KONTEXT Extra:
Stuttgarter Filmwinter startet mit "Mut zur Lüge"

Der Stuttgarter Filmwinter – Eröffnung am 18. Januar – steht in diesem Jahr ganz im Zeichen der Lüge. So ist es natürlich auch nicht der 300. Filmwinter, wie auf den quietschgelben Werbeplakaten zu lesen ist, sondern der 30. – immerhin. Bis 22. Januar sind im FITZ! in der Eberhardstrasse, im Haus der Geschichte, im Kunstbezirk, und im Theater tri-bühne experimentelle Filme und Medienkunst zu sehen und zu erleben bei diesem "bedeutendsten Festival Experimentalfilm im süddeutschen Raum ". So die Eigenwerbung und das ist natürlich keine Lüge. Wie in den vergangenen Jahren auch, sollen die anspruchsvollen und meist auch anstrengenden experimentellen Filmkunstwerke einer größeren Öffentlichkeit spielerisch näher gebracht werden. Damit der Nachwuchs an interessierten Zuschauern nicht ausbleibt, gibt es auch bei diesem Filmwinter im Zeichen der Lüge ein spezielles Programm für Kinder und Jugendliche mit Kurzfilmen, Workshops, Führungen. Das Programm und mehr gibt es unter www.filmwinter.de.


Jetzt doch ein Koalitionsausschuss zu Afghanistan

Vor Weihnachten hatten Grünen und CDU eine inhaltliche Aussprache über die Abschiebepraxis nach Afghanistan vermieden. Stattdessen wurde im Koalitionsausschuss vor allem darüber diskutiert, ob Grünen-Landeschef Oliver Hildenbrand es "schäbig" nennen darf, wenn sein CDU-Pendant, Innenminister Thomas Strobl, auch alte oder kranke Menschen abschieben will. Zur bisher einzigen Sammelabschiebung wurde ein Mann sogar aus einer Psychiatrischen Klinik geholt, dann allerdings doch nicht ins Flugzeug nach Kabul gesetzt.

Am kommenden Dienstag werden dieser und andere Fälle sowie die grundsätzliche Vorgehensweise im Koalitionsausschuss diskutiert. Die Grünen, die die Debatte durchgesetzt haben, erinnern an die geltenden Leitlinien des Landes zu Abschiebungen und Rückführungen, nach denen eine Einzelfallprüfung ohnehin zwingend ist. Bisher hatte sich Strobl gegen eine inhaltliche Behandlung der von ihm mitinitiierten verschärften Abschiebepraxis im Koalitionsausschuss ausgesprochen. Die Grünen gehen davon aus, dass die Leitlinien und damit die Einzelfallprüfung bestätigt werden.

Auf dem Tisch liegt auch ein Papier der sogenannten G-Länder, also aller Koalitionen, an denen Grüne beteiligt sind. Diesem zufolge muss gewährleistet sein, "dass Ausreisepflichtige keinen Schaden an Leben und Gesundheit nehmen". Die Regierungspartner in Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen "betonen eine Reihe von Grundlinien und Anforderungen bezüglich Rückführungen nach Afghanistan". Sie fordern die Bundesregierung aber auch auf, die Sicherheitslage in Afghanistan "erneut zu überprüfen". (14.1.2017)


Ein zweites Raumwunder für Geflüchtete

Engagement kann sich lohnen. Im September hatte Kontext über die Initiative der Künstlerin Martina Geiger-Gerlach berichtet, eine Wohnung in einem zum Abriss vorgesehenen Haus im Stuttgarter Stadtteil Steckfeld monatsweise Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig finden dort immer Ausstellungen statt, die Nachbarn und Interessierten Gelegenheit geben, Künstlern und Geflüchteten zwanglos zu begegnen. Nun hat der Vermieter, das katholische Siedlungswerk, der Künstlerin eine zweite Wohnung im selben Haus als Lernwohnung zur Verfügung gestellt, damit Geflüchtete, die im Trubel ihrer Unterkunft nicht zur Ruhe kommen, eine Rückzugsmöglichkeit finden. Zudem bleibt das Haus länger stehen: voraussichtlich zwei Jahre. Dem Siedlungswerk gefällt das Projekt so gut, dass Martina Geiger-Gerlach gefragt wurde, ob sie sich vorstellen könnte, im Quartiersraum des Neubauareals an Stelle des früheren Olgahospitals eine Aufgabe zu übernehmen. Und: Ihr Wohnungs-Projekt ist für den Stuttgarter Bürgerpreis der Bürgerstiftung vorgeschlagen worden. Am 20. Januar um 19 Uhr eröffnet in der Karlshofstraße 42 in Steckfeld die nächste Ausstellung mit Gemälden von Ivan Zozulya und dem DJ Roman Levin. Am 31. Januar wird die Entscheidung zum Bürgerpreis bekannt gegeben. Jeder kann mit abstimmen!


Der Gewitterwanderer im Glück

Mitte November hatte der 33-jährige Göppinger Schriftsteller Kai Bleifuß noch geschimpft wie ein Rohrspatz. Der promovierte Goethe-Experte rackert sich seit Jahren mit Schreiben ab. Fabrizierte zuletzt einen Roman über den Dichterfürsten und wie der so wäre, würde er in unserer Zeit leben. "Goethes Mörder" heißt das gute Stück. Gutes Zeug. Guter Mann. Das weiß auch Bleifuß selbst. Kontext gegenüber machte er keinen Hehl daraus, dass er sich selbst für einen ziemlich duften Typen hält. Doch bislang schlug ihm seitens des ganzen "Literaturzirkus" und der Verlage kalter Wind entgegen. Niemand wolle mehr ein Risiko eingehen. Literatur würde immer mehr unter ökonomischen Abwägungen betrachtet, konstatierte der resolute Literaturnerd. "Schreiben ist das Idiotischste, was man machen kann. Nicht schreiben aber auch."

Ein Bleifuß lässt sich aber nicht unterkriegen – und jetzt hat es gerappelt im Karton: Am vergangenen Sonntag sackte der Göppinger für seinen Text "Fünf Variationen auf das Unsagbare" den Autorenpreis "Irseer Pegasus 2017" ein. 150 Schriftsteller aus dem ganzen Land hatten sich mit ihren Werken beworben, doch Bleifuß hat den mit 2000 Euro dotierten Preis gewonnen. Neben ihm auf dem Siegertreppchen der Preisverleihung im Kloster Irsee im Allgäu strahlte David Krause aus Kerpen.

"Der glücklose Autor hatte endlich einmal Glück!", schrieb Goethe-Glücksbärchen Bleifuß voller Freude an Kontext, mit der Bitte unseren LeserInnen mitzuteilen, dass man am 27.1. ab 21:05 Uhr im BR2 sein Hörspiel "Pinball" senden werde. Machen wir doch gerne. (11.1.2017) 


Abstand halten von den Volksverrätern

Aus 594 Wörtern haben die Sprachwissenschaftler um die Darmstädter Professorin Nina Janich das Unwort des Jahres 2016 ausgesucht: "Volksverräter". Aus dem Erbe der NS-Diktatur werde das Wort von Pegida, AfD und anderen Rechtsaußen verwendet, um PolitikerInnen  zu diffamieren. Mit der Folge, dass das "ernsthafte Gespräch" und notwendige Diskussionen in der Gesellschaft abgewürgt würden, begründet die Jury. Auf den weiteren Plätzen folgen "postfaktisch", "Populismus", "Gutmensch" sowie eine "Armlänge Abstand". Mit in der fünfköpfigen Jury saß auch Kontext-Autor Stephan Hebel. (10.1.2016)


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Ausgabe 153
Gesellschaft

Du sollst den Kern nicht spalten

Von Gastautor Franz Alt
Datum: 05.03.2014
Am 11. März jährt sich die Atomkatastrophe von Fukushima zum dritten Mal. Der Super-GAU im fernen Japan veranlasste CDU-Kanzlerin Angela Merkel zum neuerlichen Atomausstieg, nachdem sie kurz zuvor die Laufzeiten der Meiler verlängert hatte. In Baden-Württemberg kostete das Unglück CDU-Ministerpräsident Stefan Mappus das Amt. "Die Lage in Fukushima ist unter Kontrolle", versichert Japans Ministerpräsident Shinzo Abe heute – und plant neue Atomkraftwerke. Die Folgen des Super-GAU liegen nicht hinter uns, sondern noch vor uns, schreibt Kontext-Gastautor Franz Alt.

Lassen wir zuerst die Fakten sprechen:

  • Jeden Tag fließen noch immer mehr als 200 000 Liter radioaktiv verseuchtes Wasser in den Pazifischen Ozean.
  • Kontaminierte Böden finden sich auch weit entfernt vom Ort der Katastrophe.
  • Bis jetzt mussten 33 Kinder aus der Fukushima-Region wegen Schilddrüsenkrebs operiert werden, 41 weitere Kinder stehen unter Krebsverdacht. Bei 55 000 Kindern wurden bei Untersuchungen Schilddrüsenzysten oder -knoten festgestellt. Sie müssen nicht zu Krebs führen, aber sie können.
  • Die Ärzteorganisation IPPNW erwartet zwischen 22 000 und 66 000 Krebsfälle aufgrund der Erfahrungen in Tschernobyl. Diese Schätzungen basieren auf Daten der Weltgesundheitsorganisation.
  • Die radioaktive Verstrahlung ist zehnmal höher als bislang von der Betreiberfirma Tepco angegeben.
  • Noch immer sind 140 000 Einwohner der Präfektur Fukushima evakuiert.
  • Mehr als 50 US-Soldaten, die im März 2011 auf einem Marineschiff in der Nähe von Fukushima im Einsatz waren, sind in der Zwischenzeit schwer erkrankt. Sie leiden an Leukämie und verklagen Tepco auf Schadenersatz.

              Den Opfern wird erzählt, sie könnten in ihre Häuser zurückkehren

              Diese Fakten zeigen, dass auch drei Jahre nach der Katastrophe ein Ende der Schreckensmeldungen nicht absehbar ist. Die Erfahrungen früherer Atomunfälle machen vielmehr deutlich, dass die schlimmsten Folgen von Fukushima nicht hinter uns, sondern vor uns liegen. Hisayo Takada von Greenpeace Japan sagt: "Die Leiden der Bevölkerung werden von der japanischen Regierung ignoriert. Bis heute tut die Regierung so, als wäre die Krise vorbei. Es wird bewusst falsch informiert und den Opfern erzählt, dass sie irgendwann in ihre Häuser zurückkehren könnten. Das Kalkül dahinter ist klar: So müssen Kompensationszahlungen nicht zur Verfügung gestellt werden." Die Fukushima-Opfer leben bis heute in temporären Behausungen und wurden bisher nicht angemessen entschädigt.

              Ein Beweis für die hilflose Reaktion der japanischen Regierung auf die Katastrophe ist die Politik der Grenzwerterhöhung. Und die ging so: Bis März 2011 galt ein Grenzwert von 100 Becquerel pro Kilogramm als gefährlich. Nach der Katastrophe wurden die Grenzwerte jedoch auf 8000 Becquerel angehoben. So wollte man die verängstigte Bevölkerung in Sicherheit wiegen.

              AKW Fukushima am 16. März 2011, fünf Tage nach Beginn der Katastrophe. Foto: HJ Mitchell
              AKW Fukushima am 16. März 2011, fünf Tage nach Beginn der Katastrophe. Foto: HJ Mitchell

              Nach dem Unfall wurden alle 52 japanischen AKW vorübergehend abgeschaltet. Doch in der Zwischenzeit wollte die japanische Regierung die ersten Kraftwerke wieder ans Netz bringen, scheiterte aber überall am Widerstand der regionalen Bevölkerung. Über 65 Prozent der Japaner sprechen sich jetzt bei Umfragen gegen Atomenergie aus. Vor der Katastrophe waren es weniger als 40 Prozent. 

              "Tschüss Atomkraft" – mehr als 7,5 Millionen unterschreiben

              Es gab Anti-AKW-Demos mit über 100 000 Teilnehmern. Die Bewegung "Sayonara genpatu" ("Tschüss Atomkraft") sammelte mehr als 7,5 Millionen Unterschriften gegen Atomenergie. Jede Woche gibt es "Freitagsdemonstrationen". Die Reaktorkatastrophe hat Japan verändert. Aber noch nicht ausreichend, um einen dauerhaften Atomausstieg wie in Deutschland politisch durchzusetzen.

              Wie ist das möglich?

              Der Hauptgrund ist das sogenannte Atom-Dorf in Japan: So wird die Verfilzung von Stromkonzernen, Politik, Bürokratie, Medien, Wissenschaft und Kraftwerksbauern genannt. Hinzu kommen die Interessen der Kapitalanleger, denen mehr an ihrer Rendite als an der Sicherheit ihres Landes und seiner Menschen liegt. Die japanische Atomindustrie dient nicht in erster Linie der Erzeugung von Strom, sondern primär den Interessen des Kapitals. Und solange die Allgemeinheit die Folgekosten wie Unfälle oder gar die Entsorgung des Atommülls trägt, ist Atomstrom billiger als erneuerbare Energie. Noch. Deshalb sind AKW unter dem vorherrschenden kapitalistischen Wachstumszwang ein attraktives Investitionsziel.

              Greenpeace Japan hat herausgefunden, warum im Sommer 2012 das bis dahin abgeschaltete Kernkraftwerk Oi an der Japansee wieder ans Netz ging. Es war der Druck der 18 Großaktionäre, darunter 15 Großbanken, die allesamt nicht auf ihre Rendite verzichten wollten. Aber noch stärker war dann der Druck der Bevölkerung. Auch Oi musste inzwischen wieder abgeschaltet werden. Auch in Japan verstehen immer mehr Menschen, dass der Kampf gegen die Atomkraft ein Kampf für das Leben ist. Auch in Japan verwandelt sich Wut in Protest gegen die alte Energiewirtschaft. Deshalb boomen in Japan seit drei Jahren die Solarenergie und die Windbranche.

              Die Regierung trickst, täuscht und droht

              Täuschen, tricksen, verdrängen, vertuschen, verleugnen: Diese Politik der Regierung geht auch im obrigkeitsorientierten Japan heute nicht mehr auf. Täuschen, tricksen, drohen aus Profitinteressen: Auch in Japan durchschauen viele Menschen die Machenschaften der Profiteure. Auch wenn die Regierung wieder auf Atomkurs ist oder vielleicht gerade deshalb: Die Menschen haben gelernt, dass atomares Restrisiko exakt jenes Risiko ist, das uns jeden Tag den "Rest" geben kann. Deshalb heißt es nämlich genau so.

              Diese Entwicklung in Fernost ist ein Symbol für die weltweite Entwicklung der Atomenergie. Sie hat ihren Zenit überschritten. Die auch hierzulande oft zu hörende Mär von der "Renaissance der Atomenergie" ist leicht durchschaubares Wunschdenken der Atomlobby und der Ewiggestrigen. Weltweit wurde die größte Menge Atomstrom 2006 erzeugt, die meisten Atomkraftwerke wurden 2002 betrieben, und bereits 1993 war der höchste relative Anteil der Atomenergie an der kommerziellen Stromerzeugung mit 17 Prozent erreicht. Heute beträgt er unter zehn Prozent.

              Es lohnt sich jetzt rein wirtschaftlich nicht mehr, neue AKW zu bauen. Die englische Regierung versucht es gerade, braucht aber höhere Einspeise-Vergütungen für Atomstrom als für Sonnen- oder Windkraft, damit sich AKWs noch rechnen. Die Europäische Kommission hat Einspruch angemeldet. In Finnland verzögert sich der Bau eines neuen AKW seit vielen Jahren, weil private Betreiber die Kosten scheuen und der Staat vor zu hohen Subventionen zurückschreckt. Weltweit steigt der Anteil der erneuerbaren Energien, und der Anteil der atomaren Stromversorgung sinkt. An dieser Entwicklung wird aus Gründen der Sicherheit, aber auch aus ökonomischen und ökologischen Gründen mittel- und langfristig kein Weg vorbeiführen. Denn die Erneuerbaren werden von Jahr zu Jahr preiswerter, während wegen der zu Ende gehenden Ressourcen die alten fossil-atomaren Energieträger immer teurer werden müssen. Selbst die atomfreundliche Regierung in Tokio hat nach Fukushima die Sicherheitsauflagen für japanische AKW so erhöhen müssen, das auch dort die Betreiber wegen der immer höher werdenden Kosten stöhnen.

              Sonne und Wind schicken keine Rechnung

              Ich habe einmal in einer Fernsehsendung ironisch gefragt: "Was kostet es, einen Pförtner zu bezahlen, der eine Million Jahre lang ein Atommülllager bewachen muss?" Ein kluger deutscher Mathematik-Professor hat mir dann diese Rechnung aufgemacht: Wenn dieser Pförtner eine Million Jahre pro Monat 2500 Euro verdient und mit einer Inflationsrate von nur zwei Prozent gerechnet wird, dann kostet dieser Pförtner mehr Geld als alle Menschen der ganzen Welt heute insgesamt zur Verfügung haben. Billiger Atomstrom? Es darf gelacht werden. Auch in tausend Jahren schicken Sonne und Wind noch immer keine Rechnung. Die Erneuerbaren sind ein Geschenk des Himmels – Energie von ganz, ganz oben. Energie vom Chef selbst.

              In Ländern wie China, Russland oder Großbritannien werden zwar noch neue AKW angekündigt, aber kaum noch gebaut. China hat 2013 erstmals mehr Geld in erneuerbare Energieanlagen investiert als in alle fossil-atomare Energieträger zusammen. Nicht nur Deutschland, auch Indien, Japan und Spanien produzieren inzwischen mehr Strom aus erneuerbaren Quellen als mithilfe atomarer Spaltung.

              Ein elftes Gebot scheint sich jetzt weltweit durchzusetzen: Du sollst den Kern nicht spalten!

              Franz Alt, Jahrgang 1938, engagiert sich seit vielen Jahren für ökologisches Wirtschaften. Die Bücher des früheren SWR-Journalisten (bis 2003) und Christdemokraten (bis 1988) wurden in zwölf Sprachen übersetzt und erreichten eine Auflage von zwei Millionen. Alt zählt auch zu den prominenten S-21-Gegnern.

              Seine Homepage ist hier zu finden.

              Veranstaltungen zum dritten Jahrestag sind hier aufgeführt.


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              Kommentare

              Martin Göbel Saarland, 13.03.2014 14:15
              https://www.youtube.com/watch?v=XEr9Sk9BGIY
              400m³ Atommüll pro Tag in den Ärmelkanal gepumpt ganz legal

              Dr. Diethelm Gscheidle, 10.03.2014 17:19
              Sehr geehrte Damen und Herren,

              natürlich ist das, was in Fukushima passiert ist, etwas Dummes, genauso wie das, was der Ivan vor 25 Jahren in Tschernobyl angerichtet hat. Allerdings muss man dennoch feststellen, dass wir in Deutschland ganz andere und viel zuverlässigere Kernkraftwerke haben! Es war eine Fehlentscheidung unseres ansonsten relativ redlichen Bundeskanzlers, Herrn Angela Merkel, die teuren Kernkraftwerke einfach stillzulegen bzw. ihre Abschaltung zu verfügen und damit Volksvermögen zu vernichten! Und wenn Volksvermögen vernichtet wird, steigen natürlich die Strompreise, da man ja teure, neue "alternative" Energie-Anlagen bauen muss! Dabei sind diese Anlagen gar nicht so umweltfreundlich, wie uns die Bevormundungs-Bündnisgrünen immer weismachen wollen:
              * Die Herstellung von Solarzellen kostet Unmengen an Energie und vor allem Wasser - Wasser, das gerade in den sonnenreichsten Regionen (Wüste) extrem wertvoll, knapp und teuer ist!
              * Windräder machen Geräusche, die zu Tinnitus, Kopfweh und sogar dem gefährlichen Gehirnbrand führen! Sie gehören daher sofort als gesundheitsgefährlich abgeschaltet! Auch "Auf-See-"Windparks sind umweltschädlich, da sie Seevögel mit ihren Rotorblättern töten und sie ihres natürlichen Lebensraus berauben!
              * Geothermie ist gefährlich, da diese zu Erdverschiebungen und dem Einsturz von Gebäuden führt!
              * Wasserkraftwerke verschandeln die Landschaft und hindern die Flüsse an ihrem natürlichen Fluss. Dies führt zu Wasserknappheit auf wertvollen landwirtschaftlichen Böden, die dann nicht mehr genutzt werden können, und andererseits zu Überschwemmungen an anderer Stelle. Sie sind daher ebenfalls strikt als umweltschädlich abzulehnen!

              Leider hat selbst die relativ redliche Union (unterstützt von Staatsverschuldungs-Sozen und Bevormundungs-Bündnisgrünen) den Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen, was bereits jetzt zu gestiegenen Strompreisen führt. Klar, dass die Sozen das sicherlich wieder zum Anlass nehmen werden, dass das sowieso schon viel zu großzügig bemessene Hartz-IV erhöht wird, oder sogar dazu, dass ich die fürstlichen Gehälter, die ich meinen faulen Angestellten zahle, weiter erhöhen soll! Wenn mir Leute mit diesen unverschämten Forderungen kommen, schicke ich sie dann immer bei den Sozen vorbei - sollen die doch dafür blechen, wenn sich irgendwer den Strom nicht mehr leisten kann.

              Ich plädiere daher klar für ein Wiederanfahren der Kernkraftwerke und den Ausbau der mit Abstand saubersten Energiequelle der Welt: Dem Atomstrom! Schließlich bestehen unsere deutschen Kernkraftwerke aus deutscher Wertarbeit - wie auch das hervorragende und spottbillige Umweltschutz-Projekt "Stuttgart-21" zeigt, sind unsere Wissenschaftler und Inscheniöre zu Höchstleistungen fähig, so dass unsere Atomkraftwerke sicherlich niemals Störfälle aufweisen werden.

              Mit freundlichen Grüßen

              Dr. Diethelm Gscheidle
              (Verkehrswissenschaftler & Dipl.-Musikexperte)

              Peter Fleig, 10.03.2014 00:04
              Ja, in Deutschland gab es negative Strompreise, da die Energieversorger ihre Subventionierten Braunkohlekraftwerke ungern herunterregeln. Schließlich wird durch diese negativen Strompreise auch die EEG-Umlage in die Höhe getrieben, da diese den Preisunterschied zwischen Börsenpreis und Garantiepreis ausgleicht.
              Diesen für die Energieversorger äußerst lukrativen Zustand hat man am liebsten am WE, wo die Gesamtenergienachfrage meist geriner ist, als die Festpreischargen der Weiterverkäufer. Dadurch beschränkt sich das negative Handeslvolumen dann auf diejenigen, die Speicherkraftwerke betreiben, und mit denen ist man durch Beteiligungen bestens verbandelt.

              Interessant allerdings der Blick an die Französische Strombörse: Sommers gibt es dort nächtelang den Strom mit doppelter Zuzahlung im Vergleich zu Deutschland, schließlich läuft die Kettenreaktion in den Reaktoren auch nachts.

              R.Kreye, 08.03.2014 08:54
              Leute, ihr tut Fred Heine und Peter Leidinger Unrecht!
              Das sind sicherlich hart arbeitende, hoch anständige, fortschrittliche, B-Zeitung lesende und Tagsschau schauende Menschen aus der Mitte unserer Gesellschaft, die stolz darauf sind direkt neben einem Atomkraftwerk zu wohnen und die Argumente der Atomlobby zu schätzen wissen. Nicht so mißtrauische, hinterfragende und besserwisserische Ignoranten wie ihr - pfui!

              Gaigeler, 08.03.2014 00:22
              Ach Herr Leidinger, Sicherheit in der Versorgung durch Atomstrom; wenn dem doch nur so wäre. Aus der Politik nahen konservativen Kreisen kann man bei gezielter Nachfrage doch schon erfahren, wie die Energieversorger gerade alle Hände voll zu tun haben, dass ihnen das Netz nicht gänzlich zusammenbricht. Anscheinend werden im Hintergrund händeringend Experten dafür gesucht, um Leitzentralen o.ä. zu besetzten oder aufzubauen. Sagt natürlich keiner zum derzeitigen Zeitpunkt, schließlich kommt noch eine Energiewende, der man den Kollaps in die Schuhe schieben kann, damit's dann auch ja die Öffentlichkeit bezahlt.

              @Kontext: Thema schon gerochen?

              Werner, 07.03.2014 15:18
              @ Fred Heine, 07.03.2014 08:03
              Funktioniert Ihre Schilddrüse seit Fukushima nicht mehr normal oder geht dies schon seit Tschernobyl so? Ich würde in jedem Fall mal einen Arzt aufsuchen.

              Tillupp, 07.03.2014 14:57
              Wenn "Fred Heine" und "Peter LEIDINGER" alles so toll finden können Sie ja gerne nach Tschernobyl oder Fokushima umziehen. Grundstücke sind dort echt günstig und in besten Lagen zu haben. Ich möchte jedenfalls nicht in so einem Gebiet leben, und spare deshalb gerne Strom wenn ich dafür keinen Meiler in der Nähe habe. Bei der heutigen AKW Dichte ist es nur eine Frage der Wahrscheinlichkeit wann das nächste Erdbeben der Stärke 9 irgendwo auf der Welt passiert. Egal wo, ein AKW steht schon dort. Die bei uns gebauten halten wahrscheinlich nicht mal Stärke 7 stand. Fred Heiner und Peter Leidinger könnten es sich dann wahrscheinlich leisten wegzuziehen, wo die Strahlung geringer ist, oder sie sind alt genug, dass sie weder für Aufräumarbeiten noch für Schadensersatzzahlungen fürchten müssen. So können nur Egoisten denken.

              cooper, 07.03.2014 13:41
              @ Fred Heine, 07.03.2014 08:03
              Sie schreiben über Lügen und Halbwahrheiten zum Thema Atomenergie. Ihre Beispiele mit Anfragen nervender Journalisten und der "Empörungsröhre vom Dienst" Claudia Roth überzeugen nicht besonders. Viel interessanter wäre Ihr Faktencheck als Lügen- und Halbwahrheitenspezialist bezüglich Franz Alts Aussagen in diesem Artikel. Aber bitte mit nachprüfbaren Quellenangaben.

              Fred Heine, 07.03.2014 08:03
              Da wird mal wieder gegen die Lügen der Atomlobby gewettert, gleichzeitig werden die eigenen Lügen und Halbwahrheiten verbreitet:

              Es stimmt, nach Abschalten der Atomkraftwerke hat Deutschland tatsächlich Strom "exportiert" - ein ein paar wenigen heißen und windigen Tagen im letzten Sommer wurde in Deutschland so viel Strom verbraucht, dass er exportiert werden musste. Wobei das Wort "exportiert" ja unterstellt, dass dies für Deutschland einen wirtschaftlichen Nutzen gehabt hätte. Dem war aber nicht so. Denn wir haben an der Pariser Strombörse rund 4 Cent pro Kilowattstunde dafür bezahlt (!), dass uns der Strom abgenommen wurde!

              Wo die 55.000 Kinder mit Schilddrüsenerkrankungen herkommen sollen? Vielleicht mal wieder so eine Zahl wie die 180.000 Toten bei Tschernobyl? Genervt von den permanenten Anfragen deutscher Journalisten zu den Toten der Atomkatastrophe hat der Verantwortliche in der Ukraine irgendwann einmal die Gesamtzahl der Toten in seiner Region genannt, die während seiner Amtszeit gestorben sind. Seither geistert diese Zahl immer wieder durch die Gazetten.

              Nicht anders Claudia Roth. Auf ihrer Facebook-Seite ließ sie verbreiten, in Fukushima seien bei der Atomkatastrophe 16.000 Menschen zu Tode gekommen. Nur durch einen Shitstorm erster Güte (das einzige Mal, dass ich für diese Art des Protests war) hat sie diese Beahuptung wieder von ihrer Seite genommen. Zur Erinnerung: im AKW Fukushima sind ZWEI Menschen gestorben, beide nicht durch Radioaktivität.

              Man kommt sich vor wie bei Stuttgart 21: da wird die Unterstellung, die Bahn lüge die Leute an, als Rechtfertigung genommen, selber Lügen zu verbreiten.

              Rolf Steiner, 06.03.2014 18:36
              Peter LEIDINGER, 05.03.2014 16:40 -

              Und wenn Sie uns jetzt noch schnell sagen, wo das deutsche ATOM-ENDLAGER sein soll und wie schnell wir die ASSE sauber kriegen, dann bekommen Sie von mir den Intelligenz-Preis 2014.

              Peter Boettel, 06.03.2014 10:46
              Herr Leidinger hat wohl von Tschernobyl, Fukushima und vielen anderen Katastrophen in Atomkraftwerken, die bereits in Vergesenheit geraten sind, nie etwas mitbekommen.
              Hat er noch nicht erfahren, dass Deutschland nach der Stilllegung einiger AKW's sogar mehr Strom exportiert hat?
              Ist er bei der EnBW beschäftigt, oder ist sein Beitrag als Satire aufzufassen?

              ooo-Mannomannomann, 06.03.2014 09:28
              @FernDerHeimat: Jetzt erschrecken Sie den Herrn Leidinger doch nicht so. Jeder der zwischendurch auch mal "Feindpresse" liest muss uns lieber sein, als alle anderen. Da besteht immerhin noch Hoffnung auf offene Denkansätze. :-)

              FernDerHeimat, 05.03.2014 19:33
              Äh, Peter Leidinger, das hier ist übrigens nicht die Stuttgarter Zeitung.

              Peter Boettel, 05.03.2014 18:54
              Und gleich an der Grenze betreiben die Franzosen das AKW Cattenom, von fast wöchentlich Störfälle gemeldet werden, und das noch (60 !) Jahre genutzt werden soll, ohne dass die Bundesregierung auch nur einen Muckser verlauten lässt.
              Ministerin Hendricks erklärt, sie mische sich nicht ein, Gabriel schweigt, und im Koalitionsvertrag steht, man werde sich dafür einsetzen, dass die ausländischen AKW's sicherer werden. Aber nicht einmal das wird ernsthaft versucht.

              Peter LEIDINGER, 05.03.2014 16:40
              Nur die Nutzung, und die weitere, dauerhafte Nutzung, der Kernenergie sichert uns langfristig eine stabile Energieversorgung!

              Dank der bisher noch unerschlossenen Uranvorräte im Erzgebirge und im Schwarzwald wäre auch die Versorgung Deutschlands auf mittelfristige Sicht gewährleistet.

              Deshalb gilt es jetzt zügig, in Zusammenarbeit mit Frankreich, in die Neuplanung und den Neubau von Kernreaktoren zu investieren!

              Auch die Frage einer eigenständigen, deutschen WiederAufbereitungsAnlage gilt es wieder aufzunehmen und weiterzuverfolgen.

              FernDerHeimat, 05.03.2014 14:05
              Solange es eine Atomlobby gibt, die mit viel (Steuer-)Geldern unsere Politik kauft und unterwandert, wird diese Form der "nachhaltigen Umweltverschmutzung" leider nicht aufhören.

              Werner, 05.03.2014 13:40
              Was kümmert das uns(ere Politiker)?
              Radioaktiv verseuchte 200000 l Wasser, die täglich in den Pazifischen Ozean fließen? Was soll`s, unsere Küsten liegen an Nord-u. Ostsee.
              Kontaminierte Böden? Kann man ins Ausland verschaffen. Die Japaner müssten sich nur mit einschlägigen Stellen bei uns beschäftigen. Wir haben darin genug Erfahrung.
              55000 Kinder, bei denen Schilddrüsenveränderungen festgestellt wurden? Herrscht in Fernost nicht sowieso Überbevölkerung?
              Tschernobyl? Ist schon so lange her. Die dort an Krebs erkrankten müssten auch ohne dieses Leiden doch irgendwann sterben. Und haben diese die letzten 28 Jahre nicht flott überlebt?
              50 an Leukämie erkrankte US-Soldaten? Peanuts im Vergleich zu den im Nahen Osten in Kampfeinsätzen Gefallene.
              Also, Herr Alt, bitte keine weitere Panikmache. Vertrauen Sie einfach den japanischen und unseren Politikern. Die wollen doch alle nur unser Bestes.

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              Ob die neue Partei "Bündnis Grundeinkommen" die sogenannten Abgehängten erreicht?

              Ausgabe 303 / Jeder Zehnte am Abgrund / Anne, 18.01.2017 19:24
              Vielen Dank für den Artikel. Armut hat viele Gesichter. Allerdings sind wir von der Ursachenbekämpfung der Armut Meilen entfernt. Angemessene Mietwohnungen können sich die meisten Menschen nicht mehr leisten, weil die Immobilien zu...

              Ausgabe 303 / Anti-Christen / Rolf Steiner, 18.01.2017 19:02
              Herr Strobl biedert sich mit seinem flüchtlingsfeindlichen Verhalten dieser rechtsextremen AfD und der jetzt weiter erlaubten NPD argumentativ doch geradezu an. Aber: Wer heutzutage nach Afghanistan abschiebt, liefert die Menschen...

              Ausgabe 303 / Kein Platz für Heuschrecken / Anja Schmitt, 18.01.2017 18:49
              Hallo Herr Oehler, in den Projekten des Mietshäusersyndikats wohnen keinesfalls nur Menschen, die dort auch Direktkredite eingegeben haben, im Gegenteil. Sinn der Sache ist, dass man kein Eigenkapital als Individuum braucht (bei uns gibt...

              Ausgabe 303 / Jeder zweite Baum – ein fürstlicher / Peter Fackelmann, 18.01.2017 18:29
              Vor mehreren Jahrhunderten den Bauern aus der Allmende geraubt, sitzen diese Leute noch heute auf diesem Land. Es ist schändlich. Gut - ich bin befangen. Mein Vorfahr wurde im Bauernkrieg von diesen Herrschaften totgeschlagen.

              Ausgabe 303 / Anti-Christen / Rolf Steiner, 18.01.2017 17:33
              Die Realtiätsferne von selbsternannten "Staatsschützern" ist mehr als befremdlich. Dabei sind weltweit Menschen auf der Flucht, wollen raus den Ländern, die vom Krieg überzogen sind und dann tauchen nazionalstisch durch und durch...

              Ausgabe 303 / Kein Bock auf Partei / gesders, 18.01.2017 15:55
              es gibt so aus den 60igern eine these, dass hauptschueler die studenten subventionieren. - hat mir damals prinzipiell eingeleuchtet. das war so im umfeld summerhill usw. - bezog sich zwar auf lateinamerika, war aber erstmal nicht...

              Ausgabe 303 / Anti-Christen / Barolo, 18.01.2017 15:37
              Ein Vergleich wie andere Staaten mit Migrationswilligen umgehen ist hilfreich. Saudi Arabien und die andern da unten lassen nicht mal einen Moslem rein. Wenn du in Dubai keinen Arbeitsvertrag mehr hast, bleibt dir nur kurze Zeit um das...

              Ausgabe 303 / Dann klopft mal schön / Andrea, 18.01.2017 15:11
              Wie definiert man "Fake News"? Wir haben Politiker, die sich regelmäßig beim Erfinden von Zahlen erwischen lassen: https://www.freitag.de/autoren/wolle-ing/falsche-zahlen-eine-politiker-timeline hätte das dann Konsequenzen?...

              Ausgabe 286 / Hass ist eine Seuche / hp. blomeier, 18.01.2017 15:03
              fakt ist: die bewußt neoliberale politik unserer neoliberalen politikerkaste " merkel " ist der quell des hasses; hass kann politisch " bewusst " erzeugt werden. wer also ist der brandstifter?

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