren Plätzen folgen "postfaktisch", "Populismus", "Gutmensch" sowie eine "Armlänge Abstand". Mit in der fünfköpfigen Jury saß auch Kontext-Autor Stephan Hebel. (10.1.2016)


Sichere Herkunftsstaaten: Kretschmann schon lange für längere Liste

Winfried Kretschmann hat sich mit jüngsten Äußerungen zur Einstufung von Marokko, Tunesien und Algerien als sichere Herkunftsländer derart in die Nesseln gesetzt, dass sich sein Staatsministerium zu einer "Klarstellung" aufgerufen sah. Tatsächlich handelt es sich um einen durchsichtigen Versuch der Schadensbegrenzung. Der grüne Regierungschef hatte auf Anfrage der "Rheinischen Post" in einer Stellungnahme zur aktuellen Sicherheitsdebatte erklärt: "Die kriminelle Energie, die von Gruppierungen junger Männer aus diesen Staaten ausgeht, ist bedenklich und muss mit aller Konsequenz bekämpft werden." Zugleich sprach er sich für die Aufnahme der drei Maghreb-Staaten auf die Liste sicherer Herkunftsländer aus: "Baden-Württemberg wird der Ausweitung zustimmen, sofern die Bundesregierung das Ansinnen in den Bundesrat einbringt."

Die Wirkung beider Sätze im Zusammenhang sind ihm und "meinen Leut", wie er seine engsten Mitarbeiter gern nennt, offenbar entgangen. Jedenfalls stellte "das Staatsministerium klar, dass die signalisierte Zustimmung weder aus aktuellem Anlass beschlossen wurde, noch ihre Begründung in der Gewaltbereitschaft mancher Gruppen junger Männer aus diesen Ländern hat". Vielmehr sei die Entscheidung "schon im Frühsommer 2016 nach einem langen Abwägungsprozess, in dem vor allem der Frage nachgegangen wurde, ob es angesichts der Menschenrechtssituation in den besagten Ländern vertretbar wäre, diese zu sicheren Herkunftsländern zu erklären (...), als sich die Bundesregierung dem Ministerpräsidenten gegenüber bereit erklärte, in einer Protokollerklärung festzuhalten, Personen aus sogenannten vulnerablen Gruppen wie Homosexuellen, verfolgten Journalisten, religiösen Minderheiten mit gleicher Sorgfalt zu prüfen wie Flüchtlinge aus sonstigen Ländern". Das Staatsministerium sagt allerdings nichts dazu, ob die Forderung erfüllt wurde und warum das Thema nicht längst endgültig ausgetreten ist. Denn laut dem Bundesamt für Flüchtlinge und Migration werden die drei Länder in der Statistik überhaupt nicht mehr einzeln ausgewiesen, weil die Zahl der einreisenden Asylbewerber so niedrig ist. Und bereits 2015 gehörten die drei Staaten nicht zu jenen zehn Ländern, aus denen die meisten Flüchtlinge nach Deutschland kamen. (5.1.2017)


KONTEXT
per E-Mail:
Immer informiert:

Durch diese Anmeldung erhalten Sie regelmäßig immer mittwochs um 9 Uhr unsere neueste Ausgabe unkompliziert per E-Mail.

Datenschutz-Hinweis

Scientology-Zentrum Los Angeles. Foto: PictorialEvidence

Scientology-Zentrum Los Angeles. Foto: PictorialEvidence

Ausgabe 172
Gesellschaft

Stuttgart verdeckt im Fokus

Von Manfred Landner
Datum: 16.07.2014
Nach Berlin und Hamburg soll auch Stuttgart zu einem Zentrum der Scientology-Organisation (SO) in Deutschland werden. Hiesige Scientologen bleiben dabei außen vor: Die Expansion erfolgt verdeckt von Israel aus. Der Aufbau der Niederlassung stockt jedoch wegen unerwarteter Personalprobleme: Der israelische Mittelsmann sitzt in Tel Aviv wegen Mordverschwörung und anderer Kapitalverbrechen hinter Gittern.

Das bekannteste Scientologen-Gesicht gehört Tom Cruise. Doch so sympathisch wie den amerikanischen Schauspieler stufen Staatsschützer die öffentlich als Kirche auftretende Organisation nicht ein. "Die Scientology-Organisation strebt unter dem Begriff 'neue Zivilisation' eine gesellschaftlich-politische Ordnung an, die einem totalitären System entspricht", warnt der baden-württembergische Verfassungsschutz in seinem jüngsten Jahresbericht. Weil darin elementare Grundrechte wie Menschenwürde, Meinungs-, Informations- und Pressefreiheit sowie Demokratie- und Rechtsstaatsprinzip massiv eingeschränkt oder gar ganz außer Kraft gesetzt wären, steht die 1954 in den USA von L. Ron Hubbard gegründete Organisation seit 1997 im Visier der deutschen Behörden.

Derzeit zählt die Organisation zwischen 3000 und 4000 Mitglieder bundesweit, davon rund 900 in Baden-Württemberg. Die Deutschlandzentrale ist in Berlin angesiedelt. Nach Erkenntnissen der Verfassungsschützer hat Scientology in der Region Stuttgart einen ihrer Schwerpunkte und das dichteste Netzwerk. In der Landeshauptstadt plant sie seit Langem eine neue Repräsentanz. Diese Niederlassung soll zum größten SO-Zentrum Deutschlands ausgebaut werden. "Stuttgart ist als Zentrum einer wirtschaftsstarken Region für Scientology interessant", heißt es beim Verfassungsschutz. Im mittleren Neckarraum hoffe die SO leichter Zugang zu führenden Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu finden. Zudem verspreche man sich hier noch größere finanzielle Zuwendungen als bislang. Die bestehende Stuttgarter SO-Dependance, derzeit untergebracht in einem Hinterhofgebäude im Stadtbezirk Bad Cannstatt, soll jährlich eine Million Euro Spenden von ihren Mitgliedern vereinnahmen.

Der Wunschstandort liegt repräsentativ und verkehrsgünstig

Der Grundstein für eine "Ideale Org", wie größere Scientology-"Gemeindezentren" im internen Sprachgebrauch heißen, ist bereits gelegt: Im Dezember 2010 erwarb die SO für acht Millionen Euro ein Geschäftsgebäude am Rande des neuen Stuttgarter Europaviertels. Der Standort der Immobilie an der Heilbronner Straße 67 gilt als herausragend repräsentativ. Täglich passieren Zehntausende Autofahrer die benachbarte Kreuzung, im Herbst dieses Jahres soll schräg gegenüber mit dem "Milaneo" eines der größten Einkaufzentren Europas eröffnen. Für die Lage interessierte sich zuletzt auch ein potenter Wirtschaftsverband. Die Arbeitgeberorganisation Südwestmetall erwarb in 2013 das angrenzende Areal, um dort nach früheren Angaben bis Ende 2016 seine neue Zentrale zu errichten. Wenige Meter weiter hat die Handwerkskammer der Region Stuttgart ihren Hauptsitz. Beide Organisationen ahnten offenbar bis vor kurzem nicht, wer sich in ihrer Nachbarschaft niederlassen will. 

Geplante SO-Niederlassung: Geschäftshaus Heilbronner Straße in Stuttgart. Foto: Jo E. Röttgers
Geplante SO-Niederlassung: Geschäftshaus Heilbronner Straße in Stuttgart. Foto: Joachim E. Röttgers

Denn der Deal erfolgte laut Verfassungsschutz wie beim Aufbau der Repräsentanzen der "Church of Scientology" in Berlin und Hamburg verdeckt über Mittelmänner. Als Käufer trat das israelische Unternehmen "G. Stuttgart Properties Ltd." aus Tel Aviv auf. Zum Zeitpunkt der Grundbucheintragung wurde ein Rechtsanwalt namens Gur Finkelstein als Inhaber in den israelischen Firmenregistern geführt. Unternehmen und Anwalt residierten damals unter ein und derselben Postadresse in der zweitgrößten Stadt Israels in der Mosinzon Street 2. Finkelstein bemühte sich nach Kontext-Informationen nicht selbst ins Stuttgarter Grundbuchamt. Die Kaufabwicklung erfolgte über ein deutsches Maklerbüro.

Die Spur führt zu einer "G. Stuttgart Properties Ltd."

Laut Firmenregister betätigt sich die "G. Stuttgart Properties Ltd." in nicht näher definierten Geschäftsfeldern ("in any legal business"). Finkelstein gilt in Israel nicht nur als Persönlichkeit mit intensiven Verbindungen zur internationalen SO — sondern inzwischen auch als Schwerverbrecher. So erwarb er als Treuhänder des SIRT (Scientology International Reserves Trust) im September 2010 das historische Al-Hambra-Kino in Tel Avivs Altstadtbezirk Jaffa. Im Auftrag des SIRT sollte er den Umbau des historischen Lichtspieltheaters zu einem Ideale-Org-Center organisieren.

Renoviertes Al-Hambra-Kino Jaffa: Scientology-Repräsentanz in Israel. Foto: Ilan Costica
Renoviertes Al-Hambra-Kino Jaffa: Scientology-Repräsentanz in Israel. Foto: Ilan Costica

Dabei ging nicht alles mit rechten Dingen zu, wie israelische Medien über Ermittlungsergebnisse der Polizei berichteten. Demnach arbeitete Finkelstein ab Oktober 2010 mit dem organisierten Verbrechen von Tel Aviv zusammen. Er beauftragte eine arabische Verbrecherbande, in dem 1936 errichteten Gebäude einen Brand zu legen. Das Motiv: Finkelstein wollte von den anschließenden Sanierungsarbeiten profitieren. Später erteilte der Anwalt der Jaffa-Gang auch reihenweise Mordaufträge. So platzierte die Gang auf seine Anweisung hin eine Bombe am Auto des früheren Direktors der Stadtplanungsbehörde von Tel Aviv, Shoteh Hovel. Daneben gab der SO-Treuhänder auch den Auftrag zu einem Mordanschlag auf den Ehemann von Finkelsteins Exfrau. Beide Attentate scheiterten. Im April 2011 verhaftete die Polizei Finkelstein. Selbst aus dem Gefängnis heraus soll Finkelstein Mordaufträge erteilt haben, wie die Tageszeitung "Haaretz" berichtete. Abschließend verurteilt wurde der Anwalt schließlich wegen mehrfachen Mordversuchs und anderer Kapitalverbrechen im Juni 2014.

Bombenanschlag der Jaffa-Gang im Mai 2010. Screenshot: haaretz.com
Bombenanschlag der Jaffa-Gang im Mai 2010. Screenshot: haaretz.com

Kurz vor dem endgültigen Richterspruch wechselte Finkelsteins "G. Stuttgart Properties Ltd." den Besitzer. Im April 2014 wurde sie von der "R. Akiva Trust Holdings Ltd." mit Sitz in Jerusalem übernommen. Dieses Unternehmen gehört wiederum einer großen Anwaltskanzlei namens Yehuda Raveh Associates. Beide residieren unter der gleichen Postadresse in der Rabbi Akiva 1 in Israels Hauptstadt. Der Besitzerwechsel kommt für Insider nicht von ungefähr. Yehuda Raveh gilt in Israel als Haus-und-Hof-Anwalt des SIRT. Bei Prozessen gegen Finkelstein vertrat dessen Kanzlei die Interessen des Trusts. Die kriminellen Aktivitäten ihres Treuhänders bremsten die Pläne der internationalen Scientology-Organisation zumindest in Israel nur vorübergehend aus. Im August 2012 ging die israelische SO-Niederlassung in Jaffa im renovierten Al-Hambra-Kino in Betrieb. Zur feierlichen Eröffnung kamen rund 1000 Gäste.

Kaum voran ging es dagegen mit dem Aufbau der Idealen Org in Stuttgart in der Heilbronner Straße 67. Im vergangenen Herbst räumte der bisherige Hauptmieter, ein Motorradzubehörhandel, die Ladenetage im Erdgeschoss. Seitdem steht das Gebäude leer. "Derzeit sind dort keine Aktivitäten zu verzeichnen", teilen die Staatsschützer mit. Was der neue Besitzer derzeit mit dem Gebäude plant, bleibt weiter unklar. Der Nachbar, der Arbeitgeberverband Südwestmetall, hat offenbar Interesse an der Immobilie, um sein eigenes Grundstücksareal zu arrondieren. Dem Vernehmen nach blieben Kontaktversuche mit dem israelischen Besitzer ergebnislos. Vielleicht auch, weil die lokale Scientology-Basis in Stuttgart seit rund zehn Jahren hart für ein neues repräsentatives Domizil arbeitet. Für das Projekt sollen SO-Funktionäre zum Teil mit rüden Methoden bis zu acht Millionen Euro bei der örtlichen Anhängerschaft eingetrieben haben, sagt der Verfassungsschutz.

Ein Kommando von "Sea Org" kommt nach Stuttgart

Im vergangenen Jahr forcierte das internationale SO-Management seine Pläne zur Etablierung der Idealen Org und entsandte hierfür ein Kommando der Kaderorganisation Sea Org nach Stuttgart, so die behördlichen Erkenntnisse. Die hiesigen Scientologen sollen unter hohem Druck gestanden haben, die internen Vorgaben zu erfüllen. Dazu gehörte, mit 150 Mitarbeitern einen Zweischichtbetrieb in der Stuttgarter Niederlassung einzuführen. Nur durch Anwerbungen von Jugendlichen und Rentnern an der hiesigen SO-Basis gelang es, den Mitarbeiterstab in Stuttgart auf etwa 130 Personen aufzustocken. Häufiger als zuvor traten die hiesigen Scientologen im vergangenen Jahr öffentlich in Stuttgart auf; die Straßenwerbung auf der Einkaufsmeile Königstraße wurde intensiviert, registrierten Beobachter.

Zweischichtbetrieb im Hinterhof: derzeitiges SO-Quartier in Stuttgart. Foto: Jo E. Röttgers
Zweischichtbetrieb im Hinterhof: derzeitiges SO-Quartier in Stuttgart. Foto: Joachim E. Röttgers

Derzeit gebe es aber keine engeren Verbindungen des internationalen SO-Managements nach Stuttgart, sagt der baden-württembergische Verfassungsschutz. "Kontakte zu hiesigen Scientologen sind nicht gewollt", so ein Behördensprecher. Auf jüngste Medienanfragen zum geplanten Stuttgarter Zentrum hatte sich auch der SO-Sprecher in Baden-Württemberg, Hubert Kech, ahnungslos gegeben. Alle Angaben zu dem Thema seien gebetsmühlenhaft wiederholte Spekulationen des Verfassungsschutzes, behauptete Kech gegenüber den "Stuttgarter Nachrichten". Vor vier Jahren hatte der Sprecher jedoch noch selbst angekündigt, die Cannstatter Hinterhofidylle auf absehbare Zeit gegen eine vorzeigbare Repräsentanz tauschen zu wollen. "Wir haben das Ziel, in Stuttgart ein repräsentatives Gemeindezentrum aufzubauen", sagte Kech im Juni 2010 der "Stuttgarter Zeitung".

Persönlichkeitstest. Foto: Thomas Hawk
Test für die Persönlichkeit. Foto: Thomas Hawk

Bei der Stadt Stuttgart reagiert man zurückhaltend auf Hinweise, möglicherweise zur bundesdeutschen SO-Hauptstadt zu werden. "Die Planungen von Scientology kennen wir nicht. Zu privaten Immobiliengeschäften können wir uns nicht äußern", sagt Sprecher Sven Matis. Eine Handhabe gegen die Expansionspläne habe die Stadtverwaltung nicht.

Deutlicher Stellung nimmt der Verfassungsschutz. "Die Eröffnung einer neuen Repräsentanz in Stuttgart würde in der SO-Basis zunächst eine Aufbruchstimmung erzeugen", erwartet die Behörde. Ein neues Zentrum allein sei aber nicht geeignet, die Probleme zu lösen, mit denen die Organisation derzeit kämpft. "Scientology befindet sich international seit mehreren Jahren in einer Krise", heißt es im Verfassungsschutzbericht. Sowohl bei den Einnahmen als auch bei den Mitgliederzahlen ergebe sich das Bild eines schleichenden Rückgangs.

Scientology kämpft gegen Mitgliederschwund

Wegen der anhaltend kritischen Öffentlichkeit habe die Organisation nicht nur in Baden-Württemberg mittlerweile große Probleme bei der Mitgliederwerbung. Die offensive Informationspolitik staatlicher und privater Stellen zeige inzwischen Wirkung.

Weltweit Gegenwind durch Internet-Aktivisten: Anti-SO-Protest in Dublin. Foto: William Murphy
Weltweit Gegenwind durch Internet-Aktivisten: Anti-SO-Protest in Dublin. Foto: William Murphy

"Neugeworbene kann Scientology oft nicht langfristig an sich binden", so die Behörde. Diese Entwicklung hängt nicht zuletzt mit der stetig wachsenden Bedeutung des Internets zusammen. Weltweit verbreiten sich ungefiltert täglich mehr SO-kritische Informationen. Was das das Scientology-Management offenbar zunehmend beunruhigt. 2013 soll es einen Suchmaschinenbetreiber gedrängt haben, entsprechende Suchergebnisse im weltweiten Datennetz zu manipulieren. Der Vorstoß blieb jedoch erfolglos. Die SO bestritt die Berichte.

Nicht verneinen kann die Organisation, dass zuletzt immer mehr Prominente der "Kirche" aus Clearwater, Florida den Rücken kehren. Im vergangenen Jahr stieg die amerikanische Schauspielerin Leah Remini, bekannt als Carrie Heffernan aus der Sitcom "King of Queens", aus. Kurz zuvor hatte eine Buchpublikation für Aufsehen gesorgt. Im Frühjahr 2013 erschien in den USA "Beyond Belief: My Secret Life Inside Scientology and My Harrowing Escape." Autorin Jenna Miscavige Hill war nicht nur Mitglied der Sea Org, des elitären Scientology-Ordens. Sie ist auch die Nichte des aktuellen Scientology-Chefs David Miscavige.


Gefällt Ihnen dieser Artikel?

Kommentare

Freiheitsliebe57, 17.08.2014 11:00
Lieber Sokrates,

jede Religion hat ein Recht auf ein eigenes Gebäude - völlig richtig. Nur ist es eben so, dass Scientology keine Religion ist. Welche Religion

braucht einen Geheimdienst, der Kritiker und Aussteiger verfolgt, ausspioniert und tyrannisiert und nennt so etwas dann auch noch zynisch ein "faires Spiel"?

stellt jede Form von Kritik mit Feindseligkeit und Feindschaft gleich?

gesteht nur Nicht-Aberrierten Bürgerrechte zu?

unterhält gulagähnliche Straflager (RPFs, Stichwort "Das Loch")?

führt Menschen in die völlige Überschuldung?

erpresst Menschen damit, dass sie bei Nichtgehorchen und Austritt ihre Freunde/Familie nie wieder sehen?

verbietet den Menschen frei nach Stichworten zu ihrer eigenen Religion im Internet zu suchen?

....etc, etc.

LG Freiheitsliebe57

P.s. Apropos Sokrates: Freies Denken ist in dieser Organisation offensichtlich nicht angesagt...Es ist wohl kaum anzunehmen, das alle Aussteiger lügen und alle in der gleichen Weise!

Ministerium für Kultus, Jugend und Sport klärt über, 22.07.2014 17:15
Sekten und Psychogruppen wie Scientology und Parkschützer auf:

Das Auftreten von skurrilen Sinnbringern, Gurus und fanatischen Sektierern sowie das Angebot von angeblich alle Probleme lösenden Psychotechniken und von Heilsangeboten ist kein neues Phänomen. Andererseits steigt in unserer Gesellschaft der Bedarf an Lebenshilfe. Aus unterschiedlichsten Gründen durchleben Menschen Krisen und müssen diese meistern.
Der traditionelle Halt, den viele bislang in Familie, Kirche, Schule oder Verein institutionalisiert gefunden haben, bröckelt oder reicht einfach nicht mehr aus. Aus diesem Grund haben es Anbieter auf dem so genannten Psychomarkt leicht, Kunden zu finden, die sehnsüchtig nach Hilfsangeboten greifen, die oft mehr versprechen, als sie einzuhalten in der Lage sind, oder die Hilfesuchenden sogar eher gefährden.
Häufig lassen sich mögliche Gefährdungen erst spät erkennen, da sie hinter lockenden Fassaden clever versteckt sind. Fanatischen Sektierern und Organisationen, die als Anbieter am Lebenshilfemarkt ein destruktives Potential entwickeln, muss auf allen Ebenen unserer Gesellschaft, mit allen rechtsstaatlichen Mitteln und mit Zivilcourage eines jeden Einzelnen entgegengetreten werden. Hier sind Orientierung und Information gefragt.

Eine Bewertung des Parkschützers Pablo, 22.07.2014 17:09
Hallo dorothee, Ich kann nur bestätigen, was du gesagt hast. Nun mag man die Zahlenmanipulationen nicht so ernst nehmen, aber etwas anderes macht mir Sorge. Die Parkschützer ähneln einer Sekte. Man muss ständig blechen für irgendwelche Dinge. Man wird ständig aufgefordert, sich in eine höhere Stufe einzutragen. Man wird ständig angemault, wenn man nicht bei allem möglichen mitmacht. Unklar ist mir, aus welchen dunklen Kanälen alle Aktionen bezahlt werden. Ob der BUND oder die Grünen ihre Mitgliedsbeiträge dazu verwenden? Oder ganz andere Gruppierungen? Es gefällt mir auch nicht, wie Firmen und Mitarbeiter angeprangert werden. Ausserdem werden Journalisten so lange unter Druck gesetzt und manipuliert, bis sie kooperieren. Die Parkschützer sind mirmittlerweile suspekt geworden, sie haben wahrscheinlich bei scientology abgekupfert. Es wäre gut, wenn sich noch mehr enttäuschte Parkschützer melden würden, solche, die wirklich nur den Park schützen wollen und keiner Sekte angehören wollen.

Malgin1, 22.07.2014 14:41
Ich war selber jahrzehntelang Mitglied der Scientology und hatte enorme Mühe, mich von dieser Organisation zu trennen.

Wie Enturbulator richtig schreibt:
"Dabei gilt es zu wissen, dass die einfachen Mitglieder KEINE negativen Nachrichten über Scientology lesen dürfen bzw. ist es strengstens untersagt, den Begriff Scientology im Internet zu suchen - Stichwort: Informationskontrolle. Bei Zuwiderhandeln sehen sich diese Mitglieder einer Sicherheitsüberprüfung (Verhör) ausgesetzt, dass schon einige Tausend Euro kosten kann. Von daher ist es viel einfacher, keine kritischen Gedanken zu zeigen. Oder es wird gedroht, sie aus Scientology rauszuwerfen und damit ihre "Ewigkeit" oder ihre Familie zu verlieren. Diese Drohung kann ein indoktriniertes Mitglied in enorme Panik versetzen. "

Genau so ist es!

Die Herren Stettler und Co können einfach nicht zugeben, im Unrecht zu sein und etwas falsch gesehen zu haben. Der Fachausdruck in der Scientology dafür lautet: "Service-Faksimile". Diese Service-Faksimiles hindern eine Person daran, neue Dinge zu tun oder sich neu zu orientieren.
In der Esoterik und den New-Age-Bewegungen heisst es, dass man "loslassen" oder sein EGO aufgeben soll. Solches Wissen ist in den heutigen spirituellen Bewegungen nahezu kostenlos erhältlich, bei Scientology würde man dafür einige Tausend Euro bezahlen.

Scientology mag Ihre Bedeutung im globalen Bewusstseinswachstum gehabt haben, aber heute ist dieses "Wissen" (und vor allem die Organsiationsstruktur) veraltet.

Die Regierungen danken Scientology, 22.07.2014 09:47
So haben sie immer etwas noch Schlimmeres auf das man verweisen kann. Und von den eigenen Fehlern und Schwächen und Lebensirrtümern ablenken kann. "Der Mensch ist unbelehrbar - und will es auch bleiben." Das ist ein Zitat - Autor mir gerade nicht geläufig.

Oli, 22.07.2014 08:05
Gegenüber radikal profitorientierten Wirtschaftssystemen mit ihren extremen bürgerlichen Regierungen, welche die Bevölkerung und die Umwelt gewalttätig (durch seelisch/psychisches Zermürben/erschweren der alltäglichen Lebensumstände/schüren von Existenzängsten, etc., etc.) in großem Maßstab ausbeuten, ist Scientology harmlos!
Wenn von Scientology Gefahr aus geht, dann von oben beschriebenen Wirtschaftssystemen samt ihrem willigen bürgerlichen Gefolge erst recht!
Ich bin für eine anständige unabhängige Politik die das Gemeinwohl schützt und fördert!

Insbesondere Sekten wie die S21-Sekte, 22.07.2014 00:47
unterwandern die Gesellschaft und sind zerstörerisch. Sie gehören beobachtet, da diese sich gegen unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung richten.

Uwe Siegle, 21.07.2014 19:14
In den die Gesellschaft betreffenden wichtigen Bereichen wie Gesundheit, ÖPNV, Energieversorgung, etc. existiert keine freuheitlich demokratische Grundordnung mehr. Sondern eine durch bürgerliche Politik (CDU/CSU, SPD, Grüne) verursachte radikal kapitalorientierte (u.a. monopolistische) Grundordnung die das Gemeinwohl schädigt und eine anständige Gesellschaftsordnung durch Spaltung (u.a. in arm und reich - siehe Gesundheit) verhindert.

Sekten wie Scientology, Parkschützer u.a. sind zerstörerisch, 21.07.2014 17:00
und werden zu Recht beobachtet, soweit diese sich gegen unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung richten.

Beate, 21.07.2014 10:47
ich kann anonym" nur zustimmen. Der Verfassungsschutz beobachtet im Auftrag bürgerlicher Politik Menschen (z.B. K21 Befürworter) die sich für das Gemeinwohl einsetzen, da soziales Engagement Profitstreben beeinträchtigt (beeinträchtigen könnte) bzw. deren "Geld von unten nach oben Verteil-Projekte" gefährdet!

anonym, 21.07.2014 08:29
> "Die Scientology-Organisation strebt unter dem Begriff 'neue
> Zivilisation' eine gesellschaftlich-politische Ordnung an, die
> einem totalitären System entspricht", warnt der baden-
> württembergische Verfassungsschutz in seinem jüngsten
> Jahresbericht.

Ich weiß nicht, ob Scientology zu den Guten oder zu den Bösen gehört.
Zumindest was hier so über Gur Finkelstein berichtet wird hört sich nicht gut an...
Aber das Argument, dass Scientology vom Verfassungschutz beobachtet wird, ist so aussagekräftig wie: Der Verfassungschutz beobachtet den S21-Widerstand. Das sagt absolut nichts aus.

Ich sehe strukturelle Ähnlichkeiten, 19.07.2014 10:02
mit allen etablierten Parteien (diktatorische Hirarchien mit radikalem Wirtschaftswachstum zum Ziel)! Und die Linke ist auf dem besten Weg dazu, wenn Sie sich nicht endlich traut gegen diese bürgerliche Politik eine knallharte Kante zu zeigen, anstatt darüber zu streiten ob und wie man sich anbiedert.
Die Bevölkerung braucht m.E. eine konsequent dem Gemeinwohl verpflichtete Partei und wird dies entsprechend honorieren - bestimmt.

Ich sehe Ähnlichkeiten, 18.07.2014 16:04
zum Regierungsstil der CDU: Autorität, Gruppenhörigkeit, strenge Führer (Anführer). Wer nicht kuscht, wird ausgegrenzt, mit Statusverlust, Mandatsverlust o.ä. bestraft, bedroht. Man kucke sich nur die Herren Kauder an: macht einer nimmer mit, dann kommt die Keule. Das ist vermutlich christlich motiviert: so, wie in Korntal - ich liebe dich so sehr, dass ich dich schlagen muss, wenn du Fehler machst. Das ist nur zu deinem Guten. Ich helfe dir, indem ich dich bestrafe. Das ist schön. Für dich. Aber halt auch für mich. Denn ich bin ein straffer Strafer. Hach, der Pietismus ist einfach wunderbar. Sofern es ihm gelingt, Andere zu unterdrücken. Gut gut, ein bischen pauschal. Das sehe ich schon ein. Komm, straf' mich. Aaahhhh.

H.Ewerth, 18.07.2014 11:06, 18.07.2014 13:50
Da sehe ich aber schon einige Ähnlichkeiten zur Sekte der Parkschützer.

Dort werden verschiedenste Produkte zu einer exakt festgesetzten Spende abgegeben, um Steuern zu sparen, die Mitglieder dieser Sekte werden ebenfalls indoktriniert, es herrscht Meinungshoheit der Vorbeter, der Gruppenzwang hält Kritik nieder, eigenes Denken ist unerwünscht.

H.Ewerth, 18.07.2014 11:06
@Sokrates
Wahrnehmungsstörungen, wenn denn dieses Gebilde, eine Religionsgemeinschaft wäre, aber dies ist sie mit Sicherheit nicht. Gerade war auf ARD im späteren eine sehr aufschlussreiche Dokumentation zu sehen, wo auch ehemalige Aussteiger, welche noch heute verfolgt und bedroht werden, sehr aufschlussreich berichteten. Auch wenn nur 1 % davon zutreffen würden, reicht das für mich aus, diese als eine sog. Religion zu bezeichnen. Hier geht es nur, und in erster Linie um Gehirnwäsche, an das Vermögen der Betroffenen zu gelangen, und als Religionsgemeinschaft anerkannt zu werden, um Steuern zu umgehen. Ein knallhartes Geschäftsmodell, um letztendlich die derzeitige Demokratie abzuschaffen.

COS, 17.07.2014 20:20
CoS steht auch für Church Of Satan!

devid, 17.07.2014 14:35
Erster Absatz des Artikels: SO bezeichnet nicht die Scientology Organisation (CoS in diesem Fall) sondern die Sea Org, also den "geheimen" Nachrichtendienst der sich aus leibeigenen Sklaven rekrutiert die einen ewigen Vertrag unterschrieben haben(bekannt für u.A. in den 70ern in US Regierungseinrichtungen einzubrechen um Aktenordner zu stehlen). Der Versuch eine neue ideale Org aufzuziehen ist nichts neues und ein gutes Zeichen dafür dass die Gegner in Berlin und Hamburg so gute Arbeit geleistet haben dass die Scientologen lieber das Weite suchen.. Sollte sich jemand der Aufgabe annehmen die Org und die Stresstests in Stuttgart zu belagern ist es nur eine Frage der Zeit bis scn auch dort das Geld ausgeht.

Die letzten Berichte aus Berlin klangen jedenfalls erfolgsversprechend; im CoS Gebäude in der Otto Suhr Alee sei der Aufzug ausser Betrieb, Strom abgestellt und Bürouttensilien so rar dass die Statreports inzwischen auf recycletem Schmierpapier geschrieben werden müssen. Gute Arbeit!

An Herrn Stettler: würden sie dem zustimmen? Wie gehts eigentlich Sabine? Habe sie lange nicht gesehn und frage mich ob sie mal wieder im RPF ist oder nur in Stuttgart helfen 'darf'/muss.

arc digga

Enturbulator, 17.07.2014 11:42
Sokrates alias J. Stettler von OSA Schweiz, dem Sektengeheimdienst, auch hier - war ja klar. Heute ist Statsday, da müssen die Mitarbeiter um 14:00 Uhr ihre Statistik abgeben. Für Kommentare, seien sie auch noch so weltfremd, gibt es Pluspunkte. Bei schlechter Leistung gibt es Bestrafung. Die Sekte kontrolliert so das Verhalten ihrer Anhänger.

Und was wäre die Stellungnahme von Scientology gewesen? Alles zu bestreiten, alles als Lügen zu bezeichnen und jeder ist sowieso ein Hasser und Hetzer! Wie immer halt ...

Und was sagt der Herr Pressepsrecher hier? Gleich mal die Staatskirchen attackieren, um vom eigentlichen Thema abzulenken.

Als aufmerksamer Leser von Scientology-News wird man sehr schnell feststellen, dass immer die gleiche Handvoll Scientology-Accounts kommentiert, um den Eindruck zu suggerieren, die Sekte würde expandieren oder hätte viele Anhänger.

Dabei gilt es zu wissen, dass die einfachen Mitglieder KEINE negativen Nachrichten über Scientology lesen dürfen bzw. ist es strengstens untersagt, den Begriff Scientology im Internet zu suchen - Stichwort: Informationskontrolle. Bei Zuwiderhandeln sehen sich diese Mitglieder einer Sicherheitsüberprüfung (Verhöhr) ausgesetzt, dass schon einige Tausend Euro kosten kann. Von daher ist es viel einfacher, keine kritischen Gedanken zu zeigen. Oder es wird gedroht, sie aus Scientology rauszuwerfen und damit ihre "Ewigkeit" oder ihre Familie zu verlieren. Diese Drohung kann ein indoktriniertes Mitglied in enorme Panik versetzen.

tillupp, 17.07.2014 11:32
Wenn Scientology eine Religionsgemeinschaft ist, kann logischerweise nur schließen alle Sonderrechte für Kirchen abzuschaffen, damit es keinen Rechtsfreien Raum unter dem Deckmantel des "Glaubens" mehr gibt.

@ [...] sympathisch wie den amerikanischen Schauspieler [...]

Tom Cruise ist nicht sympathisch.

@[...] Weil darin elementare Grundrechte wie Menschenwürde, Meinungs-, Informations- und Pressefreiheit sowie Demokratie- und Rechtsstaatsprinzip massiv eingeschränkt [...]

Klingt so als wäre die NSA auch von Scientology unterwandert.

Sokrates, 17.07.2014 11:00
Auch Scientology hat das Recht auf ein eigenes Gebäude. Diese Diskussion erinnert an die unsägliche Kampagne gegen Moscheen oder andere Gebäude von Religionsgemeinschaften. Man sollte sich endlich mal bewusst werden, dass es in Deutschland nicht nur zwei Staatskirchen gibt, die ihre Pfründe verteidigen wollen, sondern eben auch viele andere Religionen. Störend an dem Artikel: Zwei Sätze der Stellungnahme von Scientology und erst noch von der Stuttgarter Zeitung abgeschrieben...was ist dies für eine Recherche?????

Kommentar hinzufügen




CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.


* Pflichtfeld!

Letzte Kommentare:

Ausgabe 302 / Eliten mit Sehschwäche / Renate Knapper, 16.01.2017 12:10
Hallo Kontext-Redaktion, Ich finde es super, dass ihr das Thema reich/arm zum Schwerpunkt machen wollt. Und dass ihr gleich in BaWü anfangt und v.a. auch Namen nennt. Bitte weiter so!! Hoch spannend ist in meinen Augen auch die Aussage...

Ausgabe 300 / Kopp auf der Resterampe / Barolo, 16.01.2017 11:30
@R.N. volle Zustimmung.

Ausgabe 302 / Lidl lohnt sich – für einen / Schwabe, 16.01.2017 10:47
"Produktion für die Tonne" - Fakten,Fakten, Fakten Tierleid, ungesundes Essen, miese Jobs: Die Lebensmittelindustrie hat viele unschöne Gesichter. Ein besonders herausragendes Problem ist die massive Überproduktion. Riesige...

Ausgabe 302 / Hilfe für Snowdens Helfer / Michael Müller, 15.01.2017 18:07
Ich schließe mich der Frage von Herrn Struwe an. Wohin kann jemand spenden der keine Paypal/Bitcoin/Kreditkarte hat? @partisan: Verstand hat Ihre Worte nicht geformt, es muss Reflex gewesen sein. Sie hätten stattdessen auch ein...

Ausgabe 300 / Kopp auf der Resterampe / R.N., 15.01.2017 15:38
Als die Kontext-Wochenzeitung erstmals erschienen ist, habe ich mich auf eine Zeitung gefreut, die ohne offensichtlichen politischen Einfluss auskommt. Zu früh gefreut. Nach dem Lesen dieses Artikels spürt man, woher der Wind...

Ausgabe 302 / Lidl lohnt sich – für einen / Gela, 15.01.2017 13:31
2 unterschiedliche Diskusionsstile: Manfred Lieb kennt die Fakten, wertet sie und kommt dadurch zu einer differenzierten Beurteilung, was zu lobenund was zu tadeln ist. Bei der Kritik fehlt mir allerdings die an dem erpresserischen...

Ausgabe 302 / Kobra ins Körbchen / Jan, 15.01.2017 12:17
Oh man, jetzt macht dieser Lowandorder auch noch die Kontext Kommentarfunktion zu seiner Dada Bühne....

Ausgabe 302 / Oh, wie schön ist Biberach / Hartmut Hendrich, 15.01.2017 11:54
@Fritz: Danke, der Schlag sitzt und schmerzt in der Magengrube. Dass mir die Nachsilbe „er“ doppelt in ein Wort geraten war und mir nicht beim Kontrollieren vorm Absenden, aber sofort nach der Veröffentlichung auffiel, war schon...

Ausgabe 302 / Weg mit den Klammern / Blender, 14.01.2017 23:12
Ein V-Mann (diesmal vom LKA) fuhr Herrn Amri nach Berlin. Vielen Dank auch (für die weitere staatliche Unterstützung einer weiteren terroristischen Vereinigung). These: Ohne V- Männer gäbe es keinen Terrorismus?...

Ausgabe 302 / Lidl lohnt sich – für einen / Schwabe, 14.01.2017 21:10
Manfred Lieb tut so als sei der Milliardär Schwarz ein ganz normaler Steuerbürger der sich an Recht und Gesetz hält "...aber dies ist nicht einem Steuerbürger (Manfred Lieb meint damit den Milliardär Schwarz) anzulasten..." oder "Man...

Die KONTEXT:Wochenzeitung lebt vor allem von den kleinen und großen Spenden ihrer Leserinnen und Leser.